MusikNetzfundstücke
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: „Nein, die ande­re Frei­heit.“

Zu der media­len Wahr­neh­mung der selt­sa­men Musik­grup­pe „Frei.Wild“ hat­te ich mich ja bereits abfal­lend geäu­ßert, damals noch ohne gro­ße Kennt­nis von der tat­säch­lich gespiel­ten Musik. Über mei­ne Ver­wandt­schaft kam ich mitt­ler­wei­le mit sel­bi­ger in Kon­takt und kann zumin­dest ver­ste­hen, wie­so sie pola­ri­siert; auf mich wirkt das Dar­ge­bo­te­ne schlicht lai­en­haft. Nun hat sich jüngst her­aus­ge­stellt, dass auch die­se Musi­ker eini­ge „Fan­shirts“ („Band­pul­lis“) feil­bie­ten, also Motiv­be­klei­dung für ihre Gut­fin­der.

Eines die­ser Shirts trägt außer dem Namen der Musik­grup­pe den Schrift­zug „Scheiß auf Gut­men­schen und Moral­apo­stel“, ein ande­res „Frei­heit“. Ein Shirt mit dem Motiv „Ehre“ oder ande­ren histo­risch bela­ste­ten Begrif­fen konn­te ich im „Online­shop“ der Band bei einer kur­zen Recher­che soeben nicht fin­den. Han­ning Voigts von der „Frank­fur­ter Rund­schau“ aber schon:

Und die Band­pul­lis so: „Frei­heit“, „Ehre“, „Scheiß auf Gut­men­schen“. Das ist nicht rechts­ra­di­kal?

Nö, Han­ning, isset unab­hän­gig von der Band selbst nicht, schon des­halb, weil ein „Ehre“-„Bandpulli“ augen­schein­lich nicht exi­stiert (wobei die Glei­chung „Ehre = rechts­ra­di­kal“ auch noch etwas ist, über das wir uns mal unter­hal­ten müss­ten). Zu den ande­ren bei­den „Band­pul­lis“ fällt mir aller­dings schon etwas mehr ein. Moment, ich muss nur kurz die Hand aus dem Gesicht bekom­men.

Erstens: Gut­mensch.

„Gut­mensch“ ist einer die­ser Begrif­fe, bei denen ich mir nicht ganz sicher bin, ob ihre Ver­wen­der über­haupt über ihre Bedeu­tung nach­ge­dacht haben. Der Duden jeden­falls kennt den Gut­men­schen als einen Men­schen, der sich in einer als unkri­tisch, über­trie­ben, nerv­tö­tend o. ä. emp­fun­de­nen Wei­se im Sin­ne der Poli­ti­cal Cor­rect­ness ver­hält, sich für die Poli­ti­cal Cor­rect­ness ein­setzt; einer wie der Bril­len­schlumpf zum Bei­spiel.

Ein „Gut­mensch“ ist also ein beson­ders nach­drück­li­ches Exem­plar eines Moral­apo­stels. Inter­es­san­ter­wei­se stört das Wort „Moral­apo­stel“ Han­ning Voigts anschei­nend nicht im Gering­sten. Frü­her muss­te man, um rechts­ra­di­kal zu sein, noch Aus­län­der has­sen, heu­te genügt es, sich nicht in die eige­ne Moral rein­re­den zu las­sen. Wen wundert’s da, dass die Medi­en ent­decken, dass laut Medi­en­be­rich­ten immer mehr Leu­te „dem Rechts­ra­di­ka­lis­mus“ nahe­ste­hen, wenn des­sen Defi­ni­ti­on aus Man­gel an Refle­xi­ons­ver­mö­gen immer wei­ter greift? Ein gesell­schaft­li­cher Kon­sens ist wün­schens­wert, Sit­ten­wäch­ter aber sind es nicht, denn die Defi­ni­ti­ons­macht über die­sen Kon­sens obliegt nicht Ein­zel­nen. (Anar­chie ist die Herr­schaft des Stär­ke­ren. Das hat schon mal nicht funk­tio­niert.)

Zwei­tens: Frei­heit.

