Kein Fragment.
(… und dann, manchmal, unterbricht man sein Schweben und wagt einen vorsichtigen Blick zurück, um sogleich gleichsam zu erstarren; gewissermaßen und zuvörderst erstarren vor sich selbst, hat man doch endlich mal gelebt, aber halt zu spät und/oder zu früh und überhaupt mit größtmöglichem Aber; schee woar’s und dreckig, weil man nicht allein hätte sein wollen und sich statt mit Liebe mit Vorträgen befasst, aber wenn man auf der Flucht vor sich selbst in die verkehrte Richtung läuft, ist das eben schlecht für’s Karma. Sehnsuchtsfehler sind keine besseren. You know I wasn’t crazy [Cheer-Accident], aber das ändert sich ja schnell heutzutage. Rennen, rennen, so lange die Richtung stimmt. Nicht nicht verlieren zu wollen ist keine Dopplung, sondern halbiert. Warum man nicht endlich wieder „ein Fragment“ schreibe, wird man dann gefragt, denn man sei so unangenehm undeprimiert. Aber das ist man gar nicht. Man weiß es nur nicht mehr.)
Dreimal zitiert: Kinderterror, Satireterror, Ausweisterror
Kurze Durchsage von der Judikative:
Ob ein Kind ein Schaden sein kann, wird schon seit langem diskutiert. (…) Die bloße Straflosigkeit habe zur Folge, dass (…) ein Kind keinesfalls ein „Schaden“ sein kann (…).
Wohl dem, der den öffentlichen Personennahverkehr zu meiden imstande ist.
Was darf Satire? Naja:
Der Iran kritisierte das Titelbild der neuen Charlie Hebdo. „Das ist eine provokative Geste und für Muslime verletzend“, sagte Außenamtssprecherin Marsieh Afcham. Sie sprach von einem Missbrauch der Pressefreiheit, der für Muslime inakzeptabel sei. (…) Diese „ungerechtfertigte Provokation von 1,5 Milliarden Muslimen weltweit“ werde eine neue Welle des Hasses auslösen, schrieb die wichtige religiöse Einrichtung Dar al-Ifta in Kairo.
(Hervorhebungen von mir.)
Ihr habt gefährliche Islamisten im Land? Dann lasst sie doch einfach nicht mehr raus! Nun, da jeder aktuelle Personalausweis zwecks Terrorabwehr voller biometrischer Daten steckt, ist es natürlich eine hervorragende Idee, ihn denen, zu deren Abwehr die Maßnahmen dienen, wieder wegzunehmen. Dann können sie wenigstens keinen Alkohol kaufen.
Boomtown Rats – I Don’t Like Mondays
Guten Tag. Ihr seid nicht Charlie. Und das Binnen‑I? Ein Exportschlager sondergleichen. Und Montag, Montag ist ja auch noch. Sodbrennen, Kälte. Volkstrauertag.
Es ist doch jede Woche das Gleiche.
Guten Morgen.
Nachdem ich vom Entwickler für eine einfache Frage zur Konfiguration wüst beschimpft wurde und Updates ohnehin ständig das System zum Einsturz bringen, bin ich übrigens nun von Tiny Tiny RSS auf NewsBlur umgestiegen. Ein paar Vorteile stehen hier, mit dem Organizer kam jüngst ein weiterer hinzu. Bei Bedarf berichte ich später.
WC-Ente. Spritzt senkrecht.
Die Nachrichten sind deprimierend gerade. Nichts als Krieg, Tod und Fußball.
Wie schön ist doch da ein Naturvideo!
Drei Lehren für Charlie
Erstens:
Religion ist falsch. Euer unsichtbarer Freund unterscheidet sich von deren unsichtbarem Freund allenfalls in der Wahl der Waffen.
Zweitens:
Religiöse Menschen unterscheiden sich von nicht religiösen Menschen zumeist in ihrem Fanatismus.
Drittens:
Dinge, die im Namen einer Religion geschehen, sind stets Dinge, die falsch sind. Solidarität. Kreuzzüge. Am Arsch.
Dinge löschen gegen Rechts. Die französische Vorratsdatenspeicherung war ein voller Erfolg.
