Musik
Medienkritik XXV: Viva und das NATO-Alphabet

Da gucke ich mal wie­der arg­los einem Geschwist beim Fernsehen zu, und es läuft, immer­hin ohne sicht­ba­res Fernsehbild, der ekel­haf­te Kaugummisender Viva. Gerade ist die Bloodhound Gang mit ihrem Titel „Foxtrot Uniform Charlie Kilo“ zu hören, und nach­dem es aus­ge­klun­gen war, ent­nahm ich dem Wortschwall des vor sich hin­brab­beln­den mode­ra­ten Tors Moderators unge­fähr dies:

… wenn man die Anfangsbuchstaben von „Foxtrot Uniform Charlie Kilo“ neben­ein­an­der stellt, fällt einem auf: „Oh, das heißt ja ‚Fuck‘!“, aber da wir ja hier in der gro­ßen Deutschstunde sind, heißt das „Ficken“ …

Jetzt sind wir alle sicher sehr über­rascht; zum Einen dar­über, dass es tat­säch­lich noch Flitzpiepen gibt, die den all­zu offen­sicht­li­chen der­ben Buchstabenscherz des Liedes nicht schon beim ersten Lesen ver­stan­den haben, trom­pe­te­te er doch seit Jahren aus sämt­li­chen ent­spre­chen­den Medien inkl. der grau­si­gen BRAVO, vor allem aber über den zwei­ten Teil des Satzes. Eine „gro­ße Deutschstunde“ ist im deut­schen Fernsehen sicher­lich nicht ver­kehrt, aber ich zweif­le noch dar­an, ob aus­ge­rech­net Viva der rich­ti­ge Sender für der­lei Unternehmungen ist (und ob „ficken“ unbe­dingt gutes Deutsch ist). Eine Momentaufnahme des Viva-Internetauftrittes:

Das gibt after school einen Eintrag ins Klassenbuch, fürch­te ich.
Au, weia.

MusikNetzfundstückeSonstiges
Zufällig Superlativ

CDs, von denen ich als Musikfreund grund­sätz­lich die Finger las­se, kom­men meist als „Box“ (zu Deutsch also als Kiste) daher, sind mit dem Konterfei des/der jewei­li­gen Interpreten ver­ziert bzw., je nach Aussehen, ver­un­stal­tet und tra­gen Namen wie „Greatest hits“, „Best of“, „The best of“, „The very best of“ oder auch „Das Beste von“ und „Die größ­ten Erfolge“. Auch recht beliebt bei denen, die sich in ihrem Hirnkasten Namen für die­se will­kür­li­chen Kompilationen aus­den­ken, sind „ulti­ma­ti­ve“, also fina­le, Liedsammlungen, denen dann aber lei­der immer noch etwas folgt. (Immerhin habe ich bis­lang noch kei­ne „very ulti­ma­te collec­tion of…“ gesehen.)

All die­sen Namen gemein ist die infla­tio­nä­re Verwendung von Superlativen, die ins­be­son­de­re dann, wenn es meh­re­re ver­schie­de­ne der­ar­ti­ge Kompilationen eines ein­zi­gen Interpreten, wie etwa im Fall von Bob Dylan, gibt, ihren Zweck gänz­lich ver­fehlt und mit­un­ter gar lächer­lich wirkt, sprach­li­che Finessen wie die Tatsache, dass „das Allerbeste“ (the very best), logisch gese­hen, immer eine Teilmenge des „Besten“ (the best) sein muss und ein ent­spre­chend benann­ter Tonträger erste­rer Gattung nicht völ­lig ande­re oder noch mehr Titel ent­hal­ten soll­te als sein gro­ßer Bruder, ein­mal gänz­lich igno­riert. Warum ist zum Beispiel das Lied „Positively 4th street“ zwar ent­hal­ten in der Liste der aller­be­sten, nicht aber in der der besten oder ande­ren besten Lieder des Herrn Dylan?

