Netzfundstücke
Menschenkritik extern: Arschkontakt!

Einige mein­er Mon­tagsmusiken sind ja jeden­falls optisch von eher mauer Qual­ität. Dabei habe ich oft nur die Wahl zwis­chen grauen­voller Optik und nicht zu ver­ste­hen­den Klän­gen, und was bei Musik wichtiger ist, soll­tet ihr eigentlich ahnen. Aber warum gibt es so viele schlimme Konz­ert­mitschnitte auf YouTube?

Das liegt an solchen Knal­lköpfen:

The­o­retisch kön­nte man dank Pro­jek­tion sehen, was in der Flo­ra passiert, wür­den nicht sämtliche Hip­ster, Vorstadtkinder und weit­eres Volk dieser Stadt ihre Smart­phones in die Höhe reck­en, um zu fil­men, was in fün­fzig Metern Ent­fer­nung an der Wand abge­ht. (…) Die Videos kön­nen unmöglich auch nur ansatzweise gut sein. Das ist ein dank der ganzen Rem­peleien gut durchgeschüt­tel­ter Pix­el­salat, auf dem wahrschein­lich max­i­mal die Ton­spur was taugt, auf der dann aber die johlen­den Umste­hen­den und vielle­icht ein paar Bässe und Beats zu hören sind, garantiert aber kein Text. Ver­mut­lich gibt es bessere Auf­nah­men vom Yeti als vom fre­itäglichen Begin­ner-Konz­ert von meinem Stan­dort aus.

Nun ist Jan Delays “Gesang” ohne­hin meist eine Her­aus­forderung für die Konzen­tra­tion, aber leichter wird’s dadurch nicht.

Was sind das für Leute, die auf gle­ich­wie schlim­men Konz­erten nur ihr dis­play im Auge haben? Na, Hip­ster halt. Bewaffnet mit Schal, Jute­beu­tel, hässlich­er Brille und Arschkon­takt? Arschkon­takt?

“Arschkon­takt”, alter Schwede, darüber hab ich mich mit vierzehn im über­vollen Schul­bus gefreut und das ist mir heute extrem pein­lich, die Gestal­ten neben mir tra­gen Voll­bart (natür­lich), Muskelshirt à la Cro (natür­lich) und die Caps rück­wärts. Natür­lich.

Manch­mal ist es schön, nicht in Ham­burg zu wohnen.


Ich bin der Fir­ma Google übri­gens sehr dankbar dafür, dass ihr “Play Store” automa­tisch zuerst die nüt­zlich­sten Kom­mentare zu ein­er app anzeigt.

Nützlichste zuerst

Wer weiß, was für wenig hil­fre­ichen Schrott Inter­essen­ten son­st zu lesen bekä­men?

In den NachrichtenNetzfundstücke
Gewaltvolles Abarbeiten

Über den aktuellen Fall von Nack­t­bildern von C- und D‑Prominenz, die nur für sich nackt und/oder fick­end posierten und das Ergeb­nis in die iCloud übertru­gen, wo sie jemand fand und im Inter­net verteilte, möchte ich allen­falls mein Unver­ständ­nis äußern. Wenn ich nicht möchte, dass Unbefugte mich nackt sehen, mache ich davon keine Fotos und stelle sie dann erst recht nicht einem mir per­sön­lich frem­den Server­an­bi­eter zur Ver­fü­gung. Aber ich bin natür­lich auch nicht so promi­nent, dass das über­haupt jemand sehen wollen würde. (Offen­le­gung: Ich möchte auch die allzu blonde Jen­nifer Lawrence nicht nackt sehen müssen.)

Das aber ist eine zumin­d­est fan­tasievolle Über­set­zung:

Das Angriffs-Skript namens iBrute gibt sich als die Find-My-iPhone-App aus und arbeit­et mit Gewalt mögliche Pass­wörter aus ein­er Liste ab, die der Angreifer zur Ver­fü­gung stellt.

(Her­vorhe­bung von mir.)

