Allmählich lässt sich die Sonne blicken. Für seine Flüche, es möge endlich warm werden, wird sich alsbald noch so mancher Landsmann schämen.
Bis dahin: Kühle Musik aus der Schweiz.
Guten Morgen.
Allmählich lässt sich die Sonne blicken. Für seine Flüche, es möge endlich warm werden, wird sich alsbald noch so mancher Landsmann schämen.
Bis dahin: Kühle Musik aus der Schweiz.
Guten Morgen.
Zur zurzeit zu Ende gehenden, von Mitgliedsbeiträgen finanzierten “PiratinnenKon”, der, wie der einschlägigen Presse zu entnehmen ist, als workshop zur gemeinschaftlichen Erfassung der Gründe, warum Feminismus total viel wichtig und Maskulismus total viel schädlich für die politischen Ziele der — ausgerechnet — Piratenpartei ist (Irrsinn), angelegt war, ist alles Nötige auf Twitter zu lesen.
Die keynote, gehalten von einer linken Feministin, handelte davon, dass, um Diskriminierung zu bekämpfen, es sinnvoll sei, selbst zu diskriminieren. Einfach mal Männer beschimpfen und — Zitat — gucken, wie sich das anfühlt. Guter Anfang.
Zwar wurde, weil auch viele denkende, feminismuskritische Menschen anwesend waren, die Diskussionsphase — das sei lobend erwähnt — wertneutral vom Miteinander in der Partei anstelle des alten Männer-Frauen-Streits beherrscht. Man bedenke: Es gibt mehr als zwei Geschlechter.
Leider blieb es nicht piratig. (Unbedingt die Kommentare lesen!)
Am Anfang der PiratinnenKon stand eine gegenseitige Huldigung der Veranstalterinnen, Danksagungen an sich selbst. Wahrscheinlich hatten sie geahnt, dass das hinterher nicht mehr geht.
Eine PiratenKon ist geplant.
Nachtrag: Ich empfehle außerdem Hadmut Danischs ausführlichen Bericht. Vorsicht: Realsatire.
Die Entwickler des Zwergenbrowsers Opera hatten vor einer Weile angekündigt, die eigene Browserengine Presto durch WebKit zu ersetzen. WebKit, eine Abspaltung des aus KDE stammenden KHTML, das als Grundlage für Konqueror diente, ist zwar auch alles andere als fehlerfrei, jedoch aufgrund der Verwendung in Safari sowie Chromium (und Google Chrome) recht verbreitet. Obendrein könne man sich, so Opera, mit dem Wechsel auf die Entwicklung des Browsers selbst konzentrieren und müsse nicht mehr so viel Energie in die Unterstützung immer neuer Webstandards stecken. (Dass man die kurzerhand entlassenen Mitarbeiter eigens für die Entwicklung der Engine eingestellt hatte, sei hier mal nicht weiter verfolgt, ist halt die Krise und so.)
Ein Rückblick: In den 1990er Jahren tobte der so genannte Browserkrieg. Das im Websegment noch vergleichsweise neue Unternehmen Microsoft hatte mit der Integration eines Webbrowsers in sein Betriebssystem Windows das Quasimonopol von Netscape, dessen Browser “Navigator” beziehungsweise Internetsuite “Communicator” allgegenwärtig schien, angegriffen. Netscape fand das natürlich weniger gut. Ein Ergebnis der folgenden Rechtsstreitigkeiten war es, dass Microsoft in Europa alternativ browserfreie Versionen seines Betriebssystems anbieten musste. (Und gegen die Bündelung von Chrome mit Chrome OS, gegen die Bündelung von Safari mit Apple-Systemen sagt natürlich keiner was. Google und Apple sind eben “die Guten”.) Netscape versank trotzdem in der Bedeutungslosigkeit und stellte seinen Code unter eine freie Lizenz. Nach einigen Umstrukturierungen sind daraus inzwischen SeaMonkey und Mozilla Firefox erwachsen. Die dominanten Engines waren lange Zeit Gecko (Mozilla/SeaMonkey), Trident (Microsoft) und WebKit (Google/Apple).
