KaufbefehleMusikkritikPiratenpartei
Toc.Sin

Am Wochenende fand ein Bundesparteitag der Piratenpartei Deutschland statt, und wer ungefähr wissen möchte, was dort zwischen den konstruktiven Anträgen so passiert ist, der möge es den wie üblich tendenziösen Nachrichten entnehmen.

Zwischen dem ersten und dem zweiten Parteitagstag, nämlich am Sonnabendabend, wurde eine Veranstaltung zur Präsentation GEMA-freier Musik abgehalten. Ich beschloss, statt einer Teilnahme hieran dem Aufruf eines weiteren niedersächsischen Piraten zu folgen und einem Konzert der nordrhein-westfälischen Musikgruppe Toc.Sin in Essen beizuwohnen; ein Entschluss, den ich im Folgenden nicht bereut habe.

Die mir unbekannte schlechte Vorband (irgendwas mit Punk) hätte nicht sein müssen, aber zum Glück ging die irgendwann weg, und irgendwann gegen 23 Uhr – vielleicht etwas früher, vielleicht etwas später – betrat ein Teil von Toc.Sin die Bühne. Es folgten zunächst nur interessante Gitarrenklänge, die eine Vorbereitung auf das sein sollten, was der Hörer zu erwarten hatte. Ich mag ja diesen leicht dreckigen Postrock mit Verzerrung und mächtig Wumms. Den gab es.

Toc.Sin nennen sich selbst ein von unter anderem Tool, Kyuss und Mogwai inspiriertes „Post-Ambient-Rock-Kollektiv“. Das ist ein bisschen übertrieben, schließlich sind es nur vier Musiker und eine zwar talentierte, aber völlig deplatzierte Tänzerin. „Post-Ambient-Rock“ kann aber passen.

Ein wenig schade war, dass der ergraute Herr am Mischpult das mit dem ausgewogenen Klang noch nicht ganz verstanden hat: Die Vorband war zu dröhnend, der Gesang von Toc.Sins recht engagierter (allerdings nicht in jedem Lied zu hörende) Frontfrau „Layn“ (schade, dass über sie nur wenig in Erfahrung zu bringen ist) zu laut gemischt. Schlecht war es trotzdem nicht. Der geneigte Musikfreund hört Isis, Tool und Oceansize heraus und freut sich, dass er das in diesem Jahr veröffentlichte Album vorab nicht gehört hat, denn live ist’s immer besser.

toc.sin - cry (live @ Kunst Peripherie Ruhrstadt 2012)

Dass vor der Bühne nicht einmal ein Dutzend Zuschauer stand, ist ein bisschen schade. Toc.Sin haben sicherlich mehr Aufmerksamkeit verdient. Mögen sie selbige nun bekommen!

Senfecke:

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