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Erst mal ’nen Tee: Margin – Psychedelic Teatime

Margin - Psychedelic TeatimeEine angenehme musikalische Überraschung dieses Jahres ist übrigens, dass Pink Floyd, ungeachtet des Todes ihres Keyboarders Richard Wright, noch in diesem Jahr ein neues Studioalbum veröffentlichen wollen. Pink Floyd haben mit ihrem Frühwerk ja so einige Bands beeinflusst, viele Musiker, die irgendwas mit Psychedelic Rock machen, berufen sich auf die Combo.

Darunter auch Margin. Margin, ein Berliner Musikprojekt um den Multiinstrumentalisten Lutz Meinert, veröffentlichte Ende Juni 2014 sein Debütalbum „Psychedelic Teatime“, das, wie man’s im Rezensentengeschäft auszudrücken pflegt, den Geist der Pink Floyd atmet, aber eben doch mehr ist als eine bloße Kopie.

Das Album ist allerdings schon sehr klischeehaft, angefangen vom Titel und Coverbild (Tee als Symbol für Drogen hatten ja bereits Gong mit „Flying Teapot“ etabliert) und längst nicht endend mit der Aufteilung. Den Anfang nämlich macht mit über dreiundzwanzig Minuten Länge das fünfteilige „A Mysterious Cup of Tea“, das mit dem Geräusch des Eingießens von Tee beginnt. Leise Klavier- und Tassenklänge gesellen sich dazu. Hätten Pink Floyd ein Konzeptalbum über’s Teetrinken gemacht, hätte es wohl ähnlich begonnen. Hier dominiert allerdings nicht die Gitarre, sondern Keyboard/Synthesizer und Schlagzeug liegen im Vordergrund. Gesang folgt im zweiten Teil, und natürlich geht es um Tee und um Pink Floyd: „A saucerful of secret sounds…“.

Überhaupt: Pink Floyd. „Psychedelic Teatime“ besteht aus fünf Stücken, aber in keinem davon wird die Ähnlichkeit so deutlich. Das Überwerk „Echoes“ klingt hier ebenso immer wieder an wie spätere Glanzstücke wie „High Hopes“.

Zum Schluss klappert die Teetasse noch mal, und der „Psychedelic Underground“ bricht los, zunächst als „Short Trip“. Dreieinhalb Minuten lang brettert feinster Psychedelic-Lärm auf den Hörer herein, im Text geht’s um den verrückten Hutmacher (cf. „Alice im Wunderland“), der eine seltsame Tasse Tee trinkt, und damit „willkommen im psychedelischen Untergrund“. Ich werd‘ das Gefühl nicht los, dass gar kein Tee gemeint ist.

„Landscapes on the Sky“ ist ein nettes, aber musikalisch uninteressantes Füllsel, das instrumentale Space-/Krautrockstück „Last Exit to Pluto“ mit seinem dominanten Bass indes weiß zu gefallen. Der Rezensent sitztanzt die Bassmelodie mit und ist höchst erfreut. Es gilt diese Freude in voller Länge auszukosten, denn nach viel zu kurz scheinenden zehn plus x Minuten ist sie schon wieder vorbei. Nicht jedoch das Album selbst, denn es fehlt noch „Psychedelic Underground – The Long Trip“.

Dieser wiederholt zunächst den „Short Trip“, wiederum mit einer Anspielung auf das pinkfloydsche „A Saucerful of Secrets“, wird aber noch verspielter. Zehneinhalb Minuten feinster psychedelischer Artrock. Ich weiß das sehr zu schätzen.

Hörproben stellt die Website der mir bislang unbekannten Plattenfirma Madvedge bereit, eine Vinylaufnahme scheint es aber leider nicht zu geben; auch Amazon.de kennt nur die CD- und die MP3-Version. Egal, seien wir mal nicht kleinlich, den Trip ist’s wert.

Wohl bekomm’s!

Senfecke:

    • Ach so, natürlich. Aber da braucht man dann trotzdem einen Account.

      WiMP hat es übrigens auch – und WiMP hat eine FLAC-Flatrate. Wenn man sich schon irgendwo ’nen Account zulegen möchte, warum dann nicht dort?

  1. Ok, dann bitte dazu schreiben für das längere probehören. Übrigens ist die platte wirklich hörenswert !

    • Darum empfehl‘ ich sie! :D

      (Ich halte nicht übermäßig viel von Streaming, verlinke es nur zu meinen Halbjahresrezensionen konsequent. Und das ist ja dann auch kein Probehören mehr. ;))

  2. Du weisst genau dass Amazon schnipsel nichts taugen. Und unbekannten webseiten zum abspielen von angeblichen tondateien einfach mal das ausführen von JavaScript zu erlauben wenn ich das ganze woanders besser probehören kann… was ich da wohl mache?

  3. Gehst du also auch nur aufgrund des Filmtitels ins Kino, Trailer schaust du nie? Hm. Ich bevorzuge zuerst etwas vom Produkt zu sehen/hören bevor ich es kaufe.

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