FotografieIn den NachrichtenNetzfundstücke
Medi­en­kri­tik X: Kei­ne Panik, ruhig Blut!

Gestern sprach ein poten­zi­ell Kra­wall machen­der Jugend­li­cher anläss­lich der jähr­li­chen Auf­stän­de am 1. Mai in ein RTL-Mikro­fon, um aus­zu­drücken, dass eben­die­se Auf­stän­de einen prak­ti­schen Nut­zen hät­ten, der da lau­te, der Wirt­schaft resp. der Poli­tik „die Mei­nung des Vol­kes” ange­sichts der der­zei­ti­gen Finanz­la­ge nahe zu bringen.
Warum stehen Wellensittiche eigentlich gern auf einem Bein? Amüsanter Anblick, aber rätselhaft.
Ob sich die Wirt­schaft resp. die Poli­tik nun son­der­lich um die Grün­de für die Zer­stö­run­gen sche­ren, ob sie die ran­da­lie­ren­den Per­so­nen­grup­pen über­haupt noch zur Kennt­nis neh­men, ist offen­bar eine Fra­ge, die sich den Bericht­erstat­tern und ihren Befrag­ten nicht stellt. Wenn Revo­lu­ti­on zur Rou­ti­ne wird, ver­liert sie ihre Wirkung.

Nun haben die Deut­schen es ja ohne­hin nicht so mit der Revo­lu­ti­on; wenn ihnen etwas nicht passt, ver­spre­chen sie, die näch­ste Wahl ent­spre­chend durch­zu­füh­ren, war­ten bis zum Wahl­tag und ver­ges­sen bis dahin wie­der, was ihnen nicht gepasst hat. Eini­ge Ver­we­ge­ne machen ihrem Unmut auch Luft, indem sie wütend in ein Mikro­fon spre­chen, wie es zum Bei­spiel der ein­gangs erwähn­te Jugend­li­che tat, jedoch genügt es nie dazu, die Ver­ur­sa­cher der Wut zu beein­drucken. Da ist Frank­reich wesent­lich wei­ter ent­wickelt, wie auch Oskar Lafon­tai­ne schon rich­tig fest­stell­te:

„Wenn die fran­zö­si­schen Arbei­ter sau­er sind, dann sper­ren sie Mana­ger mal ein. Ich wür­de mir das hier auch mal wün­schen, damit die mal mer­ken, dass da Zorn ist, dass da Men­schen um ihre Exi­stenz fürch­ten”, sag­te Lafon­tai­ne im WDR-Hörfunk.

Aber so wird ver­mut­lich auch die­ses Jahr nichts pas­sie­ren, was ernst­haf­te Kon­se­quen­zen für das Land mit sich brin­gen wird, und wir kön­nen mit dem nor­ma­len Tages­ab­lauf fortfahren.

Der Tag ist ohne­hin bereits aus­rei­chend gefüllt mit Ereig­nis­sen, über die zu berich­ten sich die Medi­en nur sel­ten zu blöd sind. In den Nie­der­lan­den zum Bei­spiel wur­de ein Anschlag ver­übt, zwar nicht mit bren­nen­den Autos, aber doch immer­hin mit einem Auto. So weit eigent­lich ver­gleichs­wei­se neben­säch­lich, wäre nicht auch hier die Bericht­erstat­tung eine wun­der­li­che. Lukas schreibt:

Weil sich zumin­dest Tei­le die­ses Unfalls in der direk­ten Nähe des könig­li­chen Bus­ses abspiel­ten, wur­den die­se Bil­der live im Fern­se­hen über­tra­gen. Dass grau­sa­me Din­ge on air pas­sie­ren, gehört zu den Risi­ken einer Live-Über­tra­gung. Die Fra­ge ist, wie man in den näch­sten Momen­ten damit umgeht.

