PolitikIn den Nachrichten
Frau Merkel wandelt behäbig.

Soso, Frau Merkel, deren Bun­desregierung das Leis­tungss­chmutzrecht durchgewinkt hat, hat nun die CeBIT, die “welt­größte Com­put­er­messe”, eröffnet.

Auf der diesjähri­gen CeBIT, so war in der heuti­gen 20-Uhr-Tagess­chau zu vernehmen, gebe es einen beson­deren Schw­er­punkt:

Die CeBIT hat sich ein The­ma auf die Fah­nen geschrieben, das eigentlich schon kleine Kinder ler­nen soll­ten, und zwar das Teilen. In der Welt der Infor­ma­tion­stech­nolo­gie geht es um das Teilen von Dat­en und Wis­sen (…).

Generell hat die Bun­deskan­z­lerin auch nichts dage­gen; so fassen Redak­teure von “heise online” zusam­men:

Merkel warb in ihrer Rede dafür, den ras­an­ten Wan­del in der IT-Welt mit dem richti­gen poli­tis­chen Rah­men zu stützen, um glob­al den Anschluss nicht zu ver­passen.

Doof ist’s halt, wenn man Dat­en und Wis­sen mit jeman­dem teilen möchte, die schon einem anderen gehören, denn dann ist der poli­tis­che Rah­men schnell gesteckt. Immer­hin leis­tet die gegen­wär­tige Bun­desregierung mit der Dul­dung der “GEMA-Ver­mu­tung” sog­ar dem Umstand Vorschub, dass jedes Land der Welt per YouTube freien Zugriff auf Musikvideos erhält, nur, hehe, das Inno­va­tion­s­land Deutsch­land eben nicht:

Fast zwei Drit­tel der 1000 weltweit beliebtesten Videos auf Youtube sind in Deutsch­land ges­per­rt und kön­nen wegen des anhal­tenden Kon­flik­ts zwis­chen GEMA und Youtube hierzu­lande nicht abgerufen wer­den.

Fast hätte ich oben “den ras­an­ten Wan­del (…) zu stürzen” gele­sen. Ihr auch?

(via @goebelmasse)

Montagsmusik
Steven Wilson — Luminol

Mon­tag? Zeit für etwas Musik.

Steven Wil­son, alleiniger Grün­der von Por­cu­pine Tree (das waren die hier), hat sich für sein neues Soloal­bum mit ein paar Jazz- und Retro-Prog-Musik­ern zusam­menge­tan. Das Ergeb­nis ist hörenswert, zum Beispiel so:

Steven Wil­son ‘Lumi­nol’ Live In Mex­i­co City (HD)

Here we all are born into a strug­gle
to come so far but end up return­ing to dust.

In diesem Sinne: Guten Mor­gen.

In den NachrichtenNerdkrams
Kurz verlinkt CXLVIII: Erklärbärjournalismus

Sebas­t­ian Heis­er von der “taz” schrieb im Feb­ru­ar:

Ich sehe ja meine Auf­gabe und meine beson­dere Dien­stleis­tung als Jour­nal­ist ger­ade darin, alles so weit wie möglich zu vere­in­fachen, damit es ver­ständlich­er wird.

Er betra­chtet sich also als einen Erk­lär­bären, der wie son­st nur die “Com­put­er-BILD” Lesern auch ein­fache Dinge noch ein­fach­er ver­ständlich macht (“sprich: Wörd”).

Ein aktuelles Beispiel für diesen Erk­lär­bär­jour­nal­is­mus gefäl­lig? Gestern ließ das Unternehmen Ever­note seine Benutzer per Blog­a­r­tikel (und wenig später per Aktu­al­isierung der Soft­ware) wis­sen, dass irgend­wo im Sys­tem offen­bar eine Lücke aufge­treten sei, über die es kurzzeit­ig noch Unbekan­nten möglich gewe­sen sei, “Zugriff auf Benutzer­in­for­ma­tio­nen wie Benutzer­na­men, E‑Mail Adressen (sic!) und den (sic!) ver­schlüs­sel­ten Pass­wörtern” zu erhal­ten.

In anderen Worten (Golem.de): Es wur­den Benutzer­dat­en kopiert.

In wiederum anderen Worten (SPIEGEL ONLINE): Es wur­den Pass­wörter gestohlen. Ist halt Quatsch. Wenn ich etwas stehle, hat der ursprüngliche Besitzer es nicht mehr. Wenn ich etwas kopiere, hat er es immer noch. Ich bitte die SPIEGEL-ONLINE-Ver­ant­wortlichen, an dieser Stelle ein­mal nachzuse­hen, ob in irgendwelchen Artikeln Sätze fehlen, die ich hier in älteren Beiträ­gen zitiert habe, denn dafür bin ich genau so vorge­gan­gen: Ich habe die ursprünglichen Dat­en kopiert. (Nach aktuellem Stand der Geset­ze­sen­twick­lung ist das zwar bald böse ille­gal, aber immer noch kein Dieb­stahl.)

