PiratenparteiMir wird geschlechtIn den Nachrichten
Netznazis und Datenschutztaliban

Sie haben Angst vor uns, weil wir ihre Werte bedro­hen; weil wir das Neu­land, in das sie sich verir­rt haben, wie keine andere Gruppe zu beherrschen wis­sen. Wir überziehen dieses Neu­land mit ein­er Welle des File­shar­ingter­rors und verge­walti­gen die Urhe­ber­rechte, wo immer wir nur kön­nen. Wir lenken unsere Flugzeuge (im Flugsim­u­la­tor) gegen die Gebäude der­er, die unsere Mis­sion gefährden. Der bewaffnete Klassenkampf wird mit LAN-Kabeln und Club-Mate-Flaschen aus­ge­tra­gen.

Das Fleisch gewor­dene Peter-Prinzip Gün­ther Oet­tinger hat Recht: Wir sind gefährlich. Wir sind die 99 Prozent. Wir sind die Tal­iban.

Was die Net­zneu­tral­ität bet­rifft, da haben wir ger­ade in Deutsch­land Tal­iban-artige Entwick­lun­gen. Da ist die Net­zge­meinde, da sind die Pirat­en unter­wegs, da gehts um per­fek­te Gle­ich­macherei.

Arrrrr! :irre:


Heute ist übri­gens Welt­frauen­tag, passend dazu war Had­mut Danisch unlängst auf ein­er von Steuergeldern finanzierten Gen­der-Kon­ferenz. Keine Sorge, es fand kein­er­lei Wis­senschaft statt.

PolitikIn den NachrichtenMir wird geschlecht
Gleichstellung, Geheimdienste und atomare Gegenwehr

OleoleLesenswert (1): Bir­git Kelle über Geschlechter­poli­tik.

Seit der aktuellen Debat­te um die Nov­el­lierung des Bun­des­gle­ich­stel­lungs­ge­set­zes haben wir es jet­zt schwarz auf weiß: Gle­ich­stel­lungs­beauf­tragte sollen auf keinen Fall auch für Män­ner zuständig sein. Der Entwurf hier­für ist kurzfristig verän­dert wor­den, nach­dem aufge­fall­en war, dass eine par­itätis­che Beset­zung von Män­nern und Frauen bei allen Posten dazu führen kön­nte, dass sich die Gle­ich­stel­lungs­damen in den Bere­ichen des öffentlichen Dien­stes, in denen Frauen teil­weise über 75 Prozent hal­ten, dann ja auch um Män­ner küm­mern müssten.


Lesenswert (2): Über­raschen­der­weise ist der BND nicht daran inter­essiert, dass man ihm bei der Arbeit zuguckt.

Die Abge­ord­neten des NSA-Unter­suchungsauss­chuss­es glauben inzwis­chen, dass die ihnen vorgelegten Akten extra für sie ange­fer­tigt wur­den. Was natür­lich viel Raum für Speku­la­tio­nen lässt, wie die Orig­i­nale ausse­hen mögen und was das Par­la­ment davon sehen darf.

Wenn sich jet­zt auch noch her­ausstellt, dass ein Geheim­di­enst eine staatliche Insti­tu­tion ist, dann wird es bes­timmt scharf for­mulierte Briefe hageln.


Auch schön: US-amerikanis­che Atom­waf­fen bleiben in Deutsch­land, um den Frieden in der Ukraine zu sich­ern. Si vis pacem para bel­lum. Die Guten, das sind — wie im Film — die mit dem meis­ten Wumms.

In den NachrichtenComputer
Samsungs Wandkuschler

2014 — anlässlich der Vorstel­lung des damals neuen Mod­ells Galaxy S5 — ließ das kore­anis­che Unternehmen Sam­sung eine Wer­bung auf die Leute los, in der Nutzer von Konkur­ren­zpro­duk­ten (ins­beson­dere des iPhones) als “Wand­knud­dler” (wall hug­gers) beze­ich­net wur­den, weil sie sich nur sel­ten weit von der näch­st­gele­ge­nen Steck­dose ent­fer­nen kön­nen, ohne allzu viele Ein­bußen in Kauf nehmen zu müssen. Man könne, haha­ha, die Akkus ja meist nicht mal ein­fach ohne beson­deres Werkzeug aus­tauschen.

