PolitikIn den Nachrichten
Bumsrebellen

Die Ärzte, 2001:

Fick­en, fick­en, fick­en / gegen das Sys­tem!
Fick­en, fick­en, fick­en / ihr kön­nt nicht über­le’m!

“Sozial­partei” SPD, 2014:

“Men­sche­nun­würdi­ge Geschäftsmod­elle wie Fla­trate-Sex und Gang­bang-Par­tys wer­den ver­boten”, erk­lärte [Fam­i­lien­min­is­terin Manuela] Schwe­sig.

Wer sich erwis­chen lässt, ist wahrschein­lich, nun, gefickt, wenn nicht gar: am Arsch.

(Abt.: Niveau für Fort­ge­laufene.)

In den Nachrichten
“O Captain! My Captain!”: Trauerflor auf Küchenmöbeln allerorten

Die britis­chen Anar­chokomik­er Mon­ty Python haben Ende Juli dieses Jahres nach etwa 45 Jahren der gele­gentlichen Zusam­me­nar­beit und einem let­zten großen Auftritt in Lon­don die endgültige Auflö­sung der Truppe bekan­nt­gegeben. Damit endet ein Kapi­tel der glob­alen Humorgeschichte, das wohl noch so manche Gen­er­a­tion pos­i­tiv bee­in­flussen wird.

Lum­ber jack song

Viel mehr medi­ales Auf­se­hen allerd­ings erregte der vorgestrige Tod des Schaus­piel­ers Rob­bie Robin Williams, der sich, wie’s die Medi­en bericht­en, mit einem Sexspielzeug selb­st erstickt hat. Seit vorgestern nun wird rege aus seinen Fil­men zitiert, von “Peter Pan” über “Mrs. Doubt­fire” bis hin zum unver­mei­dlichen “Club der toten Dichter”, der nicht nur auf Twit­ter die Grund­lage für weltweite Trauerz­er­e­monien bildet, die sich bis ins öffentlich-rechtliche Fernse­hen aus­dehnen:

Mit ein­er ungewöhn­lichen Aktion hat “Tagesthemen”-Moderatorin Caren Mios­ga das Lebenswerk des gestor­be­nen Schaus­piel­ers Robin Williams gewürdigt. Während ihrer Sendung am Dien­stagabend stieg sie auf ihren Mod­er­a­toren­tisch und erin­nerte so an den “Club der toten Dichter”, einen der bekan­ntesten Filme des Hol­ly­wood-Stars.

Wie’s eben auf Twit­ter auch üblich war und ist, den Film auf sein alt­bekan­ntes Mot­to “carpe diem” einzu­dampfen, weil 140 Zeichen einem eben die Aus­drucksmöglichkeit­en beschnei­den: Macht etwas aus eurem Leben! Macht etwas Ungewöhn­lich­es! Macht genau das, was auch im Film vorkommt! Und so steigen sie auf die Tis­che und rez­i­tieren aus Walt Whit­mans immer gle­ichem Gedicht den immer gle­ichen Halb­satz, den auch Robin Williams (für weitaus mehr Geld) rez­i­tiert hat: “O Cap­tain! My Cap­tain!”. Carpe diem, pflücke den Tag. Schließe dich an. Hebe dich nicht ab aus der Menge der­er, die indi­vidu­ell das Gle­iche tun.

Und natür­lich wet­teifern Deutsch­lands Fernsehsender darum, wer aus dem Ableben mit den meis­ten Robin-Williams-Fil­men die höch­sten Quoten ziehen kann, und ich freue mich dann doch ein biss­chen darüber, dass Robin Williams haupt­säch­lich Schaus­piel­er und kein Musik­er war, denn dem Fernse­hen entkommt unsere­ins viel leichter als dem Radio, aus dem nach Michael Jack­sons Tod qua­si Dauergekiekse erscholl.