Seid ihr euch sicher, ob ihr noch auf der richtigen Seite steht?
Nachtrag zu PEGIDA: Wer ist hier fremd?
Zu den PEGIDA-Demonstrationen (ich berichtete) ansonsten vielleicht noch eine kritische Beleuchtung dessen, was die Leute daran eigentlich so stört: Merkel verurteile „fremdenfeindliche Tendenzen“, schreibt man auf SPIEGEL ONLINE und nennt dabei eigentlich schon das Hauptproblem.
Nun beginnt Fremdenfeindlichkeit ja schon damit, dass man „Fremde“ zunächst einmal als Fremde wahrnimmt. Ich selbst halte mich für insofern „fremdenfeindlich“, als ich mir fremde Menschen in den meisten Fällen lieber nicht ertragen müsste, aber gegen die Ausländer und Moslems unter ihnen habe ich im Allgemeinen auch nicht mehr einzuwenden als gegen Inländer und Christen (gerade Letztere sind mir ohnehin besonders zuwider).
Haven’t we met? You’re some kind of beautiful stranger.
Madonna: Beautiful Stranger
Fremdenfeindlich. Feindlich gegen die Fremden. Fremd ist, mit wem man fremdelt. Die Bundeszentrale für politische Bildung weiß:
Fremd ist nur, was als solches erlebt wird. Nichts ist aus sich heraus und notwendig fremd. Das fremde Terrain erscheint im Erleben einfach vorhanden, tatsächlich ist es subjektiv gesetzt und Ergebnis willkürlicher Ordnungskriterien im Gefolge persönlicher Motive und gesellschaftlicher Konventionen.
Wer gegen Anhänger einer bestimmten Religion, Mitglieder einer bestimmten gesellschaftlichen Schicht oder Einwanderer aus einer bestimmten Region populistisch agiert, der ist noch kein Feind des Fremden. Eine überzeichnete Analogie: Ich halte auch Ursula von der Leyen für jemanden, der lieber putzen und backen sollte als dieses Land in den Krieg zu führen, und habe gegen Frauen trotzdem prinzipiell nicht viel einzuwenden.
Damit wir uns verstehen: PEGIDA, DÜGIDA, BOGIDA und all die übrigen Häuflein seltsamer Menschen sind wohl überwiegend politisch unsichere Demonstranten, deren Wut sich gegen das Falsche richtet, gegen den Boten nämlich, nicht jedoch das zerrüttete Sozialsystem. Das ist ein bisschen schade. Ihnen aber pauschal Feindlichkeit gegenüber Fremdem vorzuwerfen setzt womöglich ein falsches Signal. Unter den Demonstranten sind von ihrer Tageszeitung verblödete Unmündige sicherlich ebenso wie stramme Rechte und Opportunisten zu finden. Man mag sie einen Pöbel nennen, einen Haufen Leute, die beinahe so effizient wie ihre Gegendemonstranten („NOPEGIDA“) wertvolle Lebenszeit anderer Leute mit ihrem Unsinn verplempern. Das Wort Fremdenfeindlichkeit aber ist fremdenfeindlicher als jedes Graffito auf Hauswänden.
Du kennst mich doch, ich hab‘ nichts gegen Fremde. Einige meiner besten Freunde sind Fremde. Aber diese Fremden da sind nicht von hier!
Methusalix, in: Asterix, „Das Geschenk Cäsars“
Wobbler – Rubato Industry
Der Rauch des Jahreswechsels ist verflogen, auch die Letzten haben festgestellt, dass niemand außer ihnen mehr einen Knall hat. Die Reste liegen herum auf den Straßen und im Herzen. Jetzt einen Panda knuddeln oder wenigstens angucken, das wär’s. Wenigstens wissen wir jetzt, was wir tragen werden; ich, jedenfalls, Schwarz.
Vorbei, vorbei. Neu dafür: Es gibt Smart-Ringe namens „Ö“. Der Schrott, der unsere Zukunft ist.
Gebirge von Elektroschrott bringen das System zum Singen. Am Schrott wachsen wir. Nicht als Menschen. Nicht als Gesellschaft. Als Konsumenten. Als Einnahmequelle für Konzerne.
