Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik extern: Das gan­ze Digi­tal­zeugs!

Robert Habeck (Grü­ne) hat sich von Twit­ter und Face­book zurück­ge­zo­gen, was ein­schlä­gi­gen Medi­en zur­zeit eine tage­lan­ge Beglei­tung wert ist. Wenn die­se Repu­blik eines wirk­lich bewegt, dann ist’s, ob man Robert Habeck twit­ternd errei­chen kann. Sei­ne Begrün­dung hier­für lau­te­te, dass die Platt­for­men ihn zu unüber­leg­tem Geschwätz trei­ben.

Oder sind sie gar nicht schuld?

Robert Habeck ver­hält sich so, wie es das deut­sche Bil­dungs­bür­ger­tum seit 20 Jah­ren tut. Die­ses gan­ze Digi­tal­zeugs ist schwer, macht Arbeit, kon­fron­tiert einen mit Per­so­nen außer­halb der eige­nen Fil­ter­bla­se. Das ist anstren­gend. Und des­halb mag man nichts damit zu tun haben, „ich bin nicht auf Face­book“, „mein Kind kriegt kein Han­dy“.

Böses Inter­net immer.


Inzwi­schen bei den Qua­li­täts­me­di­en: Nul­len, Ein­sen und – Zwei­en?

In den NachrichtenMontagsmusik
Earth – Black

Vogel der Woche (Foto: John Hannan)Es ist Mon­tag. Wenig­stens ist es außer­dem sehr kalt, so dass sich die Mon­tä­gig­keit stil­echt genie­ßen lässt. So dick kann das Fell nicht wer­den, sofern’s kei­nem Pan­da­bä­ren gehört. Immer­hin: Nur noch weni­ge Wochen bis zu den ersten jour­na­li­sti­schen Bei­trä­gen über irgend­wel­chen Rekord­früh­ling.

Bis dahin wer­den die Zei­len anders gefüllt: In den USA wur­de eine Frau, die seit 14 Jah­ren im Koma liegt, über­ra­schend Mut­ter. Behör­den ver­mu­ten, dass das mög­li­cher­wei­se nicht auf ein­ver­nehm­li­chen Geschlechts­ver­kehr zurück­zu­füh­ren ist. Sofern sich das als wahr her­aus­stellt, gibt es der Mel­dung jetzt natür­lich eine über­ra­schen­de Wen­dung. – Apro­pos Behör­den: Gleich­falls über­ra­schend stellt sich her­aus, dass jemand, der eine Bürg­schaft über­nom­men hat, Geld haben soll­te. Die Bun­des­re­gie­rung erwägt „sach­ge­rech­te Lösun­gen“. Wie sieht eigent­lich eine sach­ge­rech­te Lösung aus, wenn ich einen Por­sche kau­fen möch­te, aber ihn gar nicht zah­len kann?

Deut­sche Medi­en ver­lin­ken nichts. Das ist gut, so bleibt man wenig­stens unter sich. – Jens Nord­alm kon­sta­tiert für „ZEIT ONLINE“, die Nati­on sei das beste Getrie­be für die Demo­kra­tie. Geg­ner natio­na­ler Gren­zen eines impli­zi­ten Anti­de­mo­kra­tis­mus zu bezich­ti­gen ist somit nun jour­na­li­stisch gedeckt. In der Frank­fur­ter Rund­schau – möch­te nicht direkt ver­linkt wer­den (LSR) – ist inzwi­schen zu lesen, dass der ver­meint­lich kon­ser­va­ti­ve Par­tei­flü­gel der letz­te ist, der noch aktiv sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Poli­tik macht. Ich bin gespannt, wie lan­ge die Par­tei die­se Abweich­ler von der kla­ren Linie noch dul­det.

Was hin­ge­gen jeder­zeit zu dul­den bleibt, ist Musik.

