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Die Fantastischen Vier — Rekord

Die Fantastischen Vier - Rekord(Vorbe­merkung: Aus ver­schiede­nen Grün­den muss ich die eigentlich für Ende Dezem­ber geplante Hal­b­jahres­rückschau 12/2014 wohl auf Anfang 2015 leg­en. Daher greife ich ihr schon mal ungeduldig vor.)

Das Vorgänger­al­bum “Für dich immer noch Fan­ta Sie” war in jed­er Hin­sicht eine Ent­täuschung; man war geneigt, den von Smu­do, einem der Fan­tastis­chen Viere, gern ins Feld geführten Dro­genkon­sum der vier Her­ren dafür ver­ant­wortlich zu machen, dass es kraft­los und müde wirk­te.

Nun, entwed­er sind sie von den Dro­gen weggekom­men oder sie haben einen besseren Deal­er gefun­den, denn “Reko­rd”, das diesjährige Album der nun­mehr 25-jähri­gen Rap­com­bo, hat alles, was der geneigte Hör­er, der das unvergessene “Lauschgift” aus dem let­zten Jahrhun­dert für eins der besten deutschsprachi­gen Rapal­ben der ver­gan­genen Jahrzehnte hält, auf “Fan­ta Sie” — ich kürze das jet­zt mal ab — schmer­zlich ver­mis­ste.

Natür­lich hat’s bei aller Liebe zur deutschen Sprache hier und da kleine Män­gel (etwa: diesen einen Men­sch, “Wie geliebt”), aber für’s Vers­maß müssen im Rap eben manch­mal Köpfe rollen. Um die dis­stracks der ersten Alben ist es ein wenig schade, die love-and-peace-Manier von Stück­en wie “Frieden wie denn” holt den Feier­fre­und doch ein wenig her­aus aus sein­er Feier­stim­mung, aber irgend­was ist ja immer. Frieden, Liebe.

Du bist der lebende Beweis für mich / für Elfen und Feen.
Gott ist mein Zeuge

Die erste Sin­gle “25” mochte manch­er schon etliche Wochen vor Veröf­fentlichung des Albums nicht mehr hören, abwech­slungsre­ich­er geht’s auf “Reko­rd” aber schon zu. Zwar hält kein los­es Konzept wie noch auf “Die 4. Dimen­sion” das Album zusam­men, zwar gibt es keinen roten Faden wie noch auf “Lauschgift”, den­noch ist es ein stim­miges Gesamtwerk gewor­den, das man bei aller stilis­tis­chen ver­meintlichen Zer­ris­senheit — wie’s in “Sin­gle” emp­fohlen wird — auch als ein solch­es begreifen sollte, denn dann ergibt es plöt­zlich Sinn, dass mit­ten in die schön­ste Feier­laune eine Liebe­serk­lärung platzt und die “Fan­tas” ander­swo, wo man es nicht erwartet (erwartet?) hätte, irgen­deine bekan­nte Melodie nachsin­gen, deren Ursprung mir ger­ade partout nicht ein­fall­en mag.

In einem Inter­view für Google Play, wo “Reko­rd” momen­tan kurzzeit­ig gratis zu haben ist, gab Thomas D., der zweite der drei bekan­nteren Vier, kür­zlich bekan­nt, die anstren­gen­den Hüpf­be­we­gun­gen, die er bei Auftrit­ten zu machen pflege, fie­len ihm nicht mehr so leicht wie früher. Es ist eben so: Jünger wer­den die Men­schen nicht. Wenn sich aber Älter­w­er­den bei den Fan­tastis­chen Vieren in einem Album wie “Reko­rd” man­i­festiert, bin ich auf ihr Alter­swerk so ges­pan­nt wie auf kein anderes.

Wasch mein’ Schwanz / hasch meine Blunts!
Das Spiel ist aus

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