MusikKaufbefehleMusikkritik
The Hirsch Effekt: holon : agno­sie / Die Devo­lu­ti­on der Pop­mu­sik

Musik, die wir hören, Musik, die uns begei­stert; je neu­er sie ist, desto schlech­ter scheint sie zu wer­den. Stimmt das? Gemäß einer jüngst ver­öf­fent­lich­ten Stu­die über die Ent­wick­lung der Pop­mu­sik in der schlim­men US-ame­ri­ka­ni­schen Hit­pa­ra­de von 1960 bis 2010 zumin­dest zum Teil: Zwar scheint der New Wave end­lich über­wun­den, aber auch der Jazz geht zurück.

Genres

Der Trend geht zur Ver­fla­chung. Der Kropf links und in den charts ist der Hip-Hop. Woher die Ret­tung neh­men?

The-Hirsch-Effekt-Holon-AgnosieDie Ret­tung kann nur in Schü­ben erfol­gen. Auch aus Deutsch­land? Ach, Hele­ne Fischer und Hei­no; nein, Han­no­ver. Doch, wirk­lich! Das ver­rück­te Trio The Hirsch Effekt, das hier schon häu­fi­ger The­ma war, schließt in die­sem Jahr mit „holon : agno­sie“ („das Sei­en­de: Erkennt­nis“) sei­ne erste Alben­tri­lo­gie wür­dig ab. Im April 2014 kün­dig­ten die Musi­ker an, das drit­te Album wer­de „ein­gän­gi­ger“, sie wür­den ja auch nicht jün­ger. Zum Glück haben sie ihre Dro­hung nur sehr kurz wahr­ge­macht.

Du wirst Staub / bap bap bad­ap, bap bap bad­ap,
wie ich auch / bap bap bad­ap, bap bap bad­ap
Bezoar

Es gab bei allen Ähn­lich­kei­ten inklu­si­ve der kryp­ti­schen Lied­ti­tel aller­dings tat­säch­lich eini­ge Ände­run­gen bei The Hirsch Effekt: Phil­ipp Wen­de gab kurz nach der Ver­öf­fent­li­chung von „holon : ana­mne­sis“ das Schlag­zeug an Moritz Schmidt ab und die Tex­te haben fast ver­ges­sen, dass der Ich-Erzäh­ler 2010 noch sei­ner Ver­flos­se­nen nach­ge­weint hat. Wie einst King Crims­on voll­zie­hen auch The Hirsch Effekt auf „holon : agno­sie“ eine Hin­wen­dung zur Gesell­schafts­kri­tik, exem­pla­risch etwa aus­zu­ma­chen in „Jayus“ („Statt nach links und rechts / guckt jeder nur / in sei­ne Scheiß-Hand“, die gra­s­ses­quen Zei­len­um­brü­che sind Teil des Kon­zepts). Dank­bar ist man den drei Her­ren dann zumin­dest für das Text­blatt, denn wo auf dem Debüt noch zu sach­ten Melo­dien geschwelgt wur­de, gibt’s inzwi­schen das vol­le Brett.

Die Agno­sie, gleich­sam eine Erlö­sung, ist trotz all­dem beherr­schen­des The­ma. Genug der inver­tier­ten Trau­er. Dass „Fixum“, der Abschluss des eigent­li­chen „Holon“-Themas, bereits seit über einem Jahr auf Kon­zer­ten zu hören war und somit wohl das älte­ste Lied auf dem Album ist, mag erklä­ren, wie­so es den ele­gan­ten Brücken­schlag von den „alten“ zu den „neu­en“ Lie­dern schafft:

Schau dich noch zwei­mal /
jetzt um und /
lass bloß nichts lie­gen /
wenn du gehst /
Jedes Ende /
hat sei­nen /
Preis

Ein­gän­gig? Ach, woher denn! Es math­rockt die Gitar­re, dass man vor lau­ter Takt­zäh­len ver­gisst, sich beim Sitzt­an­zen nicht weh­zu­tun. Han­no­ver. Da kriegt man frü­her oder spä­ter einen Hasch­mich.

Die Zumu­tung des Jah­res und schon jetzt eines der Alben des­sel­ben, aber hal­lo. Und das Vinyl ist auch noch hübsch. Rein­hö­ren? Rein­hö­ren!

Rockt.

In den NachrichtenNerdkrams
Abge­guc’t

1974: Das Betriebs­sy­stem Mul­ti­ple Vir­tu­al Sto­rage (MVS) für IBM-Groß­rech­ner bringt mit SMP/E eine modu­la­re Paket­ver­wal­tung für das System mit, mit der eine Aktua­li­sie­rung jeder System­kom­po­nen­te mög­lich ist.

1983: Das Maga­zin „c’t“ wird zunächst als Zeit­schrift für tech­nik­be­gei­ster­te Bast­ler gegrün­det.

1984: Der US-ame­ri­ka­ni­sche Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­kon­zern AT&T, Inha­ber aller Rech­te am Betriebs­sy­stem Unix, ver­öf­fent­licht eine frü­he Ver­si­on von pkgadd.

1993: Der freie Unix-Abkömm­ling Free­BSD erscheint in der Ver­si­on 1.0, bereits eini­ge Wochen zuvor hat­te Jor­dan Hub­bard den Grund­stein für die im August 1994 begon­ne­ne „Free­BSD Ports Coll­ec­tion“ – eine Art quell­code­ba­sier­te Paket­ver­wal­tung – gelegt. Bereits die­se erste Ver­si­on lässt sich mit­tels ein­fa­cher Patches aktua­li­sie­ren.

1994: Das im Vor­jahr gegrün­de­te Debi­an-Pro­jekt erhält mit dpkg erst­mals eine eige­ne Paket­ver­wal­tung, Debi­an Linux springt somit auf den bereits in vol­ler Fahrt befind­li­chen Zug auf.

1998: Win­dows 98, das erste Micro­soft-Betriebs­sy­stem mit Win­dows Update, erscheint.

