KaufbefehleMusikkritik
Queen — A Night At The Opera

queen-a-night-at-the-operaVon Queen hielt ich aus ähn­lichem Grund nie allzu viel wie von Muse: Dieses Operetten­hafte, Kün­stliche, Über­höhte tut mir beim Hören auch kör­per­lich weh. Wenige Glanzstücke wie “Sheer Heart Attack” und “Stone Cold Crazy” ste­hen der grauen­vollen “Bohemi­an Rhap­sody”, dem von Fußball­glotzern per­vertierten “We Are The Cham­pi­ons”, dem prahlerischen “We Will Rock You” und weit­eren Unmöglichkeit­en ziem­lich wehr­los gegenüber. Fred­die Mer­cury mag ein Stil prä­gen­der Sänger gewe­sen sein, aber seinen Stil mag ich nicht.

Blöder­weise schließt man — schließe ich — wider besseren Wis­sens von einem einzi­gen wirk­lich schlecht­en Stück oft auf das ganze Album. Lück­en­füller als solche zu erken­nen ver­mag man nur, wenn man bere­it ist, sich dem ganzen Album trotz der Abschreck­ung zu wid­men. Vorurteile, die ich immer noch nicht ganz abge­baut habe, sind trotz mehrfach­er Ver­suche, mich selb­st vom Gegen­teil zu überzeu­gen, zum Beispiel Mar­il­lions “Mis­placed Child­hood” (wegen “Kayleigh”, dessen elende Ohrwur­m­melodie einem auch nach fast 30 Jahren noch aus jedem zweit­en Radiosender ent­ge­gen­nudelt) und eigentlich jedes Album von Queen, weil ich von Queen zuerst “Queen Rocks”, dieses selt­same best of aus den Neun­zigern, besaß, auf dem zwar die gewohn­ten Mitk­latschhym­nen und einige selb­st mir gefal­l­ende Lieder (“Stone Cold Crazy”, “Sheer Heart Attack”, “One Vision”) zu find­en sind, allerd­ings nichts, was umw­er­fend anders wäre.

Dann habe ich mir noch mal Queens “A Night At The Opera” von 1975 ange­hört, weil das Inter­net fand, ich hätte da was ver­passt. Ja, habe ich wirk­lich.

Schon das erste Stück, “Death On Two Legs (Ded­i­cat­ed to…)”, hat mit dem fröh­lichen Poprock der Radio-Queen nicht viel zu tun. Leise Klavierk­länge wer­den allmäh­lich begleit­et von anschwellen­der, bek­lem­mender Perkus­sion. Es fol­gt ein Ohrwurm fördern­der Rock’n’Roll-Teil, in dem sich E‑Gitarre und Klavier ein Gefecht liefern, während Fred­die Mer­cury für Nor­man Sheffield, den vor­ma­li­gen Man­ag­er der Band, ein nicht sehr fröh­lich­es Lied­chen zum Besten gibt: “You suck my blood like a leech / You break the law and you breach”, Bri­an May bril­liert dazu mit vortr­e­f­flichen Gitar­ren­soli. An den “zorni­gen” Fred­die Mer­cury kön­nte ich mich gewöh­nen.

Ganz anders der “Prophet’s Song”, die bessere “Bohemi­an Rhap­sody”: Wiederum ein Geräusch-Intro, das mich an Wind und Meer erin­nern lässt, Gitarre und Klavier set­zen mit einem ersten Refrain ein: “Oh oh, peo­ple of the earth / lis­ten to the warn­ing, the seer he said: / ‘Beware the storm that gath­ers here. / Lis­ten to the wise man!’ ” Einen Gen­rewech­sel später geben Bass und Schlagzeug einen treiben­den Marschrhyth­mus vor. Der zweite mehrstim­mige Refrain wirkt beina­he bedrohlich. Bedrohlichkeit ist sowieso eine nen­nenswerte Eigen­schaft dieses Stücks, aber da ist auch noch der Mit­tel­teil: Fred­die Mer­cury singt im Terzett mit zwei sein­er eige­nen Echos und klingt nicht mal dann nach Operettenkram. Anschließend find­en die Musik­er zurück zum musikalis­chen The­ma des Anfangs.

