NetzfundstückeIn den NachrichtenMir wird geschlecht
Liegengebliebenes, 17.09.2015

Hur­ra — die Bahn reagiert auf preiswert­ere Konkur­renz und wird in diesem Jahr aus­nahm­sweise günst nicht teur­er! Also nur ein biss­chen und nicht über­all.


Der Fortschritt ist nicht mehr aufzuhal­ten: Es gibt jet­zt trag­bare Bana­nen.


Eevee erk­lärt (bedauer­licher­weise auf Englisch), warum Uni­code gescheit­ert ist. Bonus: Im Kom­men­tar­bere­ich ste­ht, wie man sich eine Emo­ji-Domain reg­istri­eren kann.


Als weiße Per­son die Beteili­gung ein­er Schwarzen oder PoC Trans*Inter*GnC-Person an ein­er anti­ras­sis­tis­chen Inter­ven­tion gegen eine weiße Lehrper­son zu fordern, ver­ste­hen wir als Tok­eniz­ing (Instru­men­tal­isierung). Was?


Wie schön: Die Werbe­di­en­stleis­ter beto­nen die Qual­ität!


Neues aus dem Land der Frei­heit: Du darf­st als 14-Jähriger in den USA natür­lich schon kreativ und tech­nisch begabt sein, aber wenn du dir eine Uhr baust und dum­mer­weise Ahmed heißt, gibt’s Zel­lenar­rest.

PersönlichesMusik
Sein oder ich sein? (Fünf Jahre danach.)

(Und irgend­wann wacht man auf und ist zum ersten Mal im Leben älter als man sich fühlt. Was war denn das jet­zt? Man ist doch kein biss­chen reifer, weis­er, bess­er als noch gestern gewor­den. Ist das das Leben oder war es das oder wird es das gewe­sen sein? Man war ja noch lange keine 30 und ist es bis zum let­zten Tag auch nicht gewor­den. Wie alt ist eigentlich zu alt für wen, für was? Vor lauter Per­spek­tiv­en sieht man sich selb­st schon nicht mehr im Spiegel, was mit zuse­hends voran­schre­i­t­en­der Alterung eine immer erfreulichere Aus­sicht ist. Die grauen Haare auf dem Kissen sind Zeuge genug des eige­nen Ver­sagens, des eige­nen Ver­rats an sich selb­st. Man sollte, man müsste, man hat­te nur nicht. Kein Voran, kein Bestand. Die Evo­lu­tion der Gesellschaft frisst zuerst die, die sie fürcht­en. Das Leben über­holt immer zweimal, während man kurz rastet. Man hat längst ver­loren, zulet­zt schließlich seinen Humor.)

… und jed­er Son­nen­strahl trifft dich wie ’ne Kugel aus Stahl,
schießt Bilder in deinen Kopf, die dir vor Stun­den egal,
und alte Wun­den fan­gen wieder zu bluten an,
du starrst nur Löch­er in die Luft, hun­dert Minuten lang …

(Die Fan­tastis­chen Vier: Hey!)

(Erschöpft ab.)

In den NachrichtenNerdkrams
Kurz notiert zum “Relaunch” von “ZEIT ONLINE”

Soso, ZEIT ONLINE hat sich ein neues, hässlich­es Gesicht gegeben: Die Web­site ist jet­zt “respon­sive”, das bedeutet, dass die grotesk überdi­men­sion­ierte Wer­bung, die den eigentliche Seit­en­in­halt ein­rahmt und bei Ein­satz eines Wer­be­block­ers auf lei­dlich mod­er­nen Bild­schir­men unfein ausse­hende Seit­en­rän­der hin­ter­lässt, jet­zt mit der Browser­größe wächst. Ich habe ein kleines User­script (getestet unter Fire­fox mit Grease­mon­key) geschrieben, das die schlimm­sten Schmerzen wenig­stens ober­fläch­lich zu beseit­i­gen ver­sucht.

Noch ärg­er­lich­er allerd­ings ist dieser Satz:

Das so genan­nte mobile Inter­net, so glauben wir, IST in Zukun­ft das Inter­net.