Und tat­säch­lich konn­te man sich auf die Blut­gier der Ver­ant­wort­li­chen ver­las­sen. Berich­te über den Anschlag gibt es außer­halb des Rund­funks nicht unbe­bil­dert, vor allem nicht im Fern­se­hen und im Inter­net. Da muss das Blut sprit­zen, das weckt die Neu­gier der poten­zi­el­len Zuschau­er. (Eigent­lich ist’s nur wenig erstaun­lich, dass die Zei­tungs­ver­la­ge über rück­läu­fi­ge Kun­den­zah­len kla­gen. Einen Ein­druck vom wirk­li­chen Leben bekommt man nur, wenn man schön nahe am Gesche­hen ist, ins­be­son­de­re, wenn die­ses Gesche­hen ein blu­ti­ges ist.)

Trash-Por­ta­le wie “Spie­gel Online“, Bild.de, focus.de und stern.de, aber auch FAZ.net zei­gen Bil­der­ga­le­rien, in denen man sich unter ande­rem dar­über infor­mie­ren kann, wie eigent­lich schwe­re Kopf­ver­let­zun­gen oder Mund-zu-Mund-Beatmun­gen aussehen.

Der Mensch ist schon ein selt­sa­mes Wesen; in der Regel ist er stets dar­um bemüht, Scha­den am eige­nen Leib zu ver­mei­den, aber frem­des Leid zieht ihn auf wun­der­sa­me Wei­se an.

Dies könn­ten auch Schwei­ne fest­stel­len, wür­den sie unse­re Medi­en kon­su­mie­ren; kaum ver­schwin­den die Mel­dun­gen über die Finanz­la­ge des Staa­tes, schon gibt es Schwei­ne­ge­rip­pe Schwei­ne­grip­pe und täg­lich neue Zah­len bezüg­lich der Ver­brei­tung und der Anzahl der bis­her Betrof­fe­nen. Das Wort „Pan­de­mie”, in die­sem Zusam­men­hang gern auf­ge­grif­fen, bedeu­tet übri­gens ledig­lich, dass es sich um eine sich glo­bal aus­brei­ten­de Krank­heit han­delt, und sagt über die Zahl der Erkrank­ten nichts aus. Da dies aber nur wenig Panik schürt, lässt es sich auch umfor­mu­lie­ren, zum Bei­spiel so:

Todes-Virus H1N1 wütet auf der gan­zen Welt!

Das ist inhalt­lich nicht falsch; tat­säch­lich ist es ein Virus, das töd­lich sein kann und bereits auf meh­re­ren Kon­ti­nen­ten zu fin­den ist. Ledig­lich die Wort­wahl „wütet” ist ein biss­chen übertrieben.

Aber wer wird denn pin­ge­lig sein?

In den NachrichtenPolitik
Geschichts­re­vi­sio­nis­mus

SPON hat mal wie­der was zu melden:

Inzwi­schen ver­su­chen Neo­na­zis auch den tra­di­tio­nel­len Erin­ne­rungs­tag der Lin­ken, den Tag der Arbeit, mit ihrer For­de­rung nach einem natio­na­len Sozia­lis­mus zu besetzen.

So?

Gesetz­li­cher Fei­er­tag wur­de der 1. Mai erst wie­der ab 1933 durch die Natio­nal­so­zia­li­sten. Das Reichs­ge­setz vom 10. April 1933 benann­te ihn als „Fei­er­tag der natio­na­len Arbeit“. Im Jahr 1934 wur­de der 1. Mai durch eine Geset­zes­no­vel­le zum „Natio­na­len Fei­er­tag“ erklärt.

(Wiki­pe­dia-Arti­kel zu die­sem Thema)

Das üben wir noch mal.

Politik
Kat­zen wür­den Whis­kas wählen.

Ich gebe zu, ich bin amüsiert.

Nicht unbe­dingt über das win­di­ge Wet­ter, auf­grund des­sen heu­te eine Ente mit irri­tier­tem Blick an mir vor­bei­ge­schwom­men wur­de, und noch weni­ger über die aktu­el­le, ver­se­hent­lich bemerk­te Titel­sei­ten­idio­tie der BILD („Tuut, tuut, tuut” ist nor­ma­ler­wei­se kein Signal für „Han­dy tot”, das klän­ge dann eher gar nicht und/oder rau­schend), son­dern, und gera­de des­halb ver­wun­dert es mich selbst, über die Pla­kat­ak­ti­on der SPD anläss­lich der Europawahl.

