KaufbefehleMusikkritik
Musik 12/2013 — Favoriten und Analyse

Dieser Artikel ist Teil 12 von 29 der Serie Jahres­rück­blick

Aber hal­lo, werte Leser und Musik­fre­unde, da ist doch tat­säch­lich schon wieder Ende Dezem­ber; Zeit also, wie zulet­zt im Juni die musikalis­chen Perlen aus dem großen Haufen an diesjähri­gen Veröf­fentlichun­gen her­auszupick­en. Die Guten ins Töpfchen, die Schlecht­en in die Vergessen­heit.

Kein­er soll sagen, ich hätte mir die Entschei­dung über die Auf­nahme oder Nich­tauf­nahme in diese Rückschau leicht gemacht; tat­säch­lich haben es einige Musikalben nach Abwä­gung der Argu­mente wider Erwarten nicht geschafft. Die Wood­en Shjips etwa haben mit Back To Land mal wieder ein her­vor­ra­gen­des Vel­vet-Under­ground-Gedächt­nisal­bum veröf­fentlicht. Zwar gibt es stilis­tisch nichts Neues zu ver­melden, weshalb eine sep­a­rate Rezen­sion hier bloße Wieder­hol­ung bliebe; man mag’s trotz­dem mögen. Schlechter wird es nicht. Das gilt im Übri­gen auch für Zola Jesus’ Album Ver­sions, auf dem sie eigentlich nur stre­icher­be­wehrte (allerd­ings sehr gute) Vari­anten früher­er Lieder aus ihrem Œuvre dar­bi­etet.

Unschlüs­sig war ich mir bei Mog­wais Les Revenants Sound­track, das als “nicht reg­uläres Stu­dioal­bum” eigentlich nicht in diese Liste gehört. Ich habe mich dazu entschlossen, das wie üblich solide, aber unge­wohnt melan­cholis­che und herb­st­taugliche Album (mit Gesang!) trotz­dem mal unverbindlich zu empfehlen und dann nicht weit­er darauf einzuge­hen. Um so mehr Platz bleibt für die anderen her­vor­ra­gen­den Alben im zweit­en Teil mein­er Jahres­rückschau.

Näm­lich diese:

1. Käu­fliche Begeis­terung.

  1. Ampledeed — A is for Ampledeed
    “I hear a sound / from Under­ground” (Wan­ders and Won­ders)

    “A ste­ht für Apfel”, so lernen’s die Kinder ange­blich in den USA, und viel weit­er kom­men sie dann nicht mehr, weil sie lieber Leute erschießen gehen als in der Schule herumzusitzen. Dass die Amerikan­er von Ampledeed bei der Suche nach einem Band­na­men auch irgend­was mit “A” genom­men haben, über­rascht insofern nicht. Weiß der Geier, was ein “Ampledeed” sein soll. Die Beset­zung auf “A is for Ampledeed” ist aber beacht­enswert: Zweimal Key­boards (hier­von bekan­nt: Aaron Goldich, vorher Mit­glied der Retro­prog­band The Source), dreimal Bass, zweimal Schlagzeug, Sax­ophon, Gitarre, Ukulele, mehrfach Gesang (per­son­elle Über­schnei­dun­gen sind teil­weise gegeben).

    Musikalisch haben sie sich jeden­falls bei den Briten bedi­ent, unter anderem (wie so viele vor ihnen) bei Yes und Gen­tle Giant. Los geht es aber erst ein­mal mit käsi­gen Key­boards und unsich­er wirk­en­dem Instru­men­tal­ge­frick­el: “We Breathe Time” ist ein ver­track­tes Pro­gres­sive-Jaz­zrock-Stück, das den Hör­er gle­ich von Anfang an zu über­fordern ver­sucht. Vier Gen­res in acht Minuten, das macht etwa zwei Minuten pro Genre. Andere brauchen dafür drei ganze Alben. Gesangspas­sagen begin­nen ab etwa sechs Minuten Laufzeit. Rel­e­vante Ver­gle­iche für besagten Gesang: Pink Floyd und die Flower Kings. Ein biss­chen artver­wandt (aber weniger jazz­ig): The Sea­son Stan­dard (kön­nt’ ich auch mal wieder hören).

    “Super Col­lid­er Bromwich” set­zt mit can­ter­buryesquem Gesang (schon wieder: Flower Kings) und bratzen­der Gitarre ein, steigert sich dann aber zu einem prächtig verzwirbel­ten Jaz­zrock, in dem endlich auch mal die Key­boards ihrer eigentlichen Bes­tim­mung zuge­führt wer­den. So ähn­lich geht das Album dann auch weit­er; mäan­dernd zwis­chen Jazz, Retro-Prog und Avant­garde darf jed­er Musik­er seine Stärken demon­stri­eren. (Einige Stücke, etwa “Drum Fuckin’ ”, sind auch in Gänze einem Soloin­stru­ment gewid­met. Ratet mal, welchem!) Nils Mach­er von POWERMETAL.de ist über­fordert, was ja auch ein Qual­itätsmerk­mal sein kann:

    Allen­falls als kauzig ließe sich der Mis­chmasch wohl noch klas­si­fizieren, denn wie Gesang, Akko­rde und Melo­di­en bei Tracks wie ‘Brown Hole Blues’ gegeneinan­der laufen, das ist sicher­lich nicht jed­er­manns Sache.

    Meine schon.

    Rein­hören! Dafür bietet sich etwa die Web­site der Band an.

  2. Dis­perse — Liv­ing Mir­rors
    “Those days, this dream wants to sleep away” (Pro­fane the Ground)

    Was Dream The­ater (siehe Schrot­tecke weit­er unten) dieses Jahr falsch gemacht haben, haben Dis­perse um so richtiger gemacht. (Hyper­la­tive — uff. Nicht, dass mich jet­zt SPIEGEL ONLINE anwirbt.) Ich mag ja eigentlich keinen Met­al, aber…

    Dis­perse (“auseinan­derge­hen”), 2007 gegrün­det, kom­men aus Polen, und wer andere rezente pol­nis­che Bands wie SBB ken­nt, der weiß, dass das jeden­falls im Musikgeschäft oft mit hoher Qual­ität ein­herge­ht. So auch hier. Gle­ich von Anfang an (“Danc­ing with End­less Love”) pras­selt die Gitarre auf den Hör­er ein, dass es eine wahre Freude ist. Müh­e­los bewe­gen sich Dis­perse auf dem schmalen Grat zwis­chen (recht elek­tro­n­is­chem) Pro­gres­sive Met­al und Postrock, zwis­chen Ocean­size und Fates Warn­ing qua­si, ohne kün­stlich bom­bastisch zu wirken; auch echolyn sind immer mal wieder präsent. Die lan­gen Instru­men­tal­pas­sagen sind rhyth­misch-ver­trackt und so eingängig zugle­ich, dass die Beine des freudi­gen Rezensen­ten sich weigern, den Takt zu ver­passen. Großar­tig!