2000: Das Maga­zin „c’t“ hat sei­nen Fokus in den letz­ten paar Jah­ren vom Nerd- auf den Mas­sen­markt ver­legt. End­nut­zer­the­men wie Office 2000, Free­mailer und das MP3-For­mat zie­ren die Heft­rücken.

2003: Micro­soft stellt sein Update­sy­stem auf den Monats­zy­klus um, der „Patch Tues­day“, also ein monat­li­cher Diens­tag, an dem Win­dows-Updates ver­teilt wer­den, wird ein­ge­führt.

2010: Mit NuGet erscheint erst­mals eine Win­dows-Paket­ver­wal­tung von Micro­soft. Noch arbei­tet die­se nur auf Anwen­dungs­ebe­ne. Zu den bekann­te­sten Paket­ver­wal­tun­gen für Win­dows gehört vier Jah­re spä­ter – 2014 – neben NuGet das dar­auf auf­set­zen­de cho­co­la­tey.

2015: Micro­soft Win­dows 10 soll noch die­ses Jahr erschei­nen und erst­mals die neue Paket­ver­wal­tung „One­Get“ an Bord haben, auch soll der monat­li­che „Patch-Day“ durch sofor­ti­ge Sicher­heits­up­dates ersetzt, der Update­tur­nus also eigent­lich auf den Stand von 1998 zurück­ge­setzt wer­den. Das Nach­rich­ten­por­tal „hei­se online“ ver­öf­fent­licht hier­zu einen Kom­men­tar eines Redak­teurs des inzwi­schen linux­durch­setz­ten Maga­zins „c’t“, in dem es heißt:

Micro­soft kup­fert Update-Tech­nik bei Linux ab

Nun ja; knapp dane­ben.


Wor­an erkennt man eigent­lich Asyl­be­wer­ber? Ganz ein­fach:

Die­se “tra­gen mei­stens Klei­dung aus zwei­ter Hand und spre­chen nicht gut Deutsch”.

Ach so.

In den NachrichtenWirtschaftMontagsmusik
Bet­ween the Buried and Me – Astral Body

SchuhuuuuhEs ist Mon­tag. Kaum hat man sich müh­sam aus dem Bett geschält, schon pras­seln die Schreckens­nach­rich­ten auf einen her­nie­der. Ian Ander­son mag kei­ne Hip­pies. Ent­schul­di­gung, das war jetzt die fal­sche Mel­dung: Die Deut­sche Bahn wird bestreikt, und zwar nicht nur per Streik, son­dern per „Extrem-Streik“ („SPIEGEL ONLINE“); die Züge ste­hen also nicht nur still, son­dern äußerst still. In Tei­len Nord­deutsch­lands ist wegen des Kon­kur­renz­kampfs auf den Nah­ver­kehrs­strecken nur der Fern­ver­kehr betrof­fen; Fern­bus­an­bie­ter, die seit dem Zusam­men­schluss von Mein­Fern­bus und Flix­bus auch mit Vor­sicht zu genie­ßen sind, zie­hen den Vor­teil dar­aus. Ich bin so empört, ich könn­te glatt SPD wäh­len; der es um den Arbeit­neh­mer eben­so­we­nig geht wie der GDL, die schon 2014 bemerkt hat, dass es noch ande­re Gewerk­schaf­ten gibt, gegen die man sich nur weh­ren kann, indem man noch rigo­ro­ser vor­geht. Schlich­tung ist was für Feig­lin­ge.

Man könn­te mit Kra­wal­len reagie­ren, der Deut­sche erhebt sich ja gern zum Auf­stand, wenn es um Nich­tig­kei­ten geht, wäh­rend er die wirk­li­chen Pro­ble­me des Lan­des durch Nicht­wäh­len zu bekämp­fen glaubt.

Man könn­te auch Musik hören.

Bet­ween the Buried and Me – Astral Body (OFFICIAL VIDEO)

Guten Tag.

In den NachrichtenPiratenpartei
Förm­chen klau­en gegen Rechts

Dass die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung – unter wel­chem Namen auch immer sie der­zeit daher­zu­kom­men pflegt – nicht nur gefähr­lich, son­dern auch über­flüs­sig ist, hat nun sogar die hes­si­sche Poli­zei bewie­sen: Sicher­heits­kräf­te haben im hes­si­schen Ober­ur­sel Mate­ri­al zum Bom­ben­bau sicher­ge­stellt, jeden­falls poten­zi­el­les, und das ganz ohne Vor­rats­da­ten­spei­che­rung. Dass man mit genug Mas­se aus einer Men­ge Din­gen Bom­ben bau­en kann, sei für den dra­ma­ti­schen Effekt ein­mal bei­sei­te gelas­sen.

Scha­de ist die­se Ent­wick­lung aller­dings für die Pira­ten­par­tei, denn wenn man ihr zu wenig Poli­ti­sches zu tun gibt, kom­men die Förm­chen wie­der in den Sand­ka­sten: Alles Nazis da, natür­lich die übli­chen Ver­däch­ti­gen, denn gewusst hat’s wie­der ein­mal jeder bes­ser. Was ist pas­siert? Nun, der amtie­ren­de Bun­des­vor­stand der Pira­ten­par­tei Deutsch­land hat sich mehr­heit­lich dage­gen aus­ge­spro­chen, Wer­be­ma­te­ri­al für pira­ten­frem­de Grup­pie­run­gen wie „die Anti­fa“ im par­tei­ei­ge­nen Kla­mot­ten- und Fähn­chen­ge­schäft „PShop“ wie­der zuzu­las­sen, was eini­ge Zeit zuvor been­det wor­den war. Obwohl jede demo­kra­ti­sche Par­tei, um den staat­li­chen Grund­sät­zen zu genü­gen, sich gegen Extre­mis­mus stel­len soll­te und auch der Pira­ten­par­tei wohl kaum noch der Ruf einer Par­tei für Rechts­ra­di­ka­le anhaf­tet, scheint der Schluss nahe­zu­lie­gen, dass ein Ver­ein, der nicht für ande­re Ver­ei­ne wirbt, auto­ma­tisch Geg­ner die­ser Ver­ei­ne ist. Ich fin­de es ja auch frech von den Grü­nen, kei­ne CDU-Bro­schü­ren her­aus­zu­ge­ben, aber die wer­den sich schon etwas dabei gedacht haben.

