Politik
Die Probleme der Welt

O tempora, o mores! In was für einer Zeit leben wir?
 
Kinder werfen Eier auf Autos und werden dafür übern Haufen geschossen (jüngst geschehen, wo sonst?, in den USA); militante Islamisten fordern den Untergang des Abendlandes und werden dafür von diesem wie Helden gefeiert (ich sag nur Dänemark); Jugendliche stecken ganze Stadtviertel in Brand und werden mit Ernesto „Che” Guevara oder den Aufständischen des 20. Juli verglichen (Frankreich, schon was länger her) – und mittendrin stehen die Deutschen und gründen eine Task Force für jeden Scheiß (wo bleibt eigentlich die „Task Force Arbeitslosigkeit”?), welch eine Farce, halt, Force; heißt „task force” nicht eigentlich „Bereitschaftspolizei”?
Aber weiter im Text: ich habe als wählender Bürger dieses furchtbaren Staates den Eindruck, eine TF (ich kürz das jetzt mal ab, ich mag das Wort nicht) wird immer dann gegründet, wenn Politiker nicht mehr weiterwissen. Ich meine, es ist ja schön, dass wir es nicht nötig haben, alles totzuschießen, was unsere „Werte” (hoho, haha) missachtet, aber ein bisschen weniger Appeasement (so’n Lieblingswort von mir) wäre schon lieb.
 
Dinge, für die ich gern eine TF einrichten würde

  • Islamisten in Deutschland
    (ist schon mal jemand mit einer Bibel durch Saudi-Arabien gelaufen und hat’s überlebt? Nein? Also was sollen dann die Diskussionen über Toleranz und Moscheen statt Kirchen?)
  • Tendenz zur Amerikanisierung
    (also bitte, die Amerikaner sind doch nicht ernsthaft ein Vorbild für freiheitsliebende, kulturell gebildete, intelligente Menschen? Und überhaupt, die ganze Sprache; warum machen wir’s nicht so wie die Franzosen und legen die deutsche Sprache in der Verfassung als Umgangssprache fest? „cool”… „Party”… „Kids”… „Task Force”… gruselig)
  • Abschaffung christlicher Feste
    (allein schon deshalb, weil ich jetzt schon „so’n Hals” von dem Weihnachtsgeschmeiß habe, und dabei ist der Dezember nicht mal halb rum, und kaum ist Januar, gibt’s schon wieder Osterhasen an jeder Ecke, na danke! Sollen die frommen Christen (siehe entsprechender Blogeintrag) doch ihre Feste „still und besinnlich” feiern, wie sie lustig sind, aber mich sollen sie da bitte raushalten, ich will meine Ruhe, weiter nichts! Ist das zu viel verlangt? Oder soll ich zum Islam übertreten? Immerhin würde man sich dann in Deutschland nicht trauen, meine religiösen Gefühle durch Weihnachtsquark zu verletzen, aus Angst, ich könnte mich in die Luft jagen oder so was… gute Idee eigentlich; schließlich gibt’s hier so was wie Religionsfreiheit!
    Apropos: Wieso eigentlich „Xmas” statt „Christmas”? „Weil Jesus gekreuzigt wurde”, toll, ich schreib auch nicht U statt Pferd, nur weil Pferde ein Hufeisen tragen… meine Fresse)

Heute mal in Streitlaune,
– euer potenzieller Amokläufer
 
P.S.: Hier gibt’s feine Spielsachen für die, die schon alles haben…

Persönliches
Liebe Frauen…

… was nützt es euch eigentlich, mit uns Männern zu spielen? Ich versteh euch nicht!
 
Beispiel: Miniröcke, die nicht mal die Potätowierung („Arschgeweih”; vgl. M. Mittermeier: „das sieht aus, als wenn ein Elch einem einen bläst”) verdecken und jede Unebenheit des orangenhäutigen Hinterteils detailliert abbilden; aber wehe, ein Mann (resp. Männchen) wagt es, auch nur aus dem Augenwinkel einen Blick darauf zu werfen, der notgeile Bock. Was soll das?
 
Beispiel: Frau hat Langeweile, flirtet aus diesem Grund (i.d.R. mit vollem Körpereinsatz) heftigst mit einem Mann, der schon lange ein Auge auf sie geworfen hat (und sie weiß das!); aber wehe, er macht sich jetzt falsche Hoffnungen, der notgeile Bock. Was soll das?
 
Beispiel: Mann sieht sein Weibchen eng umschlungen mit einem (für ihn) Wildfremden; es stellt sich heraus, dass es sich um einen langjährigen Freund (mitunter sogar den besten?) handelt, alles rein platonisch etc. und dann ist der Mann das eifersüchtige Arschloch und die Frau fein raus; aber jetzt stellen wir uns die Situation doch mal andersrum vor, mit einem Mann und seiner (besten?) Freundin, und dann überlegen wir uns, wie wohl die Frau reagieren mag. Noch mal: Was soll das?
 
Flirt als Zeitvertreib, sexuelle Aufreizung nur zum Spaß; und da sage noch einer, Männer seien Schweine.
 
Ein Hoch der (rhythmischen) Frauenbewegung!
– euer Chauvinist


P.S.:
Man stelle sich vor, Männer würden zu zweit aufs Klo gehen und sich mit Küsschen begrüßen; „ist ja was völlig anderes”? Falsch.

Nerdkrams
Internet Explorer 7: Review

Weil ich das im letzten Blogeintrag nicht mehr verwursten konnte, hier mal außerhalb der Norm ein kleiner Technikbericht…
Habe als technisch interessierter Weblogger einen kurzen Blick auf den neuen Internet Explorer geworfen; und wie schon Gevatter Gaul (Ren & Stimpy Show) sagte: Nein, Sir, gefällt mir nicht.
 