Sam­sung Galaxy S5 — Wall Hug­gers (The Next Big Thing is Already Here) Leg­en­da­do Pt-Br

Auf dem Mobile World Con­gress in Barcelona stellte Sam­sung nun jüngst das Nach­fol­ge­mod­ell Galaxy S6 vor. Man kann, haha­ha, den Akku, nun, ihr ahnt es.

Gibt es dazu eigentlich auch schon einen Werbespot?

In den NachrichtenMontagsmusik
Panda Bear — Sequential Circuits

Selber aggressiv, Hässlichkeit!Es ist Mon­tag. Irgend­wo in den Nieder­lan­den, so ähn­lich steht’s in den Nachricht­en, greift ein aggres­siv­er Uhu Spaziergänger an. Der hat wohl auch keinen Bock. Früher war mehr Dop­pelt. Mar­tin Luther gibt es nun auch in klein, auf “ZEIT ONLINE” find­et man das nicht vor­be­halt­los gut, weil innere Größe und äußere Größe miteinan­der kon­form gehen soll­ten oder so, was nicht so ganz erk­lärt, wieso die “ZEIT” immer noch im Riesen­for­mat und nicht als Taschen­buch daherkommt, aber ich ver­ste­he vielle­icht ein­fach nichts von wahrer Größe und finde die Idee, Play­mo­bil sollte einen “Plas­tik-Papst” (ebd.; war das nicht vielmehr Hei­di Klum?) mod­el­lieren, auch nur bed­ingt gut. Ander­er­seits: Reli­gion in Kinderz­im­mern — was sollte da schiefge­hen?

Und ich?

Pan­da Bear — Sequen­tial Cir­cuits (Union Trans­fer 5-17-2014)

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Musik 12/2014 – Favoriten und Analyse

Dieser Artikel ist Teil 14 von 29 der Serie Jahres­rück­blick

2015? Da war doch was? Mir war, als hätte ich etwas vergessen. Nein, vergessen wohl nicht, aber es gibt tat­säch­lich noch etwas aus dem Vor­jahr zu ver­melden, näm­lich den zweit­en Teil der Liste der wun­der­voll­sten Musikalben von 2014. Auch, wenn dies­mal nicht noch in let­zter Minute neue Alben dazugekom­men sind, da ich mir genug Zeit genom­men hat­te, erhebt natür­lich auch diese Liste nicht den Anspruch auf Voll­ständigkeit; schon weil mit Bent Knees Debü­tal­bum ein frenetisch gefeiertes Album fehlt, was nicht daran läge, dass es schlecht ist (es ist gut), son­dern schlicht daran, dass die Band stu­dio­seit­ig weit unter ihren Möglichkeit­en agiert. Eine Konz­ert-DVD wäre willkom­men.

Draußen bleiben mussten überdies Heino (“Schwarz blüht der Enz­ian”) und Unheilig aus Qual­itäts­grün­den, im Gegen­zug verzichtete ich auf die Mehrfach­nen­nung der bere­its ander­swo von mir gewürdigten neuen Alben von Boris, Mar­gin und den Fan­tastis­chen Vieren. Das ziem­lich gute “Good­night Civ­i­liza­tion” von Zu muss lei­der eben­falls fehlen — als EP gelingt ihm das Hinein­mo­geln in diese Liste dies­mal nicht.

Nichts­destoweniger schließe ich nicht aus, auch schlicht etwas vergessen zu haben. Euch fehlt ein rel­e­vantes Album? Kommentiert’s hier gern unten drunter!

‘Musik 12/2014 – Favoriten und Analyse’ weit­er­lesen »

PolitikIn den Nachrichten
Links, zwo, drei, vier: Arbeit macht spaßfrei!

