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Queen – A Night At The Ope­ra

queen-a-night-at-the-operaVon Queen hielt ich aus ähn­li­chem Grund nie all­zu viel wie von Muse: Die­ses Ope­ret­ten­haf­te, Künst­li­che, Über­höh­te tut mir beim Hören auch kör­per­lich weh. Weni­ge Glanz­stücke wie „Sheer Heart Attack“ und „Stone Cold Cra­zy“ ste­hen der grau­en­vol­len „Bohe­mi­an Rhap­so­dy“, dem von Fuß­ball­glot­zern per­ver­tier­ten „We Are The Cham­pi­ons“, dem prah­le­ri­schen „We Will Rock You“ und wei­te­ren Unmög­lich­kei­ten ziem­lich wehr­los gegen­über. Fred­die Mer­cury mag ein Stil prä­gen­der Sän­ger gewe­sen sein, aber sei­nen Stil mag ich nicht.

Blö­der­wei­se schließt man – schlie­ße ich – wider bes­se­ren Wis­sens von einem ein­zi­gen wirk­lich schlech­ten Stück oft auf das gan­ze Album. Lücken­fül­ler als sol­che zu erken­nen ver­mag man nur, wenn man bereit ist, sich dem gan­zen Album trotz der Abschreckung zu wid­men. Vor­ur­tei­le, die ich immer noch nicht ganz abge­baut habe, sind trotz mehr­fa­cher Ver­su­che, mich selbst vom Gegen­teil zu über­zeu­gen, zum Bei­spiel Maril­li­ons „Mis­pla­ced Child­hood“ (wegen „Kay­leigh“, des­sen elen­de Ohr­wurm­me­lo­die einem auch nach fast 30 Jah­ren noch aus jedem zwei­ten Radio­sen­der ent­ge­gen­nu­delt) und eigent­lich jedes Album von Queen, weil ich von Queen zuerst „Queen Rocks“, die­ses selt­sa­me best of aus den Neun­zi­gern, besaß, auf dem zwar die gewohn­ten Mit­klatsch­hym­nen und eini­ge selbst mir gefal­len­de Lie­der („Stone Cold Cra­zy“, „Sheer Heart Attack“, „One Visi­on“) zu fin­den sind, aller­dings nichts, was umwer­fend anders wäre.

Dann habe ich mir noch mal Queens „A Night At The Ope­ra“ von 1975 ange­hört, weil das Inter­net fand, ich hät­te da was ver­passt. Ja, habe ich wirk­lich.

Schon das erste Stück, „Death On Two Legs (Dedi­ca­ted to…)“, hat mit dem fröh­li­chen Pop­rock der Radio-Queen nicht viel zu tun. Lei­se Kla­vier­klän­ge wer­den all­mäh­lich beglei­tet von anschwel­len­der, beklem­men­der Per­kus­si­on. Es folgt ein Ohr­wurm för­dern­der Rock’n’Roll-Teil, in dem sich E‑Gitarre und Kla­vier ein Gefecht lie­fern, wäh­rend Fred­die Mer­cury für Nor­man Shef­field, den vor­ma­li­gen Mana­ger der Band, ein nicht sehr fröh­li­ches Lied­chen zum Besten gibt: „You suck my blood like a leech / You break the law and you breach“, Bri­an May bril­liert dazu mit vor­treff­li­chen Gitar­ren­so­li. An den „zor­ni­gen“ Fred­die Mer­cury könn­te ich mich gewöh­nen.

Ganz anders der „Prophet’s Song“, die bes­se­re „Bohe­mi­an Rhap­so­dy“: Wie­der­um ein Geräusch-Intro, das mich an Wind und Meer erin­nern lässt, Gitar­re und Kla­vier set­zen mit einem ersten Refrain ein: „Oh oh, peo­p­le of the earth / listen to the war­ning, the seer he said: / ‚Bewa­re the storm that gathers here. / Listen to the wise man!‘ “ Einen Gen­re­wech­sel spä­ter geben Bass und Schlag­zeug einen trei­ben­den Marsch­rhyth­mus vor. Der zwei­te mehr­stim­mi­ge Refrain wirkt bei­na­he bedroh­lich. Bedroh­lich­keit ist sowie­so eine nen­nens­wer­te Eigen­schaft die­ses Stücks, aber da ist auch noch der Mit­tel­teil: Fred­die Mer­cury singt im Ter­zett mit zwei sei­ner eige­nen Echos und klingt nicht mal dann nach Ope­ret­ten­kram. Anschlie­ßend fin­den die Musi­ker zurück zum musi­ka­li­schen The­ma des Anfangs.

Queen – The Pro­phe­ts Song

Natür­lich ist auch „A Night At The Ope­ra“ kein per­fek­tes Album, natür­lich hat es Län­gen, Ecken und Kan­ten.

Aber – ich kor­ri­gie­re mich aus­nahms­wei­se gern – „A Night At The Ope­ra“, in sei­ner Dun­kel- wie Ver­trackt­heit das musi­ka­li­sche Gegen­stück zum im Fol­ge­jahr ver­öf­fent­lich­ten „A Day At The Races“, ist nach mei­nem Ein­druck wohl eines der besten Musikal­ben von Queen, es soll­te nicht unge­hört ver­klin­gen.

Aber die „Bohe­mi­an Rhap­so­dy“ hätt‘ wirk­lich nicht sein müs­sen.


Auch mal schön: SPD stimmt gegen Ver­bind­lich­keit von SPD-Kon­vents­be­schluss. Wen wundert’s?

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Senfecke:

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