NerdkramsNetzfundstücke
Das Internet vor „Leistung“ schützen: ✓

Es mag in all dem Pressetaumel um PRISM, Tempora und die PlayStation 4 untergegangen sein: Seit gestern ist das Leistungsschmutzrecht geltendes Recht in Deutschland.

Dass ausgerechnet der eklige Axel-Springer-Verlag, einer der Vorkämpfer für einen „Schutz“ der eigenen „Leistung“ im Internet, dann doch nix dagegen hat, wenn Google vorerst weiterhin sein „geistiges Eigentum“ raubmordkopiert, lässt mich, zugegeben, nicht einmal mehr müde lächeln.

Seit gestern also haben die großen und viele kleinere Verlage kein allzu großes Interesse mehr daran, am Internet teilzunehmen, was insbesondere uns, die wir gelegentlich Dinge ins Internet reinschreiben, gegebenenfalls in unangenehme Situationen bringen könnte. Eine versehentliche kostenlose Werbung in Form eines Hyperlinks kann teuer werden. Nun, der Erfüllung des verlagsseitigen Wunsches nach Erleuchtung durch Kasteiung mag ich als Mitglied des großen sozialen Netzes doch nur allzu gern Vorschub leisten.

Der Nachtwächter hat dafür letztes Jahr eine ziemlich vollständige Liste aller leistungsschmutzrechtsleidenden Verlage in eine HOSTS-Erweiterung zusammenkopiert. Diese Liste gilt es in die Textdatei /etc/hosts (UNIX, Linux) oder C:\Windows\system32\drivers\etc\hosts zu kopieren, hernach sind alle Angebote, die ausdrücklich darum bitten, nicht im deutschen Internet (gegründet von Michaela Merz) gefunden zu werden, aus dem eigenen Internet verschwunden.

Wir sind ja nicht so.

Senfecke:

  1. Nix für ungut, an und für sich ist so eine Liste mit LR-Befürwortern eine nette Sache (wobei die Springerpresse von mir eh nicht angeklickt wird) aber ohne Sinn und verstand alles und jeden reinzukritzeln, ist auch Peng. Da kenne ich so einige Kandidaten wie bsw den Spiegel (den ich lieber nicht missen möchte) die das Leistungsschutzrecht nicht nutzen, um Links und Zitate zu unterbinden.

  2. Den SPIEGEL kann ich inzwischen ganz gut missen – mit Qualität hat der nicht mehr viel zu tun. Klar, wer kein LSR nutzt, kann ruhig gelesen werden. Das LSR ist aber nichts anderes als ein Wunsch, nicht gelesen zu werden, sonst wird’s teuer. Und im Zweifel verzichte ich darauf doch nur allzu gern.

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