Selbst­be­schäf­ti­gung? Natür­lich! Aber wie es in einer basis­de­mo­kra­ti­schen Par­tei so ist, stört das zunächst mal nie­man­den. Es gibt aus Rache für obi­ges ver­werf­li­ches Tun bereits Ent­wür­fe für selbst zu drucken­de Flag­gen, auf denen zum Geschlechts­ver­kehr mit dem Bun­des­vor­stand auf­ge­ru­fen wird. Pro­test­sex könn­te hel­fen, ist aber schon ein biss­chen albern. Ach, albern: Es ist wie­der ein­mal der 1. Mai, es ist wie­der ein­mal Tag der Kra­wal­le. Laut sein gegen Unge­rech­tig­keit. Fla­schen wer­fen gegen Rechts. Dumm fickt zu viel.


Anschei­nend unter­schätz­te Markt­lücke: Auf­trags­rants. Wer einen Mar­ken­na­men hat, kann sich jetzt selbst blöd fin­den. Die Wirt­schaft lebt von die­sem Tohu­wa­bo­hu.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Sex, Sex, Sex

Ob es für oder die Gesell­schaft spricht, wenn „Jour­na­li­sten“ die Apple Watch als „throb­bing strap-on“ beschrei­ben und über einen „satis­fy­ing wrist­job“, die Befrie­di­gung durch’s Hand­ge­lenk, spe­ku­lie­ren, ist mir unklar; klar ist allen­falls, dass die Glo­ri­fi­zie­rung von Mar­ken nicht gera­de zur Unschuld der Gesell­schaft bei­trägt. Dazu passt, dass im Ber­li­ner Bezirk Fried­richs­hain-Kreuz­berg, tra­di­tio­nell nicht gera­de dem intel­lek­tu­el­len Zen­trum des Lan­des, gegen Sexua­li­sie­rung gekämpft wird, wo gar kei­ne ist:

Künf­tig soll jede Wer­bung unter­bun­den wer­den, in der Frau­en als „(willens)schwach, hyste­risch, dumm, unzu­rech­nungs­fä­hig, naiv“ dar­ge­stellt wer­den. Frau­en dür­fen auch nicht „ohne Anlass lächelnd insze­niert“ sein oder „zu kör­per­be­tont beklei­det“ gezeigt wer­den.

Von mir aus hät­te nach dem ersten Kom­ma Schluss sein kön­nen, aber ich habe von wirt­schaft­li­chen Zusam­men­hän­gen auch nicht mehr Ahnung als nötig. Vor lau­ter Ver­wun­de­rung hat Jan Fleisch­hau­er aller­dings das ein­zig Rich­ti­ge getan und Frau­en­zeit­schrif­ten gele­sen:

Man gewinnt beim Lesen den Ein­druck, dass sich Frau­en pau­sen­los mit ihren Haa­ren und Fin­ger­nä­geln beschäf­ti­gen und den Rest der Zeit dabei sind, über den Stand ihrer Bezie­hung nach­zu­sin­nen. Sex ist auch ein gro­ßes The­ma, wobei es vor allem dar­um zu gehen scheint, wie man einem Mann einen per­fek­ten Blo­wjob ver­passt („Petra“: „10 Tipps, damit beim Bla­sen nichts mehr schief gehen kann“) bezie­hungs­wei­se ver­hin­dert, dass man dabei die Kon­zen­tra­ti­on ver­liert („Cos­mo­po­li­tan“: „12 Din­ge, die jede Frau denkt, wenn sie ihm einen bläst“).

Mir fällt auf, dass ich eigent­lich auch mal wie­der Frau­en­zeit­schrif­ten lesen müss­te, Stecken­pferd, wis­sen­schon.

Apro­pos Fleisch hau­en: Schluss mit Mate und Jute­beu­teln, Bur­ger sind das neue hip. Mach dich hübsch, Che­ri, wir essen Hack. Sind doch Spie­ßer.


Anfang die­ses Jah­res berich­te­ten man­che Medi­en dar­über, dass BMW es mit der intel­li­gen­ten Ver­net­zung wohl etwas zu genau genom­men hat: BMW-Autos lie­ßen sich unbe­fugt öff­nen. Fahr­zeug­her­stel­ler haben seit­dem offen­bar ange­strengt dar­über nach­ge­dacht, wie man sol­che Vor­fäl­le in der Zukunft ver­mei­den kön­ne, denn gestern berich­te­te man auf heise.de über den wach­sen­den Markt der digi­ta­li­sier­ten Fahr­rä­der. Klar: Was kei­ne Türen hat, kann man auch nicht auf­hacken. Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!

Jeden­falls teil­wei­se:

Das Not­ruf­sy­stem eCall wird für alle neu­en PKW und leich­ten Nutz­fahr­zeu­ge ab dem Jahr 2018 zur Pflicht. (…) Bei einem Unfall über­mit­telt das System die Posi­ti­on des Fahr­zeugs auto­ma­tisch.

Nun wird also auch das Auto­mo­bil gesetz­lich zur Wan­ze erklärt. Aber ist das dann nicht gefähr­lich, öff­net das nicht, haha, Tür und Tor für Kri­mi­nel­le? Nein, kei­ne Sor­ge, es bestehe kei­ne Gefahr:

Daten­schutz­sor­gen soll ein Ver­wer­tungs­ver­bot ent­ge­gen­tre­ten.

Ach so. Dann bin ich beru­higt!

