Netzfundstücke
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 13. Febru­ar 2019

Twit­ter sei als Chat­me­di­um unge­eig­net, befin­det völ­lig zu Recht sein Grün­der und Vor­stands­vor­sit­zen­der. Wäh­rend­des­sen – wenn auch wahr­schein­lich nicht des­halb – gehen dem „sozia­len Netz­werk“ monat­lich vie­le Nut­zer ver­lo­ren. Wie vie­le? Sagen sie nicht mehr. Ätsch.


Ein ehe­mals für Apple täti­ger Anwalt, des­sen Auf­ga­be es war, Mit­ar­bei­ter von Insi­der­han­del abzu­hal­ten, wur­de wegen Insi­der­han­dels ange­klagt.


Den­nis Schirr­ma­cher, der beruf­lich SSL nicht ver­steht, hat sich anschei­nend inzwi­schen wei­ter­bil­den las­sen und ver­steht jetzt beruf­lich das gan­ze Inter­net nicht mehr:

Der Markt­platz befin­det sich nicht im öffent­li­chen Inter­net – er ist über das Tor-Netz­werk erreich­bar.

Denn wäh­rend man für den Zugang zum öffent­li­chen Inter­net nur einen Ver­trag mit einem Dienst­an­bie­ter sowie ein Cli­ent­pro­gramm zum Ver­bin­dungs­auf­bau benö­tigt, sind die Anfor­de­run­gen an den Zugang zum Tor-Netz­werk viel höher: Man braucht min­de­stens einen Ver­trag mit einem Dienst­an­bie­ter sowie ein Cli­ent­pro­gramm zum Ver­bin­dungs­auf­bau. :ja:


Der „Paris Review“ hat einen Arti­kel über das Lesen in einer Zeit dau­ern­der Ablen­kung ver­öf­fent­licht. Das klingt span­nend, ich wür­de ihn selbst gern lesen, aber irgend­was lenkt mich dau­ernd – oh, eine E‑Mail, Moment bit­te.

Netzfundstücke
Haupt­sa­che, dicke Milch­tü­ten.

Was macht eigent­lich das Inter­net der Din­ge gera­de so? Na, das hier:

„Ref­ri­ger­da­ting“ soll euch anhand eures Kühl­schrank­in­halts mit kom­pa­ti­blen Part­nern ver­kup­peln. (…) Über die App kann man dann eben über die Cam direkt am Fami­ly Hub ein Bild des Kühl­schrank­in­halts knip­sen, wel­ches in Zukunft als Grund­la­ge für das Dating über die App dient. (…) Ihr seht dann selbst in der App den Kühl­schrank­in­halt ande­rer Nut­zer und könnt genau wie bei Tin­der je nach Gefal­len nach rechts oder links wischen, um poten­ti­el­le Matches anzu­bah­nen.

Das ist weder Quark noch Käse, son­dern effi­zi­ent: Über­sprin­gen wir also künf­tig das Gesicht und las­sen wir direkt unse­re Eier bewer­ten, auf dass man uns nicht mehr die But­ter vom Brot neh­me!

Lie­be geht eben durch den Magen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Wolf Pray­er – Like a Fool

Och nö...Es ist Mon­tag. Laut der­zei­ti­ger Mehr­heits­mei­nung inlän­di­scher Kolum­ni­sten sind kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit bigot­ten Umwelt­säu­en ein Indiz für die Mit­glied­schaft in einem rechts­ra­di­ka­len Mob, wes­halb ich den Ber­li­ner-Mor­gen­post-Arti­kel, dem zufol­ge eine grü­ne Viel­flie­ge­rin Anfang Febru­ar empört gesagt haben soll, sie mei­de Flug­zeu­ge grund­sätz­lich, hier nicht mal erwähnt haben will. Ich möch­te ja kein has­sen­der alter Sack – denn Alt­sein ist offen­sicht­lich eine schreck­li­che Cha­rak­ter­ei­gen­schaft – sein. Ande­rer­seits ist Mon­tag, da ist das mit dem Has­sen seit eini­gen Mona­ten erstaun­lich leicht gewor­den. Zu ver­mis­sen hat sein Gutes, wie mir scheint.