Kom­men­ta­tor “Michael K” schrieb übri­gens unter Sebas­t­ian Heis­ers ein­gangs erwäh­n­ten Beitrag:

Wenn Sie das Gefühl haben, nur zwis­chen “kom­pliziert” und “falsch” wählen zu kön­nen, dann ver­ste­hen Sie Ihre Auf­gabe nicht.

Da scheint Sebas­t­ian Heis­er immer­hin nicht allein zu sein.

PolitikIn den Nachrichten
Leistungsschmutzrecht

Zum Leis­tungss­chutzrecht sei von mein­er Seite auf­grund der schi­er all­ge­gen­wär­ti­gen, über­wiegend durch­dacht­en und lesenswerten Texte ander­er Insin­ter­netschreiber zwecks Redun­danzver­mei­dung nur noch so viel gesagt:

Wenn die Ver­lage — die in der Ver­w­er­tungs­kette des Jour­nal­is­mus am wenig­sten kreativ­en Entitäten — der Mei­n­ung sind, wir, die wir gele­gentlich den Fehler machen, ihrem geisti­gen Eigen­tum Aufmerk­samkeit zu schenken und gar wer­bend aus ihm zu zitieren, seien Enteign­er ihres rel­e­van­ten Schaf­fens und soll­ten dafür ordentlich zur Rechen­schaft gezo­gen wer­den, ist es nur kon­se­quent, wenn wir sämtliche verbleiben­den Tageszeitun­gen zum näch­st­möglichen Zeit­punkt kündigten und unsere Infor­ma­tio­nen auss­chließlich aus freien, das Leis­tungss­chutzrecht ablehnen­den Quellen bezö­gen.

Wir wollen es den Ver­la­gen ja nicht zumuten, mit Ver­brech­ern Geschäfte zu machen, nicht wahr?

KaufbefehleMusikkritik
iamthemorning — ~

iamthemorning - ~Aus den Län­dern des Ost­blocks dringt zu meinem Ohr nur sel­ten gute Musik herüber. Die Ukraine kann gele­gentlich mit hörenswertem Pop aufwarten (Qarpa), ín Polen ver­steift man sich auf Neo-Prog-Met­al (SBB, River­side). Und Rus­s­land? 417.3 (das waren die hier), Zone Six, Povaro­vo und haufen­weise klis­chee­hafte Volk­slieder und ‑tänze. Und es gibt Bären in Rus­s­land, heißt es.

Dort gibt es außer­dem, wie mir ein Blick in meinen Nachrich­t­entick­er ver­rät, iamthe­morn­ing. iamthe­morn­ing ist ein Oktett in der beein­druck­enden Kon­stel­la­tion Schlagzeug, Gitarre, Bass, Gesang, Vio­line, Vio­la, Cel­lo und Klavier. Beein­druck­end auch insofern, als die renom­mierte Web­site Progarchives.com, son­st eher auf Schräges und Bekan­ntes spezial­isiert, das iamthe­morn­ing-Debüt “~” auf Platz 2 der Top­musikalben 2012 auf­führt, noch vor den Flower Kings und meinen let­ztjähri­gen Favoriten Motorpsy­cho und Ståle Stor­løkken. Gespielt wird “Crossover Prog”, heißt es auf Progarchives.com. Nun, “Prog” — Pro­gres­sive Rock — ist das hier tat­säch­lich nur, wenn man das mit den Gen­res nicht so genau nimmt. Aber dann ist es auch eigentlich wurscht.

Also “~”. Es begin­nt mit Meeres­rauschen. Die “inter­mis­sion I” — es gibt ins­ge­samt sieben davon, die die übri­gen elf Stücke zu einem großen Ganzen zusam­men­kleben, ohne dass das aufge­set­zt und gewollt wirkt — ist ein gelun­gener Ein­stieg. Pink Floyd? Mar­jana Syomk­i­na, auss­chließlich als Gesangsper­son aufge­führt, lässt ihre klare Stimme san­ft ertö­nen, das Muster wieder­holt sich. (Wir ler­nen: Nicht alles, was sich wieder­holt, muss Postrock sein.) Meist schweben die Instru­mente dazu im Takt, gele­gentlich (etwa in “would this be”) wagen sie einen Aus­bruch. “mon­sters” wird dominiert von aggres­siv­en Klaviertö­nen, Frau Syomk­i­na erin­nert hier mitunter an die scheußlichen Sän­gerin­nen von Nightwish, Eis­blume und den anderen schlecht­en Mäd­chen-Emo-Müll­musik­grup­pen. Zum Glück sind laute Töne bei iamthe­morn­ing eher die Aus­nahme, meist herrscht die Zurück­hal­tung.

Diese Zurück­hal­tung ist es wahrschein­lich, die die Magie von “~” aus­macht. “~” ist Musik zum let­zten Tanz des Abends, zum Glas Wein vor dem Schlafenge­hen, zum Blick auf’s Meer bei Nacht. Die Band­camp-Seite der Band gibt zu ver­ste­hen: “don’t let your soul be still for a moment”. Lasst eure Seele nicht für einen Moment still sein. “~” ist ein ziem­lich bewe­gen­des Album. Wer kön­nte da zuwider­han­deln?