MontagsmusikPolitikIn den Nachrichten
Die Ärz­te – Hur­ra

SchneeeuleEin Mor­gen, ein Mon­tag, ein Schreck. Wie immer, wie immer. Unter­schätz­ter Beruf: Brot­be­ra­ter. Dem’s dann ver­mut­lich aus Schicht­grün­den auch egal ist, wie schnell sich die Welt um ihn dreht bzw. eben nicht: Die Deut­schen haben Angst vor Spio­na­ge, immer noch, aber immer­hin nicht mehr von den Ame­ri­ka­nern, also nicht nur: Es sei­en „tech­ni­sche und orga­ni­sa­to­ri­sche Defi­zi­te beim BND“ iden­ti­fi­ziert wor­den, die sicher­heits­hal­ber nicht beim Namen (Stein­mei­er) genannt wer­den, damit sich nicht wie­der zeigt, wie nach­hal­tig blö­de es von uns eigent­lich war, die damals schon uner­träg­li­che SPD ab 1998 irgend­was tun zu las­sen, was über Laub­fe­gen und Bier­ho­len hin­aus­geht.

Ande­rer­seits braucht man Deutsch­land gera­de drin­gend, ist doch der USA-geför­der­te Putsch in der Ukrai­ne nicht zur Zufrie­den­heit der NATO aus­ge­gan­gen: Da rückt man seit 1990 mit aller­lei Mili­tär immer wei­ter an Russ­land her­an und dann lässt der rus­si­sche Prä­si­dent einen trotz­dem nicht ein­fach durch, son­dern beharrt dar­auf, dass der War­schau­er Pakt eigent­lich dem Frie­den die­nen soll­te. Kla­rer Fall: Der muss weg. Nach­dem es sich all­mäh­lich her­um­spricht, dass Russ­land sich viel­leicht doch nur ver­tei­di­ge und die Ukrai­ne eben nicht ein­ge­nom­men habe, denn sonst sähe es dort ganz anders aus (ein rus­si­scher Prä­si­dent habe so sei­ne Mög­lich­kei­ten, wie es heißt), wer­den unse­re ame­ri­ka­ni­schen Freun­de, die das Ende des Kal­ten Kriegs bis heu­te trau­ma­ti­siert zu haben scheint, all­mäh­lich ner­vös. Ein Plan muss her!

Im Euro­päi­schen Par­la­ment gibt es mit der Euro­päi­schen Volks­par­tei, dem Zusam­men­schluss der „kon­ser­va­ti­ven“ Par­tei­en, genau die rich­ti­ge Ideen­schmie­de für sol­che Plä­ne. In die­ser „Par­tei“ wird Deutsch­land von Gei­stes­grö­ßen wie Elmar Brok (Schmal­hans des Tages im Febru­ar 2014) ver­tre­ten, was Grund genug sein soll­te, das Euro­päi­sche Par­la­ment ent­we­der auf­zu­lö­sen oder zumin­dest ein­mal genau­er hin­zu­schau­en, denn: „Abge­ord­ne­te der EVP haben (…) ange­sichts des Kon­flikts mit Russ­land pro­pa­giert, dass es die beste Ver­tei­di­gung sei, sich auf den Krieg vor­zu­be­rei­ten“, natür­lich mit Atom­waf­fen, denn gegen nor­ma­les Mili­tär wuss­te sich der Iwan seit jeher selbst zu weh­ren. Von euro­päi­schem Boden soll nie wie­der Frie­den aus­ge­hen, Frie­den kur­belt den Waf­fen­ex­port nicht an. Für irgend­was müs­sen die US-ame­ri­ka­ni­schen Mili­tär­stütz­punk­te in Deutsch­land doch noch gut sein, 70 Jah­re Kriegs­en­de wol­len ange­mes­sen gefei­ert wer­den. „Weißt du noch, wie’s frü­her war?“

die ärz­te – Hur­ra (Offi­zi­el­les Video – Refur­bis­hed 2025)

Guten Mor­gen.

NerdkramsInternes
In eige­ner Sache: Word­Press 4.2 und das mit den Smi­leys

Wäh­rend ich noch an der Umstel­lung auf Peli­can fei­le (aktu­el­le Aus­re­de: es gibt kein brauch­ba­res Kom­men­tar­sy­stem für sta­ti­sche Sei­ten, das auch ohne Java­Script funk­tio­niert), habe ich das immer noch exi­sten­te Word­Press auf Ver­si­on 4.2 aktua­li­siert.

Word­Press 4.2 kann jetzt auch Emo­jis dar­stel­len, eine Funk­ti­on, die hof­fent­lich nie­mand, der noch alle Tas­sen im Schrank hat, ernst­haft ver­misst hat. Man könn­te ja dar­auf ver­zich­ten, sie ein­zu­set­zen, sagt ihr? Ja, das mag sein, aber Word­Press bringt im Code eini­ge Ände­run­gen hier­für mit sich, die hier unan­ge­neh­me Kon­se­quen­zen haben.

‘In eige­ner Sache: Word­Press 4.2 und das mit den Smi­leys’ wei­ter­le­sen »

KaufbefehleMusikkritik
Black Mer­da – Black Mer­da

Black MerdaIn mei­ner Musik­grab­bel­ki­ste fand ich heu­te das Debüt­al­bum einer Musik­grup­pe namens Black Mer­da. „Black Mer­da“? Mit mier­da hat das nichts zu tun, aber frem­de Spra­chen sind schon ein guter Anhalts­punkt. Viel­mehr han­delt es sich um eine afro­ame­ri­ka­ni­sche Schreib­wei­se von „Black Mur­der“, was auch gleich viel schö­ner klingt.