Leu­te, die Shirts mit „Frei­heit“ drauf tra­gen, sind rechts­ra­di­kal. Ach nein, nicht ganz, Hen­ning Voigts fin­det Frei­heit ja auch duf­te, aber nur ande­re Frei­heit. Bedrückend: 57 Pro­zent der Deut­schen ist die Frei­heit beson­ders wich­tig. Wenn „Frei.Wild“ auf die Shirts also nicht „Frei­heit“, son­dern „Frei­heit (wie sie Han­ning Voigts meint)“ drucken lie­ßen, wäre alles in bester Ord­nung, neh­me ich an.

Wie genau er das meint und inwie­fern sich sei­ne Frei­heit von „Frei.Wild„s Frei­heit unter­schei­det, weiß ich lei­der nicht, was die Ent­schei­dung, ob ich jetzt die gute oder die schlech­te Frei­heit gut fin­de, allein in Herrn Voigts‘ Hän­de legt. Wie ärger­lich. Bis die­ses Pro­blem besei­tigt wur­de, wer­de ich also bis auf Wei­te­res jede Form der Frei­heit ableh­nen.

Wer möch­te schon für einen Rechts­ra­di­ka­len gehal­ten wer­den?

Senfecke:

  1. Also die Band und deren Pul­lis sind mir ja egal, aber ich komm jetzt doch nicht drum­rum kurz den Schlau­bi raus­hän­gen zu las­sen: Alter – die Herr­schaft des Stär­ke­ren ist Ano­mie und nicht Anar­chie! Ein Feh­ler den schon Tho­mas Hob­bes mit sei­nem ziem­lich däm­li­chen Werk Levia­than gemacht hat in dem er einen angeb­li­chen Natur­zu­stand her­bei­fa­bu­liert, inner­halb des­sen der Mensch dem Men­schen ein Wolf sei, er aber nicht ver­stand, dass die Gewalt im Bür­ger­krieg damals eine direk­te Fol­ge der mon­ar­chi­sti­schen Herr­schaft war. Anders gesagt: Wenn der deut­sche obrig­keits­hö­ri­ge Unter­tan auf ein­mal fest­stellt, dass die Poli­zei und der Staat aus wel­chem Grund auch immer zusam­men­bre­chen, fehlt ihm jede Ori­en­tie­rung eines fried­li­chen Mit­ein­an­ders, schließ­lich war der Frie­den in sei­nem Kopf immer durch die Gewalt der Poli­zei garan­tiert. Und schon haben wir die selbst­er­nann­te Bür­ger­wehr, die nach klein­bür­ger­li­chen und häu­fig wenig reflek­tier­ten Mecha­nis­men der Selbst­ju­stiz los­zieht, ver­ur­teilt und „voll­streckt“ und natür­lich ande­re, die sich dage­gen weh­ren, wenn sie denn stär­ker sind. Nein, Nein, Nein – das ist kei­ne Anar­chie. Das ist Cha­os und Ano­mie. Oder auch die Herr­schaft des Stär­ke­ren. :aufsmaul:

    • Anar­chie ist die Abwe­sen­heit von Herr­schaft, somit die Staats­form, in der Auto­no­mie (grie­chisch „Selbst­ver­wal­tung“) gedei­hen kann. Das mag fried­lich funk­tio­nie­ren, aber nur, bis der Mob sich zusam­men­rot­tet. Und das wird er.

  2. Auch wenns nach Wort­klau­be­rei klingt – Anar­chie ist kei­ne Staats­form, da Staa­ten Herr­schafts­sy­ste­me sind. Im streng­sten Sin­ne hast Du aber Recht, dass Anar­chie die Abwe­sen­heit von Herr­schaft ist – nicht mehr und nicht weni­ger. Das bedeu­tet aller­dings auch, dass es Ord­nung geben muss. Denn eine Gesell­schaft ohne Ord­nung bedeu­tet Herr­schaft der Stär­ke­ren und kann somit kei­ne Anar­chie sein.

    Sobald die­se Ord­nung nicht dazu in der Lage ist einen sol­chen Mob zu ver­hin­dern ist es kei­ne Anar­chie mehr. In mei­nen Augen macht Anar­chie des­halb nur Sinn als per­ma­nen­ten krea­ti­ven Pro­zess, in dem man ver­sucht Herr­schaft, Gewalt und Hier­ar­chie­miß­brauch zu ver­hin­dern bzw. abzu­bau­en.

