PolitikIn den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 25. Janu­ar 2019

Über­ra­schen­der­wei­se hat sich die Ham­bur­ger SPD als käuf­lich her­aus­ge­stellt.


Isra­el schießt schon wie­der auf Ver­dacht.


Gute Nach­rich­ten: Uns allen gehört jetzt ein Stück eines Flücht­lings. Das nennt der Deutsch­land­funk zwar anders, dass näm­lich „Bund und Län­der die Kosten über­neh­men“, aber die bekom­men ihr Geld ja auch nicht von nie­man­dem. Ich emp­feh­le, zeit­nah den eige­nen Anteil an einem Flücht­ling farb­lich zu kenn­zeich­nen. Claim­räu­ber fin­den sich über­all.


„Die schwe­di­sche Öko-Kar­tof­fel steht gera­de über­all in der Pres­se, weil sie nicht fliegt, son­dern mit dem Zug fährt. Aus öko­lo­gi­schen Grün­den. Hat das mal irgend­wer gegen­ge­rech­net, wie­viel Ener­gie ver­bra­ten wird, um online dar­über zu berich­ten? Wür­de mich nicht wun­dern, wenn die öko­lo­gisch bes­se­re Vari­an­te gewe­sen wäre, ein­fach in den Flie­ger zu stei­gen und die Klap­pe zu hal­ten. Wozu wird die über­haupt gera­de in die gan­ze Welt ein­ge­la­den, wenn sie doch eh nur vom Blatt abliest? Die las­sen sich eine 15-Jäh­ri­ge aus Schwe­den in die gan­ze Welt kom­men, damit die vom Blatt abliest und sagt, wir sol­len die Umwelt scho­nen? Geht’s noch?“


Wis­sen­schaft des Tages: For­scher haben einen Stein­kreis aus den 1990er Jah­ren in die Bron­ze­zeit hin­ein­da­tiert. Was soll’s – die paar Jah­re!

Nerdkrams
Chrom­e­fox‘ Ein­heits­pro­blem

Mozil­la, des­sen ster­ben­der Brow­ser ganz bestimmt nicht Chro­me zu sein ver­sucht, ist von den ver­mu­te­ten Plä­nen des Rekla­me­markt­füh­rers Goog­le, das Weg­ma­chen von Wer­bung im haus­ei­ge­nen Brow­ser zu erschwe­ren, wenig begei­stert:

Einen ande­ren Vor­wurf erhebt Dani­el Glaz­man, ein bekann­ter Ent­wick­ler aus dem Mozil­la-Umfeld: Die Erwei­te­rungs­schnitt­stel­len der unter­schied­li­chen Brow­ser haben sich weit­ge­hend ange­gli­chen – Goo­gles ein­sei­ti­ger Vor­stoß wür­de die Bemü­hun­gen um eine Stan­dar­di­sie­rung zurück­wer­fen.

Jetzt zwingt Goog­le Mozil­la auch noch dazu, einen eige­nen Erwei­te­rungs­stan­dard zu schaf­fen. Un-er-hört! :aufsmaul:

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Tan­gents – New Bodies

Tangents - New BodiesLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Nach einer Tour, auf der unter ande­rem Auf­trit­te mit den ange­se­he­nen Postrock­grö­ßen Mono und Tor­toi­se statt­fan­den, fand sich das austra­li­sche „Post-alles“-Quintett Tan­gents 2018 zusam­men, um ein neu­es Stu­dio­al­bum auf­zu­neh­men, das im Juni unter dem Namen „New Bodies“ (Amazon.de, TIDAL, Bandcamp.com) erschien.

Aus dem Jazz haben Tan­gents sich die Leich­tig­keit und das Gespür für fei­ne Nuan­cen abge­schaut, ihre Instru­men­tal­mu­sik schwingt meist zwi­schen Welt­mu­sik und gele­gent­lich („Lake Geor­ge“) groo­ven­dem „Post­rock“, des­sen unge­wöhn­li­che Gestal­tung Erin­ne­run­gen an Tan­ge­ri­ne Dream und Neu! weckt, hin und her, ohne dabei all­zu offen­siv in das alte Laut-Lei­se-Muster zu ver­fal­len. Cel­list Peter Hol­lo setzt hier mehr als nur ein klei­nes Zei­chen. Im Inter­net ist sti­li­stisch von „elec­t­ro-noir“ die Rede, was ich bis­lang noch nie gele­sen hat­te, aber eigent­lich spricht auch nichts dage­gen.

