In den Nachrichten
Schnadakleikro.

So ein Dezem­ber hat es ja tra­di­tionell eher schw­er, seine Bedeut­samkeit zu vertei­di­gen: Hat er erst ein­mal begonnen, sind die meis­ten Küren und Fernsehsendun­gen zum was-auch-immer des Jahres meist schon erfol­gt. Im Dezem­ber woll’n wir nicht mehr informiert wer­den, son­dern erst besinnlich sein (Heili­ga­bend) und uns in den Fol­ge­ta­gen die Besinnlichkeit wieder aus dem Schädel saufen (Jahreswech­sel). Prost Mahlzeit.

Um so erstaunlich­er ist es, dass den Dezem­ber, in dem sich die Medi­en eben­falls tra­di­tionell mit so etwas wie Poli­tik — was machen eigentlich die Ver­ant­wortlichen für den “Bun­de­stro­jan­er” ger­ade? — gar nicht mehr weit­er beschäfti­gen, jet­zt doch noch (zumin­d­est heute und vielle­icht mor­gen) ein was-auch-immer des Jahres dominiert, das oben­drein mit Poli­tik zu tun hat: Die Gefüde­spra ernen­nt “Groko” zum Wode­ja. “Groko” klingt ja erst mal ganz putzig, aber ver­schleiert, worum es eigentlich geht. Was ver­leit­et das Volk dazu, eine SPD-CDU-CSU-Koali­tion als “Groko” (“GroKo”) zu verniedlichen? Das ist ja, als würde man anlässlich sein­er bevorste­hen­den Erschießung von “Gewehris” und “Sol­datis” sprechen.

Selb­stver­ständlich ist das kürz­er als jedes Mal “große Koali­tion” sagen zu müssen, was der Faul­heit des Men­schen, der aus ähn­lichem Grund ja auch “Nah­neben­sprechen” sagt, wenn er “Nah­neben­sprechdämp­fung” (was bekan­ntlich das genaue Gegen­teil bedeutet) meint, ent­ge­genkommt. Inter­es­sant ist aber die Frage, ob in der Kürze tat­säch­lich die “Würze” liegt oder ob sie nicht kon­trapro­duk­tiv ist.

Das Ziel dieser Sprach­poli­tik ist es, die Anzahl und das Bedeu­tungsspek­trum der Wörter zu ver­ringern, um die Kom­mu­nika­tion des Volkes in enge, kon­trol­lierte Bah­nen zu lenken.
Wikipedia

“Groko” klingt niedlich nach Schnap­pi und irgendwelchen gad­gets, das sagt man doch gern, das tut keinem weh, das macht Spaß. Mit dem Babo aus der Groko für das Öko in den Dis­po! So viele “o”, so viel oh-oh. Ich wäre ein schlechter Rap­per.

Wie gesagt: Das Volk neigt zur Verniedlichung. “Stasi”, “Gestapo”, “Groko” — je kürz­er das Wort ist, desto weniger bedrohlich (und bürokratisch) wirkt es. Die Men­schen reden sich ihre Welt eben gern schön, um vor dem Gedanken zu fliehen, dass sie let­ztlich zur Erfül­lung des großen Ganzen bedeu­tungs­los sind, weil sie es selb­st sein wollen. Wer nichts verän­dern möchte, der macht es sich auch in der Jauchegrube gemütlich.

Insofern spiegelt “Groko” den Zeit­geist 2013 vielle­icht doch ganz gut wider.

In den NachrichtenWirtschaft
Fluchhafenpingpong

Unter der Auf­sicht von Klaus Wow­ere­it wird der Berlin­er Flughafen nicht fer­tig. Klaus Wow­ere­it tritt zurück.

Matthias Platzeck übern­immt. Der Flughafen wird immer noch nicht fer­tig. Matthias Platzeck wird krank und tritt zurück.

Was tun? Richtig:

Nach Infor­ma­tio­nen des Tagesspiegel wird Klaus Wow­ere­it mor­gen an die Spitze des BER-Auf­sicht­srates zurück­kehren.