Nun hat Google beschlossen, sich aus der Teamarbeit mit Apple zurückzuziehen und seine eigene Engine zu entwickeln. Mit Blackjack und Nutten. Das neue Produkt soll “Blink” heißen (alle guten Namen waren wohl schon weg), und Opera kündigte an, dass sie sich anschließen würden. Auf den einen Wechsel kommt es nun tatsächlich auch nicht mehr an. Mozilla entwickelt derweil gemeinschaftlich mit Samsung unter dem Projektnamen Servo (ich möchte meine Anmerkung zum Thema “gute Namen” — weiter oben zu finden — hier nochmals gedanklich eingefügt wissen) ebenfalls eine neue Engine, die künftig in Firefox eingesetzt werden (und somit Gecko wohl ersetzen) soll.
Mit diesen Änderungen wird der Status Quo aber nicht verbessert, sondern verschoben. Wo Webentwickler früher den Nischenbrowser Opera berücksichtigen mussten, der sich oft ganz anders verhielt, ist es künftig der Nischenbrowser Safari, der unter Mac OS X (und — modifiziert — iOS) nach wie vor den Standard darstellt. Der künftige Status von Gecko verbleibt derweil ungeklärt, was in diesem frühen Entwicklungsstadium noch nicht weiter erstaunt. Webentwickler stehen künftig vor einem ähnlichen Problem wie bislang, nur die Prioritäten verschieben sich zwischen den Browsern.
Es ist natürlich nicht verwerflich, wenn über Jahre gereifte Software gelegentlich neu aufgebaut wird, um Altlasten rückstandsfrei entsorgen zu können. Das ist bei Betriebssystemen nicht anders als bei Browserengines. Die Lobhudeleien gegenüber Opera, dass man nun endlich keine Rücksicht mehr nehmen müsse, erscheinen mir jedoch etwas verfrüht, gerade auch wegen der unklaren Zukunft von WebKit — von dem es obendrein eine unüberschaubare Anzahl an Versionen gibt, beinahe jedes Betriebssystem und jeder unterstützte Browser hat sein “eigenes” WebKit — und Gecko. Auch weiterhin wird es wenige dominante Browser und viele kleine Wettbewerber mit einer unter Umständen zu berücksichtigenden Anzahl an Benutzern geben. Leichter wird das Leben jedenfalls nicht.
Den Benutzer muss es zumindest nicht scheren: Ein Browser sollte stets danach ausgewählt werden, ob er den persönlichen Ansprüchen genügt. Mit welcher Technik die Webseiten angezeigt werden, ist aus Benutzerperspektive zweitrangig, so lange die Anzahl an Darstellungsfehlern überschaubar bleibt. (Die Acid-Tests geben zwar bunte Bilder und große Zahlen aus, spiegeln jedoch nicht die Realität im Web wider.)
Damals, in den 1990er Jahren, war das alles irgendwie leichter.
(Vorbemerkung: Leider ist dieser Text zu lang für Twitter. Er ist eine Antwort auf die mir dort gestellte Frage, wieso ich mich dem allgemeinen Jubel nicht anschließen möchte.)
Was mir in der medialen Berichterstattung über die Piratenpartei übrigens außer der nur mäßig gut getarnten Aversion seitens der üblichen SPIEGEL-ONLINE-Schreiberlinge, die sich auf jedem verschissenen Parteitag blicken lassen, um Skandälchen zu suchen und kleinste Unstimmigkeiten zu meterlangen Klickstrecken aufzubauschen, denen aber trotzdem kein Hausverbot erteilt wird (wir brauchen sie ja, denn wie sollen sie sonst negativ über die Partei berichten?), ziemlich missfällt, ist dieses Gewese um irgendwelche Beauftragten.
