In den NachrichtenProjekte
Die Sicherheit von Direktdownloads

Nachdem mir als - bekann­ter­ma­ßen - Verfechter der eta­blier­ten eMule-Technologie in den letz­ten Wochen und Monaten immer wie­der Zeitgenossen frag­wür­di­ger Ansicht mit­teil­ten, dass Filesharing so was von unsi­cher sei und gegen „anony­me Techniken“ wie die so genann­ten Direktdownloads, zum Beispiel via Rapidshare, kei­ne Chance mehr habe, nahm ich heu­te höchst zufrie­den dies zur Kenntnis:

Derzeit wird im Rechtshilfeforum 123recht.net ein Fall bespro­chen, in dem ein User wegens des Uploads eines Metallica-Albums auf Rapidshare.com ver­däch­tigt wur­de und eine Hausdurchsuchung erhielt.

Ich bin ein­mal gespannt, was dies­be­züg­lich noch gesche­hen wird. Bei eMule jeden­falls füh­le ich mich der­zeit über­aus sicher.

In den Nachrichten
Pornos sind an allem schuld!

„Das mit dem Amoklauf“ wird täg­lich absurder:

Auf dem Computer des Amokläufers hat­ten die Ermittler Computerspiele wie „Counterstrike“ gefun­den, aber auch Pornofilme.

(SPON, die BILD hät­te das Material ver­mut­lich „Fick-Filme“ genannt.)

Bleibt die Frage, was uns das sagt. Killerspiele sind böse, Nacktheit aber auch?
Wer Pornos her­un­ter­lädt, ist eine Gefahr für die Gesellschaft?
Oder ist das wie­der nur so ein schlüpf­ri­ges Detail, das zei­gen soll, dass der Protagonist „nicht nor­mal“ war? Was für ein Bild hat der SPIEGEL dann eigent­lich von der heu­ti­gen Jugend?

Vielleicht soll­te mal jemand eine Statistik (apro­pos Statistik) erstel­len, wie vie­le Amokläufer eigent­lich im Besitz por­no­gra­fi­schen Materials waren. Auf die näch­ste Verschärfung des Jugendschutzgesetzes bin ich gespannt.

In den NachrichtenNetzfundstücke
Tag des Amoklaufs

Wir müs­sen den USA immer alles nachmachen!
Das habe ich ja nun schon mehr­fach beklagt, und heu­te wird schon wie­der flei­ßig Amok gelau­fen.

Aus den Nachrichten möch­te ich hier­zu zitieren:

Spezial-Einheiten der Polizei stürm­ten das Elternhaus des Amokläufers, brach­ten die Mutter zu einem Verhör. Eine Waffe fehl­te aus dem lega­len Privat-Arsenal des Vaters, ver­mut­lich die Tatwaffe.

Über das wie üblich über­aus däm­li­che „ver­mut­lich“ möch­te ich hier gar nicht mehr vie­le Worte ver­lie­ren, indes gefällt mir die Arbeitsweise der Polizei. Die ist so schön irrational.

„Stürmen“ müs­sen hät­ten sie das Schulgebäude. Im Elternhaus gibt es nun mal nicht mehr viel zu stür­men. Oder wird das bei die­sen „Spezial-Einheiten“ anders gehandhabt?

„Hier, Jungs, fol­gen­des Problem: Der Kerl ist schon tot. Was stür­men wir dann jetzt?“
„Hmmm… wie wäre es mit dem Elternhaus?“
„Au ja!“

Ich stel­le mir das lustig vor.
Lustig ist auch, was die Hast im Online-Journalismus gera­de in sol­chen Situationen hervorbringt:

ein­satz­wa­gen schie­ssen auf jour­na­li­sten und tref­fen nicht! 

(Nachtrag: Weiterlachen kann man beim Niggemeier, zum Beispiel über Zahnbürsten-Budgets.)

MusikNetzfundstücke
Vögelchen!

Dass aus­ge­rech­net der nun nicht gera­de durch Sensationsgier bekannt gewor­de­ne SPIEGEL mit Fotos toter Menschen Besucher zu erhei­schen sucht, ist schon bedrückend. Da braucht man ein wenig Aufheiterung.

