NetzfundstückeIn den Nachrichten
Abfakeln

Es ist, nehme ich an, ein großes Glück für ARD und ZDF, dass die Lautesten der­jeni­gen, die mit der Rund­funk­ab­gabe nicht ein­ver­standen sind, so unbe­darft sind.

hoffedasihrabfakelt

(Quelle)


Ihr ken­nt das Prob­lem: Ihr habt euch einen schäbi­gen, schon drei Jahre alten Fer­rari für 300.000 CHF gekauft und nur wenig später kommt das Nach­fol­ge­mod­ell auf den Markt, für euer Uralt­mod­ell bekommt ihr aber nicht genug Geld erstat­tet, um es euch leis­ten zu kön­nen. Da gibt’s nur eins: Anzün­den, die alte Karre. Man hat’s nicht leicht ohne Liq­uid­ität.

SonstigesIn den Nachrichten
Mondkalb des Tages: Martin Holland (heise online)

Ich erfuhr jüngst davon, dass es einen “Ver­trauensver­lust” in die so genan­nten “Qual­itätsme­di­en” gebe. Da gucke ich doch erst mal in meine Leseliste; es kann doch nicht sein, dass man Ver­lagserzeug­nis­sen nicht mehr trauen kann! — Oh, ein von einem Her­rn Mar­tin Hol­land ver­fasster Astronomieartikel auf “heise online”, und ich erstarre in Panik:

Das Uni­ver­sum gibt heute nur noch halb so viel Energie ab wie vor zwei Mil­liar­den Jahren.

Das Uni­ver­sum behält heute mehr Energie für sich! Wir wer­den ster­ben! Also zumin­d­est irgend­wann, spätestens aber in vie­len Jahren:

Mit ins­ge­samt sieben Teleskopen – vier der leis­tungsstärk­sten der Welt und drei Wel­traum­son­den – haben die Astronomen aus aller Welt mehr als 200.000 Galax­ien unter­sucht. Genauer als zuvor und in ins­ge­samt 21 Wellen­län­gen­bere­ichen haben sie dabei ver­messen, wieviel Energie dort erzeugt wird. Zwar sei bere­its seit den 1990er-Jahren bekan­nt, dass diese Energiemenge immer weit­er nach­lässt. (…) “Das Uni­ver­sum hat es sich im Prinzip schon auf dem Sofa gemütlich gemacht, eine Decke überge­zo­gen und ist dabei für immer und ewig einzu­nick­en”. Das werde aber noch lange dauern, beruhigt mit Aaron Robot­h­am ein­er der beteiligten Forsch­er in einem Artikel auf The Con­ver­sa­tion. In eini­gen Bil­lio­nen Jahren wür­den wir von der Erde nur noch die Milch­straße sehen, weil alle anderen Galax­ien zu weit weg sind und in eini­gen Hun­dert Bil­lio­nen Jahren wer­den dann nir­gend­wo mehr Sterne entste­hen.

Guck­en wir doch mal in den Artikel:

GAMA has been able to mea­sure this huge span of radi­a­tion over the past 5 bil­lion years for almost 200,000 galax­ies, cat­e­gor­i­cal­ly estab­lish­ing that the ener­gy out­put of stars in the uni­verse is wind­ing down.

Ach so, das Uni­ver­sum gibt gar keine Energie ab (an wen oder was denn auch?), son­dern die kos­mis­che Strahlung lässt nach. Egal — Strahlung im Uni­ver­sum, Energieab­gabe, ist alles nicht sicht­bar, ist also irgend­wie das Gle­iche. Wo kommt diese Energie eigentlich her? Nun:

Die meiste Energie im Uni­ver­sum sei direkt nach dem Urk­nall ent­standen, fasst Forschungsleit­er Simon Dri­ver die Grund­sätze zusam­men. Aber seit­dem werde immer weit­er zusät­zliche Energie geschaf­fen, wenn in Sterne Wasser­stoff und Heli­um fusion­ieren.

