PolitikIn den NachrichtenMontagsmusikMir wird geschlecht
Þursaflokkurinn — Nútíminn

KauzselfieWieder ein Mon­tag, wieder erwacht man allein. Das Feuer verzehrt alles außer dem Verzehr; und draußen tobt ein Sturm und mit ihm die Dummheit: Fem­i­nistin­nen block­ieren aus Verse­hen Leute auf Twit­ter; wird schon irgend­wie gut sein, weil ein Pro­gramm das für sie übern­immt. Wir sind die Borg, Ver­stand ist zweck­los. Denken ist Män­ner­sache.

Was auf Twit­ter son­st noch irgend­wie gut ist, ver­sucht die unsägliche, skru­pel­lose Made My Day GmbH her­auszufind­en und in einem Buch zusam­men­z­u­fassen. Die Erlöse sollen an die “Ärzte der Welt” statt an die Urhe­ber der Tweets gehen; die “Ärzte der Welt” wollen aber mit Hehlern nichts zu tun haben und nehmen das Geld nicht. Jet­zt muss die Made My Day GmbH auf dem Geld sitzen bleiben. Doof.

Schätzungsweise auch doof ist es übri­gens, wenn man ein größeres Telekom­mu­nika­tion­sun­ternehmen ist und plöt­zlich die Stasi im Haus hat: Der BND hat­te sich bei der Telekom eingemietet (Vor­sicht: JavaScript-Track­ing!), der dama­lige Telekom-Chef weiß von nichts. Eigentlich sollte das nie­man­den erstaunen, immer­hin ver­gisst die Telekom sog­ar Tech­nikert­er­mine bin­nen weniger Minuten nach Vere­in­barung. Die Ver­ant­wortlichen für diese spartenüber­greifende Ver­let­zung von Grun­drecht­en haben heute hoch dotierte Posten in Auf­sicht­sräten und sitzen hässliche For­men in die Par­la­ments­bestuh­lung. Die Men­schen gehen gegen die AfD auf die Straße, weil sie rechte Ten­den­zen scheiße find­en, und wählen dann doch wieder bloß die SPD. Die mor­gendliche Tasse Lack war wohl schon abge­laufen.

Man wacht auf und ver­ste­ht die Welt nicht mehr. Und Isländisch auch nicht.

Þur­saflokkurinn — Nútíminn Er Trun­ta

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Alles, nichts, oder?

Man sollte ja annehmen, dass Ana­tol Ste­fanow­itsch (der war hier schon mal The­ma) — seine Unbe­darftheit in Fra­gen gesellschaftlichen Zusam­men­halts sei ihm verziehen — als “Sprach­wis­senschaftler” (Wikipedia) zumin­d­est über die deutsche Sprache abseits irgendwelch­er Gen­derthe­o­rien keinen allzu großen Unfug redet. Immer­hin erwartet er das ja auch von seinen Mit­men­schen:

Das Prob­lem ist, dass es ganz offen­sichtlich bei der Gesellschaft für deutsche Sprache nie­man­den gibt, der sich mit der deutschen Sprache ausken­nt, oder sich wenig­stens ein biss­chen für sie inter­essiert.

Da muss erst ein Ana­tol Ste­fanow­itsch kom­men, damit diese Nean­der­taler endlich mal was über die deutsche Sprache ler­nen. Die ken­nen ja nicht mal die ein­fach­sten Regeln, zum Beispiel Regel 111:

Das Prob­lem ist, dass es ganz offen­sichtlich bei der Gesellschaft für deutsche Sprache nie­man­den gibt, der sich mit der deutschen Sprache ausken­nt, oder sich wenig­stens ein biss­chen für sie inter­essiert.

Oder Regel 31:

Hastig set­zt man sich zusam­men und über­legt sehr lieb und lei­den­schaft­s­los, (…).

Oder den Unter­schied zwis­chen “das” und “dass”:

Wenn es ganz schlecht läuft, kommt dann schon mal ein Wort her­aus, dass eine Ver­wen­dung­shäu­figkeit von Eins hat (…).

Nean­der­taler, sag’ ich. Alles Nean­der­taler.

(Herr Ste­fanow­itsch hat meinen zunächst als Kom­men­tar hin­ter­lasse­nen Hin­weis auf fehlen­des Lek­torat gelöscht, jedoch kein­er­lei Kor­rek­tur vorgenom­men.)