Wie wäre es mit ein wenig Postrock?
Benedikt hat wie­der mal was Gutes aus Deutschland ausgegraben:

I am the Architect kon­stru­ie­ren und bau­en seit 2007 an einem klas­sisch inspi­rier­ten, beein­druckend guten Postrock (…). Für den Fan der übli­chen Konsorten der mal lau­ten und mal lei­sen instru­men­ta­len Postrocker ist das wirk­lich klas­se Innenohrfutter. Die Architekten haben einen deut­li­chen Hang zu äthe­ri­schen, gele­gent­lich fast gazen­den Tönen, kön­nen aber auch schön brav Gitarrenwände hoch­zie­hen und wie­der ein­fal­len las­sen. Sind halt Architekten.

Anhören kann man sich den Spaß hier; natür­lich für lau.

Diejenigen von euch, für die der Spaß beim Musikhören im Vordergrund steht, soll­ten indes einen Blick auf ein Musikvideo wer­fen, das die (übri­gens über­aus gute) Musiksendung Tracks kürz­lich bewarb:
Der YouTube-Nutzer sti­an­haf­stad hat Ausschnitte eini­ger Ernie-und-Bert-Episoden zu einem durch­aus amü­san­ten Video zusam­men­ge­fügt, in dem die bei­den Protagonisten zu den Klängen von „Ante Up“ des Rapduos M.O.P. musizieren.

Oder man guckt sich stun­den­lang tan­zen­de Vögel an. Ist auch witzig.

Hihi. :)

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Wir müs­sen auf­hö­ren, Objekte wie Frauen zu behandeln!

Es ist erwie­sen:
Frauen in spär­li­cher Bekleidung lösen im Gehirn des Mannes ähn­li­che Reaktionen wie Schraubenschlüssel und Bohrmaschinen aus.

Ob das nun die Mehrdeutigkeit der Begriffe dübeln, boh­ren, schrau­ben und sämt­li­chen Äquivalenten erklärt, las­se ich hier nun mal man­gels aus­rei­chen­der Kenntnisse bezgl. des gegen­wär­ti­gen Forschungsstandes offen, indes:
Führt das nun im Umkehrschluss dazu, dass auf­grund der immer knap­pe­ren Damenbekleidung irgend­wann durch Überreizung das Faible der Männer für die Heimwerkerei schwin­det? Oder ist viel­mehr damit zu rech­nen, dass wie­der­um durch Überreizung, her­vor­ge­ru­fen von all den sich bewusst modern weib­lich klei­den­den Männinnen, eben­die­se Männer mit der Zeit ihr Interesse am weib­li­chen Geschlecht ver­lie­ren; was ja bei heu­te Selbstverständlichem wie der Elektrizität und dem Feuer auf­grund des Allgegenwärtigen bei­der Naturerscheinungen eben­falls bereits gesche­hen ist?

Da heißt es mit Köpfchen nageln Nägel mit Köpfen machen.


(Provokation der Woche: Hitler war wenig­stens kein Holocaust-Leugner!)

Netzfundstücke
Medienkritik extern: Schlimm ist, wer schlim­me Dinge tut.

Die Kinorezensenten haben dem Film 96 Hours (Taken) über­ein­stim­mend die vol­le Punktzahl ver­wei­gert, weil der von Liam Neeson dar­ge­stell­te Protagonist schlim­me rechts­staats­wid­ri­ge Dinge tue und Selbstjustiz ver­übe, wobei er auch noch zu weit gehe.

(Quelle)

Die Begründung ist durch­aus hübsch. Zu fra­gen blie­be alle­mal noch, wie­so die Leistung von Heath Ledger dann auch nach Monaten noch ein­schlä­gig gewür­digt wird.

Gutes Monster - böses Monster?

Och, nee!

NetzfundstückePersönliches
Katerstimmung und Schreibblockade.

Ich woll­te seit Tagen schon wie­der etwas hier schrei­ben - aber es geht nicht. Etwas Witziges, etwas Politisches, viel­leicht gar eine poe­ti­sche Kurzgeschichte hat­te ich im Sinn. Ständig neue Sätze bil­de und ver­wer­fe ich, um schließ­lich ent­mu­tigt die vir­tu­el­le Schreibmaschine unver­rich­te­ter Dinge wie­der in den eben­falls vir­tu­el­len Schrank, nein, „Schrank“ zu räumen.