Da sieht man einen grin­sen­den Hai im Anzug und die Behaup­tung, „Finanz­haie wür­den FDP wäh­len” (wo’s doch aber F.D.P. hieße).
Ein paar Meter wei­ter einen Föhn im Anzug, „Hei­ße Luft wür­de die Lin­ke wählen”.

Ver­mut­lich ging das ähn­lich so wei­ter, und ver­mut­lich wür­den mir umge­hend diver­se Ver­glei­che auch für die SPD ein­fal­len, wenn man mich dar­um bäte; hat man aber bis­lang nicht.

Jeden­falls kommt mir das mit der Ver­gleichs­wer­bung bekannt vor. Ob die Kon­kur­renz wohl bald nachzieht?
Hof­fen wir’s!

In den Nachrichten
Der Game Boy wird 20.

Fast droht es unterzugehen:
Der gute, alte Game Boy wird 20 Jah­re alt.

4 MHz, 4 Grau­stu­fen und ein gran­dio­ser Sucht­fak­tor. Davon könn­ten sich vie­le die­ser moder­nen Spiel­ge­rä­te mal ’ne Schei­be abschneiden.

Frü­her war so man­ches besser.

Netzfundstücke
Kraft zum Vernetzen.

Nach­dem ich es hier (mit immer­hin amü­san­ter Bild­un­ter­schrift) und hier (sach­lich dar­ge­stellt) und hier (mit etwas ande­rem The­men­schwer­punkt) und vor­her auch noch irgend­wo anders gele­sen habe, möch­te ich mei­nen Lesern den Spaß auch nicht vorenthalten:

Hier klicken, oben „pc ver­net­zen” ein­tip­pen, freuen.

Und flei­ßig ein­kau­fen nicht ver­ges­sen. Bevor’s aus­ver­kauft ist.

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik IX: Will­kom­men im Klub der ein­sa­men Herzen.

Neu bei hei­se:

RTL-2-Mit­ar­bei­ter wegen SMS-Betrugs­ver­dachts verhaftet

An sich: Gut so!
Zu bezwei­feln ist aller­dings, dass sich irgend­et­was dadurch ändern wird.

So lan­ge es Men­schen gibt, wird auch immer Ein­sam­keit exi­stie­ren, und Ein­sam­keit för­dert Ver­zweif­lung, die sich dann von wirk­lich nicht sehr guten Sen­dern wie RTL II oder die­sem furcht­ba­ren 9live zu Geld machen lässt.

Ist es die Aus­sicht auf kurz­zei­ti­ges Aus­set­zen der Ein­sam­keit tat­säch­lich wert, für fast 2 Euro pro Kon­takt­ver­such mit unbe­kann­ten Teil­neh­mern, womög­lich gar mit einer Maschi­ne, maxi­mal 160 Zei­chen auszutauschen?

Und hat schon irgend­je­mand über ein sol­ches Ange­bot die Lie­be sei­nes Lebens ken­nen gelernt? Gibt es hier­zu brauch­ba­re Sta­ti­sti­ken? Und wür­de es jemand zugeben?

Ande­rer­seits ist „Bau­er sucht Frau” ja auch ver­gleichs­wei­se erfolgreich.

In den NachrichtenPolitik
Effi­zi­en­ter Schutz für Kin­der: Bekämpft die Symptome!

Gera­de noch recht­zei­tig vor der Wahl son­dern die Regie­ren­den noch immer eine Men­ge wun­der­li­cher Din­ge ab:

Auch wenn es der­zeit noch tech­ni­sche und recht­li­che Beden­ken gegen Kin­der­por­no-Sper­ren im Inter­net gibt, wer­den eini­ge aus­län­di­sche Inter­net­sei­ten mit kin­der­por­no­gra­fi­schen Inhal­ten bald nicht mehr in Deutsch­land abruf­bar sein.

So, so, es gibt recht­li­che Beden­ken, aber wir machen’s ein­fach mal, qua­si prä­ven­tiv? Ich verstehe.
Inter­es­sant ist dann vor allem die Fra­ge nach dem Nut­zen sol­cher Maßnahmen.