Die Besin­nung auf Horaz’ “carpe diem” ist, dies sei noch ange­merkt, keines­falls eine schlechte Idee, so lange es nicht bei bloßer Sym­bo­l­ik bleibt. Seid unangepasst in allem, was ihr tut. Mon­ty Python hat­ten es lange vor Robin Williams erkan­nt:

Ihr seid alle Indi­viduen

Aber auf die hört natür­lich mal wieder nie­mand.


Skan­dalös: Frau fand But­ter­swasti­ka auf unge­sun­dem Fraß und ver­lor sofort den Appetit auf sel­bi­gen. Der Umkehrschluss ist wahrschein­lich nicht zuläs­sig.

Montagsmusik
Bob Dylan — It’s Alright, Ma (I’m Only Bleeding)

Guckt nur zufällig so: Ein Käuzchen.Wie schön! Es ist Mon­tag! Erdoğan wird Präsi­dent. Mit denen kön­nen sie’s ja machen.

Nein, ein Mon­tag ist guter Tag, um beschwingt zu sein. Endlich raus aus dem Woch­enende und rein in den blühen­den Büroall­t­ag!

Warum nicht mal ein wenig beschwin­gende Folk­musik zum Mor­genkaf­fee?

Old lady judges watch peo­ple in pairs
Lim­it­ed in sex, they dare
To push fake morals, insult and stare
While mon­ey does­n’t talk, it swears
Obscen­i­ty, who real­ly cares, pro­pa­gan­da, all is pho­ny.

Guten Mor­gen!

In den NachrichtenPiratenpartei
Basisentscheid offline?

Beo (Symbolbild)Ach, Medi­en.

Vor beina­he genau vier Jahren schrieb ich:

LQFB jeden­falls ist bere­its in seinem aktuellen Zus­tand nicht weniger als eine Reform der Demokratie.

Bei “LQFB” (Liq­uid Feed­back) han­delt es sich, kurz gesagt, um eine seit Jahren im Test­be­trieb laufende Plat­tform, auf der Mit­glieder der Piraten­partei über Anträge abstim­men kön­nen. Ursprünglich hat­te sich die Piraten­partei Deutsch­land zum Ziel geset­zt, auf diese oder eine andere Weise mal unter dem Begriff “BEO” (“Basisentscheid online”), mal unter dem Begriff “SMV” (“ständi­ge Mit­gliederver­samm­lung”) eine ein­fach zugängliche Alter­na­tive zu den mehrmals jährlich an mitunter nicht für jeden Teil­nehmer ein­fach zu erre­ichen­den Orten stat­tfind­en­den Parteita­gen ein­richt­en zu kön­nen. Net­z­partei, ihr wisst schon.

Dieses Liq­uid Feed­back hat aber im Laufe der Zeit — abge­se­hen von der mis­er­ablen Beteili­gung, ein ständi­ger Inter­net­zu­gang wird für eine Mit­glied­schaft in der Partei auch nicht voraus­ge­set­zt — einige erhe­bliche Nachteile erhal­ten, seien es Del­e­ga­tio­nen, also die Konzen­tra­tion viel­er Stim­men auf einige wenige Mit­glieder, sei es die aus­bleibende Bere­ini­gung der Benutzer­daten­bank bei Aus­tritt oder aus­bleiben­der Beitragszahlung. Gegen­wär­tig ist LQFB also eigentlich nicht für verbindliche Mehrheitsab­stim­mungen inner­halb der Partei zu gebrauchen.

Da aber die Basis­demokratie in der Piraten­partei eine wichtige Rolle spielt, hat der Bun­desvor­stand sich nun vor­läu­fig auf eine andere Meth­ode zur Umset­zung des “Basisentschei­ds online” geeinigt:

Es gebe keine Soft­ware, mit der eine verbindliche Mit­glieder­be­fra­gung online abgewick­elt wer­den könne. Außer­dem seien solche IT-Sys­teme anfäl­lig für Manip­u­la­tio­nen. “Deswe­gen wer­den wir den ersten Basisentscheid jet­zt wohl ganz kon­ven­tionell, ganz herkömm­lich auf Papi­er durch­führen”, sagte [der Bun­desvor­sitzende Ste­fan] Körn­er.