Ander­er­seits: Beschränk­te sich meine Arbeit darauf, Lis­ten abzuar­beit­en, wäre es wohl eben­falls nur noch eine Frage der Zeit. :aufsmaul:

Montagsmusik
Mike Oldfield — Tubular Bells

Eule skeptischUnd schon ist wieder Mon­tag. Der Tag wird gepflastert sein von aller­lei Wahlbericht­en aus Sach­sen. Was wird die F.D.P. nun machen? Was hält die AfD von der CDU? Wer war noch mal die SPD?

Es ist dunkel innen­drin, und auch draußen wird es wieder dun­kler. Die Käuzchen haben uns gewarnt. Es gibt nur das Mor­gen, das Heute ist stets das Falsche. der Blick nach vorn geht in die Röhre. Dauer­berieselung ohne Ver­stand, so weit ver­ste­ht man’s dann doch.

Und irgend­wo in der Musik­samm­lung schlum­mert das Stück, das den Geist befre­it vom Warum; das man seit Jahren zu hören vor sich hergeschoben hat und allmäh­lich begreift, wie kurzsichtig das war. Eine schöne Auf­gabe für euren Mon­tag: Hört mehr Musik, die ihr nicht zu mögen glaubt.

Apro­pos Röhre.

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenPiratenparteiPolitik
Notizen zur sächsischen Landtagswahl 2014

Die AfD ist mit fast 10 Prozent drin und die NPD mit unge­fähr fünf Prozent beina­he auch beziehungsweise nicht. Die SPD kommt auf etwa 12,2 Prozent.

Twit­ter­nutzer, Blog­ger und “Jour­nal­is­ten” sind so sehr darauf konzen­tri­ert, sich über die AfD zu empören, dass ihnen die momen­tan 40,2 Prozent für die recht­spoli­tis­che Spitzel­partei CDU — übri­gens das gle­iche Ergeb­nis wie 2009 — eben­so wenig sauer auf­s­toßen wie die Rolle der anderen Spitzel­partei (momen­tan “Die Linke.”) als zweit­stärk­ste Partei des Lan­des. Die stillschweigende mehrheitliche Dul­dung von 40,2 Prozent für die CDU ist ins­beson­dere einen Tag nach der diesjähri­gen “Frei­heit statt Angst” erschreck­end. Gestern wurde gegen Überwachung demon­stri­ert, heute find­et man irgendwelche Neolib­eralen schlim­mer. Apro­pos neolib­er­al: Die F.D.P. muss auch in Sach­sen draußen bleiben.

Eben­falls mit großem Abstand raus ist übri­gens die Piraten­partei. Das ist erstaunlich, immer­hin hat die säch­sis­che Piraten­partei im Wahlkampf mit Anne Helm (Wahlspruch: “Thank you, Bomber Har­ris!”) promi­nente Unter­stützung gehabt. Offen­bar hat der Wäh­ler die pos­i­tive Botschaft, mit der Piraten­partei an der Macht wür­den Prob­leme ein­fach weg­bom­bardiert, nicht so richtig ver­standen. Weil das links­fem­i­nis­tisch geprägte Auftreten der “Pirat­en Saxn” aber erfol­g­los blieb, will man nun endlich aus den Fehlern ler­nen: Jet­zt erst recht!

Aus den Rei­hen der Grü­nen kommt ein guter Rat für den weit­eren Umgang mit säch­sis­chen Wäh­lern:

Bomber Har­ris do it again!

Mit ein­er Wahrschein­lichkeit von 40,2 Prozent trifft es zumin­d­est die Richti­gen.

Persönliches
Der Geier Nachhall

Dass mein Kirchenaus­tritt nicht fol­gen­los ver­hallen würde, war mir ja beina­he schon klar.

Gestern erre­ichte mich ein am 11. August 2014 ver­fasster Brief, in dem der zuständi­ge Pfar­rer meinen Aus­tritt bedauert. Sog­ar die Brief­post der katholis­chen Kirche hinkt erschreck­end ihrer Zeit hin­ter­her. In diesem Brief stellte er hand­schriftlich die Frage, was sie — die Kirchen­leute — bloß falsch gemacht hät­ten. Offen­sichtlich scheint ein Aus­tritt ger­ade üblich zu sein, denn abge­se­hen vom hand­schriftlichen Teil han­delt es sich um einen Serien­brief. Ein Vere­in, der eine Serien­briefvor­lage zur Beant­wor­tung von Aus­trit­ten aus dem Vere­in benutzt, hat tat­säch­lich wohl größere Prob­leme als er selb­st annehmen dürfte.