    • Wort­klau­be­rei? Oh, das ist schön. Wer ist denn „man“? „Man“ ver­sucht, Herr­schaft zu ver­hin­dern – womit die Herr­schaft also in der Hand des Mobs liegt? Was pas­siert mit Men­schen, die mit der Anar­chie nicht ein­ver­stan­den sind? Wer ent­schei­det das?

  3. Hmmm,
    ent­we­der man hat ein Gewalt­mo­no­pol, ob das nun „geteilt“ ist oder ein­fach nur bedeu­tet „willst Du mein Freund nicht sein schlag ich Dir den Schä­del ein“ ist egal, ech­te Anar­chie hat es genau­so­we­nig im gro­ßen Stil gege­ben wie ech­ter Sozia­lis­mus.
    Es gibt(gab?) zwar eini­ge India­ner­stäm­me in Süd­ame­ri­ka die kei­ner­lei Besitz­be­griff ken­nen, also jeder nimmt von jedem weil es da ist aber das sind die Aus­nah­men der Regel.
    Das Pro­blem ist nun­mal, das hat ja schon Mark Twa­in erkannt, das es KEINE unab­hän­gi­ge Pres­se gibt die objek­ti­ve über­prüf­te Infor­ma­tio­nen lie­fern auch gegen die Regie­run­gen und „Ent­schei­der“.
    Bestes Bei­spiel wie rei­ner Kapi­ta­lis­mus funk­tio­niert sieht man aktu­ell an der Gesetz­ge­bung in Japan, die aus­schließ­lich wegen des Super­g­aus von Fuku­shi­ma erlas­sen wor­den ist.
    Und wel­chem Zweck dient die­ses Gesetz ?
    Ech­te „Frei­heit“ gibt es auch nicht weil es immer Abhän­gig­kei­ten gibt, ich muß atmen, ich muß trin­ken, ich muß essen und das Umge­setz­te dann wie­der los­wer­den (von der Fort­pflan­zung …).
    Solan­ge ich nun in der frei­en Natur die Sym­bio­se zwi­schen Flo­ra und Fau­na ein­ge­hen kann ist das kein gro­ßes Pro­blem, dann sam­me­le ich Früch­te, jage Mam­muts und mach mir mein Feu­er­chen in der Höh­le.
    Aller­dings haben die Noma­den schnell ent­deckt das die Sess­haf­ten ein­fa­che­re Beu­te sind als die Mam­muts und daher eben lie­ber die Ern­te der Sess­haf­ten geraubt haben als zu jagen, bis dann Grup­pen bei den Sess­haf­ten sess­haft gewor­den sind um sie gegen Ovo­lus aka den zehn­ten vor ihren „Kame­ra­den“ zu „beschüt­zen“.
    Und somit wur­de der „Adel“ gegrün­det s.o.
    Das ist heu­te noch so, wer schwarz in der Bahn fährt weil er sich die Fahr­kar­te und damit auch das „erhöh­te Beför­de­rungs­ent­gelt“ nicht lei­sten kann geht auf Staatskosten=Steuergelder für eine Woche in den Bau wegen einem „Scha­den“ von 1,50 €, wäh­rend die Mil­li­ar­den­be­trü­ger „system­im­ma­nent“ sind und auch wenn Mil­lio­nen an Steu­er­hin­ter­zie­hung oder Kin­des­miß­brauch fest­ge­stellt wer­den die „Ade­li­gen“ höch­stens die Steu­ern zurück­zah­len müs­sen OHNE das sie ins Gefäng­nis gehen.