Damit ist zwar noch kein “Basisentscheid online” umge­set­zt, aber zumin­d­est ist es so jedem stimm­berechtigten Mit­glied möglich, ohne kosten- und zeit­in­ten­sive Anreise zu einem Parteitag über Anträge abzus­tim­men; zudem ist die Miss­brauchs­ge­fahr ger­ing, denn Brief­post erre­icht sel­ten nicht erwün­schte Empfänger.

Aber was gab das nicht für ein tolles Bohei! Haha, diese Pirat­en. Post! Offline! Igitt! — Und so ist Twit­ter seit Stun­den voller Lästereien über dieses Vorge­hen. Dabei sind sich manche der Disku­tan­ten auch für bescheuerte Ver­gle­iche nicht zu schade:

Mit dieser “Es muss 100% sich­er sein”-Attitüde der #Pirat­en hät­ten wir wed­er Inter­net noch elek­trischen Strom oder gar Katzen­k­los.

Von hun­dert­prozentiger Sicher­heit war nie die Rede, und auch Abstim­mungen per Post — Briefwahl qua­si — sind nicht vor Miss­brauch geschützt, aber im Ver­gle­ich zur gegen­wär­ti­gen Alter­na­tive noch immer die bessere Wahl. Mit einem Katzen­k­lo würde ich allerd­ings tat­säch­lich gern irgend­wo beina­he sich­er abstim­men kön­nen. Wo genau geht das?

Der­art pri­vate Dinge wie eine Wahl nur deshalb ins Inter­net zu ver­lagern, weil’s hip ist, ist, gelinde gesagt, eine Scheißidee, so lange nicht gewährleis­tet wer­den kann, dass die genan­nten Prob­leme eines solchen Wahlsys­tems nicht behoben wer­den kön­nen. Post-pri­va­cy ist in der Poli­tik eben nicht egal.

Macht doch auch mal ein biss­chen Urlaub vom Inter­net!
Felix von Leit­ner

In den NachrichtenWirtschaft
“We are the 41 %!”

SPIEGEL ONLINE, 4. August 2014:

Die SPD und Teile der Union fordern den Abbau heim­lich­er Steuer­erhöhun­gen — doch Kan­z­lerin Merkel weist solche Pläne zurück: Die Kon­so­li­dierung des Haushaltes habe Vor­rang vor der Abschaf­fung der kalten Pro­gres­sion. (…) Die kalte Pro­gres­sion führt dazu, dass sich Arbeit­nehmer bei Lohn­er­höhun­gen, die nur die Infla­tion aus­gle­ichen, weniger leis­ten kön­nen als zuvor, weil sie gle­ichzeit­ig in einen höheren Steuer­tarif rutschen.

SPIEGEL ONLINE, 8. August 2014:

Die Große Koali­tion unter Bun­deskan­z­lerin Angela Merkel ist so beliebt wie nie: 59 Prozent der Befragten im ARD-Deutsch­landtrend sind mit der Regierung zufrieden.

O_o

Möglicher­weise befragt man für den ARD-Deutsch­landtrend auss­chließlich Rent­ner, denen es ohne­hin wurscht ist, und Vertreter des gehobe­nen Mit­tel­stands, die sich mit den Sor­gen der Arbeit­nehmer nur im Wahl­jahr herum­schla­gen müssen, anders kann ich mir das nicht sin­nvoll erk­lären. Die ehe­ma­lige Weltkriegs- und Arbeit­er­partei SPD jeden­falls macht als Teil dieser Regierungskoali­tion einen eher schwäch­lichen Ein­druck, aber das ken­nen wir ja bere­its von ihr. Keine Sau braucht mehr die F.D.P.