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Politik
2015: Eine kleine Dystopie.

Han­nover, 2015.

Während die Frau des Haus­es mit ihrem EU-kon­for­men 500-Watt-Staub­sauger seit über ein­er Stunde vergebens den Tep­pich zu reini­gen ver­sucht, sitzt ihre Fam­i­lie vor dem mit dem elek­tro­n­is­chen Per­son­alausweis freigeschal­teten Smart-TV, in dem eine weit­ere Staffel “Pro­mi Big Broth­er” läuft. Die Teil­nehmer der Sendung sind wie immer völ­lig unbekan­nt.

Die inzwis­chen geset­zlich vorgeschriebene Wohnz­im­merkam­era filmt, wie der Vater lachend auf den Fernse­her zeigt: “Seht mal, wie blöde die sind!”

Abblende.

PolitikIn den Nachrichten
In aller Kürze: “Zum Glück wurde niemand verletzt.”

Na endlich:

Die Waffe, die min­destens fünf­fache Schallgeschwindigkeit — also mehr als 6000 km/h — erre­ichen soll, kön­nte Teil des “Prompt Glob­al Strike”-Programms wer­den. Es soll den USA ermöglichen, jedes Ziel der Welt inner­halb ein­er Stunde zu tre­f­fen.

Natür­lich nur zur Vertei­di­gung, ver­ste­ht sich:

Zwar kön­nen Interkon­ti­nen­tal­raketen auch mit nicht-nuk­learen Sprengköpfen bestückt wer­den, doch eine solche Nutzung hat die US-Regierung ver­wor­fen — aus Angst, dass andere Atom­mächte dies als nuk­learen Erstschlag missver­ste­hen kön­nten.

“Nein, Herr Botschafter, wir haben keinen nuk­learen Erstschlag gegen Ihr Land durchge­führt, nur eine Rakete, mit der man qua­si per Knopf­druck jeden Punkt auf der Erde kaputtsch­ießen kann, draufgeschossen.” — “Oh, dann entschuldigen Sie bitte die Störung.”

Zum Glück sind die Amerikan­er noch zu blöd, das Ding wenig­stens zuver­läs­sig zu bauen, so dass die Hoff­nung beste­ht, dass es beim Ein­satz den Amerikan­ern auf den Kopf statt in ein fremdes Land fällt:

Der Flugkör­p­er stürzte nur wenige Sekun­den nach dem Abheben auf das Start­gelände. (…) Man habe die Mis­sion abge­brochen, um die öffentliche Sicher­heit nicht zu gefährden.

Am Ende wird mit so einem mil­itärischen Gerät noch jemand ver­let­zt. Das wollen wir ja nicht. :ja:

Ich beginne mich mit unseren amerikanis­chen Fre­un­den ein wenig unwohl zu fühlen. Geht euch das auch so?

Netzfundstücke
Toll: Endlich unter Wasser telefonieren!

Der unglaublich bek­nack­te Eiseimer-Wet­tbe­werb, an dem momen­tan aller­lei Vol­lid­ioten teil­nehmen, ist sich­er nicht an euch vorüberge­gan­gen. Dass es dabei gar nicht darum geht, sich vor möglichst vie­len Leuten möglichst auf­fäl­lig zum Affen zu machen, wird gern überse­hen.

Dass viele Teil­nehmer gern vergessen, dass es eigentlich darum geht, Spenden zu sam­meln, macht ein Neuzu­gang deut­lich:

Sam­sung Galaxy S5 ALS Ice Buck­et Chal­lenge

Ich weiß nicht, wie viel das Sam­sung Galaxy S5 gespendet hat oder noch spenden wird, aber viel wird es wohl nicht sein. Aber ja-ha, wir haben es ver­standen, Sam­sung: Das Smart­phone ist also wasserdicht und die Konkur­renz nicht. Das ist sich­er sehr prak­tisch, wenn man mal unter der Dusche seine Klöten in der Fron­tkam­era anguck­en will.