(Ander­er­seits: Immer­hin macht’s nicht der Hoeneß.)

In den NachrichtenPolitikNetzfundstücke
Die Lage der Nation (Stand: 11. Dezember 2013)

Ich kön­nte mich jet­zt darüber lustig machen, dass ganz Twit­ter heute von einem The­ma dominiert wurde, das keines ist: “Oh nein, heute wer­den viele von uns zum let­zten Mal in ihrem Leben drei aufeinan­der fol­gende Zahlen im Datum erleben!” (Oder eben auch: “OMGROFLMAO es ist der 11.12.13 um 14:15:16 Uhr und ich bin 17 Jahre alt, LOOOL.”)

Immer wen ich 11.12.13 i minere TL gsehne. Klatscht irgend­wo uf dere Welt eh Chin­dergärt­ner­in vor stolz.
@MCKS237

Ich kön­nte mich darüber lustig machen, dass auf dem kom­menden 30c3 mit­tels irgendwelch­er Papp­karten (“hab gewixt”) ein etwaiger Diskurs mit Zeigefin­gern statt Worten aus­ge­tra­gen wer­den soll. Klar, so ein Nerd ver­sucht den Kon­takt mit anderen Men­schen, die wom­öglich auch noch atmen, meist zu mei­den. Was kann da schon schiefge­hen?

Ein Mann wird ver­warnt, weil er ein­er Frau die Tür aufhält. Eine Frau wird ver­warnt, weil sie in Gegen­wart von Män­nern eine Banane ißt.

Ich kön­nte mich darüber lustig machen, dass Ursu­la von der Leyen, die während ihrer Tätigkeit als Bun­des­fam­i­lien­min­is­terin 2008 und 2009 den Auf­stieg der Piraten­partei Deutsch­land maßge­blich gefördert hat­te, indem sie sich für geset­zliche Zer­störung des freien Inter­nets (“Zugangser­schwerungs­ge­setz”, vul­go “Kinder­pornosper­ren”) ein­set­zte, in der kom­menden Regierung nicht nur mal wieder das Min­is­teri­um wech­seln (bald hat sie wohl die meis­ten rel­e­van­ten Min­is­te­rien mal aus­pro­biert), son­dern gle­ich ein ganz neues Min­is­teri­um bekom­men kön­nte, das ihr wie auf den Leib geschnei­dert ist:

Dem­nach soll die derzeit­ige Arbeitsmin­is­terin Ursu­la von der Leyen (CDU) ins Bil­dungs- und Forschungsres­sort wech­seln und den neuen Bere­ich “Inter­net und Dig­i­tales” dazu erhal­ten.

Aber eigentlich ist das alles zum Heulen.

PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Wie Sigmar Gabriel einmal log und die “taz” es nicht bemerkte

560 Schrift­steller so:

WIR FORDERN DAHER, dass jed­er Bürg­er das Recht haben muss mitzuentschei­den, in welchem Aus­maß seine per­sön­lichen Dat­en gesam­melt, gespe­ichert und ver­ar­beit­et wer­den und von wem; dass er das Recht hat, zu erfahren, wo und zu welchem Zweck seine Dat­en gesam­melt wer­den; und dass er sie löschen lassen kann, falls sie ille­gal gesam­melt und gespe­ichert wur­den.

Sig­mar “Vor­rats­daten­spe­icherung” Gabriel so (Unter­stre­ichung von mir):

Ein solch­er Aufruf darf in der Poli­tik nicht unge­hört bleiben!

Seid ihr auch schon so ges­pan­nt auf die Inter­net­poli­tik der SPD wie ich, sofern die Koali­tion mit der “Union” zus­tande kommt?


Die “taz” so:

Ver­logen? Genau! — Große Inter­netkonz­erne wie Google oder Face­book starten eine Kam­pagne gegen Spi­onage. Selb­st wollen sie auf das Daten­sam­meln aber nicht verzicht­en.