    Hält mich also noch etwas von der Ver­gabe der Höch­st­note für dieses Jahr ab? Aber sich­er: Der Gesang von Key­board­er Rafal Bier­nac­ki etwa ist, wohl gen­re­typ­isch, wenig imposant und eher Bei­w­erk, stört aber auch nicht, was ja auch eine Art von Leis­tung ist. Ander­er­seits geht’s beim Pro­gres­sive Met­al ja auch eher um die Instru­mente, und die sind ziem­lich gut.

    Thomas Kohlruß kon­sta­tierte, Dis­perse legten hier…

    (…) ein Album voller kraftvollem, ver­track­tem, heftigem Math­rock, gepaart mit hin­reißen­den Melo­di­en und gele­gentlich fil­igran-lyrischen Momenten vor. Der Hör­er wird guten Ideen, gelun­genen unortho­dox­en Wen­dung (sic! A.d.V.) und aller­lei eingestreuten Gim­micks ver­wöh­nt.

    Span­nend bleibt es bis zur let­zten Minute; Stück Num­mer 13 (“AUM”, was immer das bedeuten mag) bietet ein let­ztes Mal ein großar­tiges Wech­sel­spiel zwis­chen flir­ren­der Gitarre und präg­nan­tem Bass, bevor ein Key­board­tep­pich in einen Por­cu­pine-Tree-Teil über­leit­et. (Weniger ein­schläfer­nd als Steven Wil­son, der anson­sten her­vor­ra­gende Arbeit leis­tet, singt Rafal Bier­nac­ki übri­gens alle­mal.) Deren New Artrock, auf Dis­perses Debü­tal­bum “Jour­ney Through The Hid­den Gar­dens” noch eine von vie­len Zutat­en, ist auf “Liv­ing Mir­rors” allerd­ings nur noch wenig mehr als ein ent­fer­n­ter Ein­fluss. Dis­perse haben sich mit “Liv­ing Mir­rors” freigeschwim­men.

    Hör­proben: Das kom­plette Album ste­ht auf Bandcamp.com zwecks Stream­ings zur Ver­fü­gung.

  3. Days Between Sta­tions — In Extrem­is
    “There’s no replac­ing what’s been left behind / There’s no return­ing to that place and time” (Vision­ary)

    Das kali­for­nische Duo Days Between Sta­tions, einst instru­men­tal unter­wegs, hat sich für sein Zweitlingswerk “In Extrem­is” promi­nente Unter­stützung an Bord geholt, die auch mal sin­gen darf. Die bekan­ntesten Helfer sind Tony Levin (von 1982 bis Mitte der 1990er Jahre bei King Crim­son), Bil­ly Sher­wood, Peter Banks und Rick Wake­man (alle­samt zeitweise bei Yes). Dass “In Extrem­is” in den Phasen, in denen Bil­ly Sher­wood singt, auch genau so klingt wie ein Album mit sein­er Beteili­gung (“Vision­ary” etwa kön­nte auch von Cir­ca: aufgenom­men wor­den sein), bedeutet aus­nahms- wie erstaunlicher­weise nicht, dass er dem kom­plet­ten Album seinen Stem­pel auf­drückt. Es spricht aber für sich, dass das Stück, in dem der Gesang irgend­wie her­aus­ra­gend (peter­gabrielesque) aus dem Kopfhör­er schallt, näm­lich “The Man Who Died Two Times”, aus­nahm­sweise von Col­in Mould­ing (vor­rangig bekan­nt als Teil von XTC) intoniert wird.

    Von seinem Gesang abge­se­hen leis­tet Bil­ly Sher­wood hier allerd­ings zumin­d­est am Schlagzeug gute Arbeit. Ist es nicht auf­fäl­lig, dass grund­sät­zlich gute Schlagzeuger zumin­d­est im weit­eren Umfeld des Pro­gres­sive Rocks meis­tens schauder­hafte Sänger sind? Nun gut, deswe­gen sind sie wahrschein­lich Schlagzeuger und keine Front­män­ner gewor­den; in der vagen Hoff­nung, dass das nicht so auf­fällt. (Phil Collins hat es also, wie so vieles, völ­lig falsch gemacht.) Aber genug des Geplänkels, kom­men wir zur Musik.

    Um es auf Gen­risch zu erk­lären: Trotz des selt­samen Anfangs, der mich eher an das Trans-Siber­ian Orches­tra (oder irgend­soeinen Dis­co-Stampfer) erin­nert, spie­len Days Between Sta­tions eher einen recht gitar­ren­lasti­gen New Artrock als den immer­gle­ichen Neo­prog, von dem wohl die meis­ten Leute inzwis­chen genug haben dürften. Eher Pen­drag­on als Mar­il­lion, eher Por­cu­pine Tree als Yes. Sepa­nd Samzadeh, der Gitar­rist des Duos, bedi­ent sich stilis­tisch an den Großen, laut Inter­net also mal an David Gilmour, mal an Andrew Latimer, und das ist ja auch nicht die schlecht­este Ref­erenz.

    Und immer wieder Stil­wech­sel: Die “alten” Gen­e­sis, Camel, (natür­lich) Cir­ca:, Por­cu­pine Tree und King Crim­son geben sich hier die Klinke in die Hand, mit dem zweim­inüti­gen “Waltz In E Minor” wird auch ein (deplatziert wirk­endes) Stre­ich­er­stück dazwis­chengeschoben. Vier der acht Stücke knack­en die zehn Minuten, “In Extrem­is” gar die zwanzig. Dieses Stück, unterteilt in sechs “Kapi­tel”, wie es so Brauch ist, ist sozusagen die Quin­tes­senz des Albums: King-Crim­son-, Gen­e­sis- und Pink-Floyd-Zitate tre­f­fen aufeinan­der, selb­st Mar­il­lion wer­den (passender­weise an ein­er Stelle, an der die Worte “childhood’s end” fall­en) hier kurz ins Gedächt­nis gerufen. Gar­niert wird diese Mis­chung mit Neo­prog-Key­board­klän­gen. Ah, der Neo­prog! So ganz wegge­hen will er dann doch nicht. Macht ja nichts.

    Days Between Sta­tions gelingt im Übri­gen das sel­tene Kun­st­stück, zum Ende hin bess­er zu wer­den. Die fast 70 Minuten Laufzeit des Albums sind nur in der Mitte, in diesen Sher­wood-Momenten, ein biss­chen quälend. Ander­er­seits: Es hätte wahrschein­lich noch schlim­mer kom­men kön­nen.

    Bei der Suche nach Hör­proben hil­ft Amazon.de mit den üblichen kurzen Auss­chnit­ten weit­er.

  4. Sav­ages — Silence Your­self
    “The world’s a dead sor­ry hole” (Shut Up)

    Sprach­fet­zen und Hor­ror­musik (nein, kein Pop) leit­en “Silence Your­self” ein, bis unver­mit­telt der Bass ein­set­zt. Oder heißt es die Bässin? Sav­ages sind eine vierköp­fige Lon­don­er Post-Punk-Band, die den Vor­bildern aus den späten 1970er und frühen 1980er Jahren ziem­lich gut nacheifert. Frauen­quote: 100 Prozent. Na, das mag ja was wer­den. “Silence Your­self”, “ver­s­tumme dich selb­st” — wie zum Trotz tun die vier Frauen hier das Gegen­teil.

