Apropos „Kopf gegen Wand“: Manchmal, wenn ich schlechte Laune habe, lese ich meine Zugriffsstatistiken. Davon wird sie dann auch nicht besser.
„Danke“, HTC!
Besten „Dank“ für diesen Mehrwert:
Schlankes Design. Bombastischer Sound. Duale Stereo-Frontlautsprecher lassen im Zusammenspiel mit kräftigen Verstärkern alle um Dich herum Deinen Sound hören. Teile Deine Musik, teile Deine Videos, teile Deine Spiele – in der richtigen Lautstärke.
(Das ist eben der immergleiche Appell an den menschlich-kindlichen Instinkt: Rationalität ist der zu besiegende Gegner derer, die etwas verkaufen wollen; weil man eben mit zwei, drei, vier, fünf und sechs oder zweihundert Klingen Gesichts‑, Bein- und sonstwelche Haare noch abber als ab bekommt. Kauf, du Arsch! Mit Höflichkeit, sei’s juveniles Du oder distanziertes Sie, wo doch das Er meist ehrlicher wär‘, verkauft sich ein schlechtes Produkt nicht, es muss schon „witzig“ (Max Goldt, „Was man nicht sagt“) oder wenigstens pfiffig sein. Wenn’s dazu nicht reicht, dann genügt’s jedenfalls zur Statusaufbesserung: „Seht her, mein mobiles Telefon dröhnt meine Lieblingsfunktionsmusik noch aufdringlicher durch den Bus als das eure! Labet euch an seiner Güte!“ Dem letzten französischen König wurde für derartig pompöse Zurschaustellung des Reichtums seiner Vorgänger die „Rübe“ (Holger Roehlig) runtergeschlagen, aber in diese schrecklich engen öffentlichen Verkehrsmittel passt die mobile Taschenguillotine eben auch nicht mehr. Ein Hoch auf die Sparsamkeit und Klammer zu.)
Sexy, sexy Karpfen (2): Frauen, die auf Särge starren.
Den Welterfolg „Frauen mit erotischen Karpfen“ habt ihr sicher schon alle zu Hause und freut euch über jeden neuen Monat.
Aber ihr wollt sicher nicht immer nur die gleichen Motive im Schlafzimmer hängen haben. Abwechslung gefällig? Nackte Frauen auf erotischen Särgen! Ich bin schon ganz steif.
(Gut, so einen Sarg benutzt man meist nur einmal im Leben, da ist eine ansprechende Präsentation der verschiedenen Angebote natürlich stets willkommen.)
Apropos „will kommen“: Der nordrhein-westfälische Landesverband der Piratenpartei sucht einen Penetrationstester. Gefordert sind mindestens drei Jahre Erfahrung im Bereich Penetrationtesting (die Praxiserfahrung ist nachzuweisen!), freundliches, aber verbindliches Auftreten, Belastbarkeit, Verschwiegenheit und Erfahrung mit Exploit Development.
Diese Ferkel.
(via L.)
Rio Reiser – Alles Lüge
Gute Nachrichten: Wir brauchen die Piratenpartei nicht mehr. Wir haben jetzt die SPD!
Die alte Tante SPD setzt aufs Internet: In den kommenden Jahren wollen die Genossen zur neuen Netzpartei werden und so junge Wähler zurückgewinnen.
Gibt es schon konkrete Pläne? Aber natürlich!
Jeder Mittelständler muss in den nächsten Jahren in die Cloud um wettbewerbsfähig zu bleiben. (…) Datenschutz im nationalen Maßstab reicht nicht aus, wenn wir gegenüber den USA oder Asien in der digitalen Wirtschaft konkurrenzfähig werden wollen.
Genau – die derzeitige Gesetzgebung, die es unnötig erschwert, personenbezogene Daten auf Servern in (zum Beispiel) den USA zu speichern, ist rückständig. Das muss aufhören! Zum Glück haben wir die SPD, die sich dafür einsetzt, dass deutsche Datenschutzrichtlinien bald der Vergangenheit angehören, hippe Jugendpartei, die sie nun mal ist.