So gut scheint dem Smart­phone das Eiswass­er aber nicht zu bekom­men: Kaum wurde es ver­gossen, springt die Uhrzei­tanzeige oben rechts von 14:16 auf 14:50 Uhr — und aller­lei Akku­ladung geht auch ver­loren. Da soll­tet ihr drin­gend nachbessern!

Bitte, gern. :irre:

In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Nackedeieiei!

Ben­jamin Schulz von SPIEGEL ONLINE, dessen Kürzel unter diesem Artikel ste­ht, ist offen­sichtlich ein­er von der kon­ser­v­a­tiv­eren Sorte:

Nackedei-Show (…) Nack­ige (…) Hin­terteile (…) Nackedeis

Kich­er, hihi. Mut­ti, die haben nix an! Dabei geht es um ein ern­stes The­ma:

Auf VH1 lief in den USA die Show “Dat­ing Naked”. (…) Klägerin Jessie Nize­witz bemän­gelt, dass sie in der Show nackt zu sehen gewe­sen sei.

Ja, ihr habt das richtig ver­standen: Eine US-Amerikaner­in nimmt an ein­er Sendung teil, die unge­fähr “nack­tes Ren­dezvous” heißt und in der es darum geht, dass sich nack­te Men­schen zu Paaren zusam­men­find­en, und verk­lagt anschließend diverse Men­schen, weil sie darin nackt zu sehen war. Ach, Verzei­hung: Nack­ig. Hihi­hi.

Ihr sei aber auch grobes Unrecht wider­fahren, teilte sie mit:

Nize­witz behauptet, in ein­er Szene des Trail­ers sei die Ver­pix­elung vergessen wor­den. (…) Nun sei sie zum Gespött auf Twit­ter gewor­den, klagt die 28-Jährige. Ihre Groß­mut­ter rede nicht mehr mit ihr. (…) Zudem hät­ten die Bilder eine begin­nende Romanze tor­pediert. “Er hat mich nach der Show nie wieder angerufen. Ich hat­te auf eine langfristige Beziehung gehofft.”

Wie muss man sich das mit der Groß­mut­ter vorstellen? “Kind­chen, ich bin entset­zt, du hat­test ja gar keine Pix­el an im Fernse­hen!” Und so ein Romanzenende ist natür­lich beson­ders schmerzhaft, wobei ich mich, wäre ich Jessie Nize­witz, zunächst ein­mal fra­gen sollte, ob ich mich mit jeman­dem auf eine Romanze ein­lassen sollte, der nicht mehr mit mir redet, sobald er mich ein­mal nackt gese­hen hat (und auch das, wie man so liest, nur von hin­ten).

Inter­es­sant wäre ja auch die Frage, wieso sich Frau Nize­witz in eine Nack­t­flirt­sendung inte­gri­ert, wenn sie doch offen­sichtlich eine nicht der Sendung zuge­hörige begin­nende Romanze hat, die ihr nicht ganz unwichtig zu sein scheint und die sie nicht nackt sehen möchte. Von einem inves­tiga­tiv­en Jour­nal­is­ten, wie es Ben­jamin Schulz (“SPIEGEL ONLINE”) wohl sein muss, ist das ja wohl zu erwarten!

Immer­hin gibt er seinen Lesern einen wertvollen Tipp mit auf den Weg:

Wer meint, mit “Dat­ing Naked” etwas ver­passt zu haben, sei auf kom­mende Woche ver­wiesen. Dann startet bei RTL “Adam sucht Eva — Ges­tran­det im Paradies”, eine weit­ere Kup­pelshow mit Nackedeis.

Hur­ra! Endlich wieder Brüste im Fernse­hen! :irre:

PolitikIn den Nachrichten
Vorwärtsverteidigung (2)

Die NATO von 1990 bis 2009:

NATO-Expansion - Quelle: Internet

Angela Merkel, 18. August 2014 (laut “Braun­schweiger Zeitung” von heute):

Die NATO muss sich auf die Vertei­di­gung (gegen Rus­s­land, A.d.V.) vor­bere­it­en, viel stärk­er als wir es in der Ver­gan­gen­heit hat­ten.

