In den Nachrichten
Kurz verlinkt CXLVI: Die spinnen, die Römer!

Wenn sich noch irgendw­er fragt, wo eigentlich das Geld hin­fließt, das der Steuerzahler in arme Eurolän­der (Griechen­land, Ital­ien, Berlin) senden darf: In die katholis­che Kirche natür­lich.

Für den bevorste­hen­den Amtsverzicht von Papst Benedikt XVI. hat die Stadt Rom nach ital­ienis­chen Medi­en­bericht­en 4,5 Mil­lio­nen Euro von der Regierung beantragt. Das „außeror­dentliche Ereig­nis“ ver­lange auch „außeror­dentliche Ressourcen und Mit­tel” (…).

Katholis­che Kirche? Das war die hier:

Doch das von ein­er katholis­chen Stiftung getra­gene Kreszen­tia-Stift winkt ab: Die Schwest­ern woll­ten keinen Homo­sex­uellen im Haus.

Das “außeror­dentliche Ereig­nis” (der Wech­sel des Ober­spin­ners vor dem Tod des derzeit­i­gen Amtsin­hab­ers), das, wie 1996 vom dama­li­gen Papst Johannes Paul II. fest­gelegt, in der Six­tinis­chen Kapelle — die im Vatikanstaat, einem sou­verä­nen Staat auf der ital­ienis­chen Hal­binsel, ste­ht — stat­tfind­en muss, kostet die Haupt­stadt (mithin: die Steuerzahler) eines anderen Staates also 4,5 Mil­lio­nen Euro mehr als wenn der noch amtierende Papst ein­fach gestor­ben wäre.

“Tock, tock, tock.”
– Obelix, “Die Odyssee”

(via [via])

(Mit Dank an K. für die Über­schrift.)

KaufbefehleMusikkritik
Caspian — Waking Season

Caspian - Waking SeasonDie US-amerikanis­chen Postrock­er Caspi­an hat­te ich kurzzeit­ig vergessen. Als im let­zten Jahr Peter, eigentlich über das zulet­zt veröf­fentlichte Caspi­an-Album “Wak­ing Sea­son” berich­t­end, all­ge­mein über die Ein­tönigkeit der aktuellen Postrock­land­schaft referierte, ließ ich mich nur zu einem kurzen Kom­men­tar hin­reißen, in dem ich ihm grund­sät­zlich Recht gab. Ja, natür­lich ist das, was gemein­hin unter dem allzu unklar definierten Begriff “Postrock” ein­ge­ord­net wird, fast immer (die von mir hoch geschätzten Dear John Let­ter etwa sind willkommene Aus­nah­men) Gitar­renge­wit­ter und elegis­che Melo­di­en und Laut-Leise-Wech­sel und diese kurzen Ambi­ent-Momente als Ruhe mit­ten im Sturm, und ja, natür­lich klingt da ein­fach vieles gle­ich.

Auch Caspi­an.

Caspi­an ist ein Quin­tett aus Mass­a­chu­setts, das auch auf seinem drit­ten Album nicht viel anders macht als auf den bei­den Alben davor. Über 57 Minuten machen Caspi­an auf “Wak­ing Sea­son” nicht ein­fach Musik, sie fan­gen Emo­tio­nen ein und wan­deln sie um in Bilder, wie es sich für eine gute Musik­gruppe gehört. Die Stücke tra­gen Titel wie “Halls of the Sum­mer”, “Long the Desert Mile” und “Fire Made Flesh”. Das ist kein fröh­lich­er Som­mer­pop, es ist der sound­track zum ewigen Herb­st. Gele­gentlich, etwa in “Gone in Bloom and Bough” (10:24 Minuten lang), ertönt eine leise, aber gut vernehm­bare Stimme, während die Instru­mente — melodiöse Gitar­ren, darüber ein treiben­des Schlagzeug — den grauen Him­mel im Kopf blau bemalen.

Die ruhi­gen Momente sind es dann, die den blau bemal­ten Him­mel wie mit einem Ham­mer­schlag zusam­men­stürzen lassen. “Wak­ing Sea­son”, der pubertierend rebel­lierende kleine Brud­er von Spir­it of Eden? Möglicher­weise. Postrock hat ja gele­gentlich diese grund­sät­zlich dur­chaus pos­i­tive Eigen­schaft, die vorge­blich heile Gefühlswelt eines Men­schen bin­nen Sekun­den in heiße Lava zu tauchen oder eben unter eine erfrischende Dusche zu stellen. Das hier ist Lava, und wann son­st sollte man Lava hören wollen, wenn nicht am Valentin­stag, an dem es vie­len nur um Roman­tik und lav geht? Ver­bit­terte Men­schen kön­nen gern weit­er­hin affi­gen Mäd­chen­pop mit dum­men Tex­ten (“Baby Baby Baby Baby Baby Baby” usw.) hören, bis er ihnen zu den Ohren her­aus­trieft. Ich höre Lava.

