NetzfundstückeMir wird geschlecht
Drei­mal Schwach­sinn

Schwach­sinn (1): Ein Refe­rent der Ver­brau­cher­zen­tra­le Ham­burg warnt vor unter­schied­li­chen Prei­sen von Pro­duk­ten, die sich nur in der Far­be von­ein­an­der unter­schei­den.

Einer Frau ist unbe­nom­men, sich für das gün­sti­ge­re in Blau zu ent­schei­den. Aber das allein auf die Kun­din­nen abzu­wäl­zen, ist aus unse­rer Sicht nicht der rich­ti­ge Weg[.]

Wo kämen wir denn dahin, wenn eine Frau ein­fach selbst ent­schei­den darf, ob sie für häss­li­che Pro­duk­te mehr Geld aus­ge­ben will? Am Ende will sie noch das Wahl­recht oder so was!


Schwach­sinn (2): Der USB-Stan­dard wird zum wie­der­hol­ten Mal umbe­nannt, die neue­ste Ver­si­on heißt anschlie­ßend offi­zi­ell „USB 3.2 Gen 2x2“ und inof­fi­zi­ell „Super­Speed USB 20Gbps“. Wäre „USB Vista“ nicht kür­zer gewe­sen?


Schwach­sinn (3): Man soll „behin­dert“ aus gutem Grund ja nicht als Schimpf­wort ver­wen­den – die Betrof­fe­nen haben sel­ten eine Wahl. Aber gilt das auch für Trans­hin­der­te?

NetzfundstückeMusik
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Mark Hol­lis‘ spä­te Nie­der­la­ge

Mark Hol­lis, einer der Grün­der von Talk Talk und laut über­ein­stim­men­den Medi­en­be­rich­ten („n‑tv“, „SPIEGEL ONLINE“, „Le Point“, „Le Pari­si­en­ne“, „La Repubbli­ca“, „SRF“, „Tages­spie­gel“, „WELT“, „The Inde­pen­dent“, „The Sun“, „The Guar­di­an“ und so wei­ter) allen­falls für die blö­den Pop­lie­der „Such a Shame“ und „It’s My Life“ bekannt, wäh­rend sein Best­werk oft nur einen Neben­satz füllt, sei vor ein paar Tagen gestor­ben, heißt es.

Ich ahne, wel­che Plat­ten in Kür­ze über­ra­schend neu auf­ge­legt in den Läden ste­hen wer­den. „Spi­rit of Eden“ wird nicht dar­un­ter sein. Den wahr­schein­lich klüg­sten Kom­men­tar über des Musi­kers Ver­ster­ben las ich daher aus­ge­rech­net bei Stiehl/Over, einer „Agen­tur für Mar­ken­kom­mu­ni­ka­ti­on“ (Eigen­be­zeich­nung):

Sein Tod bringt ihn zurück in die Medi­en – und auf den Plat­ten­tel­ler.

Genau das hät­te er ver­mut­lich eher nicht gewollt. Eigent­lich ist es scha­de, dass das Andenken Ver­stor­be­ner so wenig Respekt erfährt.

In den NachrichtenMontagsmusik
Sól­sta­fir – Sil­fur-Refur

Lust auf Skat?Es ist Mon­tag. Es exi­stiert eine Liste der 100 mei­st­über­be­zahl­ten Vor­stands­vor­sit­zen­den und ich ste­he nicht drauf. Immer­hin kann man mir das nicht vor­wer­fen! Gleit­hörn­chen, fand jüngst die For­schung her­aus, leuch­ten rosa. Da lobe ich mir doch Pan­da­bä­ren. Pan­da­bä­ren tun so etwas Ver­wir­ren­des nicht.

