MusikSonstiges
Spendenaufruf im Namen aller Musikfreunde :-)

In Zeiten wie diesen, in denen das, was in den an sich gar nicht mal so schlechten 60-er Jahren mindestens eine untragbare Lärmbelästigung genannt wurde, die werweißwie relevanten Charts hinaufsteigt, ist es Tag für Tag ein Trost, gar ein Hoffnungsschimmer, dass irgendwo da draußen Menschen sich auszutauschen pflegen, deren liebstes hobby die Musik ist, und damit ist nicht die viel zitierte muzak (das Gedudel eben) gemeint, sondern die Musik selbst in all ihren Fassetten, eingeschlossen selbst die oft aufwändig produzierten booklets, die bei anderen Musikhörern unangetastet im Regal verstauben und irgendwann zerfallen – und auch der freie Tausch ebendieser Musik.

Ein Portal, wo Spezies dieser Affinität sich ebenso wie die Musik selbst austauschen können, hat sich mit den Jahren als führendes erwiesen:
Auf HQshare.net gelten strenge Regeln. Minderqualitatives wie MP3 und OGG ist dort verpönt (was heißt das eigentlich genau?), verlustfreie Kompression ist das Zauberwort (hex-hex!), und das gilt auch für die dort digitalisierten und den getauschten Werken beigelegten CD-Cover.

Nun allerdings ist HQshare in Bedrängnis geraten:
Das Land, in dem die Seite gehostet (oje) wird, sieht eD2K-Tauschportale dieser Art als das Urheberrecht verletzende Seiten an, da schon der Verweis zu einer in ebendiesem Netzwerk liegenden Datei den Verweis zu einer widerrechtlich angefertigten Kopie darstellt oder so.

Der Umzug in ein anderes Land indes kostet Zeit und Geld.

Daher mein Anliegen:
Helft und spendet. Jeder Dollar zählt.

Besten Dank!


Nachtrag vom 27.04.08:
Mittlerweile ist der Umzug erledigt. Spenden werden dennoch immer gern gesehen.

In den NachrichtenNetzfundstückePolitik
Neues aus der Schein- und Wörterwelt (inkl. Medienkritik 1½)

Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. (…) Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr als das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein. Durch eine gemeinwirtschaftliche Ordnung soll das deutsche Volk eine Wirtschafts- und Sozialverfassung erhalten, die dem Recht und der Würde des Menschen entspricht, dem geistigen und materiellen Aufbau unseres Volkes dient und den inneren und äußeren Frieden sichert.

Na, von wem mag’s sein?

Ja, auch die CDU hatte mal gute Ideen. Leider blieb es bei der Idee. Wesentlich einladender als eine starke Verfassung aufzubauen scheint es zu sein, sie zu zerstören; das wird Herr Schäuble (bekannte Verstöße u. a. gegen Art. 3, 6, 11 MRK, § 261 StPO und Art. 13, 103 (u. v. m.) GG) indes sicher nur ungern bestätigen, seine politischen Gegner (das waren noch Zeiten!) hingegen jederzeit; politische Gegner, die der „allereinzige“ (WDR Poetry Slam vom 24. Februar) SPIEGEL, der nicht unbedingt für seine neutrale Berichterstattung bekannt ist, trotz noch immer zweitgrößter Wählerschar zersetzt, gar in Trümmern wähnt.

(Ob man nun ein Nachrichtenmagazin, das sich zwischen Äquator und Ecuador nicht entscheiden kann und den nahe liegenden Kompromiss Equador letztlich mehrere Minuten lang durch die Newsticker rattern lässt, ernst nehmen sollte, sei einmal dahingestellt.)

Und während man bei heise Farben steigert, knurrtkichert (spex #313) der immerwährende Zentralrat der Juden sich einmal mehr den Untergang Deutschlands herbei; ’s ist schon ein (Eisernes) Kreuz mit all den Nazis und ihrer Schwarz-Rot-Goldenen Symbolik.

Apropos:
160 Jahre Schwarz-Rot-Gold. Nicht alles wird besser mit den Jahren.

Sonstiges
Der Neid der Besitzenden

„Der Frühling kommt, die Sonne lacht“ (Die Ärzte), und mit ihr lachen sie, die Pärchen bzw. teilweise schon ausgewachsenen Paare. Es ist gleichsam zum Auswachsen.

