PolitikIn den NachrichtenComputerMir wird geschlecht
Nachrichtenretrospektive in Kürze, 16. Juni 2015

Gen­der der Woche: Eltern von Jungs beschw­eren sich, dass trans­gen­der-Mäd­chen auf die Jungstoi­lette gehen darf, Eltern des Mäd­chens beschw­eren sich anschließend, dass es das nicht mehr darf. Da wird wer zu Hause auf “was habt ihr heute in der Schule gemacht?” sich­er mal eine span­nen­dere Antwort als “Mathe” geben kön­nen.


Skandal!!1! der Woche: Poli­tisch rechte Frak­tion stimmt einem berechtigten Antrag ein­er anderen poli­tisch recht­en Frak­tion zu. Nicht, dass so was noch zur Gewohn­heit wird und eine demokratiefeindliche rechte Partei eines Tages auf­grund der so gewonnenen Mehrheit­en noch die Kan­z­lerin stellt!


Javaprob­lem der Woche: Uni­code macht Kom­mentare aus­führbar.

MontagsmusikIn den Nachrichten
Emerson, Lake & Palmer — Karn Evil 9

MüdeEs ist Mon­tag; nicht irgen­dein Mon­tag, son­dern Mon­tag 1 nach der für alle über­raschen­den Erken­nt­nis, dass jemand, der sich in ein Net­zw­erk hackt, auch beim Rech­n­er der Kan­z­lerin nicht sagt: “Oh, das ist der Rech­n­er der Kan­z­lerin, da geh’ ich mal nicht drauf.” Dafür, allerd­ings, wollen sie EDV-Sicher­heit zur Pflicht machen, jeden­falls für Unternehmen, beim Bun­destag ist es ja bere­its zu spät.

Was die Bun­desregierung unter Daten­sicher­heit ver­ste­ht, ist indes wohlbekan­nt, das De-Mail-Debakel eben­so wie die enge Zusam­me­nar­beit mit der Telekom, die ihrer­seits gern mal Nutzer­dat­en raus­trägt, noch nicht ver­jährt. Ver­schlüs­selung, die die Arbeit der Geheim­di­en­ste erschw­ert, sollte zur Wahrung des bish­er erzeugten Bildes in den Hack­er­para­graphen aufgenom­men wer­den, wo auch nmap u.dgl. drin­ste­hen. Sicher­heit ist nichts, was man selb­st prüfen dürfte. Und man will ja auch nur Sicher­heit gegen den Iwan, die Chi­ne­sen oder wer auch immer derzeit für das Ein­drin­gen in den Bun­destag ver­ant­wortlich gemacht wer­den soll, nicht gegen unsere amerikanis­chen Fre­unde, anson­sten würde — man hört Par­la­men­tari­er erschreckt einat­men — der Markt auch weit­er­hin ohne TTIP fluk­tu­ieren müssen. Eine schi­er unerträgliche Vorstel­lung.

Früher war vieles bess­er. Auch die Musik.

Emer­son, Lake & Palmer — Karn Evil 9 (Cal­i­for­nia Jam 1974)

Guten Mor­gen.

Nerdkrams
Das soziale Netzwerk, das dein Privatleben achtet

Bei Mozil­la ist man trotz des Behar­rens auf die Umset­zung von DRM — son­st müssten die Leute ihren gehypten Stream­ingscheiß ja über Chrome laufen lassen, und Fire­fox soll sich ja schon optisch nicht mehr von Chrome unter­schei­den lassen — stolz auf seinen ver­meintlichen Ein­satz für ein freies, offenes Netz.

So stolz, dass die Fire­fox-Start­seite mit­tler­weile dazu auf­fordert, auch allen Fre­un­den davon zu erzählen, dass man so viel Wert auf Daten­schutz und Pri­vat­sphäre legt, dass man sog­ar Fire­fox nutzt.

Zum Beispiel auf Face­book.