Tan­gents – Lake Geor­ge

„New Bodies“ ist vor allem ein über­aus ent­span­nen­des Album, dar­an ändern die Stil­wech­sel – in „Immersi­on“ mei­ne ich gar Fern­öst­li­ches aus­zu­ma­chen – nichts. Die Band­camp­sei­te beschränkt sich auf das Attri­but „alter­na­ti­ve“, was einer die­ser Begrif­fe ist, die, spricht man von Musik, gar nichts aus­zu­sa­gen imstan­de sind. Las­sen wir statt­des­sen schwei­gend die Musik spre­chen und freu­en uns lei­se.

Immersi­on

Mor­gen noch nichts geplant? Ein­fach mal „New Bodies“ hören. Gefällt.

PolitikIn den NachrichtenPiratenparteiMir wird geschlecht
Kurz ange­merkt zu Tem­po 130 // Die zwei Pari­täts­ge­schlech­ter

Eini­ge Jah­re, bevor Schwe­den es – wie so oft – über­trei­ben muss, indem es den Ver­kauf von nicht elek­tri­schen Auto­mo­bi­len gänz­lich ver­bie­tet, wird im Auto­fah­rer­land Deutsch­land wie­der ein­mal dar­über dis­ku­tiert, ob Schnell­fah­ren auf Schnell­fahr­stra­ßen nicht zu gefähr­lich sei, weil es dort zu vie­le Unfäl­le gebe, als sei­en die­se unbe­dingt von der Geschwin­dig­keit abhän­gig, jedoch fin­det zu mei­nem Unver­ständ­nis mein par­al­lel geäu­ßer­ter Vor­schlag, dass, wenn auf­grund ver­gleichs­wei­se weni­ger Per­so­nen­schä­den die abge­si­cher­ten Schnell­fahr­zo­nen zu Mit­tel­schnell­fahr­zo­nen redu­ziert wer­den sol­len, auch in Rau­cher­zo­nen maxi­mal zwei Ziga­ret­ten pro Per­son erlaubt wer­den soll­ten, denn im Ver­gleich mit Auto­mo­bi­len ist Tabak­rauch mit deut­lich höhe­rer Wahr­schein­lich­keit für alle Umste­hen­den schäd­lich bis töd­lich, nur weni­ge Befür­wor­ter, was ich mir nur so erklä­ren kann, dass der Tabak­lob­by ein ordent­li­cher Die­sel­skan­dal fehlt; oder dass Schnell­fah­ren ein­fach zu wenig Steu­ern ein­bringt.


Was pas­siert eigent­lich, wenn trotz gro­ßen Jubels der „Grü­nen Jugend“, die sich in sol­chen Fäl­len dann doch lie­ber wie­der auf die Exi­stenz nur zwei­er Geschlech­ter beruft, aus­ge­rech­net die sonst eher unauf­rich­ti­ge Bran­den­bur­ger Pira­ten­par­tei medi­al dadurch auf­fäl­lig wird, dass sie eine Kla­ge gegen das beab­sich­tig­te Bran­den­bur­ger Pari­täts­wahl­ge­setz anstrebt? Genau: Das „Neue Deutsch­land“ gräbt die einst bei den Pira­ten von der Büh­ne gebuh­te und heu­te von den „Lin­ken“ besol­de­te Anke Dom­scheit-Berg als Zitat­ge­be­rin aus und zieht Par­al­le­len zur AfD. Alles rich­tig gemacht.