Wieder was gel­ernt: Eine Kern­fu­sion, durch die vorhan­dene Energie in andere Energie umge­wan­delt wird (in der Regel mit Energiev­er­lust im Kern), erzeugt Energie aus dem Nichts. Ein­stein hat­te Unrecht und erst Mar­tin Hol­land hat das bemerkt — oder ist das doch nur eine Über­set­zungs­fehlleis­tung? Nein, auch in der Pressemel­dung ste­ht, es werde Energie erzeugt; allerd­ings aus der Masse der Sterne, nicht etwa aus dem Nichts. Sterne leucht­en, indem sie ihre Masse sozusagen ver­heizen, und die so umge­wan­delte (nicht etwa “erzeugte”) Energie kön­nte sich irgend­wann wieder zu neuer Masse zusam­men­find­en.

Es ist übri­gens zwar eine bedrück­ende Vorstel­lung, dass in eini­gen hun­dert Bil­lio­nen Jahren keine Stern­schnup­pen mehr von der Erde aus sicht­bar sein wer­den; allerd­ings wird es in spätestens siebenein­halb Mil­liar­den Jahren für eine ziem­lich lange Zeit auch nie­man­den mehr geben, der über­haupt noch etwas von der Erde aus sehen kön­nte.

Aber wen inter­essieren in der Astronomie schon solche unwesentlichen Kinker­l­itzchen?


Sehr lesenswert­er Rant übri­gens: Friss deine Medi­zin, Post!

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Meshuggah — Demiurge

Huhu!Mon­tach. Jour­nal­is­ten machen Nachricht­en. Ich möchte eigentlich gar nichts dazu schreiben, es ist ja doch müßig. Die Welt vereifelt.

Dafür traf immer­hin ein klasse Musikalbum ein: Dr. Thomas “t” Thie­len, ehe­mals bei den inzwis­chen offen­bar bedauer­licher­weise inak­tiv­en Scythe, bringt mit “frag­men­tropy” dem­nächst ein neues ziem­lich gutes Album her­aus. Ich ver­ste­he das Cover­bild nicht.

Und während ihr im Urlaub den Leuten da draußen mal so richtig zeigt, wozu ein deutsch­er Tourist fähig ist, wird unsere­ins geweckt von den Schreien der Käuzchen; vielle­icht rufen sie wie man selb­st mal wieder die Zeit mit der Part­ner­in zurück. Warum auch nicht? Emacs kann jet­zt Fen­ster, ich guck’ mal raus. Zwei süd­ko­re­anis­che Sol­dat­en wur­den an der Gren­ze zu Nord­ko­rea ent­beint und ich finde, ein über­leben­der frei­williger Sol­dat ein­er beliebi­gen Nation ist ein­er zu viel. Ander­er­seits: Die Bun­deswehr war auf der Gamescom und hat­te einen Panz­er dabei, um den dor­ti­gen Spiel­f­reaks mal zu zeigen, was sie unter einem anständi­gen Baller­spiel ver­ste­hen. Com­put­er­spiel­er seien poten­zielle Amok­läufer, heißt es seit­ens der Poli­tik, und ich ahne spätestens jet­zt, woran das liegt. Arschlöch­er.

Erst mal abreagieren.

MESHUGGAH — Demi­urge (Offi­cial Music Video)

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Kurzer Nachtrag zu Kalter Krieg, reloaded

2011:

Das US-Vertei­di­gungsmin­is­teri­um will im kom­menden Monat eine neue Cyber­strate­gie ein­führen. Darin ist vorge­se­hen, Angriffe über das Inter­net mit kon­ven­tionellen Mil­itärschlä­gen zu beant­worten.

2015:

Das Pen­ta­gon wurde amerikanis­chen Medi­en zufolge Opfer eines Hack­eran­griffs. (…) US-Behör­den ver­muten Rus­s­land hin­ter der Attacke.

Ihr ahnt, was fol­gt.

PolitikIn den NachrichtenComputer
Nachrichtenüberblick, 5. August 2015

Das von alten, mächti­gen Män­nern ehe­dem ersonnene wie errichtete world wide web hat, traut man John­ny Häusler aus­nahm­sweise ein­mal, einen großen, ver­ständ­nis­losen Fress­feind, näm­lich “alte, mächtige Män­ner” (ebd.), und manch­mal frage ich mich, was Her­ren geset­zten Alters auf solche steilen (“polemis­chen”, J. Häusler über J. Häusler) The­sen bringt und warum sie kom­plexe The­men immer so über­mäßig ein­fach in direk­te Kor­re­la­tion zueinan­der set­zen. Die ein­fach­ste Erk­lärung ist nicht sel­ten die falsche.