Wenigstens sind wir liebenswert und keine Portugiesen, uns geht es gut. Schuhuh.
Guten Morgen.
Plopp, wow!
(via Wut!)
2014, revisited. / Murmeltiertag.
2014 war ja auch ein Jahr des Man-hätte-es-wissen-Könnens.
Man hätte wissen können, dass Pfründe Moral stets überwiegen. Man hätte wissen können, dass Musiker im sterbefähigen Alter selbiges eines Tages ereilen wird. Man hätte überdies aber, still in sich hinein, wissen können, dass es diesmal wieder nicht klappt und das Mal danach auch nicht und dass man eigentlich auch die Finger lassen sollte von allem, was menschelt.
Wusste man es nicht? Wollte man es nicht wissen?
Überhaupt, Selbstbestimmungsrecht. Und immer diese Jahresrückblicke, diese elenden Gesichter in diesen elenden Medien, die elenden Unsinn in Mikrofone von elenden Schwindlern reinsprechen. Blöd für jeden, der im Dezember stirbt, der kommt dann nicht mehr vor. Und die eigenen Ziele? Verfehlt, weit verfehlt, wie auch den Abgabetermin für den eigenen musikalischen Jahresrückblick. Kleine Lichter verglimmen im Sog der Nichts. Und dann doch wieder nur: Raketen. (Schönes todo auch: häufiger von „verglimmen“ reden.) Vorsätze breche ich künftig nur noch vor Mitternacht, dann mutieren sie nicht. Ach nein, das waren Gremlins, oder?
Mit Unmut zum Umsturz das Ego zu Tode geduzt. Nicht reich, berühmt, fündig geworden. Sängerin müsste man sein. Früher war mehr Gewinnspiel. Errungenschaft 2014: Jemandem, dem man eigentlich nichts Böses wollte, erklärt zu haben, wer Helene Fischer ist. My only friend, the end. Ein Jahr des Ausverkaufs. Irgendwo zündet jemand ein Feuerwerk. Jemand lacht. Irgendwer macht den alten Witz, man möge, haha, gut reinrutschen. Den Gürtel enger zu schnallen macht noch keine schmale Hüfte. Was ist, ist. Hallo, Sehnsucht, du auch hier? Nimm dir einen Stuhl, mach‘ es dir bequem, schau‘ auf den Sommer. Wir seufzen im Chor, während die Zeitzone erbebt.
Alle Jahre wieder (demotiviert genuschelt). Jazz, zwo, drei, vier. Kein Kuss an Silvester.
Prosit Neujahr.
The National – Mr. November
„Röntgenaugen sehen alles / kaputt, kaputt“ intonierten Slime in den frühen 1990er Jahren, und eigentlich fühlt man sich dann auch nie so sehr danach wie an einem Montag wie diesem, wach bis in die Nacht, schlaflos vor fehlender Freude. Rettung, überhaupt. Um sich herum sitzen und die Fassung verlieren. Scherben bringen Glück.
Herrn Poes Rabe hätte seine Freude an diesem Hier und Jetzt. Die Nachrichten feiern „die zehn besten Tore der Fußball-WM 2014“. Randnotiz: Wieder Tausende Tote. Und nun zum Wetter. Es ist trüb. Und man selbst? Der Kopf schreit Refrains. Zum Glück hat man keinen Plattenvertrag.
„Guten“ Morgen.
#31c3
Die Creeper-Card-Fraktion zeigt dieses Jahr Flagge. Das ist gut, dann kommt man mal zu was. Nunc est bibendum.
Beziehungsweise eben: Wie jetzt, Amnesty International?
Diese Jugend. Aus der wird auch nichts mehr. Prost Mahlzeit.
zANTI: Penetrationstests und mehr
Mein Beitrag über FaceNiff, ein Passwortschnüffelwerkzeug für Android, erfreut sich auch dreieinhalb Jahre später – ungeachtet der fehlenden Aktivität des Entwicklers – noch einiger Beliebtheit. Natürlich hat sich auf dem Markt der Sicherheitswerkzeuge für Android ebenso wie in puncto Hardwarespezifikationen – mein Smartphone zum Beispiel ist deutlich leistungsstärker als mein OpenBSD-Laptop – seitdem einiges getan, weshalb auch Schutzsoftware für Android längst ein lukratives Geschäft ist.
