In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Was der so alles treibt!

Ach, “SPIEGEL Online”, da habt ihr so einen schö­nen Ein­leitung­s­text hin­bekom­men:

Gauck macht sich stark gegen die “braune Brut”: Der kün­ftige Bun­de­spräsi­dent hat am Don­ner­stag mit Ange­höri­gen der NSU-Ter­ror-Opfer gesprochen. Bei der Begeg­nung tele­fonierte er auch mit dem türkischen Staat­spräsi­den­ten Gül. Den Recht­sex­trem­is­mus verurteilte Gauck scharf.

Selb­st mir als Nichtjour­nal­is­ten fall­en da auf Anhieb min­destens drei gute Über­schriften ein; auf diese hier wäre ich aber nie gekom­men:

Gauck tele­foniert mit türkischem Staatschef Gül

Eine gute Über­schrift sei das Salz in der Suppe des Jour­nal­is­ten, heißt es. Aber mit dem Salz sollte man es auch nicht übertreiben.

(Danke an L.!)

In den NachrichtenPiratenpartei
#Gruppe42, Piraten und Konzepte

Eines der Prob­leme, die das Konzept ein­er Partei mit sich bringt, ist es, dass früher oder später irgend­je­mand auf die Idee kommt, dass man auf alles zumin­d­est eine Antwort haben müsste. Die momen­tane Entwick­lung der Piraten­partei Deutsch­land hat ein­er der Grün­der in ein­er E‑Mail gestern auf den Punkt gebracht:

Im Sep­tem­ber 2006 entschlossen wir uns wohlüber­legt, eine The­men­partei zu grün­den — in bewusster Abgren­zung von den Profis­chwätzern ander­er Parteien, die von wenig eine Ahnung haben, aber zu allem einen kerni­gen Satz raushauen. Genau auf dem Kurs sind wir inzwis­chen.

Wir woll­ten eine Partei sein, die eigentlich nicht Partei sein wollte. Es ging bloß darum, dass die Parteistruk­tur Möglichkeit­en eröffnet, die z.B. der CCC nicht hat. Dafür hat der CCC wiederum Möglichkeit­en, die wir nicht haben. Der CCC kann von außen kom­pe­tent und sach­lich ein­wirken, die Piraten­partei von innen verän­dern.

(…)

Die Piraten­partei hat sich schle­ichend zu etwas entwick­elt, was mich nicht inter­essiert. Dumm sein kann ich allein, da brauche ich keine Partei.

(…)

Der aktuelle Höhen­flug der Piraten­partei — über den ich mich prinzip­iell freue! -, hat nicht zulet­zt einen Grund: Wir sind oft genaus so hohlpop­ulis­tisch wie die anderen Parteien. Plöt­zlich erleben wir unsere Funk­tion­iere im Smalltalk mit Gün­ther Jauch über den Holo­caust, ohne dass dabei piratige Posi­tio­nen ver­mit­telt wür­den. Mit Mari­na und Sebas­t­ian haben wir erst­mals eine kam­er­ataugliche Spitze, wohlge­fal­l­end am Bild­schirm wie im Radio. Super eigentlich. Wir dür­fen nur nicht vergessen, worauf es uns ankommt. Sym­pa­thisch sein und Volk ein­lullen?

Das sind klare Worte, aber sie sind sich­er nicht zu hart gewählt. Der Spa­gat, den die Piraten­partei vollführen “muss”, ist ein weit­er: Zum Einen besitzt ein Großteil ihrer Mit­glieder nur ein eingeschränk­tes Inter­esse eben­so wie lediglich vol­lum­fängliche Ken­nt­nisse an beziehungsweise in weni­gen Kern­the­men, zum Anderen erwartet das Wahlvieh, an das sich ein Teil der Parteiba­sis mit­tler­weile anzu­biedern ver­sucht, eine Antwort auf alle Fra­gen, immer­hin bieten diese alle anderen Parteien auch, und sei sie noch so wenig fundiert. Der Zwist zwis­chen Kern­pirat­en (“Ker­nis”), deren Fokus auf den Grün­dungs­the­sen der Partei liegt, und Vollpi­rat­en (“Vol­lis”), die eine massen­taugliche Allthe­men­partei anstreben, ist mit Kom­pro­mis­sen nur unzure­ichend zu schlicht­en. (Warum jemand, der mit der Zielset­zung ein­er Partei nicht ein­ver­standen ist, über­haupt zahlen­des Mit­glied wird, ist auch noch so eine Frage; wer sich um eine zukun­fts­fähige Gesellschaft bemüht, der tritt ja zum Beispiel auch nicht der CDU bei, nehme ich an.)