Das ist aber nett von der Sozialdemokratie:

Ver­tragsspiel­er von Min­dest­lohn befre­it

Weil:

Ama­teur-Ver­tragsspiel­er im deutschen Sport fall­en nicht unter das Min­dest­lohnge­setz. Dies stellte Bun­de­sar­beitsmin­is­terin Andrea Nahles (SPD) am Mon­tag (…) klar. (…) “In diesen Fällen ste­ht nicht die finanzielle Gegen­leis­tung, son­dern der Spaß an der Sache im Vorder­grund. Deshalb kön­nen wir hier nicht von einem klas­sis­chen Ver­hält­nis zwis­chen Arbeit­ge­ber und Arbeit­nehmer sprechen”, sagte Nahles in Berlin.

Ein “klas­sis­ches Ver­hält­nis zwis­chen Arbeit­ge­ber und Arbeit­nehmer”, das min­dest­lohn­würdig ist, könne dem­nach nur beste­hen, wenn der Arbeit­nehmer seine Arbeit aufrichtig ver­ab­scheut. Blöd für Leute, die einen Beruf ergrif­f­en haben, den sie gern ausüben: Ihr Chef sei dem­nach nicht an den Min­dest­lohn gebun­den. Arbeit darf nicht lustig sein. Arbeit muss betrüben.

Arbeit ist Krieg! :hitler:

Insofern machen’s die nieder­säch­sis­chen “Linken” ger­ade richtig:

Der bish­erige Lan­desvor­sitzende der nieder­säch­sis­chen Linken, Man­fred Sohn, hat seinen Aus­tritt aus der Partei erk­lärt. Der 59-jährige Diplom­sozial­wirt zog damit die Kon­se­quen­zen aus hefti­gen Machtkämpfen im Lan­desver­band (…).

Die Arbeit­er­rev­o­lu­tion ist auch nicht mehr, was sie mal war.

In den NachrichtenMontagsmusikComputer
Animals As Leaders — CAFO

Seht nur, wie flauschig es ist! (gefunden auf owlaktuell.de)Ein Mon­tag, der sich wie das Gegen­teil eines Son­ntags anfühlt. Das Käuzchen wun­dert sich. Früher war mehr Ach und weniger Jeh. Und son­st? Spe­sen. Gewe­sen. Kof­fein, wir brauchen Kof­fein.

Offen­siv wie Microsoft. Es gibt Gratis­spe­ich­er auf dem OneDrive, wenn man bis­lang Drop­box genutzt hat. Kampf­los lässt sich Microsoft seine Mark­tan­teile nicht nehmen. Nicht nehmen lässt es sich der­weil der SPIEGEL, seinen Ruf als Boule­vardquatschblatt noch zu fes­ti­gen: Eine Liai­son zwis­chen Emma Wat­son und dem britis­chen Prinzen Har­ry von Wales sei Wun­schdenken, lei­der ohne nähere Angaben darüber, wer sich das wün­sche.

Kof­fein, Kof­fein. Oder Rock.

Ani­mals As Lead­ers — “CAFO” Pros­thet­ic Records

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Ferkeleien

Glück­liche Skur­rile Umstände ließen mich der aktuellen Aus­gabe des Mag­a­zins “Heavy Rub­ber”, offen­sichtlich ein Fachor­gan für Fre­unde der völ­li­gen Gum­mi­um­man­telung sex­uell inter­es­san­ter Men­schen, hab­haft wer­den. Offen­sichtlich han­delt es sich bei “Heavy Rub­ber” nicht um einen ein­fachen Latexfetisch, vielmehr um eine Vor­liebe dafür, den Sex­part­ner nur noch erah­nen zu kön­nen. Unter dem Stich­wort “Heavy Rub­ber” find­et man im Inter­net jeden­falls Gas­masken und der­gle­ichen. Anscheinend gibt es einen flu­iden Markt für der­lei Entspan­nungs­gerät. Fragt ihr euch nicht auch manch­mal, was eure Nach­barn nachts so treiben?

