NetzfundstückePiratenpartei
Kurz verlinkt LXXXIX: Goethes Erben

Heute vor 180 Jahren starb Johann Wolf­gang von Goethe.

Heute vor 0 Jahren berichtete “Der­Bas­tard” über 16-jährige Nach­wuchs­blog­ger und zitierte:

Wir kauften uns Eis & Cola, wobei Mar­i­ons Cola nach Pisse schmeck­te. Nach jedem Schluck schrie sie PISSE xD. Mit dem eis schossen wir rum.. schöne Sauerei C: ..

Was wohl die Deutschen in 180 Jahren von uns hal­ten wer­den?


Apro­pos Idioten:

Wie Vertreter der Piraten­partei heute gegen 14 Uhr erfuhren, wies die Webpräsenz des saar­ländis­chen Land­tags eine kri­tis­che Sicher­heit­slücke auf. (…) Ange­blich wurde eben­so eine Datei mit Kon­fig­u­ra­tions­dat­en über das Betrieb­ssys­tem aus­ge­le­sen. Nach den Angaben auf Twit­ter geht daraus her­vor, dass es sich um ein Betrieb­ssys­tem aus dem Jahr 2003 han­delt, für das seit 2005 keine Sicher­heit­sup­dates mehr bere­it­gestellt werde. (sic!)

Natür­lich; warum sollte man einen Serv­er, der erst ein­mal prob­lem­los läuft, auch gele­gentlich mal warten? Is’ doch das gute Lin­ux, das geht nie kaputt.

PISSE. xD

(Das war jet­zt ein wenig unsach­lich.)

NerdkramsNetzfundstücke
Kurz verlinkt LXXXVIII: Tobias Eggendorfers Inkonsequenz

Dada Dudu Didi wies heute auf den vor weni­gen Tagen gehal­te­nen Vor­trag “Pleit­en – Pech – Pan­nen: die Geschichte des Com­put­ers” hin, auf dem unter anderem fol­gen­des gesprochen wurde:

Viren, Würmer und Trojaner…wer hat die heutzu­tage nicht auf seinem Rech­n­er? Ok, zwei, drei Lin­uxnutzer sind am Stand. Das ist ganz pos­i­tiv.

Dass der Vor­tra­gende “Prof. Dr.” Tobias Eggen­dor­fer bei der Hochschule der Polizei in Ham­burg und somit im Umfeld der­er, die in staatlichem Auf­trag dafür sor­gen, dass Leute “Viren, Würmer und Tro­jan­er” auf ihrem Rech­n­er haben, “arbeit­et”, ist dur­chaus inter­es­santes Hin­ter­grund­wis­sen.

Noch inter­es­san­ter wird es im Detail: Der Vor­trag wurde unter anderem “präsen­tiert” von der Lin­ux Foun­da­tion, und wie von Microsoft bezahlte Stu­di­en Lin­ux gern ein­mal nicht als son­der­lich über­ra­gend darstellen, so ist natür­lich auch dieser Vor­trag vor allem ein­seit­ig und zielt darauf ab, die Auf­tragge­ber möglichst gut daste­hen zu lassen.

Einige der während des Vor­trages gezeigten Folien etwa the­ma­tisieren ver­schiedene Puffer­über­läufe in Win­dows-Sys­tem­di­en­sten, die zu massen­hafter Ver­bre­itung von Schad­soft­ware führten. Dass Herr Eggen­dor­fer nur am Rande darauf einge­ht, dass auch Lin­ux­di­en­ste häu­figer ein­mal drin­gend kor­rigiert wer­den müssen, ist nur wenig erstaunlich. (Zum The­ma “sicheres Lin­ux” ließ ich mich bere­its an ander­er Stelle aus­führlich aus.)

Ich hoffe jedoch, meinen Lesern ent­ge­ht nicht das entschei­dende Detail: Das Präsen­ta­tion­s­gerät ist ein Apple-Lap­top. Apple ist die Fir­ma, die ein Betrieb­ssys­tem zum Lebensstil erhoben hat, gegen das Win­dows Vista und Win­dows 7 wahre Boll­w­erke sind. Jet­zt kann es natür­lich sein, dass auf diesem Apple-Lap­top anstelle des vorin­stal­lierten Mac OS X Win­dows oder vielle­icht auch Lin­ux oder BSD (wobei ich das bezwei­fle) ver­wen­det wer­den, aber warum wird dann über­haupt ein Apple-Lap­top ver­wen­det?