    Die Texte jeden­falls sind vielver­sprechend: Don’t wor­ry about break­ing my heart; oh Dar­ling, are you free when you doubt?

    Wie damals in den 1980ern.

    Selb­st die spießige “taz” findet’s gut:

    Ihr Sound streift die üblichen Post­punk-Ref­eren­zquellen von Gang of Four bis Joy Divi­sion nur. Er verzichtet auf epig­o­nale Posen und lar­moy­antes Selb­st­be­dauern.

    Vielmehr aktu­al­isieren Sav­ages die angry young women jen­er Ära. Sie erin­nern an X‑Ray Spex’ „Oh Bondage Up Yours!“, Poly Styrenes wütende Anklage der män­ner­do­minierten Gesellschaft. Oder an den düster-met­al­lenen Goth­icpunk von Siouxsie & The Ban­shees.

    “Strife” mit sein­er Lo-Fi-Gara­gen­gi­tarre und dem kla­gen­den Gesang von Front­frau Jehn­ny Beth fasst das Album eigentlich gut zusam­men, aber warum sollte man sich auf ein einziges Lied beschränken? Zumal es auch die anderen Stücke in sich haben. Wie “Hus­bands” gemeint ist (He sung the final hour of my sleep / oh God I wan­na get rid of it / (…) / my house, my bed, my hus­bands, hus­bands, hus­bands, (…)), würde mich zum Beispiel schon inter­essieren. Aber Kün­stler ver­rat­en nicht, was sie meinen, wenn sie etwas sagen. Das wäre doch albern.

    Ent­deckt “Silence Your­self” also unerk­lärt:
    Auf YouTube kann man den Musik­erin­nen beim Spie­len zuse­hen, auf Amazon.de kurz rein­hören.

  5. Tom­a­hawk — Odd­fel­lows
    “And I’ll shoot you off the range / Sell your daddy’s grange” (White Hats/Black Hats)

    Was macht eigentlich Mike Pat­ton (umtriebiges Mit­glied von Mr. Bun­gle, Fan­tô­mas, Faith No More, Peep­ing Tom und The Moon­child Trio sowie Gast­sänger bei vie­len, vie­len anderen Musik­grup­pen und ‑pro­jek­ten) ger­ade so? Nun, im Jahr 2000 hat er zusam­men mit Duane Deni­son (unter anderem The Jesus Lizard) die Band Tom­a­hawk gegrün­det, mit der er Alben wie “Mit Gas” (2003 veröf­fentlicht) auf­nahm. Mit “Odd­fel­lows” erschien 2013 das mit­tler­weile vierte Stu­dioal­bum von Tom­a­hawk; ob es wie ältere Auf­nah­men der Band irgen­det­was mit Indi­an­ern zu tun hat, weiß ich nicht.

    Die Web­site der Plat­ten­fir­ma Ipecac Record­ings weist darauf hin, dass “Odd­fel­lows” trotz über fün­fjähriger “Pause” von Tom­a­hawk keine Reunion bedeutet, “es sei denn, das bringt mehr Geld” (Zitat von eben­dort), denn so richtig aufgelöst hät­ten sich Tom­a­hawk ja nie. Dass es mit “Stone Let­ter” auf “Odd­fel­lows” sog­ar eine Sin­gle gibt (wie bei so ’ner Pop­band), ist allerd­ings ein biss­chen komisch.

    “Odd­fel­lows” ist ander­er­seits auch wenig exper­i­mentell ver­glichen mit Fan­tô­mas, Maik Maerten nen­nt es gar “erstaunlich zahm”; und für Mike Pat­ton mag das auch stim­men. Aber auch Trevor Dunn, der regelmäßi­gen Lesern mein­er Rückschauen zulet­zt zum Beispiel auf ’nem Melvins-Album begeg­net sein dürfte, zeigt sich auf “Odd­fel­lows” ähn­lich wand­lungs­fähig. Math­ias Freiesleben geht ins Detail:

    Ich hoffe nur, ich vergesse das Album in der Jahres­rückschau im Dezem­ber 2013 nicht. Gefahr laufe ich da aber nicht, wenn ich an die schüchter­nen Per­le ‘I.O.U.’ oder den Neo-Jazz-Hauch ‘Rise Up Dirty Waters’ denke. Das lauernde ‘A Thou­sand Eyes’ ist auch ein Hit, ein leis­er, hat­te ich vergessen zu erwäh­nen. Mit ‘Typhoon’ durch die ster­bende Kle­in­stadt bret­tern – eine Lust!

    Son­st so? Nick Cave and the Bad Seeds, Tom Waits, Foo Fight­ers und natür­lich alles von Mike Pat­ton. Nehm’ ich.

    Nun fahre ich eher sel­ten durch ster­bende Kle­in­städte — vergessen haben möchte aber auch ich “Odd­fel­lows” auf keinen Fall. Schön, dass das erledigt ist.

    Hör­proben:
    Rein­hören kön­nt ihr auszugsweise auf Amazon.de, in voller Länge beim Streamin­gan­bi­eter eur­er Wahl, zum Beispiel Groove­shark.

  6. Bar­do Pond — Peace on Venus
    “I think it’s gonna be dif­fer­ent this time.” (Kali Yuga Blues)

    In “mein­er” Hochschule probt unter anderem gele­gentlich eine Punkband, die unter anderem das doch recht bekan­nte Lied “Lemon Tree” covert. Die engagierte Sän­gerin scheint jedoch Angst vor dem Mikro­fon zu haben und ihre eigene Stimme nicht son­der­lich gern zu mögen, allzu zaghaft lässt sie ihr Stimm­chen zu den drück­enden Gitar­ren ertö­nen. Zu rotzigem Brüllpunk passt das nicht, zu der Musik von Bar­do Pond allerd­ings dur­chaus.

    Bar­do Pond? Merk­würdi­ger Name! Laut Inter­net stammt “Bar­do” aus dem Tibetanis­chen Toten­buch, “Pond” (“Teich”) wurde ergänzt, weil es in dieser Verbindung cool klinge. Der “Bar­do” sei der Ort, an dem eine Seele nach dem Tod des Kör­pers lan­det. Dabei ist die Musik auf ihrem inzwis­chen neun­ten Album “Peace on Venus” alles andere als tot. Bar­do Pond stam­men im Übri­gen aus Philadel­phia. Was das über Philadel­phia aus­sagt, möge ein jed­er Leser bitte selb­st ergrün­den.

