Ein ziemlich merkwürdiges Phänomen zieht sich durch die so genannten “sozialen Netzwerke”.
Dort ist es, sei es nun per “Pinnwand”, “Gästebuch” oder “Zeitachse”, möglich, jemandem (Einzelpersonen oder einer ganzen Personengruppe) kurze Nachrichten, aber auch Bilder zu hinterlassen. Während kurze Texte als Bildunterschrift durchaus gelegentlich Sinn ergeben (etwa für (De-)Motivational Posters), stammt die etwa im Blog “Sheng Fui” praktizierte Eigenart, ganze Texte als Grafik einzubinden, noch aus der Zeit, als Webfonts (also vom Webdesigner bereitgestellte Schriftarten) noch nicht verbreitet waren, es jedoch gelegentlich nötig war, einen Text auf jedem System in identischer Formatierung anzuzeigen. (Dass auch vergleichsweise kleine .gif-Grafiken in einer Zeit der analogen Modems im Vergleich zu reinem Text nicht gerade schnell geladen und angezeigt wurden, hinterfragt die damaligen Angewohnheiten insbesondere.)
Vorhin stieß ich über allerlei verworrene Umwege auf den hier aus datenschutzrelevanten Gründen nicht verlinkten (immerhin jedoch öffentlich einsehbaren) Facebook-Account “Mein Kopfkino ist der reinste Pornoschuppen”. Hierbei scheint es sich um ein reines Spaßkonto zu handeln, dessen Aktivitäten darauf beschränkt sind, unfassbar dumme Sprüche (ähnlich wie “Mein Kopfkino ist der reinste Pornoschuppen”) in Bildform zu publizieren.
Dort finden sich zum Beispiel folgende witzige Bildchen:
Nicht erst in der Vergrößerung gut zu erkennen sind die JPEG-Artefakte, die der Sinnlosigkeit des Vorhabens, eine geringe Textmenge in eine Grafik einzubinden, die keinen qualitativen oder pointenbezogenen Mehrwert mit sich bringt, eine weitere Nuance hinzufügen. Falls hier einer derjenigen, die diesem Facebookaccount gelegentlich ihre Aufmerksamkeit schenken, mitliest: Was soll der Quatsch?
Selbst, wenn man dem barrierefreien Web keinen Vorschub leisten möchte (Bilder können halt nicht vorgelesen werden), ist derlei Tun höchst absurd. Der einzige erkennbare “Vorteil” der Verwendung eines Bildes ist, dass es sich optisch von reinem Text abhebt. Dumme Sprüche wie “Hast du mich gerade geblickfickt?” (siehe oben) würden auch in einen Tweet passen, jedoch unter Umständen im allgemeinen Rauschen sofort untergehen. Warum man allerdings wollen sollte, dass solche (nicht mal besonders amüsanten) Klowandsprüche besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ist mir ein Rätsel.
Anders ausgedrückt: Hört auf damit. Ihr habt das Internet nicht verstanden.
(Und ja, ich habe tatsächlich kurz darüber nachgedacht, diesen Text als Bild einzufügen.)




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