War wahrschein­lich ger­ade bil­lig.

In den NachrichtenPolitik
Ein Sieg über die Demokratie

Wenn’s mit der Poli­tik mal nicht mehr klappt, kann die Bun­deskan­z­lerin immer noch im Kabarett reüssieren. Als die Bun­desver­samm­lung näm­lich gestern über­raschen­der­weise unter Auss­chluss des Volkes den von CDU, CSU, den Grü­nen, der SPD und der F.D.P., die mal wieder an allem schuld ist, gemein­sam gestützten — ja, das Alter — Joachim Gauck zum Bun­de­spräsi­den­ten gewählt hat­te, nan­nte sie das nicht etwa eine Farce, eine Unver­schämtheit, oder einen Kom­pro­miss, für den sich alle Beteiligten for­t­an schä­men soll­ten, son­dern qua­si einen Sieg der Demokratie beziehungsweise:

Bun­deskan­z­lerin Angela Merkel (CDU) hat nach der Wahl von Joachim Gauck zum neuen Bun­de­spräsi­den­ten vom einem guten Tag für die Demokratie gesprochen.

Demokratie — man weiß es — bedeutet unge­fähr “Volk­sh­errschaft” und ist nicht deck­ungs­gle­ich mit der Oli­garchie (“Herrschaft der Weni­gen”). Ander­er­seits war der erste Wahlsieg der NSDAP damals ja auch nach rechtlichen Maßstäben demokratisch.

Wo es Sieger gibt, gibt es immer auch Ver­lier­er. Wenn also in diesem Fall die Demokratie gewon­nen hat, so ist der Ver­lier­er zweifel­sohne das Volk, dessen Wille es nach­weis­lich nicht ist, dass die Null-Prozent-Partei F.D.P. ihm einen der son­st doch eher wenig beliebten Neuen Recht­en als Staat­sober­haupt beschert. — “Wahlen” wie diese haben indes Tra­di­tion, im Heimat­land von Angela Merkel und Joachim Gauck waren die Wahlergeb­nisse ja oft ähn­lich vorherse­hbar.

Die Demokratie jeden­falls hat “gewon­nen”, sie bekommt eine angemessene Abfind­ung und darf in Rente gehen. Jet­zt gel­ten hier andere Regeln — wie damals, als der 1940 geborene Joachim Gauck noch jung war.

Apro­pos Rente: 2010 sagte er im Alter von 70 Jahren gegenüber der “BILD am Son­ntag”, es gebe “viele gute Gründe” für eine Rente mit 67 Jahren. So recht überzeugt hat ihn das wohl selb­st nicht.

Montagsmusik
Cult of Youth — Eihwaz

Ei, was? Mit Post-Punk kann ich nor­maler­weise nur wenig anfan­gen, das Genre eifert zu sehr Idol­en aus den 80-er Jahren nach — und was musikalisch von jen­em Jahrzehnt zu hal­ten ist, sollte fast jed­er Musik­fre­und ähn­lich beurteilen.

Warum mir die Brook­lyn­er Post-Punk-Gruppe Cult of Youth, deren neuestes Album von immer­hin 2011 stammt, trotz­dem ziem­lich gut gefällt, weiß ich nicht. Vielle­icht ist es die bedrohlich-aggres­sive Stim­mung, die ihre Musik ver­bre­it­et, vielle­icht ist es die merk­würdi­ge Geigen­be­gleitung, die andere großar­tige Musik­grup­pen wie Muta­bor in klan­gliche Nähe rück­en; in pos­i­tivem Sinne bemerkenswert ist das Resul­tat in jedem Fall:

(Ander­swo ist von “Neo­folk” die Rede, und das gefällt mir schon deut­lich bess­er.)

Guten Mor­gen.