    Das Cov­er zieren schwarzweiße nack­te “Blu­menkinder”. Wie klis­chee­haft. Wie tre­f­fend! Darge­boten wird verz­er­rter Gara­gen­rock mit reich­lich “Fuzz”, Flöte und angenehmen Ama­teur­charme. Crazy Horse (die Band, nicht der Indi­an­er­häuptling) lassen grüßen. Iso­bel Sol­len­berg­ers angenehm unauf­dringlich­er Gesang, der dem ein­gangs erwäh­n­ter Punksän­gerin ähnelt, dishar­moniert erfreulich angenehm mit dem psy­che­delis­chen Rhyth­mus­fun­da­ment, dem “weißen Rauschen” der Gitar­ren; und wohl wis­send, dass die Scheißra­diosender Musik wie diese sowieso nicht spie­len, wird dann auch auf so etwas Lang­weiliges wie Län­genbeschränkun­gen gep­fif­f­en: “Peace on Venus” sind fünf Stücke zwis­chen fast fünf und über zehn Minuten. In der Länge liegt die, äh, Musik.

    Eine stilis­tis­che Einord­nung ist trotz­dem nicht so ein­fach wie es scheint: Exper­i­mentell? Psy­che­delisch? Pop? Postrock? Ach, diese Musikjour­nal­is­ten immer. Wer Musik mag, der redet nicht darüber, außer man ist ich und emp­fiehlt gern Gutes zum Hören.

    Rock’n’Roll sei nicht tot, befind­et das Inter­net ange­hörs dieses Albums. Ich bin geneigt, dem zuzus­tim­men.

    Hör­proben:
    Schaut ein­fach mal auf Amazon.de vor­bei.

  7. Sons of Kemet — Burn

    Ein Blick zurück nach Großbri­tan­nien, von wo aus die Sons of Kemet agieren. “Kemet” bedeutet Schwarzes (Land), wom­it das frucht­bare Ack­er­land im Nil­tal und Nildelta gemeint ist. Dass das Album “Burn” trotz­dem “Burn” und nicht zum Beispiel “Mois­tur­ize” heißt, ist sich­er nur ein Verse­hen.

    Das Darge­botene ist dann im Übri­gen auch weit weniger antik als man annehmen kön­nte, obwohl Sons of Kemet tat­säch­lich einem betagten “Genre” frö­nen, näm­lich dem Jazz. Musik­fre­unde wis­sen, dass Jazz eine kom­plexe Welt ist, und auch Sons of Kemet tröten nicht lust­los wie der aber­tausend­ste Miles-Davis-Kopist vor sich hin, son­dern bege­hen ihre eige­nen Wege. Das fängt schon bei der Beset­zung an: Saxophon/Klarinette, Tuba und zwei Schlagzeuge. Kein Gesang. Die Tuba ist dann tat­säch­lich auch ein dom­i­nantes Instru­ment, mal im Vorder­grund, mal als markan­ter Teil der Rhyth­mus­gruppe.

    Das Ganze klingt etwas eso­ter­isch, aber nicht störend. Die meis­ten der zehn Stücke treiben hek­tisch voran, ihnen haftet der Charak­ter ein­er Liveim­pro­vi­sa­tion an. Nicht nur hier erkenne ich Par­al­le­len zum “Dou­ble Trio” aus früheren King-Crim­son-Tagen, das ähn­liche Musik (wenn auch rock­iger) auf Büh­nen und Ton­träger brachte. Schon der open­er “All Will Sure­ly Burn” bere­it­et den Hör­er angemessen vor: Während hal­lende Perkus­sion und Schlagzeug ertö­nen, gesellen sich allmäh­lich weit­ere Instru­mente hinzu, ein eingängiger Tubarhyth­mus trifft auf mal wild umher­flat­ternde, mal tak­t­ge­treue Ein­würfe von Shaba­ka Hutch­ings, Vor­denker der Sons of Kemet und umtriebiger Vertreter des Jazz, sagt das Inter­net. Mein Lieblingsstück auf “Burn”, das noch ener­gis­chere “The Itis”, ist mit ger­ade ein­mal 2:29 Minuten Laufzeit lei­der etwas kurz ger­at­en.

    Auf “Burn” sind mit “Song for Galeano”, Eduar­do Galeano gewid­met, und “The God­fa­ther” auch zwei Stücke zu find­en, die der exper­i­mentell-rauen Seite der Sons of Kemet eine ruhige Nuance hinzufü­gen, auch “Adonia’s Lul­la­by” fließt ver­gle­ich­sweise gemäch­lich neben “Beware”, das seinen Namen nicht zu Unrecht trägt, her. Dass nicht gesun­gen wird, tut im Übri­gen auch der Cov­erver­sion “Rivers of Baby­lon” (im Orig­i­nal nur schw­er und/oder betrunk­en zu ertra­gen) gut, die “Burn” beschließt.

    Free Jazz mit Tuba kön­nt ihr euch wahrschein­lich jet­zt unge­fähr so gut vorstellen wie ich, aber wofür gibt es denn das Inter­net?

    Mit Hör­proben haben die Sons of Kemet Sound­Cloud bestückt, Amazon.de hat natür­lich auch was.

    Ihr soll­tet es auch bald haben.

  8. Ampli­fi­er — Echo Street
    “Dri­ving at the wheel / there is a pris­on­er / upon a road of vain­less­ness / I’m trav­el­ing with­out a rival” (The Wheel)

    “Echo Street”, ander­swo schon mal zum Album der Woche gekürt, ist das (abzüglich der ver­schiede­nen EPs) inzwis­chen vierte Stu­dioal­bum des britis­chen Alter­na­tive-Rock-Quar­tetts Ampli­fi­er. Auf Echos wird verzichtet.

    Warum “Echo Street”, wenn doch schon für Herb­st 2012 das bis heute nicht erschienene “Mys­to­ria” angekündigt war? Das übliche Prob­lem trat auf: Das Geld ging aus.

    Wir arbeit­eten eigentlich an einem anderen Album namens „Mys­to­ria“, bei dem allerd­ings abse­hbar war, dass sie nicht rechtzeit­ig fer­tig wer­den würde[,] (…) bevor uns das Geld aus­ge­gan­gen wäre und wir nicht mehr die Möglichkeit gehabt hät­ten, eine Plat­te rauszubrin­gen. Als uns dies im August 2012 klar wurde, mussten wir aus dem Stand eine andere Scheibe aus dem Boden stampfen und diese aufnehmen und pressen lassen, solange noch Kohle vorhan­den war.

    Wie sich das für eine gute Musik­gruppe, wie es Ampli­fi­er nun mal ist, gehört, waren dafür aber sowieso noch Stücke übrig:

    Das einzige was wir hat­ten, waren hun­derte von Ton­bän­dern aus unser­er Anfangszeit. Das hat es für mich rück­wirk­end echt gerecht­fer­tigt, die ganzen Kas­set­ten über­haupt aufge­hoben zu haben. Es war nur ein winziger Bruchteil des Archivs, was let­ztlich auf der Plat­te gelandet ist.

    “Echo Street” ist also eigentlich keineswegs ein neues, son­dern vielmehr eins von mehreren möglichen “alten” Ampli­fi­er-Alben. Dabei klingt “alt” schlim­mer als es ist, gegrün­det wurde die Band ja erst 1999; was im Musikgeschäft ander­er­seits wiederum eine halbe Ewigkeit — wie auch immer das gehen soll — darstellt. Schöne, neue Welt. Schlecht sind die ollen Kamellen aber trotz­dem nicht.