PolitikIn den NachrichtenNerdkrams
Geh­weg­par­ker for­dern bes­se­res Cyber

CDU zum Ersten:

CDU und CSU wol­len Bür­ger, Unter­neh­men und Staat mit einer län­der­über­grei­fen­den Stra­te­gie für mehr Inter­net-Sicher­heit bes­ser gegen die wach­sen­de Bedro­hung durch Cyber­an­grif­fe schüt­zen. (…) In dem Ent­wurf, der an die­sem Mon­tag beschlos­sen wer­den soll, wer­den auch här­te­re Stra­fen für Cyber­kri­mi­nel­le ver­langt.

Was iro­nisch wirkt, denn der Cyber­tro­ja­ner, der vor bald acht Jah­ren blö­der­wei­se aus CDU und CSU her­aus­ge­sickert ist, erfüllt alle Cyber­kri­te­ri­en für Cyber­an­grif­fe durch Cyber­kri­mi­nel­le, ist aber angeb­lich gar kei­ner, son­dern eine Schutz­maß­nah­me.

In dem Ent­wurf für die am Mon­tag enden­de zwei­tä­gi­ge Kon­fe­renz der Frak­ti­ons­chefs von CDU und CSU in Brüs­sel wer­den bun­des­ein­heit­li­che gesetz­li­che Min­dest­stan­dards für die Sicher­heit infor­ma­ti­ons­tech­ni­scher Gerä­te ver­langt. (…) Anbie­ter von Online-Dien­sten und Her­stel­ler von Gerä­ten, die mit dem Inter­net ver­netzt sind, sol­len ihre Ange­bo­te so gestal­ten, „dass aus­rei­chend star­ke Pass­wör­ter von den Benut­zern gewählt und die­se regel­mä­ßig geän­dert wer­den müs­sen“.

Man kann nicht behaup­ten, über­rascht zu sein: Das fort­wäh­ren­de Ner­ven von Benut­zern und das gesetz­li­che Vor­schrei­ben unzu­rei­chen­der Min­dest­stan­dards fasst die bis­he­ri­ge Netz­po­li­tik besag­ter Par­tei­en schon ganz gut zusam­men.

Die Uni­on ver­langt auch neue Straf­tat­be­stän­de etwa für das Betrei­ben kri­mi­nel­ler Infra­struk­tu­ren.

All­mäh­lich hal­te ich den Bun­des­tag für eine kri­mi­nel­le Infra­struk­tur, aber ich glau­be, die mei­nen das Inter­net. :wallbash:

Nach Ansicht von Uni­ons­po­li­ti­kern sei bei­spiels­wei­se eine Ein­füh­rung des Tat­be­stands des digi­ta­len Haus­frie­dens­bruchs not­wen­dig. Um den Ermitt­lern bes­se­re Instru­men­te an die Hand zu geben, soll­ten Online-Durch­su­chun­gen ein­ge­führt wer­den.

Um den Ermitt­lern bes­se­re Instru­men­te – Trom­pe­te? Posau­ne? Tuba? – gegen digi­ta­len Haus­frie­dens­bruch an die Hand zu geben, soll­te digi­ta­ler Haus­frie­dens­bruch lega­li­siert wer­den. Genau so habe ich mir das vor­ge­stellt. Da fühlt man sich doch gleich viel siche­rer – wenn auch nur im Aus­land. :ja:


CDU zum Zwei­ten: Wie nennt die Karls­ru­her CDU es eigent­lich, wenn die Stadt Karls­ru­he Falsch­par­ken als Falsch­par­ken ahn­det? Rich­tig: Park­raum­re­du­zie­rung!

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Die Gol­de­nen Zitro­nen – Mila // Daten­schutz und ande­re Pro­ble­me

>:(Es ist Mon­tag, aber es könn­te auch jeder ande­re Tag sein. Fast bin ich wil­lens, den ollen Spruch mit dem Leben und den Plä­nen aus­zu­gra­ben, aber John Len­non lässt man bes­ser da, wo er ist. Es reicht ja auch, selbst nicht da zu sein, wo man wirk­lich lie­ber wäre. Mon­ta­ge füh­len sich nicht rich­tig an, wenn alles in Ord­nung ist. Es ist alles depri­mie­rend.