Privatleben

:roll:

KaufbefehleMusikkritik
Katie Dey — asdfasdf

katie dey - asdfasdfVor ein paar Jahren, als YouTube noch cool und nicht von blondierten Dum­men mit anstren­gen­der Stimme und geschmink­ten dreizehn­jähri­gen Jungs bevölk­ert war, macht­en sich Men­schen mit einem unfass­bar schwarzen Humor daran, dort Dinge zu veröf­fentlichen, die fürder­hin zum Teil kul­tisch verehrt wur­den, darunter die “asdf­movies” (ass-duff-movies).

Bei Nico, der nach elf Jahren und ungezählten Rück­zü­gen von der Blog­gerei zum Glück immer noch ab und zu über Musik berichtet, fand ich jüngst ein eben­so ver­schrobenes Werk von der mir zuvor unbekan­nten Musik­erin Katie Dey. Der Name der EP: “asd­fas­df”. Das kann man sich gut merken.

Das Minial­bum klingt skan­di­navisch, ist aber aus­tralisch. Eine eige­nar­tige Klang­mis­chung aus sig­ur­rósquem Ambi­ent (“fear o the dark”), Poprock von ein­er aus­geleierten Kas­sette (“unkil­l­able”), Lo-Fi-Nois­e­rock (“h o e”) und Dub­ste­pele­menten über­rascht den Hör­er mit ein­er Eingängigkeit, die zusät­zlich ver­wirrt.

katie dey — fear o the dark

Ein Musik gewor­denes WTF, das im noch ver­gle­ich­sweise unver­braucht­en 2015 bish­er eine Aus­nah­meer­schei­n­ung darstellt. Ich mag das.

MusikPolitikIn den Nachrichten
Nachrichtenretrospektive in Kürze, 10. Juni 2015

Voraus­sichtlich schon heute der Brüller des Jahres: Die umstrit­tene Vor­rats­daten­spe­icherung wird erst im Herb­st im Bun­destag als Gesetz disku­tiert wer­den. Das gibt der SPD-Basis mehr Zeit für Wider­stand gegen das Vorhaben. Die gabriel’sche SPD, Hort der klu­gen Geis­ter, geführt mit Bril­lanz.

Was ja auch nötig ist, denn:

In dieser kopflasti­gen poli­tis­chen Land­schaft, in der die Zen­tral­ge­walt die entschei­dende ist, muss eine Partei bun­desweit so aufgestellt sein, dass sie mit den etablierten konkur­ri­eren kann. Das heißt vor allem, dass es hun­derte Funk­tionäre braucht, die sich sou­verän im poli­tis­chen Geschäft bewe­gen, nicht auf­fall­en und nur inner­halb geplanter Aktio­nen für Auf­se­hen sor­gen.

(Quelle)

Wider­stand war sowieso gestern. Poli­tis­ch­er Punk ist tot. Die Plat­ten der Sex Pis­tols sind ein Kred­itkarten­mo­tiv. Gegen das antikap­i­tal­is­tis­che Schweinesys­tem oder so. Dro­gen besorgt die Polizei für euch. Das muss dieser neue Lib­er­al­is­mus sein, von dem immer alle reden; der alte wurde bekan­ntlich hin­gerichtet.


Fein allerd­ings: Von Guilty Ghosts, nach wie vor ein Solo­pro­jekt von Tris­tan O’Don­nell, gibt es ein neues (lei­der recht kurzes) Album zum Down­load und Anhören ab 0 Euro. Musik für Nebelt­age und melan­cholis­che Momente auch im Som­mer. Zurück­lehnen bitte.

In den NachrichtenMontagsmusikMir wird geschlecht
Alvvays — Party Police

Auf's Maul?!Es ist Mon­tag. Ist das eigentlich legal? Anderes jeden­falls nicht: Wo andere mit dem Flugzeug fliegen, fliegt Kate Moss her­aus.