In dieser Aus­gabe kommt neben manch ander­er Fetis­chikone auch “Sae­borg”, eine Latexkün­st­lerin, die nach eigen­er Aus­sage momen­tan an ein­er Schlangen­fig­ur arbeit­et, zu Wort. In ganz­er sex­ueller Pracht erstrahlt Frau “Sae­borg” übri­gens auf diesem Bild:

Saeborg Playmobil

In der “Heavy Rub­ber” abge­druckt ist sie allerd­ings wie fol­gt:

Saeborg Schwein

Es han­delt sich um eine glänzende Dop­pel­seite. Inter­essen­ten erhal­ten gern eine laminierte Far­bkopie.

So haben sich die Achtund­sechziger das mit der “freien Liebe” wahrschein­lich nicht vorgestellt; aber auch Bauern brauchen Wärme. — Ich lasse mich nicht gern für einen verklemmten Kon­ser­v­a­tiv­en hal­ten, schon gar nicht sex­uell, weshalb ich mich mit der Bew­er­tung an dieser Stelle vielle­icht doch lieber zurück­halte. Zumin­d­est wäre es wohl unangemessen, von dieser einen Kün­st­lerin auf alle Men­schen zu schließen, die sich für “Heavy Rub­ber” inter­essieren. In der “Heavy Rub­ber” kom­men immer­hin auch nor­male Men­schen zu Wort, zum Beispiel Lara Aimée, ihres Zeichens nieder­ländis­ches Mode­mod­el, das von sein­er Lei­den­schaft wie fol­gt schwärmt:

Meine Liebe zu Gum­mi reicht von ein­fachen, leicht anzuziehen­den Sachen bis hin zu kom­plex­en Out­fits mit vie­len Schicht­en. (…) Die (mit Masken usw., A.d.V.) ver­bun­dene Anonymität macht es mir leichter, aus der Kom­fort­zone her­auszukom­men. Nie­mand sieht mich oder meine Gefüh­le; ich kann machen, was ich will. (…) Die Schein­wer­fer und der Applaus geben mir einen großen Kick, während ich den Lauf­steg herun­ter­stolziere, (sic) in den schön­sten Kreatio­nen der besten Design­er.

In den schön­sten Kreatio­nen.

Der besten Design­er.

Lara Aimée

Wieher.

(irre kich­ernd ab)

ComputerNetzfundstückeIn den Nachrichten
Lenovos Superfische

Ziemlich dumm - schade trummMan kön­nte diese Mel­dung jet­zt natür­lich höh­nisch kom­men­tieren:

Leno­vo liefert neue Lap­tops mit der Adware Super­fish Visu­al Dis­cov­ery aus. Die blendet nicht nur lästige Anzeigen ein, son­dern macht das Sys­tem auch anfäl­lig für gefährliche Man-in-the-Mid­dle-Angriffe.

Mit Fire­fox / Lin­ux / BSD / Fax wäre das nicht passiert; bzw. eben: boykot­tiert Leno­vo, bis sie das beseit­igt (let­zten Monat) und um Entschuldigung gebeten (diese Woche) haben!!1

Man kön­nte stattdessen auch Com­put­er­nutzer sen­si­bil­isieren für die reale sys­tem- wie her­stellerun­ab­hängige Gefahr der Spy­ware (Super­fish, Chrome, Ubun­tu) und die Vorteile der Selb­stin­stal­la­tion als ersten Schritt nach dem ersten Anstöpseln der neuen Kiste (vul­go “Scheißd­ing”), um kün­ftige Über­fälle dieser Art eben­so zu entschär­fen wie wei­land Kryp­topar­tys den Staat (bzw. eben nicht), aber das Find­en eines Schuldigen, eines “Sün­den­bocks” eben, was in ein­er Zeit, in der viele Lap­to­pher­steller beschließen, dass sich Geräte mit ein­er richti­gen Tas­tatur nicht mehr herzustellen lohnen, unhüb­sche Imp­lika­tio­nen birgt; respek­tive: spi­onage­frei ist nur, was man gar nicht erst ein­schal­tet.

Schöne neue Welt.


Auch hüb­sch: Lip­pen­s­tift ver­schmieren gegen Krebs. Endlich tut mal ein­er was!