 
Was sofort auffällt
Erster Start: Aha, die zahllosen Vorab-Screenshots hatten leider Recht, das Ding sieht zum Verzweifeln aus. Aber interessanterweise hat Microsoft endlich mal eine Oberfläche entwickelt, die sich nicht ins Standardaussehen von Windows (das ja per se auch nicht sonderlich attraktiv ist) einfügt.
(Fast noch schlimmer treiben sie’s bisher nur in Office 2007; wer Screenshots sucht, kann sich ja mal hier umschauen…)
 
Standardmäßig keine Menüleiste, überhaupt keine Symbolleiste; für Deskmodder ein Graus. Stattdessen „Tabbed Browsing” (mehrere Seiten in einem Fenster), „Livefeeds” (RSS-Ticker als dynamische Lesezeichen) und eine Adressleiste, über deren Inspiration ich nicht allzulange nachdenken musste:
 

Firefox
 

Internet Explorer
 
Übrigens, diese tuffigen Symbole rechts neben den Tabs im IE lassen sich für Firefox auch nachrüsten; die entsprechende Erweiterung nennt sich „MenuX”, gibt’s hier
 
 
Technische Aspekte
Die schlechte Nachricht zuerst: der neue IE benutzt neue Standardschriftarten, is’ also nix mehr mit „sans-serif = Arial”; hier werden Webdesigner umdenken müssen.
Schönerweise hingegen wurde die Rendering-Engine endlich mal komplett umgekrempelt; es gibt immer noch einige Unstimmigkeiten zwischen den CSS-Standards und der IE-Darstellung, aber bisherige Firefox-Pluspunkte wie zum Beispiel fest stehende Textcontainer (fixed) können jetzt ohne krude Browserweichen dargestellt werden.
 
Auch sehr schön sind die neuen Sicherheitseinstellungen: fast alle relevanten Neuerungen von Firefox 2.0 (allen voran der Phishingschutz) finden sich im IE wieder; jetzt hängt Microsoft nur noch wenige Monate anstelle vieler Jahre hinterher, Respekt (kleiner Zynismus an dieser Stelle)!
 
Und beim Featureklau aus Firefox war Microsoft großzügiger als erwartet: Im Popupmenü „Extras” – das die sehr unpassend platzierte Menüleiste gut ersetzen kann – findet sich sogar ein Addon-Management, das für die Verwaltung von Browserplugins (BHOs, Browser Helper Objects) zuständig ist; sehr nützlich, wenn Verdacht auf infizierte ActiveX-Objekte besteht.
 
 
Resümee
Der Internet Explorer 7.0 ist – das muss ich als sonst Microsoft-kritischer Benutzer leider zugeben – eine sehr brauchbare Erfindung. Es wurde nicht am falschen Ende gespart; die Neuerungen in der CSS-Darstellung waren (und sind) ebenso wichtig wie das Tabbed Browsing – bisher ein K.O.-Kriterium im Browservergleich. Auch die Sicherheitsfeatures sind ein Schritt in die richtige Richtung. Lediglich das bunte Durcheinander der Oberfläche hätte nicht sein müssen; warten wir mal ab, was noch passiert…


So, ‘tschuldigt den kleinen Exkurs, der nächste Eintrag wird wieder interessanter…
– euer Cyberterrorist

MusikPersönliches
Betteln und gebettelt werden

[1] „Tokio Hotel oder Killerpilze?”
[2] In eigener Sache (I)
[3] Welt-AIDS-Tag
[4] In eigener Sache (II)


[1] „Tokio Hotel oder Killerpilze?”
Kürzlich im Bus: Diskussion zum oben genannten Thema. Von hinten eine männliche (!) Stimme „also Killerpilze sind scheiße”, darauf vielstimmiges weibliches Gekicher und die Bemerkung „haha du stehst auf Tokio Hotel”; und da möchte ich mal seinfeldesk einhaken: ich meine, was ist denn das für eine Frage? Zwei Haufen unmusikalischer Knirpse, kaum Haare am Sack und schon einen auf dicke Rockstarhose machen, „ja nee, is klar” (A. Schröder); und dann noch mit „Sängern”, die im Sprachheilzentrum bestenfalls den Boden wischen dürften, und Texten, die selbst den Backstreet Boys peinlich sein müssten, na dankeschön. Fast wünsche ich mir die gute alte Blümchen-Zeit zurück – und das will was heißen.
„Ich frag mich, was mach ich eigentlich hier?” (Killerpilze) – ich mich auch.


[2] In eigener Sache (I)
An dieser Stelle, kurz dazwischen sozusagen, möchte ich mich nach eingehender Abwägung der Konsequenzen bei allen entschuldigen, die sich über meine Meerschweinrezepte echauffieren. Tut mir echt Leid. Ich bitte allerdings darum, nicht mit Pinguinrezepten zu kontern; ich habe mal gelesen, die schmecken dann doch eher tranig.
Habe die Ehre, Frau Generalfeldmarschall! *verneig*


[3] Welt-AIDS-Tag
Nächstes Thema:
Neulich war ja wieder der Welt-AIDS-Tag angesagt, wo es lustige rote Schleifen für ein kleines Entgelt gab. Ich hab dazu nur zwei Senfe abzulassen:

  1. Betteln ist Betteln. Wenn einer vor mir steht und mit einer halbvollen Blechbüchse rumklappert, bekommt er von mir höchstens eine Anzeige wegen Belästigung, aber mit Sicherheit kein Geld; da ist’s mir auch schnurz, ob er für sich (vgl. „Halloween”), für hungernde Kinder in Berlin-Kreuzberg oder für den Weltfrieden sammelt. Versteht mich nicht falsch: freiwillige Spenden sind eine Sache, die ich durchaus moralisch vertreten kann; aber Penetranz lehne ich ab.
  2. An alle Schulkinder, die von ihren Schulautoritäten mit Sicherheit – wie jedes Jahr – von irgendwelchen Panik machenden Filmchen beschallt wurden und deswegen bis ins hohe Alter Angst vor Sex haben werden: AIDS ist nicht HIV, auch wenn das so schön einfach zu verstehen wäre. Ein HIV-Infizierter kann 120 Jahre alt werden und sich immer noch bester Gesundheit erfreuen; erst wenn das HIV-Virus AIDS hervorruft, wird’s in der Regel teuer. Freut mich, wenn ich euch was beibringen konnte. :-)

[4] In eigener Sache (II)
Hat jemand von euch, werte Leser, einen banner- und kostenfreien Hoster für das TuxBlog im Angebot? Früher gab es da mal so was wie FunPic, aber ich bin da gerade nicht sicher, wie es mit der Werbefreiheit in Verbindung mit MySQL aussieht. Notfalls muss ich eben doch bei 1&1 unter Vertrag; mache ich nur für ein Weblog aber sehr ungern.
Ich bin jedenfalls derzeit auf der Suche, bis spätestens November 2007 muss ich „weg” sein, dann macht der jetzige Hoster dicht… danke im Voraus!