Die Piratenpartei ist als basisdemokratische Mitmachpartei konzipiert, in der jede Stimme grundsätzlich gleich viel Gewicht hat. Der Gedanke dahinter ist die Schwarmintelligenz, also die vage Hoffnung darauf, dass viele Köche den Brei nicht verderben, sondern bis nahe der Perfektion verfeinern. Nichtsdestotrotz ist irgendjemand auf die strunzdämliche Idee gekommen, Arbeitsabläufe (etwa beim Umgang mit der hofierten Presse) erleichtern zu können, indem man Beauftragungen erteilt. “Beauftragte”, dies sei kurz erläutert, sind im Wesentlichen das, was früher “Themenpiraten” hieß: Der Vorstand der jeweiligen Gliederung, die gern “Beauftragte” für irgendwas hätte, ernennt in Eigenregie einzelne Mitglieder zu solchen. Positiv wirkt es sich aus, wenn diese Mitglieder bereits irgendwas zum jeweiligen Thema beigetragen haben.
Und so ist — nur ein Beispiel — die ehemalige niedersächsische Spitzenkandidatin Katharina “kattascha” Nocun als Datenschutzbeauftragte nunmehr die einzige Person, die in der Öffentlichkeit zum Thema Datenschutz befragt wird. Dass es eine aktive AG Datenschutz gibt, interessiert niemanden mehr. Auf Twitter wurde heute auf ein Radiointerview hingewiesen, in dem es um die Bestandsdatenauskunft (ein sicherlich datenschutzrelevantes Thema) gehen sollte — eingeladen war natürlich die Beauftragte. Auch sonst ist eine gewisse Monokultur zu sehen: Die Themenbeauftragte, die Themenbeauftragte, die Themenbeauftragte.
Auf meine Frage, welchen nachweisbaren Mehrwert gezielte Beauftragungen mit sich bringen, erhielt ich von keinem der Befragten bisher eine zufrieden stellende Antwort. Das ist ein bisschen schade.
Man verstehe mich nicht falsch: Es ist gut und unterstützenswert, dass es in der Piratenpartei Menschen mit Hirn gibt, die auch mal zu Wort kommen. Das hebt sie wohltuend von den meisten anderen Parteien ab. Bedauerlich ist jedoch, dass dadurch in der Öffentlichkeit der Eindruck entsteht, das Konzept Schwarmintelligenz (“Themen statt Köpfe”) sei aufgeweicht. Ich erwarte ja gar nicht, dass — nur ein Beispiel — Frau Nocun sich etwas zurückhält, denn den meisten ihrer Ausführungen kann ich zustimmen, wenngleich ich ihre Art zu reden sehr anstrengend finde. Ich würde mir jedoch wünschen, dass diese Beauftragungen den Status der impliziten Exklusivität wieder ablegen.
Was spricht dagegen, auf Interviewanfragen zum Thema Datenschutz einfach mal die AG Datenschutz zu fragen, ob es eine Konsensmeinung gibt, statt die Datenschutzbeauftragte losschnattern zu lassen? Was spricht dagegen, die Presse mit dem Arbeitsstand der Arbeitsgruppen statt mit der Einzelmeinung der Beauftragten zu konfrontieren? Die Motivation, sich aktiv einzubringen, schwindet mit sinkender Aussicht auf Relevanz des Geleisteten. Wenn absehbar ist, dass man doch nur den Sprachrohren für “sein” Thema zuarbeiten wird, dann lässt man es vielfach ganz sein. Zuckerbrot und Peitsche.
Ich als Einzelperson distanziere mich davon, dass Beauftragte “in meinem Namen” sprechen, denn Basisdemokratie funktioniert so nicht. Ich würde mir mehr Basis- und weniger Pressearbeit wünschen.
Leider weiß ich aber nicht, ob es bereits einen Wunschbeauftragten gibt.
Endlich tut mal jemand was gegen die Armut:
Der Weltbank-Chef Jim Yong Kim ruft die 188 Mitgliedsländer auf, im Eiltempo die extreme Armut auszurotten.