EARTH „Black“ Live dro­ne ambi­ent doom metal down­tem­po expe­ri­men­tal Dylan Carl­son

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeComputer
Angrif­fe auf die Demo­kra­tie (Nach­trag)

Bezie­hungs­wei­se:

Ihr habt Angst vor Hackern, aber kein Pro­blem damit, in jedem Raum ein Mikro­fon zu haben, das Eure Gesprä­che mit hört – weil es ja so supi bequem ist, „Ale­xa, spiel Hele­ne Fischer“ zu sagen, statt das Tele­fon aus der Tasche zu neh­men und drei­mal zu tip­pen.

Oder halt ein­fach einen Knopf an einer nicht mit dem Inter­net ver­bun­de­nen Musik­an­la­ge zu drücken. Aber das ist nur eine Fan­ta­sie, so etwas ist selbst­ver­ständ­lich undenk­bar.

In den NachrichtenComputer
Gute Angrif­fe auf die Demo­kra­tie, schlech­te Angrif­fe auf die Demo­kra­tie

Vor 2.645 Tagen wur­den einem gro­ßen Teil Deutsch­lands die Plä­ne offen­sicht­lich skru­pel­lo­ser Her­ren bekannt, die pri­va­ten Daten von Bür­gern mit­tels eines Ein­bruchs in deren Com­pu­ter­sy­ste­me dem Staat zur Ver­fü­gung zu stel­len. Pas­siert ist seit­dem zwar vie­les, in die­ser Hin­sicht hat sich der Anstand aber längst so nach­hal­tig ver­ab­schie­det, dass inzwi­schen auch die tra­di­tio­nell bür­ger­kri­ti­sche Par­tei „Die Grü­nen“ Inter­es­se an sol­chen Daten anmel­det. Wäh­rend­des­sen maro­dier­ten ein­schlä­gi­ge Abge­ord­ne­te auf gewohn­te Wei­se wei­ter und ver­cy­ber­ten unter ande­rem Per­so­nal­aus­wei­se und jüngst die nicht grund­los schüt­zens­wer­ten Gesund­heits­zu­stän­de derer, die sie zu ver­tre­ten vor­ge­ben.

Das hat aber selbst­ver­ständ­lich nichts mit fol­gen­der Mel­dung zu tun:

Die mas­sen­haf­te Ver­öf­fent­li­chung pri­va­ter Daten deut­scher Poli­ti­ker, Jour­na­li­sten, Mode­ra­to­ren, Schau­spie­ler, Sän­ger und You­Tuber über ein mitt­ler­wei­le gesperr­tes Twit­ter-Kon­to hat vie­le der Betrof­fe­nen aus der Neu­jahrs­ru­he auf­ge­schreckt. (…) Bun­de­ju­stiz­mi­ni­ste­rin Kata­ri­na Bar­ley (SPD, A.d.V.) ver­ur­teil­te das Vor­ge­hen der unbe­kann­ten Cyber­kri­mi­nel­len auf Twit­ter scharf als einen „schwer­wie­gen­den Angriff auf das Recht auf Pri­vat­sphä­re und damit einen Grund­pfei­ler unse­rer Demo­kra­tie“. (…) „Wir erle­ben einen erneu­ten, sehr ernst­zu­neh­men­den Ver­such, unse­re Demo­kra­tie zu desta­bi­li­sie­ren“, kon­sta­tier­te die par­la­men­ta­ri­sche Geschäfts­füh­re­rin der Grü­nen, Brit­ta Haß­el­mann.

Ohne aus­drück­li­che Geneh­mi­gung ein­fach die Daten ande­rer Leu­te abzu­grei­fen ist ja wohl uner­hört! :aufsmaul:

ProjekteNerdkrams
Ein Model F „XT“ für das 21. Jahr­hun­dert

(Vor­be­mer­kung: Es folgt ein vor allem für Hard­ware- und Alt­com­pu­ter­freun­de rele­van­ter Text. Der übri­ge Teil mei­nes geschätz­ten Publi­kums möge spä­ter wie­der vor­bei­schau­en.)