Übrigens, schönes Spiel für zwischendurch: “N” (heißt echt so)
– le Tüx

Persönliches
Dingo Bär, Dingo Bär…

Kleiner Nachtrag:

Liebe Kinder!
Is’ ja echt fein, dass ihr jeden Dezember eure musikalische Seite wiederentdeckt, aaaaber mal im Ernst: Wer kein Englisch kann, sollte es lassen. Auch wenn es lustig klingt, „Dingo Bär, Dingo Bär” überall zu hören: es gibt doch so schöne deutsche Weihnachtslieder, zum Beispiel Stille Nacht!

Und um Götz Alsmann zu zitieren:

Dass die englische Sprache besser „singbar” ist, ist eine sehr preiswerte Ausrede all derer, die sich nicht trauen, deutsch zu singen.

Für manche ist es zu nah an der Gefühlswelt, deutsch zu singen; die gehen dann lieber durch eine geborgte mit einem Drei-Wort-Wortschatz!

Meinjanur und tschüss.

In den NachrichtenPolitik
Domino Day und Killerspiele

Tach!
Puh, waren das wieder schwierige Tage für Deutschland; zuerst dieser unsägliche Domino-Day (einfach weiterlesen, liebe Leser) und dann ein Amokläufer, der in einer Schule um sich schießt. Ob das was miteinander zu tun hat? Wer weiß?
Was ein Glück, dass wir in Deutschland leben; hier ist, oh Wunder, nicht der Täter der Schuldige, sondern die so genannten „Killerspiele”, allen voran, wie so oft, natürlich „Counter-Strike”, zu dem der Umsichschießer nach Presseberichten eine gewisse Affinität besaß. Nun ja – wie heißt es doch so treffend? „99% aller Amokschützen haben vor ihrer Tat Brot gegessen. Verbietet Brot!”
 
Kleiner Denkanstoß am Rande: Warum hat eigentlich noch niemand darüber nachgedacht, WoW zu verbieten? Wie viele Menschen müssen noch durch WoW sterben, bevor man etwas unternimmt? Oder was ist, kleiner Spaß an dieser Stelle, zum Beispiel mit dem brandgefährlichen „Super Mario Land”, das ja auch nicht viel mehr ist als sinnloses Gegnermurksen?
Und aber jedenfalls: wenn man schon Schusswaffen nicht verbieten kann, dann wenigstens Ballerspiele, eh? Das nenn ich konsequent. Warum nicht gleich Feuerzeuge verbieten? Würde die Zahl der Raucher mit Sicherheit um einiges senken. Und man könnte noch so viel mehr verbieten; auch sehr effektiv wäre es vermutlich, Sido, Bushido und den Rest der Zappelaffen in einen großen Sack zu stecken und im See zu versenken. Wie deutlich muss ein Mensch noch zur Gewalt auffordern, bevor man etwas unternimmt?
„Denk ich an Deutschland in der Nacht…”


Dann war da noch eine neue Diskussion über die längst beschlossenen GEZ-Gebühren für Internet-fähige PCs (in meinen Augen eine Frechheit, aber mich fragt ja keiner) in den Medien; was’n Glück, dass man die GEZ-Heinis nicht reinlassen muss. Mir fällt zu dem ganzen Thema eigentlich auch nur ein Leserbrief aus der Braunschweiger Zeitung ein: „Ich beantrage jetzt Kindergeld. Ich habe zwar noch keine Kinder, aber das Gerät ist vorhanden.”


Ansonsten mach ich’s mal kurz: Thema Domino-Day 2006, kürzlich versehentlich gesehen im Unterschichtenkanal RTL (wo sonst?); zusammengefasst etwa folgender Handlung: einige Exemplare dieser viel zitierten abgehängten Prekarianer haben seit September (Arbeitslose haben offensichtlich zu viel Zeit) für einen wohl eher symbolischen Lohn ca. 4 Millionen Dominosteine verschiedenster Farbe allein zu dem Zweck aufgebaut, dass ein paar weitere Personen aus aller Herren Länder, denen man die geistige und finanzielle Armut leider durchaus ansehen kann, sie unter dem nicht gerade ermutigenden „Blick” von Frauke Ludowig, der „Queen of Kleber gefrühstückt”, wieder umschmeißen können, während ein sichtlich erregter Reporter, dessen Namen ich erfolgreich verdrängen konnte, in die Kamera hechelt und irgendwas von „ganz Deutschland zittert” faselt; und da hat er nicht mal Unrecht, saß ich doch gebannt vor dem Fernseher und habe darauf gewartet, dass endlich die verdammte Nachfolgesendung anfangen möge…
– und wo ich schon dabei bin, liebes RTL: Nächstes Jahr bitte ein Reissack-Day!
 
Gruß an Wayne!
– euer Kleintiergourmet (hi Steffi!)


P.S.: Da ist mir doch neulich noch eine weitere Meldung übern Tisch gerollt; die Frau Zypries hat einen Etat von 15 Millionen Euro, den sie ursprünglich zur Bekämpfung von Linksextremismus (jawollja!) und Islamismus in Deutschland verwenden wollte, jetzt doch für Projekte gegen Rechts reserviert, von wegen die NPD und so weiter…
– „also ich sach mal” (G. Schröder), die NPD war für die Bundesrepublik Deutschland noch nie auch nur ansatzweise so gefährlich wie die islamistischen Aufständischen (von wegen Religionsfreiheit) und der linke Pöbel (von wegen Toleranz); sollte jemand brauchbare Gegenargumente haben, immer her damit, ich freue mich über jede Kontroverse. Prost!

Persönliches
Frohe Ostern im Voraus!

Tja, und nun ist’s so weit, es ist wieder Herbst, und das bedeutet für den Großteil der zeitweise recht feierfreudigen Bevölkerung: Weihnachten steht vor der sprichwörtlichen Tür.
 
Schön, schön, Weihnachten also – ein gesetzlich auferlegter Feiertag sozusagen, an dem ich mich, genau wie an diesem unsäglichen „Halloween”-Fest, regelmäßig frage, was das eigentlich soll. Gut, der Vergleich hinkt auf beiden Beinen und ist zudem noch auf einem Auge blind, auf dem anderen taub; ist „Halloween” doch nichts anderes als die konsumfreundliche Version von Allerheiligen (das mir als Nichtlutheraner aber ebenso schnurzpiep ist). Lediglich meldet sich bei mir als durchaus geschichtlich interessiertem und beizeiten auch informiertem alten Sack da das kleine Männlein im Ohr, und es flüstert mir:
 
Was bitte feiert die halbe Welt an Weihnachten?
 