“~” ist zurzeit hier zu hören, herun­terzu­laden und zu kaufen. Es spricht nichts dage­gen, dass ihr dies zahlre­ich tut.

FotografiePersönliches
Beziehungs-weise

Denn eigentlich ist das Leben nicht mehr als das Streben nach Per­fek­tion, nach der größt­möglichen Attrak­tiv­ität, der Kreis­lauf aus aktivem und pas­siv­en Kon­sum, denn man ent­stand aus Kon­sum und wird eines Tages kon­sum­iert wer­den, und auch in der kurzen Zeit dazwis­chen ist man selb­st die Ware, die zwar aktiv han­delt, aber eigentlich doch nur nach dem Zweit­en strebt, der han­deln lässt. Aktiv­ität ist auch nur ein Aus­druck von Anbiederung.

Und so ein Super­markt ist eigentlich das ide­ale Biotop für die, die wan­deln, denn man braucht nicht nur Lebens­mit­tel, man ist es selb­st, und wäre eben gern der Lebens­mit­tel-Punkt für einen anderen Ego­is­t­en. Punkt.

Hier aufreißen

Machen wir uns nichts vor: Am Ende wer­den wir doch nur von einem, der das mit der Reife blöder­weise ver­standen hat und wegen sein­er Reife schon selb­st nicht mehr bemerkt, über den Tisch gezo­gen. Der es dann immer­hin passend hat, Moment bitte, junger Mann, und man set­zt die Vertrock­nung im Duett fort. Dem Kon­sum kommt’s zugute.

Früher war vor allem mehr Später.

NetzfundstückeNerdkrams
Google, der sorgende Monopolist. Der will nur spielen.

Erin­nert sich noch jemand an die diversen Monopolk­la­gen gegen Microsoft? Microsoft sei, so hieß es noch vor weni­gen Jahren, ein fieser Monop­o­list, weil es mit der Kom­bi­na­tion aus Win­dows und Office eine Markt beherrschende Stel­lung ein­nimmt und oben­drein die Dreistigkeit besitzt, seinem Betrieb­ssys­tem einen Medi­en­spiel­er und einen Brows­er beizufü­gen, und müsse daher zer­schla­gen wer­den. Min­destens.

Ein Jahrzehnt später spricht von Microsoft kaum noch jemand, das Haup­tau­gen­merk liegt auf den Kon­tra­hen­ten Apple und Google. Google ist, das lässt uns Mar­tin Weigert heute in einem anson­sten eigentlich lesenswerten Text wis­sen, schlicht zu gut für diese Welt:

Selb­st­fahrende Autos, die rev­o­lu­tionäre Cyber­brille Google Glass, eigene Ladengeschäfte, Tablets und Smart­phones unter eigen­er Marke, (…) ein geplanter Musik­stream­ingser­vice à la Spo­ti­fy, Google Maps und natür­lich die Web­suche sowie das Wer­bev­er­mark­tungs­geschäft gehören zu den zahlre­ichen Eckpfeil­ern des Unternehmens – und in dieser Aufzäh­lung fehlen sog­ar noch einige Tätigkeits­felder. In allen Seg­menten ist der Konz­ern aus Moun­tain View einziger ern­stzunehmender Anbi­eter, Mark­t­führer oder zumin­d­est eine der treiben­den Kräfte.

Nicht schlecht, Google ist sog­ar “einziger ern­stzunehmender Anbi­eter” oder gar “Mark­t­führer” in einem Bere­ich, in dem es außer Pla­nung (Musik­stream­ing) noch nicht viel vorzuweisen hat und in dem es bere­its zahlre­iche etablierte Anbi­eter gibt. Chuck “Google” Nor­ris: Mark­t­führer in einem Markt, den es noch nicht mal betreten hat. Logisch.

Google ist kein Monopol. Wer will, kann mit Bing oder Duck­Duck­Go suchen statt mit Google, über Out­look oder Yahoo E‑Mails ver­schick­en statt über Gmail, Videos bei Dai­ly­mo­tion hochladen statt bei YouTube und so weit­er.

Ein Monopol ist kein Monopol, wenn es Alter­na­tiv­en gibt — gut, dass das damit abschließend gek­lärt ist. Kon­se­quent hat­te die SED in der DDR auch kein Monopol, es gab ja andere Parteien. Die wur­den nur nicht gefragt. Nur für Microsoft kommt diese Infor­ma­tion zu spät. Ärg­er­lich, dass Mar­tin Weigert damals nicht protestiert zu haben scheint.

Aber das war ja auch nur Microsoft und nicht Google. Google ist gut.

Das Beson­dere an der Entwick­lung ist, dass Google diese Rolle (als omnipräsen­ter Bestandteil des täglichen Lebens, A.d.V.) bis dato fast aus­nahm­s­los durch von den smartesten Men­schen auf diesem Plan­eten geschaf­fene, hochgr­a­dig qual­i­ta­tive, leis­tungs­fähige und für Mil­lio­nen Men­schen sehr attrak­tive Pro­duk­te erre­icht hat, nicht durch das (Aus)-Nutzen monop­o­lis­tis­ch­er Struk­turen.

