So ein Weltkrieg bringt ja in der Regel mit steigender Dauer auch immer mehr Leid mit sich; Armut, Zerstörung und soziale Missentwicklungen sind an der Tagesordnung. In direkter Folge des Ersten Weltkrieges etwa wurde der Versailler Vertrag geschlossen, dessen Klauseln unter anderem die Hyperinflation im Deutschen Reich begünstigten und infolgedessen den Aufstieg der NSDAP förderten. Außerdem wurde der Internationale Frauentag neu formiert.
Der Internationale Frauentag ist ein Versuch, die Frau als Individuum weiter zu schwächen und sie aufgrund des Umstands, dass sie meistens Brüste und/oder eine Vorliebe für scheußliche Farben hat, in eine Gruppe einzuteilen, die allein deshalb feiernswert sein möge. Ursprünglich setzte man sich für das Frauenwahlrecht ein, da sich das aber irgendwann quasi von selbst erübrigte, gab man dem Tag einen bedeutungsvolleren Namen, nämlich Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden, was miteinander ja vieles zu tun hat, denn wenn Frauen mehr Rechte hätten, gäbe es auf der ganzen Welt keine Kämpfe mehr, wenn nicht gerade Sommerschlussverkauf ist — das wird’s sein. Dass die Friedenstruppen der Vereinten Nationen zu den Rechten der Frau ihren Teil beitragen, ist da vielleicht nur eine ironische Fußnote:
Einen zusätzlichen Aufschwung des Prostitutionsgeschäfts verursachte zudem die Stationierung von KFOR-Soldaten, UN-Mitarbeitern und diversen westlichen Hilfsorganisationen im Kosovo. Kaum waren diese eingetroffen, schossen Bordelle wie Pilze aus dem Boden!
Friedenskriege bleiben eben genau das, und den Frieden und den ideellen Wert der Frau an sich (“und jetzt im Chor, wir sind alle individuell!”) zu sichern geht eben nicht gleichzeitig; die unweigerlich resultierende Entscheidung bedarf keiner weiteren Überlegung. Andererseits: Direkt unangenehm ist es vielen Frauen ja augenscheinlich nicht, auf ihre Möpse reduziert zu werden, verewigen sie selbige doch mitunter aus freien Stücken in Bildform in so genannten “sozialen Netzwerken” in der Hoffnung, zahlreiches Interesse zu wecken. (Um sachdienliche Hinweise, ob es außerhalb einschlägiger Portale eine ähnlich hohe Prozentzahl von zeigefreudigen Männern gibt, wird gebeten.)
“Ich verstehe das Konstrukt dieses Tages nicht.”
– Twitter-Nutzer “nutellagangbang”
Wenn der Internationale Frauentag gleichzeitig der Tag für den Weltfrieden ist, ist dann der Internationale Männertag eigentlich der Tag der Weltkriege? Die Vereinten Nationen unterstützen diesen Tag leider noch nicht als einen offiziellen und weltweiten, womit wir wieder bei der Gleichberechtigung wären, somit konnte ich das auf die Schnelle nicht nachschlagen, aber warum sollte man auch wollen, dass die Rechte der Männer und Jungen gestärkt werden?
Die Welt braucht unbedingt diesen “Frauentag”, denn sie werden gesellschaftlich noch nicht genug hofiert, tjaja; und dass viele Frauen sich in einer Umgebung, die sich um so etwas nicht schert, wohler fühlen als mit dem Stigma der gefälligst anzubetenden Göttin, ist der Gesellschaft mal herzlich egal. Fragt man nämlich Frauen danach, ob sie lieber als Mensch oder als Frau wahrgenommen werden, so fällt das Ergebnis in der Regel ziemlich eindeutig aus: Wie soll man die Ressentiments gegenüber dem anderen Geschlecht abbauen, wenn das andere Geschlecht auf seine Besonderheit pocht?
Welchem Zweck genau dient also der Weltfrauentag, wenn nicht allein als Anlass für zwar geschmacklose, aber gerade deshalb gelungene chauvinistische Tweets und anderweitige Scherzchen? Morgen ist er vorüber, und dennoch ist die Gefahr, dass die Rechte der Frauen morgen wieder abgeschafft werden, ungefähr so groß und bedrohlich wie die Aussicht auf nahen Weltfrieden zum Tag des Weltfriedens. Aber pfür den Pfrieden tut man eben allerlei, was rational unerklärlich ist: Lichterketten bilden, Soldaten entsenden und den Internationalen Frauentag begehen. (“Begehen” — sagt man das nicht eigentlich bei Verbrechen?)
Man sollte all das manchmal einfach etwas weniger ernst nehmen.
(Dank auch an L.!)
