Die Aussagen gehen da weit auseinander: Da wäre zum einen die industrielle Fraktion, die an Weihnachten meist sich und ihre vollen Kassen feiert. Dann gibt es da noch den Großteil der Bevölkerung, der feiert, „weil halt Weihnachten ist”; beeindruckend, solche Begründungen sind der Anlass, weshalb ich gern mal einen „Tag des Suizids” einführen würde, nur um zu sehen, wer da mitmacht. Und schließlich gibt es noch die Wenigen, die sich, ungeachtet ihres alltäglichen Egoismus’ und Arschlochtums, wenigstens einmal im Jahr wie gute Christen benehmen wollen, „weil’s halt alle machen”, und brav den „Dschieses” feiern, ob seines Leidens und so weiter. Nun, ich denke, Jesus würde sich im Grab umdrehen, wenn er wüsste, wie diese Menschen sich für den Rest des Jahres verhalten; da können sie auch an drei bis vier Tagen im Jahr die christlichsten Wesen der Milchstraße sein.
 
Unter Wissenschaftlern – im Folgenden mit „bzw.” gekennzeichnet – gilt es allgemein als erwiesen, dass Jesus „Christus” im zarten Alter von ca. 71 Jahren in Kleinasien starb – vgl. z.B. Laurence Gardner: Hüterin des Heiligen Gral -, aber was wäre das Christentum ohne seinen Glauben?
Kehren wir zurück zur volkstümlichen Variante, die da lautet, dass Jesus am 24. Dezember (bzw. Mitte März) des Jahres „0” (bzw. ca. 6 v.Chr.) in einem Stall (der Urtext der Bibel erwähnt übrigens an keiner Stelle irgendwelche Ochsen und Esel; aber weiter im Text) zur Welt kam. So weit, so gut. Und nun wieder meine Frage:
 
Was habe ich denn bitte damit zu tun?
 
Ich möchte nicht, dass man mir vorschreibt, wann ich was zu feiern habe. Ich als bekennender buddhistisch geprägter Atheist möchte nicht einmal im Ansatz etwas mit dem Geburtstag irgendeines toten jüdischen Königs zu tun haben; da viele von Ihnen, liebe Leser, sich außerhalb der Weihnachtszeit sicherlich auch nicht als gläubige Christen bezeichnen: würden Sie denn ernsthaft den Geburtstag Mohammeds oder Buddhas feiern, wenn Sie ihn kännten? Und, jetzt spricht der Genervte aus mir, wenn mir irgendwann vor Weihnachten einer dieser Möchtegernnikoläuse die Ohren vollbimmelt und mir frohe Weihnachten wünscht, ist’s mit meinem Pazifismus sowie dem ohnehin stark strapazierten inneren Frieden vorbei.
 
Seit der „Heilige Abend” irgendwann im 4. Jahrhundert „zufällig” auf einen heidnischen Feiertag gelegt wurde, ist viel Zeit vergangen, aber die Ausreden, warum man ihn eigentlich feiern soll, haben sich kaum verändert:
 
„Weihnachten lässt Kinderaugen leuchten”, das kann ich mir vorstellen, dass die verzogenen Bälger sich drauf freuen, mal eben Geschenke für Hunderte von Euro zu bekommen, ohne dafür etwas tun zu müssen; und leuchten Kinderaugen nicht täglich? Nein? Dann machen Sie etwas verkehrt.
 
„Weihnachten, das Fest der Liebe”, soso, und den Rest des Jahres gehen einem die Armen und Bedürftigen am Podex vorbei. Früher nannte man solche Menschen „Heuchler”, heute sind sie vom Geist der Weihnacht beseelt; ich glaube, Altphilologen nennen das einen Euphemismus. Weihnachten ist das Fest der Geschenke, des Konsums und der genervten Eltern, und wenn Sie mal tief in sich hinein schauen, geben Sie mir sicherlich Recht.
 
Und jetzt mal aus literarischer Sicht:
 
Max Goldt hat das Weihnachtsfest in seinem Buch „Vom Zauber des seitlich dran Vorbeigehens” ganz treffend beschrieben:

Weihnachten ist eine der drei großen Volksschwächen. Die anderen beiden sind Autos und Fußball.

 
Weihnachten steht vor der Tür?
Von mir aus kann’s erfrieren.
 
Frohe Ostern!
– euer Pinguin

Nerdkrams
Mensch 2.0

Liebe Leser,

als verspäteten „kleinen” Nachtrag zu dem vorigen Eintrag und ausnahmsweise unter Einfluss der aktuellen Ausgabe von NEON möchte ich als erklärter Antipath von ach so hippen Trends auch mal meinen Senf zum „Web 2.0” mit all seinen Nutzern und Applikationen abgeben.

Es mag verwunderlich klingen, aber ich schäme mich dafür, durch mein Weblog als Teil dieser seltsamen „Bewegung” behandelt zu werden. Sicher, das TuxBlog ist auch bei weitem nicht so „aufregend” und „innovativ” wie all die trendy Treffpunkte für Geschmacksverirrte jeden Geschlechts – vor kurzem nannte man derartige Webseiten noch DotCom-Blasen und wollte nichts mit ihnen zu tun haben.
 
Was soll denn überhaupt so neu, geil, noch nie dagewesen sein? Das Schlagwort des Web 2.0 lautet Interaktivität; frei nach Stefan Gärtner kann man es so formulieren: Je Möglichkeit, desto Web. Alles soll benutzerorientierter werden, Statik ist out. Dass die Wikipedia, erstes Flaggschiff der Generation 2.0, in einer Zeit entstanden und gewachsen ist, in der Interaktivität noch Bestandteil des täglichen Surfens und kein hipper Modetrend war, wird heute gern übersehen; und dass Weblogs – auch dieses! – nicht viel mehr sind als Gästebücher mit Überschrift, traut sich kaum noch jemand zu behaupten: wer möchte schon freiwillig als „untrendy” gelten?
 