Wahrschein­lich war das aber auch nur ein Missver­ständ­nis, Frauen tun nicht nur nie­man­dem was; laut Clau­dia Roth (“Grüne”, das waren die mit den Kindern) sind Frauen oben­drein die einzige Lösung für die Kor­rup­tion­san­fäl­ligkeit der FIFA: Das größte Prob­lem der FIFA sei es, dass es dort keine Frauen­quote gibt, das biss­chen Käu­flich- und Geset­zlosigkeit ist ja neben­säch­lich. Apro­pos: In der Türkei hat die als unbe­sieg­bar gel­tende Regierungspartei aber­mals eine Mehrheit erhal­ten, aber nur noch eine nor­male, was Kom­men­ta­toren als klaren Beweis dafür sehen, dass dort alles mit recht­en Din­gen zuge­ht; und was das über die etwa 80 Prozent für die Regierungskoali­tion in Deutsch­land aus­sagt, möge sich ein Jed­er selb­st aus­malen.

Es ist ja doch immer das­selbe.
Alv­vays the same.

Apro­pos Alv­vays: Unter diesem Namen ist seit 2011 ein kanadis­ches Quin­tett aktiv, das 2014 sein Debü­tal­bum veröf­fentlichte. Zu hören gibt es garagi­gen Post­punk, nicht unähn­lich Sav­ages und den Raveonettes, gepaart mit dem Gesang von Front­frau Mol­ly Rankin, die Erin­nerun­gen an “Nixe” von den guten alten Huah! her­bei­hext. Ich weiß das zu schätzen.

ALVVAYS — Par­ty Police — live 13.02.2015 Milano

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Das ist ja wohl der Gipfel!

Während hochrangige Vertreter der G7-Staat­en für mehrere Hun­dert Mil­lio­nen Euro standes­gemäß auf Schloss Elmau über Verträge disku­tieren, die sie fürder­hin nicht zu erfüllen beab­sichti­gen, und dabei zumin­d­est aus­gewählte Demon­stran­ten zulassen, weil den Übri­gen für die Genehmi­gung zur Wahrnehmung ihres grun­drechtsver­brieften Recht­es auf Demon­stra­tion das Feinge­fühl fehle, und so selb­st auf dem so genan­nten “Kirchen­tag” mehr Poli­tik stat­tfand als dort, wo bis heute Welt­fremde ihr Unwe­sen treiben, fragt sich ganz Deutsch­land, wieso aus­gerech­net die NATO Rus­s­land nicht mehr mit­spie­len lassen will, beziehungsweise:

Diese Woche traf ich in Moskau mit einem namhaften Pro­fes­sor zusam­men, der auch an Rus­s­lands wichtig­ster Diplo­mat­en-Hochschule lehrt. Seine Aus­sagen waren deprim­ierend. Putin und seine Führung seien men­tal nicht mehr erre­ich­bar, sie hät­ten sich von der Wirk­lichkeit abgekop­pelt, sagt der Pro­fes­sor. Die poli­tis­che Kul­tur in Rus­s­land habe sich seit 500 Jahren nicht geän­dert.

Und was macht eure Regierung ger­ade so?

ProjekteNetzfundstückeNerdkrams
FOAAS

Ihr ken­nt das: Euch geht irgen­dein Idiot per Online­di­enst auf die Ner­ven, ihn aber auf Dis­tanz zu hal­ten würde Energie kosten.

Das Inter­net der Automa­tisierung hat die Lösung für euch: FOAAS (Fuck Off As A Ser­vice) stellt ein API zur Ver­fü­gung, das diese unan­genehme Auf­gabe übern­immt.

(via BITblokes.de)


Nach­trag vom 5. Juni: Ich habe eine entsprechende Erweiterung für Thun­der­bird und Sea­Mon­key veröf­fentlicht.

Sonstiges
Medienkritik XCII: “JOY” und “Jolie” im Männercheck

Ein neuer Monat, ein paar neue Frauen­zeitschriften. Grell­bunt wet­teifern im Zeitschriften­re­gal, wie so oft, tur­nus­mäßig auch “JOY” und “Jolie”, bei­de häu­fige Gäste in dieser Rubrik, um die Gun­st der Käuferin­nen. Ach, was soll’s Gegen­der? Natür­lich auch der Käufer, ste­ht doch immer auch vieles darin, was auch dem Manne gefällt.

Vieles? Man wird sehen.