Ich jeden­falls, “ARD-Deutsch­landtrend”, gehöre zu den unzäh­li­gen Prozent, die kein “Befragter” sein dür­fen; ander­er­seits wäre meine Mei­n­ung zur “Arbeit” der Regierung wom­öglich nur wenig zitier­fähig. Ich bin die 41 Prozent, und viele andere sind es auch. 41 Prozent entspreche laut SPIEGEL ONLINE unge­fähr dem virtuellen Wahlergeb­nis der CDU/CSU laut aktueller “Son­ntags­frage” (“Steh’ ich auf oder bleib’ ich im Bett?”). Bei 41 Prozent scheint es sich also um eine über­wälti­gende Mehrheit der Bürg­er zu han­deln.

Ich bin nicht nur “nicht zufrieden”, ich bin sog­ar höchst unzufrieden. Wut, Bürg­er. Ander­swo entste­hen so Rev­o­lu­tio­nen. Die SED erfuhr ihrerzeit auch eine große “Zus­tim­mung”; die hat aber auch die Steuern nicht erhöht. Vielle­icht wäre sie son­st noch an der Macht.

Und die Regierung schaut nur zu.
Die Ärzte: Regierung

In den NachrichtenMir wird geschlechtNetzfundstücke
Kurz verlinkt: Der Iwan, die Mina und das Gewaltmonopol

Nie wieder Krieg! Naja, mil­itärische Gewalt gegen den Russen ist natür­lich ein Ausweg. Si vis pacem: para bel­lum. Kein Fußbre­it den Rus­s­land­ver­ste­hern. Das heilige römis­che Reich darf niemals unterge­hen, jeden­falls nicht kampf­los. Das wäre doch ent­ge­gen jed­er Tra­di­tion.


Was macht eigentlich die Mina (“mehr kaf­fee als lat­te”, Twit­ter) heute so? Richtig: Sie hält sich für einen fünf Jahre jün­geren Mann und beschimpft deswe­gen Sascha Pal­len­berg als einen Sex­is­ten, dem ihre Fol­low­er infolgedessen die Beine brechen und auf den Kopf koten wollen.

[W]enn (…) Frauen merken, dass sie – obwohl sie so starke Mädels sind – auch Teil der Unter­drück­ung sind, egal ob gewollt oder nicht; dann ist das unan­genehm und erzeugt eine kog­ni­tive Dis­so­nanz.
Yas­mi­na Banaszczuk (sel­bige)


Ach ja. Nie wieder Krieg? Dann wer­den ja Ressourcen frei. Und auch im Fußball soll das Polizeiaufge­bot gekürzt wer­den, damit die ram­mdösi­gen Johler nach dem Spiel ungestört einan­der eins auf die Glocke geben kön­nen. Aber das war ja bish­er viel zu wenig effizient, die natür­liche Selek­tion scheit­ert hier offen­sichtlich, denn es scheinen nicht weniger Beteiligte zu wer­den. Da hil­ft nur eins:

Der Staat hat im öffentlichen Raum das Gewalt­monopol. (…) Sollen wir uns jet­zt Wasser­w­er­fer und Waf­fen kaufen und vielle­icht von Schuss­waf­fen Gebrauch machen?

Ich bitte darum.

Tor!

NetzfundstückeMontagsmusik
Osmi Dan — Galvanize

Jed­er, den ich kenne, hat ein gebroch­enes Herz. So steht’s über einem her­aus­ra­gen­den Text, den ich vor ein paar Stun­den fand. Ethisch zu sein ist egal. Ein guter Men­sch zu sein ist egal. Was zählt, wer ihr seid, so lange ihr die Pop­stars ken­nt? Seid Wer­be­träger, kon­sum­iert, ver­liert euch im Gedränge.