    Und nun erklä­re mir mal wo das aktu­el­le System „Frei­heit ™“ für JEDEN beinhal­tet ?
    Du bist frei Dir jeden Tag den Arsch für den „Geld­adel“ auf­zu­rei­ßen damit Du Dei­nen Kin­dern ein­mal im Monat eine Kino­kar­te spen­die­ren kannst, nur um dann von der „Qua­li­täts­pres­se“ als Sozi­al­schma­rot­zer bezeich­net zu wer­den, weil ja der „Geld­adel“ das so befiehlt und wir wis­sen ja „Des Brot ich ess, des Lied ich sing!“.
    Und das ist es was mich am mei­sten ankotzt, die­se Falsch­heit der „Jour­nail­le“ .…
    Leu­te die es schwer haben wer­den nie­der­ge­schrie­ben wäh­rend über­führ­te Betrü­ger als „Hel­den“ dar­ge­stellt wer­den.
    So und um nun­mal auf das eigent­li­che The­ma zu kom­men, Bands die den „frei­en Markt™“ und den „Natio­na­lis­mus“ bedie­nen sind nun­mal eher in der kon­ser­va­ti­ven „rech­ten“ Ecke zu ver­or­ten.
    Bands die gegen die „Herr­schen­den“ sin­gen wer­den auto­ma­tisch vom Ver­fas­sungs­schutz beob­ach­tet und im Bericht genannt, NSU Mor­de wer­den dage­gen NICHT als rechts­ra­di­kal ein­ge­schätzt usw. usf.
    Ob nun frei.wild kon­kret zur Volks­ver­het­zung auf­ruft oder es „sar­ra­zinesk“ erle­dig bleibt sich im End­ef­fekt gleich, denn wir wis­sen ja dank Sar­ra­zin und Kon­sor­ten das es „aus­schließ­lich“ an den Genen liegt *KOPFTISCH*
    Soll­te sich einer die­ser „Glanz­köp­fe“ mal die Mühe machen z.B. das alte Genom­pro­jekt der Uni Tübin­gen wegen Her­kunft und Genom durch­zu­ar­bei­ten, der wür­de fest­stel­len das in Toit­sch­land die mei­sten Men­schen eben eher einen „ara­bi­schen“ Genom­ty­pus haben und kei­ne „blon­de Her­ren­ras­se“ vor­han­den ist.
    Es geht aber nicht um Objek­ti­vi­tät, son­dern Dem­ago­gie und rei­nem Glau­ben an die bestehen­de „Lei­stungs­ge­sell­schaft“ aka „Geld­adel“.
    Und genau deren simp­le Vor­stel­lun­gen, das näm­lich sie auf­grund ihrer Her­kunft (Genom) ande­ren über­le­gen sein müs­sen (sonst hät­te „Gott™“ das ja nicht so gewollt) wer­den durch Sarrazin&Konsorten samt Sprin­ger­pres­se und Ber­tels­mann ver­brei­tet.
    Und ganz ehr­lich wenn man sich den Hin­ter­grund für die „Empö­rung“ wegen frei.wild ansieht, was fällt einem da auf ?
    So und nach­dem ich mir nun den all­ge­mei­nen Frust über das aso­zia­le System run­ter­ge­rub­belt Äh weg­ge­schrie­ben habe, gön­ne ich mir ’ne Bud­del Glüh­wein :-P
    Bin ja mal gespannt ob Du mei­nen Rant hier ver­öf­fent­lichst ;-)