Um zu ver­hin­dern, dass in der Flut an neuen “Pira­ten­the­men” die Werte, für die der Name “Piraten­partei” ste­ht, nicht ertrinken, wurde in den ver­gan­genen Wochen von ehe­ma­li­gen Mit­gliedern des Bun­desvor­standes der Piraten­partei Deutsch­land und eini­gen weit­eren Kern­pirat­en — ins­ge­samt 42 von ihnen — die “Gruppe 42” (wis­senschon, die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Uni­ver­sum und dem ganzen Rest) erson­nen und gegrün­det, die sich dafür ein­set­zt, …

(…) dass der Grün­dungs­gedanke der Piraten­partei — sowohl vom Umfang der The­men, als auch von ihrer Inten­tion — in ein­er bre­it­eren Piraten­poli­tik und im poli­tis­chen Tages­geschäft nicht nur erhal­ten bleibt, son­dern weit­er ver­tieft und in konkrete poli­tis­chen Forderun­gen aus­for­muliert und umge­set­zt wird.

In den Medi­en ist von ein­er “losen Vere­ini­gung außer­halb der Partei”, ein­er Abspal­tung also, die Rede; dabei spal­tet sich nie­mand ab, son­dern inte­gri­ert sich bewusst. Die “Gruppe 42” ist sozusagen eine inner­parteiliche Oppo­si­tion, ana­log zur “kom­mu­nis­tis­chen Plat­tform” der Linkspartei vielle­icht so etwas wie die “kern­the­ma­tis­che Plat­tform” der Piraten­partei Deutsch­land, die keines­falls einen Graben schaf­fen, son­dern vielmehr ein Forum für die Kern­pirat­en bieten soll, das in ein­er Phase wild wuch­ern­der Pro­gram­mer­weiterung drin­gend von­nöten scheint, will man nicht diejeni­gen Pirat­en sich ent­täuscht abwen­den lassen, die einst Mit­glied oder auch nur Sym­pa­thisan­ten wur­den, weil jene The­men ein­ma­lig vertreten wur­den und noch wer­den.

Damit ste­ht die “Gruppe 42” im Ein­klang mit der inter­na­tionalen, von Skan­di­navien aus expandierten Piraten­be­we­gung:

Wir sehen in der Piraten­be­we­gung die einzi­gar­tige Möglichkeit eine neue Ära der Demokratie einzuleit­en. Durch das Inter­net kön­nen alle Gren­zen über­wun­den wer­den und die bere­its begonnene Inter­ne­trev­o­lu­tion kann inter­na­tion­al fast uneingeschränkt vor­angetrieben wer­den. Die Piraten­partei Deutsch­land ist ein­er der wichtig­sten Antreiber dieser Zukun­ftsvi­sion und sollte sich ihrer Bedeu­tung in der inter­na­tionalen Piraten­be­we­gung bewusst sein.

Von der Beliebigkeit, der poli­tis­chen Nor­mal­ität bleibt die Piraten­partei also weit ent­fer­nt. Die Presse allerd­ings sollte sich ein­mal entschei­den, was sie nun eigentlich propagieren will: Dass die Piraten­partei eine blöde Einthe­men­partei und somit poli­tisch irrel­e­vant sei oder dass sie (wie seit Jahren) “kurz vor der Spal­tung” ste­he, weil sie zu viele The­men vertrete — bei­des gle­ichzeit­ig geht halt nicht. Aber vielle­icht sind meine Ansprüche an die Presse auch ein­fach nur zu hoch.

Ihre eige­nen an sich selb­st lei­der nicht.

In den Nachrichten
Medienkritik LXV: Die Netzgemeinde und wir

Eines dieser Ärg­ernisse, die den gesellschaftlichen Fortschritt in ein dig­i­tales Miteinan­der erschw­eren, ist ja dieses merk­würdi­ge Selb­stver­ständ­nis von Totholzjour­nal­is­ten, die “das Inter­net” für Google, Wikipedia, Face­book und Sascha Lobo hal­ten und anson­sten stets eine Front her­bei­hal­luzinieren, die nicht existiert: “Die im Inter­net” und “die Gesellschaft”. Jüng­ster Spross dieser Wurzel ist dieser merk­würdi­ge Artikel aus dem Hause Han­dels­blatt, der schon zu Beginn erfrischend daneben liegt:

Promi­nente Köpfe der Net­zge­meinde behaupten, die Net­zge­meinde gäbe es gar nicht. Weil die Mehrheit der Bevölkerung das Inter­net nutze, sei der Begriff über­flüs­sig. Das ist falsch.