    Mit anschwellen­dem Klang begin­nt “Mat­mos”, Stimme und unverz­er­rte Gitarre gesellen sich dazu. Schön, hat was von Psy­che­del­ic Rock. Nanana na nana nana. Die Stim­mung, irgend­wo zwis­chen Steven Wil­son und Ever­last und intim wie dere­inst Talk Talk, geht unter die Haut, noch bevor ein Text zu hören ist; der allerd­ings auch nicht schlecht ist: “And hazy are all my mem­o­ries / and take away from me the past / your decon­struct­ed soul immor­tal / is think­ing laugh­ing gas thoughts.” “Mat­mos” ist nach einem Unheil brin­gen­den See aus der Comicbuchrei­he “Bar­barel­la” benan­nt, die ich im Übri­gen auch nicht kenne. Am Ende wird’s rock­ig: “For the love that I found, I found” (Wdh.) Was kommt mir da in den Sinn? echolyn.

    Son­st so? “The Wheel”, ein vergnüglich­es Space­rock­stück, das bea­t­lesque “Between Today and Yes­ter­day”, das new-artrock­ige “Echo Street” (laut Inter­net das älteste jemals aufgenommene Ampli­fi­er-Lied), am Ende der bass­do­minierte Rock­er “Mary Rose”, der den Hör­er vergebens auf die Erup­tion warten lässt — und dazwis­chen Gitarre und jede Menge Elek­tron­ik. Her­vor­ra­gend!

    Das Punk-Grunge-Album “Mys­to­ria” soll nach derzeit­igem Stand übri­gens nun endlich 2014 erscheinen. Wer bis dahin noch etwas mehr Ampli­fi­er braucht, der möge den/die/das mit “Echo Street” zusam­men erschienene EP Sun­rid­ers gle­ich hin­ter­her­hören. Gefällt!

    Hör­proben haben Groove­shark, Amazon.de und sonst­welche Seit­en im Ange­bot. Sucht euch eine aus.

Für diejeni­gen von euch, die Musik lieber hören als allzu viel über sie zu lesen, hat­te ich vor einem Jahr die Rubrik “pri­ma Alben in einem Absatz zusam­menge­fasst” einge­führt. Diese Rubrik wird auch 2013 fort­ge­set­zt, schon deshalb, weil ich mal wieder nicht rechtzeit­ig mit Rezen­sieren fer­tig gewor­den bin. Fünf weit­ere Musikalben buhlen also im Fol­gen­den um eure Aufmerk­samkeit.

2. Kurze Freuden.

  1. De Staat — I_Con

    “I_Con” fügt dem ban­deige­nen Rock einige inter­es­sante Nuan­cen hinzu, die sie aus der Rockschublade ent­fer­nen und dann sozusagen den ganzen Schrank neu zim­mern. Der The-Strokes-touch (wenn auch mit weniger “Lo-Fi”) ist zwar kaum zu über­hören, aber auch so Dis­co­musik wie damals in den 90-ern ist zu hören (“Make Way For The Pas­sen­ger”). Und erin­nert sich noch jemand an Pop Will Eat Itself, Rage Against the Machine oder die Beast­ie Boys, an diese Melange aus Gitar­ren, Rap und dance? Spätestens in “Down Town” kehrt die Erin­nerung zurück. Hör­proben? Hier ent­lang.

  2. Sound of Con­tact — Dimen­sio­n­aut

    In “Dimen­sio­n­aut” tre­f­fen frühe Yes (aus der Zeit vor “Frag­ile”) auf späte (wenig exper­i­men­tier­freudi­ge) Gen­e­sis und ver­mählen sich schließlich mit dem Space­rock von Hawk­wind. Die Gen­e­sisnähe ist ver­mut­lich kein Zufall, ist doch Schlagzeuger und Sänger Simon Collins der älteste Sohn des anderen, schlechteren Her­rn Collins. Das fällt aber anson­sten zu meinem Entzück­en kaum auf, wie zum Beispiel auf Amazon.de zu hören ist.

  3. Marnie Stern — The Chron­i­cles of Mar­nia

    Marnie Stern macht in den “Chroniken von Mar­nia” das, was sie am Besten kann: Gitarre spie­len und dazu selt­sam sin­gen. Häu­fig klingt das wie die neueren Stücke der ehe­ma­li­gen The-Vel­vet-Under­ground-Schlagzeugerin Moe Tuck­er, manch­mal auch nach den Pix­ies. Afrikanis­che (“Noo­nan”) und 60-er-Jahre-Rhyth­men (“Still Mov­ing”) ver­schmilzen mit den Tap­pingtep­pichen und Frau Sterns jeden­falls einzi­gar­tigem Gesang zu einem spaßi­gen Gesamtwerk, das seine Kraft ver­mut­lich im Som­mer eher ent­fal­tet als im Win­ter, aber der näch­ste Som­mer dauert ja voraus­sichtlich auch nicht mehr lange. Es gibt auch ein Musikvideo dazu. Juhu!

  4. Min­er­va — Ger­mi­nal
    Min­er­va ist die römis­che Göt­tin des Handw­erks und der Weisheit, also eine Göt­tin der Gegen­sätze. Min­er­va ist außer­dem eine Psy­che­del­ic-Rock-Band aus Pots­dam, die mit “Ger­mi­nal” ein hörenswertes Debü­tal­bum vorgelegt hat, das so gegen­sät­zlich ist wie die Göt­tin selb­st: Melodisch unter­malte Gedichte (“Der gläserne Käfig”) ein­er­seits, treiben­der Rock wie von The Mars Vol­ta (“Before I Lost My Fight And Sight”) ander­er­seits; hier Gitar­ren, da Sax­ophon und Bass; Ston­er Rock (“Hasti­ly”) und Alter­na­tive Rock (“All I’ve Done”) wech­seln sich wie selb­stver­ständlich ab. Texte wie von Ira! (Herzen gefüllt mit Monot­o­nie / Wo sind wir geblieben, wo?), Musik wie seit Langem nicht mehr gehört.
  5. Omb — SwineSong

    Etwas name drop­ping zu “SwineSong”: Gen­tle Giant, King Crim­son, Sleep­y­time Goril­la Muse­um, Eatl­iz, Mr. Bun­gle, The Void’s Last Stand. Omb hießen früher Of Marble’s Black und macht­en Met­al. Geblieben ist das Growl­ing, hinzu kam abge­drehter Dämo­nenge­sang, ver­stärkt wur­den verzwirbelte Gitar­ren. Alles auf ein­mal. Israel scheint frucht­baren Nährbo­den für Bands zu liefern, die alles anders machen wollen (nochmals cf. Eatl­iz). Wer mag, kann’s per Band­camp hören und/oder kaufen. Schwein gehabt.

