Nerdkrams
Mit feed43 gegen Web­müll

(Vor­be­mer­kung: Es folgt nach län­ge­rer Zeit ein wei­te­rer lang­wei­li­ger Text über Com­pu­ter­kram, der eigent­lich nur den Zweck erfüllt, die über­fäl­li­ge Musik­rück­schau zu pro­kra­sti­nie­ren. Wie ärger­lich.)

Vor eini­gen Jah­ren hoff­te ich, dass die Mut­ma­ßung, das RSS-For­mat sei nicht mehr zeit­ge­mäß, bis auf Wei­te­res nicht zutref­fen wür­de. Ich begin­ne zu fürch­ten, dass ich da viel­leicht zu opti­mi­stisch war.

Denn: Web­müll ver­stopft das Netz. Man ruft Web­sites auf und bekommt eine Men­ge zu sehen, nur der eigent­li­che Inhalt wird immer bes­ser ver­steckt. Hier, eine Wer­be­flä­che! Hier, 34 wei­te­re Schlag­zei­len zu ganz ande­ren The­men! Abon­nier‘ uns doch! Und guck‘ mal, wie schön unse­re sozia­len wid­gets leuch­ten! – Das Web als Infor­ma­ti­ons­me­di­um ver­sagt, weil sei­ne Gestal­ter ver­sa­gen.

Selbst, wenn man sich von wer­be­träch­ti­gen Quatsch­sei­ten wie taz.de und „SPIEGEL ONLINE“ fern­hält, wird es zuse­hends schwie­ri­ger, sich effi­zi­ent zu infor­mie­ren, weil RSS als ein­heit­li­cher Stan­dard sich trotz­dem nicht so recht durch­zu­set­zen ver­mag.

Ein Bei­spiel ist KiT­TY. KiT­TY ist eine Vari­an­te des Win­dows-Ter­mi­nal-Emu­la­tors PuT­TY, die ver­schie­de­ne Ver­bes­se­run­gen beinhal­tet. Möch­te man über die Ver­öf­fent­li­chung einer neu­en KiT­TY-Ver­si­on aller­dings infor­miert wer­den, so muss man ent­we­der KiT­TY star­ten und dort auf die ent­spre­chen­de Schalt­flä­che klicken, um auf eine Web­site (!) wei­ter­ge­lei­tet zu wer­den, die bei Ver­füg­bar­keit einer neu­en Ver­si­on wie­der­um auf die Start­sei­te (!) von KiT­TY umlei­tet, von der aus man dann den ent­spre­chen­den Down­load suchen muss, oder die Web­site besu­chen, auf der ganz unten etwas von einer neu­en Ver­si­on zu lesen ist. Zwar gibt es auf der KiT­TY-Web­site auch einen RSS-Feed, aber der infor­miert nicht über neue Ver­sio­nen.

Eini­ge Pro­jek­te bie­ten auch selbst eigent­lich kor­rek­te RSS-Feeds an, die aber defekt sind, zum Bei­spiel xre­code II – auf­grund einer feh­ler­haf­ten Datums­for­ma­tie­rung kann man die­sen Feed zwar abon­nie­ren, aber bereits gele­se­ne Ein­trä­ge wer­den von den mei­sten Feed­le­sern immer wie­der als neu erkannt. Neh­men wir ein­mal an, ihr setzt mehr als nur eine Soft­ware ein, so habt ihr in der Regel einen ziem­li­chen Auf­wand zu betrei­ben, um allen Ent­wick­lun­gen zu fol­gen.

Hier kann mög­li­cher­wei­se das eng­lisch­spra­chi­ge feed43 Abhil­fe schaf­fen, ein Dienst, der ver­spricht, jede Web­site in einen RSS-Feed ver­wan­deln zu kön­nen, zum Bei­spiel auch die Ände­rungs­sei­te von xre­code II.

Dafür muss nach der Regi­strie­rung (die auch aus ande­ren Grün­den emp­feh­lens­wert ist) zunächst ein­mal ein neu­er Feed erstellt wer­den. Als zu scan­nen­de Web­site soll­te http://www.xrecode.com/whatsnew.htm ein­ge­tra­gen wer­den:

Source address

Ein Klick auf „Rel­oad“ ver­sucht die Sei­te auf­zu­ru­fen und ihren Quell­text dar­zu­stel­len, aus dem das Muster extra­hiert wer­den kann, das dann spä­ter die Grund­la­ge für den RSS-Feed bil­det. Zunächst ist ein „glo­ba­les Muster“ fest­zu­le­gen, das beschreibt, in wel­chem Teil der Sei­te sich die ein­zel­nen Ein­trä­ge befin­den, die wie­der­um das „wie­der­hol­te Muster“ dar­stel­len. {%} steht hier­bei für einen belie­big lan­gen Text, {|} für einen Zei­len­um­bruch.