Das ist falsch.

Warum? Weil Autor Stephan Dörn­er das Inter­net nicht ver­standen hat:

Auch meine Mut­ter nutzt das Inter­net – schon seit 1999. Sie schreibt E‑Mails, kauft auf Ebay Reisen und liest Nachricht­en auch online. Sie ist den­noch kein Teil der Net­zge­meinde. (…) Weil der Begriff Net­zge­meinde in der Regel eben nicht 74,7 Prozent der Bevölkerung meint, son­dern diejeni­gen, die das Netz aktiv mit­tels Blogs und Twit­ter nutzen, um Ideen zu ver­bre­it­en und Kam­pag­nen zu organ­isieren.

Ach so, Teil der “Net­zge­meinde” ist man nur, indem man blog­gt oder twit­tert. Aktive Nutzer des Usenets etwa wer­den gän­zlich ignori­ert; “da ist ja gar kein blaues e dran, also ist das auch kein Inter­net”. (Schön wäre es ja, würde die Mehrheit des Volkes das Inter­net nutzen, aber sie beschränken sich weit­ge­hend auf Mail und WWW und nutzen bei­de bevorzugt pas­siv.)

Dabei kon­nte das World Wide Web als wohl erfol­gre­ich­ster Dienst des Inter­nets über­haupt nur so groß wer­den, weil in seinen Anfangsta­gen bis zur “.com-Blase” um die Jahrtausendwende herum ein Großteil sein­er Nutzer gle­ichzeit­ig Pro­duzen­ten waren. Das “Web” ist ein Kom­mu­nika­tions- und kein sta­tis­ches Infor­ma­tion­s­medi­um.

Sicher­lich ist das Def­i­n­i­tion­ssache, aber das Wort “Net­zge­meinde” ist es ja auch: Bin ich Net­zge­meinde, sind’s meine Leser? Stephan Dörn­ers Behaup­tung ist aber sog­ar nach seinen eige­nen Maßstäben gän­zlich Hirn­brei, denn man kann von Face­book hal­ten, was man will, aber ich stelle die steile These auf, dass wirk­lich alle, die dort nicht nur als Karteile­iche angemeldet sind, den Dienst zur Infor­ma­tionsver­bre­itung nutzen — wahrschein­lich (sta­tis­tisch gese­hen) auch Stephan Dörn­ers Mut­ter.

Und da wird das Prob­lem deut­lich: Wo nie­mand außer Sascha Lobo “Net­zge­meinde” sein will, dort wird es schwierig, sie zu definieren. Warum über­haupt wird ver­sucht, einen Sam­mel­be­griff für diejeni­gen Inter­net­nutzer zu find­en, die nicht nur pas­siv Inter­net guck­en, sie sozusagen als Son­der­linge zu kennze­ich­nen? (Im Inter­net (!) einen Artikel zu veröf­fentlichen, der Leute, die sich alle­samt primär als Indi­viduen betra­cht­en und eine Unter­schei­dung zwis­chen “schreibt ins Inter­net” und “nutzt das Inter­net” prinzip­iell ablehnen, pauschal als “die Net­zge­meinde” beze­ich­net, ist übri­gens auch nicht ganz frei von Komik.)

Die einzige Gemein­samkeit der­er, die die Medi­en als “Net­zge­meinde” beze­ich­nen, ist ein Inter­ne­tan­schluss, ob mobil oder sta­tionär. Wenn das als Auf­nah­mekri­teri­um genügt, ist “die Net­zge­meinde” unge­fähr so sin­nvoll wie “die Min­er­al­wasserge­meinde”.

Wer “Netz” sagt, meint auch das Nicht­netz; oder, kurz und präg­nant, eben auch: Net­zge­meinde, Zeitungs­ge­meinde, Fernse­hge­meinde, Faxge­meinde, Tele­fonge­meinde, Gesprächge­meinde, Briefge­meinde, Höh­len­malereige­meinde my ass.