Ein Manko des musikalis­chen Jahres 2013 ist es, dass das Ange­bot an wirk­lich außergewöhn­lichen kosten­los zur Ver­fü­gung gestell­ten Pro­duk­tio­nen entwed­er gesunken oder mir schlicht völ­lig ent­gan­gen ist. Aus dem Ein­heits­brei der Ocean­size-, Tool- und Franz-Fer­di­nand-Imi­ta­toren kon­nte ich daher im zweit­en Hal­b­jahr 2013 auch nur diese zwei wahren Perlen her­aus­fis­chen:

3. Spaß für nix.

  • Snöhamn

    Für regelmäßige Leser mein­er Texte sind Snöhamn fast schon alte Bekan­nte, das Stück “Du vilar nu” hat­te ich erst kür­zlich emp­fohlen. “Snöhamn” heißt laut Plat­ten­fir­ma unge­fähr so viel wie “Astralkör­p­er aus Eis” und klingt auch so ähn­lich.

    Snöhamn machen im Wesentlichen ambi­en­ten Postrock. Schon wieder Postrock? Reicht es nicht langsam? Nö. Das titel­lose Beina­heal­bum (das wird langsam zur Gewohn­heit) haut dem Hör­er nicht ständig irgendwelche Effek­te oder Gitar­ren­bret­ter um die Ohren, son­dern arbeit­et sich behut­sam mit Pin­sel und Pinzette voran.

    Beina­heal­bum? Nun ja, mit fünf Stück­en und nicht ganz 40 Minuten Spiel­d­auer ist dies eher ein/eine EP, aber die fünf Schwe­den wis­sen die Zeit wohl zu nutzen. Gesun­gen wird nicht. Gut so! Ihre Stimme ist die Musik. Snöhamn erzählen fünf Geschicht­en und reden nicht viel dabei. Was ist Traum, was Wirk­lichkeit? “Snöhamn” klingt wie wenn man durch einen schö­nen Wald spaziert und dem Wind lauscht. Das machen wir viel zu sel­ten.

    Run­ter­holen:
    Auf Bandcamp.com gibt es “Snöhamn” in voller Länge zu hören und herun­terzu­laden, eMule hat es eben­falls.

  • Il Rumore Bian­co — Medioc­razia

    Ital­ienis­che Bands haben sehr oft das Prob­lem, dass ihre Texte eben­falls auf Ital­ienisch gehal­ten sind. Ital­ienisch ist zwar eine schöne melodiöse Sprache, aber ital­ienis­ch­er Gesang ist in der Regel eher kantig und etwas störend. Il Rumore Bian­co gelingt das Kun­st­stück, mir trotz­dem zu gefall­en.

    Was bekom­men wir hier zu hören? Nun, eben­falls eine sehr kurze “Scheibe”, die nicht mal eine halbe Stunde dauert. Stilis­tisch betäti­gen sich die sechs Her­ren (klas­sis­che Rock­bandbe­set­zung plus Key­boards, Syn­the­siz­er und Sax­ophon) auf dem weit­en Feld des Jaz­zrock, dabei in den dur­chaus gehobe­nen Gefilden. Passende Ver­gle­iche: Gen­tle Giant, The Tan­gent, Van der Graaf Gen­er­a­tor. Ein­tönig bleibt es trotz­dem nicht: Ist “Tut­to un sog­no (pt. 1)” noch ein bass- und key­board­lastiges straight­es (Progressive-)Rockbrett, dominieren in “Tut­to un sog­no (pt. 2)” jazz­iges Sax­ophon und Tas­tenin­stru­mente zu weit­ge­hend unaufgeregtem Gesang. Explodieren tut’s nur zwis­chen­drin mal, da meldet sich auch die Gitarre zu Wort (und da sind Van der Graaf Gen­er­a­tor so nah wie sel­ten).

    Dazwis­chen? Das streck­en­weise schön ver­track­te “Il vesti­to buono” und das selt­same “Il pri­mo attore”, in dem ich mal wieder King Crim­son aus den frühen 70-ern erkenne, Sax­ophon selb­stver­ständlich inklu­sive. “Rock”- und “Jazz”-Teile wer­den auf “Medioc­razia” jeden­falls so naht­los aneinan­derge­heftet, dass man es kaum mit­bekäme, würde man nicht plöt­zlich mit­ten­drin den Takt beim Mitwip­pen ver­lieren. Aktives Musikhören ist ganz schön anstren­gend; vor allem aber ganz schön. Das soll­tet ihr aber schon wis­sen.

    Run­ter­holen:
    Stream und Down­load gibt’s auf Bandcamp.com, holen und mitver­bre­it­en kön­nt ihr “Medioc­razia” zum Beispiel auch per eMule.

War das schon alles? Aber nein! Neben all diesen Stu­dio­pro­duk­tio­nen lan­de­ten unlängst auch zwei Liveauf­nah­men in meinem Musik­spiel­er, die meine Wertschätzung ehrlich ver­di­ent haben.

4. Zwei Konz­erte für zu Hause.

  • Møster! – Edvard Lygre Møster

    Ich wieder­hole: Was ein Edvard Lygre ist, ver­mag ich auf­grund man­gel­nder Nor­wegis­chken­nt­nisse nicht zu wis­sen. Ist das nicht aber sowieso beina­he egal? Ich lasse lieber die Musik für sich sprechen. Und die geht, Verzei­hung!, tierisch ab.

    Ist das erste Stück “Plas­tic Dis­co” (12:10 Minuten; keine Sorge, bumm-tschack bleibt hier aus) schon ein prachtvoller Vor­bote für das Fol­gende, drehen die vier Her­ren danach erst so richtig auf. In “Ran­som Bird” ist erst­mals tat­säch­lich etwas Pub­likum (jubel­nd) zu hören. Wer kön­nte es ihm ange­hörs der schieren Instru­mente­neska­pade, her­aus­ra­gend vor­angetrieben von Schlagzeug und Bass, schon ver­denken? Das Inter­net schreibt hier von “rauschhafter Ekstase”, und ich kön­nte es kaum bess­er umschreiben.

    Jazz für jede Gele­gen­heit!

    Rein­hören:
    Amazon.de stellt kurze Auss­chnitte aus jedem der vier enthal­te­nen Stücke bere­it.

  • PropheXy — Improvvi­so

    Am 17. März 2012 fand sich die ital­ienis­che Band PropheXy für eines ihrer Konz­erte zusam­men.

    Der jazz­ige Retro-Prog-Hardrock ihres Debü­tal­bums “alco­nau­ta” von 2008 hat sich mit dem Ausstieg von Mat­teo Bonaz­za in eine freiför­migere Rich­tung bewegt, die mir sehr gefällt. Zu hören ist die typ­is­che Mis­chung aus den Rhyth­mu­s­ex­per­i­menten von Gen­tle Giant, dem Instru­mentenge­frick­el der 1982er King Crim­son und extro­vertiertem ital­ienis­chem Gesang, der sich schon auf­grund der reinen Sprach­melodie dem Hör­er ger­adezu auf­drängt. Auch der Can­ter­bury, vor­rangig repräsen­tiert vom schi­er all­ge­gen­wär­ti­gen Flötis­ten Alessan­dro Valle, kommt nicht zu kurz; mit “Dis­as­so­ci­a­tion” und “Golf Girl” wur­den sog­ar zwei Cov­erver­sio­nen von Car­a­van-Klas­sik­ern gespielt, gesun­gen von Richard Sin­clair höch­st­selb­st, der vielle­icht ger­ade mal etwas Zeit übrig hat­te.

