In den NachrichtenPolitik
Die deutsche Greta Thunberg

Über die von den Medien sauähnlich durch Kleinbloggersdorf getriebene Jugendliche Greta Thunberg, deren Autismusdiagnose wahlweise wohlwollend oder anklagend ausgeschlachtet wird, als sei seelischer Missbrauch geistig ungewöhnlicher Mädchen für die gute Sache ein verzeihlicher, wird dieser Tage dermaßen viel geschrieben, dass ich mich nicht unbedingt auch noch ein zweites Mal einreihen muss. Anders sieht es die Vielfliegerpartei (Allergikerwarnung: David Berger) „Bündnis 90 / Die Grünen“, die noch im Juli 2017 (Allergikerwarnung: gruene.de) ins Web hineinwerbesprach:

Wir fördern umweltfreundliche Autos, geben mehr Geld für Bahn und öffentlichen Nahverkehr aus und stärken den Radverkehr. So erreichen wir auch unser Ziel von einem klimaneutralen Verkehr.

(Hervorhebung diesmal nicht von mir.)

Nun besteht das Problem beim vergleichsweise komfortablen und von mir daher geschätzten Bahnfahren insbesondere darin, dass das Ausgeben von mehr Geld sich kaum vermeiden lässt, denn selbst als Zubringer zum Flugzeug – klar, Flugzeuge fliegen auch ohne Braunkohle – ist die Bahn ein finanziell nachteiliges Verkehrsmittel. Sauberkeit kostet. Ein Kommentator unter dem themennahen Blogartikel von Katharina Nocun erfasste korrekt:

Es wird an Schulen gepredigt und im Fernsehen propagiert – und wir machen stur weiter, wählen immer die gleich (sic! A.d.V.) Leute, die wie wir nichts tun und nur ab und zu wohlfeile Reden halten.

Zum Glück konnten sich die Grünen nach der kurzen Schockstarre darüber, dass ihr eigenes Geschwätz zum Klima weniger Aufmerksamkeit erntet als das einer jungen Schwedin, inzwischen daran erinnern, dass sie auch eigene Mitglieder haben. Flugs wurde Luisa Neubauer („quasi die deutsche Greta Thunberg“, tagesschau.de) an die verbale Front geschickt, die sich laut Medienberichten dadurch auszeichne, 22 Jahre alt, Aktivistin und Bloggerin zu sein, und gelegentlich Zitatgeberin für allen möglichen Plunder aus dem Parteiumfeld sein muss:

Wir wissen seit 40 Jahren, was gegen die Klimakrise zu tun ist, und haben keine Sekunde länger Zeit zu warten.

Selbstverständlich geht sie selbst dabei mit gutem Beispiel voran. Für den Klimaschutz? Haha, nein – für eine typische Grüne natürlich: Auf Instagram, dem Twitter für Menschen unter 20, ist sie unter anderem beim temple-hopping, also beim Besuchen möglichst vieler (hier südostasiatischer) Tempel in möglichst vieler Zeit, in Hong Kong und sonstwo zu sehen. Ihr Instagramprofil, vor wenigen Tagen noch gänzlich öffentlich, ist inzwischen „privat“, ihre dort veröffentlichten Bilder von sich in vielerlei Regionen der Welt sind also nur nach Einladung zur Bewunderung freigegeben. Probleme, die man nicht sieht, existieren eben nicht. Es erscheint mir persönlich jedenfalls schwierig, sich beim Klimaschutz ohne Vorbehalte auf die Seite derjenigen zu schlagen, die sich gern mal ein wenig Dekadenz gönnen. Ich selbst gehe lieber ehrlich mit meiner Dekadenz um.

Noch dieses Jahr stehen übrigens wieder Wahlen an, aber damit möchte ich selbstredend keine Empfehlung verbinden.


In weiteren Nachrichten: Ein venezolanischer Putschist („Oppositionsführer“) erwägt, seine Mitbürger von den USA in die Demokratie schießen zu lassen, wenn sie nicht augenblicklich aufhören, die Erlasse des gewählten Präsidenten zu respektieren. Der Erdölindustrie gefällt das.

Senfecke:

  1. Wenn du schon bei Instagram bist: Die Tochter vom Maduro hat dort einen Auftritt und man sieht daß in Venezuela beileibe nicht alle bitterarm sind.
    Man muß nur den richtigen Vater haben. Manchmal ist die Welt wirklich einfach.

:) 
:D 
:( 
:o 
8O 
:? 
8) 
:lol: 
:x 
:aufsmaul: 
:P 
:ups: 
:cry: 
:evil: 
:twisted: 
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