Auf diesen Schreck erst mal ein wenig Musik.
(Ich weiß auch nicht, wie ich jetzt auf dieses Lied komme.)
Guten Morgen.
Anatol und die schwachen Frauen
Wer mich schon eine Weile kennt, der weiß: So genanntes „Trollen“ betrachte ich als sportlichen Wettbewerb. Das reicht als Sport in meinem Leben. Gewisse Themen laden dabei geradezu dazu ein, dass man sich sportlich mit ihnen beschäftigt.
Zum Beispiel der Feminismus.
Medienkritik LXXXV: Linux als Anachronismus
Man sollte ja meinen, dass der heise-Verlag – die c’t gibt es immerhin seit 1983 – ein paar Fachkräfte beschäftigt, die einen Computer nicht nur aus Werbeprospekten kennen, und in seiner Nachrichtenredaktion deshalb nicht unbedingt den Praktikanten, die sonst Kaffee kochen und den Redaktionsgarten harken, die eigene Open-Source-Sparte anvertraut.
Um so bedrückender ist natürlich diese Meldung:
Unix-System PC-BSD 10.0 bringt moderne Linux-Desktops mit
Ja, PC-BSD 10.0 wurde veröffentlicht, und es ist (anders als Linux) tatsächlich ein Unix-System und tut nicht nur so. Da endet meine Zustimmung zur Überschrift aber auch schon.
Dass die „modernen Linux-Desktops“ – gemeint sind unter anderem Cinnamon und Gnome 3 – Konzepte umsetzen, die es schon viele Jahre vor einem „Linux-Desktop“ gab, ist womöglich nicht zielführende Erbsenzählerei. Die Begriffskombination „moderner Linux-Desktop“ ist trotzdem interessant: Bedeutet das, dass moderne Desktops allesamt Importe aus Linux sind? CDE zum Beispiel (das die ersten Versionen von Xfce inspirierte) war jahrelang Standarddesktop in der Unix-Welt (ist allerdings noch nicht in FreeBSD/PC-BSD enthalten); von einfachen Fensterverwaltern wie twm, dessen erste Version 1987 – vier Jahre vor Linux FREAX 0.0.1 – herauskam, reden wir lieber gar nicht erst. Die meisten Desktops wie Enlightenment und Xfce sind Desktops für „unixoide Systeme“ oder schlicht „für X“, also für das Grafiksystem, das Linux aus der Unixwelt geschenkt bekam.
PC-BSD 10.0 bringt also keine „Linux-Desktops“ mit, sondern weitgehend plattformunabhängige Desktopumgebungen. So weit zur Überschrift.
Aber Thorsten „thl“ Leemhuis hat offensichtlich nicht nur von Linux, sondern auch von BSD keine Ahnung. Im Text folgt nämlich folgender Schenkelklopfer:
PC-BSD ist wie DragonFly BSD ein Ableger von FreeBSD, der wohl populärsten Ausgabe der freien Unix-Systeme, die auf der freien Unix-Version 4.4BSDLite2 beruhen.
Knapp daneben: 4.4BSD-Lite2 wurde als letzte offizielle BSD-Version erst 1995 veröffentlicht, als FreeBSD und NetBSD schon seit etwa zwei Jahren existierten. FreeBSD und NetBSD waren zunächst Fortführungen des wegen Zeitmangels nur langsam weiterentwickelten, jedoch auf 4.3BSD-Net/2 basierenden 386BSD-Projekts; erst 1994, als mit 4.4BSD-Lite die erste vollständig von lizenzpflichtigem AT&T‑Quellcode befreite BSD-Version veröffentlicht wurde, änderte sich das.