    Lobenswert auch die Abmis­chung: Nervig dazwis­chen­klatschen­des Pub­likum wie in deutschen Bierzel­ten ist nicht zu hören, der Applaus ertönt, wenn über­haupt, allen­falls am Ende eines Stück­es und wird dann recht schnell aus­ge­blendet. Ich bin ja für die Wiedere­in­führung der Ret­tich­strafe für jeden, der eine musikalis­che Auf­führung mit blö­dem Gepatsche stört, aber dieses Pub­likum war ein sehr gutes.

    Es war dem Konz­ert wohl dur­chaus angemessen.

    Rein­hören:
    Auch dies­mal werdet ihr auf Amazon.de fündig.

Nach all der Freud’ nun etwas Leid: Wie üblich habe ich es auch dies­mal nicht ver­säumt, die ein­schlägi­gen Rezen­sion­szeitschriften und ‑web­seit­en nach Geheimtipps, Alben des Jahres (und so weit­er und so fort) zu durch­forsten, und den Fehler gemacht, die Euphorie nachvol­lziehen zu wollen. Ein großer Name bewahrt oft nicht vor großem Mist. Die vier größten Tota­laus­fälle sind diese:

5. Geschenke für den Fein­deskreis.

  1. Nek­tar — Time Machine

    Ich weiß nicht, in welche Zeit Nek­tar hier gereist sind, aber span­nend geht es dort sicher­lich nicht zu. Blöder­weise sind sie auch wieder zurück­gekehrt und erzählen allen davon.

  2. Dream The­ater

    Ich hole mal etwas weit­er aus: Ein neuer Schlagzeuger ist an Bord, Mike Port­noy will nicht mehr mit­spie­len. Ein Sakri­leg? Wer weiß! Ein viel größeres Sakri­leg vielle­icht: Dream The­ater hielt ich ja immer für etwas über­be­w­ertet (wie son­st nur die Bea­t­les und Miles Davis). Der Anfang des Albums (trägt es nun eigentlich einen Namen oder nicht?): Opern­haft? Nightwish? Zum Glück keine Tar­ja! Ach, jet­zt weiß ich wieder, wieso ich mich von allem, was sich “Pro­gres­sive Met­al” nen­nt, nor­maler­weise fern­halte, diese Key­board­fan­faren sind mir schon bei Muse auf die Ner­ven gefall­en. Weit­er­hin in geboten­er Kürze: Chor und Gitar­renge­bratze. Gesang fol­gt erst in Stück 2, klingt aber von Anfang an etwas arg gepresst. Und er wird nicht bess­er! Gitarre und Schlagzeug zweifels­frei (wie oft behauptet) großar­tig, aber der Gesang verdirbt’s. Hat der Sänger Bauch­schmerzen? Und dann noch die Texte! Jet­zt weiß ich, wer Transat­lantic zu ihrem grauen­haften textlichen Gejam­mer ins­priert hat. Man ver­ste­he mich nicht falsch und schmähe mich einen bloßen Dream-The­ater-Verächter: “Metrop­o­lis Pt. II — Scenes From a Mem­o­ry” halte ich für ein gelun­ge­nes Album. “Dream The­ater”, sieben Stu­dioal­ben später, ist aber das, was der “Name” ver­spricht: Schreck­lich unin­spiri­ert. Schade drum.

  3. The Flower Kings — Des­o­la­tion Rose

    Den Titel haben sie bei Bob Dylan abgeguckt und schlecht verkalauert, aber er spricht Bände: Mehr als des­o­la­tion ist hier nicht zu erwarten. Denkmalpflege ja, aber nicht auf hohem Niveau. Hat man alles schon mal von den Flower Kings gehört — und zwar bess­er.

  4. Pub­lic Ser­vice Broad­cast­ing — Inform — Edu­cate — Enter­tain

    Das Lon­don­er Duo Pub­lic Ser­vice Broad­cast­ing musiziert auf “Inform — Edu­cate — Enter­tain” stil­sich­er an Kon­ven­tio­nen vor­bei. Um Auss­chnitte aus alten Pro­pa­gan­da- und Wer­be­filmen herum strick­en sie elek­tro­n­is­che instru­men­tale Klang­wel­ten, die mal min­i­mal­is­tisch (“Late Night Final”), mal bedrohlich (“Night Mail”), mal feier­lich (“The Now Gen­er­a­tion”) daherkom­men. Gele­gentliche Rem­i­niszenz ist das Pen­guin Cafe Orches­tra, lei­der übern­immt man auch dessen größtes Manko: Das Zeug wird ein­fach sehr schnell lang­weilig. Spätestens nach dem zweit­en Stück.

Früher was alles bess­er? Aber nicht doch! Früher gab es zum Beispiel viel mehr furcht­bare Musik­grup­pen als heute. Das ist ein wün­schenswert­er Zus­tand, über den wir uns jeden Tag wieder freuen soll­ten. Ander­er­seits fällt das manch­mal auch schw­er, wenn man hinge­gen bedenkt, welch eigentlich pri­ma Zeit für die Musik niemals zurück­kehren wird. Erin­nern wir uns also zurück!

