Mir wird geschlechtPiratenpartei
Piratenleaks, 29. Juli 2014

Im August 2013 ver­öf­fent­lich­te ich an die­ser Stelle Informationen über eine unter Anderem von Thomas Gaul ver­ant­wor­te­te Mailingliste der Piratenpartei Niedersachsen, die der „Pressekoordination der Landesverbände“ die­nen soll­te, auf die aber nicht jeder Pressesprecher Zugriff bekam. Was bei Vorstandslisten, wo womög­lich inter­ne Daten aus­ge­tauscht wer­den, noch Sinn ergibt, ist in Pressedingen allen­falls absurd.

Da bei­de Seiten sich im Recht sahen, wur­den mit Arne Hattendorf und Stefan „Sekor“ Körner, mit­hin Kandidat für die Nachfolge Bernd Schlömers sowie Thorsten Wirths als Bundesvorsitzender und, wie man so liest, regel­mä­ßi­ger Akteur in Thomas Gauls Bekanntenkreis, zwei eigens hier­zu beru­fe­ne Schlichter dar­um gebe­ten, sich das Archiv der Mailingliste ein­mal vor­zu­neh­men, um zu prü­fen, ob nun eigent­lich irgend­wel­che Klüngeleien betrie­ben wur­den oder nicht.

Das Ergebnis der Schlichtung wur­de am 18. Juni 2014 in einer regu­lä­ren Vorstandssitzung genannt und sei­tens des nie­der­säch­si­schen Landesvorstands neben einer Entschuldigung für die unge­recht­fer­tig­ten Vorwürfe wie folgt zusammengefasst:

im letz­ten Sommer koch­te ein Streit hoch, bezüg­lich der Mailingliste Lv-p-k. Bei der Mailingliste han­del­te es sich um eine nicht öffent­li­che Mailingliste. Es gab dabei den Vorwurf, es wür­de auf der Mailingliste geklün­gelt. Um die­sen Vorwurf zu prü­fen gab es einen Streit zwi­schen dem Betreiber der Mailingliste Thomas Gaul und dem dama­li­gen Landesvorstand. Um das gan­ze zu klä­ren wur­de eine Schlichtung ange­strebt, als Schlichter wur­de Stefan Körner ali­as Sekor gewählt.
Das Ergebnis der Schlichtung war, dass zwei Personen sich die Mailingliste durch­le­sen, und dann bericht erstat­ten, ob Klüngel vor­lag, die bei­den Personen waren Sekor und Arne Hattendorf. Das Ergebnis der Prüfung wur­de jetzt ver­öf­fent­lich, die Kernaussage war, dass auf der Mailingliste durch­aus eige­ne Meinungen eini­ger Leute genannt wur­den, jedoch kein Klüngel statt­fand. Den aus­führ­li­chen Bericht der Prüfer lässt sich im Vorstandspad https://niedersachsen.piratenpad.de/NDS-Vorstand-2014-06-18 Zeile 354 nachlesen.

Im Zuge des Prüfungsergebnisses wur­de das Mailinglistenarchiv inzwi­schen vom Mailinglistenserver gelöscht. (Mögliche Archive von Mailinglistenmitgliedern die eine @piraten-nds.de Adresse haben sind davon unberührt).

Folgerichtig beschwer­te sich unter Anderem Mario Espenschied dar­über, dass ich ihn in mei­nem Beitrag von August als - hihi - Marionette bezeich­net habe; ande­re Befürworter geschlos­se­ner „Arbeitslisten“ for­der­ten wort­reich eine Entschuldigung vom Landesvorsitzenden für die fal­schen Verdächtigungen.

Blöd nur, dass die Zusammenfassung der Schlichter im Vorstandspad gar nicht so klingt wie die Zusammenfassung der Zusammenfassung.

(Den inter­es­san­ten Teil habe ich hier noch ein­mal her­aus­ko­piert und bes­ser formatiert.)

Damit stel­len sich min­de­stens drei Fragen:

  1. Es war also „kein Hinweis auf Klüngel zu Ungunsten des LV Nds.“ zu fin­den. Warum die­se Einschränkung?
  2. Um was für „Meinungen, die evtl. so auf einer öffent­li­chen Liste nicht geäu­ßert wür­den“, han­delt es sich?
  3. Wenn das alles tat­säch­lich ein­wand­frei von­stat­ten ging, war­um wur­de dann ein­zel­nen Pressesprechern wie denen des Landes Bremen und des Bundes der Zugang aus­drück­lich verwehrt?

Ich frag­te nach der Veröffentlichung des Schlichtungsergebnisses:

Es ist von „Kommentaren, die so öffent­lich nicht geäu­ßert wür­den“ die Rede.
Worum geht es genau? Wovor haben die Beteiligten Angst?

Auf Letzteres hat­te Mario Espenschied eine erfri­schen­de Antwort:

Tja rate mal.
Protip:Sozialverhalten einiger.

Diese geschlos­se­ne Liste, auf der sich eine bestimm­te Clique, die auch zu ande­ren Gelegenheiten öffent­lich im Rudel auf­tritt, als „Pressekoordination“ aus­gibt, aber Pressesprecher nur rein­lässt, wenn deren Nase ihnen passt, war die­sen also nur nicht zugäng­lich, weil das Sozialverhalten Einiger ihnen nicht in den Kram gepasst hat. Wer die­se Einigen wohl waren?

Am 25. Juni 2014 schrieb - Kopie hier - einer der abge­wie­se­nen Pressesprecher, Sebastian Raible, eine Antwort auf die Schlichtung und die Kommentare der Geschlichteten, die beleg­te, dass Thomas Gauls Plan, im Geheimen zu ope­rie­ren, voll und ganz erfüllt wer­den konnte:

Auf meh­re­ren Pressetreffen wur­de die Liste als „Liste zur Vernetzung der Landespressesprecher“ ange­kün­digt, auch hier wur­de das im Thread im August 2013 wiederholt.
Das war sie aber nicht.
Etwa wur­de ich als Landespressesprecher Bremens Anfang 2013 nicht auf die Liste gelas­sen. Auch die Bundespressesprecherin wur­de nicht zuge­las­sen (ich schrieb das am 28.08.2013 hier).

Seine Ausführungen schloss er mit einer Bitte:

Ich wüss­te übri­gens gern mehr über mein Sozialverhalten, Mario.

Eine Antwort hat er bis heu­te nicht erhalten.

Nun, da die Piratenpartei Deutschland wie­der einen leid­lich akzep­ta­blen Bundesvorstand hat, könn­te man sich ja zur Abwechslung mal wie­der damit beschäf­ti­gen, was auf Landesebene vor sich geht. Wie wär’s?


Euch kommt das Konzept der geschlos­se­nen Mailinglisten bekannt vor? Die auf dem außer­or­dent­li­chen Bundesparteitag gegrün­de­te „pro­gres­si­ve Plattform“ geht noch einen Schritt wei­ter: Ihr besucht die fal­schen Leute? Ihr kommt nicht rein! Der fal­sche Partner darf’s not­falls sein. so lan­ge ande­re Bedingungen erfüllt werden.

„Es gibt kei­ne zu femi­ni­sti­schen Feministinnen!“ :irre:

Senfecke:

  1. Hab das auf versch. Seiten bekom­men, die Pastebin Links. Sowohl #piratenpartei(wo Du die wohl auch bekom­men hast) sowie im fedi­ver­se war das Stundenlang Thema. Die haben sich so der­ma­ßen über den Satz, den Du zitier­test auf­ge­regt.. :irre:

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