Mensch, dass darauf noch keiner gekommen ist! Danke, Herr Kim Jim Kong Weltbank-Chef!
Und wie soll das geschafft werden?
Es gehe darum, das Einkommen der ärmsten 40 Prozent eines jeden Landes zu erhöhen.
Und was muss man dafür tun?
Bedingung sei allerdings ein anhaltendes Wachstum (…). Dafür seien (…) weitere Investitionen in Bildung, öffentliche Institutionen und das Geschäftsklima notwendig.
In anderen Worten: Die Armen sollen halt was Anständiges lernen, dann klappt’s auch mit dem Einkommen. Na, zum Glück sagt uns das mal wer!
Endlich ist Karfreitag vorüber, endlich darf man wieder tanzen.
Guten Morgen.
Meine Firefox-Erweiterung OpenDownload² erfreut sich stetiger Beliebtheit. Die Benutzerbewertungen befinden sie überwiegend für essenziell, und es sei unbegreiflich, warum so eine Funktionalität nicht schon längst Teil von Firefox selbst sei. So weit der Eigenlob.
Eine Funktion, die viele Benutzer jedoch vermissten, war es, den Standard-Downloadpfad anzupassen. OpenDownload² speichert auszuführende Dateien üblicherweise in <temp>/mozOpenDownload, aber viele Benutzer würden gern ein anderes Verzeichnis wählen. Nun hat das einen großen Nachteil: OpenDownload² ist eine ziemlich reinliche Erweiterung. Dateien, die älter als einen Tag sind, werden bei jedem Klick auf “Ausführen” automatisch entfernt. Was passiert, wenn man zum Beispiel den Desktop als Downloadordner festlegt, ist der Fantasie des Lesers überlassen.
Ich könnte diese Aufräumroutine optional machen, aber auch dann müsste der Benutzer diese Option verstehen und aktivieren — menschliches Versagen auch weiterhin nicht ausgeschlossen. Auch das “Sperren” “wichtiger” Verzeichnisse kommt eher nicht in Frage, da diese von System zu System variieren. Mit OpenDownload² 3.3.0 — veröffentlicht vor kurzem und bereits durch Version 3.3.1 abgelöst — bin ich einen Kompromiss eingegangen: Es ist nun nicht mehr nur möglich, sondern auch zielführend, unter about:config die Zeichenkette extensions.openDownload2.downloadPath anzulegen, die den gewünschten Downloadpfad angibt.
Warum so umständlich? Nun, about:config warnt den Benutzer beim ersten Aufruf, dass alles, was er hier ändert, nachhaltigen Schaden anrichten kann:
Ein Konfigurationsdialog ist schnell gedankenlos ausgefüllt. Wer aber diesen Umweg in Kauf nimmt, der sollte wissen, was er tut — davon gehe ich zumindest aus. “Falsche” Pfade funktionieren zumindest nicht. Das Vorhandensein des Pfades wird von OpenDownload² überprüft.
Und wie entkommt man der Aufräumroutine? Tja, gar nicht. OpenDownload² ist kein Ersatz für einen Downloadmanager oder den normalen “Speichern”-Knopf von Firefox. Wer eine auszuführende Datei dauerhaft behalten möchte, der sollte sie auf der Festplatte speichern und manuell ausführen — das ist nur wenig mehr Aufwand. Alternativ berichtete ich im Dezember 2011 über DropIt, das Dateien stapelweise in vorgegebene Ordner verschieben kann. Als Linux- und BSD-Nutzer schreibt man sich für so etwas vermutlich eher ein Shellscript.
Zu beachten ist, dass das Verschieben natürlich erst nach dem Ausführen durchgeführt werden sollte, da OpenDownload² sonst die Datei nicht mehr finden kann und eventuell unschöne Fehlermeldungen ausgibt.
Weitere Anregungen sind willkommen.