Apro­pos Twit­ter: Der RBB lässt sich von SPD-Poli­ti­ke­rin­nen via Twit­ter sei­ne Über­schrif­ten dik­tie­ren. Das ist alles schon lan­ge nicht mehr lustig, nur viel­leicht ein biss­chen absurd. Ist ja alles das­sel­be. Fol­ge­rich­tig hat selbst Gun­ter Weiß­ger­ber inzwi­schen genug. Das tote Pferd schmeckt nicht mal mehr im Darm noch gut.

Goog­le zahlt inzwi­schen mehr Straf­ge­büh­ren an die EU als Steu­ern ins­ge­samt. Das ist nur beim ersten Lesen wit­zig, beim zwei­ten schon nicht mehr.

Es ist Mon­tag, da sind nicht mal mei­ne Über­lei­tun­gen gut. War­um dann über­haupt noch einen Ver­such wagen? Hier, Musik:

Wolf Pray­er – Like a Fool

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Die deut­sche Gre­ta Thun­berg

Über die von den Medi­en sau­ähn­lich durch Klein­blog­gers­dorf getrie­be­ne Jugend­li­che Gre­ta Thun­berg, deren Autis­mus­dia­gno­se wahl­wei­se wohl­wol­lend oder ankla­gend aus­ge­schlach­tet wird, als sei see­li­scher Miss­brauch gei­stig unge­wöhn­li­cher Mäd­chen für die gute Sache ein ver­zeih­li­cher, wird die­ser Tage der­ma­ßen viel geschrie­ben, dass ich mich nicht unbe­dingt auch noch ein zwei­tes Mal ein­rei­hen muss. Anders sieht es die Viel­flie­ger­par­tei (All­er­gi­ker­war­nung: David Ber­ger) „Bünd­nis 90 / Die Grü­nen“, die noch im Juli 2017 (All­er­gi­ker­war­nung: gruene.de) ins Web hin­ein­wer­be­sprach:

Wir för­dern umwelt­freund­li­che Autos, geben mehr Geld für Bahn und öffent­li­chen Nah­ver­kehr aus und stär­ken den Rad­ver­kehr. So errei­chen wir auch unser Ziel von einem kli­ma­neu­tra­len Ver­kehr.

(Her­vor­he­bung dies­mal nicht von mir.)

Nun besteht das Pro­blem beim ver­gleichs­wei­se kom­for­ta­blen und von mir daher geschätz­ten Bahn­fah­ren ins­be­son­de­re dar­in, dass das Aus­ge­ben von mehr Geld sich kaum ver­mei­den lässt, denn selbst als Zubrin­ger zum Flug­zeug – klar, Flug­zeu­ge flie­gen auch ohne Braun­koh­le – ist die Bahn ein finan­zi­ell nach­tei­li­ges Ver­kehrs­mit­tel. Sau­ber­keit kostet. Ein Kom­men­ta­tor unter dem the­men­na­hen Blog­ar­ti­kel von Katha­ri­na Nocun erfass­te kor­rekt:

Es wird an Schu­len gepre­digt und im Fern­se­hen pro­pa­giert – und wir machen stur wei­ter, wäh­len immer die gleich (sic! A.d.V.) Leu­te, die wie wir nichts tun und nur ab und zu wohl­fei­le Reden hal­ten.