Spaß mit Spam
Ihre Email-Won 915.810,00

Oh, ein Schreibfehler — aus Email ist vielle­icht die Umman­telung eines Woks, aber nicht die eines Wons. — Oder han­delt es sich um 915.810,00 Won? Wenn ja: Was genau hat Email damit zu tun, was habe vor allem ich als Nichtko­re­an­er damit zu tun?

“Dr. Maria Gon­za­lez Dri­go” von der “Lote­ria Nacional” jeden­falls teilt mir unter obigem Sujet fol­gen­des mit:

Find­en Sie Ihre Infor­ma­tio­nen zu gewin­nen, in der Anlage im pdf-For­mat
Mit fre­undlichen GrьЯen
Dr. Maria Gon­za­lez Dri­go

Ah — ich kann 915.810,00 Won (aus Email) gewin­nen. Pri­ma und sehr nüt­zlich! Dann schau’ ich mir die Anlage doch mal an.

So eine Art “Brief” mit ziem­lich pix­eli­gen Grafiken öffnet sich, aus dem ich dann mal zitiere:

NOTARISCHE GEWINNBENACHRICHTIGUNG

Statt notarieller Benachrich­ti­gun­gen — dazu bedürfte es eines oder mehrerer Notare — werde ich notorisch benachrichtigt, das ist mal was neues. Und zwar hierüber:

Wir sind erfreut, Sie zu informieren, das Sie ein gluck­lich­er Gewin­ner vom inter­na­tionalem Euro Mil­lion Spiel­pro­gramms sind, das am 02/03/2012, abge­hal­ten wurde.

Ja, wie, Euro? Doch keine Won? Das ent­täuscht mich jet­zt schon ein wenig, gluck­lich bin ich noch nicht. Vielle­icht ändert sich das noch?
Die Benachrichtiger jeden­falls sind auf jeden Fall gluck­lich, behaupten sie:

Wir Sind sehr gluck­lich Sie ALS einen der Gewin­ner zu benachrichti­gen das Ihr Name mit der Kartense­ri­en­num­mer ubere­in­stimmte: 934–03650116-211 und die Stempfelzahl: 71225–0 gekauft durch Ihren Bear­beitungsagen­ten von den Kosten von zwei Euro, hat fol­glich den Preis in der 2. Kat­e­gorie mit den Gewinn­zahlen: 14–18-32–40-46+06:07.gewon­nen Wir Entschuldigun­gen für die späte benachrich­ti­gung, da es zu Ver­wech­slun­gen von Namen und Adressen kam..

Ich Bin sehr entrustet das MEIN Name ange­blich 934–03650116-211 lautet — da wäre mir C‑3PO noch lieber. Ver­bockt hat das aber anscheinend mein Bear­beitungsagent, der zwei Euro gekostet hat und mir eine Stempfelzahl auf den falschen Namen hat ein­tra­gen lassen. Ich hoffe, ich muss beim Abholen meines Woks nicht meinen Ausweis vorzeigen, son­st komme ich in Erk­lärungsnot. (Dass man mich ver­wech­selt hat, ist aber jet­zt keine große Über­raschung mehr. Ich wüsste aber gern, mit wem; mit Frau 27470 vielle­icht, die immer im Super­markt als meine Kassiererin auf den Kassen­zetteln ste­ht?)

Halt, Moment, irgend­wie kommt mir das bekan­nt vor. Tat­säch­lich — es ist die gle­iche Lot­terie, bei der ich schon im Novem­ber etwas gewon­nen habe, nur der Sach­bear­beit­er ist ein ander­er, eben­so das Trans­ferin­sti­tut und die Faxnum­mer des Bear­beitungsagen­ten. Mist — wird wohl wieder nichts mit meinem Mil­lio­nengewinn.

Kön­nen die von der Lote­ria Nacional nicht endlich mal einen Briefkas­ten kaufen?