Die “taz” aber ander­er­seits so: 8 “Track­er” beim Seit­e­naufruf, unter anderem von Google Adsense und Dou­bleClick, das inzwis­chen Google gehört.

Ver­logen? Genau!

NetzfundstückeMir wird geschlecht
Bischof: Familien zerstörender Genderunsinn schadet kirchlichem Gegenunsinn.

Der Chur­er Bischof Vitus Huon­der (heißt wahrschein­lich echt so) hat zum Tag der Men­schen­rechte — das ist mor­gen, obwohl es mir etwas selt­sam vorkommt, dass nur ein Tag im Jahr den Men­schen­recht­en gewid­met sein soll — etwas zum The­ma Gen­der­wahnsinn gesagt.

Vorder­gründig geht es im Gen­deris­mus um die Gle­ich­stel­lung der Geschlechter auf allen gesellschaftlichen Ebe­nen. Die Unter­drück­ung der Frau zum Beispiel, wie sie in manchen Gesellschaften und Kul­turen noch immer vorherrscht, wird zu Recht beklagt. (…) Tat­säch­lich han­delt es sich bei dieser Ide­ol­gie (sic! A.d.V.) aber um einen Angriff auf Ehe und Fam­i­lie als die tra­gen­den Struk­turen unser­er Gesellschaft. Ungerechtigkeit im Ver­hält­nis der Geschlechter kann durch die Leug­nung der Geschlechter­po­lar­ität nicht behoben wer­den. Deshalb lehnt die Kirche die Ide­olo­gie des Gen­deris­mus ab.

So weit ist’s gekom­men mit der Gle­ich­berech­ti­gung, dass eine Sek­te, die jahrhun­derte­lang gemordet und gefoltert hat und deren Wür­den­träger keine Frau sein dür­fen (wobei das mit Frauen und Würde ja angesichts all der self­ies mit Enten­gesicht ein The­ma für einen eige­nen Artikel wäre), sich über eine Men­schen ver­ach­t­ende Ide­olo­gie beklagt, die in der Gesellschaft zu viel Raum ein­nimmt, und die Unter­drück­ung der Frau nicht gut find­et. Alice Schwarz­er ist übri­gens evan­ge­lisch getauft wor­den.

Während ich bis hier­hin dem Hirten­brief (ich muss bei “Hirte” immer an den Rat­ten­fänger von Hameln denken und weiß auch nicht, wieso) weit­ge­hend zus­tim­men kon­nte, ist die Argu­men­ta­tion zu sel­bigem eher absurd:

Der Gen­deris­mus leugnet die Schöp­fung­sor­d­nung

So als Bischof muss man’s natür­lich erst mal mit der Bibel ver­suchen. Die Erschaf­fung des Men­schen als Mann und Frau ist eine Vor­gabe des Schöpfers, und deswe­gen darf’s kein drittes Geschlecht geben. Die Erde darf sich nach römisch-katholis­ch­er Ansicht bekan­ntlich auch erst seit 1992 um die Sonne drehen. Na endlich!

Geht’s etwas genauer? Natür­lich:

Der Men­sch existiert, so die Schöp­fung­sor­d­nung, als Mann oder Frau. Die natur­wis­senschaftlichen Erken­nt­nisse sagen uns:Jede sein­er Kör­perzellen ist entwed­er männlich oder weib­lich. Dies ist eine klare Vor­gabe sein­er Exis­tenz. Die unter­schiedliche kul­turelle Prä­gung als Mann oder Frau hebt diese Polar­ität nicht auf.

Stimmt. Der Gen­deris­mus erken­nt das biol­o­gis­che Geschlecht ja auch als solch­es an, insofern stimmt Herr Huon­der ihm hier sog­ar zu. Men­sch, Vitus, das geht aber auch mit mehr Sub­stanz. Zum Beispiel so:

Obwohl sich der Gen­deris­mus wis­senschaftlich gibt, hal­ten seine Grund­la­gen der Wis­senschaft nicht stand. Viele aus­gewiesene Forsch­er wider­sprechen den Ergeb­nis­sen der “Gen­der-Stud­ies”. Dass es psy­chis­che und physis­che Störun­gen der von Mann und Frau nicht auf. (hä? A.d.V.)