Der Papst hat gestern mit­ge­teilt, dass der an den Miss­brauchs­fäl­len in der katho­li­schen Kir­che Schul­di­ge gefun­den wur­de. Wie, wel­cher Kar­di­nal? Das wäre doch Unsinn! Nein: Der Teu­fel war’s. Wenn der so wei­ter­macht, fliegt er noch aus der Bibel, die­ser Unhold. In Schwe­den wol­len Femi­ni­stin­nen der­weil Sex­ro­bo­ter ver­bie­ten, weil die­se sich sexu­el­ler Annä­he­rung nie­mals ent­zie­hen wol­len. Hof­fent­lich grün­den auto­no­me Autos nie­mals eine Gewerk­schaft. – Apro­pos Digi­tal­quatsch: Ein Ver­käu­fer von Wohn­zim­mer­ka­me­ras ließ Medi­en unlängst wis­sen, dass Kame­ras nicht in Wohn­zim­mer gehö­ren. Das mit der Wer­bung muss er wohl noch mal üben – ich hat­te bis­her ange­nom­men, wenig­stens dar­in sei er hin­rei­chend erfah­ren.

Apro­pos Erfah­rung: Nick Cave hat in sei­nem Leser­brief­blog vor ein paar Wochen erläu­tert, dass „künst­li­che Intel­li­genz“ nie­mals ein wirk­lich groß­ar­ti­ges Lied schrei­ben wird. Erfreu­en wir uns daher an den Feh­lern der Mensch­heit und begin­nen die Woche mit ein wenig erbau­li­cher Human­mu­sik!

Sól­sta­fir – Sil­fur-Refur (Offi­ci­al Music Video)

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Dead Vibra­ti­ons

Dead VibrationsLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Schwe­den kennt man in Musik­freun­des­krei­sen ja unter ande­rem als pro­duk­ti­ven Ursprung von guter Instru­men­tal­ar­beit und schwach­sin­ni­ger Poli­tik. Im Jahr 2015 fan­den sich dort vier jun­ge Men­schen mit Musik­hin­ter­grund als Dead Vibra­ti­ons zusam­men, was ein recht tref­fen­der Name ist. Nach dem/der Debüt-EP „Reflec­tions“ (2016) kam es im Janu­ar 2018 schließ­lich zum ersten län­ge­ren Album, das ent­we­der gar kei­nen Namen trägt oder wie die Band heißt (Amazon.de, TIDAL, Band­camp). Es ist zwar nur etwas län­ger als eine hal­be Stun­de, aber weckt schon hohe Erwar­tun­gen an künf­ti­ge Alben. Ob sie das noch bereu­en wer­den?

Ihren eige­nen Stil ver­ste­hen Dead Vibra­ti­ons anschei­nend (Quel­le: Medi­en) als Shoe­ga­ze und/oder Psy­che­de­lic Rock, da möch­te ich ihnen auch gar nicht rein­re­den.

Dead Vibra­ti­ons – On A Sun­day Mor­ning (Offi­ci­al Audio)

Dass ich trotz­dem mog­wai­esque Gitar­ren­har­mo­nie wahr­neh­me, mit­un­ter (etwa in „Bit­ter Bet­ter Way“) gar mei­ne, Dead Vibra­ti­ons gera­de in post­pun­ki­ge Berei­che vor­drin­gen zu hören, kann auch an mir lie­gen, eig­net sich aber nicht für ein abschlie­ßen­des Wert­ur­teil. Von Stil­fra­gen daher abge­se­hen lau­tet mein Wert­ur­teil viel­mehr: Famo­ses Album.

Dive With You

Gern 2019 wie­der so eines!

Netzfundstücke
Kanz­ler­ho­nig

honig-und-bienen.de:

Kehrt die Bie­ne heim in ihren Bie­nen­stock, lie­fert sie den Bla­sen­in­halt an die Stock­bie­nen ab, die wie­der­um den Inhalt wei­ter­ge­ben. Jedes mal wird dabei der zucker­hal­ti­ge Saft auf­ge­saugt und wie­der abge­ge­ben. (…) Der Was­ser­ge­halt wird redu­ziert, indem die Bie­ne einen Nek­tar­trop­fen über den Rüs­sel mehr­fach her­aus­lässt und wie­der auf­saugt.

Sarah Wie­ner:

Poli­ti­ker könn­ten viel von Bie­nen ler­nen, fin­det die Köchin Sarah Wie­ner. (…) Bis­her sei sie „eher viel zu wenig“ gesto­chen wor­den, sag­te sie der Zei­tung.