Die Frei­heit Deutsch­lands wird an der Ost­front vertei­digt. Der Russe ste­ht vor der Tür und uns im Weg. Was soll die Wirtschaft davon hal­ten?


Apro­pos “gefährliche Arschlöch­er”:

SPIEGEL ONLINE, 16. Sep­tem­ber 2011:

USA liefer­ten Ziel­d­at­en für türkische Angriffe auf Kur­den

SPIEGEL ONLINE, 11. August 2014:

Die USA haben damit begonnen, die kur­dis­chen Kämpfer im Nordi­rak direkt mit Waf­fen und Muni­tion auszus­tat­ten.

Wenig­stens gehen dem Waf­fen­ex­port auch ohne Rus­s­land nicht die Kun­den aus.

Montagsmusik
Jethro Tull — The Whistler

Kann auch nichts dafür: Ein Käuzchen.Es ist Mon­tag. Nein, schlim­mer: Es ist Mon­tag­mor­gen.

Nach einem Woch­enende voller Freude blickt man wieder in das tiefe Loch, das sich All­t­ag nen­nt. Mür­rische Men­schen in den Bussen und Bah­nen wer­den kon­trastiert von über­mäßig fröh­lich­er Jugend, die sich einan­der die Feier vom Fre­itag noch ein­mal erzählt. Sie waren ja alle nicht die ganze Zeit wachen Ver­standes selb­st dabei. Wenig­stens übergibt sich kein­er, das haben sie alle schon am Woch­enende getan, sagen sie lachend und ger­at­en nicht nur sprach­lich ins Stolpern. Mit solchem Nach­wuchs haben wir noch keinen Krieg gewon­nen. Wenn das der Bun­de­spräsi­dent sehen müsste, wäre er erschüt­tert.

Ander­er­seits: Jugend, die ständig unter Sub­stanze­in­fluss ste­ht, macht dabei wenig­stens nicht viel kaputt. Stellt euch vor, die wären stattdessen bei der Bank!

Ich mein­er­seits pfeif’ also drauf, zum Beispiel so:

Jethro Tull The Whistler

Guten Mor­gen!

MusikkritikKaufbefehle
Erst mal ’nen Tee: Margin — Psychedelic Teatime

Margin - Psychedelic TeatimeEine angenehme musikalis­che Über­raschung dieses Jahres ist übri­gens, dass Pink Floyd, ungeachtet des Todes ihres Key­board­ers Richard Wright, noch in diesem Jahr ein neues Stu­dioal­bum veröf­fentlichen wollen. Pink Floyd haben mit ihrem Früh­w­erk ja so einige Bands bee­in­flusst, viele Musik­er, die irgend­was mit Psy­che­del­ic Rock machen, berufen sich auf die Com­bo.

Darunter auch Mar­gin. Mar­gin, ein Berlin­er Musikpro­jekt um den Mul­ti­in­stru­men­tal­is­ten Lutz Mein­ert, veröf­fentlichte Ende Juni 2014 sein Debü­tal­bum “Psy­che­del­ic Teatime”, das, wie man’s im Rezensen­tengeschäft auszu­drück­en pflegt, den Geist der Pink Floyd atmet, aber eben doch mehr ist als eine bloße Kopie.

Das Album ist allerd­ings schon sehr klis­chee­haft, ange­fan­gen vom Titel und Cover­bild (Tee als Sym­bol für Dro­gen hat­ten ja bere­its Gong mit “Fly­ing Teapot” etabliert) und längst nicht endend mit der Aufteilung. Den Anfang näm­lich macht mit über dreiundzwanzig Minuten Länge das fün­fteilige “A Mys­te­ri­ous Cup of Tea”, das mit dem Geräusch des Eingießens von Tee begin­nt. Leise Klavier- und Tassen­klänge gesellen sich dazu. Hät­ten Pink Floyd ein Konzep­tal­bum über’s Teetrinken gemacht, hätte es wohl ähn­lich begonnen. Hier dominiert allerd­ings nicht die Gitarre, son­dern Keyboard/Synthesizer und Schlagzeug liegen im Vorder­grund. Gesang fol­gt im zweit­en Teil, und natür­lich geht es um Tee und um Pink Floyd: “A saucer­ful of secret sounds…”.