Richtig ist, dass sowohl DragonFly BSD als auch PC-BSD Ableger von FreeBSD sind. Falsch ist die implizite Gleichsetzung. Während PC-BSD eine um ein paar grafische Spielereien erweiterte Distribution von FreeBSD ist (das Installationsprogramm von PC-BSD 10.0 kann auf Wunsch auch ein „nacktes“ FreeBSD 10.0 installieren), ist DragonFly BSD ein völlig neues System, das ursprünglich auf FreeBSD 4.8 basiert und inzwischen allerlei Erweiterungen erhalten hat, so dass man die Ähnlichkeiten (etwa ein ähnliches Portssystem) quasi mit der Lupe suchen muss, wenn man nicht gerade beim heise-Verlag „arbeitet“.
KDE läuft übrigens auch unter Windows.
(via Elias)
The Tiger Lillies – Either Or
Aus der Welt der Politik zurück zur Musik. Noch so ein Album, das 2013 vergessen hat, bei mir vorstellig zu werden, ist übrigens „Either Or“ des britischen Trios The Tiger Lillies, dessen älteres Stück „Killer“ ich hier im Oktober empfahl. Ich habe ja spätestens seit dem Debütalbum der Stolen Babies ein offenes Ohr für Kabarett-Zirkusmusik mit düsterem Flair und werde hier keinesfalls enttäuscht.
Prägend für die Musik der Tiger Lillies sind Besetzung und Konzept. Auf der Website ist zu lesen: The Tiger Lillies bieten jeder einzelnen Beschreibung die Stirn und handeln innerhalb ihrer eigenen exzentrischen Definitionen. Also gilt es zu paraphrasieren.
Frontmann und Gründer Martyn Jacques gibt bei den Tiger Lillies mit Maske und Akkordeon (manchmal auch Ukulele oder Klavier) den traurigen Clown, der, umrahmt von Adrian Stout (Bass, Singende Säge, Theremin) und Mike Pickering (Schlagzeug, Perkussion), im Falsett skurrile Texte zum Besten gibt:
She licks my cock, it’s kind of sad
as an actress I spose she’s bad
Sailor
Nein, leichte Familienunterhaltung möge der geneigte Leser bitte woanders suchen. Aber darum geht es auch nicht. The Tiger Lillies wollen ihrem Publikum keinen ruhigen Abend bereiten, sie wollen es desorientieren und fordern, schockieren und dadurch amüsieren. Das gelingt ihnen vortrefflich.
Dabei ist das literarische Niveau durchaus hoch. Waren unter den bisherigen Alben der Tiger Lillies neben einer Oper („Die Weberischen“) auch Adaptionen des „Struwwelpeters“ und der Werke Edward Goreys, stellte diesmal die dänische Philosophie die Muse dar: Bereits der Titel des Albums ist ein Zitat des Zweiteilers „Entweder – Oder“ von Søren Kierkegaard, die Texte sind überwiegend vom letzten Kapitel in „Entweder“ inspiriert. Dass The Tiger Lillies im Gegensatz zu Kierkegaard dem Christentum in der Öffentlichkeit eher kritisch gegenüberstehen, weiß dem Rezensenten ein Schmunzeln zu entlocken.
God almighty you are king
pissing hailstones on me fling
No Sense
Kurt Weills Brecht-Interpretationen seien, so geben es die Musiker an, wichtige Einflüsse für ihre Musik gewesen. In der Tat versprüht auch „Either Or“ den Charme klassischer Chansons, ohne dabei altbacken zu wirken. Alte Ideen müssen nicht immer langweilig sein.
Ist ja auch mal nicht schlecht.
Derweil ist SPIEGEL ONLINE völlig außer sich:
Kanzlerin Merkel hält im Bundestag eine Regierungserklärung – im Sitzen. Das hat’s noch nie zuvor gegeben.
Davon werden wir noch unseren Großneffen erzählen!