Man ist als halbwegs informierter und kritischer – unfreiwilliger! – Teilnehmer dieser seltsamen Bewegung oft geneigt, sich zu fragen, wer eigentlich diesen dämlichen Trend wieder in die Welt gesetzt hat. Wer hat festgelegt, dass jeder Surfer jeden noch so uralten Link in sein (natürlich Pflicht-)Weblog setzen muss, sich über Videos der Machart „Mann kriegt Ball in Weichteile” nur noch bei YouTube beömmeln darf und alle zwei Stunden sein Meerschwein fotografieren soll, das er dann bei Abfallsammlungen wie Flickr (mindestens) der ganzen Welt zeigen kann?
(abgesehen davon, dass ich bei „Flickr” höchstens an diese widerlichen Disco-Stroboskopblitze und/oder Bildschirmflimmern denke, ist diese Darstellung nicht mal übertrieben!)
 
Um diese Frage zu beantworten, muss man die Technik hinter der Interaktivität verstehen. Wie bereits erwähnt, ist die Interaktivität an sich alles andere als neu – Gästebücher und Foren sind ja nun auch schon ein paar Jahre alt. Die „neue” Interaktivität aber wird vor allem durch ein Akronym definiert: AJAX. Dieser erst vor wenigen Jahren auf einer Konferenz zur Entwicklung des Web erfundene Begriff steht für „Asynchronous JavaScript And XML” und bezeichnet eigentlich nichts anderes als die Möglichkeit, Seiteninhalte mittels Javascript nachzuladen, ohne die ganze Seite neu laden zu müssen, was natürlich für ein gewisses „Echtzeitgefühl” sorgt, das man zurzeit sehr schön z.B. bei AJAXwrite nachvollziehen kann.
Neu ist freilich auch das nicht; die technischen Möglichkeiten gab es schon 1995, als Netscape die damals noch wirklich innovative und neue Sprache JavaScript erfand. Lediglich einen Namen für die AJAX-Technik gab es damals noch nicht, und der Großteil der Webgemeinde war noch damit beschäftigt, sich in das ebenfalls noch recht neue HTML einzulesen.
 
Für die „Generation BILD”, die – wissenschaftlich erwiesen – kaum länger als 5 Minuten derselben Sache widmen kann und/oder will, ist eine nur 4 Buchstaben lange Bezeichnung für etwas, das ihre „meine Katze, meine Familie, meine Hobbys”-Webseite noch bunter und schöner machen kann, natürlich eine äußerst angenehme Neuigkeit, ganz gleich, was immer sie bedeuten mag. Dieses Phänomen war schon früher häufiger zu sehen, z.B. als jede zweite Webseite unbedingt ein großes, buntes und lautes Flash-Intro haben musste; und ich bezweifle stark, dass AJAX die letzte Modeerscheinung in dieser langen Reihe bleiben wird.

Nein, neu ist die Technik nicht, und das trifft auch auf die Webseiten zu, die sie repräsentieren sollen und/oder wollen. Neu sind nur die Benutzer. Vorbei die Zeiten, in denen man das Internet noch nutzte, um sich zu informieren und gelegentlich mit seinen Freunden ein Spielchen zu machen. Vielmehr wird der gesamte Lebensinhalt eines Menschen in dieses Medium verschoben: Man surft nicht mehr im Internet, man lebt dort; das „Real Life” dient nur noch lebenserhaltenden Zwecken. Früher hat man seiner Flamme noch seine Plattensammlung oder – noch besser! – seine Kontoauszüge gezeigt, heute ist nur noch der erfolgreich, der eine möglichst lange „Buddy”liste hat; und das trifft leider auch auf eine Generation zu, die eigentlich eine gewisse Lebenserfahrung besitzen sollte.

Man sollte in der heutigen, schnelllebigen Zeit keinen Trend verpassen, um nicht „uncool” zu sein; man muss ihn ja nicht unbedingt mitmachen. Was mich betrifft, so weiß ich nicht, ob ich, der ich schon jahrelang erfolgreich ohne zählbare „Freunde 2.0”, schadenfrohe Videos und Meerschweinchenfotos auskomme, wirklich „cool” sein will. Ich bin in diesem Zusammenhang ein eher rustikal veranlagter Mensch; ohne 25.000 virtuelle Freunde, ohne YouTube- und Flickr-Accounts, sogar ohne MMS-fähiges Handy. Ich verbringe meine Freizeit „offline”, mit jeweils 3 oder 4 „richtigen” Freunden, manchmal aber auch mit einem guten Buch oder einer noch besseren CD. Was im Leben wirklich zählt, kann wohl jeder für sich entscheiden; virtuelle Freunde sind’s jedenfalls nicht. „Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein!” – nur bitte nicht dieser.

In diesem Sinne,
– logout


Noch was zu MTV, wo ich schon mal dabei bin: “La musica ist deine pasí­­on?”
Bessere Sprache, schlechteres Deutsch. Schade.


Und, weil das TuxBlog schon immer Ausdruck einer politischen Meinung war und sein sollte, noch ein Wort zu der umstrittenen Todesstrafe für Saddam Hussein (Sie wissen schon, das war in den 80-ern der Intimus der USA): Wenn ihr, liebe Übersee-Mitmenschen, schon den Weltfrieden retten wollt, dann bitte richtig. Hängt Bush gleich daneben und lasst uns mit dem Schmu in Ruh (reimt sich!) – besten Dank!

PersönlichesPolitikProjekte
Pop, Nazis und Fußball

Hallo, liebe Leseratten!


[1] Korrektur
[2] Pop (bzw. Bushido)
[3] Nazis und Fußball
[4] Rezept der Woche
[5] Fußnoten :-)


[1] Gleich zu Beginn eine kleine Korrektur zum vorigen Blogeintag: MTV schrieb korrekterweise „Sound” statt „Musik”, was ja auch viel besser passt.
 
[2] Jedenfalls apropos MTV: Im Videotext dieses Senders war kürzlich ein weiteres Abstraktum zu finden, das gerade mich als bekennenden Rockjünger aus der Mittelschicht betrifft. “Pop für die Unterschicht?” fragte MTV am 19. Oktober dieses Jahres; und gab aber gleich selbst die Antwort:

Pop-Deutschland hört entweder Musik, die Schimpfwörter, Drohungen etc. aneinander reiht (Fler, Bushido (1), oder es geht so richtig kuschelig zu.