Zum Glück konn­ten sich die Grü­nen nach der kur­zen Schock­star­re dar­über, dass ihr eige­nes Geschwätz zum Kli­ma weni­ger Auf­merk­sam­keit ern­tet als das einer jun­gen Schwe­din, inzwi­schen dar­an erin­nern, dass sie auch eige­ne Mit­glie­der haben. Flugs wur­de Lui­sa Neu­bau­er („qua­si die deut­sche Gre­ta Thun­berg“, tagesschau.de) an die ver­ba­le Front geschickt, die sich laut Medi­en­be­rich­ten dadurch aus­zeich­ne, 22 Jah­re alt, Akti­vi­stin und Blog­ge­rin zu sein, und gele­gent­lich Zitat­ge­be­rin für allen mög­li­chen Plun­der aus dem Par­tei­um­feld sein muss:

Wir wis­sen seit 40 Jah­ren, was gegen die Kli­ma­kri­se zu tun ist, und haben kei­ne Sekun­de län­ger Zeit zu war­ten.

Selbst­ver­ständ­lich geht sie selbst dabei mit gutem Bei­spiel vor­an. Für den Kli­ma­schutz? Haha, nein – für eine typi­sche Grü­ne natür­lich: Auf Insta­gram, dem Twit­ter für Men­schen unter 20, ist sie unter ande­rem beim temp­le-hop­ping, also beim Besu­chen mög­lichst vie­ler (hier süd­ost­asia­ti­scher) Tem­pel in mög­lichst vie­ler Zeit, in Hong Kong und sonst­wo zu sehen. Ihr Insta­g­ram­pro­fil, vor weni­gen Tagen noch gänz­lich öffent­lich, ist inzwi­schen „pri­vat“, ihre dort ver­öf­fent­lich­ten Bil­der von sich in vie­ler­lei Regio­nen der Welt sind also nur nach Ein­la­dung zur Bewun­de­rung frei­ge­ge­ben. Pro­ble­me, die man nicht sieht, exi­stie­ren eben nicht. Es erscheint mir per­sön­lich jeden­falls schwie­rig, sich beim Kli­ma­schutz ohne Vor­be­hal­te auf die Sei­te der­je­ni­gen zu schla­gen, die sich gern mal ein wenig Deka­denz gön­nen. Ich selbst gehe lie­ber ehr­lich mit mei­ner Deka­denz um.

Noch die­ses Jahr ste­hen übri­gens wie­der Wah­len an, aber damit möch­te ich selbst­re­dend kei­ne Emp­feh­lung ver­bin­den.


In wei­te­ren Nach­rich­ten: Ein vene­zo­la­ni­scher Put­schist („Oppo­si­ti­ons­füh­rer“) erwägt, sei­ne Mit­bür­ger von den USA in die Demo­kra­tie schie­ßen zu las­sen, wenn sie nicht augen­blick­lich auf­hö­ren, die Erlas­se des gewähl­ten Prä­si­den­ten zu respek­tie­ren. Der Erd­öl­in­du­strie gefällt das.