Lecker grüne Schweine
Auf Datenschutz bedachte Androidnutzer haben es dieser Tage ja wirklich nicht leicht. Erst versagte „Blackphone“ beim Versuch, Android auf eine vertrauenswürdigere Basis zu stellen, und jetzt das:
Spiele, Karten-Apps und soziale Netzwerke: Die Geheimdienste NSA und GCHQ spähen über Smartphone-Apps die Daten der Nutzer aus. Über Anwendungen wie „Angry Birds“ sammeln sie Alter und Aufenthaltsort der Spieler – und sexuelle Präferenzen.
Dass viele aktuelle Androidversionen – gerade auch solche, die nicht von den Smartphoneherstellern selbst stammen – mit dem Privacy Guard eine Möglichkeit bereitstellen, jedenfalls die Standorterfassung zu unterbinden, ist womöglich erwähnenswert. Ich kann dem von „SPIEGEL ONLINE“ geflochtenen Kontext aber nicht ganz folgen:
„Angry Birds“ zu hacken ist ein logischer Schritt. Wer mit schwarzen explosiven Vögeln in Bombenform übt, sprengt später vielleicht ganze Kleinstädte in die Luft. Interessant ist allerdings die Frage, inwiefern Anwendungen wie „Angry Birds“ Auskunft über die sexuellen Präferenzen erteilen.
Andererseits will ich das wahrscheinlich auch gar nicht so genau wissen.
In weiteren Nachrichten: Der Versuch der „Grünen“, das basisdemokratische Konzept der Piratenpartei zu kopieren, dürfte als gescheitert betrachtet werden.
Volle Drohnung: Alles Gute kommt von oben!
Artikel 2 des Vertrags über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland vom 12. September 1990 („Zwei-plus-Vier-Vertrag“):
Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik bekräftigen ihre Erklärungen, daß von deutschem Boden nur Frieden ausgehen wird. Nach der Verfassung des vereinten Deutschland sind Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, verfassungswidrig und strafbar.
§ 80 StGB:
Wer einen Angriffskrieg (…), an dem die Bundesrepublik Deutschland beteiligt sein soll, vorbereitet und dadurch die Gefahr eines Krieges für die Bundesrepublik Deutschland herbeiführt, wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe oder mit Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren bestraft.
N24.de, 30. Oktober 2013:
Das Oberkommando des US-Militärs für Afrika (AFRICOM) wurde 2007/2008 in Stuttgart neu eingerichtet. (…) Im rheinland-pfälzischen Ramstein (…) befindet sich eine Flugleitzentrale mit bis zu 650 Mitarbeitern, die auch den afrikanischen Luftraum überwachen.
Die Einheiten in Stuttgart und Ramstein sind nach eigenen Angaben für Luftoperationen „in drei Kontinenten“ und in „105 unabhängigen Staaten mit mehr als einem Viertel der Weltbevölkerung“ verantwortlich.
New York Times, 26. Januar 2014:
A missile suspected to have been fired by a drone killed a member of the militant group Shabab on Sunday, a rebel commander said, blaming the United States for the strike. (…) Two American military officials confirmed that there was a missile strike against a senior Shabab leader in Somalia.
CDUCSU.de, 2. September 2013, zu einem ganz anderen Thema:
Deutschland steht vor der Wahl, ob es zu den Fehlern der Vergangenheit zurückkehren will oder ob wir unser Land gemeinsam weiter voranbringen, schreibt Volker Kauder in seinem Bericht. (…) Das deutsche Beispiel beflügelt unsere europäischen Freunde und Nachbarn und trägt dazu bei, dass es in Europa nach langer Zeit endlich wieder aufwärts geht.
Politik. Schlimm, das. Hauptsache, Larissa bleibt im Dschungelcamp. Dreht einfach den Fernseher lauter.
Es ist alles in Ordnung.
Circle – Eripwre
So einen Montag könnte man übrigens auch schlechter einläuten als mit dem akustischen Koffeinschub „Eripwre“ der finnischen Kraut-Psychedeliker Circle.