Ob sich die Anhänger des toten Jesus überhaupt Gedanken darüber machen, was er davon hielte, wenn er nach etwa zwei Jahrtausenden wieder auf die Erde zurückkehrt und überall Bilder seines Todes hängen sieht? Bizarr, wie eigentlich alles, was die katholische Kirche eine Feier oder gar einen Festtag nennt.
Das ganze Karfreitagsbrimborium ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Trennung von Staat und Kirche (ich berichtete) dringend vollzogen gehört, wird doch immerhin selbst Nichtkatholiken das Tanzen verboten. Klar, Karfreitag ist ein stiller Tag, außer Schank- und Speisebetrieben (erlaubt nach § 6,2 NFeiertagsG) — gemeint ist wahrscheinlich eine katholische Messe — ist kein Feiern erwünscht. Auf Messen darf allerdings wahrscheinlich schon noch gesungen werden, vermutlich das Gotteslob.
Das andere ist dann diese Geschichte mit dem Lattenjuppfreitag. Da darf keiner niemals nicht in einer Kneipe eine Musik hören und schon gar nicht tanzen. Begründung: Das sei ein stiller Feiertag. Stiller Feiertag! Und wetten, dass diese “Stillen” ihre akustischen Massenvernichtungswaffen wieder baumeln lassen, bis uns das Blut die Hälse herabrinnt? Wetten?!
Pünktlich um 17:55 fing vor der Tür soeben das grenzbescheuerte Angelus-Läuten an. Natürlich: So ein katholischer Gläubiger kriegt’s halt aufgrund seines geistigen Horizonts ohne das Gebimmel nicht auf den Schirm, wie spät es ist.
Und bis zur Bundestagswahl werdet ihr sowieso wieder vergessen haben, welche Partei daran schuld ist, dass eine immer kleiner werdende Gruppe religiöser Fanatiker uns qua Gesetz den Tag vermiesen kann. Ich kenne euch doch. Und hinterher will es wieder keiner gewesen sein.
Am 23. und 24. April 2013 wird in Berlin wieder einmal die “NEXT” stattfinden, eine Konferenz unter dem Motto “Leading. European. Digital.”, also “führend, europäisch, digital”. Hat wohl irgendwas mit Netzpolitik zu tun und mit t3n, Wired, der Telekom und ähnlichen Unternehmen einige namhafte Partner aus dieser Branche. (Eine Liste gibt es unten auf der furchtbar unübersichtlichen NEXT-Website.)
Zu den diesjährigen Rednern zählen Neelie Kroes, EU-Kommissarin für Digitale Agenda, deren Berater hierzulande noch bekannter sein dürfte, ein Wikipedia- und ein Googlemitarbeiter sowie viele weitere Personen.
Ein kurzer Gedankensprung: Zur anstehenden Bundestagswahl 2013 wird auch Herr Steinbrück von der SPD gewählt zu werden versuchen. Das war nicht nur der hier, sondern auch der hier:
Im Netz findet [Steinbrück] als Politiker kaum, als Privatperson gar nicht statt. Auf die Frage, wie er denn seine eigene Kommunikation im Internet beschreiben würde, antwortete er kürzlich auf einer Podiumsdiskussion: “Mir wird von meinen Mitarbeitern geschildert, was dort passiert.” (…) Der SPD-Spitzenpolitiker schwärmte öffentlich nur halb scherzhaft von der “guten alten Zeit des Postbriefs” und schob trotzig hinterher: “Ich habe nicht das Gefühl, dass ich unter einer Käseglocke sitze.”
Und jetzt ratet mal, wer auf der diesjährigen NEXT ebenfalls was sagen darf. Kommt ihr nie drauf!
Das kann ja nur ein riesiger Erfolg werden.
Die (vermutlich) Twittererin @Regendelfin ist aus den einschlägigen Medien vielleicht einigen von euch bekannt. Ich folge dem Regendelfin auf Twitter schon deshalb, weil es dort gelegentlich wirklich unfassbar flache Wortspiele zu lesen gibt. Flache Wortspiele mag ich.