1. “JOY”

joy juni 2015

In knal­li­gen Far­ben legt die “JOY” vor: Das Extra­heft “107 Beau­ty-Tipps”, das wohl zur titel­bildlich kol­portierten Mis­sion, aus jed­er Leserin eine bek­nackt ausse­hende Frau mit schlechter Haut und kaput­ten Haaren zu machen, beitra­gen soll, mag neck­isch sein, allerd­ings bege­ht Chefredak­teurin Ann Thor­er bere­its im edi­to­r­i­al einen Faux­pas, indem sie die “liebe Leserin” anspricht. Als wären wir Män­ner nicht an Mode (“die 70 cool­sten Klei­der des Jahres”), Sport (“Yoga, Rad­fahren, Joggen & Co.”, wer immer die Kom­pagnons sein mögen) und unserem Ausse­hen (“stylis­che 3‑Minuten-Frisuren”, so was trage ich ja gratis, sowie “Make-up ohne Pan­nen”) inter­essiert!

Aber darum soll’s nicht gehen; vielmehr — passend zum auf Seite 17 abge­druck­ten “klu­gen Satz des Monats” von Shai­lene Wood­ley, der “Kein­er entwick­elt sich weit­er, wenn er sich an dem misst, was es schon gibt.” lautet — emp­fiehlt die “JOY” aus ein­er Auswahl der Dinge, die es schon gibt, “22 kleine Ver­führungstricks, die jeden Mann ver­rückt nach Ihnen machen”. Man möchte ja als Mann schon gern wis­sen, wieso man so ver­rückt ist. Dazu zählt offen­bar:

Ach Mist, zu viel Body­lo­tion erwis­cht! “Süßer, kann ich dir was abgeben?” Hui, das flutscht aber…

Hui. — Oder:

Ein Klas­sik­er: Schlüpfen Sie beim Aben­dessen aus einem Ihrer Schuhe und führen Sie Ihren Fuß vor­sichtig in Rich­tung seines besten Stücks. Hi, Klein­er…

“Klein­er”. Ich bin schon ganz rol­lig. Aber da geht noch mehr:

Guten Mor­gen! Ver­süßen Sie ihm das Aufwachen, indem Sie Ihre nack­ten Brüste mit kreisenden Bewe­gun­gen an seinem Rück­en reiben. Das sorgt für eine extraschnelle Auf-STEH-Phase (hihi­hi).

(Zitat unver­fälscht abgetippt; resp.: sic!)

Vol­lends zum Orgas­mus aber treibt mein Zwer­ch­fell Tipp 19:

Geben Sie ihm einen Grape­fruit-Blowjob. Dafür die Enden der Frucht abschnei­den und in der Mitte ein Loch in der Größe des Penis-Durchmessers bohren. Wenn sein bestes Stück so weit ist, drüber­stülpen und auf und ab bewe­gen …

Die meinen das ernst.

Tipp 22 (“greifen Sie ihm ohne Vor­war­nung in den Schritt”) fragt abschließend:

Män­ner sind in Sachen Sex ein­fach gestrickt. (Ach so! A.d.V.) Warum nicht auch mal Sie?

Beim Sex so ein­fach gestrickt zu sein, dass man sich für die erfol­gre­iche Ver­führung eines ein­fach gestrick­ten Mannes — die typ­is­che Leserin legt auf einen Mann mit Stil offen­sichtlich keinen Wert — Obst­be­gat­tungstricks aus einem Qui­etschbunt­magazin anle­sen muss, gehörte bis­lang allerd­ings auch nicht zu den Din­gen, um die ich Frauen benei­det habe.

Vielle­icht ist die Konkur­renz ja schlauer.

2. “Jolie”

jolie juni 2015

Die “Jolie” hält dage­gen: Zwar gibt es hier statt 107 nur “55 coole Beau­tytricks”, dafür aber auch “36x Traum­body” (“Die schön­sten Biki­nis für jeden Fig­ur­typ”, ich bin dann mal einkaufen) und “15 Tipps, die sofort glück­lich machen” (“Das Instant-Rezept für gute Laune”), darunter “Trau­rige Musik hören” (“What?”, ebd.), “Den Müller machen” (“Jubeln wie der Bay­ern-Star”) und “Das Bett machen”. Schade, dass es nur für 15 gere­icht hat — so war für die uner­lässlichen weit­eren Tipps “Den Rasen mähen”, “Einkaufen” und “Zah­narzt­ter­mine vere­in­baren” lei­der kein Platz mehr. Aber ich helfe doch gern!