An Ideen man­gelt es tat­säch­lich also nicht. Vielmehr fehlt die Fähigkeit zur Konzentration.
Weil - und es ist nor­ma­ler­wei­se nicht mei­ne Art, einen Nebensatz sepa­rat zu stel­len - nun, da statt des Frühlings doch noch ein­mal der Winter von sich hören lässt, die Melancholie des Dezembers zurück­kehrt, mit­hin die Lust auf lau­ten Rock wie­der den lei­sen Tönen weicht und unge­fähr das­sel­be auch auf die Wahrnehmung der Umwelt zutrifft.

Wo immer man sich in die­ser Stimmung, in die­sem Zustand auch befin­den mag, man fühlt sich unbe­schreib­lich klein und fremd. Sehnsucht? Ja!
Sehnsucht nach drau­ßen und auch nach drin­nen, Sehnsucht nach einem kla­ren Gedanken und doch wie­der­um danach, ihn ein­fach ver­ges­sen zu kön­nen; Sehnsucht nach Halt und nach Freiheit, Sehnsucht nach ihr, Sehnsucht nach sich selbst…

Endlich, auf­ge- und ver­schreckt von dem Durcheinander im Kopf, kehrt die Realität mit­samt ihrem Boden der Tatsachen wie­der ein und lässt von all dem Gefühls- und Gedankenchaos nur noch eine bei­na­he meta­phy­sisch anmu­ten­de Müdigkeit zurück.

„Schlapp, schlapp, schlapp“ (Asterix: „Die Goldene Sichel“).

Ungefähr so wie Garfield:

(Jetzt ist es ja doch noch recht wit­zig gewor­den. Glück gehabt.)

In den Nachrichten
Einen Wilhelm bauen.

Ich habe heu­te spon­tan beschlos­sen, auch mal zu ver­su­chen, eine Phrase zur Umschreibung eines Sachverhalts zu etablieren.

„Einen Wilhelm bau­en“ scheint mir recht geeig­net zu sein, da es die­ser Tage eine ver­brei­te­te Beschäftigung zu sein scheint, und es ist auch offen­bar noch nicht ander­wei­tig belegt.

Vorgeschlagener Sachverhalt:
Einen Wilhelm bau­en = unwah­re Dinge unge­prüft aus dem Internet abschrei­ben und dies erst spä­ter bemer­ken.

Gegenvorschläge? :)

In den NachrichtenNetzfundstücke
Der Papst und die nor­ma­len Leute

Bernd Zeller schrieb vor­hin folgendes:

Katholiken tre­ten aus der Kirche aus, Amtsträger pro­te­stie­ren. Die ein­hel­li­ge Meinung aller haupt- und neben­amt­li­chen Kommentatoren geht dahin, dass der Papst einen Unsinn ver­zapft hat und den Holocaustleugner Williamson wie­der frist­los aus der Kirche ent­las­sen sol­le. Nun ist es süßer und ehren­vol­ler, dem Papst die Leviten zu lesen, als einem beknack­ten Piusbrüderchen. Aber kaum bedacht wird dabei, was im Falle der erneu­ten Exkommunizierung wir Nichtkatholiken mit dem sol­len. Dann wäre er ja wie­der bei uns, nach­dem wir ihn gera­de los­ge­wor­den sind. Werden wir gefragt, ob wir den wie­der­ha­ben wol­len? Die wegen dem aus der Kirche aus­ge­tre­te­nen Exkatholiken hät­ten den auch wie­der zurück, könn­ten aller­dings uns ver­las­sen, indem sie wie­der in die Kirche ein­tre­ten. Soll er doch da blei­ben, wo er ist, in der Katholischen Kirche, dann sind wir die­ses Problems entledigt.

Spannend ist’s schon zu sehen, wie vie­le Menschen sich plötz­lich an ihren Glauben erin­nern und das mäch­ti­ge Gebäude des Katholizismus (Katholizismus wow!) im Wanken begrei­fen oder gar über­le­gen, katho­lisch zu wer­den, nur um aus der katho­li­schen Kirche wie­der aus­tre­ten zu kön­nen und dem Papst so mal gehö­rig die Meinung zu geigen.