Nerdkrams
Kurz ange­merkt zu Pod­casts

Der erste Leser, der mir schlüs­sig erklärt, was die beschö­ni­gend als „Pod­casts“ bezeich­ne­ten Dau­er­wer­be­sen­dun­gen (im Zwei­fel: für den/die Spre­cher selbst), die von Men­schen, die noch nie einen iPod besa­ßen, für Men­schen, die das Wort „iPod“ nicht mal mehr ken­nen, teils ohne Rück­sicht auf freie Abon­ne­ment­for­ma­te pro­du­ziert wer­den und im Wesent­li­chen dar­aus bestehen, dass ein oder meh­re­re unsicht­ba­re Per­so­nen in lei­ern­dem Ton­fall, stets begei­stert von den eige­nen nur anhand des Gluck­sens der Mikro­fon­ha­ber über­haupt erkenn­ba­ren Poin­ten, Blog- und Twit­ter­sül­ze vor­le­sen und/oder kom­men­tie­ren, gele­gent­lich unter­bro­chen von Musik, über deren funk­ti­ons­fo­kus­sier­te Art hier aus Fluss­grün­den der Schall däm­men­de Man­tel des Schwei­gens geschmis­sen wer­den soll und wird, wäh­rend der zum Kon­su­men­ten degra­dier­te Hörer auf­grund der Dar­rei­chungs­form (näm­lich oft stun­den­lan­ges Gequatsch ohne nen­nens­wer­te Struk­tur) nicht ein­mal in die Lage ver­setzt wird, mit­tels ein­fa­cher visu­el­ler Mar­kie­rung die bemer­kens­wer­ten Pas­sa­gen, sofern ent­hal­ten, zwecks Auf­be­rei­tung oder wenig­stens Sich­mer­kung auf Wie­der­vor­la­ge zu legen, so dass auch das sonst­wie Inter­es­san­te zur blo­ßen Berie­se­lung ver­küm­mert wird, eigent­lich von mor­ning shows, also den von zu hohen Wohn­steu­ern teil­fi­nan­zier­ten Radio­sen­dun­gen, in denen offen­siv schei­tern­de Men­schen noch vor dem ersten Kaf­fee zwi­schen zwei Wer­be­blöcken nicht wit­zig sind, unter­schei­det und wes­halb sie ein höhe­res (bzw. über­haupt irgend­wie posi­tiv gear­te­tes) Anse­hen in einer moder­nen Gesell­schaft ver­dient haben soll­ten, gewinnt übri­gens mei­ne vor­über­ge­hen­de Auf­merk­sam­keit, gefolgt von unver­meid­li­chem Bedau­ern.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Mono – Nowhe­re Now Here

Mono - Nowhere Now HereLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Die japa­ni­sche Postrock­band Mono exi­stiert seit 2000 und hat sich inner­halb ihrer musi­ka­li­schen Nische einen Ruf als Band erar­bei­tet, deren Musik man sich durch­aus mal anhö­ren könn­te. Sel­bi­ge zeich­ne sich dadurch aus, dass sie zumeist völ­lig instru­men­tal statt­fin­de und japa­ni­sche Mytho­lo­gie zum The­ma habe, behaup­tet die Wiki­pe­dia. Eben­dort fin­det man auch den Hin­weis, dass seit 2018 Dahm Maju­ri Cipol­la neu­er Schlag­zeu­ger der Band ist und somit erst­mals ein Beset­zungs­wech­sel voll­zo­gen wor­den ist. In der neu­en Beset­zung aus Takaa­ki­ra Goto, Tama­ki Kuni­shi, Yoda (sic!) und eben Dahm Maju­ri Cipol­la spiel­te die Band ihr 2019 ver­öf­fent­lich­tes Album „Nowhe­re Now Here“ (Amazon.de, TIDAL, Band­camp) ein, um das es hier gehen soll.

Mit „God Bless“ wird das Album ambi­ent ein­ge­läu­tet, jedoch ist das nur die Ruhe vor dem ersten Wind – die­ses intro geht über in das melo­disch-atmo­sphä­ri­sche „After You Comes The Flood“, das mit einem anschwil­len­den Wider­klang beginnt, bevor das Quar­tett erst­mals auf die­sem Ton­trä­ger los­post­me­talt.

MONO – After You Comes the Flood

„Brea­the“ hin­ge­gen ist ein ruhi­ges Gesangs­stück, viel­leicht das ein­zi­ge in Monos bis­he­ri­ger Kar­rie­re, auf jeden Fall aber auf die­sem Album. Es bril­liert mit einem male­ri­schen Postrocken­de, und auch das Titel­stück wiegt in Sicher­heit, bevor auch es unver­mit­telt los­bricht. In ande­ren Stücken, etwa mei­nem der­zeit per­sön­li­chen Favo­ri­ten „Meet Us Whe­re the Night Ends“, füh­ren Mono ein­drucks­voll vor, wor­an es der übri­gen Post­rock-Sze­ne fehlt, näm­lich an einem Gespür für den Wie­der­erken­nungs­wert und den sinn­vol­len Ein­satz elek­tro­ni­scher Geräu­scher­gän­zun­gen. Um eine mei­ner Lieb­lings­in­ter­jek­tio­nen auch dies­mal ange­mes­sen anzu­wen­den: Hui!