Dass “das Inter­net” mit “dem Web” iden­tisch sein soll, lässt mich auf­s­toßen. Dafür, dass Usenet, File­shar­ing, E‑Mail, Gopher und “WWW” in einen Topf gewor­fen wer­den, sind wir 1989 nicht auf die Straße gegan­gen! — Obwohl sicher­lich ver­schiedene Vertreter der Indus­trie und Wirtschaft ins gle­iche Horn stoßen: Mobile Geräte tau­gen, allen Klapp­tas­taturen zum Trotz, allen­falls zum Kon­sum von so genan­ntem con­tent, das Ver­fassen von Tex­ten aber macht darauf noch immer nicht beson­ders viel Spaß. Dass es in Zukun­ft eine qua­si strik­te Teilung zwis­chen Lese- und Schreib­web geben wird, ste­ht zwar zu befürcht­en, aber eine Gle­ich­set­zung wäre über­trieben.

Dass die “ZEIT” hier mit der Zeit geht, ist zwar kaum von der Hand zu weisen, aber bedrück­end alle­mal.

MontagsmusikPolitikIn den Nachrichten
Blueneck — Seven

MontagseuleMon­tag. Her­rlich. Den “Tagesspiegel” kann man ja auch nicht mehr lesen. Wen­den wir uns also lieber aus­ländis­chen Medi­en zu, zum Beispiel solchen aus Öster­re­ich:

Wenn eine Weit­er­reise nach Deutsch­land nicht möglich ist, dann kön­nten in den kom­menden Tagen zehn­tausende Flüchtlinge in Öster­re­ich stran­den, mehr als je zuvor.

Das Wort “Stran­den” ken­nt man son­st nur in Verbindung mit ein­samen Inseln; vielle­icht hat die Zeitung “der Stan­dard” insofern also einen noch kri­tis­cheren Blick auf ihr Heimat­land als es die Imp­lika­tion, nie­mand sei verzweifelt genug, um aus­gerech­net gezielt nach Öster­re­ich zu fliehen, bere­its andeutet. Punk, Punk allerorten.

Über­haupt, die Rev­o­lu­tion: Bei “Blendle” kann man dig­i­tal­isierte Zeitungs- und Zeitschrifte­nar­tikel nicht nur kaufen, son­dern auch zurück­geben (Vor­sicht: t3n.de), was wahrschein­lich aber nur geht, wenn man nicht verse­hentlich ein Esel­sohr hineingemacht hat.

Was soll’s? Es ist, wie erwäh­nt, Mon­tag. Zeit für etwas Ruhe und vielle­icht ein kurzes Ver­reisen.

Zum Beispiel so:

Blue­neck — Sev­en — Live@Bingo, Kiev — Astral4 [05.09.2013]

Guten Mor­gen.

MusikIn den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Jurek Skrobala und die Pisse.

Soll ja kein­er sagen, deutsch­er Punk sei tot:

Pisse hat Schnipo Schranke bekan­nt gemacht. In dem gle­ich­nami­gen Song der Band um Friederike Ernst und Daniela Reis, bei­de Mitte 20, sin­gen sie Zeilen wie “Hab meine Fürze angezün­det” oder “Dein Handy mit den Arschback­en gehal­ten, nur um dich zu unter­hal­ten”. Im Musikvideo sieht man einen Penis, auf YouTube ist es ges­per­rt. (…) Die klu­gen Texte kreisen vor allem um die Liebe, the­ma­tisieren auch mal Kör­bchen­größen, Sper­mageschmack, Schamhaare, Paris­er, voll­gekack­te Hosen und eben auch: Pisse.

Andere Leute wer­den mit einem wichti­gen Beitrag zur Gesellschaft oder wenig­stens zur Kun­st bekan­nt, hierzu­lande genü­gen schon ein blöder Band­name (mir ist allerd­ings unklar, wieso Zen­tral­heizung of Death des Todes bis­lang keine nen­nenswerte Berühmtheit erlangt haben) und Pipikakaw­itze; man beachte spaße­shal­ber auch ein­mal, was Pri­vat­sender dies­seits des Weißwurstäqua­tors für Kabarett hal­ten, und frage dann mal gle­ich­falls spaße­shal­ber nach dem Sinn des Lebens.