In den NachrichtenPiratenparteiMontagsmusik
Todmobile — Stopp

Kamele! Kamele! Rosen­mon­tag­ster­ror über­all. Ob es der Gesellschaft abträglich ist, wenn Wat?Rosen­mon­tagszüge aus­fall­en, Anwohn­er also das Haus ver­lassen kön­nen, ohne Angst haben zu müssen, Angst vor der verkrampften Lock­er­heit, der man als Deutsch­er mod­ern­er­weise anzuhän­gen pflegt, möge ein besser­er Philosoph als wie ich abschließend beurteilen, einen Ver­lust an Leben­squal­ität kann ich zwar in der täglichen Ter­rorhys­terie, nicht jedoch in dem Weg­fall von Köl­ner Trubel im nieder­säch­sis­chen Flach­land aus­machen.

Apro­pos aus­machen: Wahrschein­lich ist es müßig zu erwäh­nen, dass auch Daniel Schw­erd, seines Zeichens Funk­tion­sträger in der Piraten­partei Deutsch­land, nicht die Mehrheitsmei­n­ung der Partei abbildet, wenn er sich zumin­d­est ohne bemalte Brüste, aber doch in Helm’scher Tra­di­tion bei Arthur Har­ris bedankt; was ja sowieso so ein Prob­lem von Parteien ist, dass sie eben für Spin­ner ein willkommenes Betä­ti­gungs­feld darstellen, weshalb Parteipoli­tik ja samt und son­ders eher zur Ver­wirrung beiträgt: Liebe Linke, wählt CDU (2013); und wer will schon “rechts” sein?

Achjeh. Und: Rock.

Tod­mo­bile — Stopp (Stúdíó A)

Guten Mor­gen.

SonstigesMir wird geschlecht
Rudelbums für Anfänger: “Cosmopolitan”, ein Magazin für Unentschlossene

Hui, eine neue “Cos­mopoli­tan” (“Endlich wieder Mon­tag­mor­gen”, ebd.) mit Gwen Ste­fani vorne­drauf, und dann gle­ich so ein toller Auf­mach­er:

Cosmopolitan März 2015

Neue Flirt-Tipps für mehr Spaß und bessere Typen
(Wir haben sie, wis­senschaftlich erwiesen!)

Nun ja, selb­st Gen­der­forsch­er und Medi­engestal­ter dür­fen sich heutzu­tage “Wis­senschaftler” nen­nen, wenn sie an der richti­gen (bzw. eben grund­falschen) Hochschule “studiert” haben; aber wer wäre bess­er geeignet als ein Frauen­magazin (vgl. “JOY” et al.)? Eben; und bei der “Cos­mopoli­tan” hat man wohl ohne­hin in let­zter Zeit Son­der­schu­lun­gen in erfol­gre­ich­er Schnack­se­lan­bah­nung absolviert, denn direkt vor den “neuen Flirt-Tipps” wird ein “neues Orga-Tool für Polyamore” ange­priesen, eine Art app zur Ter­min­pla­nung, damit man nicht verse­hentlich die Part­ner ver­wech­selt.

In dieser Hin­sicht erkenne ich zumin­d­est ein Muster; im sel­ben Heft gibt die Drehbuchau­torin (“Drehbuch-Queen”) Ani­ka Deck­er im Gespräch mit der “Cosmopolitan”-Autorin Julia Rotherbl bekan­nt, sie bedau­re es, dass es ihr anders als in ihrem neuen, nur neben­säch­lich erwäh­n­ten Film bis­lang nicht gelun­gen sei, Liebeskum­mer durch Sex mit möglichst vie­len Män­nern nacheinan­der zu ver­drän­gen. Und ich war bis­lang der Überzeu­gung, das Gewese um die “große Liebe” in Mäd­chen­zeitschriften sei schon nur noch schw­er­lich an Pein­lichkeit zu über­bi­eten. — Ander­er­seits erk­lärt Moritz Pon­tani im wiederum gle­ichen Heft, Män­ner säßen nicht allein zwecks Sper­mien­belüf­tung gern bre­it­beinig herum:

Unsere geöffneten Beine, vor allem die Ober­schenkel, fungieren hier als Fluchtlin­ien oder Lot­sen. Sie weisen euch den Weg zum zen­tralen Flucht­punkt, unseren Hosen­mit­telpunkt. Er schre­it euch förm­lich weit geöffnet zu: “Hier liegt ein Pracht­stück, Baby! Greif zu!”