MONO – Meet Us Whe­re the Night Ends

Als Postrock­al­bum hebt sich „Nowhe­re Now Here“ musi­ka­lisch posi­tiv ab, schon, weil es nicht klingt wie ein Album, das man schon zur Genü­ge kennt. Klu­ge Strei­cher- („Par­ting“) und Blä­ser­ein­sät­ze („Fun­e­ral Song“) an pas­sen­der Stel­le tun ihr Übri­ges. Schön, dass das Musik­jahr 2019 so beginnt!

In den NachrichtenNerdkrams
💩 (4)

Puh, na „end­lich“:

2019 wer­den 230 neue Emo­jis erschei­nen. Wir freu­en uns vor allem über fünf neue Aus­drucks­mög­lich­kei­ten. (…) Zum ersten Mal zei­gen Emo­jis etwa Men­schen in unter­schied­li­chen Roll­stüh­len.

Damals, als wir in Chats noch „ich sit­ze gera­de in einem ande­ren Roll­stuhl“ schrei­ben muss­ten, hät­ten wir uns das nicht mal erträu­men kön­nen. Wie die Höh­len­men­schen haben wir uns damals gefühlt! :ja:

PolitikIn den Nachrichten
Vor­wärts­ver­tei­di­gung (5)

Akt 1:
Die NATO umzin­gelt Russ­land und fühlt sich anschlie­ßend davon bedroht, dass der Iwan sie von innen umringt hat.

Akt 2:
Die NATO möch­te sich dage­gen mit mehr Atom­wumms „ver­tei­di­gen“.

Akt 3:
Die USA erfin­den rus­si­sche Rake­ten und kün­di­gen daher den Abrü­stungs­ver­trag ein­sei­tig auf. Unter Zuhil­fe­nah­me fal­scher Gram­ma­tik – „dass jede Nati­on das Recht hat, sein (wes­sen?) Bünd­nis frei zu wäh­len“ – stellt ein CDU-Kas­per fest, dass die Schuld dar­an bei Wla­di­mir Putin lie­ge.

Was darf Sati­re?

In den NachrichtenMontagsmusikComputer
Kraków – tid­laus

Montags leider BettfrisurEs ist Mon­tag. Zu nie­man­des Über­ra­schung fin­det der nie­der­säch­si­sche Islam­bei­rat sexu­el­le Viel­falt nicht so gut, den­noch soll Reli­gi­on natür­lich auch wei­ter­hin ein wesent­li­cher Bestand­teil des Schul­un­ter­richts blei­ben. Wis­sen­schaft­lich indok­tri­niert wer­den kön­nen die Kin­der ja spä­ter immer noch. Wo habe ich mei­nen Not­fall­pan­da­bä­ren schon wie­der hin­ge­legt?

Aus der belieb­ten Rei­he „Femi­nis­mus ist wich­ti­ger als tech­ni­scher Fort­schritt“: Das Debi­an-Pro­jekt hat einen Ent­wick­ler raus­ge­wor­fen, weil er in einem Blog­ar­ti­kel ein „fal­sches“ Pro­no­men ver­wen­det hat. Das muss die­ser Geist der open source sein, der da durch­weht. Debi­an Linux ist neben­bei auch die Grund­la­ge für Raspbi­an, das Stan­dard­be­triebs­sy­stem für die in letz­ter Zeit uner­klär­lich belieb­ten Raspber­ry-Pi-Kleinst­com­pu­ter. Es stell­te sich aller­dings mitt­ler­wei­le her­aus, dass die­se Gerä­te aus tech­ni­scher Sicht einer Kata­stro­phe nahe kom­men.