„Natürlich“, wer­den nun die Käufer jener Tonträger erwi­dern, „ist die Auswahl der per­sön­li­chen Lieblingslieder stets eine sub­jek­ti­ve, und wenn drei Leute eine Liste der ‚besten Lieder‘ eines Interpreten zusam­men­stel­len, resul­tiert dies in drei ver­schie­de­nen Listen“; dann sol­len die­se Leute aber auch bit­te davon abse­hen, die­ser Auswahl ein nicht halt­ba­res Superlativ als Attribut auf­zu­drücken. De fac­to ist die ein­zig voll­stän­di­ge und garan­tiert jeden Konsumenten zufrie­den stel­len­de Liste der „besten Lieder“, kon­se­quent fort­ge­führt, letzt­end­lich das Gesamtwerk eines Künstlers. Wer die Musik eines Interpreten mag, der wird ent­we­der über die Jahre nach und nach die von ihm bevor­zug­ten Alben voll­stän­dig erwer­ben oder eben nicht; aber dann wird er auch kei­ner­lei Interesse an offen­bar per Würfel zusam­men­ge­stell­ten, nur sel­ten in Zusammenhang ste­hen­den Einzelstücken von die­sen Alben haben.

Kompilation, so heißt’s in der Wikipedia, stam­me aus dem Lateinischen, genau­er von dem Substantiv „com­pi­la­tio“, das unter ande­rem „Plünderung“ bedeu­tet; und das sagt ja eigent­lich auch schon wie­der alles.


Zitat des Tages zum in Bau befind­li­chen Freedom Tower in aus­ge­rech­net den USA:

Als am 11. September 2001 das world tra­de cen­ter in New York ein­stürz­te, da wur­de in etli­chen weni­ger beach­te­ten Räumen, die sonst stets im Schatten des him­mel­ho­hen Wahnturmes aus Geld und Lüge lagen, über­ra­schend die herr­li­che Sonne wiedergesehen.

Der aus Beton auf die Leichen gegos­se­ne free­dom tower wird die alten Verhältnisse schon wiederherstellen.

Wie wahr.

Nerdkrams
Undurchdachte Installationsprogramme, Teil 2

Microsoft (Fa.)!

Es ist ja nett, dass eure Installationen in den letz­ten Jahren deut­lich aus­sa­ge­freund­li­cher gewor­den sind; aber …

… wenn „alle benö­tig­ten Informationen“, wel­che immer dies sein mögen, erfolg­reich vor­lie­gen, ist es für den Anwender doch eher unvor­teil­haft, wenn der näch­ste Schritt damit beginnt, dass erst ein­mal „zusätz­li­che Informationen“ gesam­melt wer­den müs­sen, was auch nicht eben eine Sache von weni­gen Sekunden ist.

Zurück ans Reißbrett bitte.

In den NachrichtenNerdkramsPersönlichesPolitik
Resignation gro­tesk

Gegeben sei ein nicht­de­ter­mi­ni­sti­scher end­li­cher Automat:

Hab ich sel­ber mir ausgedacht.
– Max Goldt: Deine Reime sind Schweine


Welt.de berich­tet übri­gens bezüg­lich des Nichtkrieges in Afghanistan:

Merkel nimmt an Trauerfeier für Gefallene teil

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wird an der Trauerfeier für die drei am Karfreitag in Kundus getö­te­ten Soldaten der Bundeswehr teilnehmen.

Kennt eigent­lich, abge­se­hen von Welt.de, irgend­je­mand den Unterschied zwi­schen „fal­len“ und „ster­ben“?
Bitte erst selbst über­le­gen, bevor zum Beispiel hier die Lösung erforscht wird.

In den Nachrichten
Kurz ver­linkt XV: Wenn Löschen tech­nisch „nicht mög­lich“ ist.

Webseitensperren, so heißt es immer wie­der, sol­len „nur dann“ im „Kampf gegen Kinderpornografie“ ver­wen­det wer­den, wenn ein Löschen nicht ohne grö­ße­ren Aufwand umzu­set­zen wäre, wie auch immer man die­sen Aufwand definiert.