Krankenkassen übernehmen immer weniger Gebühren? Gute Nachricht­en für alle mit Sehschwäche Gebeutel­ten: Zwar reicht’s nicht für Augengläs­er, aber eine Apple Watch wird bezuschusst. Blin­d­lings ins Verder­ben mit der AOK. Ob es da auch jährlich eine Spende gibt?


Kreisch: Ker­mit der Frosch und Miss Pig­gy haben sich offiziell voneinan­der getren­nt. Über 8.250 Leser haben das allein auf Twit­ter geteilt. Som­mer­loch? Wieso Som­mer­loch?

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Sebkha-Chott — Nigla[h] I

SommereuleEin Tag, der mit einem Käuzchen am Teich und der Part­ner­in begin­nt, kann kein schlechter sein; selb­st dann nicht, wenn man mor­gens eigentlich zum Amt will und deren Infra­struk­tur einem die Teil­nahme ver­weigert und man dann inmit­ten rauchen­der Müt­ter auf den Bus warten muss, weil die Schienen ger­ade nicht gehen. Die Infra­struk­tu­rapoka­lypse geht weit­er.

Passend dazu: Nor­bert Lam­mert fordert fün­fjährige Wahlpe­ri­ode, damit mehr Zeit zum “Arbeit­en” bleibt, obwohl doch der Schaden, den die Gele­gen­heit­sregierung in vier Jahren anzuricht­en ver­mag, schon nur schw­er wieder zu repari­eren ist.

Ein Gutes hat dieser Monat allerd­ings doch: Die Vor­freude auf das kom­mende Album der fröh­lichen Alles-andere-als-Pop-Band Sebkha-Chott steigt ins Uner­messliche. Eigentlich ganz nett gegen aufk­om­mende Mon­tagsmüdigkeit, wie eigentlich immer schon.

Nicht wahr?

Sebkha-Chott — Nigla[h] I — OFFICIAL Video Clip

Guten Mor­gen.

Nerdkrams
Ressourcen schonen: µMatrix statt µBlock und NoScript

Eins der Prob­leme mit heuti­gen Web­browsern ist die enorme Ressourcenlast, die notwendig ist, um die Darstel­lung von “Weban­wen­dun­gen” zu ermöglichen. Durch diese fea­tu­ri­tis bed­ingt müssen auch die Schutzmech­a­nis­men gegen “Bösewichte” (Dark­wing Duck) immer aus­gereifter und damit größer wer­den. Die beliebte Fire­fox­er­weiterung NoScript, eine Art Run­dum­schutz gegen Track­ing­wanzen, JavaScript-Mal­ware und Sicher­heit­slück­en, treibt den Ressourcenver­brauch noch mehr in die Höhe, eben­so fil­ter­basierte Wer­be­block­er wie das beliebte Adblock Plus oder µBlock.

Mit dem für Fire­fox, Chrome und Opera ver­füg­baren µMa­trix, dem Nach­fol­ger der Erweiterung “HTTPS Switch­board”, gibt es eine Alter­na­tive, die deut­lich weniger arbeitsspe­icher­lastig (dafür ger­ingfügig CPU-lastiger) ist und Erweiterun­gen wie NoScript, Ghostery, Self-Destruc­t­ing Cook­ies, Dis­con­nect sowie die meis­ten Wer­be­block­er beina­he ohne jeden Funk­tionsver­lust erset­zen kann.

Während NoScript einem sehr engen Regelko­rsett fol­gt (etwas ist erlaubt, wenn es nicht expliz­it über­all ver­boten ist; etwas ist ver­boten, wenn es nicht expliz­it über­all erlaubt ist), das manchen genü­gen mag, fügt µMa­trix eine weit­ere Dimen­sion hinzu — so ist es etwa möglich, das Ein­binden von JavaScripts von jQuery.com nur auf ein­er bes­timmten Web­site zu ver­bi­eten, die aber weit­er­hin Grafiken von jQuery.com benutzen darf.