Diese Lava klingt natür­lich wie Mog­wai, wie Russ­ian Cir­cles und wie Mono (deren Pro­duzent Matt Bayles auch hier seinen Teil beitrug), außer­dem aber klingt sie unver­wech­sel­bar nach Caspi­an. Und Caspi­an klingt gut — den Stream gibt es zurzeit hier, Hör­proben dort.

Sollte euch ein Banause ein­mal fra­gen, wofür man heutzu­tage noch Kopfhör­er (und einen Plat­ten­spiel­er) braucht, wenn man gute Laut­sprech­er besitzt, gebt ihm “Spir­it of Eden”. Oder dieses Album.

Denn es ist wirk­lich ziem­lich gut.

NetzfundstückeNerdkrams
Kurz verlinkt CXLV: Der Mythos vom unabhängigen “cyberspace”

(Vorbe­merkung: Eigentlich gehört dieser Artikel in die Kat­e­gorie der “Schmal­hänse des Tages”. Da der Pro­tag­o­nist aber wed­er Deutsch­er noch in der CDU ist, würde ich die Serie voll­ständig brechen — ich bitte daher die Umkat­e­gorisierung zu verzei­hen.)

Das mit diesem freien Inter­net, das ist nicht gut. Das Inter­net als Leben­sraum oder gar als teil­weise oder voll­ständig inkludierte Par­al­lelge­sellschaft, so ein Quatsch. Fax ist ja auch kein Leben­sraum.

A lib­er­al regime will pass leg­isla­tive safe­guards against gov­ern­ment mis­use of data and com­mu­ni­ca­tions and will gen­er­al­ly take a light hand, when it comes to reg­u­la­tion and tax­a­tion, in the inter­est of per­son­al free­dom and ease of com­merce. But the fact that bad states may abuse the pow­er to reg­u­late telecom­mu­ni­ca­tions does not mean that benign states lack, or should lack, that pow­er. (…) If you’re not con­vinced by now that the very notion of cyber­space is sil­ly, try sub­sti­tut­ing “fax” or “tele­phone” or “tele­graph” for “cyber” in words and sen­tences. The results will be com­i­cal. “Activists denounced gov­ern­ment crim­i­nal sur­veil­lance poli­cies for col­o­niz­ing Fax Space.” “Should Tele­phone Space be com­mer­cial­ized?” (…) Like oth­er intel­lec­tu­al-polit­i­cal fads of the late 20th cen­tu­ry, includ­ing neolib­er­al eco­nom­ics and neo­con­ser­v­a­tive for­eign pol­i­cy, the idea of cyber­space as a par­al­lel real­i­ty free from gov­ern­ment reg­u­la­tion and com­mer­cial cor­rup­tion was con­fused in its con­cep­tion and doomed in prac­tice.

Frei über­set­zt:

Ein lib­erales Regime wird geset­zliche Schutz­maß­nah­men gegen regierungs­seit­i­gen Miss­brauch von Dat­en und Kom­mu­nika­tion (sic!) erricht­en und generell im Inter­esse per­sön­lich­er Frei­heit und der Vere­in­fachung des Han­dels in Bezug auf Reg­ulierung und Besteuerung eher sachte agieren. Der Umstand jedoch, dass böswillige Staat­en die Macht, Telekom­mu­nika­tion zu reg­ulieren, miss­brauchen kön­nten, bedeutet nicht, dass fre­undliche Staat­en diese Macht nicht haben soll­ten. (…) Wenn Sie noch nicht davon überzeugt sind, dass der Begriff des “Cyber­spaces” blöd ist, pro­bieren Sie ein­mal, “Fax” oder “Tele­fon” oder “Telegraf” in Wörtern und Sätzen durch durch “Cyber” zu erset­zen. Die Ergeb­nisse wer­den komisch sein. “Aktivis­ten prangerten Überwachungspoli­tik der Regierung für Krim­inelle zur Kolonisierung des Fax­spaces an.” “Sollte der Tele­fon­space kom­merzial­isiert wer­den?” (…) Wie andere intellek­tuell-poli­tis­che Marot­ten des späten 20. Jahrhun­derts, ein­schließlich neolib­eraler Wirtschafts- und neokon­ser­v­a­tiv­er Frem­den­poli­tik, wurde die Idee des Cyber­spaces als Par­al­lel­welt frei von staatlich­er Reg­ulierung und kom­merzieller Kom­pro­mit­tierung in seinen Grundzü­gen ver­wirrt und in der Prax­is zer­stört.

Der Autor dieser kon­fusen Zeilen ist Michael Lind, ein US-amerikanis­ch­er Nation­aldemokrat (natür­lich aus Texas, wen wundert’s?) mit neokon­ser­v­a­tiv­er Ver­gan­gen­heit. Falls euch jet­zt beim Lesen ein kalter Schauer über den Rück­en läuft: Der Text wird übri­gens deut­lich lustiger, wenn man sich vorstellt, wie Michael Lind ihn auf ein­er Apfelsi­nenkiste auf dem Mark­t­platz ein­er beliebi­gen deutschen Kle­in­stadt vorträgt. Pro­biert es mal aus!