    • War­um soll­te ich nicht? Ich bin ja kei­ner von die­sen Links­blog­gern, die bei wir­ren Mei­nun­gen LALALA brül­len und auf „Löschen“ drücken. Jeder darf sich hier frei nach Schnau­ze zum Horst machen. ;)

      Dabei stimmst du mir doch sogar zu: Ech­te Anar­chie hat es nie gege­ben. War­um? Weil auch ihre Ver­fech­ter Angst haben, dass sie dann nicht zur Mehr­heit gehö­ren, son­dern die­je­ni­gen sind, die die Schat­ten­sei­te der Anar­chie zu spü­ren bekom­men.

      • Nein *glug­ger*,
        Du hast das Prin­zip von Anar­chie und Sozia­lis­mus nicht ver­stan­den.
        Bei bei­den Gesell­schafts­for­men *glug­ger* geht es dar­um das der Mensch und sei­ne Bedürf­nis­se im Mit­tel­punkt ste­hen, der Unter­schied ist ein­fach nur das bei Anar­chie jeder MIT jedem und eben NICHT GEGEN jeden ist (wie im Kapi­ta­lis­mus™) und zwar OHNE Macht­mo­no­pol und beim Sozia­lis­mus eben der Staat mit Macht­mo­no­pol dafür sorgt das ALLEN Bür­gern ALLES Lebens­not­wen­di­ge KOSTENFREI zur Ver­fü­gung gestellt wird, weil eben die „Bes­ser­ver­die­nen­den“ soli­da­risch sind.
        Im Kom­mu­nis­mus der Sowjiet­uni­on gab es sowohl Antei­le von Kapi­ta­lis­mus als auch Sozia­lis­mus.
        Z.B. gab es eine freie medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung, da wur­den dann Ärz­te und Kran­ken­schwe­stern auf Staats­ko­sten mit­ten in Sibi­ri­en via Hub­schrau­ber abge­setzt und haben dort alle UMSONST ver­sorgt !
        Aller­dings gab’s da halt auch die „Macht­eli­te“ *glug­ger* die halt auch mal mit dem „Feind“ getanzt hat wenn’s was hüb­sches abzu­sah­nen gab ;-)
        Und nach dem „Zusam­men­bruch“ der UDSSR konn­te man schön sehen was „Kapi­ta­lis­mus“ wirk­lich ist, denn die gan­zen Mul­ti­mil­li­ar­dä­re dort haben das Geld nicht durch „ehr­li­che Arbeit™“ erwor­ben.
        Und die guten Bil­der vom Kome­ten­ein­schlag sind auch dem rei­nen Kapi­ta­lis­mus der Ver­si­che­run­gen geschul­det, denn vor der „Wen­de™“ konn­te jeder Schä­den bei der Regie­rung regu­lie­ren las­sen und wenn er/sie/es nicht wirk­lich abso­lut gro­ben Unfug began­gen hat­te war es geges­sen, wäh­rend jetzt ALLES erst­mal in Zwei­fel gestellt wird und sich des­we­gen ein­ge­bür­gert hat eine Total­über­wa­chung zu ver­an­stal­ten.
        Das Pro­blem liegt *glug­ger* ein­fach dar­in das ab einer gewis­sen Anzahl Men­schen es ein regu­lie­ren­des Nor­ma­tiv braucht, ob das ein Glau­be ist, mit­ein­an­der Reden oder ein Macht­mo­no­pol bleibt sich gleich.
        Bei­spiel: Von allen Län­dern der Welt (>150 oder so) nimmst Du jeweils ein Kind im Alter von 5–6 Jah­ren und sperrst alle in ein und den­sel­ben Raum mit lecker Hap­pen­pap­pen, Bunt­stif­ten, Plüsch­tie­ren und ande­rem Spiel­zeug.
        Was denkst Du tun die Kin­der die sich gegen­sei­tig nicht ver­ste­hen kön­nen mit­ein­an­der ?
        OK hast nach­ge­dacht …
        Nun nimm die­sel­ben Kin­der als Jugend­li­che sagen wir 10 Jah­re nach­dem sie wie­der in ihren Län­dern waren und mache das­sel­be nun mit Spi­ri­tuo­sen, Grill und lecker Hap­pen­pap­pen.
        Was tun ein und die­sel­ben Men­schen nun mit­ein­an­der ?
        Und das, aus­schließl­cih das ist das Grund­übel m(
        Gib Kin­dern in Zen­tral­afri­ka aktu­el­le Tablett­com­pu­ter oder Smart­phones und sie­he da die kön­nen die nach eini­gem her­um­spie­len bedie­nen und haben ihre Freu­de dran, ent­ge­gen der Erwar­tun­gen der „Her­ren­men­schen“ m(
        Das Pro­blem liegt im System sel­ber das sich ja durch eben die­se „Her­ren­men­schen“ defi­niert.
        Wenn ALLEN die glei­che Bil­dung und eine OBJEKTIVE Bericht­erstat­tung zur Ver­fü­gung steht funk­tio­niert das System „Her­ren­mensch“ eben nicht mehr.
        Und jetzt erklä­re mir mal war­um wir ver­schie­de­ne Schul­sy­ste­me haben und man Abitur braucht um ein Stu­di­um das zum Dok­tor führt haben muß ?
        *glug­ger*
        So und nu hab‘ ich zuviel intus :-P

        P.S.: Zum Horst mach ich mich nicht, das ist mei­ne Mei­nung und läßt sich auch i.d.R. bele­gen, außer ich habe einen rich­tig dicke im Tee :-P
        Daher denk mal dar­über nach ob Du Dich mit Dei­ner Aus­sa­ge nicht sel­ber „geoutet“ hast und wie heißt noch­mal die Klei­der­mar­ke die man mög­lichst nicht tra­gen soll, neben wei­ßen Schnür­sen­keln im Sprin­ger­stie­fel mein ich :-P

        • Mei­ne Güte, ist die­ser Kin­der­sprech („*glug­ger*“) in einer so genann­ten „poli­ti­schen Dis­kus­si­on“ anstren­gend zu lesen. Es ist aber bezeich­nend, dass Leu­te, die Anar­chie befür­wor­ten, alle­samt kei­nen sturz­frei­en Satz in jeg­li­cher Spra­che her­aus­be­kom­men. Was sagt das über Anar­chie aus?