Queen — The Prophets Song

Natür­lich ist auch “A Night At The Opera” kein per­fek­tes Album, natür­lich hat es Län­gen, Eck­en und Kan­ten.

Aber — ich kor­rigiere mich aus­nahm­sweise gern — “A Night At The Opera”, in sein­er Dunkel- wie Ver­track­theit das musikalis­che Gegen­stück zum im Fol­ge­jahr veröf­fentlicht­en “A Day At The Races”, ist nach meinem Ein­druck wohl eines der besten Musikalben von Queen, es sollte nicht unge­hört verklin­gen.

Aber die “Bohemi­an Rhap­sody” hätt’ wirk­lich nicht sein müssen.


Auch mal schön: SPD stimmt gegen Verbindlichkeit von SPD-Kon­vents­beschluss. Wen wundert’s?

Sonstiges
Medienkritik in Kürze: Frauentitel, Oktober 2014.

Es wird Herb­st, die Frauen­zeitschriften schla­gen wieder aus.

Die “JOY” (Aus­gabe für Okto­ber 2014) ver­spricht “Ham­mer-Haare” — keine schöne Aus­sicht:

JOY Oktober 2014

Außer­dem: “Das ver­rät Ihr Name über Sie” und “Die geheim­sten Loca­tions” Berlins, also nicht ein­fach nur geheim, son­dern richtig dolle geheim, wie man es aus ein­er uner­forscht­en Kle­in­st­stadt wie Berlin eben ken­nt.

Ander­swo geht es längst um Wichtigeres:

ok! Oktober 2014

Das Mag­a­zin “ok!” stellt mit Geris­senheit sich­er, dass ich die Ankündi­gung unten rechts dreimal lese, und anson­sten scheint sich eine Lena Ger­cke (wer ist das?) von einem Sami Khedi­ra (wer ist das?) getren­nt zu haben. “Das Pow­er-Paar in der Krise”, denn es gehört schon eine Menge pow­er dazu, Teil eines Paars zu sein, das für irgend­was bekan­nt gewor­den ist.

Tren­nun­gen scheinen ohne­hin ger­ade en vogue zu sein, weiß man auch bei “InTouch”, deren Titelredak­tion es ander­er­seits als “Kilo-Schock” erachtet, wenn man von Schwanger­schaft schw­er­er wird:

InTouch 40-2014

Außer­dem, so “InTouch”, sei irgen­deine Sabia hin­sichtlich irgen­dein­er Sylvie zu weit gegan­gen. Sabia, so berichtet “Clos­er” (Mot­to: “Stars, die wirk­lich inter­essieren”) wiederum, habe Sylvie näm­lich zum Weinen gebracht:

Closer 40-2014

Außer­dem noch eine Tren­nung, dies­mal sog­ar mit jeman­dem, den ich kenne: Cora und Ralf Schu­mach­er näm­lich hät­ten sich eben­falls getren­nt. Warum das bericht­enswert ist? Na, es sei ja auch ein “Schock für [den] kranken Schu­mi” (Michael Schu­mach­er, A.d.V.). Her­zlose Cora “&” Ralf — hät­ten die nicht warten kön­nen, bis es “Schu­mi” wieder bess­er geht?

:wallbash:

InternesMir wird geschlecht
In eigener Sache: Endlich Sekundärquelle!

Arne Hoff­mann, seines Zeichens umstrit­ten­er Män­nerrechtler und Blog­ger, hat ein Buch geschrieben, und ich komme auch drin vor:

Männerpolitik

(Hin­weis: Trotz Kom­pres­sion ist die Vol­lan­sicht noch recht groß; ich empfehle eine mobile Ansicht nur mit Daten­fla­trate oder im WLAN.)

Mir kom­men die Män­nerträ­nen vor Rührung — ich hab’ alles erre­icht und füh­le mich mehr als nur bloß geehrt. Eine Fußnote! In einem Buch! Mit Seit­en drin! Schwest­er, meine Tablet­ten!