“Krautrock” nen­nt die Jour­nal­is­tenpfeife Jurek Skrobala (“SPIEGEL ONLINE”) diesen Unfug: “Kluge Texte” — “na nananana nanana na na na” (“Pisse”) — wer­den zu Kirmes­musik, die bei Foy­er des Arts wenig­stens noch iro­nisch wirk­te, mehr oder weniger inbrün­stig (“kaputte Chan­sons”, J. Skrobala) vor­ge­tra­gen und bewe­gen so die Gemüter, weil sie schlüpfrige Wörter enthal­ten, als sei 1967 nichts passiert. Eine der bei­den “Musik­erin­nen” erzählt hierzu:

“Pisse” fällt ja vor allem wegen der Wort­wahl auf. Und das, obwohl Pisse noch nicht mal ein beson­ders schlimmes Wort ist. Jed­er sagt das wahrschein­lich min­destens ein­mal am Tag.

Ich kann mich ger­ade nicht daran erin­nern, wann genau ich zulet­zt min­destens ein­mal “Pisse” gesagt habe, aber ich wohne auch nicht in Ham­burg und bin auch son­st noch einiger­maßen richtig im Kopf. Und dieser Name, dieser Name! SchniPo Schranke, Schnitzel mit Pommes, Ketchup und May­on­naise, wer von bei­den auch immer was davon genau verkör­pern soll, und dann kriegt Jurek Skrobala nicht ein­mal das mit der Umgangssprache auf die Rei­he:

Reis und Ernst grün­de­ten eine Band, die sie nach einem Zitat von Kurt Krömer benan­nten, und zogen nach Ham­burg, obwohl sie keine Ahnung von der Ham­burg­er Schule hat­ten.

(Her­vorhe­bun­gen von mir.)

Ich wohne übri­gens eben­falls ziem­lich unbe­hel­ligt in Nieder­sach­sen, ohne ein Pferd zu besitzen, aber ich schreibe auch nur Dinge ins Inter­net rein und mache keine lang­weilige Pop­scheiß­musik. Schlim­mer sind zumin­d­est die Schweiz­er geplagt, die Schnipo Schranke im Juni bere­its voraus­sagten, an ihnen in der zweit­en Jahreshälfte nicht vor­bei zu kom­men. Schweiz­er Radiosender scheinen eine Qual zu sein.

Pisse. Loll. (Natür­lich mit Doppel‑L, was dachtet ihr denn?)


Meine Lieblingssta­tis­tik des Tages: Vor allem Men­schen aus Ost­deutsch­land sind der Mei­n­ung, dass es wieder stärkere Gren­zkon­trollen inner­halb Europas geben sollte.

(mit Dank an R.)

PolitikIn den Nachrichten
Kurz verlinkt: Die Ausgestoßenen

Das Land der unbe­gren­zten Möglichkeit­en schlägt wieder zu:

Eine weiße Frau, die Klage ein­gere­icht hat­te, nach­dem sie verse­hentlich mit dem Sper­ma eines Afroamerikan­ers befruchtet wor­den war, muss ihre Klage nun erneut stellen, nach­dem ein Richter aus Illi­nois ihre Forderun­gen an die Samen­bank abgelehnt hat­te. (…) [Jen­nifer] Cram­bletts Anwalt erläuterte, dass der Fehler ihr und ihrer Fam­i­lie Stress, Schmerz, Leid und medi­zinis­che Kosten verur­sacht habe; außer­dem führte er aus, dass sie fürcht­en musste, dass ihre Tochter Pay­ton, inzwis­chen drei Jahre alt, in ihrem, Frau Cram­bletts, vor­rangig weißen Fre­un­des- und Bekan­ntenkreis mit dem Gefühl aufwach­sen würde, eine “Aus­gestoßene” zu sein.

(Über­set­zung von mir.)

Nein, mein Kind, ich habe zwar vor Gericht ver­sucht, dich als Schaden gel­tend zu machen, weil du schwarz bist, aber weißt du, meine Fre­unde sind alle so ras­sis­tisch.

:irre:

MusikIn den NachrichtenMontagsmusik
Bee Gees — Stayin’ Alive

Party!Es ist Mon­tag. Nach ein­er mir vor­liegen­den Mit­teilung sind Sie ver­stor­ben, ganz all­ge­mein ist das ja noch nichts Schlecht­es, wenn das nicht gle­ichzeit­ig eben auch ein Drück­en vor der Ver­ant­wor­tung wäre. Das Bett ist noch warm. Auch der weltbeste Som­mer chang­iert ein­mal. Plüsch gefäl­lig?

