Montag? Schon wieder.
Es ist ein Kreuz. Aber mit Musik und dem Willen, etwas daraus zu machen, geht es leichter.
Whatever you want,
the choice is yours,
so choose!
Es könnte so leicht sein.
Guten Morgen!
Montag? Schon wieder.
Es ist ein Kreuz. Aber mit Musik und dem Willen, etwas daraus zu machen, geht es leichter.
Whatever you want,
the choice is yours,
so choose!
Es könnte so leicht sein.
Guten Morgen!
Aktuell brennt es in einer Lagerhalle einer Fabrik in Ludwigshafen. (Auf Facebook gefällt das bereits fast zweihundert Menschen; ich nehme an, es handelt sich überwiegend um Mannheimer – Mannheim und Ludwigshafen verbindet seit der Gründung der BASF eine innige Feindschaft ähnlich der von Köln und Düsseldorf.)
Benachbarte Wohnhäuser wurden evakuiert. Anwohner sollen Türen und Fenster geschlossen halten sowie Klima-Anlagen ausschalten. Die Feuerwehren von Ludwigshafen und Mannheim sind im Einsatz.
Das heißt, der Rauch wird als nicht sonderlich gesundheitsfreundlich bekannt gemacht.
Aber im schönen Ludwigshafen passiert eben nie etwas Aufregendes, und so schert man sich dann auch nicht um das bisschen Gift:
Charles Darwin wäre bestürzt.
(mit Dank an S.!)
„Sag, warum bist du verschlossen, wenn du weißt, was du vermisst?“
– EAV: Es tut weh und es tut gut (Bäng, Bäng)
… Er hatte nie an Wunder geglaubt, seit er sich zurückerinnern konnte.
Warum gerade jetzt? Immerhin hatte er sich schon oft genug den Kopf gestoßen beim Versuch, ihre Gunst zu gewinnen, und jedes Mal wartete er, bis die Wunde verheilt war, und nahm erneut Anlauf. Immer wieder jedoch hatte er selbst das Tor in ihr Herz verschlossen und konnte es doch nicht verhindern, dass Widersacher den Moment nutzten. Ihm blieb nichts übrig als tatenlos zuzusehen, wie andere das bekamen, was er sich am meisten wünschte.
Und doch kamen sie immer wieder zusammen, und das Spiel begann von neuem. Wie Katzen schlichen sie umeinander, stets wissend, dass die Krallen nur versteckt sind; und er brachte sie oft dazu, ihre Krallen an ihm zu wetzen. Und doch konnte und wollte er das niemals aufgeben. Er hatte niemals für jemanden so viel empfunden, und obwohl er jedes Mal versuchte, seine Wunden von anderen Katzen lecken zu lassen, blieb sie die Konstante, der Ruhepol in seinem Leben.
Warum ausgerechnet sie ihm so viel bedeute, wollte sie nicht nur einmal wissen. Er wusste es nicht. War es möglich, Gefühle zu erklären? – Er hatte in seinem ganzen bisherigen Leben erst zweimal jemandem seine Liebe gestanden. Eine dieser Jemande war längst fort, sie jedoch war auch Jahre später noch da. Sie hatte ihn verzaubert, seit er sie zum ersten Mal gesehen hatte. Zwar hatte er sich lange geweigert, es sich einzugestehen, aber letztlich schien doch, gemessen an ihr, jede andere Frau in seinem Leben wie ein jämmerlicher und von Anfang an zum Scheitern verurteilter Versuch, sie zu ersetzen. Das war ihm nie gelungen.
Sie hatte ihm gewährt, worum er seit Jahren gefleht hatte. Das Tor stand offen, vielleicht zum letzten Mal. Diesmal schlug er es nicht zu, er schritt hindurch; und wenngleich er sich jahrelang immer wieder in Gedanken ausgemalt hatte, dass ihm schon das Bewusstsein, dass er wahrhaftig bei ihr sein konnte, den Atem nehmen würde, durchlebte er die folgenden Tage wie durch Nebel. Trotzdem warf alles, was geschehen war, mehr Fragen auf als es beantwortete. Wie in Trance hörte er sich selbst „ich liebe dich“ sagen, als sie Abschied voneinander nahmen. Sollte es nochmals Jahre dauern?
Mühsam richtete er sich auf, tastete neben sich und spürte, dass er allein in seinem eigenen Bett aufgewacht war. Der Traum, der seit Jahren wie ein Echo immer wieder in seinem Kopf widerhallte, war vorüber. Oder fing er gerade erst an? Er wusste noch nicht, wohin dieser Weg führen würde, aber er war sich sicher, er würde ihn niemals wieder verlassen. …
„Liebe, Liebe, Liebelei; morgen ist sie vielleicht vorbei.“
– Tony Holiday: Tanze Samba mit mir
Seit Monaten drohen europäische Datenschützer mit Sanktionen – doch bisher hat Google nichts an der Sammlung seiner Nutzerdaten verändert. Nun gibt es erneut eine Frist, das Super-Profil an europäisches Recht anzupassen.