Die Wur­zeln von Black Mer­da lie­gen in den frü­hen 1960er Jah­ren, als eine jun­ge Band, die Impacts, sich all­mäh­lich in die Soul Agents umbe­nann­te und sich als musi­ka­li­sche Unter­stüt­zung für ver­schie­de­ne Soul- und R&B‑Künstler betä­tig­te. Wäh­rend ihrer Zusam­men­ar­beit mit dem Soul­sän­ger Edwin Starr wur­den die anfangs drei, spä­ter vier Her­ren auf die Musik von The Who und ins­be­son­de­re Jimi Hen­drix auf­merk­sam, ihr Cover von „Foxy Lady“ (1967) zeig­te bereits einen Stil­wech­sel an. Tat­säch­lich ver­wan­del­te die Musik der Soul Agents sich in den fol­gen­den Mona­ten immer mehr in einen psy­che­de­li­schen Funk mit Sou­lein­schlag; 1968 erfolg­te schließ­lich die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung für einen Neu­an­fang als Rock­band namens Black Mur­der (wis­sen­schon, Ras­sen­ver­fol­gung und so).

Namen hin oder her – 1970 folg­te schließ­lich die Ver­öf­fent­li­chung des Debüt­al­bums und ich sehe, dass es gut war. Das Gen­re: Unver­än­dert. Schü­fe ich Gen­re­na­men, nänn­te ich’s Soul­funk, aber das gibt es bestimmt schon.

Don Was – Black Mer­da – „Cyn­thy-Ruth“

Text­lich, oh Lord, ist auf dem Album zum Teil offen­sicht­lich, aus wel­cher Not­la­ge her­aus die afro­ame­ri­ka­ni­sche christ­li­che Musik des 20. Jahr­hun­derts ent­stand und wie tief sie sich ins kol­lek­ti­ve Bewusst­sein eines Vol­kes ein­ge­gra­ben hat. „That’s The Way It Goes“ (hier) und „I Don’t Want To Die“ – die­se Titel! – sind neben obi­gem „Cyn­thy-Ruth“ die Lie­der des Albums, die es sti­li­stisch zusam­men­fas­sen: Jimi Hen­drix trifft auf Gos­pel­ge­sang und Her­bie Han­cock. Ich bin begei­stert und nicke ein biss­chen am Takt vor­bei.

Mit dem zwei­ten Album „Long Burn the Fire“, 1972 ver­öf­fent­licht, hat­te man sei­tens der Ver­mark­ter aller­dings schon wie­der das Inter­es­se an Black Mer­da (inzwi­schen als „Mer-Da“ bewor­ben) ver­lo­ren. Das waren tur­bu­len­te Zei­ten. Die Mit­glie­der zer­streu­ten sich und nah­men ihre Tätig­kei­ten als Stu­dio­mu­si­ker wie­der auf. 2005, ein Jahr nach dem Tod ihres frü­he­ren Schlag­zeu­gers Tyro­ne Hite, kamen Black Mer­da wie­der zusam­men und ver­öf­fent­lich­ten wei­te­re neue Stu­dio­al­ben.

Manch­mal kom­men sie wie­der.


Nach­trag, apro­pos: Das drit­te Album von The Hirsch Effekt ist da und es ist super. Mehr dazu spä­ter.

In den NachrichtenWirtschaftMir wird geschlecht
Lie­gen­ge­blie­be­nes, 23. April 2015

Jetzt stellt sich auch noch der Kalen­der, die­ses wei­ße gut­si­tu­ier­te Mas­ku­schwein, gegen die Frau­en!


Vor über zehn Jah­ren haben in Deutsch­land recht vie­le Men­schen – lei­der erfolg­los – dage­gen pro­te­stiert, das Stu­di­um mit­tels der wider­li­chen „Bolo­gna-Reform“ zu „opti­mie­ren“, die die Ein­füh­rung gleich­ge­schal­te­ter „Bache­lor“- und „Master“-Studiengänge für eine bes­se­re Unter­stüt­zung der Wirt­schaft bedeu­te­te, wodurch das Stu­di­um deut­lich an Reiz ver­lo­ren hat.

Heu­te bekla­gen sich die Gewich­sten aus der Wirt­schaft dar­über, dass das von ihnen geschaf­fe­ne top-down-Hoch­schul­sy­stem nicht mehr genug Krea­ti­ve abwirft: Laut einer Umfra­ge sind deut­sche Unter­neh­men mit den Absol­ven­ten immer unzu­frie­de­ner. Laut einer wei­te­ren Umfra­ge sind deut­sche Absol­ven­ten übri­gens auch immer unzu­frie­de­ner mit skru­pel­lo­sen Schlips­trä­gern, die noch nie in ihrem erbärm­li­chen BWLer-Leben etwas für ihr viel zu reich­lich vor­han­de­nes Geld tun muss­ten.


Dabei hat es die Wirt­schaft ja auch nicht leicht, sie muss sich zum Bei­spiel mit „Jour­na­li­sten“ rum­schla­gen:

Am lieb­sten hät­ten Sie sich wahr­schein­lich eine Bei­spiel­fir­ma aus­ge­dacht, in der es exakt so zugeht, wie Sie es für Ihren Arti­kel brau­chen, rich­tig? Ach nee, das passt ja dann nicht zum “recher­chier­ten Qua­li­täts­jour­na­lis­mus” á la Spie­gel.


Apro­pos SPIEGEL – Eil­mel­dung: Frosch sieht aus wie eine Figur, die einem Frosch nach­ge­bil­det ist!


Ihr kennt das Pro­blem: Ihr wollt nur mal eben einen neu­en Brow­ser auf eurem Trak­tor instal­lie­ren, wisst aber nicht, ob das von der Garan­tie abge­deckt wird. Kei­ne Sor­ge, Ret­tung naht: In den USA dür­fen Trak­to­ren womög­lich bald gar nicht mehr umpro­gram­miert wer­den.


Frü­hes Flir­ten in Huge­ti­te Lane, Squeezem­burg: Will be glad to demon­stra­te in a dark room.