Ich glaub’s auch.

(Abt.: Kon­text? Wel­cher Kon­text?)

MusikIn den Nachrichten
S!sters: Hat Isra­el denn noch nicht genug gelit­ten?

Offen­sicht­lich als einen mora­li­schen Aus­gleich zu jah­re­lan­gen Waf­fen­lie­fe­run­gen erlaubt sich Deutsch­land im Mai 2019 wie­der einen Angriff, über des­sen Kon­for­mi­tät mit dem Völ­ker­recht noch zu spre­chen sein wird:

Das Duo S!sters hat am 22. Febru­ar den deut­schen ESC-Vor­ent­scheid „Unser Lied für Isra­el“ gewon­nen.

Ihr Lied trägt den Deutsch­land offen­sicht­lich her­vor­ra­gend reprä­sen­tie­ren­den Titel „Sister“ (soso) und gehört zu der Art von see­len­lo­sem Gedu­del, des­sen Her­vor­brin­gung ich unter hohe Stra­fe stell­te, wohn­te mir Legis­la­tiv­ge­walt inne:

Den Song „Sister“ für den sieb­ten Act hat ein inter­na­tio­na­les Team gezielt für den ESC kom­po­niert und dem NDR ange­bo­ten. (…) Dar­auf­hin hat der NDR anhand von Bewer­bun­gen und Emp­feh­lun­gen von Musik­ex­per­ten Car­lot­ta Tru­man und Lau­ri­ta als Inter­pre­tin­nen dafür gefun­den[.]

Ich bit­te die Ein­woh­ner Isra­els trotz aller Vor­be­hal­te gegen­über sei­ner Außen­po­li­tik schon jetzt viel­mals um Ent­schul­di­gung und möch­te aus­drück­lich ver­si­chern, dass die Ent­sen­dung der bei­den Sän­ge­rin­nen uns allen, die wir aus der Geschich­te gelernt haben, sehr leid tut. So ein Elend hat nicht ein­mal Isra­el ver­dient.

PolitikIn den Nachrichten
Schmal­hans des Tages: Axel Voss, CDU.

Die­ser Arti­kel ist Teil 16 von 18 der Serie Schmal­hans des Tages

Es sti­chel­te die säch­si­sche Pira­ten­par­tei auf dem inof­fi­zi­el­len Par­tei­me­di­um Twit­ter:

Dann kann ja die Oma, die Rezep­te auf ihrem Blog ein­stel­len will, ein­fach ein paar Ver­gü­tungs­ver­trä­ge abschlie­ßen, damit sie nicht abge­mahnt wird. Zum Glück wird die Rechts­la­ge so ein­fach!

Der Hin­ter­grund ist die von Axel Voss, dem drin­gend mal jemand einen Com­pu­ter lei­hen soll­te, zwar selbst nicht ver­stan­de­ne, aber im EU-Par­la­ment durch­lob­by­ier­te Urhe­ber­rechts­re­form mit der ent­hal­te­nen Pflicht zur Instal­la­ti­on der umstrit­te­nen „Upload­fil­ter“. Der BDZV weist über „Golem.de“ immer­hin dar­auf hin, dass des­sen, also Axel Voss‘, Erklä­rung, jeder Bür­ger dür­fe als Pri­vat­per­son künf­tig Pres­se­ar­ti­kel lizenz­frei wei­ter­ge­ben („raub­ko­pie­ren“), des­sen Gesetz­ge­ber­funk­ti­on zum Trotz einer recht­li­chen Prü­fung nicht stand­hal­te, was ein wenig bedau­er­lich ist.

Bes­ser als Axel Voss lässt sein Gesetz die CDU/C­SU-Grup­pe im Euro­päi­schen Par­la­ment inter­pre­tie­ren („erklä­ren“):

Wer Ver­gü­tungs­ver­trä­ge schließt, auch für die von Nut­zern ver­brei­te­ten Wer­ke, muss kei­ne Fil­ter ein­set­zen.