Nun machte der Regendelfin gestern den Fehler, einen kritischen Kommentar, Justin Bieber betreffend, zu twittern (sagt man das noch, “twittern”?). Das rief natürlich die beliebers auf den Plan, eine Art fundamentalistische Sekte, die sich der bedingungslosen Verehrung Justin Biebers hingibt; das durchschnittliche Alter dabei reicht nicht ansatzweise an das Alter des Verehrten heran, der nun auch nicht gerade zu den alten Leuten zählt.
Und so ließ etwa Twittermitglied @1997MariaBiebs — “Biebs” klingt so lächerlich wie es wohl auch gemeint ist, soll jedoch offenbar eine Kurzform von “Bieber” sein, denn zwei Silben überfordern den durchschnittlichen belieber bereits deutlich — verlauten:
du bist eine Kleine hässliche F**** @Regendelfin Pass auf was du gegen Justin sagst sonnst bekommst du Stress Glaub mir du N***
Die Sterne entstammen dem Originaltweet; was ein “N***” sein soll, erschließt sich mir selbst dann beim besten Willen nicht, wenn ich annehme, dass ein “*” für exakt 1 Zeichen steht. “Nuss”? “Nase”? “Napf”? “Null”?
Zum Glück ist selbst 1997MariaBiebs aufgefallen, dass da etwas nicht ganz stimmig ist, und so schob sie einen zweiten Tweet hinterher:
@Regendelfin du Kleine Hässliche Fo*** beleidige noch einmal meinen Justin dann bekommst du Hässlichkeit Stress -.-
Na gut, unter “Fo***” kann ich mir dann immerhin was vorstellen. Dass 1997MariaBiebs als Avatarbild einen halbnackten Justin Bieber (verstößt das eigentlich gegen irgendwelche Kinderpornografiegesetze?) anstelle eines Porträtfotos von sich selbst verwendet, lässt mich über ihre Definition von “Hässlichkeit” nur mutmaßen; zusammenfassend lässt sich zumindest sagen, dass es Stress geben wird. Ich bitte an dieser Stelle das Possessivpronomen “meinen” zu beachten, das der Dämlichkeit des Tweets sozusagen die Krone aufsetzt. Dämliche Tweets lasse ich ungern unbeachtet:
Die kleine @1997MariaBiebs möchte aus dem Kinderparadies abgeholt werden.
Ich hielt spätestens nach der Wiederholung der Stressandrohung indes die Spannung nicht mehr aus; ich konnte nicht widerstehen und musste einfach herausfinden, was passiert, wenn man Justin Bieber öffentlich für nicht sehr gut befindet:
@1997MariaBiebs Justin ist das untalentierteste Würstchen, das ich je gesehen habe. Freue mich schon auf deinen “Stress”.
@Regendelfin
Hilfreich eilte @Jackiebieebs (Namenskonstrukt siehe oben, diesmal jedoch mit der Extraportion Quietschigkeit; dem Profilbild nach etwa @2001Jackiebieebs) herbei und lieferte sich ein Wortgefecht mit mir, in dem versucht wurde, mir klarzumachen, dass ich kindisch sei:
@tux0r @1997MariaBiebs @Regendelfin Und trz. Ist sowas zu schreiben Kindergarten , weil du sie damit öffentlich etwas bloßstellst oder so.
Wir lernen:
Puh, Twitter hat schon komplizierte Regeln.
Aber ich sei ja auch selbst schuld, wenn mir Justins Fanschar Stress macht, pflichtete 1997MariaBiebs wiederum bei:
@tux0r @Regendelfin last einfach Justin in ruhe da brauchst du dich nicht wundern wenn ich aussraste !!!
“Tut mir Leid, Herr Wachtmeister, ich hatte keine Wahl — er hat meinen Lieblingsmusiker untalentiert genannt!11eins”; stimmt, wundern würde mich das spätestens jetzt auch nicht mehr. Und natürlich sei dieses Ausrasten kindisch, aber ich eben auch:
@tux0r @Regendelfin ihalt einfach deine klappe okay -.- du bist doch Kindisch
aber auch egal !!