Ach so.

Damit wäre die Ziel­gruppe der “Cos­mopoli­tan” ziem­lich klar definiert: Flittchen zwar, aber doch zumin­d­est solche, die auch mal neue Filme anse­hen und wahrschein­lich just in diesem Moment ihren Part­ner (oder jeden von ihnen) aus­führlich über die Geschehnisse in dem kür­zlich ver­filmten Weich­spül-Fick­ro­man “50 Shades of Grey” in Ken­nt­nis set­zen; Frauen von Welt also, blöder­weise von ein­er anderen.

Wie ein Mann sich anlässlich eines Ren­dezvous’ zu ver­hal­ten habe, erk­lärt die Web­site der “Cos­mopoli­tan” — was aber müsse man als eine solche Frau tun, um mehr Spaß und “bessere” Typen — bess­er als wer oder was? — beim Flirten zu erzie­len? Nun, fol­gende neue Tipps befol­gen:

Regel 1: Das Beuteschema erweit­ern

Bessere Typen lassen sich find­en, indem man weniger wäh­lerisch ist; mach’ Sachen. Ein solch­er Traum­mann aus dem erweit­erten Beuteschema sei, so die immer gle­iche Julia Rotherbl, c/o “Cos­mopoli­tan”, ein­er, der “irgend­wann vielle­icht sog­ar bere­it dazu [sei], den Nach­wuchs zu hüten, während Mama ins Büro geht” — ein­er ohne eigene Kar­riere also, auf den “starke Sin­gle-Ladys” (ebd.) ein wenig mitlei­dig hin­ab­blick­en kön­nen. Emanzi­pa­tion am Arsch, aber der Siegeszug der soft­ies (also Weich­bir­nen) ist nicht aufzuhal­ten. “77% der Frauen sagen: Meist entschei­de ich, ob aus einem Date mehr wird”, die anderen 23 Prozent wer­den bes­timmt von denen bevor­mundet, die Fluchtlin­ien auf ihre Hosen zeich­nen.

So einen soft­ie jeden­falls hat wohl jede Frau aus dem “Cosmopolitan”-Publikum sowieso im Fre­un­deskreis, daher:

Regel 2: Den eige­nen Fre­un­deskreis scan­nen

Dass das in Kom­bi­na­tion mit einem Hang zu wech­sel­nden Intim­part­ner­schaften möglicher­weise den Fre­un­deskreis zer­reibt und aus­dün­nt, sei gnädig ver­schwiegen. “Je länger man Sin­gle ist, desto wichtiger und größer wird der Fre­un­des- und Bekan­ntenkreis” (Regel 10); es wäre doch wirk­lich schade um all die mögliche Beute.

Wenn die “selb­st­be­wusste Sin­gle-Lady” ihren Leu­mund beim Befol­gen dieser Regel erst ein­mal zur Genüge gemindert hat, eilen die so genan­nten “neuen Medi­en” gern zu Hil­fe:

Regel 3: Selb­st­be­wusst sur­fen

Näm­lich: “auf Dat­ing-Web­seit­en nach ein­er neuen Liebe suchen”, und zwar “tough” (J. Rotherbl), denn son­st mache man sich als Frau nur selb­st klein, während man für weniger ein­sam gehal­ten werde, wenn man sich auf dem virtuellen Fleis­chmarkt ener­gisch selb­st anzupreisen wisse. Selb­st­be­wusst­sein, dies sei “Cosmopolitan”-Leserinnen kurz erk­lärt, bein­hal­tet im Übri­gen auch, zu seinen Schwächen (Scham, “Cosmopolitan”-Abonnement oder noch schlim­mer) zu ste­hen und ver­meintlich schlechte Eigen­schaften zu akzep­tieren, statt sie zu über­schminken. Aber wem sag’ ich das?