Ein­mal nicht den Pim­mel zeigen. Was bewegt die Welt stattdessen? Laut “SPIEGEL ONLINE” ist die Frage, ob Fernsehkrim­is wirk­lich so passiert sind, mehrere Bild­schirm­seit­en wert, obwohl die Antwort in einem Wort gegeben wer­den kön­nte.

Wahrschein­lich ist das alles egal und wahrschein­lich gehen die kids in der Schule ab heute wieder voll ab, weil Dr. Luke ein weit­eres Gle­ich­form-Lied­chen her­vor­brin­gen musste. Um manche “Musik­er” ist es schade, weil sie noch nicht aufge­hört haben.

Was soll’s, das Leben geht sozusagen weit­er. Der Zweck ist unklar.

Bee Gees — Stayin’ Alive (Offi­cial Video)

Mrgn.

SonstigesIn den NachrichtenMusik
Aktion Doof

Was für eine großar­tige Idee doch ein Musik­lehrer aus Nieder­sach­sen da hat­te:

Ein Musik­lehrer aus Nieder­sach­sen will ein altes Lied der Band Die Ärzte zurück in die Charts brin­gen — als Reak­tion auf den zunehmenden Hass gegen Flüchtlinge und die Anschläge auf Heime, wie zulet­zt beispiel­sweise in Hei­de­nau, Meißen oder Fre­ital. Seit Son­ntag existiert die Ini­tia­tive “Aktion Arschloch” mit eigen­er Web­page und Face­book- sowie Twit­ter-Präsenz.

Denn nichts, aber auch gar nichts auf der Welt kön­nte effizien­ter das zuse­hends ärg­er wer­dende Kul­tur­prob­lem zwis­chen Ein­wan­der­ern und Ein­heimis­chen bekämpfen als ein Poprock­lied­chen, dessen Ker­naus­sage es ist, dass Recht­sradikale alle­samt ver­we­ich­lichte Mem­men und, daher der Name der “Aktion”, “Arschlöch­er” seien. Brüllen gegen Rechts, Eier­laufen gegen das Böse.

Nun trägt es zu mehr Sach­lichkeit keineswegs bei, dass diejeni­gen, die diese “Aktion Arschloch” unter­stützen, gle­ichzeit­ig ern­sthaft darüber debat­tieren, unter welchen Umstän­den die medi­ale Zurschaustel­lung von auf­grund behördlich­er Ver­nach­läs­si­gung ver­stor­be­nen Flüchtlin­gen einen wertvollen Beitrag zur Besserung der Sit­u­a­tion darstelle, so dass man über altherge­brachte Werte wie Men­schen­würde, Pri­vat­sphäre und Wahrung der Toten­ruhe großzügig hin­wegse­hen könne. Irgend­wo habe ich in diesem Zusam­men­hang erst heute gele­sen, dass eine Fotografin nach eige­nen Angaben beim Sicht­en der herum­liegen­den Leichen erst dann nen­nenswert erschüt­tert war, als sie sie als Kinder iden­ti­fiziert hat­te. Den Wert ein­er Leiche am Alter ihres Kör­pers zu messen ist vielle­icht das, was irgendw­er von geringer geistiger Leis­tung als Men­schlichkeit und Mit­ge­fühl ver­ste­ht.

Pro­fes­sionelle Dis­tanz endet an Wasser­le­ichen; zahlre­iche tote Flüchtlinge, die irgend­wo ertrinken, sind eben nur eine Zahl, bis sie wehrlose Kinder sind und man einen wer­be­fi­nanzierten Artikel mit ihnen bebildern kann. Als wäre der Bilder­wahn nicht schon dadurch auf eine aus­re­ichend irre Art belegt, dass bei der Berichter­stat­tung über Gerichtsver­fahren allzu häu­fig Fotos aus dem Gerichtssaal, die Angeklagte mit Aktenord­nern anstelle ihres Gesichts zeigen, eine Rolle spie­len. Seht her, liebe Leser, hin­ter diesem Aktenord­ner sitzt ein möglich­er Täter und unser Fotograf hat keine Mühen gescheut, euch diesen Aktenord­ner in Farbe präsen­tieren zu kön­nen.