Reden wir über was ande­res, reden wir über Poli­tik: Die Frei­en Wäh­ler, seit einer Wei­le bay­ri­sche Mit­re­gen­ten, haben laut Medi­en­be­rich­ten mit Wert­pa­pier­han­del hohe staat­li­che Zuschüs­se ergat­tert, was anschei­nend nur dann ein Pro­blem ist, wenn es nicht die Deut­sche Bank macht. Poli­tisch etwas zum Bes­se­ren bewegt hat der­weil Julia Reda, die für die Pira­ten­par­tei im euro­päi­schen Par­la­ment rum­sitzt und trotz grö­ße­rer Wider­stän­de eine für den Groß­teil der euro­päi­schen Inter­net­nut­zer unvor­teil­haf­te Geset­zes­än­de­rung zumin­dest ver­zö­gert hat, womit abzu­war­ten bleibt, ob die­se nicht viel­leicht ein­fach ver­san­den wird.

Gute Nach­rich­ten auch aus der Neu­städ­ter Stadt­ver­mark­tung, wo Face­book aus Daten­schutz­grün­den end­lich nicht mehr aktiv genutzt wird, statt­des­sen greift man zu, äh, Whats­App. Daten­schutz­ak­ti­vist Max Schrems hat wäh­rend­des­sen über­rascht fest­ge­stellt, dass kaum ein Dienst in der cloud sich an die DSGVO zu hal­ten pflegt. Man kann und soll­te euro­päi­scher Büro­kra­tie im Umgang mit dem Inter­net man­ches vor­wer­fen – das Pochen auf die Ein­hal­tung von Daten­schutz­re­geln gehört nicht dazu.

Man kann jetzt online beten. Ich habe kei­ne Lust mehr auf die­ses Web.

Ich wer­de kei­ne Infor­ma­tio­nen mehr anneh­men in den näch­sten Jah­ren.

Die Gol­de­nen Zitro­nen – Mila

Guten Mor­gen.

MusikIn den Nachrichten
Hang the DJ (in Ugan­da)

Effi­zi­en­te Musik­kri­tik aus Afri­ka:

Ugan­da: Men­schen­men­ge tötet DJ, da er „lang­wei­li­ge Musik“ spiel­te

In der Zivi­li­sa­ti­on ist das hin­ge­gen nicht vor­ge­se­hen. Deutsch­land sucht atem­los den Super­lang­wei­ler mit der Voice of Ger­ma­ny.

Funk­ti­ons­mu­sik soll­te ver­bo­ten wer­den.

In den NachrichtenNerdkrams
Netz­ver­fet­tung dank AMP

„Web­ma­ster auf­ge­passt!“, warn­te gestern das rekla­me­la­sti­ge „Goo­gle­Watch­Blog“, denn einer der zahl­rei­chen Ver­su­che Goo­gles, Men­schen das Leben zu erschwe­ren, erreicht aber­mals einen Tief­punkt:

Goog­le hat nun die Richt­li­ni­en für Titel­bil­der von AMP-Arti­keln aktua­li­siert. Bil­der müs­sen nun min­de­stens eine Brei­te von 1.200 Pixeln haben und soll­ten in der Mul­ti­pli­ka­ti­on von Brei­te und Höhe auf min­de­stens 800.000 Pixel kom­men.

AMP, im Wesent­li­chen dafür geeig­net, ven­dor lock-in im Web zu eta­blie­ren, sol­le mobi­le Sei­ten beschleu­ni­gen, stand 2016 in der c’t, indem es die gela­de­nen Res­sour­cen zwangs­wei­se ver­rin­gert. Gra­fi­ken von min­de­stens 800.000 Pixeln – eine nicht unwe­sent­li­che Ver­grö­ße­rung – stel­len aber auch in klei­ner Zahl bereits eine Bela­stung für han­dels­üb­li­che deut­sche Mobil­ver­bin­dun­gen dar. Wahr­lich erschwe­rend kommt hin­zu, dass Goo­gles not­wen­di­ges „AMP-Script“ in der heu­ti­gen Fas­sung mehr als 270 Kilo­byte groß ist – zusätz­lich nöti­ge Scripts und ande­ren Boi­ler­p­la­te-Müll habe ich noch gar nicht mit­ge­zählt. Das ist, als wür­de die Müll­ab­fuhr die Ton­nen erst fül­len, damit die Träg­heits­kräf­te zum Lee­ren bes­ser wir­ken.

