Was die Medien berichten:
Russland hängt vom Öl ab, und die Regierung unternimmt nichts dagegen. (…) Viele Menschen spüren die aufziehende Krise. Arbeitsplätze werden abgebaut, die Kaufkraft der Löhne sinkt.
Was die Medien deshalb fordern:
Die dramatischen Kursverluste des Rubels setzen den russischen Präsidenten Putin unter Druck. Er muss jetzt handeln und auf den Westen zugehen, um die Sanktionen zu mildern, (…) auch wenn diese gar nicht der eigentliche Grund für den Kursverfall sind. (…) Er oder ein anderer Präsident. Ansonsten wird die ökonomische Realität den stolzen russischen Bären in sehr kurzer Zeit in die Knie zwingen.
(Hervorhebung von mir.)
Was die Medien eigentlich sagen wollen: Zwar sei die russische Wirtschaft durch die europäischen Sanktionen stark geschwächt, aber, nun, Putin sei schuld und müsse weg.
Was die Medien dabei verschweigen, sind der in gleichem Maße stark sinkende Ölpreis …

…, der gleichermaßen fallende Kurs des brasilianischen Reals …

…, der binnen eines Tages mit ebenfalls erschreckender Geschwindigkeit gefallene Kurs der türkischen Lira …

… sowie der Zehnjahrestiefstand der Eurobonds:

Man könnte das mit der Inflation erklären, aber die Inflation kann’s nicht sein: Während die Weltwirtschaft sich behende abwärts schraubt, steigt die Zahl der beinahe Armen ebenso wie die der Reichen. Das kann kein Zufall sein.

“Deutschland geht es gut” (A. Merkel in anderem Zusammenhang), selbst Putin zum Trotz. “Stoppt Putin jetzt”, forderte der “SPIEGEL” vor wenigen Wochen, denn das Problem ist nicht, dass die NATO ihn umzingelt und sein Volk bluten lässt, sondern, dass er sich trotzdem nicht zum Spielball der westlichen Mächte machen lässt. Da wird man schon mal fuchsig als westliche Macht.
Wirklich blöd, dass Russland Atomraketen besitzt. Da kann man das Problem ja gar nicht demokratisch lösen.
(überwiegend via @pmarca)