NetzfundstückeNerdkrams
Ver­que­e­re Ent­wick­ler­lo­gik

Open Source schei­tert regel­mä­ßig auch dar­an, dass sei­ne Ent­wick­ler nur Men­schen sind. Dass Linus Tor­valds und Theo de Raadt nicht unbe­dingt zu den beson­nen­sten Dis­ku­tan­ten gehö­ren, ist bekannt; man muss ja auch weder Open­BSD noch Linux nut­zen, wenn man lie­ber Soft­ware von Men­schen nut­zen möch­te, denen Sanft­heit aus jeder Sil­be quillt. Mir per­sön­lich ist es bei einer Soft­ware übri­gens eigent­lich aus­schließ­lich wich­tig, wie gut sie den von mir gewünsch­ten Zweck erfüllt, wes­halb ich mich auch nicht auf ein System fest­le­ge und auch Syste­me von Unsym­pa­then nicht zu nut­zen aus­schlie­ße, wenn sie funk­tio­nie­ren.

Ande­re Leu­te sehen das nicht so locker. Ein aktu­el­les Bei­spiel: Ein Ent­wick­ler eines offen­bar nicht ganz unbe­deu­ten­den Open-Source-Pro­jekts hat auf Twit­ter beklagt, dass in ita­lie­ni­schen Schu­len ohne Zustim­mung der Eltern Gen­de­ris­mus gelehrt wer­de. Das kann man gut oder schlecht fin­den, man könn­te auch dar­über zu dis­ku­tie­ren ver­su­chen und mög­li­cher­wei­se zu einem Kon­sens gelan­gen.

Oder man guckt, was der Übel­tä­ter so pro­gram­miert, und bohrt dort mal nach:

Trans­pho­bic main­tai­ner should be remo­ved from pro­ject

Da taucht plötz­lich eine gan­ze Hor­de von Men­schen mit nicht­bi­nä­rer geschlecht­li­cher Iden­ti­tät auf und ver­sucht einen der Ent­wick­ler eines Open-Source-Pro­jekts dazu zu bewe­gen, einen ande­ren Ent­wick­ler davon abzu­hal­ten, wei­te­ren Code bei­zu­tra­gen, weil jener auf Twit­ter Miss­ver­ständ­li­ches über Men­schen mit nicht­bi­nä­rer geschlecht­li­cher Iden­ti­tät geäu­ßert hat. (Tat­säch­lich wird es im wei­te­ren Ver­lauf noch amü­sant, offen­sicht­lich ist 4chan auf die Dis­kus­si­on auf­merk­sam gewor­den.)

Jetzt, da der Ver­ur­teil­te das Soft­ware­pro­dukt in einen offen­bar guten Zustand gebracht hat, braucht man ihn ja nicht mehr. Sei­nen Code möch­te man schon noch nut­zen, aber nur, wenn er ver­spricht, ihn nicht wei­ter zu ver­bes­sern.

Manch­mal fra­ge ich mich, ob sol­che Leu­te ihre Part­ner nach den glei­chen Kri­te­ri­en aus­wäh­len. „Wir kön­nen nicht mehr zusam­men sein, ich bin lak­to­se­into­le­rant und dein Vater trinkt sei­nen Kaf­fee immer mit Milch.“

:irre:

(via @DrAzraelTod)

Senfecke:

  1. Ich sehe so Zeugs ganz kri­tisch. Es wird immer übli­cher, auch im All­tag, dass krass ver­ur­teilt, also mit dem Fin­ger auf ande­re gezeigt wird.

    Wenn man dann in so einen Shits­torm gerät, kann sowas draus wer­den.

    Und die Men­schen die Tole­ranz for­dern sind dann die into­le­ran­te­sten. Sie hät­ten sei­ne Mei­nung ja auch ein­fach ste­hen las­sen kön­nen oder dage­gen Argu­men­tie­ren. (Mein eige­nes Argu­ment hinkt natür­lich, sobald es ras­si­stisch oder so wird, aber ich hof­fe du vestehst was ich mein)

    Ja, wir soll­te­nen einen Ver­hal­tens­ko­dex ein­füh­ren. Wenn einer raucht, dann darf er nur Plug­ins Pro­gram­mie­ren aber nicht am Core arbei­ten. Jeder Por­no­kon­su­ment, darf selbst­ver­ständ­lich nur noch Bugs behe­ben und kei­ne Neue­run­gen ein­brin­gen. Wer ein Arsch ist… ne, Arsch sein ist o.k. in unse­rer Zeit ;-)

    Grü­ße

  2. es geht doch dar­um, wie man sich zu dis­kri­mi­nie­rung posi­tio­niert…
    es ist halt so: ein guter teil der dis­kri­mi­nie­rung in unse­rer west­li­chen welt ent­lädt sich halt auf lbgts. die fra­ge ist, ob man mit drauf­haut (so wie Elia Schi­to). wenn man es tut, muss man halt mit dem echo leben.

    aber tech­nisch gese­hen ist das gan­ze erst mal off topic. abge­se­hen von der fra­ge, wer ger­ne mit jeman­dem zusam­men arbei­tet, der aktiv an der dis­kri­mi­nie­rung von min­der­hei­ten teil­nimmt. ent­wick­ler, die schon mal unter dis­kri­mi­nie­rung gelit­ten haben, wird das pro­jekt wohl nicht mehr so schnell anlocken kön­nen.

  3. Du, ich fin­de es total wich­tig daß die Leu­te ihre Erste­welt­pro­ble­me immer und in aller Öffent­lich­keit aus­le­ben.

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