Der Gen­deris­mus ist wis­senschaftlich unhalt­bar. Der Gen­deris­mus leugnet die Schöp­fung­sor­d­nung. Keine Pointe.

Papst Benedikt XVI. sagte in sein­er Ansprache vor dem Kar­di­nal­skol­legium und der Kurie am 21. Dezem­ber 2012 zum Gen­deris­mus: “(…) Im Kampf um die Fam­i­lie geht es um den Men­schen selb­st. Und es wird sicht­bar, dass dort, wo Gott geleugnet wird, auch die Würde des Men­schen sich auflöst.”

Was genau Papst emer­i­tus Benedikt XVI. unter der Würde des Men­schen ver­ste­ht, hat er in besagter Ansprache zu erläutern ver­säumt; schon im Jan­u­ar 2012 teilte er allerd­ings mit, dass jede Form der men­schlichen Zwei-oder-Mehrsamkeit zwis­chen nicht het­ero­sex­uellen Paaren mit der Würde des Men­schen nichts zu tun habe, den eige­nen Penis in einen Mess­di­ener (m) zu steck­en also ver­mut­lich eben­falls nicht; obwohl: Nicht der Men­sch entschei­det, nur Gott entschei­det, wer Mann und wer Frau ist.

Würde ist eben vor allem ein Kon­junk­tiv.

Amen.

Spaß mit Spam
Das Madchen hat sich ins Pferd verliebt

Über das Gemüt ein­er Frau in der Vorstel­lung von Spam­mern sagt diese Mail, die ich heute im Post­fach fand, wahrschein­lich auch mehr aus als sie sollte:

Das Madchen hat sich ins Pferd verliebt - Das schone Madchen schlaft mit seinem Hund

Das Mäd­chen hat sich ins Pferd ver­liebt und schläft (deshalb?) mit ihrem Hund. Wahrschein­lich, damit das Pferd auf sie aufmerk­sam wird und ihr Blu­men schickt oder so.

:facepalm:

PersönlichesLyrik
Sie. (Fragment 8)

“I woar z’jung, du woarst z’scheen,
sun­st hätt i des ois kum­man g’sehn.”
– EAV: I hob des G’fühl


Wie eine Katze mit der Beute spie­len, bis sie keinen Ausweg mehr sieht. Dann das Genick durch­beißen. In der Tier­welt funk­tion­iert das ziem­lich ein­fach. Er aber war ein Men­sch, ein Jäger und Samm­ler. Diese Jagd sollte ihm den Ver­stand rauben.

Nach nichts als Stetigkeit stand ihm weniger der Sinn, als er auf sie traf. Er wollte nicht mehr ver­lieren und wusste, dass jed­er Ver­such zwangsläu­fig zum Irrtum führen würde. Auch sie war froh über den Ausweg aus ihrem All­t­agstrott. Dass in den Jahren ihres Kon­tak­ts jed­er außer ihnen selb­st zu erken­nen imstande war, dass sie sich liebten, wurde ihnen nur langsam bewusst.

Wie eine Katze mit der Beute spie­len. Die Beute küsst die Katze nicht, die Katze küsst nicht zurück. Ren­nen, immer weit­er ren­nen. Wer ist Tom, wer Jer­ry?

Er wusste, dass er sie ergrün­den musste, aber immer, wenn er es ver­suchte, scheit­erte er an seinen eige­nen Gren­zen. Sie kreis­ten umeinan­der wie Tra­ban­ten um Plan­eten, ohne sich jemals zu berühren. Nur manch­mal spi­en sie in ein­er immer viel zu kurzen Erup­tion das Feuer in ihnen so hoch, dass sie einan­der ent­flammten. Kein­er von ihnen aber wagte es, es auszus­prechen. Sie ver­sprachen einan­der die Ewigkeit und hat­ten doch Angst vor ihr. Ren­nen, ren­nen.