Guten Morgen!
Medienkritik in aller Kürze: Der Ströbele, der Kornblum, der Reichelt und der Jauch.
Bis vor wenigen Minuten saßen im „Ersten“ diverse geistige Lichtgestalten, darunter BILD-„Chefreporter“ Julian Reichelt, der ehemalige US-amerikanische Botschafter John Kornblum und der schwammige Inzestbefürworter Hans-Christian Ströbele von der ehemaligen Friedenspartei „Bündnis 90/Die Grünen“ bei Günther Jauch herum und tauschten sich darüber aus, ob die NSA jetzt irgendetwas falsch gemacht habe oder nicht. Auf Twitter wird bejubelt, wie elegant das Team USA (Reichelt und Kornblum) argumentativ zerlegt wurde, natürlich insbesondere von der schönen Piratin Marina Weisband, wie etwa @nadnoennas befindet:
„Und wenn wir gar nichts davon hätten, wir sollten es tun, weil es richtig ist.“ @afelia sagt, wofür es sich zu kämpfen lohnt. #jauch
Ja, die Deutschen kämpfen; was man eben so Kampf nennt. Deutsche ohne tatsächliche politische Entscheidungsgewalt unterhalten sich im Fernsehen mit US-Amerikanern ohne Entscheidungsgewalt über das Handeln von Institutionen, die von einem Sender namens „Das Erste“ vielleicht noch nichts gehört haben. So, Frau Weisband, kämpft’s sich eben leicht.
Im Anschluss an das Wortgefecht sendet „Das Erste“ jetzt ein Interview mit Edward Snowden, Berieselung für die Menge. Nach diesem Fernsehabend gehen alle Beteiligten zu Bett, morgen reden sie dann wieder über irgendwelche Dschungelsendungen und das Wetter. Ja, es lohnt sich zu kämpfen. Und warum versauert ihr vor dem Fernseher?
Der Mann mit der Mütze geht nach Haus‘
und uns’re Achtung nimmt er mit und unseren Applaus.
Udo Jürgens: Der Mann mit der Mütze
Ein Spaß für die ganze Familie!
Kinderpornografie: Ganz schlechte Idee. Frau von der Leyen, die sich – wenn schon sonst mit nicht vielem – zumindest mit Kindern auskennt, findet das auch, ihren Spitznamen „Zensursula“ hat sie sich immerhin hart erkämpft.
Dass sie jetzt in ihrem neuen Ministerium („Verteidigungsministerium“, obwohl „Auswärtiges Amt“ natürlich auch passen würde) nicht mehr für Familien oder Arbeitnehmer, sondern für bewaffnete Söldner so tun soll, als würde sie etwas tun, scheint ihr nicht so recht zu gefallen; also wandelt sie stattdessen das Verteidigungs- in ein kombiniertes Arbeits- und Familienministerium um:
Mein Ziel ist es, die Bundeswehr zu einem der attraktivsten Arbeitgeber in Deutschland zu machen. [Die Truppe muss] Dienst- und Familienzeiten besser aufeinander abstimmen.
Ursula von der Leyen, Anfang Januar 2014
Für Familien mit beinahe erwachsenen Kindern wurde bereits vor Beginn ihrer Amtszeit vorgesorgt:
Allein im Jahr 2013 wurden 1032 17-Jährige eingestellt. (…) „Sie werden an der Waffe ausgebildet, aber nicht an der Waffe eingesetzt“, sagte ein Ministeriumssprecher.
Damit sie schon mal auf den Ernst des Lebens vorbereitet sind, nehme ich an:
Es gehe darum, Jugendliche für den freiwilligen Dienst als Soldatin (sic! wegen der Frauenquote, nehme ich an. A.d.V.) oder Soldat zu werben, die sich in der Berufsfindungsphase befänden.