Dafür hil­ft mir im Gegen­zug die “Jolie” wie auch die “JOY” dabei, zu ver­ste­hen, wie ich für alle Beteiligten (noch) besseren Sex haben kann: “Set­zen, Sex!” (“Sexschule für Män­ner”) lautet die Über­schrift; ver­mut­lich soll­ten die Män­ner zumin­d­est froh sein, dass die Zeit der Züch­ti­gung durch den Rohr­stock bere­its lange genug zurück­liegt. Die sechs “Lek­tio­nen” (sowie der unver­mei­dliche “Exkurs: G‑Punkt”, wobei Let­zter­er, ich zitiere, “sozusagen im ersten Stock” liege) sind wie eine typ­is­che Schul­lauf­bahn aus der Sicht von jeman­dem, der nie eine Schule besucht hat, struk­turi­ert:

Ein­führungsver­anstal­tung: Ver­führung

(…) Um eure Hand auf unserem Po platzieren zu dür­fen, reicht es (…) nicht, dass wir uns angeschick­ert eine Por­tion Pommes Schranke geteilt haben. (…) Ihr sagt schmun­zel­nd “Selb­st Ketchup ste­ht dir” und schaut schief grin­send ein biss­chen zu lang auf unseren Mund? Hot!

Während die “JOY”-Zielgruppe sich also aus blö­den Frauen mit wenig stil­vollen Män­nern zusam­menset­zt, geht man bei “Jolie” von Frauen ohne Tis­chmanieren und Män­nern ohne Sub­til­ität aus. Schön, dass Kava­lier­s­tum auch 2015 noch zur Beson­der­heit genügt.

Pflicht­prak­tikum: Knutschen

(…) Man kann es sich vorstellen, wie wenn zwei Katzen aufeinan­dertr­e­f­fen, sich erst mal vor­sichtig beschnup­pern, umkreisen und sich dann aneinan­der­schmiegen und ‑wer­fen. (…) Pro­bieren Sie mal Fol­gen­des aus: “Ein­mal mit der Zunge über die Lip­pen der Fre­undin fahren, dann erst mal aufhören, die Berührung nach­wirken lassen. Wenn sie mehr will, sich langsam steigern, in kleinen Bewe­gun­gen rantas­ten.”

Wenn mehrere Katzen aufeinan­dertr­e­f­fen, ist das sel­ten vor­sichtiges Beschnup­pern, so weit ich das bish­er miter­lebt habe; und man schelte mich einen Nar­ren, wenn ich irre, aber die Ver­mu­tung liegt nahe, dass eine Frau, der man über den Mund leckt, wenn sie knutschen will, das nur wenig betörend find­et. Sei’s drum, The­o­riefind­ung ist angesichts der dürfti­gen Quel­len­lage vielle­icht auch unangemessen.

Fort­bil­dung: Fum­meln

Schon klar: Ihr habt selb­st keine Brüste, deswe­gen stim­men euch unsere naturgemäß sehr aufgeregt. Das ist auch gut so — zumin­d­est so lange, bis ihr sie komisch mit dem Fin­ger pikt und dabei am besten auch noch “Möp-möp” oder “Ding-dong” sagt.

Man­no! :lachtot:

Prü­fungsphase: Sex

(…) Während [die Erre­gungskurve] bei euch meist von null auf geil ver­läuft, brauchen wir eine gewisse Aufwärm­phase. Sta­tis­tisch gese­hen liegt die bei 20 Minuten.

Nüt­zlich­es Sexuten­sil Nr. 1: eine Eieruhr.