Alle ande­ren dann eben schon – was immer­hin auch die als eher posi­tiv zu betrach­ten­de Kon­se­quenz haben müss­te, dass „Nach­rich­ten“, die dar­in bestehen, dass spre­chen­de Köp­fe Tweets und somit das gei­sti­ge Eigen­tum ande­rer Leu­te vor­le­sen, end­lich ein Ende fin­den, so dass Jour­na­lis­mus künf­tig wie­der aus eige­ner Lei­stung bestehen möge, was mir als Krea­ti­vem einer­seits gele­gen kommt, ande­rer­seits aber auch mein Leben wei­ter erschwe­ren wird. Wer weiß, ob schon jemand einen „Inhalt“ vor mir hat­te? (Was übri­gens auch vie­le Ver­la­ge noch nicht ver­stan­den haben: dass es kein Recht dar­auf gibt, Geld mit einer Web­site zu ver­die­nen; aber das ist wie­der­um ein ande­res The­ma.)

Dass das Bei­spiel mit dem Koch­blog eher schlecht gewählt ist, möch­te ich hier gar nicht wei­ter erör­tern. Es gibt jetzt schon zu vie­le davon. Rich­tig ist jeden­falls, dass das Urhe­ber­recht es ver­langt, dass von irgend­je­man­dem her­vor­ge­brach­te „Inhal­te“ (Tex­te, Gra­fi­ken, sonst­was) nicht ohne des­sen Ein­ver­ständ­nis über­nom­men wer­den dür­fen. Hier ist das EU-Recht von dem US-ame­ri­ka­ni­schen ver­schie­den, das wenig­stens die „public domain“ kennt, also die auto­ma­ti­sche Ent­las­sung erstell­ter „Inhal­te“ für die freie Ver­wen­dung, sofern man kei­ne aus­drück­li­che Lizenz dran­pappt. Dass auto­ma­ti­sche „Upload­fil­ter“, die, obwohl so nicht vom Gesetz­ge­ber genannt, die ein­zi­ge Mög­lich­keit sind, die Ein­hal­tung der Ver­wer­tungs­rech­te wie geplant durch­zu­set­zen, Zitat­recht und Kunst­frei­heit nicht ken­nen, ist aber das wesent­li­che tech­ni­sche Übel, an dem Axel Voss‘ Plä­ne kran­ken. Sämt­li­che nicht gera­de als unkom­mer­zi­ell erkenn­ba­ren Web­sites („Por­ta­le“) müs­sen ihnen zufol­ge dafür Sor­ge tra­gen und anschlie­ßend haf­ten, dass über sie aus­schließ­lich ehr­lich erwor­be­ne „Inhal­te“ frei­ge­ge­ben wer­den, was zwar immer­hin den Betrieb von Face­book erschwe­ren wird, aber die mei­sten Foren und viel­leicht auch Ver­kaufs­platt­for­men vor gro­ße Schwie­rig­kei­ten stel­len wird. Zum Ver­gleich: Recht­lich gese­hen, teil­te mir das Land Nie­der­sach­sen vor ein paar Jah­ren mit, betrei­be selbst ich hier eine kom­mer­zi­el­le Web­site. Als schwa­cher Trost ist zu ver­mel­den, dass wenig­stens Ein-Per­so­nen-Web­sites von den Ände­run­gen kaum betrof­fen sein wer­den: Ins-Inter­net-Schrei­ben („Blog­gen“) ist schon seit Jah­ren ein juri­stisch heik­les Unter­fan­gen.

Dass aus­ge­rech­net Mit­glie­der der SPD sich in sozia­len Medi­en dar­über erei­fern, dass „das Par­la­ment“ – mit aus­rei­chend gro­ßer Zustim­mung der SPD – die von ihnen so genann­ten „Mer­kel­fil­ter“ – also die außer von der SPD auch von Ange­la Mer­kel gut gefun­de­nen Fil­ter­me­cha­nis­men – durch­set­zen wol­le, ist schon längst nicht mehr wit­zig. Ich erwä­ge, jedem Leser ein Getränk sei­ner Wahl zu spen­die­ren, der einem SPD-Wäh­ler Senf und/oder Nutel­la an min­de­stens eine Tür­klin­ke schmiert.