Apro­pos Kata­stro­phen: Die mei­sten „Zero-Rating“-Angebote, also vom Inklu­siv­vo­lu­men aus­ge­nom­me­ne Ver­trä­ge mit Schwach­sinns­dien­sten wie Net­flix und Spo­ti­fy, ver­let­zen die Netz­neu­tra­li­tät, fand schon wie­der jemand her­aus, berich­te­te das­sel­be „hei­se online“, das noch vor weni­gen Tagen ein sol­ches Ange­bot für Apple Music aus App­les Rekla­me­por­tal abtipp­te, denn App­le­pro­duk­te sind bekannt­lich der beste Freund des Com­pu­ter­jour­na­li­sten im 21. Jahr­hun­dert. Winkt da schon ein Repor­ter­preis?

Die NSA ver­teil­te wäh­rend­des­sen durch­sich­ti­ge Auf­kle­ber für die Web­cam. Naja, auf die Geste kommt es an; und auf die Musik sowie­so.

Kra­kow – tid­laus (Offi­ci­al video)

Guten Mor­gen.

PiratenparteiMir wird geschlechtIn den Nachrichten
Mehr Jans für Deutsch­land! (2): Diver­se ohne Wahl

Im Dezem­ber 2017 schrieb ich:

Sta­ti­stisch gese­hen hei­ßen der­zeit die mei­sten Men­schen Jan oder Anna. Wäre es dann nicht nur fair, man führ­te eine Jan-und-Anna-Quo­te ein?

Seit­dem ist nichts der­glei­chen pas­siert, die lächer­li­che SPD hat ihren Wil­len aber doch noch bekom­men: In Bran­den­burg, dem ein­zi­gen Argu­ment dafür, dass Han­no­ver gar nicht so trost­los ist, wie ich es immer beschrei­be, ist zu ihrer Freu­de ein Pari­täts­ge­setz erlas­sen wor­den, dem zufol­ge künf­tig Kan­di­da­ten­li­sten gefäl­ligst zu jeweils der Hälf­te aus Männ­lein und Weib­lein zu bestehen hät­ten. Erfreu­lich dar­an ist, dass es die bis­her Frau­en bevor­tei­len­den Grü­nen und Lin­ken glei­cher­ma­ßen dazu zwin­gen wird, Män­nern eine gerech­te Chan­ce zur Auf­stel­len­las­sung zu geben, woge­gen zu mei­nem gro­ßen Erstau­nen von aus­ge­rech­net erste­rer Par­tei noch kei­ne Beschwer­de erscholl, son­dern nur Jubel, denn sie hat­te das Gesetz selbst befür­wor­tet. Wie die Pira­ten­par­tei das fin­det, ist noch unklar: Der Bran­den­bur­ger Lan­des­ver­band hat bereits eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de ange­kün­digt, aus Hes­sen hin­ge­gen kom­men eher posi­ti­ve Kom­men­ta­re.

Dass das Gesetz das von „lin­ken“ Par­tei­en erfolg­reich instal­lier­te drit­te Geschlecht („Diver­se“) benach­tei­ligt, wie von der Bran­den­bur­ger Pira­ten­par­tei eben­so wie „iro­ni­scher­wei­se“ (taz) von der AfD fest­ge­stellt wur­de, stört die Vor­sit­zen­de der hes­si­schen Pira­ten­par­tei jeden­falls nicht, denn man kön­ne ja, wie sie gedan­ken­los her­aust­wit­ter­te, im Ide­al­fall noch nach­bes­sern. Bis dahin haben die Diver­sen die Aus­nah­me­op­ti­on, sich zu ent­schei­den, ob sie zur Wahl ent­we­der als männ­lich oder als weib­lich gel­ten möch­ten. Wenn die­ser Ide­al­fall aller­dings nicht ein­tre­ten soll­te und das, wie von ost­deut­schen „Lin­ken“ gewohnt, frei­en Wah­len kri­tisch gegen­über­ste­hen­de Gesetz über­dies als nicht grund­ge­setz­wid­rig aner­kannt wer­den soll­te, dann bleibt die Mög­lich­keit für die Emp­feh­lung bestehen, dass die­se Diver­sen ein­fach ein für alle­mal fest­le­gen, was sie gern sein wür­den, um wei­te­re Situa­tio­nen die­ser Art zu ver­mei­den.