Vor vie­len Jah­ren – es mögen zehn oder schon mehr gewe­sen sein – war es üblich, dass die Com­pu­ter, mit denen man sei­ne täg­li­che elek­tro­ni­sche Kor­re­spon­denz erle­digt, eine Hard­ware­ta­sta­tur als Ein­ga­be­ge­rät besaß. All­ge­mein ver­füg­ba­re Tasta­tu­ren, das muss man den Jün­ge­ren viel­leicht erklä­ren, waren ver­gleichs­wei­se gro­ße, schwe­re Qua­der aus anfangs über­wie­gend Metall, spä­ter zuse­hends mehr Pla­stik, die bis zu 144 Tasten besa­ßen, auf die man drücken muss­te, um einen Buch­sta­ben ein­zu­ge­ben. Wischen ging nicht, wäre manch­mal aber viel­leicht bes­ser für den Zustand der Tasta­tur gewe­sen.

Wenn man ernst­haf­te Tipp­ar­beit an einem Com­pu­ter ver­rich­ten möch­te, ist noch heu­te die Benut­zung einer sol­chen Tasta­tur mit eini­gem Kom­fort­vor­teil ver­bun­den. Nach­dem die ersten Lap­top- und Bud­get­ta­sta­tu­ren das Zeit­li­che geseg­net haben, denkt man aller­dings dann doch dar­über nach, ob frü­her nicht vie­les bes­ser war. Gute Tasta­tu­ren sind wich­tig.

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Netzfundstücke
Zivi­li­sa­ti­on (ent­gei­stert).

Inzwi­schen in Her­ne:

Ein acht­jäh­ri­ges Mäd­chen aus Her­ne besuch­te in der Nach­weih­nachts­zeit die Kir­mes im Bereich An der Cran­ger Kir­che. Hier macht die jun­ge Schü­le­rin eine Fahrt in der Gei­ster­bahn. (…) Wie­der zuhau­se erzähl­te das Mäd­chen ihrem Vater unter Trä­nen von der unheim­li­chen Gei­ster­be­geg­nung und dem Vor­fall im Fahr­ge­schäft. (…) Nach einem ver­ba­len Streit gin­gen die anwe­sen­den Per­so­nen mas­siv auf­ein­an­der los. Der „leben­di­ge Geist“, in Wirk­lich­keit ein 25-jäh­ri­ger Han­no­ve­ra­ner, wur­de ver­letzt und muss­te mit einem Ret­tungs­wa­gen in ein Kran­ken­haus gebracht wer­den.

Von wegen Fach­kräf­te­man­gel! Aber in unse­re Zukunft (i.e. den Nach­wuchs) emp­feh­le ich kei­ne wei­te­ren Hoff­nun­gen zu set­zen.

NerdkramsNetzfundstücke
Brain­less: Pro­gram­mier­an­fän­ger spie­len Buz­zword­bin­go.

An dem Vor­schlag, Pro­gram­mie­ren über­all zum Pflicht­fach zu machen, auf dass das Über­an­ge­bot an fähi­gen Pro­gram­mie­rern, die kei­ne Stel­le fin­den, weil nie­mand bereit ist, ihre Fähig­kei­ten ange­mes­sen zu ver­gü­ten, sich ver­mehr­fa­che, gibt es vie­les zu kri­ti­sie­ren; nicht mal unbe­dingt vor allem den Fokus auf die für die mei­sten Din­ge völ­lig unzu­rei­chen­de Spra­che Java­Script, son­dern auch das Öko­sy­stem der EDV.

Men­schen wer­den von Trend zu Trend gescho­ben, haben kaum Zeit, irgend­was wirk­lich zu ver­ste­hen. Natür­lich setzt das indu­stri­ell aus­rei­chen­de Pro­du­zie­ren von meter­wei­se Code­zei­len kei­nen wirk­li­chen Fach­mann vor­aus, aber das soll­te nie­mals der per­sön­li­che Maß­stab sein müs­sen.