(via @NetReaper)


Apro­pos “ich werd’ bek­loppt”:

Wie wäre es

Ich wüsste schon, wie das wäre, Twit­ter. Darum tu’ ich es nicht. :irre:

In den NachrichtenPiratenparteiMontagsmusik
Oxide & Neutrino — Up Middle Finger

Huch - KäuzchenMon­tag. Man sollte dieses Wort als Schimpf­wort in ein Schimpfwörter­lexikon aufnehmen.

Weil’s eben passt: Ein Großteil des Bre­mer Lan­desver­ban­des der Piraten­partei, der sich zu Unrecht (lokale Kopie) nicht mehr willkom­men fühlte, hat’s der Berlin­er Parteipromi­nenz nachgemacht und ist aus­ge­treten, natür­lich nicht immer ohne einen Blo­gein­trag. Viel Geschrei allerorten. Der Berlin­er Lan­desver­band ist schon weit­er, er hat sich gestern mehrheitlich dafür aus­ge­sprochen, mit vorhan­de­nen Mit­teln eine neue Partei zu grün­den, vor­erst als Zweit­partei. Ich ver­mute, dort wer­den sich in abse­hbar­er Zeit viele Mit­glieder der “Pro­gres­siv­en Plat­tform” sam­meln, was nur kon­se­quent wäre, immer­hin will am 28. Sep­tem­ber auf der “anderen” Seite des Piraten­spek­trums auch die Partei “Neue Lib­erale” (es gab bere­its 2010 den Ver­such ein­er Parteigrün­dung unter diesem Namen) einen Grün­dungsparteitag abhal­ten. Damit hät­ten sich nun sowohl der “neolib­erale Flügel” als auch der “Flügel” der­er, die nach 2009 die Piraten­partei bei eher mauem Wäh­lerzus­pruch von ein­er Nerd- zu ein­er erkennbar “linken” Partei erweit­ern woll­ten, selb­st­ständig gemacht; zurück aber bleibt wom­öglich keine rauchende Ruine, son­dern eine Partei, die wohl zumin­d­est nicht mehr zwis­chen den ständi­gen Flügelkämpfen zer­ris­sen wird und deren Bun­desvor­stand zu weit­en Teilen auch von denen gewählt wurde, die die Vorstel­lung von ein­er Partei, die sich vor­rangig für direk­te Demokratie, ein mod­ernes Urhe­ber­recht, Daten­schutz und Pri­vat­sphäre ein­set­zt, noch immer nicht aufgegeben haben. So weit die The­o­rie.

In der Prax­is allerd­ings ist immer noch Mon­tag. Und Mon­tage sind wirk­lich, wirk­lich nicht gut. Aber was soll’s? Die Mon­tagsstim­mung raus und es kann los­ge­hen.

Oxide & Neu­tri­no Up Mid­dle Fin­ger

Did­n’t wan­na back we / now they beg friend
Up mid­dle fin­ger / I show them

Guten Mor­gen. :aufsmaul:

In den NachrichtenPiratenpartei
Ausgelauert

Erin­nert sich noch jemand an Christo­pher Lauer?

Christo­pher Lauer war unlängst noch, nun, charis­ma­tis­ch­er Lan­desvor­sitzen­der des Lan­desver­ban­des Berlin der Piraten­partei Deutsch­land und fiel in den let­zten Jahren meist dadurch auf, dass er poli­tis­che Geg­n­er im Berlin­er Abge­ord­neten­haus eben­so wie in diesen scheußlichen talk­shows genüsslich zer­riss, wobei er sich auch in der eige­nen Partei sel­ten mit Kri­tik zurück­hielt.

