In den NachrichtenPolitik
Blog­re­tro­spek­ti­ve, 23. Juli 2014: Von Daten­schutz, Bäl­len und Ballerei.

Der Westen – der Westen!!1 – hat eine her­vor­ra­gen­de Lösung gefun­den, wie mit dem Abschuss von Pas­sa­gier­flug­zeu­gen über ukrai­ni­schem Gebiet umzu­ge­hen ist: Waf­fen an Russ­land lie­fern und dann Russ­land die Fuß­ball-WM 2018 weg­neh­men, weil Russ­land Waf­fen hat. Das wird den irren Dik­ta­tor (hier: Putin) zum Ein­len­ken bewe­gen, denn wenn Russ­land kei­ne Fuß­ball­mei­ster­schaft behei­ma­ten darf, wird es sicher­lich eine Men­ge ver­lie­ren; Zeit und Geld aller­dings nicht.

Ja, der Westen. USA dro­hen EU mit Sank­tio­nen, falls EU Sank­tio­nen gegen Russ­land nicht ver­schärft. Absurd? Mit­nich­ten. Aber es soll ja berg­auf gehen:

Die Bun­des­re­gie­rung will Deutsch­land zum „Ver­schlüs­se­lungs­stand­ort Num­mer 1” machen und peilt eine „Daten­ord­nungs­po­li­tik” an. (…) Geschäfts­mo­del­le, die auf Pseu­do- und Anony­mi­sie­rung set­zen, sei­en zu för­dern. (…) Das euro­päi­sche Daten­schutz­recht im digi­ta­len Bin­nen­markt möch­te die Bun­des­re­gie­rung „rasch moder­ni­sie­ren und har­mo­ni­sie­ren”, um die Bür­ger­rech­te zu stär­ken und der Bedeu­tung der Pri­vat­sphä­re als „ent­schei­den­dem wirt­schaft­li­chen Stand­ort­fak­tor” gerecht zu werden.

Daten­schutz und Pri­vat­sphä­re als wirt­schaft­li­che Stand­ort­fak­to­ren, denn so ein Bür­ger ist vor­ran­gig eine Enti­tät hin­ter einer Kun­den­num­mer oder sei­ner Deutsch­land-Card, für den Markt erkenn­bar an den RFID-Chips in sei­ner Geld­bör­se. Ah, der Herr Mül­ler, will­kom­men bei ALDI. Sie haben doch vor vier Tagen in Ber­lin einen Ero­tik­shop auf­ge­sucht, Gur­ken fin­den Sie hier im vier­ten Regal links. Daten­schutz. Pri­vat­sphä­re. Bür­ger­rech­te. Bin­nen­markt. Wie oft wir als Bun­des­re­gie­rung unse­re Bür­ger aus­spio­nie­ren? Das geht doch den Bür­ger nichts an. Maul hal­ten und wählen.

Und es wird ja nicht bes­ser. Deutsch­lands Eli­te wächst nach. „Lucia, Pau­la, Tim und der Namen­lo­se sind viel­leicht fünf­zehn. Und das ist noch opti­mi­stisch geschätzt.” Ich war nicht so, und viel­leicht hat mir das gut getan. Aber eli­tär war ich eben auch nicht.

Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gungs­zom­bies. Irgend­wann wer­den sie 18, wenn sie nicht vor­her ein­ge­gan­gen sind, und blei­ben so boden­stän­dig wie sie es von Mut­ti gelernt haben: Eli­sa­beth muss spek­ta­ku­lär aus­se­hen! Und der Nagel­lack erst! Wel­che Mut­ter könn­te schon wol­len, dass das eige­ne Kind sich als ein­zi­ges Anwe­sen­des halb­wegs natür­lich freu­en kann? Väter sind natür­lich mitgemeint.

Alles wird gut. Deut­sche Tor­na­dos in der Eifel wer­den umge­baut, damit Atom­bom­ben ein­ge­klinkt wer­den kön­nen. Wir sind wie­der wer. Hurra!

Sokra­tes hät­te sich erschossen.