Manch­mal ver­mu­te ich, pro­gres­si­ve Ideen zur ver­meint­li­chen Ver­bes­se­rung der Gesell­schaft wer­den meist nur umge­setzt, um die Zeit zu mes­sen, die ver­geht, bevor ihre Opfer den Feh­ler bemer­ken.

Netzfundstücke
Das Facep-Wort.

Wie man bei „Mother­board“ hei­ßen darf:

  • Bim­bo
  • Ficker
  • Gay­lord
  • Heil
  • Möse
  • Pim­mel
  • Schwanz
  • Stän­der
  • Tit­te

Wie man bei „Mother­board“ nicht hei­ßen darf:

Nie wie­der darf das Wort über eine deut­sche Tasta­tur usw.! :wallbash:


In wei­te­ren Nach­rich­ten: Am 4. Mai 2019 wird der dies­jäh­ri­ge March for Sci­ence statt­fin­den. Unter den Unter­stüt­zern sind der­zeit unter ande­rem die CVJM-Hoch­schu­le in Kas­sel, die evan­ge­li­sche Hoch­schul­ge­mein­de an der Hoch­schu­le Mün­chen, die Katho­li­sche Uni­ver­si­tät Eich­stätt-Ingol­stadt, der Prä­si­dent der Katho­li­schen Hoch­schu­le für Sozi­al­we­sen Ber­lin und drei wei­te­re Ver­tre­ter evan­ge­li­scher Schu­len zu fin­den. Genau so habe ich mir Men­schen mit Inter­es­se an Wis­sen­schaft immer vor­ge­stellt.

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Ein umstrit­te­nes Wert­ur­teil

Der umstrit­te­ne „Deutsch­land­funk“ des­in­for­miert:

Der Medi­en­preis des Bun­des­ta­ges gehört zu den renom­mier­ten Aus­zeich­nun­gen für Jour­na­li­sten. In die­sem Jahr hat er jedoch ein umstrit­te­nes neu­es Jury­mit­glied: den Blog­ger Rai­ner Mey­er ali­as „Don Alphon­so“.

Ein Medi­en­preis, unab­hän­gig vom Preis­trä­ger, hat offen­bar nur dann einen Anspruch auf Renom­miert­heit, wenn kei­nes sei­ner Jury­mit­glie­der umstrit­ten ist. Umstrit­ten wird man zum Bei­spiel, indem man als Jour­na­list über poli­ti­sche Vor­komm­nis­se berich­tet:

Das The­ma Migra­ti­on treibt ihn in vie­len sei­ner Ver­öf­fent­li­chun­gen um, mal mehr, mal weni­ger kri­tisch. Für vie­le Lin­ke ist er damit zu einer Art Hass­fi­gur gewor­den.

Kon­se­quent lässt der „Deutsch­land­funk“ eine umstrit­te­ne lin­ke Hass­fi­gur zu Wort kom­men:

Aus Sicht der Grü­nen-Poli­ti­ke­rin Clau­dia Roth geht Mey­er mit sei­ner Kunst­fi­gur „Don Alphon­so“ regel­mä­ßig zu weit[.]

An ihren Adjek­ti­ven sollt ihr sie erken­nen.

(sie­he auch)

In den NachrichtenWirtschaft
Prei­se, völ­lig Bahn­ane.