NetzfundstückeNerdkrams
Legalsoftwarez-BB.

Was “warez” sind, muss ich hof­fentlich nie­man­dem, der schon mal was mit diesem Inter­net gemacht hat, erk­lären — es han­delt sich um einen Szenebe­griff für in nicht immer mit den Lizenzbe­din­gun­gen kom­pat­i­bler Weise kopierte Com­put­er­pro­gramme (bis hin zu ganzen Betrieb­ssys­te­men). Ich wage zu behaupten: Nie­mand, der noch ganz bei Trost ist, käme auf die Idee, eine Inter­net­seite namens “warez-irgend­was” — abge­se­hen vielle­icht von “keine-warez.de” (derzeit anscheinend nicht reg­istri­ert) — zu eröff­nen und dort auss­chließlich freie und kosten­lose Soft­ware zu veröf­fentlichen.

(Für solche Zwecke gibt es ohne­hin bere­its genug Por­tale, darunter Gizmo’s Free­ware und Free­wareBB.)

Insofern habe ich ger­ade amüsiert zur Ken­nt­nis genom­men, dass das “warez”-Portal Warez-BB (aus Grün­den nicht ver­linkt), auf dem seit Jahren immer wieder neue Win­dowsver­sio­nen, aller­lei Sys­tem­pro­gramme und ähn­lich­es Gedöns einen Platz find­en, neben ein­er Infor­ma­tion, dass man Organ­i­sa­tio­nen wie die Free Soft­ware Foun­da­tion finanziell unter­stützt, diesen Hin­weis­text am Fuß jed­er Seite anzeigt:

Warez-BB respects the rights of oth­ers and is com­mit­ted to help­ing third par­ties pro­tect their rights. Our terms of ser­vice offer any­one to send inquiries to (Mailadresse).

Frei über­set­zt: “Wir, das Schwarzkopi­en-Forum, berück­sichti­gen die Rechte Drit­ter und helfen gern, die Ver­bre­itung von Schwarzkopi­en einzudäm­men. Schick­en Sie uns ein­fach eine E‑Mail.”

Das scheint nicht allzu oft zu passieren.

KaufbefehleMusikkritik
Somnambulist — The Paranormal Humidor

Somnambulist - The Paranormal HumidorIn meinem Fun­dus an Musik, die sich im Laufe der Zeit so ange­sam­melt hat, fand ich zufäl­lig auch das Album “The Para­nor­mal Humi­dor” (“Der para­nor­male Feuch­traum”) des US-amerikanis­chen Quin­tetts Som­nam­bu­list, veröf­fentlicht im Jahr 2001.

Dabei han­delt es sich um das zweite Album beziehungsweise das erste (und bis heute offen­bar let­zte) nach der Neu­grün­dung der Band. Als Sänger ist Peter Cor­nell, Brud­er von Chris Cor­nell (unter anderem Mit­glied von Soundgar­den), zu Som­nam­bu­list gestoßen, was keineswegs eine stilis­tis­che Übere­in­stim­mung bed­ingt. Vielmehr ertönt hier mit aller­lei Anlei­hen am Pro­gres­sive Rock angere­ichert­er Hardrock.

Das Album begin­nt mit “In The Mind­warp Pavil­lion”: Tiefes Atmen, Stim­mengewirr. “The Sum­mer has end­ed and you’re not pre­pared to meet God — are you afraid to die?”. Sehr stim­mungsvoll und ein wenig beängsti­gend. Es begin­nt mit einem Hardrock­teil mit fiesem Death-Met­al-Gesang, passend zur Ein­leitung, wird aber rasch san­ft. Getra­gen wird das Album ins­ge­samt vom Zusam­men­spiel der dom­i­nan­ten Retro-Prog-Key­boards und der Gitarre ein­er­seits, vom gele­gentlich ausufer­n­den Schlagzeugspiel ander­er­seits. Auf den “Baby­blauen Seit­en” ist außer­dem von einem “wuchti­gen Bass” die Rede — den ver­schluckt mein Abspiel­gerät in diesem Fall lei­der. Ich nehme an, das liegt aus­nahm­sweise an mir. (Nach­trag: Es lag tat­säch­lich am Abspiel­gerät.)

Das Resul­tat der Mix­tur ist mit sein­er Melan­cholie, aber auch Düster­heit eine dur­chaus eigen­ständi­ge Mis­chung aus echolyn (“mei”), den frühen (also besseren) Gen­e­sis (“Fox­trot”, gele­gentlich “The Lamb Lies Down on Broad­way”) und Van der Graaf Gen­er­a­tor (“Still Life”). (Ich finde Stil­ver­gle­iche ja immer blödsin­nig, aber wenn sie der Wahrheits­find­ung dienen, will ich mal nicht so sein.)