Die­ses Web erscheint mir als eine zuse­hends schlech­te­re Idee.


Apro­pos „schlech­te Ideen“: Im kom­men­den Febru­ar, heißt es, sol­le in Visu­al Stu­dio Code, einem belieb­ten Text­edi­tor, der fast ein hal­bes Giga­byte RAM beim Nichts­tun belegt, weil er auf Goo­gles Web­brow­ser basiert, das bald drei Jah­re alte Pro­blem gelöst wer­den, dass das Pro­gramm ohne eine akti­ve Inter­net­ver­bin­dung nicht benutzt wer­den kann. Das muss die­se Zukunft sein.

Netzfundstücke
Vom Recht auf Hüh­ner­sup­pe

Zwie­lich­ti­ge Gestal­ten wie­sen mich gestern auf das Online­ma­ga­zin „Super­no­va“ hin, das eine Art „Spex“ für Ber­li­ner Wohl­stands­kin­der zu sein scheint und unter bizar­ren Über­schrif­ten („Katern für den Kom­mu­nis­mus“) wun­der­li­che Tex­te zwi­schen „Lefts­tyle“ und „Femi­nis­mus“ ergießt. Aus­lö­ser für den Hin­weis war ein neu­er Text über die Her­aus­for­de­run­gen, die jeman­den erwar­ten, der sich einem die­ser neu­mo­di­schen poly­amo­ren Pär­chen anzu­schlie­ßen vor­hat. In dem Text hat Caren Mie­sen­ber­ger – guter Name auch – bereits in den ersten drei Absät­zen For­mu­lie­run­gen wie „edgy Selbst­bild“, „eine Dya­de zum Kern [haben]“ und „in the first place“ benutzt, aber dar­über lie­ße sich allen­falls mild schmun­zeln.

Unkri­tisch zitiert sie aber zu mei­ner weit grö­ße­ren Belu­sti­gung ein olles Büch­lein bzw. anschei­nend PDF-Dings­bums:

Die Bibel der Poly­amo­rie (…) wid­met Sin­gles nur ein ein­zi­ges, eige­nes Kapi­tel . Dar­in steht zum Bei­spiel, dass (…) die­je­ni­gen, die einen sex­po­si­ti­ven Lebens­stil ohne feste*n Part­ner pfle­gen, auch ein Anrecht dar­auf haben, von den­je­ni­gen, mit denen sie sich invol­vie­ren, Hüh­ner­sup­pe gekocht zu bekom­men, wenn sie krank sind.

Denn das war bekannt­lich eine der größ­ten Errun­gen­schaf­ten der all­ge­mei­nen Erklä­rung der Men­schen­rech­te: Es gibt jetzt ein Recht auf kör­per­li­che Unver­sehrt­heit, auf Gewis­sens- und Infor­ma­ti­ons­frei­heit sowie auf Hüh­ner­sup­pe. :ja:


Und dann wäre da noch die „Cos­mo­po­li­tan“, auf deren diesmo­na­ti­ger Titel­sei­te eine Erläu­te­rung der Fra­ge, war­um die fürs Über­le­ben recht nütz­li­chen Poren („ihr nervt!“) so sicht­bar sei­en, eben­so ange­kün­digt wird wie „10 cle­ve­re Stra­te­gien“, am Ende des Monats mehr Geld zu haben. Dass „Ohl­a­la“, eine Art Tin­der für Bezahl­nut­ten, ent­wickelt von der sehr ange­nehm hei­ßen­den „Start-up-Unter­neh­me­rin“ Pia Pop­pen­rei­ter, auf Sei­te 86 und fol­gen­den eine gro­ße text­li­che Wer­be­flä­che erhält und allein die 24 „Beauty“-Produkte auf Sei­te 101 zusam­men gera­de mal 718 Euro kosten, lässt in mir die Fra­ge rei­fen, wie viel Geld man als „Cosmopolitan“-Leserin denn so im Durch­schnitt monat­lich über­haupt zur Ver­fü­gung hat – und ob das Nicht­le­sen der „Cos­mo­po­li­tan“ nicht über­haupt ein aus­ge­zeich­ne­ter Spar­tipp wäre.