Sein jüng­ster großer Auftritt, die Bewer­bung als poli­tis­ch­er Geschäfts­führer auf dem außeror­dentlichen Bun­desparteitag in Halle, hat­te auch für mich als Teil des anwe­senden Pub­likums einen hohen Unter­hal­tungswert:

Christo­pher Lauer grandiose Kan­di­datur Rede beim #aBPT14

So dreist und satirisch diese Rede auch gewe­sen sein mag, er ver­drängt nur teil­weise den schwe­len­den Rich­tungsstre­it (wir erin­nern uns: auf diesem Parteitag hat der pro­gres­sive Flügel der Piraten­partei jeglich­es Vor­stand­samt auf Bun­de­sebene aufgeben müssen). Christo­pher Lauer als Vertreter des linken Teils der Piraten­partei hat sich hier als Lan­desvor­sitzen­der also mit ein­er Mehrheit — den Lib­eralen (von den Pro­gres­siv­en gern bek­loppter­weise auch die Recht­en genan­nt) — angelegt.

Es ist in der Piraten­partei nicht ver­boten, einen Parteitag zu trollen, was mir sehr gele­gen kommt; die Satzung gilt trotz­dem. Vom neuen Bun­desvor­stand, der auf diesem Parteitag gewählt wurde, wurde auch erwartet, sich nicht zum Spiel­ball machen zu lassen, wie es der vorherige Bun­desvor­stand war. Gerücht­en zufolge hat dieser Bun­desvor­stand auch angemessen reagiert und satzungs­gemäß nach vorheriger Anhörung möglicher­weise Ord­nungs­maß­nah­men gegen Christo­pher Lauer ver­hän­gen wollen, der Anhörung­ster­min wäre der 25. Sep­tem­ber gewe­sen. Auch son­st macht der amtierende Bun­desvor­stand vieles anders und ver­sagt etwa der “open­mind”, der Kon­ferenz mit dem Sym­bol der verkrampft geschlosse­nen erhobe­nen Faust, die Unter­stützung.

Gestern trat Christo­pher Lauer aus und kam damit ein­er Amt­sen­the­bung zuvor. Manche Mit­glieder der “pro­gres­siv­en” — 2009 nan­nte man ja noch die “Net­zpoli­tik­er” in der Partei “pro­gres­siv” — Partei­seite fol­gten seinem Beispiel, oft unter großem Gezeter (auf Twit­ter) und Applaus (ebd.), denn ein leis­er, unkom­men­tiert­er Aus­tritt ist ja doch nicht stilecht.

Sein Man­dat im Berlin­er Abge­ord­neten­haus möchte der “Bubi” (Christo­pher Lauer über aus­ge­tretene Parteim­it­glieder) übri­gens behal­ten. Aus Grün­den.

Wir haben uns das auch ein­fach­er vorgestellt.


Nach­trag: Auch Anne Helm (“THANK YOU BOMBER HARRIS” — lei­der über­schat­tete diese doch eher unüber­legte Aktion ihre bis dahin weit­ge­hend löbliche Arbeit für die Men­schen­rechte) und Oliv­er Höf­in­g­hoff sind aus­ge­treten, bedauernd begleit­et von den Medi­en, die einen Aus­tritt, wenn er nur laut genug ertönt, grund­sät­zlich als Zeichen für das sichere Ende der Piraten­partei deuten wollen; andere gehen, weil der Bun­desvor­stand ihnen ver­meintlich nicht antifaschis­tisch genug sei. Die Piraten­partei ist zwar keine Antifa-Ver­anstal­tung, wohl aber ist sie — wie alle guten demokratis­chen Parteien — total­itären Strö­mungen gegenüber neg­a­tiv eingestellt.

Die Piraten­partei stellt zweifel­sohne gesellschaftlich radikale Forderun­gen; wem eine Partei, in der poli­tis­ch­er Radikalis­mus grund­sät­zlich nicht willkom­men ist, jedoch nicht weit genug geht, der war in der Piraten­partei von vorn­here­in falsch. Es wäre ver­früht, den Aus­tritt von Klassen­clowns und ehe­ma­li­gen Mit­gliedern, die sich mit den Grund­festen der Partei von Anfang an nicht iden­ti­fizieren kon­nten, als Zeichen für den Nieder­gang der Partei zu ver­ste­hen. Es ist vielmehr ein sicheres Zeichen dafür, dass sie wieder weiß, wo sie ste­hen möchte, und sich nicht noch länger mit Flügelkämpfen selb­st demon­tieren will. Ich bin damals in eine Partei einge­treten, weil ich das Urhe­ber­recht und aktuelle Überwachungs­ge­set­ze in der gegebe­nen Form nicht in Ord­nung fand und finde — nicht, um poten­ziell Gewalt­bere­ite zu ver­dreschen.