Mir fällt zu all dem auch nicht viel mehr als ein Lied ein­er Musik­gruppe ein, die vie­len Unter­stützern der “Aktion Arschloch” ver­mut­lich auch nicht völ­lig unbekan­nt ist.

Slime (Schweine­herb­st 1993) [22]. Besser­wis­serei Stinkt

Sag’ deine Mei­n­ung, übe Kri­tik,
doch behaupte nicht, dass du die Wahrheit kennst. (…)
Ver­schon’ mich mit dein­er beschiss’nen Moral;
sie ist nicht mal das Band wert, auf dem du sie besingst!

Aber vielle­icht ist das zu reflek­tiert für die, die stets das Richtige tun.

In den NachrichtenNerdkrams
Google: Nepper, Schlepper, Apper (die Abkürzung ist Zufall)

Heißa, was ist das wieder für ein Rum­mel: Zuerst hat der US-amerikanis­che Tech­nolo­giekonz­ern Google einen Her­rn Sun­dar Pichai, der wohl seit Jahren darauf gewartet hat, zum Fir­menchef gemacht, die Fir­ma Google allerd­ings etwa zur gle­ichen Zeit einem noch größeren Konz­ern unter­ge­ord­net (wäre ich Herr Pichai, ich hätte ja den Ein­druck, man wolle mich ver­arschen), der mit “Alpha­bet” einen keineswegs tief­sin­nigeren Namen trägt, sich dann ein grauen­volles neues Logo (das allerd­ings zumin­d­est kon­se­quent ist) zugelegt und den stets um unaufgeregte Sach­lichkeit bemüht­en Jour­nal­is­ten dieser Welt dann keineswegs eine Atem­pause gelassen, denn auch die Seit­en­ran­gliste wird mal wieder über­ar­beit­et:

Start­ing Novem­ber 1, sites that show app install ads that hide “a sig­nif­i­cant amount of con­tent on the tran­si­tion from the search result page” will be penal­ized by los­ing their “mobile-friend­ly” sta­tus.

Web­sites, die also Besuch­ern auf dem Smart­phone oder Tablet statt des gewün­scht­en Inhalts erst mal einen ganz­seit­i­gen Wer­be­ban­ner für die app zur Web­site ein­blenden, wer­den kün­ftig schlechter bew­ertet und somit von Google-Nutzern nicht mehr so schnell gefun­den.

Web­sites wie, ähm …

Google Interstitials

Google Plus Interstitial

:aufsmaul:

PolitikIn den Nachrichten
Würdevielleichtvoll

Bei den Linken hat sich ja seit Langem die Beze­ich­nung “Kalt­land” für “Deutsch­land” durchge­set­zt, wen­ngle­ich wohl kein Land so kalt sein kann, dass sie frei­willig auswan­dern. Wieso man ein Land als so her­z­los und abstoßend empfind­et und sich trotz­dem dafür engagiert, dass die eige­nen poli­tis­chen Überzeu­gun­gen hier mehr Gehör find­en, ist mir noch nicht klar; “Deutsch­land, ver­recke!” ist noch nicht so lange her, dass es plöt­zlich ein “Deutsch­land, disku­ti­er’ mit uns über unsere Zukun­ft!” gewor­den sein kön­nte.

Die Gegen­seite, die das Über­leben Deutsch­lands in ein­er möglichst reinen Form über das eigene stellt, die doofen Nazis also (denn Graustufen ken­nen die Ver­fechter des einzig wahren Miteinan­ders schon gar nicht mehr), deren Demon­stra­tio­nen immer und grund­sät­zlich “Aufmärsche” genan­nt wer­den müssen, weil es son­st wohl gar zu bescheuert wirk­te, gegen diese Demon­stra­tio­nen statt für Sin­nvolles zu demon­stri­eren, denkt ihrer­seits auch nicht daran, irgend­wo anders hinzureisen, und agiert aktiv für ihre Ver­sion eines besseren Lan­des, wie’s dieser Tage durch die Medi­en geis­tert:

In Hei­de­nau haben Dutzende Teil­nehmer ein­er NPD-Demo die Zufahrt zu einem ehe­ma­li­gen Bau­markt block­iert, in dem etwa 250 Flüchtlinge unterge­bracht wer­den soll­ten.