Bis vor einer Weile existierte mit dSploit ein Penetrationstestwerkzeug („Pentest“), das über die Fähigkeiten von FaceNiff weit hinausging, indem es mehr bot als nur das Auslesen von Passwörtern: Es konnte der komplette Netzwerkverkehr mitgelesen und auf Sicherheitslücken analysiert werden. Nachdem dSploit als Open Source freigegeben worden war, passierte zunächst eine Menge und dann plötzlich nichts mehr: Seit dem 3. November 2014 ist dSploit offiziell ein Teil von zANTI, dessen Entwicklerfirma zufällig auch zIPS, eines der wenigen wirksamen Gegenmittel für Android-Eindringlinge, kommerziell vertreibt. Zumindest dürfte das ein funktionierendes Geschäftsmodell sein.
Insofern kann zANTI – anders als FaceNiff – auch kostenlos angeboten werden. Zu bieten hat es überwiegend Funktionen, die andere als bloß destruktive Zwecke erfüllen. Dass auch zANTI natürlich SSL-Anfragen ebenso wie Browsersitzungen abfangen, entschlüsseln und auslesen kann, widerspricht dem keinesfalls – Penetrationstests führt man üblicherweise ja auch auf Geheiß in Firmennetzen und nicht ungefragt beim Nachbarn durch.
Dass zANTI (momentan nur für Android verfügbar, eine iOS-Version ist in der Testphase) nicht im Play Store angeboten wird, ist unabhängig von der rechtlichen Situation, derzufolge in Deutschland sogar die meisten Linuxdistributionen verboten sind, verständlich, immerhin hält Google selbst Werbeblocker für unerwünscht. Wer allerdings Interesse an Netzwerksicherheit hat oder nur mal sehen möchte, wie naiv sich Leute in einem öffentlichen WLAN eigentlich benehmen, der kann mit zANTI und Routerpwn eine Menge anstellen.
Das ist auch nur einer der Gründe, wieso ihr öffentlichen WLANs, wie sie die Deutsche Bahn momentan mit großem Presserummel in ihren ICEs ankündigt, grundsätzlich misstrauen solltet.
Kauderwelsch: ChriGIDA
Was aus den insbesondere Dresdner Demonstrationen von Leuten, die an Heiligabend gern ungestört ein totes Flüchtlingskind anbeten möchten, eigentlich zu lernen ist, ist im Übrigen dies: Rennt! Wir sind in höchster Gefahr! Nein, nicht von Rechts oder von Links oder von sonstigen politisch Blöden, sondern von Religionen!
Der Unionsfraktionschef Volker Kauder warnt vor einer weiteren Fragmentierung der deutschen Politik. „Es darf nicht dazu kommen, dass in Deutschland eine islamische Partei entsteht“ (…). Alle demokratischen Kräfte hätten die Aufgabe, politisch Interessierte aus allen Schichten des Volkes zu integrieren.
Noch vor zwei Jahren wies eben dieser Volker Kauder auf die historischen Zusammenhänge von Christentum und Deutschland – noch wenige Jahre vor der Gründung der „alten“ Bundesrepublik bekanntlich ein eingespieltes Team – hin:
Die Muslime gehörten selbstverständlich zu Deutschland, so Kauder, aber: „Der Gott, der die Mütter und Väter des Grundgesetzes leitete, war der Gott der Christen und der Juden.“ Muslime seien an der Erarbeitung des Grundgesetzes nicht beteiligt gewesen. Deutschland sei „nach wie vor vom christlich-jüdischen Glauben geprägt“.
Zurück ins Jahr 2014: Volker Kauder setzt sich offenbar – löblich, löblich – vehement dagegen ein, dass Religionen politische Macht in Deutschland bekämen; es sei schon bedenklich genug, dass es in Deutschland einen Ableger der Partei des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, der AKP, gebe, immerhin sei die Bundesrepublik „wertanschaulich neutral“ (Kauder, 2012) und zu ihren Werten gehöre die Religionsfreiheit (ebd.), die für Volker Kauders Partei, die „Christlich-Demokratische Union“ (CDU), selbstredend ein hohes Gut ist und zum Beispiel nicht in Einklang mit staatlich verordneten christlichen Gedenktagen zu bringen wäre (ich, jetzt).