Denn selbstverständlich sei jemand, der anderen mit blumigen Worten Stress androht, nicht kindischer als jemand, der darüber ungläubig den Kopf schüttelt; und “du bist kindisch” sei natürlich eine keinesfalls sachdienlichere Äußerung als “ALTER ICH HAU DICH!!1”.
Leider wurde auf meine Frage, worin denn der angekündigte Stress bestehe, auch nach mehrmaliger Nachfrage nicht eingegangen. Sollte ich also demnächst eines blutigen Todes sterben und meine Leiche mit geplatztem Trommelfell aufgefunden werden, so ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass ich an einer Überdosis grauenvollen Pops dahingeschieden bin. In diesem Fall bitte ich darum, meinen Tod möglichst grausam zu rächen. Besten Dank!
“Music makes the bourgeoisie and the rebel.”
– Madonna: Music
Nur so aus Neugier jetzt:
Da die meisten nennenswerten Unternehmen wie auch Aktivistenbewegungen und Parteien inzwischen dazu übergegangen sind, eine Frauenquote von über 50 Prozent für das Ideal zu halten: In Deutschland kamen (hihi!) im Jahr 2011 laut CIA-Angaben auf jede Frau 0,97 Männer.
Wenn also die meisten der Fordernden es irgendwann schaffen, ihr Ziel zu erreichen, bedeutet das, dass irgendwann einfach nicht mehr genug Frauen für alle anderen Unternehmen, Bewegungen und Parteien übrig sein werden, weil die sich alle auf wenige Sammelpunkte konzentrieren (wahrscheinlich die Grünen und irgendwelche Technikkonzerne).
Irgendjemand muss sich also freiwillig bereit erklären, eine niedrigere Frauenquote einzuhalten (und sich so dem Spott der Mitbewerber auszusetzen). Wie wird derjenige eigentlich ermittelt?
Was macht eigentlich Phil Manzanera?
Nun, gelegentlich tourt er gemeinsam mit Andy Mackay und weiteren früheren Roxy-Music-Mitstreitern in der Gegend herum. Zwischendurch hat er noch Zeit, Gitarre auf den Musikalben anderer Musikgruppen zu spielen, etwa auf “Men Singing” von Henry Fool, einer siebenköpfigen Band mit Mitgliedern aus Avantgarde, Jazz und Rock.
Das klingt ungefähr so:
Ein gutes Album zum Wochenanfang.
Guten Morgen.
OHMEINGOTTOHMEINGOTTOHMEINGOTT:
Wikipedia: BP-Mitarbeiter schreibt am BP-Eintrag mit
Der Vorwurf ist gar Furcht erregend: Ein Mitarbeiter des Unternehmens BP, der sich subtil mittels des Benutzernamens “Arturo at BP” tarnt, um seine Firmenzugehörigkeit prima zu verschleiern, hat Änderungsvorschläge eingebracht, die dann nach Abstimmung anderer Benutzer von selbigen eingepflegt wurden.
Anderswo hieße das ja “Primärquelle”, in der Wikipedia ist es verpönt, weil die Möglichkeit besteht, dass subjektive Aussagen Einzug in einen Artikel finden. Als Ergebnis wird nun darüber diskutiert, die eiserne Wikipedia-Regel “Ignoriere alle Regeln!” um eine Formulierung zu erweitern, die ungefähr so lauten soll: “Ignoriere alle Regeln, es sei denn, es besteht ein Interessenskonflikt zwischen deiner Person und dem zu ändernden Artikel, dann mach’ dich besser vom Acker, du doofer Heini!”.
Zum Glück habe ich als Mann noch nie versucht, den Wikipedia-Artikel zu “Mann” — oder gar den zu “Feminismus” — zu ändern. Eine lebenslange Sperre wäre das Mindeste!