“Acht­en Sie auf Ihre Kör­per­sprache”, rät [Sex-Coach] Vanes­sa del Rae. (…) Ihr Tipp: die taois­tis­che Rhyth­mus­the­o­rie. Neun­mal kurz ein­drin­gen, ein­mal tief, dann acht­mal kurz, zweimal tief, sieben­mal kurz, dreimal tief, und wenn man bei eins angekom­men ist, das Ganze rück­wärts. “Das ist zielführen­der als ein Rein-raus-Ein­er­lei. (…) Auch Kreisen kommt immer gut!”

Nüt­zlich­es Sexuten­sil Nr. 2: ein Rosenkranz.

Zusatzaus­bil­dung: Cun­nilin­gus

(…) Vanes­sa del Rae rät (…) zum “Adler­such­sys­tem”, also kreisen, aber nicht direkt lan­den.

Mit Kreisen hat die Frau es offen­bar. Das Adler­such­sys­tem kenne ich allerd­ings von Com­put­er­nutzern, es zeich­net sich dadurch aus, dass es quälend lange dauert und man bei kon­se­quenter Nutzung auch langfristig keine qual­i­ta­tiv­en Fortschritte machen wird.

Abschlusspräsen­ta­tion: Orgas­mus

(…) Und wenn’s bei uns mal nicht klappt? Nicht so wild, so lange ihr euch danach nicht grun­zend auf die Seite rollt. Lieber eine Ehren­runde drehen! (…) Die Erek­tion schwillt ja erst langsam ab …

“Nicht so wild, aber ändern müsst ihr’s schon”. Grunz.

3. Faz­it

Die “Jolie” erweist sich zwar als das Mag­a­zin, das zumin­d­est in der The­o­rie Klügeres zu lehren beab­sichtigt, allerd­ings scheint man dort — anders als bei der “JOY” — seine eige­nen Tipps nicht selb­st auszupro­bieren. Der Sieger? Unentsch­ieden. Sich­er ist nur: Bere­its am 5. Juni dieses Jahres erscheint von bei­den Zeitschriften die Juli-Aus­gabe. Das ist nichts für Män­ner. Wir mögen es logisch.

Habe ich jeden­falls irgend­wo gele­sen.

PolitikIn den Nachrichten
“Nicht besonders klug”

SPIEGEL ONLINE, 30. Mai 2015:

Die Bun­desregierung hat Rus­s­land aufge­fordert, über weit­ere Ein­rei­se­ver­bote gegen deutsche Poli­tik­er aufzuk­lären. (…) Außen­min­is­ter Frank-Wal­ter Stein­meier kri­tisierte die Erstel­lung der Ein­reises­top­pliste während seines Ukraine-Besuchs: Er halte es “nicht für beson­ders klug”, eine solche Sperre über­haupt auszus­prechen, sagte er nach ein­er Vis­ite im Flüchtlingslager in Dnipropetrowsk. (…) Laut Medi­en­bericht­en wurde gegen Dutzende weit­ere EU-Poli­tik­er ein Ein­rei­se­ver­bot aus­ge­sprochen. (…) Dies sei kein geeigneter Beitrag zu den Bemühun­gen, “einen hart­näck­i­gen gefährlichen Kon­flikt in der Mitte Europas zu entschär­fen”, so Stein­meier.

Verord­nung 269/2014 des EU-Rates, 17. März 2014:

Der Rat hat am 17 März 2014 den Beschluss 2014/145/GASP angenom­men, der Reisebeschränkun­gen und das Ein­frieren der Gelder und wirtschaftlichen Ressourcen bes­timmter Per­so­n­en, die für Hand­lun­gen, die die ter­ri­to­ri­ale Unversehrtheit, Sou­veränität und Unab­hängigkeit der Ukraine unter­graben oder bedro­hen, ein­schließlich der ukrainis­chen Ver­fas­sung zuwider­laufen der Hand­lun­gen in Bezug auf den kün­fti­gen Sta­tus von Teilen ihres Hoheits­ge­bi­ets, ver­ant­wortlich sind, und der mit ihnen ver­bun­de­nen natür­lichen und juris­tis­chen Per­so­n­en, Ein­rich­tun­gen und Organ­i­sa­tio­nen vor­sieht. Diese natür­lichen und juris­tis­chen Per­so­n­en, Ein­rich­tun­gen und Organ­i­sa­tio­nen sind im Anhang des genan­nten Beschlusses aufge­führt.

