Nerdkrams
Beinahe Buchkritik: Kontrollverlust

Der schwierige Autor Michael Seemann hat heute sein lange angekündigtes Buch zum Thema „digitaler Kontrollverlust” unter der WTFPDL veröffentlicht, die es mir ermöglicht, eine digitale Fassung des Buchs hier nicht nur öffentlich blöd zu finden, sondern auch zu vertreiben, ohne potenzielle Leser vom dortigen VG-Wort-Zähler, Google Analytics, Flattr und dergleichen tracken zu lassen, was sich prima mit der Überschrift „Datenkontrolle schafft Herrschaft” eines Kapitels aus dem Buch in Einklang bringen lässt:

Das neue Spiel

Worum geht es in dem Buch? Es geht um „Strategien für die Welt nach dem digitalen Kontrollverlust”:

Datenschutz, Urheberrecht, Staatsgeheimnisse. Wir haben die Kontrolle verloren. Daten, von denen wir nicht wussten, dass es sie gibt, finden Wege, die nicht vorgesehen waren und offenbaren Dinge, auf die wir nie gekommen wären. (…) Die Verdatung der Welt stößt die postindustrielle Ordnung in die Krise. All unsere Institutionen und unser ganzes Verständnis von Freiheit sind vom Kontrollverlust bedroht. (…) Welche Strategien funktionieren nicht mehr, welche um so besser, welche neuen gibt es?

Es geht also um Datenhoheit beziehungsweise die Erlangung derselben. Eigentlich ist „Das neue Spiel” weniger ein Sachbuch als eine Kampfschrift: Wir müssen was tun! Dabei erwähnt der Autor zahlreiche gescheiterte Versuche, die seit Jahrzehnten fortschreitende Überwachung einzudämmen; eine Antwort aber hat er nicht. „Das neue Spiel” ist ein Buch voller „wir müssen”, „man sollte” und weiterer Wünsche, quasi ein Wunschbuch. Gelegentlich kommt auch mal eine handfeste Meinung, dann aber nicht zum Thema Überwachung:

Die NSA mag die theoretische Möglichkeit haben, jeden Einzelnen von uns unter Druck zu setzen, einzuschüchtern und zu terrorisieren. Vielen Menschen passiert genau das jeden Tag, und sie werden dadurch effektiv zum Schweigen gebracht – aber nicht von der NSA, sondern von Trollen, Maskulinistinnen, Nazis oder anderen Menschenfeinden.

Ich habe bisher – die Zeit war zu knapp – zwar nur wenige Kapitel gelesen, bezweifle aber, dass mir da noch viel entgangen ist.

Ohne Schwurbelei kommt Michael Seemann freilich auch diesmal nicht aus:

Wir haben das Buch in geschlechtergerechter Sprache geschrieben. Wir verwenden das generische Femininum und das generische Maskulinum abwechselnd. Sollte jemand beim Lesen darüber stolpern: Das ist so gewollt.

Stolperfallen beim Lesen sind meine Sache nicht. Da verlier’ ich die Kontrolle.


Schöne Sportart auch: Extrembügeln.

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