Und das alles nur, weil der Papst - aus­ge­rech­net ein sol­cher, der in Deutschland gebo­ren wur­de! - es wagt, auf die poli­ti­sche Gesinnung eines sei­ner Gläubigen zu pfei­fen. Unverschämtheit von ihm. Tz, tz.

Wenn ich Papst wäre, wür­de ich in mei­ne Kirche auch nur noch Leute rein­las­sen, die einen von Grund auf ehren­vol­len Lebenswandel hat­ten, der sich voll und ganz mit sämt­li­chen Aussagen der Bibel in Einklang brin­gen lässt.

Dann hät­te ich wenig­stens mei­ne Ruhe.

MusikNetzfundstücke
Aktuelles vom Liedschmied

Ich schrieb vor einer Weile über Microsofts aktu­el­les Spielzeug „Songsmith“; nun haben offen­bar eini­ge Menschen Gefallen dar­an gefunden:

Die Nutzer pro­du­zie­ren kei­ne eige­nen Dudel-Liedchen, son­dern ver­hun­zen bei „YouTube“ Pop-Klassiker - das ist uner­träg­lich grau­sam und uner­träg­lich lustig.

Hi, hi:
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,605159,00.html

Sonstiges
Medienkritik VIII: Todesangst

„… aber die Schüsse und die Schreie wird das Ehepaar nie vergessen.“

Ungefähr so ende­te soeben ein Beitrag in „Brisant“, sei­nes Zeichens Klatschmagazin der ARD, unter­malt mit einem Überwachungsvideo, das einen Überfall zeig­te, das wie­der­um, um die Dramatik zu beto­nen, in einer Schleife lief. Immer wie­der sieht man den Täter Schüsse abfeu­ern und hört einen Schrei.

Und nun mei­ne Frage:
Bekloppt oder was?

Befriedigt so etwas die Gelüste der Zuschauer - ein Überwachungsvideo mit Menschen in Todesangst? Dazu noch ein wenig dra­ma­ti­sche Musik mit pas­sen­der Intonierung der Stimme aus dem Off, und vorm Fernseher sit­zen die Voyeure bequem auf dem Sofa und heu­cheln Mitleid.
„Ach herr­je, wie kann ein Mensch nur so grau­sam sein“ und sich so etwas frei­wil­lig anschauen?

„Die Menschen“ © brau­chen, so scheint es, stets das Bild des Grauens vor ihren Augen.

Ist es das, was einst Die Toten Hosen besan­gen?

Ich möch­te aus der ersten Reihe dem Tod fest in die Augen sehn.
Ich krieg Gänsehaut bei Hilfeschreien, die vol­ler Überzeugung sind.
Wenn’s den Stoff für mei­ne Träume gibt, zahl ich jeden Preis für die­sen Thrill.
Ich bin ein Biedermann auf Horrortrip, ich lebe nur für die­sen einen Kick.

Mir läuft’s auch gera­de kalt den Rücken runter.
Allerdings aus ande­ren Gründen.

In den NachrichtenKaufbefehlePolitik
Wir müs­sen eine gemein­sa­me Lösung finden.

Is’n Ding: Die deut­sche Regierung will mit dem Geld, das sie für Nebensachen wie Kindergärten, Bildung und Kultur dann wohl doch nicht mehr aus­ge­ben möch­te, die Hypo Real Estate ret­ten und neben­bei die US-ame­ri­ka­ni­sche Finanzkrise abwen­den. Kein Problem, die paar Kröten haben wir ja alle in der Tasche. Immerhin ist der Aufschwung da.

(„Die Abhängigkeit des Landes von aus­län­di­schem Öl sei eine der größ­ten Bedrohungen für die USA“, sprach der Weise aus dem Morgenland; ent­täu­schend immer­hin, das hat Herr Bush jun. sei­ner­zeit doch weit klü­ger lösen kön­nen. Beispielsweise, indem man das Ausland zu eige­nen Kolonien erklärt. Na, viel­leicht kommt man ja noch drauf.)

Interessanter ist aber, wie so oft, das, was die Welt ach-so-furcht­bar bedroht:

Die neue ame­ri­ka­ni­sche Uno-Botschafterin Susan Rice kün­dig­te direk­te Gespräche der Amerikaner mit Teheran über das umstrit­te­ne Atomprogramm an.