Dass der Schreiberling mit keinem Wort erwähnt, was das nun ausgerechnet mit den unseligen „Schichten” Deutschlands zu tun hat, ist in Ordnung, weil von MTV nicht anders zu erwarten; nur so viel:

  1. Bushido/Fler („yoyo isch fick disch du Schlampe”) und Musik gehören nicht zusammen in einen Satz, eigentlich nicht einmal in einen Text.
  2. Zu schade, dass MTV vor lauter Pop – wie so oft – den Retrotrend übersieht; vor allem, da MTV sich seit neuestem als Abgrenzung zum Schwestersender VIVA „Rocksender” schimpft.
  3. Und noch was: die „beste Girlband” ist das Farin Urlaub Racing Team. Die Pussycat Dolls würde ich nicht mal mit der Kneifzange anfassen.

[3] Aber mal was anderes: Fußball. Da haben sich DFL, DFB und UEFA endlich darauf geeinigt, den fremdenfeindlichen Zwischenrufen bei den Fußballspielen Einhalt zu gebieten. „Wie das?”, wird sich jetzt mancher Leser fragen; und richtig: Die aktuelle Aktion nennt sich passenderweise “Zeig’ (2) dem Rassismus die Rote Karte”. Es ist geplant, dass die Stadionzuschauer während der gesamten Spieldauer mit roten Karten umherwedeln sollen, um ihre Geschlossenheit gegen Ausländerhass zu demonstrieren. Und ich persönlich muss sagen, das verspricht doch ein Bombenerfolg zu werden, ein bisschen wie Lichterketten. Ich bin sicher, die Antifa steht voll hinter euch, Jungs! :-)


[4] Brandneu und nur für kurze Zeit:
Das Original-TuxBlog-Rezept zum Selbermachen!
 
Diese Woche:
 
Meerschwein rot
Man nehme für 2 Personen:

  1. 1 Meerschwein
  2. 1-2 Gläser Rotkohl
  3. 1 gut gefülltes Gewürzregal
  4. Knödel oder Kartoffeln nach Belieben

Desweiteren wird benötigt:

  1. 1-2 Küchenmesser (scharf)

Anleitung:

Vorbereitung
Man nehme das Meerschwein aus dem Käfig und trenne mit dem Küchenmesser fein säuberlich den Kopf vom Rumpf. Anschließend das Meerschwein enthaaren (wenn nötig, hierfür zweites Küchenmesser benutzen, wegen Blut) und gründlich waschen.
Danach den Backofen auf ca. 250 Grad vorheizen.
 
Zubereitung
Wenn der Ofen gut vorgeheizt ist, das Meerschwein nach Belieben würzen (ich empfehle die Maggi-Würzmischung Nr. 1 oder eine ähnliche bratengeeignete Mischung), anschließend in ein ofenfestes Behältnis geben und in die Röhre schieben.
Die übrigen Zutaten wie gewohnt kochen.
Das Meerschwein ist servierfertig, wenn es eine knusprig-braune Farbe hat.
 
Tipps für Genießer
Zu diesem Menü passt hervorragend eine Flasche Rotwein sowie billige Bratensoße aus’m ALDI.
Wohl bekomm’s!


Haunse rein!
– euer Progrockfaschist
 
P.S., falls es jemand wissen möchte: Die Arbeit an eMule beba liegt derzeit auf Eis, mangels Zeit und Gelegenheit, zumal die nächste Version ohnehin einen hohen zeitlichen Aufwand benötigen wird, da mittlerweile eMule 0.47a alles andere als aktuell ist und beba leider immer noch einige schwere Fehler hat. Ich halte euch aber selbstverständlich auf dem Laufenden.
Stattdessen sitze ich in meiner spärlichen Freizeit gerade an einer Datenbank für Songtexte, als Open-Source und eigentlich nur zum Spaß… wenn es jemand ansehen möchte, bitte sehr!


[5] Fußnoten
(1) hahaha!
(2) sic!; aber lassen wir die Grammatik mal beiseite.

Musik
Sprachkultur vs. MTV

Tag, liebe Leser!
 
Derzeit befinden wir uns ja in einer Zeit, in der kulturelle Bildung nach Jahren der medialen Verdummung endlich auch in Deutschland wieder einen gewissen Stellenwert erreicht; der, wie es sich ja dümmlicherweise heute nennt, Bestsellerautor Bastian Sick sowie die umfassende Berichterstattung in allen ernst zu nehmenden Politmagazinen der letzten Wochen sind nicht ganz unschuldig daran.
 
Zu dem Thema ist schon zu viel geschrieben worden, als dass ich nun auch meinen Senf dazugeben müsste; nur eine kleine Anekdote aus dem Videotext von MTV (siehe ältere Beiträge): Der aktuelle „trendy Vote” lautet wörtlich: „Welche Rockband macht die krass geilste Musik?”
 
Von den seltsamen Auswahlmöglichkeiten (was bitte hat Evanescence da verloren?) mal abgesehen: Und da wundert sich noch jemand?
 
Döner mit alles und Meerschwein(*),
– euer Sprachführer *hüstel*
 
(* mit, wie immer, liebem Gruß an Steffi :>)

Politik
NPD, und sonst so?

Tach, liebe Leser!
 
Is’ wieder viel passiert, z.B. ein paar Transrapidtote, über die sich die „Heimat des Mitleids” (i.e. in diesem Fall Deutschland) wieder mal grämen kann, aber auch und vor allem: Die NPD ist wieder im Gespräch.
 
Fassen wir zusammen: Im September gab’s wieder mal Kommunalwahlen, z.B. in Niedersachsen (juhu!). Die Ergebnisse indes waren nicht sonderlich überraschend, lediglich drei große Buchstaben erregten tags darauf das Gemüt der Presse, als die NPD in Mecklenburg-Vorpommern auf weit über 7% der Stimmen kam.
(Da fragt man sich eigentlich, woher denn die vielen Stimmen kommen, wenn jeder aus tiefstem Herzen beteuert, nie im Leben NPD wählen zu würden, oder wie sich das nennt; man könnte meinen, das ist wie bei McDonald’s oder der BILD: Keiner mag’s, aber jeder kauft’s.)
 