Wer schon immer einmal eine innere Leere verspüren wollte, wie es lt. Joanne K. Rowling der Kuss eines Dementors mit sich führt, dem sei gerade im Frühling anzuraten, sich zwecks gemeinsamer Unternehmungen auf die Suche nach ihnen zu begeben.

Es gibt nur schwerlich ein Entrinnen. Die Anwesenheit Verliebter nimmt demjenigen, der die Szene betritt, all seine Hoffnungen und Träume, reißt ihn unsanft aus seinen Gedanken und befördert ihn mithin ins Aus. Schwarze Löcher der Existenz. Man ist schlicht nicht vorhanden. Und man steht neben ihnen, neben sich mit offenen Augen und offenem Mund, und man weiß endlich, was Sehnsucht bedeutet.

Love is like Oxygen. Zwei Euro ins Phrasenschwein.

In den NachrichtenPolitik
Onlinedurchsuchungen

Kurz nach der Entscheidung (die spaßigerweise auch irgendwas mit Big Brother zu tun hat) ließ sich die für den geistigen Unrat verantwortliche Partei nicht nehmen, eine Presseerklärung abzugeben, deren augenscheinlichen Kernsatz ich hier unkommentiert wiedergeben möchte:

Es war richtig, dass Wolfgang Schäuble die rechtsstaatlich fragwürdige Praxis Otto Schilys, die Online-Durchsuchung per Verordnung, ausgesetzt hat. Einmal mehr wird deutlich: Die CDU ist die Partei der inneren Sicherheit und des Rechtsstaates.

Nun ja.

In den NachrichtenMusikNetzfundstücke
Und abermals die immer gleiche Industrie!

Das Europäische Parlament hat die Mitglieder der Europäischen Union dazu aufgefordert, einen Plan zur Kriminalisierung von Urheberrechtsverstößen voranzutreiben.

(Quelle)

Weil nämlich:

Der aktivste Unterstützer der Gesetzesvorlage ist der Italiener Nicola Zingaretti. „Organisiertes Verbrechen findet man weltweit und nimmt keine Rücksicht auf Grenzen. Wir wollen sicherstellen, dass Fälscher innerhalb der EU bestraft werden können“, sagte Zingaretti in einer Stellungnahme.

Er betonte, dass man mit dem Gesetz organisiertes Verbrechen im Stile der Mafia bekämpfen will. Es soll nicht darum gehen, Kinder für das Herunterladen von Musik zu bestrafen.

(Alle Hervorhebungen von mir.)

Dann doch mal eins nach dem anderen:
Ein Italiener möchte EU-weit gegen organisiertes, erst noch gesetzlich definierbares Kopierverbrechen „im Stile der Mafia“ vorgehen?

So weit, so gut. Das lässt, so rein von der Formulierung her und so, zwei Interpretationen zu:

  1. Er möchte gegen massenhafte Verbreitung illegaler Kopien vorgehen und benutzt hierbei die lustigerweise ebenfalls italienische Mafia als Vergleich. Gegen die man in seinem Land, glaubt man der Wikipedia, seit sagenwirmal 150 Jahren schon vergeblich vorzugehen versucht, was aber regelmäßig an der Korruption im Land gescheitert ist.
    Ein hübscher Vergleich, ja.
     
  2. Eigentlich völlig albern, nur des schönen Wortspiels wegen:
    Er möchte, dass man im Stil der Mafia gegen Raubkopierer vorgeht. So richtig mit Bestechung, Bedrohung und allem Drum und Dran.
    Aber wofür braucht man da ein neues Gesetz?

Und aber immerhin ist’s beruhigend, dass man mit dem geplanten Gesetz nicht gegen kleine Fische resp. Kinder vorzugehen gedenkt. Für ein paar lächerliche Musikstücke würde man doch niemals das Leben des Täters für die nächsten paar Dekaden im Voraus ruinieren. Nein, hier wird es weiterhin bei angemessenen Geldstrafen bleiben. Sagen wir: 2.500 Euro pro so genanntem Lied (ihr wisst schon, Mark Matlock und wie sie alle heißen)?

Immer gesetzt den Fall, man ist ausreichend desinformiert, natürlich.

