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Was wir auch noch gelernt haben: Britische Breitbandnutzer haben ihr Netz lieber ungefiltert. Doch, echt! Die können sich das allerdings auch aussuchen und bleiben nicht wie diejenigen Deutschen, die die Nutzung von Proxys aus verschiedenen Gründen nicht bevorzugen, automatisch außen vor, weil zum Beispiel die GEMA Medien wegfiltert. Dass die eigentliche Absurdität daran ist, dass ausgerechnet die Deutschen die Feier zur Befreiung Auschwitzs nicht am heimischen Bildschirm mitverfolgen dürfen, ziehe ich im Übrigen in Zweifel; immerhin verzichtete man sogar darauf, die Befreier selbst einzuladen.

Apropos YouTube: „Schönen Account haben Sie da. Wäre doch schade, wenn dem was passiert.“ Damit geht YouTube vielleicht noch nicht so weit wie SPIEGEL ONLINE, die Urhebern deren eigene Werke teuer vermieten würden, aber wer weiß, welch‘ absurde Blüten Googles Drang nach Monetarisierung noch treiben wird.

Während die Deutschen doch sowieso schon genug Probleme haben: Gestern Vormittag war Facebook vorübergehend nicht erreichbar.

murica

Viele sind vielleicht auf schnelllebige Chats umgestiegen. Twitter führt nun Gruppenchats ein. 140 Zeichen für nichts zu sagen. Gestammel, das nicht von Dauer ist und sich von schrecklichen „Vlogs“ („Video-Weblogs“) wie – hihi – Signifi-Cunt (mindestens eine der beiden Protagonösen war hier gelegentlich Thema) nur in der Art der Darreichung und Nervigkeit unterscheidet. Wer wirklich etwas zu sagen hat, der schreibe ins Internet hinein. Ein gutes Blog besteht auch, wenn es niemand liest. Schreiben als Spiegel zur Seele. Schreiben als vertieftes Selbstgespräch, nicht begleitet von Gefälltmirs und Retweets, im Dialog mit sich selbst. Schreiben als Gesprächstherapie zum Tiefstpreis. Nur wo? Auf Facebook lieber nicht, da verschwindet es im Glückskeksstrudel. Medium.com war noch 2014 eine beliebte Alternative. Pustekuchen: Eure Texte gehören dann denen. Dem Mitmenschen Essensblogger – schönes Zitat auch: nur weil irgendwo Werbung möglich ist, gibt es keinen Grund, sie dort auch unbedingt zu platzieren – mag’s egal sein, er schreibt ja aus Freude am Genuss und hat sonst keine anderen Hobbys, aber intimste Gedanken, notdürftig eingehüllt in wattige Wortwolken zum Schutz des Ichs, gehören nicht in die Hände böser Schokoladenonkel und damit eigentlich auch nicht ins Internet, aber es filtert, es reinigt, es befreit. Raus mit dem Gedankenkraut, her mit neuem, immer neuem.

Solang’s nur die Miete im Oberstübchen bezahlt.

Senfecke:

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