NerdkramsIn den Nachrichten
Eine Schnei­se mit dem Mobeil

Wer mit einem mobi­len Gerät – gemeint sind pri­mär die­se touch-Din­ger, die sich allen­falls zum Medi­en­kon­sum, nicht aber zur täg­li­chen Benut­zung „eig­nen“ – die grau­en­haf­te „Such­ma­schi­ne“ Goog­le nutzt, dem ist viel­leicht schon ein­mal die Kenn­zeich­nung „für Mobil­ge­rä­te“ auf­ge­fal­len:

Für Mobilgeräte geeignet

Die­se Kenn­zeich­nung bedeu­tet im Wesent­li­chen, dass Goo­gles mit­un­ter aggres­si­ve Prüf­me­cha­nis­men fest­ge­stellt haben, dass die jewei­li­ge Web­site auf klei­ne Bild­schir­me ange­passt wur­de, man also nicht damit rech­nen muss, plötz­lich drei Bild­schirm­sei­ten nach rechts scrol­len zu müs­sen, weil der Web­ge­stal­ter es ver­säumt hat, ver­schie­de­ne Auf­lö­sun­gen zu berück­sich­ti­gen. So weit, so prak­tisch, obwohl Goog­le natür­lich anson­sten zu mei­den ist, qua­li­ta­tiv und ethisch ist das dor­ti­ge Such­an­ge­bot ja eher mau.

Nun hat Goog­le vor einer Wei­le eine Ände­rung ange­kün­digt, die heu­te in Kraft getre­ten ist und frei über­setzt etwa wie folgt lau­tet:

Ab dem 21. April erwei­tern wir die Rele­vanz einer mobi­len Ansicht für die Sei­ten­be­wer­tung. Die­se Ände­rung betrifft mobi­le Suchen in allen Spra­chen welt­weit und wird sich deut­lich auf die Such­ergeb­nis­se aus­wir­ken. Infol­ge­des­sen wer­den Benut­zer ein­fa­cher rele­van­te, hoch­qua­li­ta­ti­ve Such­ergeb­nis­se erhal­ten, die auf ihre Gerä­te abge­stimmt sind.

(Her­vor­he­bung von mir.)

Mobile First (Symbolbild)Man­cher­lei Web­site hat die­se Her­vor­he­bung rich­tig erfasst, eini­ge ande­re Nach­rich­ten­web­sites ver­wir­ren Leser mit der zumin­dest unvor­sich­ti­gen Behaup­tung, „nicht opti­mier­te Web­sites“ rutsch­ten künf­tig in „der Ergeb­nis­li­ste“ nach unten. Zeter, mor­dio; nutz­lo­se Arsch­lö­cher, die irgend­wel­che „SEO“-Klitschen betrei­ben, sehen ihr Intel­li­genz ver­ach­ten­des „Geschäfts­mo­dell“, Web­sites für irgend­wel­che Com­pu­ter inter­es­san­ter zu machen als für poten­zi­el­le mensch­li­che Besu­cher, wie­der ein­mal und hof­fent­lich end­lich zu Recht in Gefahr.

„Mobi­le first“, „mobil zuerst“, lau­tet der­zeit das Man­tra vie­ler EDV-Fir­men, was ja gut und rich­tig erschei­nen mag, wenn man sich an blo­ße Kon­su­men­ten rich­tet, die sich wegen sin­ken­der Auf­merk­sam­keits­span­nen von immer kür­ze­ren Tex­ten auf immer klei­ne­ren Bild­schir­men berie­seln las­sen, aber das sind eben nach wie vor nicht alle. So lan­ge man sich eine bes­se­re Goo­gle­plat­zie­rung ein­fach erkau­fen kann, soll­te sich wirk­lich nie­mand Gedan­ken dar­über machen, ob man nicht noch mehr Geld in noch mehr „SEO“ stecken soll­te. Ich mach‘ auch nahe­zu kein „SEO“ und schon gar nicht gegen Geld, trotz­dem habt ihr mich irgend­wie gefun­den – mein Kom­pli­ment hier­für übri­gens.

Inter­es­sant ist an der Neu­ig­keit indes das Ver­ständ­nis davon, was aus der Sicht eines Such­ma­schi­nen­be­trei­bers „rele­van­te Inhal­te“ sind. Natür­lich: Wenn ich eine kom­mer­zi­ell ori­en­tier­te Web­site betrei­be, ist für mich das „rele­vant“, was mir das mei­ste Geld bringt, wenn ich im Web Infor­ma­tio­nen suche, dann ist das „rele­vant“, was mich Wich­ti­ges lehrt. Für Goog­le aber scheint der wich­tig­ste Fak­tor die Dar­stel­lung auf Schrumpf­bild­schir­men zu sein; „Loo­kis­mus!“ höre ich hier mei­ne weni­gen ver­blie­be­nen femi­ni­sti­schen Leser auf­schrei­en und möch­te bei­na­he trau­rig nicken. Es wäre noch ver­zeih­lich, wür­de die „Mobil­taug­lich­keit“ eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le hin­ter der son­sti­gen Attrak­ti­vi­tät einer Web­site für wirk­li­che Besu­cher spie­len, aber hier ist es eher umge­kehrt: Goog­le lockt mehr Besu­cher auf eine Web­site, die auf mobi­len Gerä­ten „bes­ser“ aus­sieht. Es geht Goog­le hier nicht dar­um, dass Men­schen für sie rele­van­te­re Inhal­te fin­den sol­len, denn Men­schen kön­nen auch nicht all­zu gut „ange­pass­te“ Web­sites meist ganz gut auf einem mobi­len Gerät bedie­nen, sofern sie eines besit­zen, es geht allen­falls um einen grö­ße­ren Ein­fluss dar­auf, wie „das Web“ funk­tio­niert; viel­leicht auch, um die „Platt­form“ Android sub­til als all­tags­taug­lich zu bewer­ben.