Da die Ver­si­ons­li­ste auf der Sei­te mit dem ersten schlie­ßen­den </div> beginnt, kann unse­re „glo­ba­le Suche“ (erstes Feld) schlicht so aus­se­hen:

</div>
{%}

Ein­zel­ne Ver­si­ons­ein­trä­ge sind bis­lang immer so auf­ge­baut:

01.01.2015</br>
</br>
  - version 1.0.0.001</br>
  - FIX: irgendwas.</br>
  - FIX: noch etwas.</br>
  </br>

Das Datum brau­chen wir nicht (das steht dann spä­ter sowie­so auto­ma­tisch im Fee­d­ein­trag), wir brau­chen jedoch die Ver­si­ons­num­mer und die Ein­trä­ge dar­un­ter.

Unser „Such­code“ (zwei­tes Feld) sieht also so aus:

- version {%}</br>{|}{%}</br>{|}</br>

Hier wer­den zwei Platz­hal­ter gesetzt: Der erste Platz­hal­ter ist die Ver­si­ons­num­mer (sie geht bis zum ersten </br>), der zwei­te sind die Ände­run­gen (sie enden mit den bei­den schlie­ßen­den </br>). Die­se hei­ßen spä­ter {%1} und {%2}.

Hat alles geklappt, bleibt als letz­ter Schritt noch der eigent­li­che Feed ein­zu­stel­len. Titel und Beschrei­bung sind egal, die tau­chen dann spä­ter nur in eurem Feed­le­ser auf, nur die bei­den tem­pla­tes für Über­schrift und Inhalt der ein­zel­nen Fee­dein­trä­ge soll­ten stim­men. Im vor­lie­gen­den Fall sind das ein­fach {%1} und {%2}, eige­ne Links für neue Ver­sio­nen gibt es nicht.

RSS Feed Properties

Ein Klick auf „Pre­view“ – hat alles geklappt, so soll­te im Vor­schau­fen­ster euer Feed erschei­nen. Anson­sten kann noch etwas nach­be­ar­bei­tet wer­den.

Unter dem Vor­schau­fen­ster sind zwei Links zu sehen, der zwei­te ist über­flüs­sig, wenn ihr euch auf feed43 ange­mel­det habt (dann könnt ihr eure Feeds in euren Kon­to­ein­stel­lun­gen bear­bei­ten). Der erste Link hin­ge­gen, als „Feed URL“ (also Fee­d­adres­se) bezeich­net, ist der Link, den ihr eurem RSS-Leser (zum Bei­spiel Tiny Tiny RSS) hin­zu­fü­gen könnt. Das sieht dann zum Bei­spiel so aus:

TTRSS

Das funk­tio­niert prin­zi­pi­ell für eigent­lich jede halb­wegs sau­ber struk­tu­rier­te Web­site, die selbst kei­nen Feed anbie­tet; ich selbst nut­ze den Dienst zum Bei­spiel, um mei­ne Vim-Builds anzu­kün­di­gen.

Wäh­rend mei­ner Tests hat sich feed43 übri­gens ein paar­mal an einer der gete­ste­ten Web­sites ver­schluckt, manch­mal muss man den Feed anschie­ben (ein­fach noch ein­mal spei­chern). Bei einem kosten­lo­sen Dienst ist das aber, neh­me ich an, ver­zeih­lich.

Senfecke:

      • Kosten­los bis 10k Benach­rich­ti­gun­gen im Monat. Ich betrei­be seit eini­ger Zeit mei­nen gesam­ten Feed­rea­der (feed­tra­gon) damit und habe nur ein ein­zi­ges mal ein paar $ bezahlt. Da wird man mit ein paar nor­ma­len Web­sei­ten nie rein­lau­fen.

        Wobei mir super­feedr einen klei­nen Betrag im Monat sogar wert wäre.

  1. url­watch ist eine SW, die bei Sei­ten­än­de­run­gen Mails schicken kann falls Mail inter­es­sant ist

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