Mehr Tech­nik ist nicht mehr Antwort. Der Ausweg seid ihr. Drückt auf den Knopf, bevor es zu spät ist.

28. Osmi Dan — Gal­va­nize (The Chem­i­cal Broth­ers cov­er)

And the music sucks. Dear God, the music sucks.

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Genres sind soo 90er: Boris — Noise

Boris - NoiseBei “Boris” denkt manch­er vielle­icht an Rus­s­land, manch ander­er an Ten­nis. Die japanis­che For­ma­tion, die sich eben­falls Boris nen­nt, hat mit “Noise” allerd­ings eines der bemerkenswertesten Musikalben des Jahres 2014 veröf­fentlicht. Auf dem Cover­bild seht ihr einen Stuhl. Set­zt euch erst mal hin!

Nun ist ein neues Boris-Album keine Über­raschung, immer­hin erscheint ein solch­es seit der Band­grün­dung 1996 beina­he jährlich. Abnutzungser­schei­n­un­gen aber sind den drei Musik­ern fremd, sie bleiben kreativ. Was wird gespielt? “Drone Met­al” und “Pro­gres­sive Rock” ste­hen im Inter­net als Etiket­ten dran, und Etiket­ten sind, wie der geneigte Leser weiß, nur Feigen­blät­ter.

Laut Presse ist’s mit Gen­res auch nicht getan:

[Noise] ver­stärkt Boris’ end­los­es Streben nach musikalis­chen Extremen und lässt zugle­ich aggres­siv­en, inten­siv­en Rock in neue Gebi­ete vor­drin­gen. Die Band ver­mengt hier meis­ter­haft Sludge-Rock, Blasen bilden­den Crust­punk, schim­mern­den Shoegaze, episch don­nern­den Doom, psy­che­delis­che Melo­di­en und so ziem­lich alles, was sie je gemacht haben.

Dabei begin­nt “Melody” noch behut­sam mit leis­er Gitarre und Syn­the­siz­er, wenig später aber bricht der rock los, es gibt Elek­tron­ik und Indie und ordentlich Bass:

Boris — Melody

Boris preschen nach vorn. Mit Pro­gres­sive Rock, wie man ihn sich vorstellt, hat das nicht viel zu tun, und das ist nicht schlimm. Im fol­gen­den “Vanil­la” winken die guten alten Mars Vol­ta aus der Mot­tenkiste und brin­gen eine Ladung Met­al mit. Wer es lieber behäbig und rhyth­misch mag, der kommt in “Ghost of Romance” und in “Heavy Rain”, dessen Anfang ich irgend­woher — Red Hot Chili Pep­pers? — zu ken­nen glaube.

Was kann da noch kom­men? Japanis­ch­er Gitar­ren­pop! “Taiyo no baka”. Ich ver­ste­he kein Wort. Ver­hall­ter Gesang aus allen Rich­tun­gen, dazu treibende Gitarre und ein Die Ärzte würdi­ger Surfrock-Refrain. Eider­daus.

Boris — 太陽のバカ (Taiyo no Baka)

Andere Bands wür­den mit so etwas ein Album begin­nen oder been­den, Boris sind aber nicht andere Bands. Wenn ihr eine Band wärt und hin­ter einem dreiein­halb­minüti­gen Poprock­lied noch Platz auf dem Album hät­tet, was würdet ihr noch in die track­list aufnehmen wollen?

Richtig: Einen “Long­track”. Ein langes Stück eben. “Angel”, 18:41 Minuten lang, ist allein ein überzeu­gen­der Grund, “Noise” wertzuschätzen. Behäbiger Postrock, Shoegaze, sucht euch was aus. Der Musik­fre­und sitzt mit Kopfhör­ern und geschlosse­nen Augen davor und nickt mit dem Beat. Ver­gle­iche? dear john let­ter fall­en mir ein, auch God­speed You! Black Emper­or und Mog­wai. Gesang ist Neben­sache.