Nun hat sich ein däni­scher Zugangsanbieter ein­mal ana­ly­tisch mit der ihm auf­ge­tra­ge­nen Sperrliste befasst und das Ergebnis publi­ziert:

Abgesehen davon, dass fast die Hälfte der Websites off­line ist, kommt das Zeug zu über 97% aus den USA, Westeuropa und Kanada.

Elf Webseiten kom­men aus Deutschland. Sollte auf die­sen tat­säch­lich Darstellungen sexu­el­len Missbrauchs von Kindern befin­den, muss man sich schon fra­gen war­um die deut­schen Ermittlungsbehörden das dul­den. Denn angeb­lich ste­hen sie ja in der Zwischenzeit in gutem Kontakt mit den Dänen. Wenn dort ande­re Inhalte zu fin­den sind, muss man sich fra­gen, war­um die­se auf der Sperrliste stehen …

(Weil man sich ja die­ser Tage ohne­hin fragt, wel­ches Süppchen uns als näch­stes kre­denzt wird, und dar­ob die Reste vom Vortag ver­gisst, und weil man den Vortag dann eigent­lich auch lie­ber ver­ges­sen wür­de, aber er sich jedes Mal auf­dring­lich ins Blickfeld schiebt, als wüss­te er nicht genau, dass man satt ist und ihn satt hat. Die Vögel brül­len eine lieb­li­che Ode dazu.)

MusikPersönlichesSonstiges
Die Definition der Liebe aus drei Perspektiven

Liebe bedeu­tet, sich im Angesicht des Anderen woh­lig, sicher zu füh­len. Liebe ist das Gemeinsame, nicht das Individuelle. Individuelle Liebe ist Selbstliebe. Liebe ist vor allem aber auch blind, taub und naiv. Wer liebt, kann und wird ver­lie­ren, unver­meid­lich und nur unter Selbstaufgabe auf­schieb­bar. Liebe ist die Bereitschaft, sich selbst über­zeu­gend zu belügen.

(Hierzu zwei Erlebnisse: Unterhält sich doch heu­te im ÖPNV ein kreisch­stim­mi­ges Frollein mit einem ande­ren kreisch­stim­mi­gen Frollein und erzählt eine Begebenheit aus dem offen­bar nähe­ren gemein­sa­men Bekanntenkreis; sie­so, einen ihn nach­äf­fend: „ ‚Oah, ja, ich ver­mis­se sie voll und so‘, und weiß­te, wie oft er sie ange­ru­fen hat? Nicht ein­mal, weiß­te? Tolle Liebe!“ - Liebe wird, scheint’s, mit­un­ter in Worten gemessen.

Meint doch gestern im IRC ein all­zu selbst­be­wuss­tes gleich­falls Frollein zu mir, es sei gera­de­zu unmänn­lich, auf den Austausch jed­wel­cher Körpersekrete, ratio­nal betrach­tet, ver­zich­ten zu kön­nen; zumal selbst ich, lie­ße sie es dar­auf ankom­men, nur all­zu wil­lig wür­de. Männer sei­en nun ein­mal bekannt dafür, von der blo­ßen Gegenwart beton­ter weib­li­cher Körperformen in ihrer Rationalität aus­rei­chend ein­ge­schränkt zu wer­den und umge­hend zu lie­ben zu begin­nen; „sich lie­ben“ habe nicht grund­los ver­schie­de­ne Bedeutungsebenen, und wer jeman­den wahr­haft lie­be, suche qua­si unver­meid­lich auch die kör­per­li­che Annäherung. - Das Selbstverständnis man­cher­lei moder­ner Frau lässt mich erschaudern.)

Was weißt denn du von Liebe?
Von Liebe weißt du nichts.

- Fettes Brot: Emanuela

NerdkramsNetzfundstücke
Kurz ver­linkt XIV: Das iPad, ein Accessoire für Kellerbewohner

Endlich mal ein hand­fe­ster Grund auch für iPad-Besitzer, es für ein schlecht kon­stru­ier­tes, über­flüs­si­ges Gerät zu hal­ten: Ihr teu­er erwor­be­nes Spielzeug hält nicht nur kei­ne Schläge aus, es hat sich auch als recht wet­ter­füh­lig erwiesen.