– also jedenfalls die NPD hatte das Pech, ausgerechnet von der SPD (sic!; bei der ohnehin schwarzbraunen Hasel-CDU ist’s weit weniger überraschend) Wähler zu übernehmen, was, wohl auch bedingt durch die zuvor erfolge kostenlose Verteilung rechtspolitischer Musik an Jugendliche, auf Seiten der Linksfaschisten (i.e. Antifa bzw. so’lid) zu der unglaublich wirkungsvollen Aktion „Musik gegen Rechts” führte – was hoffentlich nicht nur mich an ähnlich spannende Parolen wie „Kiffen gegen Rechts”, „Blödsein gegen Rechts” oder auch „fuck for peace” erinnert -; „kommt, Kinder, wir singen die NPD tot” oder wie?; und jedenfalls von der Regierung wurde daraufhin das alte Thema NPD-Verbot wieder aufs Tapet gebracht. Auch auf die Gefahr hin, dass das jetzt stark nach Harald Schmidt klingt, als er noch besser war; aber eine Regierung, die anders gesinnte politische Parteien verbietet, sobald diese genug Stimmen hat, um ihr ernsthaft gefährlich zu werden, gab es doch 1933 und 1956 schon mal; n.f.c.
 
Und im Übrigen heißt es korrekt “wehret der Anfänge“, ihr Pfeifen.
 
Mit Stolz aufs Grundgesetz, das gerade im Libanon verheizt wird,
– euer Literat

Internes
Update

So, hab grad versehentlich das grüne Design gelöscht… mal sehen… jedenfalls hier erst mal aktuelle WP-Version… bis später!

Persönliches
Liebe Kinder!

Es mag vielleicht spießig klingen – und ich bezweifle ohnehin, dass ihr das ausgerechnet hier lesen werdet -, aber ich als vergleichsweise alter Sack sage euch mal was, das ihr euch bitte umgehend hinter die Ohren schreibt:
 
Es gibt wahrlich erwachsenere Anblicke als eine Horde rauchender 11-Jähriger, die an der Bushaltestelle stehen und mir stolz ins Ohr piepsen, dass sie ihrem Vater das Bier weggetrunken haben und danach „voll geil besoffen” waren!

  • Erstens: Es ist mir egal, ich kenn euch nicht mal!
  • Zweitens: Rauchen macht nicht älter oder cooler, es macht nur ärmer. Und toter.
  • Drittens: Trinken ebenfalls.
  • Letztens: Ich bin verdammt noch mal nicht taub, und ich will’s auch nicht werden, also hört bitte, bitte auf,
    • euch im Linienbus ständig über 20 Reihen hinweg zu „unterhalten”
    • eure Geilheit lautstark zum öffentlichen Gesprächsthema zu machen (pubertär, bestenfalls spät-)
    • Bushido oder ähnliche Spastiker (siehe ältere Beiträge) in einer Lautstärke zu hören, dass selbst denen, die die Texte nicht verstehen, die Ohren zuwachsen – besten Dank!

Bis später, ihr Eier!
– euer Erklärbär


P.S.: Huhu Steffi *sfg*!

In den NachrichtenMusikPolitik
Noch mal Nahost

[1] Atomwaffen, und sonst so?
[2] Österreich, Teil 2
[3] Herzlichen Glückwunsch, 5 Jahre Krieg!
[4] LaFee bzw. Videokritik
[5] Modekriminalromane


[1] Kaum hat sich der Libanon ein bisschen beruhigt, schon stürzen sich die Sicherheitsfanatiker auf ein neues (altes) Opfer, den Iran. Von „UN-Resolutionen” ist plötzlich die Rede und davon, dass wir alle sehr besorgt sind, dass der Iran so gemein ist und Atomenergie erforscht und eventuell sogar so was wie Atomwaffen herstellen könnte etc.
 
Den Politikinteressierten dürfte das alles noch bekannt vorkommen: Auch ein gewisser Herr Hussein soll im Besitz von Atomwaffen gewesen sein und auch willens gewesen sein, sie einzusetzen. Da drängt sich mit einiger Sicherheit nicht nur mir die Frage auf: Fliegen demnächst Bomber über den Iran, auf der Suche nach dem Präsidenten, der sich derweil einen noch längeren, verlausten Bart wachsen lässt und in einem Erdloch versteckt hält?
 
Und eine noch viel interessantere Frage lautet doch wieder einmal:
Was geht’s uns an?
 
„Der Iran erforscht Atomenergie.” Nun, das tut Deutschland ebenfalls, genau wie viele andere Länder. Warum sollte man (i.e. ausgerechnet wir) ein Problem damit haben?
„Aber der Iran könnte Atomwaffen herstellen und in einem Krieg verwenden!” – behauptet bitte wer? Nur weil Ahmadenidschad über ein enormes Atompotenzial (lat. potesse -> können) verfügt, sind wir alle in Gefahr? Entschuldigt, wenn das jetzt naiv aussieht, aber ich für meinen Teil habe vor Bush weitaus mehr Angst als vor dem irren Iraner. Atomwaffen einsetzen, um irgendwo Krieg zu spielen – warum sollte der Iran so was tun? Für die USA hingegen gäbe es mehr als genug Gründe, den Iran zu zerbomben, zum Beispiel Erdöl, Erdöl oder wie wär’s mit Erdöl?
 
Doch, doch, liebe Skeptiker und BILD-Leser, genau so ist’s. Der Iran ist nun mal eine der wichtigsten Ölfördergebiete, und das ist dem Weißen Haus per se suspekt. Erdöl ist spätestens seit der Bushregierung ein nahezu perfekter Anlass, in der jeweiligen Region den, äh, Frieden zu sichern (nochmals: siehe Irak). Die Unterstützung der Bevölkerung ist mit Vermutungen wie „die haben Atomwaffen, die Schweine” in den USA bedauerlicherweise fast mit vollständiger Sicherheit gewonnen (ich würde das pauschal als „Naivität” bezeichnen), und mehr braucht’s nicht.
 
Gut, gut – von mir aus dürfen sich Bush und Ahmadenidings gegenseitig die Häuser wegpusten. Abgesehen von dem ethischen Aspekt aber bringen solche Kriege üblicherweise noch ein ganz anderes Problem mit sich, landläufig als „Friedensmission” bezeichnet, siehe aktuell im Libanon. Ich würde gern wissen, wie man sich eine „Friedensmission” mit Soldaten und Panzern denn vorzustellen hat. Oder ist der alte Traum von den Friedenspanzern, die Blumen statt Granaten schießen, endlich wahr geworden?