µMatrix unter Firefox

Ein Klick auf den Domain­na­men oben links ermöglicht es, das Ziel auszuwählen: Möchte man im Beispiel allen Web­sites erlauben, Frames von github.com einzu­binden, ist das Ziel “*” (alle Web­sites) auszuwählen und die entsprechende Zelle in der Matrix zu aktivieren. Zwar ist der Import beste­hen­der NoScript-Regeln möglich, allerd­ings empfehle ich einen Neube­ginn, da NoScript die fil­igra­nen Ein­stel­lun­gen von µMa­trix fehlen. Als Wer­be­block­er — in den Ein­stel­lun­gen sind ähn­lich wie in µBlock (vom gle­ichen Entwick­ler) Fil­terlis­ten ver­füg­bar, die auch automa­tisch aktu­al­isiert wer­den kön­nen — funk­tion­iert µMa­trix auch erstaunlich gut, wenn auch nur mit der Ein­schränkung, dass es auss­chließlich auf Domain­ba­sis arbeit­et, also keine kom­plex­en Fil­ter­regeln möglich sind. Wem das nicht genügt, der kann µMa­trix in Verbindung mit seinem bis­lang bevorzugten Wer­be­block­er ein­set­zen, sog­ar in Chrome.

Man kann nicht vor­sichtig genug sein.

SonstigesIn den Nachrichten
In aller Kürze: Bahnbrechende Verluste

Im Mai schrieb ich impliz­it, die Gew­erkschaft der Lok­führer ver­füge über zu viel Geld. Heute wurde bekan­nt, wo dieses Geld eigentlich herkommt:

Der Gewinn der Deutschen Bahn ist im ersten Hal­b­jahr um 18 Prozent einge­brochen. Allein den Schaden der Lok­führerstreiks bez­if­fert der Konz­ern auf 500 Mil­lio­nen Euro.

Oha, das klingt nach ein­er Menge Geld. Und tat­säch­lich:

Die Deutsche Bahn hat im ersten Hal­b­jahr 2015 fast ein Fün­f­tel weniger ver­di­ent als im Vor­jahreszeitraum. Der Gewinn vor Steuern und Zin­sen lag nach Konz­er­nangaben bei 890 Mil­lio­nen Euro. Das sind gut 18 Prozent weniger als in den ersten sechs Monat­en 2014.

Der Umsatz stieg leicht auf rund 20 Mil­liar­den Euro.

(Her­vorhe­bun­gen von mir.)

Das riecht nach Per­son­alkürzun­gen, um den unaufhalt­sam scheinen­den Sturz aufzuhal­ten. Und tat­säch­lich — der Bah­nchef will durch­greifen:

Grube hat­te dem Auf­sicht­srat am Mon­tag einen Sechs-Punk­te-Plan zum Umbau des Konz­erns vorgelegt, um auf die Schwierigkeit­en in mehreren Geschäfts­feldern zu reagieren. Dazu gehört, dass die Zahl der Vor­standsmit­glieder von acht auf sechs ver­ringert wird.

Rüdi­ger Grube, dieser Spar­fuchs, zählt bekan­ntlich zu den Beschei­de­nen sein­er Zun­ft; sein Gehalt sank 2013 laut “Süd­deutsch­er Zeitung” von 2,66 Mil­lio­nen Euro im Jahr 2012 auf 1,66 Mil­lio­nen Euro, und es wurde seit­dem nicht bess­er: 2014 wurde die Erfol­gsprämie um etwa 174 Prozent erhöht, dieses Jahr sieht es mit der Erfol­gsprämie düster aus.

Vielle­icht soll­ten wir Spenden sam­meln.

In den NachrichtenPiratenparteiMontagsmusik
Jefferson Airplane — High Flying Bird

Arrrr.Ist euch auch so Mon­tag wie mir? Zwis­chen Mond und Käuzchen erlebt heute auch die Piraten­partei einen Höhen­flug. Das ARD-“Morgenmagazin” fragte besorgt, ob die Piraten­partei jet­zt pro­fes­sionell gewor­den sei, weil der alte Vor­sitzende auch der neue Vor­sitzende ist. Man sagt, man dürfe in der Piraten­partei nicht links sein, aber eigentlich darf man nur nicht kein Pirat sein. Dig­i­taler Wan­del geht auch anders. Die andere PARTEI hat ihren Höhen­flug der­weil hin­ter sich.