MusikNetzfundstückeWirtschaft
Sprecht mehr Wirtschaft!

Mar­tin Weigert, regelmäßi­gen Lesern mein­er Texte als Google-Anhänger bekan­nt, find­et den Vorschlag der CSU, man solle Migranten dazu anleit­en, auch pri­vat mehr Deutsch (haha, CSU! Bay­ern! Deutsch! Hihi­hi! — wis­senschon) zu sprechen, nicht gut. So weit die Mär vom blind­en Huhn und dem Dop­pelko­rn.

Er hätte das damit begrün­den kön­nen, dass das pri­vat gesproch­ene Idiom eines Bürg­ers Pri­vat­sache zu bleiben habe, dass oben­drein oder wenig­stens stattdessen kul­turelle Vielfalt in Deutsch­land keine Frage der Sprache sei und dass, haha, man in Bay­ern, hihi, selb­st erst mal Deutsch ler­nen sollte.

Stattdessen pos­tulierte er:

Die CSU sollte “Englisch-Pflicht” statt “Deutsch-Pflicht” fordern

Denn:

Aber wo bleibt der Aufruf an die Bun­des­bürg­er, ihr Englisch aufzupolieren? In der ver­net­zten, glob­al­isierten Welt ist das ein weitaus wichtiger­er Erfol­gs­fak­tor als aus­geze­ich­netes Deutsch.

Die Wirtschaft, die Wirtschaft! Migranten, die vor einem Bürg­erkrieg nach Deutsch­land fliehen, ohne dazu bere­it zu sein, schlecht­es Englisch zu ler­nen, um sich an der glob­al­isierten Wirtschaft dieses armen Merkel­staates zu beteili­gen, kön­nen gle­ich wieder gehen. Deutsch ist Amtssprache min­destens sieben europäis­ch­er Län­der, Englisch spricht man europaweit allen­falls im “Vere­inigten Kön­i­gre­ich” und Irland sowie den diversen britis­chen Insel­pro­tek­torat­en, aber das ist vielle­icht nicht glob­al genug gedacht. Kein Wun­der geht’s mit Deutsch­land bergab, wenn wir immer nur an Europa (“Wir in Europa”, A. Merkel) denken. Die Belange der Wirtschaft haben den Bürg­er zu inter­essieren, und die Wirtschaft ist nicht gern Prophet im eige­nen Land.

So wird das nix mit dem Auf­schwung.


Das war mir völ­lig ent­gan­gen: Steve Albi­ni von der großar­ti­gen Band Shel­lac hat was zum aktuellen Stand der Musikin­dus­trie gesagt.

Music has entered the envi­ron­ment as an atmos­pher­ic ele­ment, like the wind, and in that capac­i­ty should not be sub­ject to con­trol and com­pen­sa­tion. Well, not unless the rights hold­ers are will­ing to let me turn the tables on it. If you think my lis­ten­ing is worth some­thing, OK then, so do I. Play a Phil Collins song while I’m gro­cery shop­ping? Pay me $20. Def Lep­pard? Make it $100. Miley Cyrus? They don’t print mon­ey big enough.

Kön­nte funk­tion­ieren. :mrgreen:


Habt ihr eigentlich dieses Jahr schon für Kaka­pos gespendet?

Spaß mit Spam
Kurzspam: Vermachen

Am 30. Dezem­ber 1899 (sic!), so behauptet es mein Mail­pro­gramm, erhielt ich unter obigem Betr­e­ff fol­gende Mail:

Ich werde Sie brauchen, um mich in der Aus­führung eines Busi­ness-Pro­jekt von einem der Asien-Paz­i­fik-Natio­nen, um Ihr Land zu unter­stützen.

So schlimm ist es um Deutsch­land bestellt?

Sie wer­den fre­undlich gebeten, mit fol­gen­den Angaben auf mein­er pri­vat­en E‑Mail reagieren: auf grp(…)@aim.com Ihr voll­ständi­ger Name und Anschrift, Ihr Geburts­da­tum und Ihren Geburt­sort und Ihre pri­vat­en Tele­fon Details werde ich Ihnen mehr Details, wie man auf gehen liefern Ein­gang Ihrer Antwort.