Geht die Zahl zu por­no­gra­fi­schen Hand­lun­gen gezwun­ge­ner und für ihr Leben gezeich­ne­ter Kin­der zurück, wenn in Deutsch­land weni­ger Inter­net­nut­zer die ent­spre­chen­den Pro­duk­te nut­zen kön­nen? Wür­de sie nicht eher, ganz im Gegen­teil, noch stei­gen, da die­je­ni­gen, die ihre Trie­be bis­lang mit der­ar­ti­gen Medi­en unter Kon­trol­le zu hal­ten wuss­ten, sel­bi­ge nun­mehr tat­säch­lich aus­üben müssen?

(Und was kann ein Mensch eigent­lich für sei­ne Trie­be?)

Das Anschau­en von Kin­der­por­no­gra­fie scha­det zunächst ein­mal kei­nem Kind. Die Pro­duk­ti­on tut es.

Ich bin gespannt, wann die ersten nicht por­no­gra­fi­schen Sei­ten auch auf der Sperr­li­ste landen.
Fan­gen wir an mit npd.de und antifa.de und arbei­ten uns dann lang­sam vor, bis nur noch die Infor­ma­ti­ons­sei­te der Bun­des­re­gie­rung zur Ver­fü­gung steht. Wie damals zu Zei­ten der Aktu­el­len Kame­ra.

Oder eben in Chi­na.

Netzfundstücke
EIER!

Das ver­lin­ke ich doch aus­nahms­wei­se gern weiter:

Mor­gens um halb acht die Tür zur Bäcke­rei auf­tre­ten, breit­schult­rig zum Tre­sen schlen­dern und gruß­los “Eier! brül­len, dabei auf die bun­ten, hart­ge­koch­ten Oster­ei­er zei­gen, die neben den Zei­tun­gen lie­gen. Wenn die Ver­käu­fe­rin nicht sofort reagiert, dop­pelt so laut “EIER!” rufen und kräf­tig mit bei­den Hän­den gegen die Ver­gla­sung hau­en – bis die jun­ge Dame end­lich ein Ei über­reicht. Nicht dan­ke sagen, nicht zah­len, sich gruß­los umdre­hen und gehen, von drau­ßen aber nach einer schwan­ken­den, ange­trun­ken wir­ken­den Pirou­et­te noch ein­mal uner­war­tet durch das Schau­fen­ster hin­ein­win­ken, macho­mä­ßig grin­sen und Küß­chen wer­fen, wor­auf­hin gleich alle drei Ver­käu­fe­rin­nen in höch­sten Ton­la­gen “hach, ist der süß” flöten.

Zuerst gele­sen hier, ver­wei­send hier­auf.

Hihi.

Persönliches
Juch­hei … heu­te frei. *reim*

In der Popu­lär­li­te­ra­tur bis­lang offen­bar kaum erforsch­te These:
Mor­gens um halb zwei nach aus­rei­chend Bier erst mal Musik hören, Müs­li essen und die für die­ses Jahr vor­ge­nom­me­nen Plä­ne stück­wei­se strei­chen ist eine Beschäf­ti­gung, die viel­fäl­ti­ge Emo­tio­nen weckt.

(Hal­lo übri­gens, lie­bes April­wet­ter. Nett von dir, dass du immer noch das alte bist. Auf dich kann man sich eben verlassen.)

… wenn dein kal­tes Bett dich nicht schla­fen lässt:
Halt dich an dei­ner Lie­be fest.

In den NachrichtenNerdkramsNetzfundstücke
Die April­scher­ze die­ses Jahr sind ja mal wie­der ein Brüller.

hei­se bringt, wie eigent­lich immer, irgend­was Obsku­res über Geheim­dien­ste, die IRC-Gale­rie tut eben­falls so, als wäre sie von einem Mini­ste­ri­um geka­pert wor­den, blen­det zudem am unte­ren Rand jedoch einen uner­träg­li­chen roten Bal­ken ein (an alle, die laut Sta­ti­stik danach suchen: Hier­mit bekommt man ihn weg!), und WinFuture.de ist auch nicht son­der­lich einfallsreich.