Poli­tik, so viel Poli­tik. In Afghanistan gab es eine Schießerei auf ein­er Hochzeits­feier, effizient sind sie ja schon. Olivenöl, Alter.

Ist es der Ver­stand? Ist es ein Flugzeug? Ist es ein Vogel? Klar doch.

Guten Mor­gen.

PolitikPiratenpartei
Vorwärtsverteidigung (3)

(Vorbe­merkung: Es fol­gt ein ten­den­z­iös­er, von poli­tis­ch­er Kor­rek­theit weit ent­fer­n­ter, polemis­ch­er Text. Par­don.)

Gestern haben Mit­glieder der Piraten­partei Deutsch­land auf ihrem Bun­desparteitag neben eini­gen anderen Din­gen mit nur knap­per Mehrheit auch dieses Posi­tion­spa­pi­er angenom­men:

(…) Ein­seit­ige Beurteilun­gen des Nahostkon­flik­ts, die Israels Exis­tenz- und Selb­stvertei­di­gungsrecht in Frage stellen oder gar die israelis­che Poli­tik in die Nähe des nation­al­sozial­is­tis­chen Regimes rück­en, sehen wir als anti­semi­tisch an. (…)

So weit, so richtig; jedes Land sollte das Recht haben, sich zu vertei­di­gen. Inter­es­sant wird es nur, wenn diese Selb­stvertei­di­gung von Aggres­sion nicht mehr zu unter­schei­den ist.

Die Geschichte des Staates Israel, die ihren wesentlichen Anfang nahm, als die Vere­in­ten Natio­nen 1947 einen vor­rangig jüdis­chen Staat auf einem mehrheitlich von Mus­li­men bevölk­erten Are­al, dem dama­li­gen britis­chen Man­dats­ge­bi­et Palästi­na, errichteten, ist naturgemäß eine nicht beson­ders friedliche. Das in jüdis­che und nichtjüdis­che Gebi­ete aufgeteilte Land bestand auch nur bis 1967 in sein­er ohne­hin insta­bilen Form: Im Sech­stagekrieg vertei­digte Israel seine Exis­tenz, indem es die Sinai-Hal­binsel, das West­jor­dan­land und weit­ere Gebi­ete mil­itärisch eroberte und einige davon bis zum heuti­gen Tag nicht wieder auf­gab.

1980 vertei­digte sich Israel selb­st, indem es völk­er­rechtswidrig die Gegend um Ost­jerusalem zu einem Teil sein­er selb­st erk­lärte. Die so annek­tierten Gebi­ete dienen seit­dem der Gewin­nung von Leben­sraum im Osten:

Im ver­gan­genen Jahr hat die Zahl der Auss­chrei­bun­gen für Sied­lungs­baut­en (in Ost­jerusalem, A.d.V.) laut einem Bericht einen neuen Reko­rd­stand erre­icht.

Natür­lich sollte man Israel nicht mit dem Drit­ten Reich gle­ich­set­zen. Das Dritte Reich hat den Krieg ver­loren.

Spaß mit Spam
Hallo

In Rus­s­land gehen wohl schon wieder die Män­ner ver­loren, weshalb eine gewisse “Olga” die nahe­liegende Ini­tia­tive ergreift und mir fol­gende Mail zukom­men lässt:

Hal­lo

Tach

Wie Sie? Ich hoffe, bei Ihnen ist aller gut!

Ich gut! Bei mir alle Wet­ter!

Mich nen­nen Olga. Mir die 35 Jahre! Ich suche die zweite Halfte!

Die anderen 35 Jahre oder wie?

Ich suche den Mann, mit dem wir die Fam­i­lie schaf­fen kon­nen!!!

Bob

Ich inter­essiere mich fur Sie und unser­er Bekan­ntschaft. Ich bin fur die ern­sten Beziehun­gen mit Ihnen geoffnet.

Geschäfts­beziehun­gen, nehme ich an.

Naturlich wollen Sie wis­sen, wer ich, und werde ich Ihnen ein wenig Infor­ma­tio­nen uber mich unmit­tel­bar schreiben.