Ich unfreudig gele­sen Spam­mers Sam­mel Dat­en Ver­such. Gehe liefern ihm Unmut.

Wenn Sie nicht daran inter­essiert, mein Vorschlag ist, bit­ten wir Sie diese E‑Mail aus Sicher­heits­grün­den zu löschen und ich werde dich nicht noch ein­mal zu kon­tak­tieren.

Nee, “du” nicht, dafür ein knappes Dutzend “dein­er” Aliase. Vielle­icht sog­ar welche, die erst im 21. Jahrhun­dert einen Com­put­er gekauft haben.

Mit fre­undlichen Grüßen,

Cgz

Ramm­tamm­tamm,

qwertz.

:irre:

MontagsmusikNetzfundstücke
Electric Orange (live)

Guten MorgenNicht nur Ralph Baer, son­dern auch Nick Tal­bot ist tot. 37 Jahre, schlimm, das. Man guckt auf seine eigene Geburt­surkunde und ist ein biss­chen verun­sichert. Ander­er­seits: Es kön­nte schlim­mer sein. In den Vere­inigten Staat­en gibt es 328 Men­schen namens Abcde. Wie man das wohl ausspricht?

Und dann das Gequatsche, das ewige Gequatsche. Auch das Nato-Infoblatt ZEIT ONLINE find­et: Poli­tis­ch­er Bull­shit ist gefährlich. Lest also lieber keine Tageszeitun­gen mehr. Und es hört ein­fach nicht auf. Hört auf euch mit Großmäulern zu iden­ti­fizieren!

Es ist Advent. Feier­lich­es Geschub­se gibt’s nur gegen Würstchenauf­preis. Musik, zwo, drei, vier.

(09) Elec­tric Orange @ DBE5 [LIVE]

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Eine Frage des Alters

Im Übri­gen rufen die alltäglichen Nachricht­en über Tötun­gen, die dem jour­nal­is­tis­chen Ethos, sach­lich zu bericht­en, dahinge­hend wider­sprechen, dass sie einen Fokus auf Alter, Geschlecht, Ver­wandtheits­grad oder ähn­liche Eigen­schaften des Opfers statt auf den Sachver­halt der Tötung leg­en, eben­so wie erboste bis erschrock­ene Leserkom­mentare, die ins­beson­dere auf­grund des Alters, Geschlechts, Ver­wandtheits­grades oder ähn­lich­er Eigen­schaften des Opfers voll des Mit­ge­fühls und/oder der Rage sind, in mir weniger Kum­mer als vielmehr eine Frage her­vor, da die Inten­sität des Mit­ge­fühls zu steigen scheint, je jünger das Opfer ist:

Ab welchem Alter des Opfers wird seine Tötung eigentlich gesellschaftlich geduldet?

KaufbefehleMusikkritik
Die Fantastischen Vier — Rekord

Die Fantastischen Vier - Rekord(Vorbe­merkung: Aus ver­schiede­nen Grün­den muss ich die eigentlich für Ende Dezem­ber geplante Hal­b­jahres­rückschau 12/2014 wohl auf Anfang 2015 leg­en. Daher greife ich ihr schon mal ungeduldig vor.)

Das Vorgänger­al­bum “Für dich immer noch Fan­ta Sie” war in jed­er Hin­sicht eine Ent­täuschung; man war geneigt, den von Smu­do, einem der Fan­tastis­chen Viere, gern ins Feld geführten Dro­genkon­sum der vier Her­ren dafür ver­ant­wortlich zu machen, dass es kraft­los und müde wirk­te.

Nun, entwed­er sind sie von den Dro­gen weggekom­men oder sie haben einen besseren Deal­er gefun­den, denn “Reko­rd”, das diesjährige Album der nun­mehr 25-jähri­gen Rap­com­bo, hat alles, was der geneigte Hör­er, der das unvergessene “Lauschgift” aus dem let­zten Jahrhun­dert für eins der besten deutschsprachi­gen Rapal­ben der ver­gan­genen Jahrzehnte hält, auf “Fan­ta Sie” — ich kürze das jet­zt mal ab — schmer­zlich ver­mis­ste.

