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Kurz notiert zu Eckart von Hirschhausens Kreuzzug

„Der Kabarettist Eckart von Hirschhausen und die CDU-Politikerin Julia Klöckner sind von der befrei­en­den Kraft der Religion über­zeugt.“ So etwas liest man doch gern, dann weiß man wenig­stens, mit wem man es zu tun hat. Entstanden ist die­ser Satz für das „christ­li­che Medienmagazin“ „pro“. Die Überschrift? Was Ärzte und Patienten von Luther ler­nen kön­nen.

Und zwar was?

So stellt der aus­ge­bil­de­te Arzt von Hirschhausen fest, dass vie­le ein­sa­me Menschen mit einer „pseu­do­re­li­giö­sen Erwartungshaltung“ ins Wartezimmer des Arztes kämen. Sie haben den „Wunsch nach Gesehenwerden, Berührtwerden im wahr­sten Sinne des Wortes, nach Erlösung, nach Gnade“.

Gehen gläu­bi­ge Christen eigent­lich zum Arzt, wenn Gott doch will, dass alles so kommt, wie es kommt? Keine Zeit, dar­über nach­zu­den­ken, der näch­ste Kracher lässt nicht auf sich warten:

„Luther hat den Anstoß dafür gege­ben, dass man sich die hei­len­den Kräfte der Bildung klar­ge­macht hat“.

Ein evan­ge­li­scher Kabarettist, der in einer reli­giö­sen Publikation die Bildung lobt und spä­ter die katho­li­sche Kirche dar­um benei­det, dass sie „vie­le Rituale“ habe, „da habe sei­ne Kirche das Kind mit dem Bade aus­ge­schüt­tet“, macht mir ja doch eher Mut als Hoffnung. Aber eigent­lich brau­chen wir Religion ja gar nicht, son­dern, so ver­merk­te von Hirschhausen abschlie­ßend, „jeman­den wie Jesus“:

Wenn wir in Deutschland beob­ach­ten, wie Arm und Reich aus­ein­an­der­drif­ten, wie vie­le Leute sich von der Gesellschaft aus­ge­schlos­sen füh­len – dann braucht es jemand, der uns an Jesus erinnert!

Jesus hät­te sicher­lich etwas gegen die­se Schere zwi­schen Arm und Reich getan, denn „[e]r ging gezielt auf die Menschen zu, ohne nach dem Status zu fra­gen“, um sie dann, das erwähnt von Hirschhausen nicht, für ihren Status trotz­dem zu verurteilen:

Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.
Markus 10,25

Eckart von Hirschhausen dürf­te es also schwer haben, von jeman­dem wie Jesus als einer der Seinen akzep­tiert zu wer­den; ins­be­son­de­re, wenn er sein Leben auch anson­sten ganz in Ordnung findet:

So jemand zu mir kommt und haßt nicht sei­nen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, auch dazu sein eigen Leben, der kann nicht mein Jünger sein.
Lukas 14,26

Die Menschen, um deren Gesellschaft Jesus sich bemüh­te, waren also kei­nes­wegs Gestalten wie Julia Klöckner und Eckart von Hirschhausen, son­dern vom Leben gebeu­tel­te, von der Familie ent­frem­de­te, zutiefst depres­si­ve Arme. Was er mit ihnen vor­hat­te, geht aus der Bibel nicht ein­deu­tig her­vor, ich habe da aller­dings so eine Ahnung:

Ich bin nicht gekom­men, um Frieden zu brin­gen, son­dern das Schwert!
Matthäus 10,34

Predigt Herr von Hirschhausen eigent­lich wäh­rend sei­ner Auftritte oder redet er wäh­rend­des­sen nur Stuss? Hat sich der Verfassungsschutz schon mal genau­er damit befasst?

„Jemand wie Jesus“ wür­de sich ver­mut­lich im Grabe umdrehen.


Wusstet ihr übri­gens schon, dass man jetzt auch so genann­te „Homepages“ haben kann?