Eigentlich ist es mir ziem­lich egal, aber wenn Sie darauf beste­hen …

Ich lebe in Rus­s­land in der guten Stadt.

Die schlechte war schon voll.

Ich habe einige Fotografien fur Sie ver­wandt, wo Sie mein Au?ere sehen kon­nen.

Ange­hängt an die E‑Mail ist eine einzige Fotografie mit ein­er ziem­lich geschminkt ausse­hen­den Blon­dine; der Grad der Ver­wandtschaft würde mich tat­säch­lich inter­essieren, aber “Olga” unter­bricht ihren Rede­fluss nicht für unnötige Details und schreibt weit­er:

Ich will den ern­sten Mann fur die starken Beziehun­gen, ger­ade deshalb ken­nen­ler­nen, ich schreibe Ihnen.

Das ist sehr bedauer­lich. Ich bin ziem­lich lustig.

Ich hoffe sehr, dass Sie die ern­sten Beziehun­gen auch suchen, da ich ermudet bin, ein­sam in dieser Welt zu sein.

Das kann ich ver­ste­hen. Wer will schon eine Frau an sein­er Seite haben, die pausen­los nur von sich redet?

Ich werde sehr froh sein, wenn Sie mir die Fotografie in Ihrer nach­sten Post schick­en wer­den.

Ihre eigene?

Moglich wer­den Sie mir etwas uber das Leben dort sagen.

Auf der Fotografie? :-?

Sie kon­nen auf meine Email Adresse schreiben:
Ich hoffe, dass ich Ihnen gefalle, und Sie wer­den die Antwort bald schick­en.

Das ist aber eine sehr lange E‑Mail-Adresse. Lei­der scheint der Ver­sand auch nicht so richtig zu funk­tion­ieren, darum muss ich Ihnen lei­der hier antworten, werte “Olga”. Ich hoffe, dass Sie bald lesen es.

Des ganzen Guten!
Olga.

Zum Wohl!
ich.

In den NachrichtenComputer
Gefährliches Gefährt

Wer hätte das gedacht? Ver­net­zte (“mod­erne”) Auto­mo­bile, die — wie andere Rech­n­er auch — im Inter­net sind, lassen sich — wie andere Rech­n­er auch — nicht nur im Ste­hen, son­dern auch im bewegten Zus­tand von außen auf­machen:

Zwei US-amerikanis­che Tüftler haben ein Auto in voller Fahrt gehackt. Aus einem Wohnz­im­mer, meilen­weit vom Auto ent­fer­nt, über das Inter­net.

Aber kein Grund zur Sorge:

Her­steller Fiat Chrysler (FCA) gab Ent­war­nung für Kun­den in Europa: Die hier verkauften Autos ver­fügten dem­nach nicht über den Baustein zur Inter­netverbindung. Hiesige Kun­den seien daher nicht betrof­fen.

Bei uns ist das Inter­net sich­er!!1! :ja:

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Zodiak Trio (live)

Die habens gutSchon wieder Mon­tag; hur­ra! beziehungsweise ach nee!, weil’s wie gewohnt die Zweisamkeit zer­schnei­det. Das Brüllen der Vögel ist kein guter Ersatz für die San­ftheit. Wochen sind über­be­w­ertet wie son­st nur das Wet­ter. Apro­pos über­be­w­ertet: Der Grün­der ein­er von Idioten über­ran­nten Partei grün­det eine neue, iden­tis­che Partei; was kann da schon schiefge­hen? Nur der Name “ALFA” ist vielle­icht unglück­lich, Griechen­land ist bei Euroskep­tik­ern ja momen­tan eher ein umstrittenes Land. Man hätte auch das let­zte “A” weglassen kön­nen. Wer kön­nte ALF nicht mögen? Poli­tik kaputt, Hexe hil­ft. Griechen­land öffnet seine Banken und Geld ist trotz­dem keines da. Selb­st schuld, wer seine Finan­za­u­tonomie aufgibt.