Frauen natür­lich, denen man auch so etwas erk­lären muss:

Regel 4: Nicht auf ein Date warten

Die Zeit, so die Argu­men­ta­tion, die man damit ver­bringe, auf “den Einen” zu warten, könne man stattdessen auch nutzen, um im All­t­ag “tausende andere Möglichkeit­en, neue Bekan­ntschaften zu knüpfen”, wahrzunehmen. Dass “der Eine” dann früher oder später keine Lust mehr hat, bei der ersten sich bietenden Gele­gen­heit abserviert zu wer­den, wird dabei impliz­it geduldet. Soll er sich halt ein biss­chen beeilen, der Arsch.

Denn:

Regel 5: Sich auf keinen Fall klein machen

Den Anderen hinge­gen schon, wenn Zuwider­hand­lung der Erfül­lung der Regeln im Weg ste­ht. “Starke Sin­gle-Ladys” wollen starke Ladys bleiben und sich vielle­icht zur LP weit­er­en­twick­eln. Aber auf keinen Fall zur Son­der­pres­sung:

Regel 6: Leicht zu kriegen sein
Regel 7: Beim ersten Date Sex haben

Klar: Je schneller eine Frau zur Sache kommt, je offen­siv­er sie bag­gert, desto lieber greift der typ­is­che “Cosmopolitan”-Leserinnen-Zielmann zu. “Null(!) Prozent der deutschen Sin­gle-Män­ner ste­hen darauf, wenn ihnen die Flirt­part­ner­in die kalte Schul­ter zeigt”, und “wie frus­tri­erend wäre es denn, nach drei Monat­en Dat­ing festzustellen, dass man im Bett nicht har­moniert?”. Allerd­ings find­en auch “null(!)” Prozent der mir bekan­nten Sin­glemän­ner eine Frau, die leicht “zu kriegen” in bei­der­lei Sinne ist, dauer­haft inter­es­sant, aber die lesen auch keine “Cos­mopoli­tan”, son­dern Blogs und poli­tis­che Mag­a­zine.

Es muss wiederum ja auch nicht von Dauer sein:

Regel 8: So bald wie möglich stre­it­en

Dabei gehe es darum, her­auszufind­en, ob die (zweifels­frei) bei­den Dick­köpfe, die mit den “neuen Flirt-Tipps” zueinan­der gefun­den haben, einan­der auch im Falle unter­schiedlich­er Ansicht­en zu einem The­ma (zum Beispiel der Qual­ität der “Cos­mopoli­tan”) noch zu dulden imstande sind. Nur zur Sicher­heit gibt “Cos­mopoli­tan” den eher schüchter­nen ihrer Leserin­nen noch einen Rat, der die Umset­zung dieser Regel erle­ichtern soll:

Regel 9: Keine Kom­pro­misse einge­hen
Regel 12: Die biol­o­gis­che Uhr abstellen

Dabei gehe es darum, sich bei der Part­ner­wahl nicht mit jeman­dem abzufind­en, bei dem das “Knis­tern” (J. Rotherbl) aus­bleibe. Der Traum­mann müsse es sein! Zwar ist dies vielle­icht ein­er der häu­fig­sten Gründe, dass die typ­is­che “starke Sin­gle-Lady” eben ein Sin­gle ist, aber wer aufgibt, hat schon ver­loren.

Es eile ja auch nicht, die qua­si sprich­wörtliche “Torschlusspanik” sei “kein guter Rat­ge­ber”. Lieber bis ins hohe Alter allein bleiben als mit jeman­dem zusam­men zu sein, der nicht “richtig gut” (zum Beispiel Omar Sy, “Cos­mopoli­tan”, gle­ich­es Heft) ist, scheint das Cre­do zu laut­en, das die “Cos­mopoli­tan” hier aus­gibt. George Clooney (“schar­fer Schaus­piel­er”, britis­che Web­site der “Cos­mopoli­tan”, 2008) sieht ja auch in ver­gle­ich­sweise hohem Alter noch aus wie jemand, den man als “Cosmopolitan”-Leserin gern vom Fleck weg heirat­en würde — warum dann nicht auch die Leserin selb­st?