Netzfundstücke
Strukturwandel: Christoph Kappes hat sich im semantischen Web verlaufen

Und dann ist da noch Christoph Kappes, Geschäfts­führer der mir völ­lig unbekan­nten Gesellschaft “Fruc­tus”, die wahrschein­lich irgend­was mit Obst macht, der aber trotz­dem in der Enquete-Kom­mis­sion “Inter­net und dig­i­tale Gesellschaft” des Deutschen Bun­destages herum­sitzt und also bestrebt ist, der Bun­desregierung das Inter­net mal so richtig durchzuerk­lären. Was ihn zu einem Sachver­ständi­gen macht, wüsste ich nur allzu gern, aber Dieter Gorny, Grün­der von Viva, gehört der Kom­mis­sion ja eben­falls an, was die Mess­lat­te schon recht niedrig legt.

Dieser Christoph Kappes nun hat gestern was geblog­gt, näm­lich eine aus­führliche Stel­lung­nahme als Antwort auf Fra­gen zum The­ma “Struk­tur­wan­del der poli­tis­chen Kom­mu­nika­tion und Par­tizipa­tion”, also inwiefern das Inter­net poli­tis­che Schw­er­punk­te und Inter­essen in und aus der Gesellschaft bee­in­flusst und/oder ander­sherum, und ich möchte die Pointe schon mal vor­weg­nehmen:

Ich bin sehr ges­pan­nt, ob man mich für einen Spin­ner hält.

Ja. ‘Struk­tur­wan­del: Christoph Kappes hat sich im seman­tis­chen Web ver­laufen’ weit­er­lesen »

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Kurz verlinkt LXXXVII: Rechtsfreier Raum. (Die unendliche Geschichte.)

Twit­ter machte mich soeben darauf aufmerk­sam, dass wieder mal der “rechts­freie Raum Inter­net” “wirk­sam” “bekämpft” wer­den soll:

Für Deutsch­land schlägt die Studie den­noch ein “vorg­erichtlich­es Mitwirkungsmod­ell” vor, das aus einem zweistu­fi­gen Warn­hin­weis­sys­tem beste­ht. Der Provider soll einen Inter­net­nutzer war­nen, wenn er mut­maßlich ille­gales Mate­r­i­al ver­wen­det hat.

Ich mag die deutsche Sprache auch, weil ihre Pronom­i­na so flex­i­bel sind.
“Lieber Inter­net­nutzer, wir haben mut­maßlich ille­gales Mate­r­i­al ver­wen­det. Mit fre­undlichen Grüßen, Ihr Provider.”

Dass sog­ar der — lei­der immer noch an Face­book gebun­dene und somit nicht empfehlenswerte — Stream­ing­di­enst Spo­ti­fy hierzu­lande in Zusam­me­nar­beit mit der Musikin­dus­trie betrieben wer­den kann, ohne, dass sie sich über die deshalb aus­bleiben­den CD-Verkäufe beschw­eren würde, wertete ich als Zeichen der Ein­sicht. Schade.

PolitikIn den Nachrichten
Medienkritik extern: Hannes Stein, Joachim Gauck und der bösere Massenmord

Joachim Gauck hat in ein­er Rede die gute, alte Total­i­taris­mus­de­bat­te mal wieder angestoßen: Haben links und rechte Genozide eine andere moralis­che Grund­lage, der eine vielle­icht eine bessere?

Hannes Stein, Schreiber­ling auf Welt.de, bejaht das und führt dafür ziem­lich eige­nar­tige Belege an:

Die Liste der Kün­stler und Schrift­steller, die dem Kom­mu­nis­mus anhin­gen und Oden auf Stal­in ver­fassten, ist lang. (…) Die Liste der erstk­las­si­gen Intellek­tuellen, die Anhänger der Nazis waren, ist kurz.

Und Intellek­tuelle irren sich eben nicht; wie auch Hannes Stein in all sein­er Objek­tiv­ität, wenn er weit­er schreibt, dass zwar Sow­je­tu­nion und Deutsches Reich sich im Massen­mord nicht viel nah­men, aber der sow­jetis­che doch irgend­wie human­er war, weil:

Aber es hat in der Sow­je­tu­nion nie eine so radikale Maß­nahme wie die deutsche „Endlö­sung“ gegeben. Nicht ein­mal der „Holodomor“ hat­te zum Ziel, sämtliche Ukrain­er umzubrin­gen. Außer­dem bin ich nicht sich­er, ob das Wort „Genozid“ hier ganz ange­bracht ist: Der Hunger­mord war nicht nur etwas, was Russen Ukrain­ern ange­tan haben.