So als Jugendlicher muss man ja was haben für später. Ahnung vom Leutetotschießen oder ein Jodeldiplom zum Beispiel, beides ist bei der Arbeitsplatzsuche vermutlich ähnlich hilfreich. (Andererseits: Mit dem Einstieg in das Soldatentum ist die Wahrscheinlichkeit, dass man sich noch mal irgendwo bewerben muss, schnell mit dem Neueinsteiger zusammen in alle Winde zerstreut.)
Lassen sich Rutschautos eigentlich zu effizienten Panzern umrüsten?
Heda, De Beukelaer, olle Kexfabrik!
Ich bin ja wirklich fasziniert von der sprachlichen Gewitztheit, mithilfe derer ihr eure Produkte (zum Beispiel „Kex“) benennt, aber das Geld, das ihr Leuten zur Verfügung stellt, die sich blöde Markennamen ausdenken, fehlt halt jetzt euren Grafikern.
Ein Pluspunkt zwar für die für eure Stammkundschaft sicherlich ungemein hilfreiche Bedienungsanleitung, aber dass da unten rechts nicht „Scheiß-Butterkeks“ steht, glaube ich euch beileibe nicht.
(Bild via @frank_eckert)
Ihr wollt das mit der „Stammkundschaft“ genauer erklärt haben? Nun, ich meide ja Fernsehsendungen (und Räume), in denen Markus Lanz und/oder Sahra Wagenknecht auftritt, prinzipiell, aber laut Internet trafen beide unlängst im Fernsehen aufeinander.
Weil die Leute, die vom vielen Fernsehen schon so doof geworden sind, dass sie den Ausknopf nicht mehr finden, das Dargebotene nicht ertragen wollten, fordern sie jetzt in einer Petition – der deutschesten aller Revolutionsformen – die Absetzung Herrn Lanz‘. Die Petition hat momentan über 130.000 „Unterstützer“. Zum Vergleich: Die medial diskutierte Petition gegen die Vorratsdatenspeicherung kommt auf nicht einmal 32.500 von ihnen.
Tja.
Und so zerbröselt der Keks nun mal.
Bruce Nolan, c/o „Bruce Allmächtig“
Spaß im ÖPNV (3): Uff!
In Regionalbahnen sitze ich gern auf der Seite, die vom Haltepunkt am Weitesten entfernt ist, weil die furchtbar störenden Zuggeräusche (und der Luft‑, hehe, ‑zug) von geschlossenen Türen wenigstens geringfügig gedämpft werden; wohl wissend, dass die Jugend bis ins hohe Alter hinein es zwar immer schafft, diese Türen auf-, aber nicht zuzumachen (vielleicht mögen sie auch einfach nur die Fahrtgeräusche, dann bitte ich die Betreffenden an dieser Stelle um Verzeihung dafür, dass ich ihnen immer wieder den Genuss verderbe), verzichte ich gern auf einen allzu hochfrequentiert besuchten Sitzplatz.
Nicht minder unangenehm ist die Angewohnheit von jungen zumeist weiblichen Passagieren, an vertraulichen Gesprächen mit der Sitznachbarin sämtliche anderen Mitfahrer teilhaben zu lassen, ob diese das nun wollen oder nicht. Ein Lichtblick sind ebensolche Passagiere, die das ähnlich sehen; so etwa eine solche, die sich heute gemeinsam mit ihrem Begleiter einen Platz suchte und mit den Worten „hätten wir uns vor die Tür gesetzt, hätten wir uns die ganze Zeit irgendwelche Lebensgeschichten anhören müssen“ in mein Abteil gestürmt kam. Leute, die sich mein Abteil aussuchen, weil sie es gern ruhiger hätten, weiß ich sehr wohl zu schätzen. Dass es dann mit der Ruhe aber vorbei war, weil die eigenen, nun, Lebensgeschichten dann doch noch erzählt werden mussten, ist eine allerdings wenig überraschende Wendung.