Über­haupt: Pink Floyd. “Psy­che­del­ic Teatime” beste­ht aus fünf Stück­en, aber in keinem davon wird die Ähn­lichkeit so deut­lich. Das Über­w­erk “Echoes” klingt hier eben­so immer wieder an wie spätere Glanzstücke wie “High Hopes”.

Zum Schluss klap­pert die Tee­tasse noch mal, und der “Psy­che­del­ic Under­ground” bricht los, zunächst als “Short Trip”. Dreiein­halb Minuten lang bret­tert fein­ster Psy­che­del­ic-Lärm auf den Hör­er here­in, im Text geht’s um den ver­rück­ten Hut­mach­er (cf. “Alice im Wun­der­land”), der eine selt­same Tasse Tee trinkt, und damit “willkom­men im psy­che­delis­chen Unter­grund”. Ich werd’ das Gefühl nicht los, dass gar kein Tee gemeint ist.

“Land­scapes on the Sky” ist ein nettes, aber musikalisch unin­ter­es­santes Füllsel, das instru­men­tale Space-/Krautrock­stück “Last Exit to Plu­to” mit seinem dom­i­nan­ten Bass indes weiß zu gefall­en. Der Rezensent sitz­tanzt die Bass­melodie mit und ist höchst erfreut. Es gilt diese Freude in voller Länge auszukosten, denn nach viel zu kurz scheinen­den zehn plus x Minuten ist sie schon wieder vor­bei. Nicht jedoch das Album selb­st, denn es fehlt noch “Psy­che­del­ic Under­ground — The Long Trip”.

Dieser wieder­holt zunächst den “Short Trip”, wiederum mit ein­er Anspielung auf das pink­floyd­sche “A Saucer­ful of Secrets”, wird aber noch ver­spiel­ter. Zehnein­halb Minuten fein­ster psy­che­delis­ch­er Artrock. Ich weiß das sehr zu schätzen.

Hör­proben stellt die Web­site der mir bis­lang unbekan­nten Plat­ten­fir­ma Madvedge bere­it, eine Viny­lauf­nahme scheint es aber lei­der nicht zu geben; auch Amazon.de ken­nt nur die CD- und die MP3-Ver­sion. Egal, seien wir mal nicht klein­lich, den Trip ist’s wert.

Wohl bekomm’s!

Nerdkrams
systemd: Linux und die Monokultur

Nach­dem OpenB­SD-Entwick­ler bere­its im August 2013 das Jahr-2038-Prob­lem — der klas­sis­che 32-bit­tige UNIX-time­stamp wird am 19. Jan­u­ar 2038 über­laufen — gelöst haben, legt ein Jahr später auch das nicht ger­ade für seine Inno­va­tion­skraft bekan­nte Lin­ux nach, für das es dann auch irgend­wann — vielle­icht noch dieses Jahr — eine Lösung geben soll. Beein­druck­end.

Aber um Entwick­lungs­geschwindigkeit geht es im Land der Soft­ware­frei­heit eben nicht, son­dern vor­rangig darum, nicht Win­dows zu sein. Als Lin­uxnutzer sei man mündig und frei, und wenn was nicht passe, könne man ja gehen.

Nun hat Lin­ux aber einige wenige Men­schen unter seinen Unter­stützern, die den Fehler machen, nur das Beste für alle Lin­uxnutzer erre­ichen zu wollen. Zu diesen Men­schen zählt Lennart Poet­ter­ing, der maßge­blich die Entwick­lung von PulseAu­dio — eine Sound-Mid­dle­ware, die sich im Ver­gle­ich mit ALSA dadurch ausze­ich­net, dass sie nicht funk­tion­iert — vor­angetrieben hat und nun im Auf­trag seines Arbeit­ge­bers Red Hat eine tolle neue Idee umge­set­zt hat, die eben­falls nicht funk­tion­iert: sys­temd.

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