Auch kaputt: Musik­stream­ing. Wer eigentlich gar keine Musik mag, hat ver­mut­lich ein Spo­ti­fy-Abon­nement und freut sich, kein Prob­lem mehr mit zu viel Auswahl zu haben. Bei 10.000 Ein­trä­gen ist Schluss, aber wer braucht schon so viele ver­schiedene Lieder? Das Radio braucht ja auch nur drei, und sie alle sind schlecht.

Nicht ganz so schlecht: Das Zodi­ak Trio. Weg­jazzen, ein­fach weg­jazzen.

Zodi­ak Trio — jaz­za­head — Ger­man Jazz Expo 2013

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeComputer
Wie AMY&PINK einmal das Internet nicht retteten

Hm, hm:

Wir sehen untätig dabei zu, wie uns das Inter­net Stück für Stück entris­sen wird (…) Wir sind abhängig gewor­den. Von weni­gen Fir­men, die wiederum ihre eige­nen Ziele ver­fol­gen. Sie entschei­den, was wir sehen. Und noch schlim­mer: Sie entschei­den auch, was wir nicht zu sehen bekom­men. Kri­tis­che Stim­men ver­s­tum­men unter einem Berg von ver­meintlich lusti­gen Videos, sich wieder­holen­den Top-10-Lis­ten und Bildern von Dis­ney-Prinzessi­nen mit Kurzhaar­frisuren.

So dystopisch klingt Mar­cel Winatschek derzeit im Tit­ten­blog “AMY&PINK” (“Die junge Stimme”), wo ein gewiss­er Mar­cel Winatschek noch im Juni dieses Jahres Bilder von ein­er ehe­ma­li­gen Dis­ney-Schaus­pielerin mit Kurzhaar­frisur mit “Wow” betitelte. Kri­tis­che Stim­men ver­s­tum­men vor Schreck.

Zum Glück aber hat er mit dem ehe­mals inhaftierten “kanadisch-iranis­chen Blog­ger Hos­sein Der­akhshan” (ebd.) jeman­den gefun­den, der auf “AMY&PINK” mal erk­lärt, was “AMY&PINK” eigentlich falsch macht:

Ich ver­misse die Tage, als ich etwas auf meinem eige­nen Blog veröf­fentlichen kon­nte, mit mein­er eige­nen Domain, ohne darüber nach­denken zu müssen, wie ich meine Mei­n­ung auf unzäh­li­gen sozialen Net­zen bewer­ben muss, damit sie jemand liest. Als sich nie­mand um Likes und Reshares küm­merte. Das ist das Inter­net, an das ich mich vor dem Gefäng­nis erin­nere. Das ist das Inter­net, das wir ret­ten müssen.

Hm.

Amy & Pink

Hm, hm.

:irre:

In den NachrichtenWirtschaft
Europa ist mehr.

(Vorbe­merkung: Ich habe von Wirtschaft keine Ahnung.)

Ich wurde gefragt, welchen Vorschlag ich zum weit­eren Umgang mit Griechen­land und seinen fehlen­den Finanzen denn machen könne; man könne doch die Griechen nicht ein­fach ver­hungern lassen. Bei der Betra­ch­tung dieses Extrems ließe sich ver­mut­lich bei einem Blick ins Geset­zbuch vieles abkürzen:

Die Union haftet nicht für die Verbindlichkeit­en (…) von Mit­glied­staat­en und tritt nicht für der­ar­tige Verbindlichkeit­en ein (…). Ein Mit­glied­staat haftet nicht für die Verbindlichkeit­en (…) eines anderen Mit­glied­staats und tritt nicht für der­ar­tige Verbindlichkeit­en ein (…).

Aber man müsse doch den Euro ret­ten, skandiert man, um sein Gewis­sen zu reini­gen. Die gehen son­st! Dass bei den Diskus­sio­nen darüber, ob dadurch nicht unser Europa gefährdet würde, EU-Län­der wie Großbri­tan­nien und Schwe­den, die den Euro nicht haben wollen, sowie völ­lig außen­ste­hende europäis­che Staat­en wie die Schweiz und Nor­we­gen, die trotz fehlen­der Mit­glied­schaft in der Euro­zone nicht unbe­d­ingt durch eine am Boden liegende Wirtschaft auf­fall­en, oft nicht ein­mal berück­sichtigt wer­den, bee­in­flusst das Ergeb­nis solch­er Über­legun­gen ver­mut­lich nicht in unbe­deu­ten­dem Aus­maß. Insofern zeich­nete auch Paul de Grauwe ein merk­würdi­ges Bild von Europa, als er bere­its im April dieses Jahres verkün­dete:

Eine Währung­sunion, in der einzelne Län­der aus­treten kön­nen, wenn der finanzielle und ökonomis­che Druck zu groß wird, ist eine kom­plett andere als das Konzept ein­er dauer­haft beste­hen­den Euro­zone, wie wir sie bis­lang hat­ten.