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Die Ver­tei­di­gung von Fen­ster­schei­ben mit den Mit­teln des Bou­le­vards

Wie nennt man das eigent­lich, wenn CDU-ähn­li­che Men­schen Pla­ka­te an Fen­ster­schei­ben hän­gen, um auf ihr poli­ti­sches Anlie­gen auf­merk­sam zu machen?

Rich­tig (Archiv­link):

Rechts­extre­mi­sten grei­fen Medi­en­häu­ser und Par­tei­en an

Die zunächst kol­por­tier­te Ansicht, es wur­de außer­dem eine Jour­na­li­stin kör­per­lich ange­grif­fen, wur­de schnell wider­legt und in den mei­sten Medi­en inzwi­schen kor­ri­giert, aber so Wän­de zu bekle­ben ist ja auch nicht fein. Doch kei­ne Sor­ge, wei­te­re Ter­ror­ak­te die­ser Art sind vor­erst nicht zu befürch­ten, die Täter wur­den unschäd­lich gemacht:

In Frank­furt konn­ten die Täter von der Poli­zei gestellt wer­den, als sie am Mon­tag­mor­gen ver­such­ten, das Redak­ti­ons­ge­bäu­de der Frank­fur­ter Rund­schau mit Pla­ka­ten zu bekle­ben.

Raed Saleh von der wider­li­chen und koso­vo­kri­mi­nel­len SPD fin­det die ein­zig rich­ti­gen Wor­te:

Die Angrif­fe auf poli­ti­sche und jour­na­li­sti­sche Ein­rich­tun­gen im Her­zen Ber­lins durch eine rechts­extre­me Cli­que sind wider­lich und kri­mi­nell.

Frü­her hätt’s das nicht gege­ben!

In den NachrichtenMontagsmusikMir wird geschlecht
Fami­ly – Never Like This // Smar­te Dings­bum­se

Was fehlt, sowieso.Es ist Mon­tag. Tei­le der die­sen Wochen­tag betref­fen­den Vor­gän­ge könn­ten die Bevöl­ke­rung ver­un­si­chern. Der Buch­sta­be K ist jetzt rechts­ra­di­kal. Schlech­te Nach­rich­ten für Kat­zen, Käuz­chen und Kin­der.

Apro­pos Nach­rich­ten: Fern­se­her wären teu­rer, wären sie nicht mit smar­ter Rekla­me voll­ge­stopft. Dass die Alter­na­ti­ve aber „kei­nen Fern­se­her kau­fen“ statt „einen teu­re­ren Fern­se­her kau­fen“ hei­ßen könn­te, kommt dem Nied­rig­bil­dungs­bür­ger nicht in den Sinn. Das zu erklä­ren ist aller­dings leicht: Die­ser Tage läuft im Fremd­scham­ap­pa­rat die­se eine Sen­dung, in der ehe­mals rei­che Abge­häng­te wochen­lang die Natur belä­sti­gen. Das will man doch nicht ver­pas­sen, wenn schon kein Fuß­ball kommt! Die­ses Volk zu regie­ren wäre ja unter mei­nem Niveau. – In den USA wer­den wäh­rend­des­sen smar­ter Schlaf, smar­te Klos, smar­tes Wür­fel­zu­be­hör und smar­tes Dings­bums ver­mark­tet. Eini­ges dar­an fru­striert mich.