Ach, oben hat­te ich ja die “Baby­blauen Seit­en” erwäh­nt. Ich zitiere mal von dort:

Die sieben Songs des neuen Out­puts bieten kom­plex­en Pro­gres­sive Rock, der typ­is­che Retro-Ele­mente mit ein­er gesun­den Härte verbindet. Dabei ist man jedoch von üblichen Met­al-Ten­den­zen meilen­weit ent­fer­nt, son­dern verbindet die tra­di­tionelle und sym­phonis­che Rock­tra­di­tion mit aggres­siv­en Aus­brüchen, wobei sich ins­beson­dere Sänger Peter Cor­nell statt des üblichen pathetis­chen Gesangs durch bisweilen fast schon brachial anmu­tende Aus­brüche ausze­ich­net. (…) [Es] braucht dem Prog-Puris­ten keines­falls angst und bange zu wer­den, da ins­beson­dere der Key­board­sound tief in den seli­gen 70er Jahren ver­wurzelt ist und die volle Bre­it­seite an Ham­mond- und Mel­lotron­sounds geboten wird.

Alles endet mit ein­er weit­eren gesproch­enen Pas­sage. “I’m scared some­times”. Passt.

“The Para­nor­mal Humi­dor” ist ein hörenswertes Album für jeden Musik­fre­und, der nichts dage­gen hat, wenn die Siebziger bemüht wer­den, ohne dass es anges­taubt oder kün­stlich klingt. Mein­er­seits eine unbe­d­ingte Gutfind­empfehlung. Es muss ja nicht immer Heino sein.

In den NachrichtenPiratenpartei
Medienkritik in Kürze: Die Zeugen Ponaders

Nur noch mal kurz zum Real­itätsab­gle­ich, was die medi­ale Aufmerk­samkeit doch für ein wankelmütiges Biest ist:

Mari­na Weis­band, erk­lärter Liebling der Medi­en (denn sie sei “(e)ine junge Frau, die zwei ger­ade Sätze her­aus­bringt, und dabei auch noch gut aussieht”), analysierte vor eini­gen Tagen den Zus­tand der Piraten­partei und forderte, dass sie sich endlich wieder mehr auf ihre Wurzeln besin­nen solle.

Das Ergeb­nis: Es wird virtuell zu ihr gebetet und ihre Rück­kehr an die Parteispitze erhofft, auf dass sie die angezählte Partei zurück ans Licht führen möge. Angezählt? Ja, und das liegt allein am poli­tis­chen Geschäfts­führer Johannes Pon­ad­er, heißt es.

Johannes Pon­ad­er näm­lich, erk­lärter Schuldiger an jed­er Wahlnieder­lage der let­zten Monate, heißt es in den Medi­en, analysierte vor eini­gen Tagen den Zus­tand der Piraten­partei und forderte, dass sie sich endlich wieder mehr auf ihre Wurzeln besin­nen solle.

Das Ergeb­nis: Die anderen Mit­glieder des Bun­desvor­stands beschimpfen Johannes Pon­ad­er öffentlich und find­en seine Aus­sagen gar nicht gut.

Vielle­icht ist er nicht niedlich genug.


Nach­trag (zum The­ma) vom 7. Feb­ru­ar 2013:

Falls sich noch jemand fragt, warum in Berlin lediglich zwei Abge­ord­nete der Piraten­partei unbe­liebter sind als Klaus Wow­ere­it: Das kön­nte daran liegen, dass zumin­d­est ein­er von ihnen sich etwas zu wichtig nimmt.

PersönlichesMir wird geschlecht
Gleicher als die anderen (Fortsetzung).

Zu Beginn mein­er Stu­dien­zeit hat­te ich mich teils belustigt, teils ver­wun­dert über das hochschuleigene Frauen- und Gle­ich­stel­lungs­büro geäußert. Es ist Zeit für einen Nach­trag.

Heute näm­lich kam durch Zufall ein Exem­plar der zurzeit gülti­gen Richtlin­ie gegen sex­uelle Beläs­ti­gung und Diskri­m­inierung in meinen Besitz. Darin ste­hen gut gemeinte Hin­weise, was denn alles zu unter­lassen sei. Dabei ist aus­drück­lich nicht von Geschlech­ter­diskri­m­inierung die Rede:

[Zu uner­wün­schtem Ver­hal­ten] zähl[t] unter anderem: (…) sex­uell her­ab­würdi­gende Kom­mentare über Per­so­n­en, deren Intimgeben, deren Kör­p­er sowie deren sex­uelle Iden­tität

Nor­males Her­ab­würdi­gen auf­grund des Geschlechts wird von besagter Richtlin­ie somit nicht ein­mal formell abgedeckt.

Das erk­lärt, wieso im Umfeld der Richtlin­ienex­em­plare zahlre­iche weit­ere Pam­phlete aus­liegen und ‑lagen, etwa “Schutz und Hil­fe für Frauen in Not!” vom lokalen Frauen­schutzhaus (“Frauen­schutzHaus”), denn so ein Mann braucht keine Hil­fe:

Mis­shand­lun­gen durch den Ehe­mann, Lebenspart­ner, Fre­und oder die Fam­i­lie gehören für viele Frauen in Deutsch­land zum All­t­ag.

Vice ver­sa; aber mit eurem Latein seid ihr wohl längst am Ende.