Apple hat das iPad für Betriebstemperaturen zwi­schen 0 und 35 Grad Celsius aus­ge­legt - dar­un­ter und dar­über garan­tiert der Hersteller kei­nen ordent­li­chen Betrieb. Als ide­al beschreibt Apple eine Raumtemperatur von 22 Grad. Gleiches gilt laut Apples Supportwebseiten auch für iPods und iPhones. Das iPhone schal­tet sich ab dem Modell 3G bei Überhitzung eben­falls ab, was aller­dings eher sel­ten zu beob­ach­ten sein dürfte.

Dass vom iPad schon im Frühling von Überhitzung zu lesen ist, lässt ver­mu­ten, dass die Abwärme ins­be­son­de­re der CPU und das Aufheizen des Gehäuses schnel­ler als erwar­tet zum Problem wer­den. Apple rät, das iPad mög­lichst vom war­men Sonnenlicht fern­zu­hal­ten und es auch nicht im auf­ge­heiz­ten Auto zu nut­zen - vor allem weil die Akkuleistung dar­un­ter nach­hal­tig lei­den kann.

„Wie, du hast noch kein iPad?“ - Selbst schuld, wer die­se Frage stellt.


Sehr schön ist übri­gens auch der heu­ti­ge heu­ti­ge Titanic-Startseitenbildwitz. Da bewaff­ne­ter Konflikt ich doch tat­säch­lich einen kurz­zei­tig belu­stig­ten Gesichtsausdruck, der dann aller­dings aus alten Gründen auch schnell wie­der ver­flog. Ach, die Menschlichkeit.

NetzfundstückePolitik
Kollateralmord

Passend zu Didis Überlegungen zu Unterzahlen und Überzahlen und zur Abwechslung von den refle­xiv-grüb­le­ri­schen Selbstzweifeln der letz­ten Tage mal wie­der was zum Krieg kriegs­ähn­li­chen Zustand:

Es wur­de ein Video (auch via eMule) ver­öf­fent­licht, das zeigt, wie sich die demo­kra­tisch legi­ti­mier­ten Befreiungstruppen im Irak benah­men resp. beneh­men und wie egal ihnen „ver­se­hent­lich“ getö­te­te Zivilisten wie Journalisten und Kinder sind. Mitschriften der Dialoge gibt’s auch auf Deutsch.

Fefe fasst zusammen:

… man sieht dar­auf wohl, wie sie Zivilisten platt­ma­chen, obwohl sie wis­sen, dass da eine TV-Crew dabei ist, dann komt ein Van mit Zivilisten, die Menschenleben ret­ten wol­len, und wo auch noch Kinder an Bord sind, und den zer­schie­ßen sie auch noch. Am Ende gibt es noch einen herz­haf­ten Lacher, als die Soldaten mer­ken, dass sie über eine Leiche drü­ber­ge­fah­ren sind.

Kann ja mal passieren.

LyrikPersönliches
Die fal­schen Worte.

Es wäre auch zu schön gewe­sen, hät­te die Geschichte mit der Froschleiche kein Nachspiel gehabt.