Gefal­len tut mir allen­falls der Scherz, dass der selt­sa­me skan­di­na­vi­sche Brow­ser Ope­ra nach den Maus- nun auch Gesichts­ge­sten ein­füh­ren soll. Ein­mal blöd gucken, um eure Lieb­lings­sei­te anzu­zei­gen, sozu­sa­gen. Habe gegrinst. (Die Sei­te blieb aller­dings geöffnet.)

Gar nicht lachen konn­te ich übri­gens auch über die Nach­richt, dass die GEMA Geld von You­Tube kas­sie­ren will. Ob das auch ein ver­dammt auf­wän­di­ger April­scherz war?

Es ist schon schlimm mit die­sem Tag.

(Und die­ser „Bär­lin, du bist so wun­der­bar” into­nie­ren­de Wer­beh­ei­ni geht mir auch auf die Ner­ven. Ich kann mir zwar nicht mer­ken, wofür er wirbt, aber auf Ber­lin habe ich die näch­sten geschätz­ten 107 Jah­re kei­ne all­zu gro­ße Lust mehr. Spart Geld, immerhin.)

In den NachrichtenProjekte
Licht an! II

Wur­de ja auch mal wie­der Zeit:

Um 20.30 Uhr ging in Städ­ten auf der gan­zen Welt für einen guten Zweck das Licht aus: Mil­lio­nen Men­schen ver­brach­ten eine Stun­de im Dunk­len, um gegen den Kli­ma­wan­del zu protestieren.

(SPON)

Mal abge­se­hen von die­ser amü­san­ten For­mu­lie­rung (gegen den Kli­ma­wan­del pro­te­stie­ren, geh weg, böser Kli­ma­wan­del!) haben die Orga­ni­sa­to­ren dies­mal immer­hin ihren Ver­stand benutzt:

Greg Bourne, Chef­or­ga­ni­sa­tor der „Earth Hour” vom austra­li­schen WWF, gab zu, dass die Akti­on eher Ener­gie ver­braucht anstatt zu spa­ren. „Es ist sym­bo­lisch. Und dar­um geht es”, sag­te er. „Es kommt dar­auf an, ein sicht­ba­res Zei­chen für die Poli­tik zu set­zen, damit sie lang­fri­sti­ge Ent­schei­dun­gen trifft.”

Die­se Sym­bo­lik mag mir auch erklä­ren, wer kann; gegen etwas pro­te­stie­ren, indem man es pro­vo­ziert, ist ein reich­lich wun­der­li­cher Ansatz, der sich indes auch auf Anti­fa-Demon­stra­tio­nen hin und wie­der beob­ach­ten lässt, wie mir zu Ohren kam.

Ich las­se dann mal das Licht bren­nen, um aktiv gegen den Kli­ma­wan­del zu pro­te­stie­ren. Mit Energiesparlampen.
Natürlich.


Übri­gens: eMu­le beba 2.50 ist fer­tig, wie immer mit vie­len nütz­li­chen Ände­run­gen und der gewohn­ten Sicher­heit inklu­si­ve einer Fil­ter­funk­ti­on für Indu­strie-IPs. Fro­hes Tauschen!

KaufbefehleMusikkritik
Mar­nie Stern – This Is It and I Am It and You Are It and So Is That and He Is It and She Is It and It Is It and That Is That

Was mir ja nun – ganz ent­ge­gen mei­nen Gewohn­hei­ten – selt­sa­mer­wei­se auch gefällt, ist der eigen­ar­ti­ge Indie-Pop (laut Eigen­be­schrei­bung eben­falls pro­gres­si­ve) der US-ame­ri­ka­ni­schen Gitar­ri­stin Mar­nie Stern. Ihr zwei­tes, bereits 2008 ver­öf­fent­lich­tes (und damit für die Halb­jah­res­li­ste 2009 lei­der nicht mehr zur Wahl ste­hen­des) Album oben ange­führ­ten, über­aus ein­präg­sa­men Titels klingt nach einer über­aus brauch­ba­ren Mischung aus The Kills und You Say Par­ty! We Say Die!.