„Und wenn’s wieder nicht klappt, dann eben mit der nächsten.“
– Hausmarke: Mädchen No. 1
Ist ja klasse, „Nachtwächter“, dass du ein wachsames Auge auf die Internetfähigkeit der deutschen Politiker wirfst:
Helfer, die von der Adresszeile in den Twitterclient kopieren…
Nur:
„Platsch!“
Da traut sich der Sommer doch noch raus. Und das keinen Tag zu früh!
Also beginnen wir die Woche mal fröhlicher als üblich.
Guten Morgen!
Die öffentliche Meinung neigt nicht zur Besonnenheit. Als bekannt wurde, dass in Istanbul – die Hintergründe setze ich einfach mal als bekannt voraus – Demonstranten nicht mehr nur abgewehrt, sondern aktiv angegriffen wurden, formierten sich im Internet sofort virtuelle Sprechchöre: Die Türkei darf nicht in die EU rein, weil man so was nämlich als EU-Land nicht macht, also auf Demonstranten schießen und dergleichen. Na gut, in Stuttgart ist das vielleicht erlaubt, aber doch nicht in der EU! (Ich nehme an, ihr merkt selbst, wo das Problem liegt.)
Szenenwechsel. Vor fünf Jahren gab Claudia Roth in einem Interview bekannt: „Türkei ist für mich zweite Heimat. Ich mache seit zwanzig Jahren Türkeipolitik (…).“ Und so ist es auch nur wenig erstaunlich, dass sich die Grüne auch in eher unruhigen Zeiten in der Türkei aufhält („[i]hr Gesicht ist Roth rot und geschwollen“ – im Bundestag kommentiert das auch niemand) und hinterher lamentiert:
„Das fühlt sich an, als würde man vergiftet“, berichtet Roth. „In einem großen Festsaal in dem Hotel war eine Art Lazarett, da waren viele Ärzte und viele Verletzte.“ Es sei klar gewesen, dass es sich um eine Ambulanz handele. Dennoch habe die Polizei weiter Tränengas versprüht. „In einer Kriegssituation wäre das ein Kriegsverbrechen“, sagte Roth N24.
Ach, in der Türkei herrscht kein Krieg. Stimmt ja! Die Bundeszentrale für politische Bildung definiert Krieg so:
Krieg bezeichnet einen organisierten, mit Waffen gewaltsam ausgetragenen Konflikt zwischen Staaten bzw. zwischen sozialen Gruppen der Bevölkerung eines Staates (…).
Stimmt; ist kein Krieg, die Demonstranten haben ja keine Waffen.
Und jetzt stellt euch vor, Claudia Roth wäre Bundesministerin. Beängstigend, nicht?
Man sollte meinen, in Griechenland (das war das Land mit den Finanzproblemen aus den Nachrichten, habt ihr vielleicht mitbekommen) gäbe es ernsthafte Probleme und Aufstände. Und tatsächlich schwelt dort der Zorn der Wutbürger und eskaliert gelegentlich:
Die Wut war groß, jetzt gibt Griechenlands Regierungschef Samaras ein bisschen nach. Der geschlossene Staatssender ERT soll zumindest wieder Nachrichtenprogramme senden.
Der Staat ist pleite, die Jugendarbeitslosigkeit erreicht unangenehme Werte; aber Hauptsache, die Glotze läuft. So muss das sein.
Und das eigentlich Erschreckende ist: Auch in Deutschland würde es nicht komplett anders verlaufen. Gebt dem Pöbel billige Unterhaltung und er wird schweigen. Die Welt ist reif, sie will gepflückt werden.
Ihr habt euch diese Woche noch nicht für das Tun anderer Leute geschämt? Dann wird es Zeit.
Ein heißer Anwärter auf den Fremdschämgrund der Woche ist dieses possierliche Ampelmännchen, das mir heute in einem großen Elektronikfachmarkt auffiel:
Der Text unten auf der Verpackung lautet „Inklusive Ampelmann Song! Inklusive Ampelmann Video!“ – beides selbstverständlich ohne Bindestrich.
Ampelmann-Lied und ‑Video. Natürlich. ![]()
Vielleicht hätte man es ja wissen können. Schon 2011 erkannten auch eher langsame Medien wie SPIEGEL ONLINE, dass Richard Stallman Recht hat, wenn er schreibt, dass die cloud vor allem Enteignung bedeutet.