Natür­lich hat’s bei aller Liebe zur deutschen Sprache hier und da kleine Män­gel (etwa: diesen einen Men­sch, “Wie geliebt”), aber für’s Vers­maß müssen im Rap eben manch­mal Köpfe rollen. Um die dis­stracks der ersten Alben ist es ein wenig schade, die love-and-peace-Manier von Stück­en wie “Frieden wie denn” holt den Feier­fre­und doch ein wenig her­aus aus sein­er Feier­stim­mung, aber irgend­was ist ja immer. Frieden, Liebe.

Du bist der lebende Beweis für mich / für Elfen und Feen.
Gott ist mein Zeuge

Die erste Sin­gle “25” mochte manch­er schon etliche Wochen vor Veröf­fentlichung des Albums nicht mehr hören, abwech­slungsre­ich­er geht’s auf “Reko­rd” aber schon zu. Zwar hält kein los­es Konzept wie noch auf “Die 4. Dimen­sion” das Album zusam­men, zwar gibt es keinen roten Faden wie noch auf “Lauschgift”, den­noch ist es ein stim­miges Gesamtwerk gewor­den, das man bei aller stilis­tis­chen ver­meintlichen Zer­ris­senheit — wie’s in “Sin­gle” emp­fohlen wird — auch als ein solch­es begreifen sollte, denn dann ergibt es plöt­zlich Sinn, dass mit­ten in die schön­ste Feier­laune eine Liebe­serk­lärung platzt und die “Fan­tas” ander­swo, wo man es nicht erwartet (erwartet?) hätte, irgen­deine bekan­nte Melodie nachsin­gen, deren Ursprung mir ger­ade partout nicht ein­fall­en mag.

In einem Inter­view für Google Play, wo “Reko­rd” momen­tan kurzzeit­ig gratis zu haben ist, gab Thomas D., der zweite der drei bekan­nteren Vier, kür­zlich bekan­nt, die anstren­gen­den Hüpf­be­we­gun­gen, die er bei Auftrit­ten zu machen pflege, fie­len ihm nicht mehr so leicht wie früher. Es ist eben so: Jünger wer­den die Men­schen nicht. Wenn sich aber Älter­w­er­den bei den Fan­tastis­chen Vieren in einem Album wie “Reko­rd” man­i­festiert, bin ich auf ihr Alter­swerk so ges­pan­nt wie auf kein anderes.

Wasch mein’ Schwanz / hasch meine Blunts!
Das Spiel ist aus

NetzfundstückeIn den NachrichtenNerdkramsMir wird geschlecht
Kurz verlinkt: Gender, Bloatware, Nobelpreis

Volk­er Beck von den schreck­lichen “Grü­nen” hat erkan­nt: Gen­der geht nur ganzheitlich. Wenn schon Bei­d­nen­nung, dann wenig­stens kon­se­quent. Burkas auch für Män­ner!


Sehenswert­er Com­ic fast zum The­ma: Diese öffentliche Zurschaustel­lung von Homo­sex­u­al­ität stört hupende Het­ero­hochzeits­gäste beim dezen­ten Feiern.


Andere bekom­men einen Nobel­preis in Chemie oder Physik, Snow­den bekommt einen Nobel­preis in Abwe­sen­heit. Hätte ich gewusst, dass das so ein­fach ist, wäre ich vielle­icht auch mal auf einen Flughafen gezo­gen.


Erin­nert ihr euch noch daran, dass ich vor Kurzem schrieb, Fire­fox sei gar nicht allzu unnötig aufge­bläht? Ich erwäge leise Revi­sion: Fire­fox 34 kann nun offiziell auch Videochat. Das sei nicht so schlimm, befind­et ein Mozil­la-Repräsen­tant, Mil­lio­nen Men­schen kön­nten diese Funk­tion möglicher­weise mal brauchen. Das sind vielle­icht die gle­ichen Mil­lio­nen Men­schen, denen Mozil­la vor ein­er Weile den RSS-Link aus der Adressleiste geklaut hat, aber den brauchen vielle­icht andere Mil­lio­nen Men­schen auch nicht. Ich finde es übri­gens auch schade, dass mein Smart­phone keinen Kühlschrank hat. Mil­lio­nen Men­schen haben unter­wegs vielle­icht Lust auf ein küh­les Getränk. Klar­er Fall von Mark­tlücke.