Ja, Google weiß, was Haus­frauen wün­schen. Mir scheint, Mar­tin Weigert mag Google sehr — immer­hin erwäh­nt er solch­es an mehreren Stellen im Text. Dass er dann gegen Ende des Textes doch noch kurz die Gefahren eines all­ge­gen­wär­ti­gen, zen­tralen Konz­erns, in dessen Hand jed­er Men­sch auf ein­fach­ste Weise alle Dat­en über sein Leben leg­en kann, anspricht, scheint ihm beina­he in der Seele weh zu tun.

Der Unter­schied zwis­chen einem Monopol und ein­er Markt beherrschen­den Stel­lung ist es nach meinem Sprachempfind­en, dass ein Monop­o­list es Konkur­renten schw­er macht, mit den eige­nen Pro­duk­ten (etwa Betrieb­ssys­te­men) zu konkur­ri­eren. Dazu passt diese Mel­dung:

Bish­er hat­ten Chrome­books nur bed­ingt Unter­stützung für eine INstal­la­tion (sic!) alter­na­tiv­er Betrieb­ssys­teme. Ein Haupt­grund dafür ist die Firmware der Geräte. Matthew Gar­ret hat­te bere­its erwäh­nt, dass Google bei den Chrome­books sehr restrik­tiv ist.

“Na gut”, denkt sich Mar­tin Weigert jet­zt möglicher­weise, “vielle­icht ist Google ja doch ein Monop­o­list. Aber ein guter!” — Feines Google bekommt sich­er immer feines Fres­si zu Hause bei Weigerts.

(Ja, das war jet­zt etwas polemisch.)

SonstigesPiratenpartei
Für mehr Respektanz!

Die Suche, nein, S(ehns)ucht nach Anerken­nung liegt in der Natur viel­er denk­ender (zumeist Rudel-)Tiere, und auch der Men­sch ist davon nicht ausgenom­men. Eine der meistver­bre­it­eten Aus­drucks­for­men dieser Anerken­nung ist der Respekt. Der Duden, bekan­ntlich sprach­ab­bilden­des Werk, ken­nt zurzeit drei weite Bedeu­tun­gen des Wortes “Respekt”, von denen uns Nicht-Schrift­set­zer nur zwei inter­essieren müssten:

  1. auf Anerken­nung, Bewun­derung beruhende Achtung
  2. vor jeman­dem auf­grund sein­er höheren, über­ge­ord­neten Stel­lung emp­fun­dene Scheu, die sich in dem Bemühen äußert, kein Miss­fall­en zu erre­gen

Wie ich nun darauf komme? Offen­bar wer­den auf der gegen­wär­tig noch andauern­den Bun­destagsauf­stel­lungsver­samm­lung des Piraten­lan­desver­ban­des Berlin außer Ja- und Nein-Stim­mzetteln auch so genan­nte “Respek­tkarten” verteilt, die offen­bar keinen Wahlzweck­en dienen, son­dern nur darum bit­ten, die Men­schen­würde zu acht­en oder so.

Dumm nur: Das ist kein Respekt.

Die meis­ten Men­schen, die von “Respekt” sprechen, meinen damit “Furcht vor Kon­se­quen­zen”. Wer seine Vorge­set­zten respek­tiert, der will damit meist zum Aus­druck brin­gen, dass er ihren Anweisun­gen Folge leis­tet — nicht aus Bewun­derung, son­dern, weil er son­st sehr schnell keine Vorge­set­zten mehr haben wird. Natür­lich kenne ich Aus­nah­men, also Vorge­set­zte, die tat­säch­lich Respek­ta­bles geleis­tet haben. Respekt auf­grund von Autorität ist aber keine Achtung, son­dern Scheu.

“Respekt muss man sich ver­di­enen”, so lautet eine Weisheit. Man kann nicht zur Respek­tsper­son gewählt oder befördert wer­den, dadurch wird man allen­falls zur Ehrfurchtsper­son. Die Silbe “-furchts-” ist hier übri­gens sehr wichtig, denn sie hebt den Unter­schied zwis­chen den bei­den Begrif­f­en her­vor. Es ist gefährlich und dumm, Ein­schüchterung, Respekt (also “auf Anerken­nung, Bewun­derung beruhende Achtung”) vor Men­schen und “Respekt” vor Eigen­schaften von Men­schen (etwa der Men­schen­würde) miteinan­der in einen Topf zu wer­fen.

Es ste­ht für mich außer Frage, dass es wichtig ist, jedem Men­schen seine Menschen‑, jedem Bürg­er seine Bürg­er­rechte zuzugeste­hen, ob Ver­samm­lungs­frei­heit, Gerechtigkeit bei der Suche eines Arbeit­splatzes oder das Recht darauf, nicht ver­prügelt zu wer­den, nur weil man die falsche Haut­farbe, Weltan­schau­ung oder Parteizuge­hörigkeit besitzt.