Boris — “Angel”

Moment, war nicht von Drone Met­al die Rede? Der kommt im Anschluss: “Quick­sil­ver”, noch mal 9:50 Minuten lang, lebt sech­sein­halb Minuten lang vom Häm­mern des Schlagzeugs und dem Kreis­chen von Sänger und Gitarre; die dann allmäh­lich ausklingt und drones weicht. Sunn O))) seien nahe, heißt es, aber auf so etwas ist bei Boris kein Ver­lass. Gen­res? Kon­stan­ten? Wofür?

Wo der arme Sat­urn-Mitar­beit­er dieses Album ein­sortieren wird, ist also wahrschein­lich allein dem Zufall über­lassen. Schneller werdet ihr woan­ders fündig: “Noise” kön­nt ihr strea­men oder kaufen; wenn ihr Bandcamp.com aus irgendwelchen Grün­den mei­den wollt, gibt’s das Album auch auf Amazon.de. Gefällt mir.

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Facebook / Was wirklich zählt

Über die Mel­dung selb­st wun­dere ich mich ja schon gar nicht mehr:

Facebook

Es wurde nie­mand ver­let­zt, Twit­ter stand ja als Auf­fang­beck­en bere­it.

Allerd­ings:

Viele Nutzer beklagten sich bei Twit­ter über den Aus­fall — und über die allzu karge Gestal­tung der Fehler­seite.

So ein Mist! Auf der Fehler­seite seh’ ich nicht mal meine Glück­snüsse! — Erstaunlich, dass die Nutzer Twit­ter gefun­den haben. Ander­er­seits war wahrschein­lich Google noch erre­ich­bar.

Dafür prangte unten auf der Fehler­seite (Screen­shot: siehe SPIEGEL ONLINE) ein ©-Zeichen. Damit sie nie­mand unbefugt kopiert, nehme ich an.

PolitikIn den Nachrichten
Kurz notiert zu Israel

Natür­lich ist es auch wenig angenehm, wenn zwei benach­barte Staat­en (momen­tan steht’s 1327 zu 59 für Israel, das blöder­weise auf Foul­spiel set­zt) gegen­seit­ig mil­itärisch von der Land­karte zu tilgen ver­suchen, ins­beson­dere dann nicht, wenn ein­er der bei­den Staat­en Schützen­hil­fe bekommt: USA verurteilen Angriff auf Schul­ge­bäude in Gaza (30. Juli 2014), USA stellen Israel weit­ere Muni­tion zur Ver­fü­gung (31. Juli 2014). Vielle­icht haben sie beim ersten Mal nicht alles erwis­cht.

Bei so viel Für­sorge seit­ens unser­er US-amerikanis­chen “Fre­unde” (Joachim “Zu den Waf­fen!” Gauck) müssen “wir” (ebd.) uns ja eigentlich nicht mehr darum küm­mern. SPIEGEL ONLINE indes, 23. Juli 2014:

“Wir hier in Deutsch­land freuen uns darüber, dass in diesem Land Nachkom­men der Men­schen wohnen, die andere Deutsche vom Erd­bo­den ver­til­gen woll­ten”, sagte Gauck.

Den Satz muss man gegebe­nen­falls zweimal lesen. “Andere Deutsche” ist hier das Sub­jekt, nehme ich an. Aber zum Glück ist die Zeit, in der ein ganzes Volk ver­til­gt wer­den sei, längst vor­bei:

“Sie müssen ster­ben und ihre Häuser soll­ten zer­stört wer­den, damit sie keine weit­eren Ter­ror­is­ten gebären kön­nen” sagte Shaked (Ayelet Shaked, Mit­glied des israelis­chen Par­la­ments, A.d.V.). “Sie alle sind unsere Feinde und ihr Blut sollte an unseren Hän­den kleben. Dies gilt auch für die Müt­ter der toten Ter­ror­is­ten.”