Volker Kauder war zuletzt 2013 mit folgender Äußerung aufgefallen:
„Die Menschen wissen um die Gefahr, die von Terroristen ausgeht. Und sie wissen, dass Geheimdienste notwendig sind, um diese Gefahren abzuwehren. Wir brauchen die Geheimdienste auch, um unsere Soldaten zu schützen, etwa in Afghanistan.“ Diese Arbeit könnten die Dienste aber nur leisten, wenn nicht alle Welt wisse, wie sie arbeiten. Kauder sprach sich deshalb für ein Ende der öffentlichen Debatte über die Arbeit der Geheimdienste aus. (…) „Je mehr man in der Öffentlichkeit über die Arbeitsweise der Geheimdienste weiß, umso eher können sich die Gewalttäter darauf einstellen.“
Wie ZEIT.de – wiederum 2014 – zu berichten weiß, rate Volker Kauder in der Debatte um die Verbreitung des Islams in Deutschland „dringend dazu, die Menschen nach ihren Taten zu beurteilen“. Ich habe insofern ein nur wenig ungutes Gefühl damit, Herrn Kauder als einen dummen Populisten zu beurteilen. Ich bin ihm für diesen guten Rat sehr dankbar.
Fatal Fusion – Halls of Amenti
Kennt ihr, allem Verstand zum Trotz, eigentlich Simon Unge? Simon Unge ist, das haben die Medien zu vermelden, zwar kein Twittermädchen, aber zumindest ein YouTube-Star, also jemand, der, statt einem ehrbaren Beruf nachzugehen oder wenigstens Jura zu studieren, weitgehend davon lebt, anderen Leuten Witze zu erzählen oder ihnen beizubringen, wie man sich möglichst nuttig schminkt, und ihm wurde wirklich übel mitgespielt, denn seine Vermarktungsfirma hat ihn so behandelt, wie man als gewinnorientiertes Unternehmen eben seine Melkkühe behandelt. Die Folge: Ein Sturm der Entrüstung nebst Kündigung. Ich bin ja ein bisschen neidisch auf Leute, deren Leben sich nach einer Kündigung nicht merklich ändern dürfte. Mehreren zehntausend Followern gefällt das. Wären sie doch nur alle so wie Herr Unge!
Apropos Bohei: Udo Jürgens ist tot, im Gegensatz zu Robin Williams, wo’s ja dann doch ein bisschen überraschend kam, mit 80 Jahren. „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“, so sang Udo Jürgens 1977, insofern hatte er vermutlich trotzdem nicht viel vom Leben. Das eigentlich Erstaunliche ist, wie viele Menschen plötzlich ihre Liebe zum deutschen Chanson entdecken und sich der zumindest landesweiten Trauer anschließen. Ist der Tod von Menschen, deren bloßen Namen und nur wenig mehr man kennt, allein durch sein Eintreten ein besonders bedeutsamer?
Es gibt allerdings auch gute Nachrichten: Nina Persson, Magnus Carlson und Ebbot Lundberg – drei Größen der schwedischen Popmusik – beschäftigen sich momentan in Form einer Neuvertonung mit der Hinterlassenschaft der guten alten The Velvet Underground und das klingt deutlich besser als man es von bloßen Coverversionen erwarten würde. Ebenfalls weit in die musikalische Vergangenheit zurück greift die norwegische Band Fatal Fusion, die außer, nun, Fusion auch Retro-Prog zu ihren bevorzugten Genres zählt. Das passend benannte Album „The Ancient Tale“ war 2013 durch mein Raster gefallen, was ein bisschen schade ist. Nicht nur der Vollständigkeit wegen, auch und gerade, weil’s Spaß macht, wäre es ratsam, den heutigen Tag mit ihnen zu beginnen.
Guten Morgen.