Ich finde das gut.

PersönlichesLyrik
Sie. (Fragment 9 einhalb, lose)

“Für mich ist die Welt nicht mehr in Ord­nung,
nicht früh um 7 und auch nicht nach der Tagess­chau.”
– Ton Steine Scher­ben: Wir müssen hier raus


… Es war ihr Stolz, der sie scheit­ern ließ.

Er hat­te sich das alles so viel leichter vorgestellt. Aber es gab so viel, was sie auseinan­der­drück­te, und obwohl er jedes Mal glaubte stärk­er zu sein, fühlte er sich doch schuldig an sein­er eige­nen Unzulänglichkeit.

Wohl hat­te er geah­nt, dass das nicht gut­ge­hen würde. Was kon­nte er ihr schon bieten außer seinem Herzen, das sich danach sehnte, die ruh­elose Phase zu been­den, und vielle­icht seinem Leben, das er noch führen wollte. Mit ihr? Das klang ver­lock­end. Er fühlte sich zum ersten Mal im Leben gereift, als er bei ihr war, zum ersten Mal wie jemand, der sein Spiegel­bild noch ertrug.

Und doch: Je mehr er sich nach ihr sehnte, nach ihr griff, nach ihr rief, desto schwieriger schien es ihm, Schritt hal­ten zu kön­nen. Sie war ihm immer über­legen, sie lebte. Sie schien unerr­e­ich­bar, das faszinierte ihn. Er fühlte sich ihr nicht gewach­sen, doch er hat­te sich schon viel zu oft unter­schätzt. Was kon­nte er ver­lieren, wenn er es wagte? Dieses Mal, nahm er sich vor, würde es für immer sein. Die richtige Zeit, der richtige Ort, das richtige Gefühl. Und doch, bei allem, was sie ihm in lauen Som­mernächt­en ges­tanden hat­te, war er immer zu feige gewe­sen, erfüllt von der Furcht sich aufzugeben, sich auf sie einzu­lassen.

Das alles war nun viele Wochen her, sie war längst weit­erge­zo­gen und hat­te, wer weiß?, ihn längst vergessen. Er aber blieb zurück, allein und voller Erin­nerun­gen an ihr Lächeln, ihre Wärme.

Und er wusste, was das bedeutete. …


“Liebe, Liebe, Liebelei,
mor­gen ist sie vielle­icht vor­bei.”
– Tony Hol­i­day: Tanze Sam­ba mit mir.

In den NachrichtenFotografieComputer
Schmeckt sicher “gut”.

Neulich bei Ede­ka:

"Kräuter"-Croutons


In weit­eren Nachricht­en: Das Leis­tungss­chmutzrecht wirkt.

Wer die Inter­net­suche von web.de, GMX oder T‑Online nutzt, bekommt keine Ergeb­nisse mehr von „Bild“, „Welt“, „Han­nover­sche All­ge­meine“, „Berlin­er Zeitung“ und zahlre­ichen weit­eren Online-Ange­boten von Zeitun­gen angezeigt. Die drei Por­tale haben jene Ver­lage, die in der VG Media organ­isiert sind, um Ansprüche aus dem neuen Presse-Leis­tungss­chutzrecht gel­tend zu machen, aus­ge­lis­tet.

Und als Näch­stes schmeißt Ama­zon alle Autoren raus, die gegen Ama­zon und sein Ange­bot protestieren, und vielle­icht merken dann ein paar Idioten, dass sie selb­stver­ständlich gern die Forderung stellen dür­fen, dass andere dafür Geld zahlen müssen, Wer­bung für sie machen zu dür­fen, dieses Geschäftsmod­ell allerd­ings nur bed­ingt real­ität­stauglich ist.