Wer seine Daten, wie öffentlich und belanglos sie auch sein mögen, auf einen fremden Server hochlädt, der gibt damit die Herrschaft über diese Daten ab. Wie kann ein Nutzer der cloud prüfen, was der Serverbetreiber mit den Daten anstellt? Aber es ist doch so praktisch, sein digitales Leben auf Google und Facebook – nicht nur bei fremden Anbietern, sondern auch in einem fremden Land – zu verteilen, man hat ja nichts zu verbergen.
Und trotzdem muss erst PRISM, ein Überwachungsszenario, das von Geheimdiensten schon seit Jahren – von der Öffentlichkeit nicht weiter zur Kenntnis genommen und für Hirngespinste von Aluhüten, also Datenschützern, gehalten – auch im Inland praktiziert wird, daherkommen, bis deutsche Blogger aus allen Wolken (eben aus der cloud) fallen:
Lange war sich die Netzwirtschaft einig: Daten und Rechenprozesse sind in der Cloud am besten aufgehoben. Doch im Lichte der US-Internetüberwachung erscheint das Konzept plötzlich wie eine ziemlich dumme Idee.
Was die Wirtschaft sagt, wird schon stimmen. Natürlich kann man es auch überleben, wenn man russisches Roulette spielt. Dass erst jemand auf die eine Kugel im Lauf hinweisen muss, bevor die Mitspieler merken, dass da irgendetwas gefährlich sein könnte, ist allerdings ein bisschen bedenklich. Wie unfassbar naiv seid ihr eigentlich, ihr Martin Weigerts und ihr Netzwirtschaftler dieses Landes, dass ihr glaubt, der lächelnde Mann im Anzug mit dem Geldkoffer, dem ihr zufällig an der Bushaltestelle begegnet, sei vertrauenswürdig genug, dass ihr ihm eure Passwörter und euer Leben anvertrauen könnt, falls ihr beides mal verloren haben solltet?
Ihr werdet euch noch wünschen, wir wären paranoid gewesen.
Supi-Fragestellung übrigens, „Deutschlandstiftung Integration“, die ihr da habt, wenn sich jemand bei euch für euer Stipendienprogramm „Geh‘ deinen Weg“ bewerben möchte:
Erzählen Sie uns bitte kurz (150 Wörter), warum Sie einen Migrationshintergrund haben.
„Na ja, ich wurde im Ausland geboren und meine Familie auch“ scheint als Anforderung nicht zu genügen. Vielleicht wird eine Antwort wie diese, diese, diese oder diese erwartet.
Ich habe einen Migrationshintergrund, weil ich mir das so ausgesucht habe. Er macht mich exotisch und somit interessant für Arbeitgeber.
![]()
(via @KatiKuersch)
Die Theaterschauspieler in der niedersächsischen Quasimetropole Wolfenbüttel haben ihren Wilhelm Tell genau studiert: Selbstverständlich versucht die Titelfigur in der Schlüsselszene seinem Sohn einen Apfel in den Kopf zu schießen.
Klassische Schulbildung braucht eben auch niemand mehr.
Natürlich könnte das Leben auch einfach mal so funktionieren, wie man sich das vorgestellt hat. Ein Haus mit Garten und Frau und einskommanochwas Kindern wäre vielleicht zu viel des Guten, so weit wollen wir ja dann auch nicht gehen, aber dieses große Stoppschild da gefällt schon ästhetisch nicht.
Das Wort „Weltschmerz“ ist ein deutscher Exportschlager, und es nähme mich nicht Wunder, würde man uns darum auch noch beneiden. Ziegenmist.
Old Charlie stole the handle,
and the train, it won’t stop going,
no way to slow down
Morgen.
Offensichtlich genügt es der F.D.P. nicht mehr, im Kampf gegen Steuererhöhungen auf bloße Worte zu setzen. Jetzt müssen Taten her:
In wenigen Tagen läuft in den Kinos der deutschen Landeshauptstädte ein Spot der FDP-Fraktion an. Die Liberalen wollen darin ihre politischen Errungenschaften loben. Das Geld für den Spot stammt nach Informationen des SPIEGEL aus öffentlichen Kassen.
Seht ihr, ohne Steuererhöhungen wird es so etwas bald nicht mehr geben!
Die meiste Jahrhundertflut aller Zeiten rollt durch das deutschsprachige Internet (ich berichtete). Und weil der Umstand, dass Großstädte seit Tagen meterhoch unter Wasser stehen, offenbar ohne irgendwelche ‑lative nicht gut genug verkauft wird, müssen eben Übertreibungen herhalten.
Insofern kann man Denise Peikert von der FAZ zu ihrem Jahrhunderttext nur beglückwunschen, bedarfsweise begleitet von sarkastischem Jahrhundertapplaus:
Als 2002 schon einmal eine Jahrhundertflut durch Dresden rollte, stieg Sebastian Kretschmar in seine Watthosen und zog los.
(Hervorhebung von mir.)
Möge das Gelächter noch jahrhundertelang nicht verklingen!