Sarkastisch? Ich? Dann guckt euch mal Ernie und Bert an.

Montagsmusik
Roger Waters — Sheep

Schuhuh?Dieser Mon­tag ist so dunkel und kalt, dass man bei jedem Schritt mit Bedacht beachtet, nicht auf einge­frorene Kon­ten oder Käuze zu treten. Wohin, wenn’s bricht?

Vielle­icht nach Peru. Früher war die Hitze nicht so heiß. Die peru­anis­che Volksmusik ist scheiße, dafür wird man möglicher­weise dort nicht von all jenen belästigt, die offen­bar annehmen, Men­schen hät­ten mehr Freude am Spenden, wenn sie frieren. Über­haupt: Frieren. Raus, nur raus wie einst Roger Waters aus Pink Floyd.

Schafe, sie sind’s alle­samt; und mit­ten­drin der Autor. Cool.

(Abt.: Gelun­gene Über­leitun­gen.)

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Medienkritik in Kürze: Die nehmen doch alle Drogen.

Der aktuelle “stern” (“inves­tiga­tiv”, stern.de) bril­liert mit ein­er knall­hart recher­chierten Titelgeschichte, die zweifel­los ihres­gle­ichen sucht:

STERN

Cannabis wird zur Volks­droge, den “Som­mer der Liebe” haben die “stern”-Redakteure wohl bedro­ht ver­schlafen, und wie gefährlich ist [sie] wirk­lich? Onanieren macht bekan­ntlich blind und Rock­musik gewalt­tätig. Der “stern” wiederum macht ver­mut­lich blöd. Wie gefährlich ist er wirk­lich?

In einem Inter­view, das eine Dreivier­tel­seite (Seite 46) ein­nimmt, darf Rain­er Thoma­sius (Suchtmedi­zin­er) seine fach­liche Mei­n­ung zum The­ma Cannabiskon­sum kund­tun. Weil sich das noch nicht beson­ders inter­es­sant liest, erset­ze ich in fol­gen­den Auszü­gen “Cannabis” durch “Bier” — nur, um ein­mal zu sehen, wie das aussieht:

Der Forschungs­stand zeigt ein­deutig, dass Bier zu schw­eren Gesund­heits- und Sozialschä­den führen kann. Das gilt sicher­lich in Abhängigkeit davon, wie viel von dieser Sus­tanz kon­sum­iert wird und in welchem Leben­salter. (…) Diejeni­gen, die früh in den Bier-Kon­sum eingestiegen sind, weisen bere­its im Erwach­se­nenal­ter Intel­li­gen­zde­fizite von sieben bis acht IQ-Punk­ten auf. (…) [Cannabis-Befür­worter Barack Oba­ma] über­sieht, dass es einen riesen­großen Unter­schied macht, ob zweiprozentiges Bier auf ein einiger­maßen aus­gereiftes Stu­den­ten­hirn wirkt oder acht­prozentiges auf das Gehirn eines Pubertieren­den.

Wie der “stern” auf das Gehirn eines Lesers wirkt, ist wahrschein­lich noch nicht aus­re­ichend erforscht, aber irgen­dein Feind­bild braucht’s halt. Onanieren macht blind und Kif­f­en halt blöd und ein­sam, während Säufer später erfol­gre­iche Jour­nal­is­ten wer­den kön­nen (oder bleiben; YMMV, wie’s der geübte Inter­net­nutzer zu sagen pflegt).

Auf Seite 114 macht der “stern” übri­gens Wer­bung für Ries­ling-Sekt. Was kann damit schon passieren?

WirtschaftIn den Nachrichten
Inflation

Wisst ihr übri­gens, was eine Infla­tion ist?

Infla­tion (…) beze­ich­net in der Volk­swirtschaft­slehre eine all­ge­meine Erhöhung der Güter­preise, gle­ichbe­deu­tend mit ein­er Min­derung der Kaufkraft des Geldes.

Genau das fehle diesem Land, nein, diesem ganzen Kon­ti­nent zur Besserung. Die steigende Kaufkraft ger­ade im Dezem­ber müsse ein Ende haben, befind­et die Europäis­che Zen­tral­bank:

“Wir wer­den das tun, was wir tun müssen, um die Infla­tion und die Infla­tion­ser­wartun­gen so schnell wie möglich zu erhöhen, wie es unser Auf­trag ver­langt.” Die EZB sei bere­it, bei Bedarf noch stärk­er an den Finanzmärk­ten zu inter­ve­nieren.

