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Berufs­ver­bot für Karl Lau­ter­bach!

Toll: Salz mit weniger SalzImmer noch treibt das Flug­zeug­the­ma lächer­li­che Blü­ten, es wird all­mäh­lich ermü­dend: Der Copi­lot habe wohl wegen sei­ner Ein­ge­weih­ten seit län­ge­rer Zeit bekann­ten Depres­si­on erwei­ter­ten Selbst­mord began­gen. War­um er sich kei­ne The­ra­pie gesucht habe? Man müs­se, bis zur Unter­lip­pe voll­ge­stopft mit awa­re­ness, sol­chen Leu­ten doch hel­fen, sonst machen sie spä­ter schlim­me Pop­mu­sik oder schrei­ben Tages­zei­tun­gen mit Kolum­nen voll.

Als wäre das ein Leich­tes. Das Gesund­heits­sy­stem in Deutsch­land ist auch für psy­chi­sche Umstän­de nicht mehr son­der­lich gut geeig­net, zu weni­ge Heil­kun­di­ge tref­fen auf zu vie­le, die das sozia­le Netz nicht mehr allein tra­gen kann.

Die­se Zuvie­len soll­ten dann zumin­dest, so lan­ge sie eine The­ra­pie zu bekom­men ver­su­chen, ange­schwärzt wer­den dür­fen, um ihre gerech­te Stra­fe zu erhal­ten: Der Absturz der Ger­man­wings-Maschi­ne hat (…) eine wenig qua­li­fi­zier­te bis sogar schäd­li­che Dis­kus­si­on über die ärzt­li­che Schwei­ge­pflicht gegen­über Arbeit­ge­bern aus­ge­löst, wobei bis­her unklar blieb, wie die Arbeit­ge­ber dann mit die­ser Infor­ma­ti­on umge­hen sol­len. Dar­auf kennt aller­dings zumin­dest die Par­tei, wegen derer das Gesund­heits- und Sozi­al­sy­stem über­haupt in einem der­art deso­la­ten Zustand ist, eben­so wie ihr Seni­or­part­ner eine Ant­wort:

Als Fol­ge aus dem Ger­man­wings-Absturz (…) hält Bay­erns Innen­mi­ni­ster Joa­chim Herr­mann (CSU) ein Berufs­ver­bot für Men­schen mit Depres­sio­nen für denk­bar. (…) SPD-Frak­ti­ons­vi­ze Karl Lau­ter­bach äußer­te sich ähn­lich. „Bei bestimm­ten For­men der Depres­si­on könn­te ein Berufs­ver­bot unter bestimm­ten Umstän­den not­wen­dig sein“, sag­te Lau­ter­bach dem Maga­zin [Focus, A.d.V.].

Wahr­schein­lich löst es irgend­ein Pro­blem, Men­schen mit Depres­si­on noch ein wenig Halt in Form ihrer Arbeits­stel­le zu neh­men, sonst wäre der Vor­schlag ja voll­kom­men däm­lich. Aber der blin­de Aktio­nis­mus ist super. Es war nicht völ­lig unge­schickt von der SPD, auch dies­mal blass zu blei­ben; der Spott und die Ver­är­ge­rung wer­den im Netz vor­wie­gend über der CSU und Joa­chim Herr­mann (älte­re Leser ken­nen den Herrn noch vom Staats­tro­ja­ner) ergos­sen. Das Wäh­ler­ge­dächt­nis ist ein schlich­tes.

Die Erkennt­nis des baye­ri­schen Innen­mi­ni­sters, man­che Men­schen sei­en in ihrem Beruf eine Gefahr für ande­re, zeugt von hoher Selbst­re­fle­xi­on[.]
Enno Park


Apro­pos Medi­en: Auf­ste­hen ist gesund. Plea­se stand up. Unter­schätz­te Gefahr: Atmen. Viel Glück.