Frauen wer­den: (aus stilis­tis­chen Grün­den gekürzt, A.d.V.)

  • Kon­trol­liert
  • Bedro­ht
  • (…)
  • Geschla­gen
  • Getreten
  • Belei­digt
  • Sex­uell mißhan­delt

(…) Sprechen Sie mit möglichst vie­len Men­schen über Frauen- und Kindesmis­shand­lung sowie Frauendiskri­m­inierung, wie sie über­all und täglich geschieht.

Ich sag’ euch was, “Frauen­schutzhaus Wolfen­büt­tel”: Ich spreche gern mit möglichst vie­len Men­schen darüber, wie ihr eigentlich das Rol­len­mod­ell in der Gesellschaft seht. Ist das eigentlich schon Her­ab­würdi­gen des Geschlechts, wenn Frauen in die Rolle der hil­flosen Opfer gedrängt wer­den? Aber was interessiert’s euch, ihr kämpft ja für die gute Sache. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Auch die “Beratungsstelle gegen sex­uelle Gewalt e. V.” hat neben eurem, “Frauen­schutzhaus Wolfen­büt­tel”, ein eigenes Falt­blatt platzieren lassen, das the­ma­tisiert, wieso Verge­wal­ti­gung schlimm ist. Natür­lich auch hier nur die gegen Frauen und Mäd­chen, denn andere Men­schen ste­hen in dieser Gesellschaft nicht unter Schutz. Die sollen sich gefäl­ligst selb­st wehren!

Zugegeben: Besagte Pam­phlete entstammten nicht direkt der Fed­er des “Frauen- und Gle­ich­stel­lungs­büros”. Dieses hat sein eigenes Scher­flein beige­tra­gen: Ein Falt­blatt namens “Nieder­sach­sen-Tech­nikum — Eine inter­es­sante Per­spek­tive für Abi­turi­entin­nen” beschreibt eine Art Prak­tikum, das vom Land finanziert und nur Frauen ange­boten wird, die vor der Wahl ihrer beru­flichen Zukun­ft ste­hen. “Gle­ich­stel­lung” ist anscheinend eine andere Art, “Frauen brauchen mehr Vorteile gegenüber den Män­nern” auszu­drück­en. Allerd­ings keine viel bessere.

Was das Gle­ich­stel­lungs­büro so macht? Nun, dies erk­lärt ein A4-Blatt: Förderung ein­er geschlechtersen­si­blen Lehre ste­ht darauf, Lit­er­atur zu gen­der­spez­i­fis­chen The­men sei auch im Ange­bot. Außer­dem — nicht zu vergessen — Maß­nah­men zur Förderung der Bal­ance der Geschlechter in den Stu­di­engän­gen, denn in so einem Studi­um geht es nicht um “Inter­esse oder nicht”, son­dern um “Tit­ten oder nicht”. Deshalb ist es auch drin­gend notwendig, in der Infor­matik eine Frauen­quote von min­destens 50 Prozent zu erre­ichen, denn auch als Frau hat man gefäl­ligst Inter­esse an Com­put­ern zu haben und nicht nur an so doofen sozialen Berufen. Nur für Frauen, so das A4-Blatt weit­er, seien Ver­anstal­tun­gen und Work­shops im Ange­bot, Ver­net­zung in Studi­um und Beruf und der­gle­ichen. Män­ner, Trans­sex­uelle und Geschlecht­slose brauchen so was nicht. Oder sie bekom­men es ein­fach nicht.

So flößt man der schweigen­den Masse immer wieder aufs Neue ein, wie die Rol­len­mod­elle in dieser Gesellschaft so laufen, auf dass sie auch weit­er­hin denken möge, es sei schon alles in Ord­nung so.

Falls es noch jemand nicht ver­standen hat: Insti­tu­tio­nen wie dieses “Gle­ich­stel­lungs­büro” sind ein wider­wär­tiges, weil tra­gen­des Ele­ment sex­is­tis­ch­er Auswüchse an staatlichen Ein­rich­tun­gen und gehören daher abgeschafft. Von Steuergeldern bezahlte Heuchelei haben wir in den Par­la­menten bere­its genug.

Politik
Die Revolution scheitert am Kabarett.

Poli­tis­ches Kabarett, wenn es gut gemacht ist (also nicht auf RTL oder Das Erste gesendet wird), hat zwei Funk­tio­nen: Es soll ein­er­seits unter­hal­ten, ander­er­seits aber auch und vor allem Leute mit­tels dieser Unter­hal­tung dazu bewe­gen zu erken­nen, was in der Poli­tik ger­ade falsch läuft. Poli­tis­ches Kabarett, wenn es gut gemacht ist (im Fol­gen­den kurz PK-Weg­gi genan­nt, Lese­fluss und lustiger Klang sind Kri­te­rien), ist so ein mah­nen­des Instru­ment und eine Aus­drucks­form des Protests.

Natür­lich regt PK-Weg­gi zum Lachen an, aber keines­falls, weil es sich um einen guten Witz han­delt. Die Leute lachen ja auch über Mario Barth und Paul Panz­er, die nun wirk­lich alles andere als gute Witze machen.