(Her­vorhe­bung wie gewohnt von mir.)

Weil wir sie eben nicht bis­lang hat­ten. — Ver­schiedene Staat­en sind eben­so ver­schiede­nen Mark­tbe­din­gun­gen unter­wor­fen, eine staatenüber­greifende Währung kann in einem het­ero­ge­nen Staaten­bund nicht ohne größere Kom­pro­misse funk­tion­ieren.

Griechen­land bräuchte, wenn es nach dem Inter­na­tionalen Währungs­fonds geht, etwa 30 Jahre Zeit, um seine Schulden zurück­zuzahlen. Wäre das Land bere­its 2008 mit dem Ein­set­zen der Rezes­sion aus dem Euro aus­gestiegen (das schreck­liche Wort “Grex­it” empfehle ich jedem Men­schen mit auch nur geringem Sprachver­mö­gen zu ver­mei­den), spekuliert Simon Jenk­ins, so wäre seine Wirtschaft bere­its nahezu sta­bil. Woher die Angst? Vielle­icht sollte Griechen­land aus der Währungs­ge­mein­schaft aussteigen, die schon jet­zt von etwa einem Drit­tel der EU-Län­der nicht beachtet wird. Vielle­icht sollte der Euro auch aus der EU aussteigen, denn ein tat­säch­lich­er Mehrw­ert ein­er gemein­samen Währung ist mit­tler­weile, nach­dem ihre ein­sti­gen Stan­dards in Vergessen­heit ger­at­en sind, zweifel­haft.

Dass als Zwis­chen­faz­it all dieser Diskus­sion die Volkssou­veränität Griechen­lands in ein “EU-Pro­tek­torat” (Frank Schäf­fler, F.D.P.) überge­hen soll, verbessert die Lage auch aus moralis­ch­er Sicht nicht:

All das, wofür Syriza im Jan­u­ar gewählt wurde und was jet­zt beim Ref­er­en­dum mit großer Mehrheit bestätigt wurde, soll nun über Bord gewor­fen wer­den. So lächer­lich unre­al­is­tisch die angepeil­ten Pri­vatisierungser­löse von 50 Mil­liar­den Euro auch sein mögen, sie sind ein Schlag ins Gesicht der Sozial­is­ten in Griechen­land.

Eine europäis­che Wirtschafts­ge­mein­schaft ist aus his­torisch­er wie ökonomis­ch­er Sicht eine gute Idee. Sie kann aber selb­st unter der Voraus­set­zung, dass sie auch ohne ein Drit­tel der möglichen Teil­nehmer noch als “intakt” gew­ertet wird, nur funk­tion­ieren, wenn zweitrangige Werte wie etwa der Name der in ihren Mit­glied­slän­dern ver­wen­de­ten Währung keinen hohen Stel­len­wert eingeräumt bekom­men. Im Übri­gen ist der Markt noch immer ein Vehikel und kein Pro­tag­o­nist; Schwe­den, Nor­we­gen und selb­st Großbri­tan­nien sind bei allen wirtschaftlichen Unter­schieden noch immer ein Teil der europäis­chen Wertege­mein­schaft. Nun mag man von der europäis­chen Wertege­mein­schaft angesichts von Krieg und Elend so wenig hal­ten wie ich, aber es gilt: Europa definiert sich nicht über gemein­sames Geld, Europa ist ein Ide­al.

In Soma­lia ver­hungern Kinder und ihr wollt eure fehlge­plante Währung ret­ten?


Zum Aus­gle­ich noch etwas von dieser abendländis­chen “Kul­tur” (“SPIEGEL ONLINE”), von der immer alle reden: Hihi­hi, er hat “kom­men” gesagt!