Die Block­ade von genehmigten Trans­porten und/oder Ver­samm­lun­gen heißt eben nur manch­mal “zivil­er Unge­hor­sam”; wenn es die Falschen tun, ist es eine Unge­heuer­lichkeit. Jeden­falls kämpft da, wenn ich das richtig mit­bekom­men habe, ger­ade die Gruppe der­er, die gern möglichst viele neue Ghet­tos für Flüchtlinge erricht­en möchte, gegen die Gruppe der­er, die es nicht ein­se­hen möchte, dass die Ein­wan­derung in Europa so ungle­ich verteilt wer­den soll, und mit Fack­eln und Mist­ga­beln die Ini­tia­tive ergreift; der Mob aber, das sind immer die Anderen.

Da hil­ft auch Sig­mar Gabriel, der jüngst gekürte Mr. Zack der SPD, nicht mehr:

Sig­mar Gabriel wet­tert in Hei­de­nau gegen den braunen Mob. Doch eigentlich warten sie in Sach­sen auf jemand anderen: die Kan­z­lerin.

Schön, dass du da warst, Sig­gi, und jet­zt geh’ aus dem Weg, wir warten auf inter­es­san­tere Leute. So ein­fach geht Protest gegen die SPD, werte Scherzfre­unde, und ich empfehle euch bei anderen Gele­gen­heit­en ähn­lich zu reagieren. — Merkel also kam irgend­wann und sagte was:

“Deutsch­land ist ein Land, das die Würde jedes einzel­nen Men­schen respek­tiert”, so Merkel. Das gelte für jeden, der sich in Deutsch­land aufhalte.

  • Bis man eben, wie Murat Kur­naz, ins Aus­land reist, dann hat sich das mit der Würde auch seit­ens deutsch­er Sol­dat­en und Beamter erledigt.
  • Bis man eben selb­st ver­schuldet oder unver­schuldet seine Arbeit ver­liert, dann ist man bis auf Weit­eres ein uner­wün­schter Kosten­fak­tor.
  • Bis man ver­sucht, Polizeige­walt zu deeskalieren, dann ist der Zwang zur Nack­theit eine angemessene Strafe.
  • Bis man mit nicht aus­re­ichend großen Menge Mar­i­hua­na erwis­cht wird, dann ist dieser nack­te Kör­p­er ein regelmäßiges Anschau­ung­sob­jekt.
  • Bis man, wom­öglich aus Verse­hen, Opfer des zurzeit von Angela Merkels CDU maßge­blich geförderten Staat­stro­jan­ers wird, dann ist nicht ein­mal mehr die pri­vate Kom­mu­nika­tion tabu.

Würde ist eben vor allem ein Kon­junk­tiv.

In den NachrichtenMontagsmusik
Eloiteron — Once

Facepalm ((c) Joel McNeal)Kreisch, schluchz:

“Dagi Bee” und “LionT” sitzen auf ’nem Baum haben sich getren­nt;
zum Glück gibt’s N Vierundzwanzig, son­st hätt’ ich das ver­pen­nt! *reim*

:-?

All good things. End. Flames. Mon­tag. Wie eigentlich immer. Das Paradies ist ver­loren.

Apro­pos: 1981 veröf­fentlichte das Schweiz­er Sex­tett Eloi­teron sein offen­bar einziges Album namens “Lost Par­adise”, was in mehrfach­er Hin­sicht Pro­gramm war. Das dun­kle Jahrzehnt der Musik war ger­ade ange­brochen, vieles ging in Flam­men auf, ganze musikalis­che Kul­turen star­ben qualvoll. Zum Glück inter­essierte sich die Schweiz noch nie für den Rest der Welt, und so zeu­gen Titel wie “Yapitut­tiper­s­likken­bers” noch vom alten Prog oder bere­its vom Retro-Prog. Jazz­iges ste­ht hier neben Yessigem, und wahrschein­lich sollte ich aufhören, mon­tags Neol­o­gis­men zu erfind­en. Was ich eigentlich sagen wollte: Eloi­teron haben recht gute Arbeit geleis­tet. Ihr soll­tet es mögen.