Vielle­icht sollte das beruhi­gend wirken, Axel B.C. Kauss sieht das anders:

Will Stein angesichts solch­er Leichen­berge auf den zwei Seit­en ein- und des­sel­ben Irra­tional­is­mus (…) allen Ern­stes nach mehr oder min­der radikalem Massen­mord unter­schei­den, eine qual­i­ta­tive Bew­er­tung auf­grund „gradu­eller“ Unter­schiede in „Radikalität“ und „Sys­tem­atik“ mil­lio­nen­fachen (!) Mor­dens vornehmen? (…)

Ich schaue auf zwei Mas­sen­gräber, rand­voll mit Men­schen aller Alters­grup­pen und Geschlechter. Da kommt ein Jour­nal­ist des Weges und möchte mir erk­lären, die Mil­lio­nen men­schlichen Leben im lecht­en Mas­sen­grab seien radikaler ver­nichtet wor­den als die Mil­lio­nen im rinken. Der lechte Genickschuss tötete grausamer als der rinke. Das sys­tem­a­tis­che Ver­hungern­lassen und Erschießen von Mil­lio­nen rinks ist weniger radikal oder sys­tem­a­tisch als Gas und Ofen lechts. Da bleibt mir nicht nur als his­torisch Inter­essiertem und Kundi­gem sowie als studiertem Philosophen, son­dern zuvorder­st als Men­sch ganz ein­fach die Spucke weg.

Weil Massen­mord halt bess­er ist, wenn wir nicht schuld sind; oder es halt wahl­los und nicht sys­tem­a­tisch passiert.
Typ­isch Springer-Ver­lag.

In den Nachrichten
Fackelzüge gegen Atombeleuchtung

Apro­pos Fukushi­ma: Im Ver­lauf des heuti­gen Abends fan­den vielerorts Lichter­ket­ten gegen Atom­strom statt, und ich hätte dann nach Begutach­tung der einge­hen­den Erfol­gsmit­teilun­gen doch noch mal drei Fra­gen dazu, die ich, da ich die Drahtzieher ger­ade nicht aus­machen (nicht “aus­machen” wie Atom­kraftwerke) kann, ein­fach mal hier rein­schreibe.

Frage 1:
Welche konkreten poli­tis­chen Kon­se­quen­zen hat es jet­zt, dass Fack­eln tra­gen­des Volk die Innen­städte block­iert hat, oder war der ganze Aufwand bloßer Pop­ulis­mus und wird fol­gen­los bleiben?

Frage 2:
Worin beste­ht der konkrete Zusam­men­hang zwis­chen

  1. dem Reak­torunglück im Atom­kraftwerk Fukushi­ma und dem “Schacht Kon­rad” im ehe­ma­li­gen Berg­w­erk Asse sowie
  2. Fack­elzü­gen und Atom­strom?

Sollen die Fack­eln sig­nal­isieren, dass die beteiligten Demon­stran­ten auch ohne Atom­strom leben kön­nten, was ich bezwei­fle? Ste­hen sie metapho­risch für einen aufge­bracht­en Pöbel, der sich mit Gewalt Gehör ver­schaf­fen will? Sind sie bloßes Bild ohne tat­säch­liche poli­tis­che Aus­sage dahin­ter?

Frage 3:
Ich erhielt über Umwege unter anderem fol­gende Ankündi­gung:

Wir melden uns dann wieder mit dem Ter­min zum “Tre­f­fen und Feiern danach” und freuen uns, dann mal bei entspan­nter­er “Tage­sor­d­nung”, auf euch.

Was genau soll da gefeiert wer­den — der Erfolg der Lichter­kette? Wenn ja: Worin beste­ht er?

Ich brenne vor Vor­freude auf eure Antworten.