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Persönliches
2019 »

Die­ser Arti­kel ist Teil 8 von 15 der Serie Neu­jahr

Ein neu­es Jahr, eine neue Explo­si­on. Immer noch bleibt Feu­er­werk erlaubt, immer noch stellt sich die Fra­ge, ob das der postu­lier­te Wohl­stand ist, der mit einem Knall Far­ben und Gestank an den Him­mel malt. Wird in Syri­en eigent­lich auch mal geböl­lert? In Ham­burg, so liest man in Qua­li­täts­me­di­en, hat sich ein Vier­zehn­jäh­ri­ger noch vor der gesetz­lich erlaub­ten Frist drei Fin­ger weg­ge­böl­lert. Dan­ke, Mer­kel. Man könn­te ein Mem dar­aus machen, aber Meme machen dick.

Gute Vor­sät­ze am Jah­res­en­de? „I resol­ve to not make major decis­i­ons about my life based on ran­dom calen­dar dates.“ Man könn­te es ein­fach mal mit weni­ger Stress ver­su­chen, aber das klappt ja nicht mal im Som­mer­ur­laub so rich­tig. Prost gern, Neu­jahr nur als not­wen­di­ges Übel. Sich Glück­lich­sein vor­zu­neh­men wäre auch auf einem sehr nied­ri­gen Niveau eso­te­ri­scher Quatsch. Nur noch weni­ge Jah­re bis zum Nör­gel­rent­ner­tum, ein erreich­ba­res Ziel. Ich habe Qua­li­fi­ka­tio­nen.

2018 war das Jahr, in dem sich die Men­schen SD-Kar­ten in den Arsch gescho­ben haben. Das muss die­se Digi­ta­li­sie­rung sein. Bit­te drücken, wie eigent­lich immer. Ich habe jetzt schon kei­ne Lust mehr.

Möge es nicht so furcht­bar wer­den.

Es sind die Men­schen, nicht das System.
Mono­pho­nist: Der Preis der Frei­heit

In den NachrichtenMontagsmusik
Finnr’s Cane – Glas­sice

EulmeldungEs ist – ein letz­tes Mal in die­sem Jahr – Mon­tag. Der hacker­feind­li­che Fach­kon­gress der Nägel­lackie­rer wur­de mit wenig Kri­tik ord­nungs­ge­mäß abge­wickelt, näch­stes Jahr dann Stuhl­krei­se gegen die AfD. Drau­ßen knal­len sie schon wie­der.

Apro­pos Knall: In Kali­for­ni­en wur­de angeb­lich ein Frau­en­marsch abge­sagt, weil die Teil­neh­me­rin­nen zu weiß gewe­sen wären. Wenn das die Zukunft derer ist, die es schon gut und rich­tig fin­den, dass der „Con­gress“ als Hacker­tref­fen nicht mehr zu gebrau­chen ist, dann habe ich vor die­ser Zukunft nur die Angst, dass mich all das Pop­corn in Gesund­heits­pro­ble­me trei­ben wird.

Die vor­herr­schen­de Auf­ga­be anders orga­ni­sier­ter Reli­gi­on scheint es der­weil auch dann zu sein, ihren eige­nen Ein­fluss zu ver­grö­ßern, wenn gar kei­ne Steu­ern dafür in Aus­sicht gestellt wer­den. All­mäh­lich steht mir der Sinn danach, unmis­sio­nier­te Völ­ker unent­gelt­lich zu bewaff­nen. Der Kon­go tut mir heu­te noch leid. Ein wenig gemein haben die­se Leu­te mit Linux­jün­gern, deren Postu­lat unge­fähr lau­tet, dass mehr Leu­te Linux nut­zen müs­sen, damit mehr Leu­te Linux nut­zen. Es sind ja immer die klei­nen Erfol­ge im Leben. Hun­dert Pro­zent der Linux­spen­den gehen an SJW-Pro­jek­te, denn die sind bekannt­lich bedeut­sa­mer als die Ent­wick­lungs­ar­beit. Was genau war noch mal die Ursa­che für die­sen „Fach­kräf­te­man­gel“? Es ist zum Spei­en.