Die Liste im Anhang umfasst 21 Russen und Prorussen.

Nicht beson­ders klug.

In den NachrichtenKaufbefehleMusikkritikMontagsmusik
Larry Coryell — The Lift

Och nööö...Glück im Unglück aus der EU: Net­zneu­tral­ität wird vielle­icht wieder gestrichen, dafür sind Aus­land­stele­fonate vielle­icht bald noch gün­stiger. Tele­fon, ihr wisst schon, diese App mit dem komis­chen Sym­bol, die ihr noch nie gebraucht habt.

Ander­er­seits ist Mon­tag, und der Mon­tag ver­schlingt, was sich ihm in den Weg stellt. Fast eben­so ver­schlun­gen sind die Pfade, auf denen mir das Album “The Lift” von Lar­ry Coryell über den Weg lief. Lar­ry Coryell ist ein US-amerikanis­ch­er Jaz­zgi­tar­rist, der in den 1970-er Jahren mit Größen wie Charles Min­gus zusam­men gespielt hat­te und neben­bei noch Zeit für seine eigene Fusion­band The Eleventh House fand. Auf seinem aktuellen — es sind inzwis­chen über sechzig — unter eigen­em Namen veröf­fentlicht­en Album “The Lift”, aufgenom­men 2012, ist gitar­renge­tra­gen­er, weit­ge­hend instru­men­taler Jazz zu hören, der sicher­lich nicht der schlecht­este ist.

Lar­ry Coryell — Going Up

Guten Mor­gen.

PolitikIn den NachrichtenComputer
Bytegeschosse

Nach all dem Ärg­er mit den nicht funk­tion­ieren­den Gewehren zieht, so liest man, unsere Lieblingsmin­is­terin Ursu­la von der Leyen die einzig logis­che Kon­se­quenz und verknüpft ihr jahre­langes ziel­los­es Engage­ment gegen Bösewichte im Inter­net mit ihrem jahre­lan­gen ziel­losen Engage­ment gegen Bösewichte in der freien Natur:

Der Cyber-Krieg, sagt die Vertei­di­gungsmin­is­terin, sei “indeed very impor­tant”. (…) Um Fak­tor fünf seien die feindlichen Attack­en auf indis­che Com­put­er-Net­zw­erke gestiegen, schon 2013 habe man den Schaden auf vier Mil­liar­den Dol­lar geschätzt, Ten­denz steigend. (…) Deshalb habe man (mit dem indis­chen Pre­mier­min­is­ter, A.d.V.) vere­in­bart, “sehr viel enger zusam­men­zuar­beit­en”, um den neuen Krieg zu gewin­nen.

Frau von der Leyen, die vor ein paar Jahren trau­rige Cyber-Berühmtheit erlangt hat und nun der Bun­deswehr vorste­ht, möchte aus der Bun­deswehr also nun Cyber-Krieger machen. Film­fre­unde, die nun an “Tron” denken, liegen aber wahrschein­lich falsch:

Gle­ichzeit­ig will sie die Bun­deswehr mit indis­ch­er Exper­tise bess­er für Com­put­er-Angriffe rüsten, ein Aus­tausch­pro­gramm ist angedacht. (…) Seit Monat­en plant ihr Haus eine Art Kom­pe­ten­zteam für den elek­tro­n­is­chen Krieg.

Wer schon ein­mal im EDV-Bere­ich mit Indern zu tun hat­te, der wun­dert sich vielle­icht ein biss­chen über den Begriff des Kom­pe­ten­zteams, ist jene doch in deren Heimat­land zwar preiswert, aber oft auch nicht ger­ade über­wälti­gend gut; sei’s drum: In ein­er Zeit, in der Deutsch­land nur noch in der Vasal­len­rolle Krieg spie­len darf, bis das näch­ste Koso­vo sich erhebt, ist jedes Mit­tel recht, um nicht die Mit­tel zu ver­lieren.