Es dau­ert wohl nicht mehr all­zu lan­ge, bis das vom Mit­mach- zum Kon­su­men­ten­web degra­dier­te „Inter­net“ (wie man auf Zei­tungs­deutsch zum World Wide Web sagt) zu einem bedeut­sa­men Anteil aus com­pu­ter­ge­nerier­ten, bis zur Untaug­lich­keit „mobil opti­mier­ten“ Web­sites besteht, deren ein­zi­ger Zweck es ist, für ihre ein­zi­gen Besu­cher – die unge­zähl­ten Such­ma­schi­nen­craw­ler – attrak­ti­ver zu sein als alle ande­ren eben­sol­chen Web­sites. Das füh­rer­lo­se Auto scheint trotz Erpro­bung noch immer Zukunfts­mu­sik zu sein, vor dem men­schen­lo­sen Inter­net aber soll­tet ihr euch fürch­ten.

Piep.

In den NachrichtenMontagsmusikMir wird geschlecht
Field Music – Who’ll Pay The Bills

EuleEs ist Mon­tag; wie betrüb­lich. Frü­hes Auf­ste­hen, Kater­stim­mung. Käuz­chen­ge­füh­le. – Aber genug davon, es wird ja nicht bes­ser; ein schö­nes Zitat soll statt­des­sen die­sen Mon­tag ein­läu­ten:

Ich habe mitt­ler­wei­le (…) das Gefühl, dass man mir abspre­chen will, Femi­ni­stin zu sein, nur weil ich ger­ne Schwän­ze lut­sche und mich in den Arsch ficken las­se.

Was einem Mann Spaß macht, kön­ne ja nicht femi­ni­stisch sein. – So wer­den immer­hin weni­ger Kin­der ent­ste­hen, die femi­ni­stisch erzo­gen wer­den. Apro­pos Arsch­lö­cher: Die Fir­ma Sony macht sich seit eini­ger Zeit stark dafür, „Raub­ko­pie­rern“, also Leu­ten, die ihre öde Bums­mu­sik aus unli­zen­zier­ter Quel­le bezie­hen, das Inter­net abzu­dre­hen. Am Wochen­en­de stell­te sich her­aus, dass Sony es mit dem Ver­wer­tungs­recht Drit­ter nicht so genau nimmt. Ich befür­wor­te das Ein­schal­ten von Anwäl­ten mit der For­de­rung, der Fir­ma Sony das Inter­net weg­zu­neh­men. Sie kann damit offen­sicht­lich nicht umge­hen.

Ande­rer­seits kann man ganz gut ohne Sony leben. Selbst die dort unter Ver­trag ste­hen­den Musi­ker sind über­wie­gend ver­zicht­bar. Ande­re Plat­ten­fir­men haben auch schö­ne Ver­trä­ge. Ein Bei­spiel gefäl­lig? Aber gern.

Field Music – Who’ll Pay The Bills (The Ama­zing Ses­si­ons)

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeMusikkritikMir wird geschlecht
Kurz ver­linkt: Julia und die Debat­ten­kul­tur

„Nicht schon wie­der Poli­tik!“, mag man­cher Leser ange­sichts der Über­schrift den­ken. Na gut, dann begin­ne ich mit ein wenig Musik:

Am 5. Juni 2015 erscheint das Debüt­al­bum „Oxy­mo­ron“ der Schwei­zer Band Muzak. Der Begriff „Muzak“ stammt von der gleich­na­mi­gen Fir­ma ab, die in der ersten Hälf­te des 20. Jahr­hun­derts anfing, „Musik“ mit der blo­ßen Funk­ti­on der Kaufhaus‑, Fahr­stuhl- oder ver­gleich­ba­ren Beschal­lung her­zu­stel­len; dem Volks­mund wie auch Musi­kern wie John Len­non („How Do You Sleep?“) und nicht zuletzt Ste­ven Wil­son („The Sound of Muzak“) war und ist „Muzak“ mitt­ler­wei­le als Sam­mel­be­griff für Begleit­ge­du­del bekannt. Es ist ver­zeih­lich, dass die Band die­ses Namens eigent­lich viel bes­se­re Musik macht, die mich an die fei­nen Toc.Sin erin­nert:

Muzak – „How Could We Ever“ (Offi­ci­al Video)

Ich bin gespannt, wie das Album in Gän­ze klin­gen wird.

So, jetzt aber!


Erin­nert ihr euch noch an Julia Schramm? Nach Nähe zur F.D.P. und Femi­nis­mus­kri­tik stieg sie ihrer­zeit mehr­fach in die Pira­ten­par­tei ein und wie­der aus, lan­de­te zwi­schen­zeit­lich sogar im Bun­des­vor­stand, wur­de dann vom gras­sie­ren­den Femi­nis­mus über­wäl­tigt, schwur­bel­te sich zum eige­nen Buch und besetzt seit­dem die Rol­le des schlech­ten Vor­bilds in Voll­zeit.

Hatespeech Julia Schramm

Für die Ama­deu-Anto­nio-Stif­tung („Ama­deu Anto­nio Stif­tung“), wo sie sich angeb­lich – wie bereits auf Twit­ter – mit „grup­pen­be­zo­ge­ner Men­schen­feind­lich­keit“ beschäf­tigt, arbei­te­te sie mit ein­schlä­gig Bekann­ten wie Jas­na „Gum­mi­bär“ Strick und Yas­mi­na Banaszc­zuk zusam­men, um eine Bro­schü­re über Debat­ten­kul­tur im Inter­net und den Umgang mit „Hate Speech“ zu ver­fas­sen. Man kann ihr die­ses eine Mal zumin­dest nicht nach­sa­gen, sie habe kei­ne Ahnung, wovon sie spricht.

Die Stif­tung wird übri­gens von hoch­ran­gi­gen Part­nern wie dem Bun­des­fa­mi­li­en­mi­ni­ste­ri­um unter­stützt.


Hihi (1): Schat­ten sind ras­si­stisch, weil sie dun­kel sind.

Hihi (2): Gün­ter Grass: ein unbe­que­mer Ses­sel.