Nerdkrams
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Für eine eilends ange­fer­tigte Pro- und Con­tra-Liste für und gegen die neuen Ver­sio­nen einiger aktiv gepflegter Büroan­wen­dun­gen für Win­dows — Libre­Of­fice ben­immt sich allzu oft ein wenig wun­der­lich — habe ich in ein­er virtuellen Mas­chine einige Kom­bat­tan­ten gegeneinan­der antreten lassen.

Soft­Mak­er Office 2012 — ein Pro­dukt deutsch­er Geis­teskraft — mag es aber gar nicht, wenn man es dein­stal­lieren will, und spricht spon­tan asi­atisch, jeden­falls behauptet der Zeichen­satz das:

Das ist ziem­lich gewitzt; noch gewitzter wäre es, würde man in der gle­ichen Sprache eine Frage stellen, die richtig beant­wortet wer­den muss, bevor man mit der Instal­la­tion fort­fahren kann, denn so dürfte das Abwan­dern von Kun­den dauer­haft gehemmt sein. Na, vielle­icht in der näch­sten Ver­sion.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Tom Waits — Rain Dogs

Jene, die mit meinen musikalis­chen Empfehlun­gen kon­fron­tiert wer­den, attestieren mir mitunter ein fehlen­des Gespür für die schöne Kun­st und einen Hang zu möglichst Abstrak­tem. Dabei ist dem gar nicht so. Ich schätze jedoch Texte mit Tief­gang, eine extro­vertierte Dar­bi­etung und kom­plexe Melo­di­en.

Zum Beispiel “Rain Dogs” von Tom Waits, enthal­ten auf dem gle­ich­nami­gen Album.

Tom Waits Rain Dogs

Hüb­sch, nicht? :)

(Mit spätem Dank an T.!)


Warum die F.D.P. am Woch­enende nicht Philipp Rösler nominiert hat, son­dern Carsten Maschmey­ers per­sön­lichen Fre­und Joachim Gauck, bleibt mir übri­gens ein Rät­sel, hat erster­er doch seine ihm offen­bar von ein­er Mehrheit der Parteim­it­glieder zuge­traut­en Führungsqual­itäten bere­its erfol­gre­ich unter Beweis stellen dür­fen, immer­hin gibt’s die F.D.P. noch; aber sei’s drum.

FotografiePiratenpartei
KPTWFSZ2012.1 (oder so)

… und dann lernt man auch immer in kleinerem Rah­men zu denken, wenn’s eben statt viel­er nur wenige Anwe­sende sind und zum Wählen eilends Wahltische als Kabinen­er­satz erschaf­fen wer­den und man trotz­dem da sitzt und man­gels Kaf­fees merk­würdi­ge “Club Mate” trinkt, bis sie irgend­wann geschmack­lich neu­tral wirkt, der örtlichen Betäubung oder jeden­falls Neu­tral­isierung der Geschmack­sner­ven mit­tels Mateüber­schuss­es sei Dank, und …

… muss ein biss­chen lachen.

Sonstiges
Post-Post-Privacy: Nach der Spackeria …

… kommt die pri­va­cy zurück. (“Wat, Spack­e­ria?” — dat Spack­e­ria, guck­stu hier!)

Nimm dies, Datenof­fen­heit im Inter­net!

(Beziehungsweise die Frage, wofür eine US-amerikanis­che Fir­ma meine volle Anschrift benötigt, wenn ich dort etwas herun­ter­laden will, und die mein­er­seits aus­bleibende Erk­lärung, wieso sie sie nicht bekommt; jed­er leckt seinen Arsch für sich [u.a. den von Mozart, so scheint’s].)

PolitikIn den Nachrichten
Kurz verlinkt LXXXIII: Millionäre gegen Reichensteuer

Oha, die CDU gibt sich lib­er­al:

Merkel lehnt Abgabe für Kinder­lose ab

Weil halt:

Angela Merkel (…) ist ver­heiratet, aber kinder­los geblieben.