Zum Glück leben wir in ein­er zivil­isierten Gesellschaft, son­st käme man als europäis­ch­er Bürg­er möglicher­weise auf sehr hässliche Ideen, was den Umgang mit Her­rn Draghi bet­rifft.

Wo bleibt eigentlich die Rev­o­lu­tion?

Nerdkrams
Ins Internet schreiben mit Pelican

(Vorbe­merkung: Dies ist eine leicht über­ar­beit­ete Vari­ante eines Beitrags, den ich schon ander­swo veröf­fentlicht hat­te.)

Mir ist schon seit ein­er Weile auf­grund von Per­for­mance- und Sicher­heit­sprob­le­men danach, Word­Press, das ich seit inzwis­chen neun Jahren nutze, auf diesem kleinen Textveröf­fentlichungs­d­ings ein­mal durch etwas Anderes auszu­tauschen. Nicht aber gegen ein anderes “richtiges” Blogsys­tem wie s9y und Ghost, denn damit hätte ich nicht viel gewon­nen, hinge­gen einiges ver­loren (ger­ade auch weil Ghost immer noch kein brauch­bares Kom­men­tarsys­tem hat und ich sicher­lich nicht anfan­gen werde, inter­essierten Kom­men­ta­toren JavaScript aufzuzwin­gen). Inter­es­san­ter sind da schon Seit­en­gener­a­toren wie Jekyll und dessen Frame­works (etwa Octo­press), die zwar auch meist keine Kom­men­tar­funk­tion, dafür aber viele weit­ere Vorteile mit­brin­gen, zum Beispiel, dass man sein Blog mit git ver­sion­ieren kann und nicht auf einen PHP/MySQL-Stack angewiesen ist, weil die Web­site direkt als HTML aus­gegeben wird und nicht bei jedem Aufruf neu erzeugt wer­den muss. Franz hat die Vorteile eines solchen Bloggen­er­a­tors ein­mal aufgezählt.

‘Ins Inter­net schreiben mit Pel­i­can’ weit­er­lesen »

Montagsmusik
Portugal. The Man — And I

MorgenkauzMon­tag. Es herrscht Krieg. Putin, der alte Kanadier. Der Weltschmerz lässt den eige­nen so nichtig erscheinen. Aber darüber wird nicht berichtet, das ist so neg­a­tiv.

Reden wir lieber über die glück­liche Sün­derin, ihr Hund frisst zu unge­sund und in ihrer Freizeit wirft sie manch­mal Reis­säcke um. Die Medi­en sind scheiße? Scheiße ist das neue geil. Nicht mal ZEIT ONLINE kann man noch anständig has­sen.

Und ich?

Por­tu­gal The Man “And I”

Guten Mor­gen.

ComputerNetzfundstückeIn den NachrichtenPiratenpartei
Weltknall, 20. November 2014

Das macht Spaß.Kat­ja Kip­ping von der “Linken” bedauert, dass ihr gele­gentlich­er Bünd­nis­part­ner Piraten­partei von den Medi­en seit unge­fähr 2006 für tot erk­lärt wird oder tot ist oder bei­des:

Als ich (…) zur Vor­sitzen­den der Linken gewählt wurde, war eines mein­er Ziele, [Aus­tritte] in Rich­tung Pirat­en zu been­den. (…) In das leise Ahoi voller Bedauern mis­cht sich eine fast trotzige Hoff­nung. Die Hoff­nung, dass all jene, die mit den Pirat­en auf­brachen, die Poli­tik aufzu­mis­chen, und nun ein Scheit­ern erleben, doch noch eine Alter­na­tive zum Rück­zug ins Pri­vate find­en.

In anderen Worten: Leute, die sich bis jet­zt lieber für die “Pirat­en” als die “Linke” entsch­ieden haben, soll­ten das nun ändern, weil Kat­ja Kip­ping gehört hat, dass die Piraten­partei ja eigentlich tot ist. Zer­strit­ten­heit und Pöstchen­wahn immer­hin hat die “Linke” schon seit Langem per­fek­tion­iert, von ihnen kön­nt’ man als Pirat wohl noch was ler­nen. Quatsch mit Soße.