Das Leben mit all sei­nen kom­pli­zier­ten Zusammenhängen ist nicht immer ein fai­res, und Übereinkünfte bedeu­ten nicht immer Einigkeit. Dies vor­aus­ge­setzt erfüllt es, wenn ein gemüt­li­ches Beisammensein, for­ciert durch die berau­schen­de Wirkung des Alkohols, dazu führt, dass man sich näher kommt, ohne sich im Voraus der mög­li­chen Folgen bewusst gewe­sen zu sein, und nach einem Tag der Ungewissheit mit Vorwürfen kon­fron­tiert wird, gar die Schuld trägt am gemein­sa­men Ungewissen und der fal­schen Zweisamkeit zum womög­lich immer­hin rich­ti­gen Zeitpunkt, und über­dies zunächst von einem unver­hoff­ten Dritten, der sich als neu­er (fri­scher, unver­brauch­ter) Lebensabschnittswegbegleiter der doch eigent­lich zumin­dest und aber immer­hin ver­meint­lich noch gut befreun­de­ten Person gemein­sa­men Interesses zu erken­nen gibt, über die­se Unwägbarkeiten infor­miert wird, noch bevor die Dimension des Vergangenen von dann aller­dings doch letz­te­rer schrift­lich ver­deut­licht und sub­jek­tiv (somit unver­meid­lich ein­sei­tig) über­zeich­net erläu­tert und mit Verwünschungen und Ausdrücken der Reue für etwas ver­se­hen wird, was dann ja eigent­lich kei­ne Missetat, viel­mehr ein bei­der­sei­ti­ges Ungeschick war, dann ins­ge­samt auch nicht die Voraussetzungen für den sprich­wört­li­chen Funken Hoffnung in den gleich­falls sprich­wört­li­chen schlimm­sten Albträumen bzw. dann eben auch nur Befürchtungen glei­cher Beschaffenheit, son­dern bil­det die Kulisse für die Symphonie der Zerstörung, die nun bekannt har­mo­ni­schen Menschen wie dem Schreiber die­ses Textes hier wahr­lich nicht zur Erheiterung bei­tra­gen, hin­ge­gen sehr wohl zu dem, was der oft zitier­te Volksmund mit­un­ter als Depression bezeich­net, aber sich eher in zeit­wei­ser Niedergeschlagenheit als in dau­er­haf­ten psy­chi­schen Schäden manifestiert.

Damit ich irgend­wann sagen kann: Jeder liebt ein Regengedicht, weil wir oben auf sind und trocken hin­ter den Ohren und wis­sen, was es heißt, zu zweit zu sein, ganz ohne den Schatten eines aller­letz­ten Tages, denn wir wis­sen, was es heißt, zu zweit zu sein; und zum Glück fällst du mir nicht mehr ein, wenn ich hier kot­ze vor Scheißglücklichsein. Und die Frage heißt immer nur leben mit dir im Jetzt oder nie, und ich wer­de der erste sein - bestimmt wer­de ich der erste sein! -, der dich kennt. Meine Angst, dass sich alles jetzt ändert, schlägt mei­nen Tag tot. Gar nichts mehr bleibt. Das, was wir hier suchen, ist viel­leicht das, was wir schon haben und gar nicht wol­len. Das, was wir hier suchen, ist viel­leicht auch gar nicht da.

- The Hirsch Effekt: Epistel / Calmo

FotografieNetzfundstückePersönliches
Erfolgreiche Abende sehen so aus.

Nachmittags mit einer ver­mu­te­ten Froschleiche im Hals und anson­sten immer­hin leich­tem Unwohlsein in einem furcht­bar ein­deu­tig rie­chen­den Zimmer auf­wa­chen und erleich­tert fest­stel­len, dass, eben­falls immer­hin, kei­ne dau­er­haf­ten Gäste zurück­ge­blie­ben sind, die man bewir­ten müss­te und mit denen ein Gespräch über die ver­gan­ge­nen Stunden, wor­auf in man­cher­lei Situation jeg­li­cher Kommunikationsversuch lei­der bzw. zum Glück hin­aus­zu­lau­fen pflegt, kei­ne unein­ge­schränkt erfreu­li­chen Resultate zuta­ge för­der­te, ist natür­lich auch etwas, was man ab und zu mal erle­ben sollte.

Apropos erfolg­rei­che Abende bzw. so ist das in Hannover:

  • Ich - Sorry, aber ich muss weg. Von Euch Gestalten bekom­me ich Kopfschmerzen. Das ist echt zum Schreien. 
  • Sie - Wie geil! F_ckst Du mich im Kopf [sic]. Ich lutsch Dir ab [sic]. Schmerz im Kopf vom _ick sind sooo geil [sic]. Ich schreie auch, nur für Dich. Ich rie­che: Spe_ma schmeckst Du gut [sic]. Bist Du lecker im Sack [sic]. Geil! Isst Du gesund? 
  • Ich - (Wortloser Abgang)

Mehr gibt’s, such­ma­schi­nen­freund­lich unzen­siert, bei Frontbumpersticker.