          Und jetzt erklä­re mir mal war­um wir ver­schie­de­ne Schul­sy­ste­me haben und man Abitur braucht um ein Stu­di­um das zum Dok­tor führt haben muß ?

          Braucht man nicht zwangs­läu­fig. Bit­te infor­mie­re dich bes­ser. Aller­dings hal­te ich auch den Dok­tor­ti­tel für über­flüs­sig.

          Zum Kern dei­ner ver­glucker­ten Aus­sa­ge (nach fünf­mal lesen konn­te ich da tat­säch­lich so etwas wie eine Aus­sa­ge erken­nen): „das bei Anar­chie jeder MIT jedem und eben NICHT GEGEN jeden ist“. Anar­chie ist somit eine Uto­pie, die dar­an schei­tert, dass Men­schen Ego­isten sind. Im Zwei­fel gilt es, die eige­ne Stel­lung best­mög­lich zu festi­gen. Anar­chie ist mit Men­schen nicht mach­bar.

          Eins noch: Als was genau hab‘ ich mich denn „geoutet“? Erhel­le mich! Ich bin schon ganz neu­gie­rig.

  4. Wenn ich die argu­men­ta­ti­ven Aus­füh­run­gen betrach­te, klingt das schon ganz gut. Ich möch­te da nur auf eine Sache hin­wei­sen oder zuspit­zen:

    Sozia­lis­mus, der real prak­ti­zier­te Sov­jet­kom­mu­nis­mus und Kapi­ta­lis­mus sind alle kon­kre­te Aus­rich­tun­gen der Staats­po­li­tik. Das Pro­blem in den „kom­mu­ni­sti­schen“ Ver­su­chen war jetzt nur, dass sie einer­seits zwar die Bedürf­nis­se der Men­schen in den Vor­der­grund gerückt (Schu­len, Kran­ken­häu­ser, etc.) ande­rer­seits aber am Prin­zip Herr­schaft fest­ge­hal­ten haben. Anders als die­se Staats­po­li­ti­ken ist Anar­chie eine Fra­ge der Ein­stel­lung und ein Pro­zess, der unter­schied­li­che Staats- oder Gesell­schafts­for­men zur Fol­ge hat. Inso­fern ist die Aus­sa­ge, Anar­chie ist nicht mach­bar falsch – denn Anar­chie ist kein kon­kre­tes umsetz­ba­res Modell, son­dern eine Hal­tung und ein Pro­zess, die die bestehen­den Model­le beein­flusst und ändert.

    Anders als in den grö­ße­ren anar­chi­sti­schen Ver­su­chen, wur­de dort eben nicht selbst­be­stimmt gear­bei­tet (was ja gera­de dem mensch­li­chen Ego­is­mus ent­spricht), son­dern für einen von außen fest­ge­setz­ten Fünf­jah­res­plan für eine abstrak­te rie­si­ge letzt­lich anony­me Gesell­schafts­kon­struk­ti­on.

    Dabei gabs da ja eini­ge grö­ße­re Gebie­te, in denen der Kom­mu­nis­mus eine anar­chi­sti­sche Aus­rich­tung hat­te, etwa Kron­statt oder die Mach­no-Bewe­gung in der Ukrai­ne, die von den Bol­sche­wi­ki irgend­wann blu­tig nie­der­ge­schla­gen wur­den. Oder in ande­ren Tei­len Euro­pas mit einer syn­di­ka­li­sti­schen Aus­rich­tung die Pari­ser Com­mu­ne oder Spa­ni­en 1936. Allen gemein­sam war, dass sie sich trotz feh­len­der Unter­stüt­zung von außen mit­un­ter recht lan­ge hal­ten konn­ten und letzt­lich nicht an inne­ren Wider­sprü­chen zer­bro­chen sind son­dern durch Armeen zer­schla­gen wur­den.