Ander­er­seits: Wür­den manche von ihnen etwas merken, wären sie nie zur HAZ gegan­gen.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Joe Sample Trio — Street Life

;-)Was für ein Woch­enende!

Im Osten des Lan­des fan­den wieder ein­mal Wahlen statt, und weil die Uhren dort anders tick­en als im Rest des Lan­des, hat die “Alter­na­tive für Deutsch­land” den Einzug in zwei weit­ere Lan­despar­la­mente geschafft, die F.D.P. bekommt wie üblich den Trost­preis für’s Mit­spie­len. Sym­pa­thisan­ten der kur­zlebi­gen Spaß­partei AfD find­en, die Pirat­en seien ja wohl weg vom Fen­ster. Wahlkampf ist der einzige Kampf ohne einen Ver­lier­er. Man kann sich auch tot­disku­tieren.

Auch tot ist übri­gens Joe Sam­ple (“Joachim Beispiel”). Das ist ein biss­chen schade, er war kein so übler Pianist. Begin­nen wir den Tag in stillem Gedenken mit ordentlich Death Met­al passender Begleitung:

“Street Life” — Randy Craw­ford (2006)

In weit­eren Nachricht­en: Chuck Nor­ris ist eine Farbe. Dieses Inter­net über­rascht mich immer wieder.

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Bio macht blöd

Erin­nert sich noch jemand an die Grü­nen, von denen man seit ihrem tiefen Fall im Jahr 1999 nicht mehr viel gehört hat? Die Grü­nen, ich erk­läre das kurz für die Jün­geren, sehen unge­fähr so aus:

Bio macht schön

Eigentlich also genau so, wie man sich seine Regierung schon immer gewün­scht hat. Aber die Grü­nen tauchen in der Presse kaum mehr auf, sie sind zu brav und kon­form gewor­den. Das ist auch nicht ganz unbe­ab­sichtigt, öffentlich präsen­tiert sich die Partei bevorzugt als Alles-ist-erlaubt-Partei:

Wir set­zen uns dafür ein, dass alle Men­schen die Frei­heit haben, ihr Leben selb­st zu gestal­ten. Die Grü­nen sind eng ver­wurzelt mit den Bürg­er­rechts­be­we­gun­gen, mit emanzi­pa­torischen Bestre­bun­gen. Diese wie auch lib­ertäre und lib­erale Tra­di­tio­nen prä­gen unsere gemein­same frei­heitliche Ori­en­tierung. Für eine Gesellschaft, die jedem eine Chance gibt. Ohne Bevor­mundung.

Außer, wenn’s um Klei­dung geht, denn da ver­liert auch eine bayrische Grüne die Fas­sung:

In Tra­cht nahm [Verkehrsstaatssekretärin Dorothee Bär, CSU] auf der Regierungs­bank Platz — was die Grü­nen-Abge­ord­nete Sylvia Kot­ting-Uhl (61) zu ein­er öffentlichen Kri­tik im Netz ermunterte. Es ging dabei keineswegs um Poli­tik, son­dern um das Dirndl der Bam­berg­erin. Dieses sei “rück­ständig”.

Frei­heit gern, aber ohne die Ein­hal­tung der Klei­derord­nung ver­fällt hier alles in Anar­chie. Anarchie!!1 :motz:
Turn­schuhe und Män­ner mit lan­gen Haaren sind kein Prob­lem, aber Dirndln sind eine klare Respek­t­losigkeit.

Vor­wärts immer, rück­wärts nim­mer!

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Dead Sara

Dead SaraIch bin ja meist ein Anhänger der leisen Töne, mitunter so leise, dass ich sie selb­st kaum vernehmen kann. Das Ein­tauchen in die Musik bedarf nicht viel­er Dez­i­bel. Sel­ten, ganz sel­ten aber finde ich auch an Rock­musik Gefall­en, die nicht lange zögert, son­dern direkt auf den Punkt kommt.

Das Debü­tal­bum von Dead Sara zum Beispiel.