Natür­lich kann ich mir diesen Zusam­men­hang auch ein­fach nur her­beifan­tasiert haben, immer­hin sprechen sich auch CDU-Mit­glieder mit Kindern dafür aus, dage­gen zu sein, zum Beispiel Jung­mut­ter Kristi­na Schröder, die lieber “Kinder­wün­sche befördern” als “Kinder­losigkeit bestrafen” lassen würde; was halt irgend­wie auf das­selbe hin­aus­liefe, näm­lich eine Bevorteilung der­er, die Nach­wuchs haben, woher und warum auch immer. Kinder sind dann nicht mehr nur — nach Bor­win Ban­de­low — der ver­längerte Arm des eige­nen Narziss­mus’, sie sind oben­drein der Garant für eine soziale Besser­stel­lung, obgle­ich diejeni­gen, die kinder­los sind, mitunter nicht mal etwas dafür kön­nen. Mit­ge­fan­gen, mit­ge­hangen?

Apro­pos Nach­wuchs­förderung, Käpt’n Offen­sichtlich schlägt wieder zu:

US-Psy­cholo­gen haben Dat­ing-Seit­en jet­zt wis­senschaftlich unter­sucht und kom­men zu einem ver­nich­t­en­den Urteil: Die Ver­sprechen der Anbi­eter sind kaum halt­bar.

Bedeutet das etwa, dass man auf diesen Part­ner­börsen gar nicht unbe­d­ingt die Liebe des Lebens find­en kön­nen muss? Unfass­bar! (Wie diese “wis­senschaftlichen Unter­suchun­gen” genau ausse­hen, ste­ht in der umfassenden Studie wahrschein­lich unge­fähr drin, da ich sie aber bis­lang nicht gele­sen habe, ver­mute ich ein­fach mal, die Forsch­er haben ver­sucht, fündig zu wer­den, sind daran gescheit­ert und lassen ihren Unmut darüber jet­zt an den Flirt­por­tal­en aus.)

Wenn sie wenig­stens etwas her­aus­ge­fun­den hät­ten! Haben sie aber nicht:

“Es bleibt unklar, ob der Grad der Ähn­lichkeit bei einem Paar etwas damit zu tun hat, wie erfol­gre­ich eine Beziehung im Laufe der Zeit ist”, sagt Finkel.

Mit anderen Worten: Vielle­icht sind die Algo­rith­men der Part­ner­such­pro­gramme sin­nvoll, vielle­icht auch nicht. Und dafür wur­den nun mehrere Forsch­er über einen län­geren Zeitraum bezahlt?

“Wenn der Hahn kräht auf dem Mist…”

Sonstiges
Süßer als wie ein Zuckerberg: Flauschige Kätzchen! 3

Anlässlich des heuti­gen Tages ♥ dachte ich, ich poste mal was Süüüüszes ♥. Und was kön­nte süüüüüsz­er sein als Zuck­er, am besten ein ganz­er Berg voll Zuck­er, ein Zucker­berg sozusagen?

Außer natür­lich süüüüszen flauschi­gen Kätzchen!

Es ist so flauschig, dass ich sterbe!

Euch fehlt noch die zün­dende Idee für einen Valentins­gruß? Singt doch ein Liebeslied! :)

JBO — Gänseblümchen.mp4

Habt einen flauschi­gen Tag mit eurer/eurem Lieb­sten, und kurbelt fleißig die Floris­tik­wirtschaft an! ♥♥♥ ‘Süßer als wie ein Zucker­berg: Flauschige Kätzchen! 3’ weit­er­lesen »

PolitikIn den Nachrichten
Schmalhans des Tages: Wolfgang Bosbach, CDU.

Dieser Artikel ist Teil 3 von 18 der Serie Schmal­hans des Tages

Nicht per Twit­ter (neu­modis­ches Teufel­szeug!), son­dern ganz klas­sisch in die Totholzme­di­en hinein son­derte Wolf­gang Bos­bach, Innen­poli­tik­er (aber ganz tief drin) und gegen­wär­tige Oberquatschnase der CDU, anlässlich der jüngst stattge­fun­den haben­den Gegen-ACTA-Proteste fol­gen­den Quark ab:

Was im realen Leben ver­boten ist – das Kopieren frem­den geisti­gen Eigen­tums –, muss auch im virtuellen Leben ver­boten sein”, sagte er der “Rheinis­chen Post” (Mon­tag). (…) “Die ACTA-Kri­tik­er müssten sagen, wie sie das sich­er­stellen wollen”, forderte der Vor­sitzende des Bun­destags-Innenauss­chuss­es vor allem in Rich­tung von Piraten­partei und Grü­nen, die die Anti-ACTA-Proteste unter­stützen.