Ich bringe mal ein konkretes Beispiel: Im Jahr 2007 sprach der großar­tige Kabaret­tist Volk­er Pis­pers vor Pub­likum über Hin­ter­gründe der Lohnbesteuerung. Lasst das Video ein­mal auf euch wirken:

Nut­to vom Bret­to Volk­er Pis­pers

Die Sit­u­a­tion stellt sich fol­gen­der­maßen dar: Da gehen Leute ins PK-Weg­gi, wo man ihnen erzählt, wie ihre gewählte Regierung ihnen das Geld qua­si aus der Tasche zieht. In anderen Län­dern würde der zornige Mob das Richtige tun, in Deutsch­land wird gewiehert. Ja, schlimm, das mit dem Geld, aber, hihi­hi, er hat “Nut­to” gesagt! Denn man hat in all den Jahren vor dem Fernse­her gel­ernt, wie das Spiel läuft: Auf der Bühne macht ein­er Fax­en, vor Beginn der Sendung wird das Pub­likum dazu trainiert, wie es richtig applaudiert (in der Sendung “Zim­mer frei!” etwa beste­ht “Applaus” stets aus ein­er Kom­bi­na­tion aus Klatschen, Tram­peln und Johlen, was merk­würdi­ger­weise in offen­bar nie­man­dem den Ein­druck weckt, dadurch würde richtiger Applaus abgew­ertet), das Gel­ernte wird angewen­det. Als Beloh­nung für’s Mit­spie­len darf man noch eine Weile zuguck­en. Dümm­liche Män­ner-Frauen-Witze, Asozialen­witzchen (“Cindy aus Marzahn”) und ansprechend ver­pack­te Kri­tik am Staat sind ja irgend­wie das Gle­iche.

You're doing it wrong

Und natür­lich sind die staat­stra­gen­den Medi­en, die öffentlich-rechtlichen Regierungssender (die Beteili­gung einiger Parteien an eini­gen Sendern ist ja kein Geheim­nis), darauf erpicht, dass das auch so bleibt. Soll der Typ da vorn doch reden, was er will, so lange die Kasse stimmt. Da set­zt sich schon mal eine Julia Klöck­n­er von der CDU ins Pub­likum und freut sich ganz dolle, wenn ein PK-Weg­gi-Aktivist wie Georg Schramm (hier vor etwa fünf Jahren) ihre Partei und den poli­tisch erwün­scht­en geisti­gen Ver­fall eines Teils der Gesellschaft tadelt. Ist eben Kabarett, da wird gejohlt und geklatscht.

GeorgSchramm — Sys­tem­a­tis­che Volksver­dum­mung durch die Medi­en

Wenn der­selbe Georg Schramm dies fernab von Fernsehkam­eras tut, ist die Stim­mung eine andere, denn wenn keine Kam­era im Saal ist, ist PK-Weg­gi plöt­zlich über­haupt nicht mehr lustig, wie dieser Mitschnitt der Ver­lei­hung des baden-würt­tem­ber­gis­chen Kleinkun­st­preis­es 2011 (maßge­blich mit­fi­nanziert im Auf­trag der CDU) belegt:

Aber im Fernsehsaal, da sitzen sie auch weit­er­hin und lachen und klatschen und gehen nach Hause mit dem guten Gefühl, sich wenig­stens gut amüsiert zu haben. “Endlich sagt’s mal ein­er!”, und damit zurück zur Tage­sor­d­nung.

So wird das nichts mit der Rev­o­lu­tion.

Netzfundstücke
Die Pinguine

Ich bin ja unter anderem auch ein Pin­guin- und Web­comicfre­und, wen­ngle­ich meine Fre­und­schaft in let­zterem Fall nur aus­gewählten Serien gilt.

Zu diesen Serien zählen außer den üblichen Verdächti­gen (Garfield und andere) auch solche, deren Zeich­n­er sich mehr dem Non­sens (NICHTLUSTIG) und der Kun­st des schwarzen Humors (Cyanide & Hap­pi­ness) ver­schrieben haben.

Gele­gentlich finde ich mir noch unbekan­nte Web­comics ähn­lich­er Art, die ich bei Gefall­en dur­chaus im Auge behalte. Twit­ter­nutzer @chriszim besaß die Frech­heit, mich auf die Serie “Die Pin­guine” aufmerk­sam zu machen. Die dor­ti­gen Comics sind nicht nur schlecht geze­ich­net, son­dern auch brachial,

Die Pinguine - Robbenklopper

flach

Die Pinguine - Rede

und voller schlechter Witze.

Die Pinguine - Verhört

Ich mag sie, und ihr soll­tet das auch tun.


Übri­gens kön­nen, apro­pos Twit­ter, diejeni­gen von euch, die mit RSS nicht umge­hen kön­nen, nun stattdessen auch auf Twit­ter lesen, wenn es hier einen neuen Artikel gibt. So weit die The­o­rie.