Axel Voss, weiß die Wiki­pe­dia, ist Mit­glied im „cnetz – Ver­ein für Netz­po­li­tik e.V.“, einem Ver­ein, der bereits im ver­gan­ge­nen Sep­tem­ber die damals geplan­ten Geset­zes­än­de­run­gen abge­lehnt hat, in sei­ner Sat­zung jedoch vom Tee­ren und Federn zuwi­der­han­deln­der Mit­glie­der absieht.

So wird das nichts mehr mit der Netz­po­li­tik.


Schreck­li­cher Ver­dacht der Woche: Sind poli­tisch Rech­te etwa berufs­tä­tig?

In den NachrichtenComputer
Die Rekla­mo­lu­ti­on frisst ihre Kin­der.

Im März 2017 fand ich es merk­wür­dig, dass Ver­le­ger Rekla­me für eine jour­na­li­sti­sche Lei­stung hal­ten. Das sehen anschei­nend auch ande­re so:

Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­den in der ame­ri­ka­ni­schen Medi­en­bran­che (…) 15.474 Arbeits­plät­ze abge­baut. (…) Wesent­li­cher Teil des Pro­blems für die Medi­en­bran­che sind (…) die Tech-Kon­zer­ne Goog­le, Face­book und Ama­zon, in deren Kas­sen in den USA mehr als 60 Pro­zent der digi­ta­len Wer­be­spen­dings flie­ßen. Außer­dem hät­ten die digi­ta­len Medi­en­an­ge­bo­te mit der zuneh­men­den Nut­zung von Wer­be­blockern zu kämp­fen.

Abge­se­hen von dem Wort „Wer­be­spen­dings“ fin­de ich nur weni­ge Über­ra­schun­gen in der Nach­richt: Wenn Wer­bung zum wich­ti­gen jour­na­li­sti­schen Inhalt wird, ist der Teil zwi­schen der Wer­bung eben kein Geld mehr wert. – Pas­send dazu berich­te­te vor­ge­stern „hei­se online“, in des­sen Daten­schutz­er­klä­rung allein auf 16 Part­ner rekla­me­ver­mark­te­r­i­scher Art hin­ge­wie­sen wird:

Pro­gram­me, die frem­den Code emp­fan­gen und aus­füh­ren, kön­nen sich nicht auf Soft­ware-Schutz für Spect­re-Lücken ver­las­sen, sagen Goog­le-For­scher. (…) Ihre Erkennt­nis­se sind aller­dings kein Grund zur Panik, da von den Angrif­fen prak­tisch nur Pro­gram­me betrof­fen sind, die Code aus nicht ver­trau­ens­wür­di­gen Quel­len aus­füh­ren (…). Die wich­tig­ste Grup­pe sol­cher gefähr­de­ter Pro­gram­me sind Web-Brow­ser.

Die Anzei­ge von Wer­bung war, ist und bleibt somit ein gefähr­li­ches Sicher­heits­loch. Je weni­ger es sich nun also für das Gehalt lohnt, die Sicher­heit der poten­zi­el­len Kun­den (hier: Leser) zu gefähr­den, desto schnel­ler wer­den Bedien­ste­te der Wer­be­bran­che sich eine anstän­di­ge Arbeit suchen müs­sen, um ihren Lebens­stan­dard zu hal­ten.

Ich begin­ne zu ver­ste­hen, war­um ein Grund­ein­kom­men in jour­na­li­sti­schen Krei­sen zuse­hends posi­ti­ver auf­ge­nom­men wird.

(via Schwerdt­fe­gr)

In den Nachrichten
Ihre Waf­fe ist die Lie­be.

Was man in der evan­ge­li­schen Kir­che mit Kin­dern macht:

Was man in der evan­ge­li­schen Kir­che nicht gut fin­det:

Wann und war­um ist das „auf­ge­klär­te“ Deutsch­land eigent­lich auf die Idee gekom­men, dass Got­tes­glau­be einen gemein­nüt­zi­gen Zweck erfül­le, statt sich dafür ein­zu­set­zen, ihn als schi­zo­ty­pe Stö­rung behan­deln zu kön­nen?