Das Album beginnt mit dem, wie es das Feuil­le­ton aus­zu­drücken pflegt, tanz­ba­ren Prime und geht über die vol­le Län­ge von 41 Minu­ten, mit hier und da mehr am Rock ori­en­tier­ten Stücken, etwa genau so wei­ter und wird dabei kaum lang­wei­lig. Allein neigt man dazu, die Laut­stär­ke über­trie­ben zu erhöhen. 

Mehr zu hören gibt es auf MyS­pace. Viel Spaß!

In den NachrichtenNetzfundstückePolitik
25. März

25. März 1989:

Eine Dik­ta­tur liebt die ande­re: „DDR und Nica­ra­gua ver­bin­den enge brü­der­li­che Bezie­hun­gen“, ver­kün­det das „Neue Deutsch­land“ In Lett­land haben die Men­schen die Dik­ta­tur end­gül­tig satt: in der Haupt­stadt der Noch-Sowjet­re­pu­blik Riga geden­ken rund 30 000 Teil­neh­mer in einem Schwei­ge­marsch der Ver­bre­chen der Sowjet­dik­ta­tur. Auf den Trans­pa­ren­ten war die sowje­ti­sche Sta­ti­stik in nüch­ter­nen Zah­len zu sehen[…].

25. März 2009:

Trotz allem kann heu­te bei einer Demon­stra­ti­on in Ber­lin die Rote Fah­ne mit Ham­mer und Sichel getra­gen wer­den, ohne dass es einen Auf­stand der Anstän­di­gen gibt. Im Gegen­teil: auf der jüng­sten Demon­stra­ti­on gegen den Thor- Stei­nar- Laden in Ber­lin Fried­richs­hain, wur­de von den Teil­neh­mern erwar­tet, dass sie sich hin­ter eben die­ser Fah­ne zum Kampf „gegen rechts“ ver­sam­meln. Man­cher im Zug trug Che Gue­va­ra auf der Brust, der mehr als 200 Men­schen hin­ge­rich­tet hat und nach wie vor als Kult­fi­gur auf lin­ken T‑Shirts prangt.

Tref­fend beob­ach­tet, voll­stän­di­ger nach­zu­le­sen hier.

(Ähn­li­che Gegen­über­stel­lun­gen gibt es täg­lich; höchst lesenswert!)

Persönliches
Lee­rer Blick

(… und dann liegt man da auf dem Bett, den lee­ren Blick an die Zim­mer­decke gerich­tet, und man denkt dar­über nach, wie man die letz­ten Mona­te – waren es 10 oder schon mehr? – ver­bracht hat; nein, so viel zu den­ken gibt es da dann eigent­lich nicht. Ein neu­er Lebens­ab­schnitt, natür­lich, das ist es immer, und eigent­lich ver­läuft ja auch alles ganz nach Plan, bis auf die­se unbe­stimm­te Klei­nig­keit eben. Der Sän­ger mit der ange­neh­men Stim­me singt von Som­mern, die wie Züge vor­bei­zie­hen, aber irgend­wie zieht er selbst an einem vor­bei, nur nicht ganz so laut und stö­rend wie ein Zug. Bei dem Gedan­ken an die­sen Ver­gleich muss man ein biss­chen schmun­zeln, aber man hat noch im glei­chen Atem­zug wie­der ver­ges­sen, wor­über man gera­de schmun­zeln woll­te, und so lässt man es dann blei­ben und denkt, den lee­ren Blick an die Zim­mer­decke gerich­tet, dar­über nach, ob und was man statt­des­sen noch hät­te blei­ben las­sen sol­len und ob die­ser Satz nun eigent­lich akzep­ta­bel for­mu­liert ist, aber min­de­stens zwei­te­res ist einem dann doch irgend­wie egal. Wenn man jemals eine Zeit­ma­schi­ne hät­te bau­en wol­len, dann jetzt; aber man kennt sich selbst ja nun schon ein paar Jah­re und weiß, dass man wie­der nur Unfug damit anstel­len wür­de. Der lee­re Blick bleibt an der Zim­mer­decke, vor­bei an den Bil­dern, die das gei­sti­ge Auge pro­ji­ziert. Drau­ßen sin­gen die Vögel. Und übrigens …)