Sonstiges
8. März: Inter­na­tio­na­ler Frau­en­tag 2012

So ein Welt­krieg bringt ja in der Regel mit stei­gen­der Dau­er auch immer mehr Leid mit sich; Armut, Zer­stö­rung und sozia­le Miss­ent­wick­lun­gen sind an der Tages­ord­nung. In direk­ter Fol­ge des Ersten Welt­krie­ges etwa wur­de der Ver­sailler Ver­trag geschlos­sen, des­sen Klau­seln unter ande­rem die Hyper­in­fla­ti­on im Deut­schen Reich begün­stig­ten und infol­ge­des­sen den Auf­stieg der NSDAP för­der­ten. Außer­dem wur­de der Inter­na­tio­na­le Frau­en­tag neu for­miert.

Der Inter­na­tio­na­le Frau­en­tag ist ein Ver­such, die Frau als Indi­vi­du­um wei­ter zu schwä­chen und sie auf­grund des Umstands, dass sie mei­stens Brü­ste und/oder eine Vor­lie­be für scheuß­li­che Far­ben hat, in eine Grup­pe ein­zu­tei­len, die allein des­halb fei­erns­wert sein möge. Ursprüng­lich setz­te man sich für das Frau­en­wahl­recht ein, da sich das aber irgend­wann qua­si von selbst erüb­rig­te, gab man dem Tag einen bedeu­tungs­vol­le­ren Namen, näm­lich Tag der Ver­ein­ten Natio­nen für die Rech­te der Frau und den Welt­frie­den, was mit­ein­an­der ja vie­les zu tun hat, denn wenn Frau­en mehr Rech­te hät­ten, gäbe es auf der gan­zen Welt kei­ne Kämp­fe mehr, wenn nicht gera­de Som­mer­schluss­ver­kauf ist – das wird’s sein. Dass die Frie­dens­trup­pen der Ver­ein­ten Natio­nen zu den Rech­ten der Frau ihren Teil bei­tra­gen, ist da viel­leicht nur eine iro­ni­sche Fuß­no­te:

Einen zusätz­li­chen Auf­schwung des Pro­sti­tu­ti­ons­ge­schäfts ver­ur­sach­te zudem die Sta­tio­nie­rung von KFOR-Sol­da­ten, UN-Mit­ar­bei­tern und diver­sen west­li­chen Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen im Koso­vo. Kaum waren die­se ein­ge­trof­fen, schos­sen Bor­del­le wie Pil­ze aus dem Boden!

Frie­dens­krie­ge blei­ben eben genau das, und den Frie­den und den ideel­len Wert der Frau an sich („und jetzt im Chor, wir sind alle indi­vi­du­ell!“) zu sichern geht eben nicht gleich­zei­tig; die unwei­ger­lich resul­tie­ren­de Ent­schei­dung bedarf kei­ner wei­te­ren Über­le­gung. Ande­rer­seits: Direkt unan­ge­nehm ist es vie­len Frau­en ja augen­schein­lich nicht, auf ihre Möp­se redu­ziert zu wer­den, ver­ewi­gen sie sel­bi­ge doch mit­un­ter aus frei­en Stücken in Bild­form in so genann­ten „sozia­len Netz­wer­ken“ in der Hoff­nung, zahl­rei­ches Inter­es­se zu wecken. (Um sach­dien­li­che Hin­wei­se, ob es außer­halb ein­schlä­gi­ger Por­ta­le eine ähn­lich hohe Pro­zent­zahl von zei­ge­freu­di­gen Män­nern gibt, wird gebe­ten.)

„Ich ver­ste­he das Kon­strukt die­ses Tages nicht.“
– Twit­ter-Nut­zer „nutel­lag­ang­bang“

Wenn der Inter­na­tio­na­le Frau­en­tag gleich­zei­tig der Tag für den Welt­frie­den ist, ist dann der Inter­na­tio­na­le Män­ner­tag eigent­lich der Tag der Welt­krie­ge? Die Ver­ein­ten Natio­nen unter­stüt­zen die­sen Tag lei­der noch nicht als einen offi­zi­el­len und welt­wei­ten, womit wir wie­der bei der Gleich­be­rech­ti­gung wären, somit konn­te ich das auf die Schnel­le nicht nach­schla­gen, aber war­um soll­te man auch wol­len, dass die Rech­te der Män­ner und Jun­gen gestärkt wer­den?

Die Welt braucht unbe­dingt die­sen „Frau­en­tag“, denn sie wer­den gesell­schaft­lich noch nicht genug hofiert, tja­ja; und dass vie­le Frau­en sich in einer Umge­bung, die sich um so etwas nicht schert, woh­ler füh­len als mit dem Stig­ma der gefäl­ligst anzu­be­ten­den Göt­tin, ist der Gesell­schaft mal herz­lich egal. Fragt man näm­lich Frau­en danach, ob sie lie­ber als Mensch oder als Frau wahr­ge­nom­men wer­den, so fällt das Ergeb­nis in der Regel ziem­lich ein­deu­tig aus: Wie soll man die Res­sen­ti­ments gegen­über dem ande­ren Geschlecht abbau­en, wenn das ande­re Geschlecht auf sei­ne Beson­der­heit pocht?

Wel­chem Zweck genau dient also der Welt­frau­en­tag, wenn nicht allein als Anlass für zwar geschmack­lo­se, aber gera­de des­halb gelun­ge­ne chau­vi­ni­sti­sche Tweets und ander­wei­ti­ge Scherz­chen? Mor­gen ist er vor­über, und den­noch ist die Gefahr, dass die Rech­te der Frau­en mor­gen wie­der abge­schafft wer­den, unge­fähr so groß und bedroh­lich wie die Aus­sicht auf nahen Welt­frie­den zum Tag des Welt­frie­dens. Aber pfür den Pfrie­den tut man eben aller­lei, was ratio­nal uner­klär­lich ist: Lich­ter­ket­ten bil­den, Sol­da­ten ent­sen­den und den Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag bege­hen. („Bege­hen“ – sagt man das nicht eigent­lich bei Ver­bre­chen?)

Man soll­te all das manch­mal ein­fach etwas weni­ger ernst neh­men.

(Dank auch an L.!)

Senfecke:

  1. Der Ver­sailler Ver­trag hat uns also 50+Mio Tote gebracht. Das is ma wie­der eine Dei­ner stei­len sofort ein­leuch­ten­den The­sen, die mich so begei­stert.
    „die Deut­schen“ haben also nicht die Juden und den Iwan und das gan­ze ande­re Geschmeiss tot­ge­schos­sen, weil sie aus dem ersten Welt­krieg noch genug Übung im Leu­te umbrin­gen hat­ten, son­dern wegen der vom Ver­sailler Ver­trag „gemach­ten“ Infla­ti­on. Wenn Du da jetzt zum Sta­lin noch eine ähn­lich abstru­se The­se nach­lie­fern könn­test?

    • Ich möch­te dar­auf hin­wei­sen, dass ich ledig­lich schrieb, der Wahl­sieg der NSDAP sei eine Kon­se­quenz gewe­sen; der Umkehr­schluss gilt nicht.

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