Guten Mor­gen.

Sonstiges
iNetzpolitik (fortg.)

Es ist wahrschein­lich, ander­er­seits, auch nicht in Ord­nung von mir, mich über das schräge per­son­al­i­ty-Pro­pa­gan­da-Blog Netzpolitik.org (aus ethis­chen Grün­den nicht ver­linkt) immer wieder so zu ereifern, immer­hin arbeit­en seine Betreiber uner­müdlich auf höch­stem jour­nal­is­tis­chen Niveau im Dien­ste der Wahrh-

BILD sprach mit Markus Beckedahl, Chefredak­teur des Blogs, über die jüng­sten Entwick­lun­gen.

:nein:

Sonstiges
Medienkritik XCIII: “Closer” to Hassattacke

“Clos­er”. So ein schönes altes Lied der Nine Inch Nails.

“Clos­er”. So ein schreck­lich­es neues Mag­a­zin der Bauer Media Group, bekan­nt von den Erfol­gs­for­mat­en “JOY”, “InTouch” und “COSMOPOLITAN”.

closer 35-2015

“Nad­del”, so titelt das dieswöchige Heft (“Stars, die wirk­lich inter­essieren”), das auch wie zur War­nung eine ganz­seit­ige Wer­bung für RTL enthält, habe einen “schock­ieren­den Absturz” hin­ter sich, irgen­deine “Sabia” wolle irgen­deinen “Rafael” erpressen, weil sie “doch krank” sei, außer­dem habe eine “Lena” mit “schlim­men HASS-ATTACKEN” (sic!) zu kämpfen. Endlich mal ein biss­chen Span­nung! Guck­en wir mal rein:

“Schlimme HASS-ATTACKE” ste­ht über dem Artikel, der damit gle­ich zu Beginn den Plur­al rel­a­tiviert, aber eigentlich geht es doch um mehrere. Die mir bis dato weit­ge­hend unbekan­nte Lena Ger­cke (“Top­mod­el”, ebd.) wurde für ein in der “Clos­er” abge­druck­tes Urlaub­s­fo­to, auf dem sie von hin­ten mit — vielle­icht, um ihr mod­el­typ­is­ches image als Dumm­chen zu fes­ti­gen — verkehrt herum aufge­set­zter Schir­m­mütze mit dem Auf­druck “BONNIE” sowie in einem nicht beson­ders straff sitzen­den Biki­ni zu sehen ist, auf Face­book “übel beschimpft” (“Clos­er”). Viele ihrer “Fans” (ebd.) ziehen, so “Clos­er”, “über die Kehr­seite des Mod­els her”, indem sie schreiben:

Wo ist dein Po? :|

Oder:

Sor­ry Viel (sic!) zu dünn, sieht nur extrem krank aus.

Es ist schw­er vorstell­bar, wie das Frol­lein Ger­cke diese “fiesen Beschimp­fun­gen” (ebd.), sie habe keinen dick­en Po, nur erträgt.

Auch schw­er zu ertra­gen, wie man wenige Seit­en später in der “Clos­er” liest, sei das Dasein als Teil­nehmer der offen­bar irrel­e­van­ten Fernsehschau “Pro­mi Big Broth­er”, in der es augen­schein­lich darum geht, dass Leute, die jeman­den ken­nen, der mal mit jeman­dem den Geschlechtsverkehr vol­l­zo­gen hat, der mal als Sta­tist durch eine Vor­abend­serie getorkelt ist, vor ein­er Kam­era ein möglichst nor­males Leben simulieren. “Clos­er” hat hierzu Ela Tas (wollte mal eine Liai­son mit einem der ehem. “Bachelor”-Protagonisten einge­hen) und Jan­i­na Yousse­fi­an (hat­te mal Sex mit Dieter Bohlen), zwei durch und durch geschmack­lose Per­so­n­en, die in ein­er früheren Staffel der Sendung also gut aufge­hoben waren, zu ihren Erfahrun­gen befragt.

“Wir wur­den jeden Tag eine knappe Stunde mit extrem lauter Musik eingeschlossen, weil die Bat­te­rien der Kam­eras aus­gewech­selt wer­den mussten (…)”, erin­nert sich Jan­i­na, die sich “wie ein Sol­dat im Krieg” fühlte.