Bei den erwäh­n­ten “Respek­tkarten” geht es darum, “ein Zeichen für Tol­er­anz” zu set­zen. Nun, “Tol­er­anz” ist auch so ein Wort: Was man toleriert, muss man noch lange nicht akzep­tieren. Wom­öglich ist es empfehlenswert, das Wort “Tol­er­anz” aus dem aktiv­en Wortschatz zu stre­ichen, in fast jedem Fall — von der Math­e­matik abge­se­hen — ist einzig “Akzep­tanz” der passende Begriff. Respekt gle­ich Tol­er­anz gle­ich Akzep­tanz, bedeutet ja doch alles das­selbe? Keineswegs!

Jedes Mit­glied ein­er mod­er­nen, aufgek­lärten Gesellschaft sollte die Gle­ich­heit der Men­schen (seien’s nun Män­nchen, Weibchen, Trans­sex­uellchen, Men­schen unter­schiedlich­er Eth­nien, Ange­hörige unter­schiedlich­er Reli­gio­nen, Vertreter unter­schiedlich­er Weltan­schau­un­gen und sex­ueller Aus­rich­tun­gen, Linke, Rechte, ich) ver­ste­hen und akzep­tieren und seinen Teil dazu beitra­gen, dass sie durchge­set­zt wird und bleibt. Man sollte aber zwar jeden dieser Men­schen gle­icher­maßen acht­en, jedoch sollte man mit der Ver­gabe des eige­nen Respek­ts nur sparsam haushal­ten. Respekt für eine Per­son ist immer auch eine men­tale Unter­wür­figkeit, und Unter­wür­figkeit sollte niemals von höher­er Stelle erzwun­gen wer­den.

Men­schen sind Ego­is­t­en, das sollte nicht vergessen wer­den.

Jeman­den dafür zu “respek­tieren”, dass er zu ein­er gesellschaftlichen Min­der­heit (Frauen in Führungspo­si­tio­nen, Migranten, F.D.P.-Mitglieder) gehört, ist Käse. Es ist indes gut und richtig, ihn gegebe­nen­falls dafür zu respek­tieren, dass er trotz gesellschaftlich­er Diskri­m­inierung (in jeden­falls zwei der genan­nten drei Fälle) eine starke Per­sön­lichkeit bewahrt und vielle­icht sog­ar Kar­riere macht. Diesen Unter­schied gilt es zu ver­ste­hen. Wenn dies geschafft ist, ste­ht dem Respekt nichts mehr im Wege. (Cineas­t­en empfehle ich an dieser Stelle den Film “Der Pate”.)

“Respek­tiert meine Autoritä!”
– Eric Cart­man, “South Park”

Nerdkrams
DashClock: Auf dass der Sperrbildschirm von Android endlich einen Sinn ergeben möge!

Eine der etwas selt­sameren Funk­tio­nen von Android ist die Anzeige des so genan­nten “Sper­rbild­schirms” (oder lockscreens — scheußlich­es Wort). Legt man es kurz zur Seite und wartet, bis der Bild­schirm aus­ge­ht, wird das Gerät in der Regel “ges­per­rt”. Das bedeutet im Stan­dard­fall: Man sieht einen lang­weili­gen Bild­schirm mit ’ner Uhr und unten so einem Schiebe­d­ing, das man nur nach rechts schieben muss, um sein Smart­phone wieder benutzen zu kön­nen. Keine rel­e­van­ten Infor­ma­tio­nen (außer “wie spät ist es denn?!”), obwohl auf dem Bild­schirm viel Platz dafür wäre. (Der Sicher­heit dient’s eh nicht: PIN-Eingabe ist option­al.)

Android-Sperrbildschirm

Abhil­fe schafft das Wid­get “Dash­Clock”. Dash­Clock ist eine quellof­fene Android-app, die sich als alter­na­tiv­er Sper­rbild­schirm ver­wen­den lässt und die man als Erweiterungsen­twick­ler um aller­lei Spiel­ereien erweit­ern kann. Unter Android 4.2 (AOSP-Ver­sion, unter her­steller­seit­ig angepassten Android-Ver­sio­nen kön­nte sich das Vorge­hen ein wenig unter­schei­den) geht das fol­gen­der­maßen:

Zunächst muss man nach erfol­gter Instal­la­tion von Dash­Clock (etwa aus dem Play Store her­aus) den Sper­rbild­schirm aufrufen (also den Bild­schirm aus- und wieder ein­schal­ten) und ihn ganz nach links wis­chen (also den Bild­schirm “nach rechts ver­schieben”), bis die Seite, die nur ein “Plus”-Zeichen enthält, erscheint. Dies ist der Bear­beitungsmodus. Dieses Plusze­ichen ist zu berühren.

Android-Sperrbildschirm mit Pluszeichen

Eine alpha­betisch sortierte Liste an ver­füg­baren “Wid­gets” sollte erscheinen, “Dash­Clock” unter ihnen. Nach der Auswahl von Dash­Clock wird es möglich sein, die anzuzeigen­den Ele­mente auszuwählen und durch Ziehen an eine geeignete Stelle zu ver­schieben. Unten befind­et sich ein Feld mit der Beschrif­tung “Erweiterun­gen hinzufü­gen”, über das etwaige instal­lierte Erweiterun­gen (dazu unten mehr) zur Ver­fü­gung ste­hen.