Dead Sara ist in diesem Fall keine tote Frau, son­dern ein Rock­quar­tett — zwei Män­ner, zwei Frauen, von denen eben­falls keine Sara heißt — aus Los Ange­les, das 2013 mit Muse gemein­sam auf Tour war und trotz­dem nicht scheiße klingt. Das soll ihnen erst mal wer nach­machen. Ach, “Rock” ist ja wieder viel zu kurz gegrif­f­en:

Dead Sara | Test On My Patience Live @ The Viper Room 2.27.12

Ist das Gara­gen­grunge? Ist es Ston­er­punk? Nein, Dead Sara nen­nen sich selb­st eine Rock­band mit mon­strösen Gitar­ren­rif­f­en und einem wirk­lich fan­tastis­chen Gesang. Emi­ly Arm­strong sticht als Front­frau unter den zeit­genös­sis­chen Front­frauen der Rock­musik vortr­e­f­flich her­vor, die großar­tige Grace Slick von den nicht min­der großar­ti­gen Jef­fer­son Air­plane, heißt es, bewun­dert sie.

Dead Sara ste­hen Nir­vana musikalisch nahe, gele­gentliche AC/DC-Anlei­hen (“Timed Blues”) auf dem Album hinge­gen sind ver­mut­lich nur Zufall, aber fall­en nicht ein­mal als Fremd­kör­p­er auf. Selb­st die Sin­gle (ken­nt ihr eigentlich noch CD-Sin­gles?) “Weath­er­man” ist klasse:

Dead Sara — “Weath­er­man”

Ich möchte das jet­zt ein­fach mal emp­fohlen haben.

In den NachrichtenNerdkrams
Kurz gefragt zur gestrigen Apple-Keynote

Außer diesem Com­ic fällt mir angesichts der momen­ta­nen Apple-Nachricht­en­schwemme ger­ade nur eine Frage ein:

Ob es den vie­len, vie­len Men­schen und “Jour­nal­is­ten”, die gestern stun­den­lang ungeduldig vor dem Bild­schirm oder gar vor Ort aushar­rten, um einem pro­fes­sionellen Pro­duk­tvertreter applaudierend dabei zuzuhören, wie er Dinge, die Konkur­ren­zpro­duk­te längst beherrschen, als inno­v­a­tiv anpreist, bewusst ist, dass sie nichts weit­er bei­wohn­ten als ein­er bloßen Verkaufsver­anstal­tung, die von ein­er Tup­per­par­ty nur der Preis der Ware unter­schei­det?

Spaß mit SpamInternes
Anfrage Linkentfernung

Die Soft­ware Word­Press, die seit 2005 auch Basis für diese Web­site hier ist, hat den großen Nachteil, dass sie URLs in Kom­mentaren erlaubt, dass also ein Kom­men­ta­tor zusät­zlich zu seinem Senf noch einen Ver­weis auf seine (oder eine beliebige andere) Web­site hin­ter­lassen kann.

Kom­men­tarspam­mer haben das jahre­lang aus­genutzt, da auch Links in Kom­mentaren von schlecht­en Such­maschi­nen wie Google oft einen pos­i­tiv­en Ein­fluss auf die Bew­er­tung der jew­eili­gen Web­site hat­te. Auch bei mir hat sich zumin­d­est eine Kom­men­ta­torin mit einem unauf­fäl­li­gen Ver­weis bemerk­bar gemacht, der Rest ist möglicher­weise im Spam­fil­ter hän­gen geblieben.

Google mag das aber nicht mehr. Und so bekam ich heute eine Mail, die ich hier auszugsweise wiedergebe:

Hier­mit möcht­en wir uns an Sie als Web­mas­ter von

(ver­link­te Adresse)

mit fol­gen­der Bitte wen­den:
Wir lesen sehr gerne Ihre Beiträge und kom­men­tieren diese auch mit Freude. Jedoch möcht­en wir auf die Links in den Kom­mentaren zu unser­er Web­site verzicht­en, darum bit­ten wir Sie den unten genan­nten Link zu ent­fer­nen. Den Con­tent kön­nen Sie ganz nach Ihrer Vorstel­lung belassen oder auch löschen. Wir freuen uns aber natür­lich, wenn Sie den Con­tent trotz­dem belassen, damit wir einen Mehrw­ert zu ihren Beiträ­gen bieten kön­nen.