In den NachrichtenMontagsmusik
Jule­ah – Straw­ber­ry Shake

(Montagsgesicht)Es ist Mon­tag. Im Par­al­lel­web hat der Schöp­fer von Nerd­core die Fas­sung ver­lo­ren und das ist eigent­lich ein guter Auf­takt für eine Woche, also das Ver­lie­ren der Fas­sung. Man soll­te immer für reich­lich Fremd­scham sor­gen.

Das klappt in der Poli­tik viel bes­ser: Ange­la Mer­kel fand das Abhö­ren ihres Tele­fons sei­tens der elen­den NSA, berich­tet „ZEIT ONLINE“, gar nicht all­zu schlimm, nur pass­te es ihr gar nicht so gut, dass das öffent­lich bekannt wur­de. Als Poli­ti­ker muss man ja immer auch Ver­käu­fer sein, und man­che sind in bei­dem schlecht. Die „NZZ“ – und aus­ge­rech­net deren Föje­tong – ist inzwi­schen in Deutsch schlecht: Ihr haus­ei­ge­ner Simon M. Ingold nennt in einem pro­sa­ischen Lob­ge­sang über jeman­den, der die „Hel­den­tat“ (sinng. ebd.) voll­bracht habe, ein Buch vol­ler Inter­views zu schrei­ben, einen Son­der­be­auf­trag­ten „Spe­zi­al­be­auf­trag­ter“ und die Regie­rung von Barack Oba­ma „Oba­ma-Admi­ni­stra­ti­on“, weil bei­des im Eng­li­schen eben auch so ähn­lich heißt. Spra­che wan­delt sich? Von wegen.

Im Inter­net kann man jetzt sei­ne eige­ne Braun­koh­le­sta­ti­stik mit der von grü­nen Viel­flie­gern ver­glei­chen. Ich ver­ste­he, war­um die Grü­nen das Inter­net von Anfang an eher kri­tisch gese­hen haben. In einem aber muss ich den Grü­nen zustim­men: Die Natur ist nicht immer schlecht. Es gibt dort Pan­da­bä­ren und Erd­bee­ren.

Die Mensch­heit bringt der­weil Lie­der über Erd­bee­ren her­vor; auch ein guter Auf­takt für die Woche, fin­de ich.

Jule­ah – Straw­ber­ry Shake

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Ber­lin vene­zue­lern!

Erst haben sie kei­nen Flug­ha­fen und kein Geld und dann wer­den sie auch noch von so was regiert:

Die Ber­li­ner Jung­so­zia­li­sten, mit 6000 Mit­glie­dern größ­te poli­ti­sche Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on Ber­lins, sol­len das Volks­be­geh­ren „Deut­sche Woh­nen & Co ent­eig­nen“ aktiv unter­stüt­zen. (…) „Was wir wol­len, ist eine sozia­li­sti­sche Stadt“, so die Pan­kower Jusos.

Die­sen Sozia­lis­mus üben wir jetzt so lan­ge, bis er mal nicht mit Mili­tär und Hun­gers­not endet! :ja:

Netzfundstücke
Kli­ma­ret­tung (rich­tig)

Ange­sichts der der­zei­ti­gen Kli­ma­strei­te­rei ist es mög­li­cher­wei­se erwäh­nens­wert, dass die Erd­be­völ­ke­rung unge­fähr im Jahr 2100 12 Mil­li­ar­den Men­schen erreicht haben soll­te. Die Bio­sphä­re der Erde könn­te unge­fähr welt­weit 1,5 Mil­li­ar­den Men­schen ver­tra­gen, die auf dem öko­lo­gi­schen Niveau eines durch­schnitt­li­chen US-Ame­ri­ka­ners (ohne das stän­di­ge Abknal­len von Mit­men­schen) ihr Dasein ver­brin­gen, bevor das Über­le­ben schwie­rig wird. Dar­an wer­den Solar‑, Erd­gas- und Wind­kraft­an­la­gen eben­so wenig ändern wie das lau­te Geplap­per viel­flie­gen­der Pro­blem­ver­meh­rer.

