Im Übrigen rufen die alltäglichen Nachrichten über Tötungen, die dem journalistischen Ethos, sachlich zu berichten, dahingehend widersprechen, dass sie einen Fokus auf Alter, Geschlecht, Verwandtheitsgrad oder ähnliche Eigenschaften des Opfers statt auf den Sachverhalt der Tötung legen, ebenso wie erboste bis erschrockene Leserkommentare, die insbesondere aufgrund des Alters, Geschlechts, Verwandtheitsgrades oder ähnlicher Eigenschaften des Opfers voll des Mitgefühls und/oder der Rage sind, in mir weniger Kummer als vielmehr eine Frage hervor, da die Intensität des Mitgefühls zu steigen scheint, je jünger das Opfer ist:
Ab welchem Alter des Opfers wird seine Tötung eigentlich gesellschaftlich geduldet?

Die Frage: “Wann?” ist im Grunde weniger wichtig, als die Frage: “Was?” Was macht es aus, für die Hinrichtung interessant zu sein?