Owei, owei!


Nachtrag:
Eigentlich ist es erschütternd, aber dann habe ich doch darüber gelacht. Man muss nur den Ton weglassen, sobald der Pocher erscheint.

Netzfundstücke
Medienkritik I: Das SPIEGEL-BILD.

Gerade frisch auf meinen Schreibtisch (desktop, haha) kommt die für das politische Weltgeschehen wohl unabdingbare Meldung, dass der aus teils unverständlichen Gründen so genannte KulturSPIEGEL sich mit ausgerechnet dem Prekariats-Tittenheftchen BILD auf einen neuen Bestseller einigen konnte, und obendrein ist’s einer, bei dem hinten und vorne nichts zu stimmen scheint – die Formulierung „auf einen Bestseller einigen“ ist in diesem Fall übrigens auch per se saukomisch, wenn man „Bestseller“ nicht auf die Anzahl der Verkäufe bezieht, was in diesem Fall auch reichlich verfrüht wäre; aber weiter – und dessen Äußeres, inklusive des Titels, gut sichtbar von einem eigentlich auch nicht übermäßig besseren anderen Werk „inspiriert“ wurde (Tempora mutantur, et mutamur in Illies, © S. Gärtner); was bleibt einem da noch zu schreiben?

Der SPIEGEL wird auch immer schlechter.

Sonstiges
Man müsste einfach prominent sein.

(@^Death^) mir is grad der eine von culcha candela übern weg gelaufen ;(

Man müsste einfach prominent sein.

Heutzutage genügt es dazu völlig, bspw. mit Dieter Bohlen zu pimpern, und schon darf man in drittklassigen Fernsehsendungen auftreten, seine fehlende Gesangsbegabung auf Silberlinge pressen lassen und sich von der ganzen Welt anhimmeln lassen.

Und wenn man dann auf der Straße entlang geht und sich über all die Schafe amüsiert, die einem jeden Wunsch von den Augen ablesen würden, nur um hinterher stolz in ihr irrelevantes Weblog und/oder auf ihre irrelevante, mit Meerschweinchen- bzw. Musikerfotos gespickte MySpace-Seite schreiben zu können, dass man nun auch zu den geschätzten siebenunddrölfzig Auserwählten gehört, die [enter name here] bei Edeka an der Kasse gesehen haben – dann merkt man vielleicht, was man für ein erbärmliches Häuflein Mensch ist.

Wer ist eigentlich Culcha Candela?

In den NachrichtenPolitik
Mohammed zum Zweiten

Während der SPIEGEL es sich in seiner dieswöchigen Ausgabe nicht nehmen lässt, die Sache mit Ludwigshafen mit plakativen Fotografien von „Nazis raus!“ skandierenden Menschenmengen zu dekorieren, ist wenigstens die heutige FAZ ein attraktiver Lichtblick aus dem Dunkel der sich tief bückenden Volksmedien, wenn auch bezgl. einer anderen Thematik; ich zitiere mal:

So gut wie alle nationalen dänischen Zeitungen haben am Mittwoch die Mohammed-Karikatur des Zeichners Westergaard gedruckt, gegen den Mordpläne geschmiedet worden waren. (…) [Westergaard] lebt seither unter Polizeischutz.

Und das Ganze da, wo es hingehört: Ganz oben auf der Titelseite nämlich. The West is the best, immerhin.

Ob dieser Akt der Solidarität nun tatsächlich richtig aufgefasst wird oder die sich stets stellvertretend sorgenden Boulevardblätter erneut Hass und Faschismus herauslesen, wird sich nun zeigen; aber wir (i. s. ausnahmsweise mal die europäischen Völker) müssen ja auch nicht alles mit uns machen lassen.

Ich freue mich schon auf den nächsten „Dialog der Kulturen“ auf „gleicher Augenhöhe“. Wie bei einem alten Ehepaar läuft ein solcher stets ab: Einer redet, einer nickt.
Wer ist wer?

Übrigens ist die Überschrift zum unvermeidlichen „Erdogan und Ludwigshafen“-Artikel in der FAZ auch sehr schön:

„Erdogan schürt Ängste“


Nachtrag von 23:01 Uhr:
Ging ja flink; schon werden wieder Flaggen verbrannt, Applaus!