(SPON)

Ah, herr­lich. Endlich unter­nimmt mal jemand was.
Direkte Gespräche mit dem Iran, auf dass man sich dort von dem fre­vel­haf­ten Tun der Urananreicherung abwende.

Am Ende bau­en die Iraner eine oder meh­re­re Atomraketen und bedro­hen damit Staaten, deren Religion/Regierung/Staatsform ihnen nicht in den Kram passt. Das wäre doch rich­tig fies.

Nein, Atomwaffen soll­ten denen vor­be­hal­ten sein, die sie für nicht aggres­si­ve Zwecke zu nut­zen wissen.
Sie wür­den sich bei­spiels­wei­se gut im Vorgarten machen, man könn­te Kletterbohnen oder ähn­li­che Pflanzen an ihnen züch­ten. Die Amerikaner zum Beispiel sind für ihre fried­li­che Nutzung von Atomenergie und Waffenforschung ja bekannt. Wer wür­de ihnen den Besitz bei­der Techniken verargen?

Aber zurück zu den geplan­ten „Gesprächen“:
Es ist ja nun wahr­lich nicht so, dass sich in der Vergangenheit irgend­je­mand die­ser Sache ange­nom­men hät­te. Nein, erst jetzt, zu Beginn unse­rer neu­en Zeitrechnung mit Beginn der Geburt des Obama, unse­res HErrn, wird der Menschheit der Friede gebracht. Halleluja, lobet ihn!

Dieses omi­nö­se Gefängnis in irgend­so­ei­ner Bananenrepublik hat Hussein er ja bereits öffent­lich­keits­wirk­sam geschlos­sen, und all die ein­ge­ker­ker­ten ver­meint­li­chen Staatsfeinde kön­nen fro­hen Mutes in eine blen­den­de Zukunft blicken.

Angesichts die­ser Wortgewandtheit (ver­mut­lich ergab sich unge­fähr die­ser Dialog: „Close it!“ „OK.“) und poli­ti­schen Gewieftheit ist es doch nahe­zu unver­meid­lich, dass auch der Iran, die­ser dunk­le Fleck auf dem Po des Teufels, bereit ist, von sei­ner bis­he­ri­gen Außenpolitik (die da lau­te­te: „Pfeif auf Sanktionen, wir sind nicht die Schoßhündchen des Westens“) umge­hend abzukommen.

Und nun aber mal eben, bevor ich beim Schreiben ver­se­hent­lich plat­ze vor Lachen, ein wenig ernster:
Der „Dialog“ zwi­schen der Welt und dem Iran fin­det bereits seit meh­re­ren Jahren ohne Konsequenzen statt. Die Vereinten Nationen appel­lie­ren an den knuf­fi­gen klei­nen Staat, er möge sei­ne Urananreicherung doch bit­te umge­hend unter­bin­den und wür­de zum Dank auch Unterstützung in der Nutzung von Wind- und Wasserenergie bekom­men. Der Adressat ant­wor­tet, er habe kei­ner­lei Interesse dar­an, sei­ne Bürger ohne Atomenergie leben zu las­sen, und das ist, das möch­te ich hier zu beden­ken geben, auch sein gutes Recht. Meist folgt dann ein Gespräch zwi­schen irgend­ei­nem Uno-Bediensteten und einem ira­ni­schen Unterhändler, das ergeb­nis­los ver­läuft und einen noch schär­fer for­mu­lier­ten Brief der Uno zur Folge hat, auf den dann wie­der­um noch gleich­gül­ti­ger geant­wor­tet wird.

(Henryk M. Broder beschrieb unter ande­rem die­se unend­lich schei­nen­de Geschichte in sei­nem jüng­sten Buch Kritik der rei­nen Toleranz, das auch zu erklä­ren ver­sucht, wie­so in die­sem Land des Öfteren reli­giö­se Toleranz die Wirkung von Gesetzen auf­hebt. Sollte man mal gele­sen haben.)

Ich bin ja mal gespannt, wie Frau Rice die­se Geschichte zu been­den pflegt. Vielleicht spricht ihr neu­er Präsident ja auch ein Machtwort.

„Stop it.“
„OK.“

Oder, was auch nicht all­zu unwahr­schein­lich ist, die Uno lässt einen noch schär­fer for­mu­lier­ten Brief schreiben.
Mit besten Wünschen.