KaufbefehleMusikPersönliches
Für dich.

Die Fantastischen Vier: „Ewig“.
Gefälligst käuf­lich zu erwer­ben­des Album: „Viel“.
Danke.

Wie lan­ge ist das jetzt her? War das ein ande­res Leben?
Denn ich weiß nichts mehr von dir außer was wir erlebten.
Hab kei­ne Ahnung, was du machst oder wo du jetzt bist,
weiß nicht, wen du ver­misst, und war das jemals ich?
Hab noch irgend­wo ’ne Nummer, doch was hilft mir die schon?
Das mit uns bei­den war noch lei­der vorm Mobiltelefon;
und selbst, wär’s noch die glei­che, ich glaub, ich würd es nie wagen,
denn wenn ich dich errei­che, was soll ich dir denn sagen?

Dachte ehr­lich, das mit uns hätt sich schon ewig erledigt,
doch jetzt denk ich mehr denn je an dich zurück und ver­steh nicht:
War es ein wenig zu viel, oder war’s nur viel zu wenig?
Sag mal, geht das nur mir so oder geht es dir ähnlich?

Ach.

Nerdkrams
Easterhacks?

Da man mich nun schon mehr­fach dar­über infor­mier­te und Fefe es noch nicht gebloggt hat, tu ich’s jetzt:

Sowohl grundig.de als auch blaupunkt.de schei­nen gera­de eini­ge klei­ne­re Problemchen zu haben; letz­te­re immer­hin nur ohne WWW-Präfix:

Bei grundig.de sieht’s nach einem etwas ernst­haf­te­ren Hack als nach einem Versehen aus. Einen Direktlink zu der Seite set­ze ich bewusst nicht, da man nie so genau weiß, ob da Schadsoftware lau­ert; jeden­falls: Dieser Tage steht, wenn ich als Nicht-CCC-Mitglied rich­tig infor­miert bin, das ritu­el­le Osterhacken („Easterhacks“ - ein gran­dio­ses Wortspiel eigent­lich) an. Es soll­te mich nicht wun­dern, wenn das mit­ein­an­der zu tun hat, vor allem, da es in letz­ter Zeit recht still war, was das Eindringen in deutsch­spra­chi­ge Netzpräsenzen betrifft.

(Heute ist, wie ich gera­de noch recht­zei­tig erfah­ren habe, Karfreitag - will hei­ßen: Heute ist für alle gläu­bi­gen Christen Spaßverbot. Das respek­tie­re ich natür­lich und sehe daher davon ab, lusti­ge Dinge zu for­mu­lie­ren. Nett von mir, nicht wahr?)

Lied zum Wochenende in eige­ner Sache:
Die Toten Hosen - Depression Deluxe

Es ist furchtbar.

In den NachrichtenPolitik
Zwecklose Enquête

Die CDU/CSU hat bekannt gege­ben, wen sie in die Reihe der Sachverständigen auf­ge­nom­men hat, die künf­tig so tun sol­len, als hät­ten sie Ahnung von digi­ta­ler Kommunikation. Wie üblich lie­ßen die Ankündigungen auf eini­ges hoffen:

Wir sind uns über das Ziel einig, aber bei der Wahl der wir­kungs­voll­sten Instrumente wol­len und müs­sen wir das Wissen der Netzgemeinde nut­zen. Das gilt auch für ande­re Bereiche wie etwa Medienkompetenz und Leistungsschutzrechte.

Wer aber ernst­haft der Meinung war, mit „Netzgemeinde“ mei­ne die Fraktion ihre Kritiker, die seit Jahren dar­auf hin­wei­sen, dass ein wenig Expertenwissen der Diskussion sicher­lich nicht scha­den wür­de, war schön blöd. Kein Vertreter der neti­zens (also immer­hin auch kein Sascha Lobo) ist auf­ge­führt, hin­ge­gen Menschen eines ganz ande­ren Schlages:

Professor Dieter Gorny ist Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie e. V.