[2] An dieser Stelle noch ein Wort zu Frau Kampusch: Na fein, nun hat sie der Welt also auf RTL – wo sonst? – all das erzählt, was wir seit Tagen wussten. Aber nun wissen wir auch, wie sie aussieht. Welch eine Freude. Das hilft uns wirklich weiter. ;-)
(vor allem, weil man sie jetzt leichter erkennt, auf der Straße zum Beispiel, und den Rest ihres Lebens nicht in Ruhe lässt)
 
Aber immerhin ist sie ehrlich genug, zuzugeben, dass sie Geld aus ihrer Entführung schlagen will: ein Buch drüber schreiben, noch haufenweise Interviews geben und sich dumm und dämlich verdienen an der Sensationsgier der ebenso Dummen, was auch durch die angekündigte „Stiftung für Entführte” nicht deutlich positiver zu werten ist. Mir indes fällt dazu nur ein: Siehste?
 
Mir als – tut mir ja Leid! – Mann fehlt leider bzw. schönerweise jegliches Mitgefühl für so eine Frau. Sie kann nichts dafür, dass sie entführt wurde, und die letzten Jahre waren der Horror für sie und so weiter und so fort; nun, so hilfebedürftig kam sie mir im Interview – das ich im Übrigen ohne Bild und nur aus dem Nebenzimmer verfolgte, aus Desinteresse zum Beispiel – gar nicht vor. Im Gegenteil, auf mich machte sie den Eindruck einer selbstständigen und (trotz österreichischer Gene, scnr) gebildeten Frau, die alles andere als verstört durch die Gegend geht und – siehe oben – sich nicht unbedingt dafür schämt, die bereits erwähnte Sensationsgier (ich nenne es i.d.R. „BILD-Syndrom”, weil erblich) der Unter- und Mittelschicht auszunutzen, zumal

  1. wir wirklich interessantere Probleme haben, z. B. die Arbeitsmarktsituation, und
  2. in Afrika und Lateinamerika auch ständig Kinder entführt, jahrelang gefoltert und in der Regel getötet (!) werden und uns das komischerweise einigermaßen am Gesäß vorbeigeht

was ich, nebenbei erwähnt, als Philanthrop ohnehin zum Brechen finde, und da frage ich mich doch, was Frau Kampusch zu einem besseren Menschen macht, und überhaupt q.e.d. und Punkt.


[3] Weiter im Text und apropos: Der 11. September feiert Geburtstag. Ich als Kalenderkenner und Teilzeit-Erbsenzähler halte es ohnehin für ein Unding, dass man ein Datum als feststehenden Begriff festlegt (oder wer redet von „der 6. Dezember”, wenn er den Nikolaustag meint?), zumal die Sprachpanscher eine ganz eigentümliche neue Regel gesetzt haben, die da lautet: „Nine-Eleven sowie 9/11 sind im deutschsprachigen Raum eingetragene Marken des Jahres 2001” oder so ein Quark… ich jedenfalls streich mir den Tag regelmäßig rot an und geh feiern. Kaffee und Kuchen und so. Die Musik bring ich aber selbst mit!


[4] Und nochmals apropos, diesmal Musik bzw. Quark: Heute schon gelacht? Erst kürzlich hatte ich das Vergnügen (jawoll!), LaFee – m.W. nach eigenen Aussagen, aber zumindest unverhohlen stolz darauf, die Hauptschule (sic; vgl. Textpassagen wie „jeder Arsch will mit dir gehn”) zugunsten einer Musikkarriere (sic!) abgebrochen zu haben; „Kopp zu” ist noch das Freundlichste, das mir dazu einfallen will – also diese LaFee jedenfalls von einer ganz neuen Seite kennenzulernen, nämlich der chaplinesken, slapstickhaften oder wahlweise auch choreographisch ausgefeilten. Wer teilhaben möchte an meinem Amusement, möge einfach warten, bis auf VIVA das im Übrigen ermüdende Liedchen „Prinzesschen” von ebenjener ehemaligen Hauptschülerin läuft – was i.d.R. nicht lange dauert – und umgehend den Ton abdrehen.
 
Für die, bei denen VIVA Hausverbot hat, habe ich hier eine kleine Zusammenfassung der Choreographie des Hauptvideos (jenes, in welchem LaFee in Satanisten- respektive Nuttenkleidung im Wald rumsteht und doof guckt) vorbereitet:
Linker Arm nach vorn, Pause, rechter Arm nach vorn, Pause, linker Arm nach vorn, Pause, rechter Arm nach vorn, Pause, linker Arm nach vorn, Pause, rechter Arm nach vorn usw. und das ganze Spiel so 3-4 Minuten lang immer wieder hin und her (was geschrieben weit weniger debil aussieht als ge-, äh, tanzt) – ich hoffe, das wird nicht der neue „trendy” Sommertanz.
 
Ich, der ich stets einen möglichst großen Abstand zu allem Hiphopesken (… hieß früher Stottern und war heilbar … das nur nebenbei) zu halten bemüht bin, komme dennoch nicht umhin, hier Parallelen zu den spastischen Zuckungen von Bushido, Eko Fresh und wiesealleheißen festzustellen; letztendlich bleibt aber ein Gefühl der geistigen Überlegenheit zurück, bei allem Respekt, den man empfinden mag.


[5] Übrigens, Mode: Kürzlich fiel mir ein Kriminalroman in einer Frauenzeitschrift (welche im Übrigen nicht ich las) auf, der „Modekrimi” betitelt war. „Modekrimi?”, fragt sich da so mancher (z.B. ich), „waren das nicht die 80-er?” … oder was bitte soll man sich unter einem Modekrimi vorstellen?
 
„Der Einbrecher, gekleidet in edlen Pariser Samt mit blauen Applikationen (Lagerfeld, 500 Euro, gestohlen), brach in das Atelier des stattlichen Designers ein, der gerade in seinem kunstseidenen Mantel (Quelle, 39,95 Euro) durch sein nach Chanel duftendes Büro” und so weiter… na danke.


Harren wir also besorgt der Dinge, die da kommen. Bis dahin blumige Grüße, vor allem an Steffi!
– euer Hobbypazifist


Übrigens, wieder ‘ne neue eMule-Version von mir -> Klick!