DashClock-Einstellungen

Sind alle gewün­scht­en Infor­ma­tio­nen vorhan­den, kann das Ein­stel­lungs­menü per Druck auf das “Häkchen” oben links geschlossen wer­den. Noch immer im Bear­beitungsmodus kann man nun nochmals über­prüfen, ob man nichts vergessen hat (natür­lich lässt sich alles auch später noch anpassen):

DashClock-Vorschau

Nun muss der neue Dash­Clock-Bild­schirm nur noch nach rechts ver­schoben (gedrückt hal­ten und ziehen) wer­den, um an die Stelle des bish­eri­gen Sper­rbild­schirms zu treten, und die Ein­rich­tung ist erfol­gre­ich abgeschlossen:

Android-Sperrbildschirm mit DashClock

In meinem Beispiel habe ich außer den mit­geliefer­ten Anwen­dun­gen “Wet­ter” (zu Demon­stra­tionszweck­en) und “Datum/Uhrzeit” auch den Twit­ter-Client Fal­con Pro einge­bun­den, der seit eini­gen Tagen stan­dard­mäßig eine eigene Dash­Clock-Erweiterung mit­bringt. Etliche weit­ere dieser Erweiterun­gen, sog­ar für unge­le­sene Face­book- und What­sApp-Nachricht­en, den Bat­terielade­stand und viele andere Anzeigemöglichkeit­en, lassen sich per Play Store instal­lieren, sie lassen sich dann über den Einstellungs-“Knopf” oben rechts im Sper­rbild­schirm (hier­für wie oben beschrieben wieder in den Bear­beitungsmodus wech­seln) hinzufü­gen.

Zu beacht­en ist jedoch, dass jede Erweiterung wiederum ein wenig Bat­terieka­paz­ität benötigt. Man sollte daher Aufwand und Nutzen in jedem Fall einzeln abwä­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Nie wieder “Nie wieder Krieg!”!

Apro­pos Afghanistan. Ein Rück­blick: Um das Jahr 1979 herum rot­teten sich die ihren let­zten großen Dro­gen­ab­sturz über­lebt haben­den Hip­pies aus der Frauen‑, Friedens- und Anti-Atom­kraft-Bewe­gung zu ein­er jun­gen, frischen Partei — zunächst son­sti­gen poli­tis­chen Vere­ini­gung — zusam­men, die mantraar­tig irgend­was von “Kein Strom aus Atom!” und “Nie wieder Krieg!” vor sich hin­murmelte. Die nach der deutschen Ein­heit erzielte Fusion mit dem ost­deutschen Bünd­nis 90, das zum Teil aus Mit­gliedern der Ini­tia­tive Frieden und Men­schen­rechte bestand, ver­schob die Pri­or­itäten offen­sichtlich nur ger­ingfügig. Dabei war diese Zweiein­halbthe­men­partei so stur, dass man es irgend­wann nicht mehr aushielt und sie 1998 gar an der Bun­desregierung teil­nehmen ließ, damit sie endlich aufhören möge zu quen­geln. Noch Jahre später vertei­digten Ortsver­bände der Grü­nen den Slo­gan “Nie wider Krieg, nie wider Faschis­mus”, und dass “nie wider” so ziem­lich das Gegen­teil von “nie wieder” ist, ist den Ver­fassern wahrschein­lich wohl bekan­nt.

Denn — ein Zeit­sprung in das Jahr 2013 — die heuti­gen Grü­nen sehen das mit dem Frieden etwas gelassen­er; bere­its im März 1999, nicht ein­mal ein Jahr nach der entschei­den­den Bun­destagswahl, fand man viele Abers für sein Niemals:

Selb­st in ihrem (…) “Magde­burg­er Pro­gramm” heißt es wörtlich: “Bünd­nis 90/Die Grü­nen tra­gen mil­itärische Friedenserzwingung und Kampfein­sätze nicht mit.” [Am 7. März 1999] faßte die 13. Ordentliche Bun­des­delegiertenkon­ferenz in Erfurt einen Beschluß, in dem es heißt: “Bünd­nis 90/Die Grü­nen wen­den sich grund­sät­zlich gegen eine Nato-Selb­st­man­datierung für Mil­itärein­sätze, damit das Gewalt­monopol der UNO nicht außer Kraft geset­zt wird.” In Zukun­ft — soweit es für die Grü­nen eine gibt — soll­ten die Delegierten das Ver­falls­da­tum der­ar­tiger Grund­satzentschei­dun­gen gle­ich mitbeschließen.

Als der Bun­destag nur wenige Stun­den nach dem Angriff auf Ser­bi­en darüber debat­tierte, stellte sich die Frak­tion der Grü­nen mit ein­er Aus­nahme geschlossen hin­ter die Regierung. Chris­t­ian Strö­bele, der als einziger grün­er Abge­ord­neter die Dinge beim Namen nan­nte und der Regierung in einem erregten Beitrag vor­warf, sie führe einen Angriff­skrieg, stieß in der eige­nen Frak­tion auf Unver­ständ­nis und scharfe Ablehnung.