Jedes Mal, wenn es zu viel wurde, zog ein­er von ihnen einen Strich unter das Kapi­tel, nur um das näch­ste anz­u­fan­gen. Sie wussten, dass jedes Buch ein­mal endet. “Die unendliche Geschichte” hat über 400 Seit­en, aber eben auch eine let­zte Seite. Er hat­te sie nie bis zum Ende gele­sen. Reka­pit­u­la­tion set­zte Kapit­u­la­tion voraus.

Sie hat­te den ersten Schritt gemacht und sie schloss die Tür hin­ter sich zu. Im Spiel des Lebens war er wieder ein­mal Zweit­er gegen sich selb­st. Das let­zte Kapi­tel blieb ungeschrieben. …


“You only know you love her when you let her go
and you let her go.”
– Pas­sen­ger: Let Her Go

In den NachrichtenPiratenpartei
USA-Nazis im All

Apro­pos Nazipi­rat­en: Im Jahr 2010 gab es — wir erin­nern uns — bezüglich des von den Pirat­en anlässlich der “Stopp-ACTA”-Demonstrationen ver­wen­de­ten Logos mit einem abge­bilde­ten Krak­en (“ACTA”) wegen dessen Ähn­lichkeit zu ein­er judenkri­tis­chen Karikatur aus früher­er Zeit auf die Mütze. Ist böse, macht man nicht, alles Nazis da bei den Pirat­en.

Krak­en, die irgend­was umschlin­gen, dür­fen nie wieder als Sym­bol für All­machts­fan­tasien ver­wen­det wer­den, weil …

NROL-39

ach, ich geb’s auf.

(via @Fritten)

In den NachrichtenPolitik
Kurze Anmerkungen zu “Xaver”

Es kommt ein Sturm!
Sub­way to Sal­ly: Der Sturm

Der deutsche Katas­tro­phen­michel darf es sich heute wieder mit Bier und Knab­berge­bäck vor dem Fernseher/Rechner gemütlich machen; ein “Unwet­ter” (das Gegen­teil von “Wet­ter”?) namens “Xaver” fegt die Straßen und, wenn die Nachricht­en stim­men, Men­schen.

Ich möchte jet­zt gar nicht aus­führlich­er als nötig auf die Imp­lika­tio­nen des Wet­ter­berichts (Züge fall­en aus, Her­mes liefert zu spät, also wird sich eigentlich nicht viel ändern) einge­hen, das tut das Inter­net gegen­wär­tig schon zur Genüge — ich möchte SPIEGEL ONLINE vielmehr danken, dass es, wie es sich für ein Katas­tro­phen­medi­um gehört, per “Livet­ick­er” seine Leser über alles, was sie wis­sen müssen, auf dem Laufend­en hält:

+++ “Xaver”-Liveticker +++: Orkan gefährdet Spiel zwis­chen Werder und Bay­ern

Puh.


Apro­pos doof:

Kurz vor Thanks­giv­ing gab [die NSA] ihren Mitar­beit­ern offen­bar eine schriftliche Argu­men­ta­tion­shil­fe für Feiertags­ge­spräche mit nach Hause.

Warum NSA-Mitar­beit­er über­haupt auf “Feiertags­ge­spräche” vor­bere­it­et sein sollen, erschließt sich mir nicht. Beruf­s­lügn­er, die ihren Beruf­sethos bis in ihr ver­meintlich­es Pri­vatleben hinein gegen alle Widrigkeit­en (Fre­unde, Fam­i­lie und der­gle­ichen) vertei­di­gen, wer­den allen Ern­stes noch auf irgen­deine Feier ein­ge­laden? In Deutsch­land “muss” sich ein Parteivor­sitzen­der schon entschuldigen, wenn er es wagt, einem umstrit­te­nen langjähri­gen Parteim­it­glied die Hand zu geben. Nicht auszu­denken, wenn man hier mit einem NSA-Mit­glied befre­un­det wäre!

