Was aus den insbesondere Dresdner Demonstrationen von Leuten, die an Heiligabend gern ungestört ein totes Flüchtlingskind anbeten möchten, eigentlich zu lernen ist, ist im Übrigen dies: Rennt! Wir sind in höchster Gefahr! Nein, nicht von Rechts oder von Links oder von sonstigen politisch Blöden, sondern von Religionen!
Der Unionsfraktionschef Volker Kauder warnt vor einer weiteren Fragmentierung der deutschen Politik. “Es darf nicht dazu kommen, dass in Deutschland eine islamische Partei entsteht” (…). Alle demokratischen Kräfte hätten die Aufgabe, politisch Interessierte aus allen Schichten des Volkes zu integrieren.
Noch vor zwei Jahren wies eben dieser Volker Kauder auf die historischen Zusammenhänge von Christentum und Deutschland — noch wenige Jahre vor der Gründung der “alten” Bundesrepublik bekanntlich ein eingespieltes Team — hin:
Die Muslime gehörten selbstverständlich zu Deutschland, so Kauder, aber: “Der Gott, der die Mütter und Väter des Grundgesetzes leitete, war der Gott der Christen und der Juden.” Muslime seien an der Erarbeitung des Grundgesetzes nicht beteiligt gewesen. Deutschland sei “nach wie vor vom christlich-jüdischen Glauben geprägt”.
Zurück ins Jahr 2014: Volker Kauder setzt sich offenbar — löblich, löblich — vehement dagegen ein, dass Religionen politische Macht in Deutschland bekämen; es sei schon bedenklich genug, dass es in Deutschland einen Ableger der Partei des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, der AKP, gebe, immerhin sei die Bundesrepublik “wertanschaulich neutral” (Kauder, 2012) und zu ihren Werten gehöre die Religionsfreiheit (ebd.), die für Volker Kauders Partei, die “Christlich-Demokratische Union” (CDU), selbstredend ein hohes Gut ist und zum Beispiel nicht in Einklang mit staatlich verordneten christlichen Gedenktagen zu bringen wäre (ich, jetzt).
Volker Kauder war zuletzt 2013 mit folgender Äußerung aufgefallen:
“Die Menschen wissen um die Gefahr, die von Terroristen ausgeht. Und sie wissen, dass Geheimdienste notwendig sind, um diese Gefahren abzuwehren. Wir brauchen die Geheimdienste auch, um unsere Soldaten zu schützen, etwa in Afghanistan.” Diese Arbeit könnten die Dienste aber nur leisten, wenn nicht alle Welt wisse, wie sie arbeiten. Kauder sprach sich deshalb für ein Ende der öffentlichen Debatte über die Arbeit der Geheimdienste aus. (…) “Je mehr man in der Öffentlichkeit über die Arbeitsweise der Geheimdienste weiß, umso eher können sich die Gewalttäter darauf einstellen.”
Wie ZEIT.de — wiederum 2014 — zu berichten weiß, rate Volker Kauder in der Debatte um die Verbreitung des Islams in Deutschland “dringend dazu, die Menschen nach ihren Taten zu beurteilen”. Ich habe insofern ein nur wenig ungutes Gefühl damit, Herrn Kauder als einen dummen Populisten zu beurteilen. Ich bin ihm für diesen guten Rat sehr dankbar.


Erfrischend schön, dass du die Anspielung verstanden hast.
Man ist ja musikalisch einschlägig vorbelastet. Ich war auch mal 15. ;-)
TL;DR Hä? Sie sind, mit Verlaub, ein Arschloch.
Ich nich, hilft mir ma wer?
Guckstu.