Dass Wolf­gang Bos­bach nicht so recht ver­standen hat, wo eigentlich das Prob­lem mit ACTA und der­gle­ichen liegt, ist wohl jedem klar, der in den let­zten Tagen ab und zu mal die Inland­snachricht­en jen­seits der Klatschspal­ten begutachtet hat und nun mit obiger Forderung kon­fron­tiert wird; den etwas Langsameren (CDU) hil­ft es vielle­icht, greift man Her­rn Bos­bachs höch­steigene Par­al­lele auf: Wenn ich Tante Erna eine Zeitungsar­tikelkopie und ein Volksmusik-Mix­tape schicke, schraubt mir nie­mand dafür den Briefkas­ten ab.

Lieber eine schlechte als gar keine Lösung; wer etwas zu meck­ern hat, der soll’s halt bess­er machen — was auch immer er damit meint: Kon­struk­tive Vorschläge, das Urhe­ber­recht zu reformieren statt es zu zemen­tieren, gab und gibt es in vielfach­er Aus­führung, sie scheit­ern jedoch stets am Wider­stand der herrschen­den Parteien, etwa der CDU (Wolf­gang Bos­bach).

Natür­lich weiß Herr Bos­bach das, es hält ihn den­noch nicht davon ab, unkundi­gen Bürg­ern weis­machen zu wollen, die Protes­tanten seien einzig an der Legal­isierung unge­set­zlichen Tuns inter­essiert. Die Krim­i­nal­isierung unbescholtener Bürg­er ist bei ihm und seinen Fre­un­den aus der Medi­enin­dus­trie ja längst das Mit­tel zum Zweck.

Da wächst zusam­men, was zusam­men gehört.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Talking Heads — Burning Down the House

Das haben wir jet­zt davon:

Bei gewalt­samen Protesten gegen den radikalen Sparkurs sind in Athen mehr als 80 Men­schen ver­let­zt wor­den. (…) Cafés, Geschäfte und his­torische Kinos standen am Son­ntag in Flam­men, als ver­mummte Ran­dalier­er im Zen­trum der Haupt­stadt mit Brand­sätzen und Steinen war­fen.

Da höre ich doch lieber noch ein wenig Musik:

Talk­ing Heads “Burn­ing Down the House” ‌‌ — Bohemia After­dark

Peo­ple on their way to work -
and, baby, what did you expect -
gonna burst into flames;
ah, burn­ing down the house …

Einen angenehmen Mon­tag wün­sche ich.

Netzfundstücke
Ganz neu: Schwarzkopien schädigen die Gesellschaft

Dass die Vor­sitzen­den der Plat­ten­fir­men sich das Ben­zin für ihren May­bach nicht mehr leis­ten kön­nen, wenn wir nicht alle aufhören, Kopi­en zu rauben (ob nun per Audiokas­sette oder via Inter­net), ist eine alt­bekan­nte Mär; dass Raub gemäß § 249 StGB man­gels Gewal­tan­wen­dung beim Anfer­ti­gen der Kopi­en in der Regel nicht vor­liegt, sollte sich auch noch mal herum­sprechen. Angesichts der immer gle­ichen Leier von den armen Rechtev­er­w­ert­ern ist es ziem­lich erfrischend, wenn man auch mal etwas anderes zu lesen bekommt.

Zum Beispiel ver­fol­gt Peter Singer, selb­st Autor und somit vom bösen Inter­net geschädigter Kreativ­er, einen sel­te­nen Ansatz, indem er schreibt:

Urhe­ber­rechte müssen auch im Inter­net ver­w­ert­bar sein. Son­st wer­den sich viele Kreative ihr Geld auf andere Weise ver­di­enen – und die Gesellschaft ist der Ver­lier­er.

Der Umstand, dass Urhe­ber­rechte wed­er veräußer­lich noch ver­w­ert­bar sind, fällt Buchau­toren wahrschein­lich weniger auf als Musik­ern, denen ihre Urhe­ber­schaft nur sel­ten viel Geld ein­bringt, da alles bei den Ver­w­ert­ern hän­gen bleibt. Die Argu­men­ta­tion ist aber mal inter­es­sant: Wenn die Inter­net­nutzer nicht aufhören, seine Inhalte miteinan­der zu tauschen, wer­den die Erzeuger dieser Inhalte eines Tages alle­samt aufhören, Nach­schub zu pro­duzieren, und lieber etwas anderes tun. Bei manchen (Place­bo, Muse, Tim Bendzko) wäre das allerd­ings kein großer Ver­lust für die Gesellschaft.