Gibt es eigentlich dieses “Teeren und Fed­ern” noch?

Mit wehen­den Fah­nen wer­den wir untergeh’n.
Die Toten Hosen: Wehende Fah­nen

Spaß mit Spam
Kurzspam: Hello

Och nö, nicht schon wieder die …

Hi
My name is Olga.
I am from Rus­sia.
Look my pho­to in attach­ment.

Hal­lo
Ich bin .tux.
Ich bekam diese Mail.
In Anhang da ist zip mit exe drin.
.tux nicht doof.
Spam­mer erfol­g­los.

(Ich finde es ja schon ziem­lich sex­is­tisch, dass Krim­inelle offen­bar zumin­d­est bei manchen wohl zumeist männlichen Inter­net­nutzern schon dadurch Erfolg bei der Ver­bre­itung ihrer Schad­soft­ware haben, dass sie “hal­lo, hier ein Bild von mir, tschüss” dran­schreiben. Ich möchte hier­mit nochmals eine Geset­zesän­derung anre­gen, die jedem, der doof genug ist, auf so etwas here­inz­u­fall­en, den Zugang zum Inter­net ver­wehrt. Die CDU ver­bi­etet doch son­st auch jeden Käse.)

:facepalm:

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusikMir wird geschlecht
Cheer-Accident — Crazy

Wie ver­rückt ist die Welt gewor­den? So ver­rückt: Andrea Nahles (SPD, “man kann nicht alle paar Wochen die Basis fra­gen”) hat “ange­dro­ht”, im Falle ein­er Ablehnung der Koali­tion mit der CDU/CSU würde der gesamte SPD-Parteivor­stand wom­öglich zurück­treten. Gerüchte, sie habe außer­dem mit Frei­bier und Steuer­erlass für jeden gedro­ht, der mit Nein stimme, kon­nten bish­er aber nicht bestätigt wer­den.


Wie ver­rückt ist die Welt gewor­den? So ver­rückt:

Es ist offen­siv, anmaßend, belästi­gend und es belei­digt mich, wenn man glaubt, dass das Wack­eln mit den sekundären Geschlechtsmerk­malen Ein­fluss auf meine Notenge­bung haben kön­nte. Nein, hat es lei­der nicht.

(Die Sache hat­te natür­lich ein Nach­spiel mit Auf­schrei.)


Wie ver­rückt ist die Welt gewor­den? So ver­rückt:

Cheer Acci­dent — Crazy

Guten Mor­gen!

SonstigesNetzfundstücke
Hundert Prozent (2, in aller Kürze): Halb gesichert, halb geraten

Die Grun­dan­nahme der let­zten paar Rechtschreibre­for­men, es sei empfehlenswert, dass die Leute so schreiben, wie sie reden, wurde dadurch ver­wässert, dass die Leute nicht so reden, wie sie soll­ten.

Ein promi­nentes Beispiel: Man nimmt nichts mehr an, man ist sich zu 99 Prozent sich­er. Detail­liert­er wird’s dort, wo wirk­lich Leute aufeinan­dertr­e­f­fen, die Ahnung haben, zum Beispiel Short­News: Zu 99,9 % sich­er, Google ver­lässt Chi­na. (Dass Google Chi­na auch drei Jahre später noch mehr oder weniger intakt ist, muss dem Schreiber so nicht pein­lich sein — das sind ver­mut­lich die fehlen­den 0,1 Prozent.) Nur noch sicher­erererer ist wirk­lich sich­er: Bitte um Bew­er­tung — Rück­be­w­er­tung ist euch 1000000% sich­er!

Und wenn man etwas schlicht nicht weiß? Dann weiß man es natür­lich trotz­dem: Ich bin mir zu 50 Prozent sich­er.. dass er was von mir will .

Darauf ein Prosit mit Hoch­prozentigem. Min­destens ein­tausend!