Die “Zivilge­sellschaft” (tagesspiegel.de, 23. Juli 2014) sollte wirk­lich net­ter zu Israel sein.

Wie die Anderen
Wie die Anderen (4): Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk

(Vorbe­merkung: Dies ist der vierte Teil mein­er losen Rei­he “Wie die Anderen”, dies­mal inspiri­ert und genehmigt vom kiezneu­rotik­er.)

Herzlichen Glückwunsch

Manch­mal latsche ich in mein­er Freizeit irgend­wohin. Gewäss­er, Geschäfte, Gemüse. Beim Latschen bleibe ich manch­mal ste­hen, zum Beispiel vor Whiskeyre­galen. Manch­mal kaufe ich auch was davon und trinke es dann. Bush­mills, Dal­more, Nikka. Haupt­sache kein Bil­lig­fusel. Passt gut in die Haus­bar und auf Gelage. Mit Stil, aber nicht zu nobel. Damit komme ich durch. Damit darf ich mit­spie­len und muss nicht den Scheiß trinken, den sie vorhal­ten. Den Jame­son, Jim Beam, John­ny Depp und wie die alle heißen. Mit der Extra­por­tion Kotze. Höch­stens fuf­fzehn Euro und ein Kater bis nach Moskau. So viel kann ich gar nicht nach­spülen, dass das zu schmeck­en begin­nt. Mit zwölf ist’s egal, mit zwölf ist man cool. Irgend­wann später kriegt man Geschmack.

Rein ins Inter­net. Blogs lesen. Schreibt ein Rant­blog­ger über Whisky. Ver­rückt. Gutes The­ma, guter Blog­ger.

Bis jet­zt.

Geht schon scheiße los. “Ich latsche an manchen Woch­enen­den mit ein­er halb aus­ge­sof­fe­nen Whiskyflasche irgend­wohin.”

Whisky saufen. Kann man machen. Man kann auch mit ’nem Bugat­ti einkaufen fahren. Bei ALDI gibt’s Saufwhisky für ’nen Fün­fer, schmeckt nach Bat­ter­iesäure. Ist halt Ver­schwen­dung. Man kann sich auch ’n Ei an die Schiene tack­ern. Oder nachts in Ham­burg Bus fahren. Prost.

Quatscht der Typ weit­er. Über Par­tys. Auf den Par­tys, auf denen er sich rumtreibt, gibt’s Jäger­meis­ter, Apfelko­rn. Sauerkirschwod­ka. Erk­lärt manch­es.

Kon­se­quenz? Par­ty mei­den. Oder halt Whisky per­vertieren. Kost’ ja nix. Immer noch zu viel. Son­stige Hob­bys? Mit hal­bleeren Bow­more-Flaschen Nüsse kaufen. Er muss den Mist ja irgend­wie run­terkriegen. Geht mit Waren zur Tanke und ist empört, wenn die Frau dort sie für frisch geklaut hält.

“Was ist das Haupt-Ein­stel­lungskri­teri­um von Tankstellen? Dass man ohne Hil­fe das Klo find­et, damit man den Job ohne Erwach­se­nen­windeln machen kann?”

Tanken­frauen. Sind so blöd. Ken­nen nicht mal ihr Sor­ti­ment. Oder Jame­son. Oder Bow­more. Haha.

Prekari­at. Honk. Glück­wun­sch.

ProjekteNerdkrams
Frisch gebacken: eMule beba v3.00 beta / OpenDownload² v4.0.0

Aufmerk­same Leser wis­sen, dass ich, wenn ich mich nicht ger­ade auf- oder abrege, gele­gentlich auch mal Dinge pro­gram­miere.