Dabei begin­nt Peter Singers Kom­men­tar eigentlich ganz gut, indem er die Anek­dote erzählt, dass er selb­st bere­its ein raubkopiertes Buch zuge­sandt bekom­men und auch gele­sen hat­te. Lei­der fol­gt der Wen­depunkt umge­hend:

Wenn Leute raubkopierte Büch­er nutzen, erlei­den häu­fig der Ver­lag und der Autor einen Nachteil – sie ver­lieren ihre Ein­nah­men aus dem Verkauf des Buch­es.

Ab hier wird’s Käse. Um in der Musik­welt zu bleiben: Die meis­ten Musikalben, die ich gern hören würde, ver­suche ich vorher als unl­izen­zierte Kopi­en zu bekom­men, um mir ein aus­re­ichen­des Bild davon machen zu kön­nen, ob es sich lohnt. Blind­käufe sind sel­ten eine gute Idee, denn auch, wenn man vorher zum Beispiel ein Lied aus einem Album in ganz­er Länge gehört und für gut befun­den hat­te, sagt das noch nichts darüber aus, ob der Rest der enthal­te­nen Musik­stücke den Kauf wert sein würde oder ob man diesen nicht doch bereut. Bei Gefall­en beste­he ich aber darauf, das Gehörte auch in physis­ch­er Form zu besitzen, um meine Wertschätzung angemessen auszu­drück­en.

Ob sich dieses Ver­hal­ten im All­ge­meinen auch auf Büch­er über­tra­gen lässt? Ich bin zwar ein Fre­und dig­i­taler Medi­en im All­ge­meinen, nicht jedoch dig­i­taler Büch­er, denn “E‑Books” sind kein voll­w­er­tiger Ersatz für sel­bige. Irgen­det­was würde stets fehlen, und sei es nur das Umblät­tern oder die Gewis­sheit, ein Buch auch mal wochen­lang zur Seite leg­en zu kön­nen, ohne vor dem Weit­er­lesen die Bat­te­rien wech­seln zu müssen. Wom­öglich sollte Peter Singer sich aber mal bei Thalia beschw­eren — in deren Fil­ialen haben Besuch­er meist die Möglichkeit, jedes nicht eingeschweißte Buch auf mehr oder weniger beque­men Ses­seln zu lesen, ohne es kaufen zu müssen. Was da allein für Ver­luste entste­hen!

Wie zum Trotz hat welt.de an dieser Stelle eine acht­teilige Klick­strecke einge­fügt (sieben Teile plus Wer­bung): “So hoch sind der Ver­luste der Unternehmen durch Inter­net­pi­ra­terie…”. Darin ste­hen Fak­ten wie:

Alle EU-Län­der: 9,9 Mrd. Euro
Beschäf­ti­gungsab­bau: 186.400

Woher diese Zahlen kom­men? Man weiß es nicht. Dass Schwarzkopi­en die Schuld daran tra­gen, dass Unternehmen massen­haft Leute rauswer­fen, halte ich allerd­ings für ein Gerücht, aber die Springer-“Presse” war ja schon immer für ein wenig Pop­ulis­mus zu haben.

Nach einigem frag­würdi­gen Geschwafel über SOPA, PIPA, ACTA und Megau­pload (“der Kampf wird weit­erge­hen”, das fürchte ich auch) stellt Herr Singer dann noch mal seine eige­nen Absicht­en in Frage, indem er schreibt:

Ich bin nicht nur Leser, son­dern auch Autor. Eines der Wun­der des Inter­nets ist, dass einige mein­er älteren Werke, die lange nicht mehr liefer­bar sind, jet­zt sehr viel leichter erhältlich sind als früher – als Raubkopie

Gin­ge es nach ihm selb­st, wären seine “älteren Werke” also nun ver­grif­f­en, nicht mehr zugänglich, und wür­den ihm keine neuen Leser mehr bescheren. Dass er mit diesen “Werken” kein Geld mehr ein­nehmen kann, ist ihm egal, so lange sie eben nur auch nie­mand mehr kaufen kann. Ver­steh’ ich nicht. Peter Singer macht allerd­ings den Fehler, von Ver­brech­ern betriebene Plat­tfor­men wie Megau­pload und soziale, nicht auf die bloße Bere­icherung ihrer Betreiber fokussierte Net­ze wie etwa Kadem­lia (eMule/aMule) miteinan­der in einen Topf zu wer­fen. Ich gebe ihm insofern Recht, als es ein­fach ist, sich bessere Zwecke für “(…) Ein­nah­men aus Autoren­recht­en vorzustellen als den umweltschädlichen Lebensstil eines Kim Dot­com”. Den­noch hat Schwarzkopieren nur sel­ten etwas mit der­lei Aktiv­itäten zu tun.