Die ehe­ma­lige Friedenspartei find­et Kampfein­sätze unter bes­timmten Bedin­gun­gen also ziem­lich in Ord­nung, wenn sie nur nicht allzu lange dauern oder wenig­stens vom Gewalt­mo­nop­o­lis­ten UNO ange­ord­net wer­den. Dessen Befehls­ge­walt ist selb­stver­ständlich bindend.

Nun gibt es im Volk aber blöder­weise Leute, die bewaffnete Kon­flik­te (“Krieg” ist ja ein Aus­druck, den es zu ver­mei­den gilt), zumal im fer­nen Aus­land, eher weniger gut find­en und die beteiligten Friedenssicher­er (das sind die mit den gepanz­erten Hub­schraubern, wis­senschon, zum Brun­nen­bauen und so) nicht als Ret­ter eines bedro­ht­en Volkes, son­dern als Mörder beze­ich­nen. Das ist ja auch ziem­lich respek­t­los, Leute, die schw­er bewaffnet ein fremdes Land über­fall­en, mit beab­sichtigter Tötung von Men­schen in Verbindung zu brin­gen. (Juris­ten mögen mir verzei­hen, dass “Tötung” und “Mord” hier ein­mal gle­ichge­set­zt wer­den; das Ergeb­nis ist das­selbe — jew­eils eine Leiche liegt, bed­ingt durch men­schlichen Ein­fluss, tot in der Gegend herum.)

Wenn schon ein deutsch­er Bürg­er auf Geheiß der Koali­tion aus der SPD und den Grü­nen jahre­lang den USA beim Töten zuguckt (denn ein deutsch­er Sol­dat nutzt seine Waf­fen ja niemals nicht zum Töten), dann solle er nach sein­er eventuellen Rück­kehr wenig­stens all­ge­mein gewürdigt wer­den, wie man das eben so mit Leuten, die schw­er bewaffnet deutsche Inter­essen im Aus­land vertreten, machen sollte. Man kön­nte diese Rück­kehrer “Vet­er­a­nen” nen­nen. Aber “Vet­er­a­nen” hat so einen üblen Nachgeschmack, denn diesen Titel tra­gen bere­its die Teil­nehmer der größeren Kriege im 20. Jahrhun­dert, und in Afghanistan herumzuschießen ist viel ehren­voller als in Polen herumzuschießen. Also muss nun ein besseres Wort für einen Vet­er­a­nen gefun­den wer­den; bevorzugt eines, das die Gesellschaft dazu anhält, seine immensen Leis­tun­gen angemessen zu preisen.

Da es bish­er noch keinen Kon­sens zu geben scheint: Wie wäre es mit “Shoot­ing-Star”?

Gern geschehen.

PolitikIn den Nachrichten
Kurz verlinkt CXLVII: Beinahe radikal.

Das Wort “radikal” hat, sofern man aus­nahm­sweise den Duden als def­i­n­i­tions­fähige Instanz ver­ste­ht, im Deutschen mehrere Bedeu­tun­gen:

    1. von Grund aus erfol­gend, ganz und gar; voll­ständig, gründlich
    2. mit Rück­sicht­slosigkeit und Härte vorge­hend, durchge­führt o. Ä.
  1. eine extreme poli­tis­che, ide­ol­o­gis­che, weltan­schauliche Rich­tung vertre­tend [und gegen die beste­hende Ord­nung ankämpfend]
  2. (Math­e­matik) die Wurzel betr­e­f­fend

Wenn also die USA einen “radikalen Rück­zug” aus Afghanistan ankündi­gen, was, glaubt ihr, wird dann geschehen? Wer­den sich die in Afghanistan sta­tion­ierten Sol­dat­en mit Rück­sicht­slosigkeit und Härte auf den Heimweg machen, wer­den sie beim Rück­zug auch weit­er­hin gegen die beste­hende Ord­nung ankämpfen oder math­e­ma­tis­che Gle­ichun­gen lösen? Weit gefehlt, natür­lich ist lediglich ein “voll­ständi­ger, gründlich­er” …

Weniger als 10.000 Mann sollen nach Infor­ma­tio­nen von SPIEGEL ONLINE ab Ende 2014 am Hin­dukusch sta­tion­iert bleiben.

…, ich bitte den ange­fan­genen Satz aus dem Pro­tokoll zu stre­ichen.

(Ander­er­seits soll­ten wir alle froh sein, dass die USA das mit dem Radikalis­mus nicht so genau nehmen.)

PolitikIn den Nachrichten
Sigmar Gabriel hat keine Wahl.

Und dann war da noch SPD-Men­sch Sig­mar Gabriel, der nach der bis­lang let­zten Land­tagswahl in seinem Heimat­land Nieder­sach­sen total ges­pan­nt darauf wartete, wen seine Partei — die als Wahlsieger tra­di­tionell den neuen Min­is­ter­präsi­den­ten des Lan­des stellt — wohl wählen würde: Stephan “inner­parteiliche Demokratie” Weil oder eben nicht.

