Ob es für oder die Gesellschaft spricht, wenn “Journalisten” die Apple Watch als “throbbing strap-on” beschreiben und über einen “satisfying wristjob”, die Befriedigung durch’s Handgelenk, spekulieren, ist mir unklar; klar ist allenfalls, dass die Glorifizierung von Marken nicht gerade zur Unschuld der Gesellschaft beiträgt. Dazu passt, dass im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, traditionell nicht gerade dem intellektuellen Zentrum des Landes, gegen Sexualisierung gekämpft wird, wo gar keine ist:
Künftig soll jede Werbung unterbunden werden, in der Frauen als “(willens)schwach, hysterisch, dumm, unzurechnungsfähig, naiv” dargestellt werden. Frauen dürfen auch nicht “ohne Anlass lächelnd inszeniert” sein oder “zu körperbetont bekleidet” gezeigt werden.
Von mir aus hätte nach dem ersten Komma Schluss sein können, aber ich habe von wirtschaftlichen Zusammenhängen auch nicht mehr Ahnung als nötig. Vor lauter Verwunderung hat Jan Fleischhauer allerdings das einzig Richtige getan und Frauenzeitschriften gelesen:
Man gewinnt beim Lesen den Eindruck, dass sich Frauen pausenlos mit ihren Haaren und Fingernägeln beschäftigen und den Rest der Zeit dabei sind, über den Stand ihrer Beziehung nachzusinnen. Sex ist auch ein großes Thema, wobei es vor allem darum zu gehen scheint, wie man einem Mann einen perfekten Blowjob verpasst (“Petra”: “10 Tipps, damit beim Blasen nichts mehr schief gehen kann”) beziehungsweise verhindert, dass man dabei die Konzentration verliert (“Cosmopolitan”: “12 Dinge, die jede Frau denkt, wenn sie ihm einen bläst”).
Mir fällt auf, dass ich eigentlich auch mal wieder Frauenzeitschriften lesen müsste, Steckenpferd, wissenschon.
Apropos Fleisch hauen: Schluss mit Mate und Jutebeuteln, Burger sind das neue hip. Mach dich hübsch, Cheri, wir essen Hack. Sind doch Spießer.
Anfang dieses Jahres berichteten manche Medien darüber, dass BMW es mit der intelligenten Vernetzung wohl etwas zu genau genommen hat: BMW-Autos ließen sich unbefugt öffnen. Fahrzeughersteller haben seitdem offenbar angestrengt darüber nachgedacht, wie man solche Vorfälle in der Zukunft vermeiden könne, denn gestern berichtete man auf heise.de über den wachsenden Markt der digitalisierten Fahrräder. Klar: Was keine Türen hat, kann man auch nicht aufhacken. Gefahr erkannt — Gefahr gebannt!
Das Notrufsystem eCall wird für alle neuen PKW und leichten Nutzfahrzeuge ab dem Jahr 2018 zur Pflicht. (…) Bei einem Unfall übermittelt das System die Position des Fahrzeugs automatisch.
Nun wird also auch das Automobil gesetzlich zur Wanze erklärt. Aber ist das dann nicht gefährlich, öffnet das nicht, haha, Tür und Tor für Kriminelle? Nein, keine Sorge, es bestehe keine Gefahr:
Datenschutzsorgen soll ein Verwertungsverbot entgegentreten.
Ach so. Dann bin ich beruhigt!


