Wäre es ange­sichts des­sen statt irgend­wel­cher Kero­sin­steu­ern, Tage­bau­mas­sen­ent­las­sun­gen und all­wö­chent­li­cher Schul­schwän­ze­rei nicht wesent­lich rat­sa­mer, beim Räso­nie­ren nicht erst bei der Zukunft unse­rer mög­li­chen Nach­fah­ren, deren Pro­blem das unver­meid­lich sein wird, anzu­fan­gen, son­dern im Gegen­teil aktiv dafür zu wer­ben, dass der Pla­net sich nach ihnen wie­der erho­len kann?


Apro­pos Kli­ma: Auf Face­book (All­er­gi­ker­war­nung: Face­book) teilt der Obst­pü­ree­her­stel­ler True Fruits zu mei­ner Belu­sti­gung mit, dass sei­ne pro­vo­kan­te Wer­bung, deren Prä­mis­se es nun mal ist, mög­lichst auf­fal­lend zu sein, kei­nes­wegs aus Ver­se­hen die Gemü­ter poli­tisch kor­rek­ter Gestal­ten erhitzt. Unklar bleibt auch in den dar­aus ent­stan­de­nen Auf­be­rei­tun­gen der Auf­ga­be von Wer­bung in „sozia­len“ Netz­wer­ken, war­um irgend­je­mand, der noch bei Trost ist, fast zehn Euro für einen Liter vor­ge­quirl­ten Obstes bezah­len soll­te.

MusikkritikKaufbefehle
Kurz­kri­tik: Kavri­la – Blight

Kavrila - BlightLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Nun ist es Teil des Wesens von Musik, dass ihre Rezep­ti­on dem Anlass folgt: Dum­mer Elek­tro­krach berei­tet auf Tanz­fe­sten mehr Freu­de als im Groß­raum­bü­ro, sanf­ter Post­rock ist an war­men Som­mer­aben­den inter­es­san­ter als zwi­schen Glocken­ge­bim­mel unter einem Tan­nen­baum. Und heu­te – heu­te ist Valen­tins­tag, der Tag der Lie­be. Was passt zu so einem Tag am besten? Genau: Kra­chen­der Metal.

In Ham­burg wur­de 2016 die vier­köp­fi­ge Band Kavri­la gegrün­det, die außer zwei EPs („Ritu­als I“ und „Ritu­als II“) bis­her ein Album ver­öf­fent­licht hat, näm­lich „Blight“ (Amazon.de, TIDAL, Band­camp). Von „laut.de“ wur­de die Selbst­be­schrei­bung der Band, sie sei „der haa­ri­ge Arsch, der dir ins Gesicht springt, wäh­rend du beim Früh­stücks­tee sitzt“, weit­ge­hend unkri­tisch über­nom­men, was nicht mal beson­ders falsch ist. Musi­ka­lisch wird von Doom über Sludge bis Post­hard­core alles auf­ge­bo­ten, was man mit einem Rest an Musik­hö­rer­eh­re sti­l­ein­ord­nen kann.

Golem

Ein­ge­rahmt von den Noi­se­spie­le­rei­en in den bei­den Tei­len von „Each“ feu­ert das Quar­tett hier weit­ge­hend aus allen Roh­ren, auch Säu­sel­ge­sang ist selbst­ver­ständ­lich nicht zu erwar­ten. Das eng­li­sche „blight“ bedeu­tet unge­fähr Zer­stö­rung und Pest­hauch und genau so hört sich das auch an. Dies ist kei­ne schlech­te Musik.

Each, Pt. 2

„Eine Emp­feh­lung“, schrieb Alex­an­der San­tel auf „metal.de“, erhal­te die­ses Album „für alle Hob­by­ni­hi­li­sten“. Wie ein­gangs schon fest­ge­stellt: Es ist daher letzt­end­lich der Tag, der zählt.

So lässt sich der Valen­tins­tag aus­hal­ten.