KaufbefehleMusikkritik
Heino — Mit freundlichen Grüßen

Heino - Mit freundlichen Grüßen“Nun, da sich der Vorhang der Nacht von der Bühne hebt, kann das Spiel begin­nen, das uns vom Dra­ma ein­er Kul­tur berichtet.”
– Heino (Orig­i­nal: Die Fan­tastis­chen Vier): MfG


Eigentlich dürfte ich Heino nicht mögen.

Ich habe meinen musikalis­chen Stolz über Jahre hin­weg hart erar­beit­et, nenne Schlagerver­anstal­tun­gen im Geiste gele­gentlich (zum Beispiel jet­zt ger­ade) pauschal “Totenge­sang” und betra­chte die Pro­tag­o­nis­ten des Gen­res mit ihrem Bumm-Tschack und Gefiedel im Hin­ter­grund als tragikomis­che Fig­uren, nicht jedoch als kün­st­lerisch sym­pa­this­che Musik­er. Allerd­ings gebe ich offen zu, auf­grund dieses Desin­ter­ess­es auch nur wenige “Lieder” der Toten­sänger zu ken­nen. Eines von den Wildeck­er Herzbuben, eines von Mar­i­anne Rosen­berg, eines von Vicky Lean­dros, keines von Andrea Berg. Und Heino war der Typ mit dem Enz­ian.

Dann kam “Mit fre­undlichen Grüßen”. Das “Skan­dal-Album”, voller ver­meintlich­er Urhe­ber­rechts­d­ings beziehungsweise eben Heino-Ver­sio­nen bekan­nter Pop- und Rock- und Ramm­ste­in­stücke, von denen einige selb­st mir bekan­nt sind. Skan­dalös ist indes nicht das uner­laubte Nach­spie­len, denn von § 23 UrhG wären die nachge­spiel­ten Stücke nur dann betrof­fen, würde Heino den Text mod­i­fizieren; skan­dalös ist, dass mit dem Umstand, dass sich im Urhe­ber­recht nur noch wenige Bürg­er (Massen­abmah­nun­gen sei Dank) aus­re­ichend gut ausken­nen, gezielt gewor­ben wird. Ver­mut­lich sind einige Adres­sat­en der viralen Wer­bung für das Album inzwis­chen so verun­sichert, dass sie glauben, es sei ille­gal, sich “Mit fre­undlichen Grüßen” zu kaufen. Na, mit einem Heino-Album sollte man sich ver­mut­lich zumin­d­est nicht draußen blick­en lassen.

Aber ohne diesen Skan­dal wäre auch mir “Mit fre­undlichen Grüßen” wahrschein­lich nicht mal aufge­fall­en.

Geschützt durch Not­fall­musik, die nur wenige Tas­ten­drücke ent­fer­nt ist, bin ich das Wag­nis einge­gan­gen, mir zwecks Mei­n­ungs­bil­dung ein­mal selb­st besagtes Album anzuhören. Eigentlich dürfte ich es nicht mögen.

Heino, der Typ mit dem Enz­ian, inzwis­chen seit bald einem Jahrzehnt im Rentenal­ter und immer noch mit, zugegeben, krankheits­be­d­ingter Son­nen­brille und Perücke vor dem öffentlichen Ver­fall (und davor, auf Konz­erten sein öffentlich ver­fal­l­en­des Pub­likum allzu gut sehen zu müssen) geschützt, macht nun also, wie schon vor eini­gen Jahren der gle­ich­falls beruf­sju­gendliche Thomas Gottschalk (“What Hap­pened to Rock’n’Roll”) in Led­erk­luft gewan­det, das mit der Rock­musik.

Seine Abschied­s­tournee (2005) war offen­sichtlich eher eine Pausen­tournee. Die Ärzte haben dieses Konzept im Jahr 2012 (auf das “Abschied­skonz­ert” fol­gte die “Come­back-Tour”) gecovert, gle­ich­sam als Revanche ist das erste Lied auf “Mit fre­undlichen Grüßen” nun deren “Junge”, vor­ge­tra­gen mit tiefer Stimme und rol­len­dem “R”. Tiefe Stimme, rol­len­des “R”? Ach, Ramm­stein, ja. “Sonne” klingt tat­säch­lich der Vor­lage recht ähn­lich. “Leucht­turm” von ehe­mals Nena geht mir in der Heino-Ver­sion deut­lich weniger auf die Ner­ven. Und falls sich jemand fragt, warum das Album “Mit fre­undlichen Grüßen” heißt: “MfG” von den Fan­tastis­chen Vieren ist auch drauf, aus rechtlichen Grün­den (ich erwäh­nte es oben) mit gesproch­en­er Ein­leitung und Hin­ter­grund­chören.

THC in OCB ist, was ich dreh’.