PolitikIn den Nachrichten
Deutsch­ver­ticker

Hei­ko Maas von – mal wie­der – der SPD ist gestern ent­ge­gen bis­he­ri­gen Aus­sa­gen davon abge­rückt, sich gegen die anlass­lo­se Total­über­wa­chung aller Bür­ger ein­zu­set­zen. Dazu muss ich wahr­schein­lich nicht viel schrei­ben, unzäh­li­ge Blog­ger und Twit­ter­nut­zer haben das schon genüss­lich zer­kaut; allen­falls noch so viel: Es ist für den effi­zi­en­ten Pro­test gegen Ent­schei­dun­gen einer von immer noch zu vie­len Leu­ten gewähl­ten Pfei­fen­par­tei wie der SPD wohl nur bedingt för­der­lich, wenn man Paro­len skan­die­rend Trans­pa­ren­te schwenkt und das bereits für „den Arsch hoch­krie­gen“ hält.

Aber ich reg‘ mich nicht auf, ich mag mich nicht wie­der­ho­len. Statt­des­sen hier ein Link zu einem Text über jeman­den, der Jür­gen Klopp dabei foto­gra­fiert hat, wie er Was­ser in ein Glas gießt.

In den NachrichtenWirtschaft
Anmer­kun­gen zu Grie­chen­land

(Vor­be­mer­kung: Da popu­li­sti­sche Kom­men­ta­re zum Welt­ge­sche­hen offen­bar genug Wer­be­ein­nah­men brin­gen, um grau­en­haf­te „Nach­rich­ten­por­ta­le“ wie WELT.de – aus LSR-Grün­den hier nicht ver­linkt – am Leben zu hal­ten, ver­su­che ich es jetzt auch mal.)

Einer der Vor­tei­le, in einem sich inter­na­tio­nal geben­den Unter­neh­men zu arbei­ten, besteht dar­in, dass man eine ganz ande­re Sicht auf gesell­schaft­li­che Zusam­men­hän­ge in eini­gen Län­dern bekommt, über die sonst nur Schmäh­schrif­ten zu erschei­nen schei­nen. Damit mei­ne ich aus­nahms­wei­se nicht ein­mal Russ­land. Jüngst hat­te ich etwa die Gele­gen­heit, mir ein­mal dar­le­gen zu las­sen, wor­an die grie­chi­sche Wirt­schaft eigent­lich krankt. Ich war aller­dings nicht bedeut­sam über­rascht, als mir offen­bart wur­de, die Schuld tra­ge nicht etwa der schreck­lich kom­mu­ni­sti­sche Finanz­mi­ni­ster, der über­ein­stim­mend als „guter Troll“ bezeich­net wird, son­dern die dor­ti­gen Steu­er­zah­ler.

Bereits im Febru­ar schrie­ben Medi­en, es sei der „größ­te Test“ für den grie­chi­schen Pre­mier­mi­ni­ster Alexis Tsi­pras, sein Volk dazu zu brin­gen, Steu­ern zu zah­len, was sich seit Jah­ren als schwie­rig erweist.

Das fängt schon bei den Bele­gen für die Steu­er­erklä­rung an. Die gehen gern mal „ver­lo­ren“. Da gebe ein Unter­neh­men an, es habe vier­zig Pro­zent sei­ner Waren defekt erhal­ten, lei­der gebe es aber kei­ne Bele­ge. Das hier­für gefor­der­te Buß­geld sei noch immer nied­ri­ger als die Steu­er. Damit das nicht auf­fällt, sei­en es jedes Jahr ande­re Waren, die lei­der, lei­der unbrauch­bar sei­en. Ein System zur Digi­ta­li­sie­rung der Bele­ge hat sich nicht durch­ge­setzt, etwa, weil kaum ein Geschäft die erfor­der­li­chen Kar­ten­le­ser ver­wen­det.

Gibt es nie­man­den in Grie­chen­land, der auf­passt, dass nicht alles völ­lig im Cha­os ver­sinkt? Doch, so wur­de es mir erzählt, zum Bei­spiel wür­den Betrei­bern von Nacht­clubs, die sich nicht an gesetz­li­che Vor­schrif­ten hal­ten, Gefäng­nis­stra­fen auf­er­legt. Wohl­ge­merkt han­de­le es sich dabei sel­ten um den tat­säch­li­chen Betrei­ber, viel­mehr wer­den Men­schen dort beschäf­tigt, deren ein­zi­ge Auf­ga­be es sei, die Min­dest­stra­fe von einem Tag in Haft abzu­sit­zen. Das pas­siert also, wenn sich in einem Land der „zivi­le Unge­hor­sam“ durch­setzt, der hier­zu­lan­de gele­gent­lich gefor­dert wird.

Ande­rer­seits nähert sich Grie­chen­land in wirt­schaft­li­cher Hin­sicht gera­de Russ­land an, was bekannt­lich von einem Pakt mit dem Teu­fel sowie­so nicht weit ent­fernt ist. ZEIT ONLINE freut sich zum Bei­spiel heu­te:

Russ­land wur­de wegen der Anne­xi­on der Krim aus der Staa­ten­grup­pe aus­ge­schlos­sen, die frü­her G8 hieß. Ihr gehö­ren heu­te neben Deutsch­land und Frank­reich die USA, Kana­da, Ita­li­en, Groß­bri­tan­ni­en und Japan an.

Die fried­li­chen West­mäch­te um die Ver­ei­nig­ten Staa­ten und das koso­vo­ver­wöhn­te Deutsch­land dul­den nie­man­den in ihrer Mit­te, der mit einer Armee in ande­ren Län­dern sei­ne Macht festigt. Den eige­nen poli­ti­schen Ein­fluss­be­reich erwei­tern darf nur, wer einen guten Grund (Erd­öl) vor­zu­wei­sen hat. End­lich tut mal jemand was für den Welt­frie­den.

Hat Grie­chen­land eigent­lich Atom­waf­fen?


Blö­de Idee des Tages: Ein Gür­tel­tier erschie­ßen wol­len.