Dass ich meine Fire­fox- und Sea­Mon­key-Erweiterung Open­Down­load² auf den neuesten Stand bringe, war dabei über­fäl­lig, denn die bis­lang aktuelle Ver­sion 3.5.1 funk­tion­iert unter Fire­fox ab 31 nicht mehr richtig. Ver­sion 4, die neben­bei aus Verse­hen das Prob­lem behebt, dass alles Auszuführende stets ein zweites Mal herun­terge­laden wurde, lud ich also zwecks Tests in den “Entwick­lerkanal” hoch; inter­essierte Nutzer hät­ten also lediglich auf der Mozil­la-Web­site nach unten blät­tern müssen, um sie zu find­en. Offen­sichtlich ist der typ­is­che Fire­foxnutzer aber nicht in der Lage, das Erweiterungsportal in Gänze zu erfassen, denn ich erhielt den­noch einige neg­a­tive Bew­er­tun­gen und E‑Mails mit der Auf­forderung, doch endlich eine neue Ver­sion bere­itzustellen. Zumin­d­est ver­schwan­den die meis­ten dieser Bew­er­tun­gen nach einem fre­undlichen Hin­weis auf die Testver­sion recht schnell.

Allerd­ings habe ich nur wenig Lust darauf, mich fortwährend mit der­lei Kinker­l­itzchen befassen zu müssen; seit ein paar Stun­den ist die zweite Testver­sion nach nur kurz­er Test­phase als finale Ver­sion 4.0.0 ver­füg­bar. Endlich Ruhe.


Apro­pos “endlich”: Auch die Entwick­lung von eMule geht weit­er. Der Code der kom­menden Ver­sion 0.50b ist seit eini­gen Monat­en öffentlich und bringt bere­its jet­zt manch nüt­zliche Verbesserung, darunter ein mod­ernes Uploadsys­tem, mit sich. Da die aktuelle “sta­bile” Ver­sion von eMule beba auch schon über ein Jahr alt ist, ist dies eine gute Gele­gen­heit, die neue Code­ba­sis ein­mal auszupro­bieren: Eine Vor­ab­ver­sion von beba 3.00 gibt es hier.

An ein paar Eige­nen­twick­lun­gen, etwa ein­er verbesserten Prox­yanzeige, arbeite ich noch, eine Liste der bere­its einge­baut­en neuen Funk­tio­nen ist im enthal­te­nen changel­og zu find­en. Ein bekan­ntes Prob­lem, das mir lei­der zu spät aufge­fall­en ist: Ich habe verse­hentlich zwei Sym­bole im Such­meth­o­d­en­feld ver­tauscht, das wird bis zur finalen Ver­sion noch kor­rigiert. Anson­sten wün­sche ich vor­erst viel Vergnü­gen damit.

PiratenparteiMir wird geschlecht
Piratenleaks, 29. Juli 2014

Im August 2013 veröf­fentlichte ich an dieser Stelle Infor­ma­tio­nen über eine unter Anderem von Thomas Gaul ver­ant­wortete Mail­ingliste der Piraten­partei Nieder­sach­sen, die der “Presseko­or­di­na­tion der Lan­desver­bände” dienen sollte, auf die aber nicht jed­er Press­esprech­er Zugriff bekam. Was bei Vor­stand­slis­ten, wo wom­öglich interne Dat­en aus­ge­tauscht wer­den, noch Sinn ergibt, ist in Pressedin­gen allen­falls absurd.

Da bei­de Seit­en sich im Recht sahen, wur­den mit Arne Hat­ten­dorf und Ste­fan “Sekor” Körn­er, mithin Kan­di­dat für die Nach­folge Bernd Schlömers sowie Thorsten Wirths als Bun­desvor­sitzen­der und, wie man so liest, regelmäßiger Akteur in Thomas Gauls Bekan­ntenkreis, zwei eigens hierzu berufene Schlichter darum gebeten, sich das Archiv der Mail­ingliste ein­mal vorzunehmen, um zu prüfen, ob nun eigentlich irgendwelche Klün­geleien betrieben wur­den oder nicht.

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