Was hat sie denn eigentlich im Sinn? Nun, natür­lich noch Ille­gales:

Für eine echte Abwehr, die nur durch aktive Attack­en auf feindliche Rech­n­er funk­tion­ieren kann, gibt es bish­er kein Man­dat.

Angriff. Vertei­di­gung. Wir sind Kol­lat­er­alschaden, müssen kün­ftig nicht nur die NSA, den BND und die Chi­ne­sen, son­dern oben­drein dig­i­tales Mil­itär fürcht­en, das dann wenig­stens — hof­fentlich — wie gewohnt daneben­schießt.

Von einem “High­tech-Krieg gegen Com­put­er-Viren” ist in der Ein­leitung auf “SPIEGEL ONLINE” die Rede. Winzige Panz­er, die das Inter­net durch­fahren, sind zumin­d­est, vom Ernst der Lage abge­se­hen, eine amüsante Vorstel­lung. Vielle­icht sind auch winzige Sol­dat­en an Bord, die jedem Virus, dessen sie hab­haft wer­den, ein Stopp­schild vor die winzige Nase set­zen. Damit die Viren wis­sen, dass sie da nicht durchdür­fen.

Ich bleibe aber bei mein­er Posi­tion, dass das Inter­net kein rechts­freier Raum ist und die Frei­heit der Massenkom­mu­nika­tion Gren­zen hat, wo die Würde ander­er Men­schen ver­let­zt wird.
Ursu­la von der Leyen (CDU), 2009

Spaß mit SpamIn den Nachrichten
hallo geschaftsvorschlag

Auf SPIEGEL ONLINE wun­dert sich Chris­t­ian Stöck­er heute offen­bar völ­lig uniro­nisch:

Spam, Phish­ing, Überwachung — die E‑Mail ist unerträglich und trotz­dem immer noch da.

So geht’s mir mit Chris­t­ian Stöck­er zwar auch, aber mich bezahlt natür­lich kein­er für solche Empfind­un­gen. Man muss sich Chris­t­ian Stöck­er als einen Men­schen vorstellen, der auss­chließlich Spam- und Phish­ing­mails bekommt und es nicht irgend­wie merk­würdig find­et, sich auf ein­er track­ing­durch­set­zten Web­site wie SPIEGEL ONLINE über die Überwachung mit­tels E‑Mails zu empören.

Dabei ist E‑Mail auch ein Medi­um für das Knüpfen von Geschäfts­beziehun­gen. Mich erre­ichte zum Beispiel heute fol­gen­der Kon­tak­tver­such:

geschaftsvorschlag

Kreative Anre­den fördern die Aufmerk­samkeit des Lesers. Gut gemacht!

Grüß Gott

Ah, ein Süd­deutsch­er schreibt. Oder?

Ich bin mit diesem Medi­um, um Sie über die Transak­tion zur Abgabe von $21.500.000 (Ein­undzwanzig Mil­lio­nen fünfhun­dert­tausend Euro) in mein­er Bank in Chi­na, Sie als Empfänger zu informieren.

Schlimme Gram­matik, merk­würdi­ger Umrech­nungskurs, Bank im Aus­land — ja, ein­deutig ein Süd­deutsch­er.

Es wird zu 100% sich­er, dass der Finanzvor­stand des ver­stor­be­nen Kun­den.

Es ist zu 100% sich­er, dass der Ver­fass­er.

Bitte auf meine pri­vate E‑Mail: sangchin24@gmail.com, für weit­ere
Infor­ma­tio­nen.

Ich schreibe prinzip­iell nie­man­dem an eine Google-Mail-Adresse. SPIEGEL ONLINE sagt, da werde ich überwacht.

Dann eben nicht.


Ach, die “Homo-Ehe”, also die Hochzeit zweier Men­schen gle­ichen Geschlechts, treibt die Medi­en mal wieder um. Von ein­er “Gle­ich­berech­ti­gung” sei die Rede, die gefördert werde, wenn man statt ein­er nun sog­ar zwei ver­schiedene Lebenspart­ner­schaften legal­isiert. Was aber soll das für eine Gle­ich­berech­ti­gung sein, in der ein Mann nicht ein­mal seine Loko­mo­tive heirat­en darf?