6. Tage wie diese…

  • Vor 40 Jahren:
    “1973” ist ein Lied von James Blunt, der erst 1974 geboren wurde. Worum es in dem Lied geht, weiß ich nicht, vielle­icht singt er davon, wie schön die Welt vor sein­er Geburt doch war. Dabei sah es 1973 zuerst gar nicht nach einem guten Jahr aus: Im Juni ver­ließ Bri­an Eno, Stil prä­gen­der Exper­i­men­tal­musik­er, die Glam­rock­band Roxy Music, mit der er erst kurz zuvor die ersten bei­den Alben Roxy Music und For Your Plea­sure aufgenom­men hat­te. Roxy Music ver­sanken danach in der Beliebigkeit, auch nachrück­ende Musik­er kon­nten Enos Kreativ­ität nicht erset­zen. Er selb­st ver­ließ den eingeschla­ge­nen Pfad auch recht schnell: Sein Solode­bü­tal­bum Here Come the Warm Jets, das noch im Sep­tem­ber 1973 gemein­sam mit ehe­ma­li­gen Roxy-Music-Mit­stre­it­ern, Robert Fripp, John Wet­ton und anderen aufgenom­men wurde, zehrte noch von sein­er Zusam­me­nar­beit mit ein­er Rock­band, im weit­eren Ver­lauf wid­mete er sich dann doch lieber der elek­tro­n­is­chen “Ambient”-Einschlafmusik. Anders erg­ing es Gong, die 1973 gle­ich zwei her­aus­ra­gende Musikalben (Fly­ing Teapot und Angel’s Egg) veröf­fentlicht­en, die mit dem im Fol­ge­jahr erschiene­nen You die “Radio-Gnome-Trilo­gie” bilde­ten, mit der sie wie zuvor ihre Landsmän­ner von Mag­ma ihren eige­nen Erzäh­lkos­mos schufen. Gong zer­fiel wenig später in ver­schiedene Gongs (zeitweise gab es min­destens drei ver­schiedene Bands dieses oder eines ähn­lichen Namens zur gle­ichen Zeit), erst 1992 kehrte man zum gemein­samen Namen Gong zurück. Das bish­er let­zte Album mit Radio-Gnome-Bezug, Zero To Infin­i­ty, erschien im Jahr 2000, 2032 erst 2009. Weit­ere Aktiv­itäten sind nicht aus­geschlossen.
  • Vor 30 Jahren:
    Rod Stew­arts “Baby Jane”, ich kann’s nicht mehr hören, war 1983 sein erster “Num­mer-1-Hit” in Deutsch­land, was über die deutsche Hit­pa­rade mehr aus­sagt als es mir lieb ist; das zuge­hörige Album Body Wish­es verkaufte sich im sel­ben Jahr eben­falls ziem­lich gut. Dieser geball­ten Ladung Schmalz wusste man in Deutsch­land wohl nicht viel ent­ge­gen­zuset­zen und belebte stattdessen die inländis­che Punkszene. Slime, damals pro­vokante Heroen der Szene, macht­en nach ihrem vor­läu­fi­gen Abschied­sal­bum Alle gegen Alle aber erst ein­mal Pause; etwa zur sel­ben Zeit ent­standen aus ver­schiede­nen Ama­teur­punkbands aber mit den Die Ärzte und den Toten Hosen neue Hoff­nungsträger, die mal sub­til (Die Ärzte), mal weniger sub­til (Die Toten Hosen) das linkspoli­tis­che musikalis­che Engage­ment in das neue Jahrzehnt ret­teten. Auf ihrem 1983 erschiene­nen Debü­tal­bum Opel-Gang beschränken die Toten Hosen ihre poli­tis­che Aus­sage zwar noch auf leisen Sarkas­mus (“Ülüsü”), alle übri­gen Bestandteile ihrer Musik ein­schließlich der fehlen­den Reime sind aber schon erkennbar. Dreißig Jahre später haben sie noch nichts ver­lernt.
  • Vor 20 Jahren:
    Das musikalis­che 1993 in einem Wort: Ver­wirrend. Der von Jimi Hen­drix hör­bar beein­druck­te Gitar­rist Cas­par Brötz­mann sorgte mit sein­er Band Cas­par Brötz­mann Mas­sak­er auf Kok­sofen für eine angenehm anstren­gende Mis­chung aus Jaz­zrock, Ston­er Rock und Zap­paesquem mit mantraar­tig wieder­holten, obskuren englis­chsprachi­gen Tex­ten für Ver­wirrung, die Punkrock­band Green Jel­lÿ mit der Sin­gle Three Lit­tle Pigs vom schon 1991 erschiene­nen Cere­al Killer Sound­track, auf dem auch May­nard James Keenan und Dan­ny Carey (Tool) zu hören sind. Damals, als MTV sich noch was traute. Auch Die Fan­tastis­chen Vier haben sich auf Die 4. Dimen­sion was getraut, näm­lich die Hör­erschaft wiederum zu ver­wirren, indem der Spaßrap der ersten bei­den Alben textlich wie musikalisch den Dro­gen wich. “Tag am Meer” statt “Die da!?”. Auch textlich war Die 4. Dimen­sion ein Konzep­tal­bum und han­delte passender­weise von der Reise ins Ich, von der Reflex­ion über das eigene Dasein. Der Hör­er hon­ori­erte das nicht, für eine nen­nenswerte Hit­pa­raden­platzierung hat es trotz des “Tages am Meer” nicht genügt; vielle­icht auch deshalb wagte man erst 1999 auf 4:99 wieder ähn­lich Tief­gründi­ges. Dass die Fan­tastis­chen Vier laut Inter­views heute noch Dro­gen als den Kraft­stoff für ihr Schaf­fen betra­cht­en, hört man ihrem aktuellen Album Für dich immer noch Fan­ta Sie bedauer­licher­weise auch an. Die 4. Dimen­sion war trotz­dem klasse.
  • Vor 10 Jahren:
    Wie nen­nt man eigentlich als Musik­gruppe eine Plat­te, wenn einem gar nichts einz­u­fall­en ver­mag? Genau: Plat­te. Elec­tric Orange veröf­fentlicht­en 2003 die Plat­te Plat­te auf Plat­te (erst Jahre später gab es eine CD-Aus­gabe), platt ist die aber gar nicht, vielmehr bin ich selb­st platt von der Über­do­sis an frühen Pink Floyd, die Plat­te verur­sacht. Kein Gesang, nicht schlimm; dafür jede Menge Bass und Ham­mon­dorgel. Das Aus­nahmestück heißt “Holzbock”, das Can noch näher ist als das dem ver­stor­be­nen Can-Musik­er Michael Karoli gewid­mete “Ded­i­cat­ed to Mk”. Musikalisch vor­wärts statt rück­wärts ging es für Sub­way to Sal­ly, deren siebtes Stu­dioal­bum Engel­skrieger den Mit­te­lal­ter­rock früher­er Werke zum all­ge­meinen Entset­zen durch öden Met­al erset­zte. Einige Jahre später wech­selte man die Plat­ten­fir­ma und machte diesen Stil­wech­sel erfreulicher­weise wieder rück­gängig. Zumin­d­est die schot­tis­che Postrock­band Aere­ogramme blieb sich der­weil treu und ver­ar­beit­ete auf ihrem zweit­en Album Sleep and Release aller­lei gen­rever­wandte Ein­flüsse von Mog­wai bis zu Sig­ur Rós. Reich wur­den die Musik­er damit aber nicht, und so ging man nach dem tre­f­fend benan­nten Album My Heart Has a Wish That You Would Not Go im Jahr 2007 schließlich vorüberge­hend getren­nte Wege. Falls sich noch jemand fra­gen sollte, wieso der Ein­druck entste­ht, dass es immer weniger neue wirk­lich gute Musik gibt, so empfehle ich, den Plat­ten­fir­men die Schuld zu geben. Zum Glück gibt es inzwis­chen akzept­able Ver­trieb­s­for­men über das Inter­net. Die Hälfte von Aere­ogramme ist seit 2008 unter dem Namen The Unwind­ing Hours aktiv, ihre Aktiv­itäten im Auge zu behal­ten ist der­weil nicht die schlecht­este Idee.

Fer­tig? Fer­tig! Habe ich irgen­dein nen­nenswertes Album vergessen? Lasst es mich wis­sen!

Im Juni 2014 fol­gt voraus­sichtlich der näch­ste Teil. Vergesst bis dahin nicht, ab und zu Musik zu hören. Das Leben wäre ein tristes.

Bis dann!

Jahresrückblick

Musik 06/2013 — Favoriten und Analyse Musik 06/2014 — Favoriten und Analyse
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Senfecke:

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