Dieter Gorny, ich erwähn­te es bereits, ist der fröh­lich dahin­plap­pern­de Mann, der die Grauen, die die deut­sche Hitparade beherr­schen, mit Angebot und Nachfrage begrün­det und im Zweifelsfall auch kein Problem damit hät­te, Leuten, die ihm und sei­nes­glei­chen nicht in den Kram pas­sen, das Internet abzu­dre­hen. Und die übri­gen Mitglieder der Kommission sind auch nicht bes­ser: Vertreter von „Jugendschutz“, BITKOM und ähn­li­chen Interessensverbänden, die sogar schon mal einen Computer gese­hen haben dürf­ten, dür­fen sich beru­fen fühlen.

Was genau erwar­tet die CDU/CSU eigent­lich von die­ser Enquête-Kommission? Offenbar jeden­falls kei­ne kri­ti­schen Meinungen oder gar fun­dier­tes Wissen über das, was „die Netzgemeinde“ von ihr erwartet.

Und wer dach­te, noch ekli­ger kön­ne es nicht mehr wer­den, hat die­sen Satz noch nicht gelesen:

Für uns ist der Bürger der 18. Sachverständige unse­rer Enquete-Kommission.

So ist das, wenn man als 18. Sachverständiger irgend­wo sitzt und die ande­ren 17 sich einig sind, genau das Gegenteil sei rich­tig. Aber nett, dass die Existenz von Bürgern über­haupt noch zur Kenntnis genom­men wird.

Ich bin gera­de eini­ger­ma­ßen ungehalten.

In den NachrichtenSonstiges
32. März 2010.

So, 1. April is‘. Den jewei­li­gen Aprilscherz in den ein­schlä­gi­gen Wochenzeitschriften (inkl. der c’t) haben mei­ne geschätz­ten Leser sicher­lich schon zur Kenntnis genom­men und, je nach Gusto, für amü­sant befun­den. Und im Laufe des Tages wer­den auch die übli­chen Webseiten wie­der zu den gewohnt wit­zi­gen Ideen der letz­ten Jahre grei­fen, dar­un­ter der Dauerbrenner „Wir schal­ten unse­re Dienste für immer ab“ und das auch recht belieb­te CSS-Spielchen „Willkommen zu unse­rem neu­en Ekeldesign“, und die Nachrichtenseiten wer­den wie­der über irgend­wel­chen Unsinn berich­ten. Jedes Jahr bin ich wie­der gewillt, selbst - blö­de Witze ken­ne ich wahr­lich in nicht gerin­ger Zahl! - mein Scherflein zu der all­ge­mei­nen Blöde-Witze-Stimmung bei­zu­tra­gen, allein fehlt’s mir an Motivation; und es wäre ohne­hin alles schon mal da gewesen.

Wenngleich die­ser Scherz zwar Nerven rau­bend, aber mir durch­aus noch neu war:

Pünktlich um 01:00 Uhr GMT+1 fing der in den mei­sten Chatkanälen im Quakenet anwe­sen­de Verwaltungsbot „Q“ an, will­kür­li­che Nicknamen aus sei­nem jewei­li­gen Fundus zu zie­hen und mit vir­tu­el­len Auszeichnungen, dar­un­ter, was zu mei­ner Erheiterung bei­trug, auch Ferris Bueller, zu überschütten:

(01:00:09) (@Q) [vader[off]] has ear­ned the achie­ve­ment [Leased Line]!
(01:00:12) (@Q) [k0ks] has ear­ned the achie­ve­ment [Optical Fibre]!
(01:00:20) (@Q) [Divunator] has ear­ned the achie­ve­ment [Ferris Bueller]!
(01:00:38) (@Q) [Tux^verdreifelt] has ear­ned the achie­ve­ment [Leased Line]!

Einige Minuten und rat­lo­se Äußerungen im IRC spä­ter folg­te eine Erklärung vom Ankündigungsbot „N“, der erklär­te, dass es sich bei den achie­ve­ments um ein neu­es Punktesystem handle:

(N) (Broadcast) As you may have noti­ced, Q is spam­ming a bit more than usu­al. This is on pur­po­se, you can safe­ly igno­re it. It’s part of our ama­zing new achie­ve­ments system! How many points do you have?