Sonst so: Magnus Carl­sen bleibt Welt­mei­ster im Blitz­schach. Wenig­stens eine Kon­stan­te in die­ser spi­ra­len­vol­len Zeit. Nein, es gibt natür­lich noch eine zwei­te, näm­lich die Musik. Text gibt es zwi­schen den Jah­ren schon genug, es muss auch mal ohne gehen.

Finnr’s Cane – Glas­sice

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Nach­trag zum #35c3: Wahr­heit ist rechts, Par­tei­en sind gut.

Die­ser Arti­kel ist Teil 8 von 20 der Serie Congresskrise(n)

Nach­dem der uner­träg­li­che Euro­pa­par­la­ments­kan­di­dat Nico Sems­rott im Rah­men des „Hacker­tref­fens“ („SPIEGEL ONLINE“) in Leip­zig ein wenig Wahl­wer­bung für sich machen durf­te, guck­te sich das CCC-Exmit­glied Fefe auch mal an, was auf dem „Con­gress“ eigent­lich vor sich geht:

Mir ist im Pro­gramm auf­ge­fal­len, dass da so ein hal­bes Dut­zend Vor­trä­ge von Netzpolitik.org-Personal bestrit­ten wird (je nach dem wie man das zählt). (…) Die Neu­tra­li­tät des CCC war eigent­lich immer ein hohes Gut. Netzpolitik.org steht tra­di­tio­nell den Grü­nen nahe.

Das fan­den die Dro­gen­dea­ler vom „Con­gress“ doch etwas unfair, denn dass das schrä­ge Per­so­na­li­ty­b­log „Netzpolitik.org“, des­sen anti­li­be­ra­ler Chef­re­dak­teur bis heu­te bei den Grü­nen ist, den Grü­nen nahe­ste­he, dür­fe man so doch nicht sagen:

Mir wur­de mit­ge­teilt, dass ich hier Pro­pa­gan­da der Iden­ti­tä­ren beför­de­re, wenn ich schrei­be, Netzpolitik.org sei tra­di­tio­nell Grü­nen-nahe.

Alles Nazis hier. Ale­te, Ale­te, Anti­fa­sci­s­ta. Auf Twit­ter wur­de mir erklärt, dass der „Con­gress“ doch eine sehr nütz­li­che Ver­an­stal­tung sei, denn dort bekom­men die­je­ni­gen, die in Phy­sik immer geschla­fen oder geschwänzt haben, das Schul­wis­sen noch mal nach­ge­tra­gen. Sah­ne in der Jau­che.

Ich brauch‘ Urlaub.

In den NachrichtenWirtschaft
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Die ärm­ste Gene­ra­ti­on

Auch in der Zeit nach Weih­nach­ten, so wer­den wir fort­wäh­rend infor­miert, gebie­tet es die Näch­sten­lie­be, den Ärm­sten unse­re Auf­merk­sam­keit zukom­men zu las­sen.

Etwa Kin­dern in Kriegs­ge­bie­ten oder Obdach­lo­sen? Nein, Patrick Her­ger von der NZZ hat da einen ande­ren Vor­schlag:

Vie­le 20- bis 35-Jäh­ri­ge müs­sen auf teu­re Mar­ken­pro­duk­te ver­zich­ten, weil sie sich die­se nicht lei­sten kön­nen.

Elend? Hun­gers­not? Pah, über die wah­ren Pro­ble­me spricht natür­lich mal wie­der nie­mand. Die sind doch unten durch bei ihren Freun­den, so ohne iPho­ne!