Auch der Begleiter war allerdings nicht ohne; zwar sprach er nicht viel (er kam ja kaum zu Wort), allerdings begann sein Einstand im Abteil mit geräuschvollem Setzen. „Uff!“ Konfrontiert mit den Sitzen im Zug war der agile Etwazwanzigjährige plötzlich merklich gealtert und ließ sich auf einen der Sitze fallen, was ihm hörbare Anstrengung bereitete. Die Jugend von heute: So ausgebrannt, dass selbst Sitzen geradezu unmenschlichen Kraftaufwandes bedarf. Danke, SPD!
Entgegen dem Trend in aktuellen Diskussionen auf Twitter ist in Zügen von irgendwelchen Dschungeln übrigens nicht die Rede. Der durchschnittliche Prominentenanteil in Zügen ist allerdings bedeutend höher als in irgendwelchen „Camps“, denn in ihnen sehe ich gelegentlich Menschen, die ich nicht nur kenne, weil sie einen enorm dummen und daher einprägsamen Namen tragen. (Training für wahre Überlebenskünstler: Ohne Kopfhörer mittags Nahverkehrszüge benutzen.)
Pleiten, Pech und Pannenstatistik: Weltknall vom 20. Januar 2014
Die Drohnensache ist noch längst nicht ausdiskutiert, da hat Amazon schon wieder neue Pläne: Womöglich werden demnächst Pakete schon geliefert, die man noch gar nicht bestellt hat. Angesichts meiner Amazonempfehlungen macht mir das ein bisschen Sorge.
OHMEINGOTTOHMEINGOTTOHMEINGOOOOOOTT:
Der Automobilclub hat Betrug beim Autopreis Gelber Engel zugegeben. (…) Die Zahl der abgegeben (sic! A.d.V.) Stimmen für den Publikumspreis Lieblingsauto sei geschönt worden, nicht aber die Reihenfolge der Ergebnisse[.]
„Publikumspreis Lieblingsauto“. Deutschland in 27 Buchstaben.
Die „Wissenschaftsredaktion“ von „SPIEGEL ONLINE“ versucht es derweil mit Qualitätsjournalismus (bin ich eigentlich der Einzige, der „Rosetta“ für einen unglücklich gewählten Namen für eine Sonde hält?):
„Rosetta“ ist auf dem Weg zum 1969 entdeckten Kometen Tschurjumow-Gerasimenko. Wer den Namen zu sperrig findet, kann gern auch „Tschuri“ sagen.
Jö, Christoph „Chrisi Seidi“ Seidler, sperrig finde ich auch Ihren Humor, aber den muss ich ja hinterher auch nicht wegräumen.
Apropos Sprachfehler; Luise „F.“ Pusch, Sprachwissenschaftlerin, Autorin und prominente Mitbegründerin der feministischen Linguistik in Deutschland, hat mal wieder ein Buch geschrieben, angesichts dessen Caroline Fetscher (wiederum „ZEIT ONLINE“) beinahe ins Internet reinejakuliert:
Genussvoll knackt die Kritikerin alte Sprachnüsse und präsentiert deren brüchigen Inhalt. (…) Warum, stichelt Pusch, kennen wir eine „Kanzlergattin“ aber keinen „Kanzlerinnengatten“?
Nun, vielleicht, weil „wir“ (also die Frauen Pusch und Fetscher) weder Cicero noch Süddeutsche.de (11. September 2007) noch Stern.de noch die Sächsische Zeitung (15. Oktober 2005) noch FAZ.net (22. September 2013) noch die Berliner Morgenpost (14. Juli 2006) lesen. Es muss langweilig zugehen am Pusch’schen Frühstückstisch.
Und weil wir gerade bei Wirrköpfen waren, noch eine lustige Anekdote: Wisst ihr, wer so gut wie pleite ist? Richtig: Die Humboldt-Universität. Das war die hier.