Der NSA-Skan­dal, der zu viel­er­lei spon­ta­nen Wün­schen nach weniger Datenkrak­en­tum führte, ist wohl schon zu lange her: Mozil­la ändert in den USA die Stan­dard­such­mas­chine von Google auf Yahoo (und damit Bing), in Blogs laufen die Kom­men­ta­toren heiß, ein neuer Benutzer solle gefäl­ligst auch kün­ftig automa­tisch Google nutzen müssen und Mozil­la habe das nicht zu entschei­den. Ver­mut­lich — ’s ist halt Ameri­ka — wird Mozil­la dem­nächst vor ein Gericht gez­er­rt, das das Unternehmen wie einst Microsoft dazu ver­don­nert, mit neuen Fire­foxver­sio­nen kün­ftig ein Pro­gramm zu verteilen, das die Ein­rich­tung der Stan­dard­such­mas­chine (also den dazu notwendi­gen Klick) aus­führlich erläutert.


Apro­pos Überwachung: Wovor sich viele Men­schen offen­sichtlich wirk­lich fürcht­en, ist, dass jemand sehen kön­nte, was sie selb­st öffentlich von sich preis­geben. Die häu­fig­ste Reak­tion im Netz auf Twit­ters Ankündi­gung, die eigene Such­funk­tion endlich auch ältere Tweets find­en zu lassen, ist daher keine Lobpreisung betr­e­ffs der besseren usabil­i­ty, son­dern Entset­zen neb­st Anleitung zum panis­chen Massen­löschen von Tweets.

Men­schen. Sie wer­den so schnell dumm.

PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Diese Nordkoreaner!

Achjeh, was sind die Medi­en wieder voll mit Poli­tik heute.

Michael Han­feld von der Föje­tong-Abteilung der “FAZ” (wegen LSR-Dro­hung nicht ver­linkt) find­et die ein­seit­ige Berichter­stat­tung von “Rus­sia Today” ver­w­er­flich:

Fak­ten wer­den aus dem Zusam­men­hang geris­sen und mit einem ganz bes­timmten Spin verse­hen (…), so dass am Ende (…) immer ein und dieselbe Botschaft: Ameri­ka ist an allem schuld, Rus­s­land wird von allen Seit­en eingekesselt, die öffentliche Mei­n­ung im West­en ist von A bis Z fer­nges­teuert. So werde der „Krieg her­beima­nip­uliert“ — der Krieg, den „der“ West­en gegen „die“ Russen führt. „Poli­tik und Medi­en“, so die Fest­stel­lung, seien in „Vorkriegslaune“.

Ein willkommenes Gegen­beispiel, wie aus­ge­wo­gene Berichter­stat­tung funk­tion­ieren kann, lieferte gestern die Bun­deskan­z­lerin, als sie die Ver­fehlun­gen der USA aufzählte:

Den­noch müssen wir erleben, dass es auch in Europa immer noch Kräfte gibt, die sich dem gegen­seit­i­gen Respekt und ein­er Kon­flik­tlö­sung mit demokratis­chen und rechtsstaatlichen Mit­teln ver­weigern, die auf das ange­bliche Recht des Stärk­eren set­zen und die Stärke des Rechts mis­sacht­en.

Entschuldigung, “in Europa” hat­te ich über­lesen — es ging wohl doch um Rus­s­land.

Hagen Rether: Alles Nord­ko­rea…!? Oder was..? #nord­ko­rea #usa #krieg #kriegsver­brechen

Aber Krieg — nein, Krieg möchte nie­mand. “Aufgewacht, Europa!” titelte man bei der “FAZ” noch im Okto­ber; mit “Deutsch­land erwache!” mag man sich in glob­al­isierten Zeit­en nicht mehr beg­nü­gen. Putin, dieser Aggres­sor mit sein­er Vorkriegslaune, gehört “gestoppt” (“DER SPIEGEL”), vielle­icht reicht’s ja schon, ein­fach mehr Panz­er hinzustellen: “Die Nato fordert (…) mehr Trup­pen für Osteu­ropa” (FAZ.net, 4. Novem­ber 2014).

Das hat er dann davon, dass er Poli­tik und Medi­en in Vorkriegslaune ver­set­zt.