Unsich­er? Da hil­ft nur eins:

Regel 10: Nur auf den Bauch hören

Der Bauch sei der einzige Außen­ste­hende, dessen Ein­schätzung des poten­ziellen neuen Part­ners zählen solle, Mei­n­un­gen aus dem Fre­un­des- und Bekan­ntenkreis (ihr erin­nert euch: das sind diejeni­gen Per­so­n­en, mit denen man vorher aller­lei, ähem, Bekan­ntschaften geknüpft hat) hinge­gen nicht. Der Bauch als zuver­läs­siger Beziehungsrat­ge­ber ist natür­lich nur eine Meta­pher: “Schließlich müssen nur Sie sich in ihn ver­lieben”. Allzu viel Zeit bleibt der “starken Sin­gle-Lady” sowieso nicht für den Aus­tausch:

Regel 11: Dat­ing als Full­time-Job betra­cht­en

Trotz eher mauer Bezahlung: “Was wür­den Sie denken, wenn Sie Ihrer Affäre mor­gens um acht eine What­sApp-Nachricht schick­en und den ganzen Tag über nichts von ihm hören?”, da ist ja die Frage schon falsch, denn es geht bei den “Dat­ing-Regeln” ja let­ztlich um’s Ver­lieben, wofür zumeist anderes Ver­hal­ten bedeut­sam ist als bei ein­er Affäre, die sich von ein­er Beziehung ja auch in ihrer Innigkeit zu unter­schei­den pflegt, aber so wichtig ist das vielle­icht auch nicht; die Regel lautet jeden­falls zusam­menge­fasst, dass man als Teil der Ziel­gruppe rund um die Uhr erre­ich­bar sein sollte, falls ein­er der zu Fick- und/oder Roman­tikzweck­en anvisierten Her­ren trotz der anstren­gend kün­satlichen Per­sön­lichkeit der jew­eili­gen “Lady” auf ihre Nachricht­en antworten. Die will man ja nicht warten lassen.

Plur­al? Aber natür­lich!

Regel 13: Nicht nur auf einen Typen set­zen

“Mul­ti-Dat­ing ist mit­tler­weile ganz nor­mal, ja fast schon Trend”, und wer will schon aus der Mode kom­men?

Früher ist man ja ein­fach in eine Bar gegan­gen.

In den NachrichtenComputer
Neues vom automatischen Zeitalter

Die Automa­tisierung unseres täglichen Lebens schre­it­et unaufhör­lich voran: Twit­ter-Bot set­zt aus zufäl­li­gen Wörtern eine Mord­dro­hung gegenüber einem anderen Twit­ter-Bot zusam­men, Betreiber wird ver­hört.

Da ein Skript, das zufäl­lige Sätze gener­iert, offen­sichtlich übere­in­stim­mend für einen Men­schen gehal­ten wer­den kann: Kön­nte man für die näch­ste Bun­destagswahl nicht auch ein­fach ein Skript ins Ren­nen um die Kan­zlerkan­di­datur schick­en?

Auf die Neu­jahrsansprache freute ich mich dann schon jet­zt.

(via @hakantee)

SonstigesNetzfundstücke
He, Matthias Heine (Feuilleton, “WELT”)!

Es ist ja löblich, dass Sie sich gegen eine Ver­harm­lo­sung des Nation­al­sozial­is­mus’ auch im Aus­land engagieren und klar das Übel benen­nen, das sich hin­ter­rücks anschle­icht, wenn man mit dem Vor­wurf des Gram­matik­naz­i­tums allzu sor­g­los um sich wirft.

Blockwarte und Grammatiknazis

Aber wie genau wehrt man sich eigentlich gegen Sie?


Nach­trag, auch mal schön trotz anderem The­ma: Logo: Ste­ht nicht drauf, dass etwas passieren kann, dann lasse ich etwas passieren, klage und schiebe Doofheit vor. Es gibt diesen Schlag Men­schen.