Am Ende bekommt er doch noch die Kurve:

Aus­tralien, Kana­da, Israel, Neusee­land und viele europäis­che Län­der haben heute ein öffentlich­es Ver­leihrecht, das darauf aus­gelegt ist, Autoren und Ver­leger für die ihnen durch die Möglichkeit zur Entlei­he ihrer Büch­er in öffentlichen Büchereien ent­gan­genen Umsätze zu entschädi­gen. Wir brauchen etwas Ähn­lich­es für das Inter­net.

Es kön­nte über eine Nutzungs­ge­bühr finanziert wer­den, und wenn die Gebühr niedrig genug wäre, würde dies den Anreiz zur Nutzung von Raubkopi­en ver­ringern.

Was Peter Singer hier befür­wortet, ist eine Kul­tur­fla­trate — also das, was aus den Rei­hen der Piraten­parteien unge­fähr seit ihrem Beste­hen gefordert und von Kreativ­en wie Peter Singer meist mit Legal­isierung von Dieb­stahl gle­ichge­set­zt wird. Diese Entwick­lung ist zumin­d­est bemerkenswert.

Gegebe­nen­falls sollte Peter Singer sich zunächst ein­mal entschei­den, ob das Kopieren sein­er Texte nun erwün­scht (wegen ver­grif­f­en) oder nicht so erwün­scht (wegen Kim Schmitz) sein soll, bevor er sich daran wagt, einen Text zu schreiben, der sich für und/oder gegen file­shar­ing ausspricht. Ich fürchte allerd­ings, bevor diese Entschei­dung schließlich gefällt wor­den sein wird, macht er längst etwas anderes und lässt die Gesellschaft darunter lei­den.

Mich fröstelt es jet­zt schon.

Netzfundstücke
Kurz gefragt (1): Margaret Heckel!

Frau Heck­el,

für den “The Euro­pean” schrieben Sie:

Eigentlich ist der dig­i­tale Raum die ide­ale Gele­gen­heit für Frauen. Er ist weit­ge­hend bar­ri­ere­frei und erlaubt flex­i­ble Arbeit­szeit­en. Doch nur wenige Vorzeige­frauen mis­chen ganz vorne mit.

Frage: Na und?

So ein paar Vorzeige­frauen im Inter­net gibt es dann doch. Mari­na Weis­band von der Pirat­en-Partei. Die rhein­land-pfälzis­che Oppo­si­tions­führerin Julia Klöck­n­er von der CDU, die durch ihren schnellen Tweet mit den Ergeb­nis­sen der Bun­de­spräsi­den­ten­wahl bun­desweit bekan­nt wurde. Ari­an­na Huff­in­g­ton, die die Inter­net-Zeitung „Huff­in­g­ton Post“ gegrün­det hat.

Frage: Inter­essiert es Sie über­haupt, dass die von Ihnen als leuch­t­en­des Vor­bild hingestellte Mari­na Weis­band von Gestal­ten wie Ihnen und Ihren rück­ständi­gen Ansicht­en nicht viel hält?

Das ist zu wenig. Hil­fre­ich wären ein paar mehr Vorzeige­frauen, die anderen Mut machen, sich im Inter­net zu ver­wirk­lichen.

Frage: Hil­fre­ich wofür?

Ander­er­seits fragte Sie das auch bere­its gestern Ihr Kom­men­ta­tor B. Eich­ler:

Ihr State­ment zeugt von ein­er gewis­sen Hil­flosigkeit. Vielle­icht, weil Sie auch keinen Grund dafür wis­sen, warum 50 % der Inter­ne­tak­tivis­ten weib­lich sein soll­ten, außer dem, dass Frauen 50 % der Bevölkerung stellen.

Dür­fen wir auf eine Antwort hof­fen?