Prolog: Die so genannte “antifaschistische Bewegung” erfreut sich auch mehrere Dekaden nach dem gewaltsamen Ableben ihrer erwählten Lieblingsdämonen unverändert großer Beliebtheit, und so ist es nicht verwunderlich, dass auch das “Web 2.0”, wie auch immer man es definiert, über ein “antifaschistisches Netz” verfügt, zu dessen deutschsprachigen Knoten unter anderem Indymedia und das NPD-Blog gehören.
Letzteres behauptet von sich, ein wachsames Auge auf den Aktivitäten der NPD und ähnlich ausgerichteter Gruppierungen zu halten, damit halt nicht eines Tages jemand Hitler wieder zusammenklebt und zum Kanzler wählt oder so ähnlich. Niemals wieder, und wenn doch, dann jetzt gleich.
Seit einiger Zeit haben die weltweiten Piratenparteien die Initiative “Stopp ACTA” als unterstützenswert gepriesen, die sich gegen das ACTA richtet. Piratenparteien, wir erinnern uns, stehen für andere Ideale als das abgelutschte Fa- und Antifa-Geblubber der etablierten Parteien und haben folgerichtig Mitglieder aus jeder politischen Strömung in ihren Reihen, die allesamt ähnliche Ziele vertreten. Als Logo für “Stopp ACTA” haben die Piratenparteien das Symbol eines Kraken erwählt, der mit seinen Tentakeln die Erde umklammert. Dieses Symbol wird seit mehreren Generationen von Karikaturisten verwendet, um eine gierige Allmacht auszudrücken, zum Beispiel eben auch so:
Um die Bedeutung dieses Symbols weiß man auch beim NPD-Blog und widmet ihr einen Satz. Und was steht nur einen Satz zuvor?
Die Bildkomposition ist faktisch identisch, mit einer Darstellung aus dem Jahr 1938, die in der antisemitische Wochenzeitung “der Stürmer” publiziert wurde.
Ein Krake umklammert die Erde, das ist eindeutig antisemitisch!
Das ist eindeutig ein Judenkrake! Doofe Piraten!
So also entstehen heutzutage oft verlinkte Blogbeiträge: Man fängt irgendwo mittendrin an, schreibt dort den ersten Satz und versteht ihn hernach selbst nicht mehr. Würde ich bloggen, würde ich es mir merken.
Man nehme ein Bild, reiße es aus dem Zusammenhang, setze es in einen völlig anderen Kontext und rege sich dann über diesen Kontext auf; ich weiß auch nicht, welchen Begriff das Vokabular eines NPD-Bloggers für derartige Berichterstattung vorsieht, aber “Stürmer-Stil” wäre doch geradezu prädestiniert. Gegenvorschläge?
(Merke: Krake und Autobahn gehen mal so gar nicht.)



Es gibt Dinge, da lohnt es schon gar nicht mehr, sich drüber
aufzuregen. Wer erstmal eine Meinung hat, lässt sie sich ungerne
wieder nehmen. Einfach mit Ignoranz strafen ist da meist der
weniger aufreibende Weg, weshalb ich derartige Blogs wie den oben
genannten gar nicht erst besuche.
Na, eine Meinung habe ich auch. Schön, dass du sie nicht mit Ignoranz strafst.