    Der Punkt mit dem Ego­is­mus ist halt, dass die­ser in der Regel als destruk­tiv miss­ver­stan­den wird. Dabei ist Ego­is­mus einer der stärk­sten Antriebs­kräf­te die wir haben (neben Empa­thie). Ob er destruk­tiv wird oder nicht hängt von den gesell­schaft­li­chen Regeln ab. Wenn ich am mei­sten pro­fi­tie­re, indem ich ande­re aus­ste­che führt mein Ego­is­mus dazu dass ich eben ande­re aus­ste­che, die dann ver­lie­ren (Grund­la­ge der mei­sten Ball­sport­ar­ten – wir gegen die). Wenn ich aber am mei­sten pro­fi­tie­re, indem ich mich sozi­al ver­hal­te, wer­de ich mich mit einer hohen Wahr­schein­lich­keit sozi­al ver­hal­ten -> sie­he Couch­sur­fing.

    Und die Mär von dem einen Betrü­ger, der alles zum Ein­sturz bringt, ist an der Rea­li­tät von Couch­sur­fing ad absur­dum geführt. Das ist das was ich anfangs mein­te mit Ord­nung. Es gibt Abspra­chen, wie Men­schen auf so etwas reagie­ren und wie sie dem vor­beu­gen kön­nen. Und obwohl es sol­che Fäl­le gera­de hier in Deutsch­land gab, ist Couch­sur­fing (auch hier) nicht zusam­men­ge­bro­chen.

    • Anar­chie ist kein kon­kre­tes umsetz­ba­res Modell, son­dern eine Hal­tung und ein Pro­zess, die die bestehen­den Model­le beein­flusst und ändert.

      Da fehlt der Opt­ativ. Anar­chie ist eine Hal­tung und ein Pro­zess, hat aber etwas zum Ziel, was nicht funk­tio­nie­ren kann – da hilft auch jed­wel­che Ände­rung und Beein­flus­sung nicht.

      Nein, die wenig­sten Men­schen hal­ten ihren Ego­is­mus für destruk­tiv, tat­säch­lich glau­ben sogar vie­le, sie sei­en am Gemein­wohl inter­es­siert, wohl aus Angst vor Ver­ur­tei­lung, die jedoch berech­tigt wäre. Men­schen sind nicht so wie dein Uto­pia es ver­langt.

  5. „denk mal dar­über nach“ Sät­ze mag ich übri­gens nicht. Die kom­men immer so schreck­lich von oben her­ab…

  6. :?
    „Das Prin­zip der wohl­wol­len­den Inter­pre­ta­ti­on for­dert, dass man Ideen, gegen die man argu­men­tiert, im best­mög­li­chen Licht darstellt.[1] Ins­be­son­de­re in der Phi­lo­so­phie und Rhe­to­rik sol­len dem­nach alle Äuße­run­gen von Dis­kurs­part­nern als ratio­nal und, bei Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten, in ihrem best­mög­li­chen, stärk­sten Sinn ver­stan­den wer­den. Ziel die­ses metho­do­lo­gi­schen Prin­zips ist, den Aus­sa­gen Ande­rer nicht Irra­tio­na­li­tät, Trug­schlüs­se oder Unwahr­hei­ten zuzu­schrei­ben, wenn eine schlüs­si­ge, ratio­na­le Inter­pre­ta­ti­on eben­falls mög­lich ist. Nach Simon Blackburn[2] „zwingt es den Hörer dazu, die Wahr­heit und Ratio­na­li­tät in den Äuße­run­gen des Ande­ren zu maximieren.“[3] Argu­men­te, die syste­ma­tisch gegen das Prin­zip der wohl­wol­len­den Inter­pre­ta­ti­on ver­sto­ßen, wer­den zuwei­len als Stroh­pup­pe stig­ma­ti­siert.“

  7. Oh, das ist natür­lich aus der Wiki­pe­dia zitiert.
    In einem ande­ren Buch (The phi­lo­so­phers tool­kit) wird noch dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die­ses Vor­ge­hen zu stär­ke­ren Argu­men­ten führt, da man die Gegen­ar­gu­men­te nicht auf schlech­ten Kari­ka­tu­ren des tat­säch­li­chen Argu­ments auf­baust, son­dern auf der stärkst­mög­li­chen Inter­pre­ta­ti­on. Auch wenn das Argu­ment tat­säch­lich schwä­cher ist, macht das Sinn, da die­ses Vor­ge­hen die Schwä­che des ande­ren vo Augen führt.

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