Bür­ger: „Die Bahn ist unzu­ver­läs­sig!“

Bahn: „Ja, uns feh­len Per­so­nal und Züge.“

Bür­ger: „Dann ändert das doch!“

Bahn: „Dann müs­sen wir unse­re Prei­se aber erhö­hen, Per­so­nal und Züge sind sehr teu­er.“

Bür­ger: „Na gut, so lan­ge es dann bes­ser wird.“

Bahn: „Hier, höhe­re Prei­se!“

Bür­ger: „Hier, weni­ger Pas­sa­gie­re!“

Bahn: „Mit weni­ger vol­len Zügen kön­nen wir aber weder Instand­hal­tung noch Per­so­nal bezah­len.“

Bür­ger: „Wir neh­men jetzt trotz­dem den Fern­bus.“

Bahn: „Na gut, Zug­fah­ren kostet jetzt manch­mal und mit etwas Glück nur noch dop­pelt so viel wie eine Fern­bus­strecke.“

Bun­des­re­gie­rung: „Also das ist jetzt aber viel zu wenig, macht das mal wie­der teu­rer.“

(ad inf.)

In den NachrichtenMontagsmusik
enob – Amour

Es ist Mon­tag. Heu­te darf man sich getrost wie die Deut­sche Bahn füh­len: Es ist kalt und eigent­lich hat man über­haupt kei­ne Lust, sich des­sen bewusst zu wer­den. Statt­des­sen stellt man vor­sorg­lich den Betrieb ein. Frü­her war sogar das Blog­gen inter­es­san­ter. Es ist ja doch kein Sonn­tag mehr zu erwar­ten. Posi­tiv aller­dings: Euro­pa­weit fin­det heu­te der dies­jäh­ri­ge Daten­schutz­tag statt. Wäh­rend ich ganz­jäh­rig einen sorg­sa­men Umgang mit den eige­nen Daten emp­feh­le, sei ein Hin­weis dar­auf gestat­tet, dass auch 2019 der Zugang zu glo­bal ver­füg­ba­ren Infor­ma­tio­nen nie­mals bedeu­ten kann und soll, dass jeder, der „Inter­net“ buch­sta­bie­ren kann, es leicht haben darf, irgend­et­was über uns als Per­so­nen zu erfah­ren. Der Wider­stand wird täg­lich wich­ti­ger, möch­te mir schei­nen.

Zu der quietsch­blö­den Idee der „Stadt“ Han­no­ver, künf­tig noch schwe­rer les­ba­re Tex­te zu pro­du­zie­ren, fand Dani­el Haas in der „NZZ“ die rich­ti­gen Wor­te: „Der Ein­griff in den Sprach­ge­brauch gehört ins Reper­toire auto­ri­tä­rer Regime, nicht in das einer libe­ra­len Gesell­schaft.“ Ob sie es jemals ver­ste­hen wer­den? Sei­tens des Kon­kur­renz­me­di­ums „taz“ darf inzwi­schen wie­der unge­stört Gewalt emp­foh­len wer­den. Das muss die­se moder­ne, auf­ge­klär­te Gesell­schaft sein.

Apro­pos modern: Ein­heit­li­che Tari­fe zwi­schen Nah- und Fern­ver­kehr bekom­me, behaup­tet die Deut­sche Bahn, sel­bi­ges Bahn­un­ter­neh­men lei­der nicht ein­ge­rich­tet, weil das zwar alles „DB“ hei­ße, aber von­ein­an­der unab­hän­gi­ge Unter­neh­men sei­en, wobei DB Regio lei­der nur Auf­trags­neh­mer sei; scha­de, scha­de. In Nie­der­sach­sen krei­sen wäh­rend­des­sen die Medi­en um die Grün­dung eines wei­te­ren Islam­ver­ban­des. Das Schö­ne an deut­scher Ver­eins­meie­rei ist es ja, dass die Ver­ei­nen­den wenig­stens aus­gie­big beschäf­tigt sind und so weni­ger Zeit haben, uns mit ihrer ollen Reli­gi­on zu belä­sti­gen.

Die­ses Plus an Zeit kön­nen wir sinn­voll nut­zen und zum Bei­spiel Musik hören.

Amour

Guten Mor­gen.