Wenig­stens musste sie dabei kein Prekari­ats­fernse­hen sehen; ander­er­seits, so weiß es der Volksmund, bilde Fernse­hen, und vielle­icht hätte sie ein weniger komis­ches Bild vom Krieg, wenn sie mehr fer­nge­se­hen hätte, aber wer sein Geld damit ver­di­ent, vor Jahren mal einem reichen Schw­erenöter unters Gemächt gerutscht zu sein, der braucht augen­schein­lich nichts im Kopf zu haben. Ich habe meinen Beruf ver­fehlt.

Ihre zehn Jahre jün­gere Lei­densgenossin Ela ist noch immer sichtlich trau­ma­tisiert davon, dass man sie in ein­er Sendung, in der sie beim Leben gefilmt wird, auch beim Leben sehen kann:

Ich wachte nachts schweißge­badet auf, wenn meine Bettdecke ver­rutscht war, aus Angst, man würde zu viel sehen. (…) Das war Psy­cho-Ter­ror und wirk­lich eine der schlimm­sten Erfahrun­gen, die wir bish­er gemacht haben.

Ach, Mädels. Ihr müsst es euch wenig­stens nicht hin­ter­her anse­hen. Dass so eine Schlafk­lei­dung deut­lich mehr Haut zeigt als so ein Bade­biki­ni, bezwei­fle ich allerd­ings.

Viele “Pro­mi-Ehen”, so informiert mich “Clos­er” im Weit­eren, ste­hen derzeit vielle­icht möglicher­weise vor dem Aus, was mich fast so sehr schock­iert wie der Umstand, dass ein deut­lich­er Großteil aller Texte in der “Clos­er” mit drei Punk­ten (“…”) endet. Seite 49 berichtet über die Tochter von Ophylia Adé, die kleine Angela Merkel, und wenn ich Redak­teur der “Clos­er” wäre, hätte ich die Steil­vor­lage “Angela Merkel Adé” ja tre­ff­sich­er ver­wan­delt, aber ich habe wohl doch noch zu viel Anstand für solche Schundlit­er­atur.

“Qual­ität­sjour­nal­is­mus” hat seinen Preis (1,90 Euro) …

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Elton John — I’m Still Standing

Traurige Eule ist traurigGestern war mehr Mon­tag. In der Braun­schweiger Zeitung stand heute, dass in der belebten Innen­stadt, also vor Pub­likum, zwei südländis­che Män­ner es geschafft haben, zwei Mäd­chen per Schwitzkas­ten das jew­eilige Mobil­tele­fon zu entreißen und damit zu entkom­men, und wahrschein­lich sagt das irgend­was aus. Man kann sich ander­er­seits auch als Pas­sant nicht um alles küm­mern, wo’s doch so viel mehr Schlecht­es auf der Welt gibt: Es ist eine Verge­wal­ti­gung, wenn der Sex doof war, während ich ja der Mei­n­ung bin, es sei Zeitver­schwen­dung, wenn die Frau so doof ist, aber was weiß ich schon?

Nein, die Clev­eren sitzen in den Regierun­gen. Markus Söder hält Sol­daten­fo­tos von sich für zeigenswert, mia san mia (also die da unten), wir hier oben sind empört, empört!!1!. Ich glaub’, ich spinne: Per Fin­ger­tipp auf dem Touch­screen oder per Mausklick am Rech­n­er zeigt man der Spinne, wohin sie krabbeln, sprin­gen und wie sie das Netz auf­s­pan­nen soll, per Fin­ger­tipp an die Stirn zeigt man der­weil dem Mit­men­schen von der Jour­naille, zu welchem Gewürz er reisen soll. Die Zukun­ft zeigt indessen, dass Sicher­heit sooo 90er ist: Den Boot­loader per Web laden, was über das Wort “Hyper­text” auch schon alles Nötige aus­sagt. Was kann schon schiefge­hen? Es ist zum Eulen.

Widrigkeit­en. Kann das weg?

Elton John — I’m Still Stand­ing (Live)

Look­ing like a true sur­vivor, feel­ing like a lit­tle kid.

Angenehme Nachtruhe.