Mit anderen Worten: Die Ver­ant­wortlichen haben irgend­wo gele­sen, dass der “Back­linkspam” von Google nicht mehr so toll gefun­den wird, und wür­den ihn gern nachträglich ent­fer­nen, um ihre Weste reinzuwaschen.

Da helfe ich doch gern:

Hal­lo,

> Wir lesen sehr gerne Ihre Beiträge und kom­men­tieren diese auch mit Freude.

Das haben Sie genau ein­mal getan.

> Jedoch möcht­en wir auf die Links in den Kom­mentaren zu unser­er Web­site
> verzicht­en, darum bit­ten wir Sie den unten genan­nten Link zu ent­fer­nen.

Ich fürchte, diesem Wun­sch werde ich nicht ohne Weit­eres nachkom­men.

Ich habe sehr wohl gele­sen, dass Sie momen­tan recht viele “Web­mas­ter” anschreiben, weil Sie fürcht­en, dass Sie in Google schlechter gestellt wer­den. Das heißt, Sie haben über einen lan­gen Zeitraum Ihre Web­site aggres­siv per Kom­men­tarspam bewor­ben (und damit fremde Webauftritte, auch den meinen, als Lit­faßsäule ver­wen­det) und nun ein Prob­lem damit, dass Ihr Spam auch als Spam bew­ertet wird? Das ist unfrei­willig komisch.

Ich mache Ihnen ein Ange­bot: Gegen eine Zahlung von 20 Euro (Pay­pal bevorzugt) ent­ferne ich jeden Link auf Ihre Web­site. Anson­sten bleiben Sie drin.

Ich bin ja nicht so.

PersönlichesMontagsmusik
The Rolling Stones — Gimme Shelter

Schräges KäuzchenEs ist Mon­tag. Ich weiß auch nicht, wie wir das immer machen.

Draußen ziehen Wolken vor­bei und verdeck­en Erken­nt­nisse und Him­mel­skör­p­er. Die OECD fand jet­zt her­aus, dass Leute mit weniger Geld weniger kaufen kön­nen. Mit­men­sch Durch­schnitts­bürg­er sitzt auf seinen Mil­liar­den und dreht sich noch mal rum, weil Auf­ste­hen sich ja dann doch nicht lohnt; der näch­ste Krieg kommt bes­timmt. Außen so kaputt wie man’s innen eben schon aufgegeben hat.

Wenn der eigentliche Krieg doch sowieso der Krieg gegen sich selb­st ist, der Kampf gegen die Bequem­lichkeit und um sich und das, was man sich wün­scht. Schutz und Zuflucht nur im Schreiben, draußen sind Men­schen, und das an einem Mon­tag. Ihr macht es einem schw­er. Kryp­tik ist für Nar­ren, auf die Zwölf ver­ste­ht jed­er. Es schlägt Dreizehn (bzw. halb neun).

The Rolling Stones — Gimme Shel­ter — the best ver­sion ever.

War, chil­dren, it’s just a shot away.

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenNerdkrams
Twitter macht dicht.

Twit­ter hat wieder etwas geän­dert und die deutsche Inter­net­ge­meinde ist der­maßen empört, dass sie heute von 10 bis 12 Uhr einen geplanten Twit­ter­streik abhielt, der wie gewohnt fol­gen­los ver­hallte. Klar, so’n Sitzstreik ist bei ein­er Fab­rik wahrschein­lich effizien­ter als bei einem Mikroblog.

Worum geht es? Nun, Twit­ter zeigt kün­ftig auch möglicher­weise inter­es­sante Tweets von Leuten an, denen man nicht fol­gt. Bis­lang kom­men ja bere­its Leute, die zum Beispiel die offizielle Twit­ter-app unter Android nutzen (dazu später mehr), in den Genuss von Wer­beein­blendun­gen von Fir­men, denen man eben­falls nicht fol­gt.

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