Als Die Toten Hosen in den 1980-er Jahren mit dem “wahren Heino” Nor­bert Häh­nel (etwa für “Eis­gekühlter Bom­mer­lun­der”) zusam­me­nar­beit­eten, war das eine der weniger schlecht­en Heino-Par­o­di­en. Lei­der wur­den Die Toten Hosen nicht in das Reper­toire aufgenom­men. “Eis­gekühlter Bom­mer­lun­der” hätte in der Wirk­lich-wahrer-Heino-Ver­sion ver­mut­lich erst recht an Komik gewon­nen. Man kön­nte “Mit fre­undlichen Grüßen” trotz­dem als Par­o­die auf­fassen. Ob Heino die Pop­musik-Szene, sich selb­st oder die Par­o­di­en auf sich selb­st par­o­dieren wollte, weiß ich lei­der nicht.

Klar ist: “Mit fre­undlichen Grüßen” ist schräg; eigentlich zu schräg, um noch zu gefall­en, aber doch schräg genug, um wieder zu gefall­en. Ich bin zumin­d­est nach einem Hör­durch­gang ziem­lich amüsiert, vielle­icht aber auch nur über den Umstand, dass ich ger­ade Heino höre. Eigentlich dürfte ich das nicht mögen.

“Mit fre­undlichen Grüßen” ist kein Rock im Schlagerge­wand, wie oft behauptet wird; es ist Rock im Heino­gewand. Heino ver­al­bert Leute, die Heino ver­al­bern. Dafür hat er zumin­d­est den Respekt des Troll­freudi­gen ver­di­ent. Und er hat es ver­di­ent, dass man mal rein­hört. Doof find­en und im Inter­net ver­reißen kann man es später immer noch.

Man muss es ja nicht mögen.


“Was soll das? Was soll das?”
– Heino (Orig­i­nal: Her­bert Gröne­mey­er): Was soll das

Sonstiges
Pastor Pritzke und die Kinder

Verse­hentlich halte ich, während ich an diesem Text feile, das “Klee­blatt” (Aus­gabe Dezem­ber 2012 bis Feb­ru­ar 2013, also vor der let­zten Wei­h­nacht veröf­fentlicht), den Gemein­de­brief der evan­ge­lisch-lutherischen Kirchenge­meinde in irgend­soeinem Goslar­er Vorort in der Hand und bin über das edi­to­r­i­al recht amüsiert.

Pas­tor Pritzke (das klingt wie eine Fig­ur aus den Micky-Maus-Comics, oder?) schreibt dort aller­lei über das Wei­h­nachts­fest und seine ver­meintliche Bedeu­tung. Da ste­hen dann — nein, die Sache mit den Mess­di­enern wird der Kirche so schnell sich­er nicht verziehen — Sätze wie:

Auch das kann uns die Adventszeit lehren: Große Freude braucht Vor­bere­itung.

Bis man so einen Min­is­tran­ten herum­bekom­men hat, dauert das eben manch­mal ein wenig. Die zieren sich aber auch immer!

Oder Sätze wie:

Und wie schnell geht dann, beson­ders wenn kleine Kinder da sind, das Aus­pack­en unter dem Tan­nen­baum!

So ein wenig Stim­mung muss ja schon sein. Auch Priester haben einen Sinn für Roman­tik!

Aber es ist nicht nett, immer und immer wieder auf der Pädophilengeschichte herumzure­it­en (hehe). Vielle­icht wird Pas­tor Pritzke Unrecht getan, vielle­icht weiß er tat­säch­lich nicht, was seine Kol­le­gen so, hihi­hi, treiben, wenn sie auf Mess­di­ener­fahrt ver­reisen. Also gehen wir die Sache mal anders an:

Wei­h­nacht­en heißt: Gott schenkt uns seinen Sohn. Wir wis­sen, was wir bekom­men.

“Wei­h­nacht­en heißt: Alles schon mal da gewe­sen. Drei Tage Ödnis, halb­herzig seit Monat­en bekan­nte Geschenke aus­pack­en und sich auf die Zeit danach freuen.”

Wei­h­nacht­en ist das Fest des Kindes. Gott schenkt uns seinen Sohn. In ihm kommt er uns näher, (sic!) als wir uns selb­st sind.

Muss… Witz… verkneifen.

Und so ist Wei­h­nacht­en auch für uns das Fest der neuen Geburt, des neuen Anfangs.

“Und so fängt nach Wei­h­nacht­en das Dunkel und das mit den Toten wieder an.”

Wei­h­nacht­en ist Geburt­stag für alle.

“An Wei­h­nacht­en kom­men viele unein­ge­ladene Gäste und fressen einem die Torte weg.”

Lei­der beschränkt sich der Humorge­halt des Gemein­de­briefs auf diesen Text; der Rest beste­ht aus Buchtipps (keine Bibeln oder pornografis­che Romane, 1 von 24 Seit­en), Klein- (6 von 24 Seit­en) und Tode­sanzeigen (“nur” eine halbe Seite, wahrschein­lich, weil man zur Wei­h­nacht­szeit nicht an Tote denkt oder so) und irgendwelchen son­sti­gen Bekan­nt­machun­gen (Gottes­di­enst ist immer am gle­ichen Tag, danke für’s Lesen). Was für eine Ver­schwen­dung von (Holz und) Druck­e­tat.

Und für so was brauchen die jew­eils vier Monate. Wen wundert’s da noch?