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Kurz ver­linkt CXLVII: Bei­na­he radi­kal.

Das Wort „radi­kal“ hat, sofern man aus­nahms­wei­se den Duden als defi­ni­ti­ons­fä­hi­ge Instanz ver­steht, im Deut­schen meh­re­re Bedeu­tun­gen:

    1. von Grund aus erfol­gend, ganz und gar; voll­stän­dig, gründ­lich
    2. mit Rück­sichts­lo­sig­keit und Här­te vor­ge­hend, durch­ge­führt o. Ä.
  1. eine extre­me poli­ti­sche, ideo­lo­gi­sche, welt­an­schau­li­che Rich­tung ver­tre­tend [und gegen die bestehen­de Ord­nung ankämp­fend]
  2. (Mathe­ma­tik) die Wur­zel betref­fend

Wenn also die USA einen „radi­ka­len Rück­zug“ aus Afgha­ni­stan ankün­di­gen, was, glaubt ihr, wird dann gesche­hen? Wer­den sich die in Afgha­ni­stan sta­tio­nier­ten Sol­da­ten mit Rück­sichts­lo­sig­keit und Här­te auf den Heim­weg machen, wer­den sie beim Rück­zug auch wei­ter­hin gegen die bestehen­de Ord­nung ankämp­fen oder mathe­ma­ti­sche Glei­chun­gen lösen? Weit gefehlt, natür­lich ist ledig­lich ein „voll­stän­di­ger, gründ­li­cher“ …

Weni­ger als 10.000 Mann sol­len nach Infor­ma­tio­nen von SPIEGEL ONLINE ab Ende 2014 am Hin­du­kusch sta­tio­niert blei­ben.

…, ich bit­te den ange­fan­ge­nen Satz aus dem Pro­to­koll zu strei­chen.

(Ande­rer­seits soll­ten wir alle froh sein, dass die USA das mit dem Radi­ka­lis­mus nicht so genau neh­men.)