Ich nahm an dieser Wahl nicht teil, ich nehme jedoch an, die zur Wahl ste­hen­den Optio­nen lassen sich mit “Stephan Weil” und “Ist mir egal” gut zusam­men­fassen.

Und siehe, weißer Rauch stieg auf. Herr Gabriel ver­meldete über­schwänglich per Twit­ter:

Her­zlichen Glück­wun­sch an den neuen nieder­säch­sis­chen Min­is­ter­präsi­den­ten der SPD, Stephan Weil, zu sein­er Wahl! Im ersten Wahl­gang gewählt!

Er wirk­te ern­sthaft über­rascht.

Nerdkrams
WhatsApp, hike und warum es mich nicht interessiert.

What­sApp gehört zu den Dien­sten, deren Pop­u­lar­ität mich irri­tiert.

Das Prinzip hin­ter What­sApp ist es, dass Leute, die ihre gegen­seit­ige Mobil­tele­fon­num­mer ken­nen, sich anstelle ein­er SMS-Fla­trate auch über das Inter­net schriftlich unter­hal­ten kön­nen. Natür­lich kön­nte man, wenn man schon ohne tech­nis­che Zeitbeschränkung mobil (meist per Smart­phone) im Inter­net sein Dasein fris­ten kann, stattdessen auch AIM, ICQ, Yahoo! IM, (noch) den MSN Mes­sen­ger, Jab­ber, Gadu-Gadu oder einen der anderen ungezählten instant mes­sen­ger nutzen, aber das ist ver­mut­lich nicht en vogue genug.

So muss man statt der ICQ‑, Jab­ber- oder son­sti­gen Ken­nung eben nur noch die Tele­fon­num­mer des zu Ner­ven­den ken­nen und ein­ma­lig irgend­wo ein­tra­gen. Das hält die Anzahl der irgend­wo zu notieren­den Zahlen zwar schön klein, hat aber den Nachteil, dass die eigene Tele­fon­num­mer qua­si zum All­ge­meingut wird; zumal What­sApp immer wieder mit Sicher­heit­slück­en, über die sich ein Benutzerkon­to (und somit eine eigentlich ein­deutige Iden­tität) ein­fach übernehmen lässt, von sich reden macht. (Man füt­tere die Such­mas­chine des Ver­trauens mit den Such­be­grif­f­en “What­sApp” und “unsich­er”.)

Dazu kommt, dass es bei What­sApp mit ein­er Inter­net­fla­trate allein nicht getan ist. Die app kostet ein­ma­lig oder — wenn man, wie wohl jed­er halb­wegs vernün­ftige Zeitgenosse, kein iPhone besitzt — jährlich eine geringe Gebühr.

Was ist also zu tun? Nun, entwed­er mietet man eine SMS-Fla­trate und löst das Prob­lem so ele­gant, was aber voraus­set­zt, dass die möglichen Kon­tak­t­per­so­n­en ähn­lich ver­fahren, oder man steigt auf Jab­ber um, das neben­bei Schnittstellen zu ICQ, AIM, Google Talk, dem Face­book-Mes­sen­ger, Stu­di­VZ und eini­gen weit­eren Dien­sten bere­it­stellt und neben­bei auch auf dem heimis­chen PC/Laptop funk­tion­iert.

Oder man guckt sich mal hike an.

hike (über die üblichen Quellen zu instal­lieren) ist eine neue, recht hüb­sche und vor allem jahres­ge­bühren­freie Alter­na­tive zu What­sApp, funk­tion­iert genau so und ist bish­er noch nicht durch schlechte Presse aufge­fall­en.

hike

Woran es noch fehlt? Vor allem an der Bekan­ntheit. Der Nutzen von hike ste­ht und fällt — wie’s bei “sozialen Net­zw­erken” eben­falls zutrifft — mit der Anzahl sein­er Nutzer. Die kön­nt ihr übri­gens selb­st ziem­lich ein­fach ändern.

Wie aber ist das Dilem­ma zu lösen, dass jed­er “Kon­takt” einen anderen Dienst bevorzugt — ein­er Face­book, ein ander­er What­sApp, wiederum ein ander­er SMS und/oder hike, von Joyn mal ganz zu schweigen? Wahrschein­lich nur, indem man selb­st an jed­er dieser Kom­mu­nika­tions­for­men teil­nimmt.

Alter­na­tiv kön­nte man auch ein­fach auf Jab­ber set­zen. Darüber kann man zwar — nor­maler­weise — wed­er SMS-Nachricht­en ver­schick­en noch mit What­sApp-Benutzern in Kon­takt treten, aber es umge­ht das Prob­lem ziem­lich ele­gant, indem man es gar nicht erst zu einem Prob­lem macht. Um die Jahrtausendwende herum musste man bei MySpace sein, wenig später bei Stu­di­VZ, dann bei Face­book, nun bei What­sApp. Die Karawane zieht weit­er, der Sul­tan set­zt sich in seine schat­tige Oase (Jab­ber) und weint ihr keine Träne nach.