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Soma­li Yacht Club – The Sea

Lan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Manch­mal durch­schrei­ten Musikal­ben mein Radar, die zwar alt­be­kann­ten Mustern fol­gen und dar­um nicht erwäh­nens­wert genug für Besten­li­sten sind, aber trotz­dem posi­tiv auf­fal­len. „The Sea“ ist so ein Musik­al­bum. Die Urhe­ber des­sel­ben sind die drei Musi­ker vom Soma­li Yacht Club, einer ukrai­ni­schen Post-Metal-Kapel­le, die seit 2010 exi­stiert und bis­her erst zwei Stu­dio­al­ben in LP-Län­ge ver­öf­fent­licht hat, eines davon – näm­lich „The Sea“ (Amazon.de, Bandcamp.com, TIDAL) – erst Anfang 2018.

„You got what you wan­ted – isn’t it enough?“ (Blood Lea­ves a Trail); aber so böse die Tex­te zum Teil auch sind, die Musik kümmert’s nicht: Weit­ge­hend höre ich sicher­lich gut gemach­ten Post­rock mit trei­ben­dem Bass und schwe­ben­dem Gesang.

Vero

Beson­ders auf­fäl­lig erschien mir das für die­ses Album ziem­lich tref­fend benann­te „Hydro­pho­bia“, was nicht nur Grie­chisch ist und die Angst vor Was­ser bezeich­net, son­dern auch ein Stück auf „The Sea“ ist und die Brücke zum Post­punk schließt. Gen­res, Rha­bar­ber.

Hydro­pho­bia

Kein unge­wöhn­li­ches Album – aber sicher auch kein schlech­tes. Neh­me ich mit.

KaufbefehleMusikkritik
Musik 12/2018 – Favo­ri­ten und Ana­ly­se

Die­ser Arti­kel ist Teil 21 von 29 der Serie Jah­res­rück­blick

Ach je, schon wie­der haben wir es mit einem Jah­res­en­de zu tun! In einer Zeit schwin­den­der Gewiss­hei­ten bleibt jeden­falls die, dass dies eine gute Gele­gen­heit ist, um zum zwei­ten Mal in die­sem Jahr auf die emp­feh­lens­wer­te­sten Musikal­ben 2018 zurück­zu­blicken. Wäh­rend die Jugend immer noch Pod­casts hört, die doch heut­zu­ta­ge eigent­lich Pho­ne­casts hei­ßen müss­ten, gebe ich mich lie­ber der wah­ren Kul­tur hin. „Nicht jedes Gequiek“, befand ein­mal Ulrich Ercken­brecht, „ist Musik“. So hal­te ich es selbst­ver­ständ­lich eben­falls.

Der Kalen­der hin­der­te mich erneut nicht dar­an, im ver­ge­hen­den Halb­jahr unge­dul­dig und dar­um vor­zei­tig auf die aktu­el­len Stu­dio­al­ben von Abra­ham, Árstí­ðir, Mono­pho­nist, VAK und Trä­den hin­zu­wei­sen. Kun­den, die das kauf­ten, kauf­ten auch…

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In den NachrichtenWirtschaft
O du fröh­li­che: Zwei Mel­dun­gen.

„tagesschau.de“, 24. Dezem­ber 2018, 10:42 Uhr:

Seit Okto­ber sind laut der Woh­nungs­lo­sen­hil­fe neun Men­schen, die auf der Stra­ße leb­ten, ver­mut­lich durch die nied­ri­gen Tem­pe­ra­tu­ren ums Leben gekom­men. 2017 wur­den im sel­ben Zeit­raum nur drei Käl­te­to­te erfasst.

„tagesschau.de“, 24. Dezem­ber 2018, 15:39 Uhr:

Das Weih­nachts­ge­schäft hat nach Anga­ben des Han­dels­ver­ban­des Deutsch­land in der ver­gan­ge­nen Woche deut­lich ange­zo­gen. Jeder drit­te Händ­ler in den Metro­po­len zeig­te sich zufrie­den mit den Umsät­zen.

Haupt­sa­che, das Wachs­tum stimmt.