Im wei­te­ren Verlauf wur­de offen­bar, dass es zudem eine Rangliste gibt, in der man unter ande­rem durch kon­stan­tes Fluten der Netzbots und Diskussionskanäle auf­stei­gen kann. Das gefiel. Selbst, wenn es mor­gen wie­der abge­schal­tet wird, so hat­te man doch wenig­stens ein biss­chen Spaß dar­an. :)

Schön, wenn es noch immer eine neue hüb­sche Idee am 1. April gibt. Bevor jeden­falls ich irgend­ei­nen abge­dro­sche­nen Scherz noch­mals auf­wär­me, leh­ne ich mich lie­ber zurück, durch­stö­be­re mei­ne Feedabonnements nach all­zu offen­sicht­li­chen Falschmeldungen, höre ein wenig Webradio und freue mich über die vor­le­sungs­frei­en Tage und auf die Umsetzung der vie­len Ideen, sie zu ver­brin­gen. (Da beschwert sich doch gera­de der Didi bei mir, dass ich nicht jeden Tag zwei Beiträge abson­de­re. Nein, am Ende hält man mich noch für ein Mitglied der „Blogosphäre“ und erwar­tet von mir qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Analysen des gegen­wär­ti­gen Weltgeschehens und Einträge in irgend­wel­chem Web-2.0-Firlefanz. Das muss nicht sein, und daher schrei­be ich lie­ber etwas weni­ger Masse mit etwas mehr Bedacht.)

MusikMusikkritik
Lady wer?

Als ich heu­te früh den Energietrankhändler mei­ner Wahl auf­such­te, wur­de ich dort zu mei­nem Erstaunen nicht mit dem gewohn­ten Easy-Listening-Klangbrei belä­stigt, son­dern es erschall­te mit „Hey Baby“ ein bekann­tes Lied der Musikgruppe No Doubt. Erfreut dar­über beschloss ich, die­sen Beitrag zu schreiben.

No Doubt, bekannt gewor­den mit der zwei­ten Single „Don’t Speak“ im Jahr 1996 und zuletzt 2003 mit „It’s My Life“, einer Coverversion des gleich­na­mi­gen Liedes von Talk Talk, deren Melodie ich mir aller­dings nicht mer­ken kann, weil die Erinnerung an das wie­der­um gleich­na­mi­ge und bekann­te­re, aber recht unschnaf­te und auch sonst völ­lig ande­re Lied von Bon Jovi sie stets über­deckt, einen hit ver­öf­fent­licht habend, ist eine seit 1986 qua­si gemein­sam auf­tre­ten­de Musikgruppe, die meh­re­re Stile in ihren Liedern ver­eint. Ihr bekann­te­stes Mitglied ist Sängerin Gwen Stefani, die 2004 ihr Solodebütalbum „Love. Angel. Music. Baby.“ in den Hitparaden posi­tio­nie­ren ließ und im Video zu der ersten Auskopplung „What You Waiting For?“ (ohne Prädikat, ver­steht sich) mit aller­lei Remineszenzen in abson­der­li­chen Kostümen Lewis Carrolls Kinderbuch „Alice im Wunderland“ Tribut zoll­te und, qua­si neben­bei, trotz des 2009 von der wirr ben­am­ten Dame Ke$ha, vor Kreativität nur so über­schäu­mend, ver­hunz­ten Introtexts („tick tock tick tock tick tock …“) auch gleich einen der tref­fend­sten Mainstreampop-Liedtexte des Jahrzehnts dazu darbot:

„Take your chan­ce, you stu­pid ho!“

Wer war noch mal Lady Gaga?


Nachtrag vom 31. März 2010:
Wie pas­send - kaum erwäh­ne ich die­se „Ke$ha“, sehe ich ihr Album schon bewor­ben; „beinhal­tet die Hits ‚Tik Tok‘ und ‚Blah Blah Blah‘ “. Danke, reicht schon.