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Three Eleven

Seit dem 11. Sep­tem­ber (2001, A.d.V.) ist die Welt nicht mehr dieselbe. Sog­ar Datum­sangaben wer­den seit­dem sol­i­darisch US-amerikanisiert, selb­st dann, wenn sie mit den USA nichts zu tun haben, son­dern an besagtem Tag nur irgen­dein Ärg­er­nis geschah.

Etwa anlässlich des Jahrestages — feiert man das eigentlich? — der Havarie des Kernkraftwerkes Fukushi­ma am 11. März 2011, der das so genan­nte “Nachricht­en­magazin” N24 heute dazu ver­leit­ete, fol­gende bescheuerte Über­schrift zu wählen:

Japan gedenkt “3/11”

Dass Japan (valid­er, aber unnötig drama­tisieren­der pars pro toto) “3/11” gedenkt, halte ich für unwahrschein­lich, denn Datum­sangaben wer­den in der japanis­chen Sprache nicht in US-amerikanis­ch­er Schreib­weise getätigt; soll heißen, dass es gut sein kann, dass in den Vere­inigten Staat­en lebende Japan­er “3/11” gedenken, die in Japan leben­den Japan­er aber ver­mut­lich eher so etwas wie “3月11日” — und weil kein­er weiß, wie um alles in der Welt man das aussprechen soll, fasst man es im Deutschen ein­fach ganz anders zusam­men: “Japan gedenkt dem Atom­reak­torunglück von Fukushi­ma”, not­falls (gemäß genan­nter Regel) “Japan gedenkt Fukushi­ma”.

Dass man bei N24 lieber Englisch schwätzt, ist vor dem Hin­ter­grund von Pearl Har­bor beson­ders amüsant. Aber Sol­i­dar­ität geht vor — mit wem, ist ja dann auch egal.

(Mit Dank an L.!)

Nerdkrams
Zwei Tage mit BSD: Andere sind schon mit Debian überfordert.

(Vorbe­merkung: Ich greife dies­mal gele­gentlich auf Fach­be­griffe zurück und werde sie nicht immer erläutern, ich bin ja nicht die Wikipedia.)

In einem Anflug von Heit­erkeit beschloss ich, zur Abwech­slung neben diversen Lin­uxdis­tri­b­u­tio­nen, die ihren Dienst auf den von mir einge­set­zten Servern, Desk­tops und in ein­er virtuellen Mas­chine ver­richt­en, auch ein­mal BSD aus der Nähe zu betra­cht­en. ‘Zwei Tage mit BSD: Andere sind schon mit Debian über­fordert.’ weit­er­lesen »

Sonstiges
Sheldon Cooper, ein fiktives Idol

Zufälle (und Kon­tak­te) ließen mich unlängst die komö­di­antis­che Fernsehserie “The Big Bang The­o­ry”, eine Art “IT Crowd” ohne Infor­matik mit Physik, anson­sten jedoch sehr ähn­lich­er Kon­stel­la­tion (mehrere Nerds ste­hen ein­er einzi­gen klis­chee­haft ent­wor­fe­nen Frau gegenüber), ent­deck­en. Nun ist die Physik keines­falls eines mein­er bevorzugten Fachge­bi­ete, die Rolle des Shel­don Coop­er jedoch, ein­er der Haupt­fig­uren, ist eine sehr lobenswerte, die beizeit­en Bar­ney Stin­son und Char­lie Harp­er, der­er man eigentlich auch irgend­wann ein­mal über­drüs­sig sein sollte, als vielfach nachgeahmtes Vor­bild zumin­d­est ergänzen sollte, allein schon auf­grund von Szenen wie dieser:

Shel­don Coop­er: Ich weine, weil andere dumm sind, denn das macht mich trau­rig

Einige dieser neu­modis­chen blog­ger wür­den sich hier wom­öglich mit einem in mehrfach­er Hin­sicht sim­plen “xD” beg­nü­gen; ich mein­er­seits empfehle gele­gentlich­es Betra­cht­en erwäh­n­ter Serie unter der Prämisse, dass die Kon­ser­ven­lach­er im off nicht darüber hin­wegtäuschen soll­ten, dass manch­es eher der Real­ität entspringt als der bloßen Belus­ti­gung dienen sollte.

Und das macht mich trau­rig.