„Eine Wis­sen­schaft­le­rin“, teil­te vor­ge­stern Gerald Wag­ner auf „FAZ.net“ mit, habe „ein dra­ma­ti­sches Diver­si­täts­de­fi­zit bei der Feu­er­wehr fest­ge­stellt“ und dar­über sei viel­leicht zu dis­ku­tie­ren, denn dass kör­per­lich anstren­gen­de Arbei­ten über­wie­gend von der hete­ro­se­xu­el­len männ­li­chen Mehr­heit im Volk aus­ge­führt wür­den, ist offen­sicht­lich ein kla­res Anzei­chen von Frau­en­feind­lich­keit; oder halt von Sta­ti­stik. In Rie­sa wur­de wäh­rend­des­sen sei­tens der – wie neo­ma­ri­us es nann­te – in Tei­len para­mi­li­tä­ri­schen „Lin­ken“ hand­fe­ste Wer­bung für den Geg­ner betrie­ben. Bald sind wie­der Wah­len, da muss man recht­zei­tig Fak­ten schaf­fen.

Da wir gera­de bei Wah­len sind: Angeb­lich immer mehr Bri­ten möch­ten noch mal über den „Brexit“ abstim­men. War­um stim­men wir nicht ein­fach bei jeder EU-Wahl auch über die Mit­glieds­staa­ten ab und spa­ren uns den Hick­hack?

Wie­der ein­mal stellt sich her­aus: Frü­her war vie­les bes­ser, selbst die Musik.

Never Like This – Fami­ly

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Die gewal­ti­ge Drei­zehn

Es ist schon wie­der Wahl­kampf­zeit, dar­um wagt sich auch die SPD wie­der aus der Deckung:

(…) han­delt es sich bei dem geplan­ten neu­en SGB um ein Regel­werk zur Opfer­ent­schä­di­gung, also zur Fra­ge der Ent­schä­di­gung für Opfer von Gewalt­ta­ten. Und bei die­sem The­ma, so eine Spre­che­rin des sen­si­blen Heil-Mini­ste­ri­ums, kam man zu dem Schluss, das 13. Sozi­al­ge­setz­buch lie­ber als 14. Sozi­al­ge­setz­buch, als SGB XIV zu bezeich­nen und auf die Unglücks­zahl zu ver­zich­ten.

Nun emp­fin­den zum einen die­je­ni­gen, die von der Sozi­al­ge­setz­ge­bung vor­ran­gig betrof­fen sind, mit an Sicher­heit gren­zen­der Wahr­schein­lich­keit alle drei­zehn Bücher als ein ein­zi­ges gro­ßes Unglück, zum ande­ren sind die unglück­brin­gend­sten Zah­len im deut­schen Sozi­al­sy­stem ver­mut­lich die chi­ne­si­sche Unglücks­zahl Vier in „Hartz IV“ und die Zwei im zugrun­de­lie­gen­den „SGB II“, zudem ist es einer gesun­den libe­ra­len Gesell­schaft nicht zuträg­lich, die Furcht vor Lei­tern, schwar­zen Kat­zen, Salz und/oder Zah­len in die Legis­la­ti­ve zu tra­gen.

Ande­rer­seits steht die SPD zur­zeit in Umfra­gen bei wenig mehr als 13 Pro­zent. Es ist nicht aus­zu­schlie­ßen, dass der Volks­glau­be noch in die­sem Jahr­zehnt die Drei­zehn zu einer Zahl der Befrei­ung und der Zufrie­den­heit küren wird.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Oak – Fal­se Memo­ry Archi­ve

Oak - False Memory ArchiveUnter dem Namen Oak hat die Welt schon man­cher­lei Musik­grup­pe kom­men und gehen sehen, dar­un­ter eine eng­li­sche Folk­band aus den 1970ern. Die Oak, um die es hier heu­te gehen soll, kom­men aus Oslo, haben eben­falls als Folk­grup­pe begon­nen und ver­öf­fent­lich­ten im ver­gan­ge­nen Okto­ber nach fünf Jah­ren ihr zwei­tes Stu­dio­al­bum „Fal­se Memo­ry Archi­ve“ (Bandcamp.com, Amazon.de, TIDAL), das von mir uner­hört unge­hört geblie­ben ist. Zeit, das nach­zu­ho­len!

Im Zen­trum des Oak’schen Schaf­fens steht kaum noch Folk­mu­sik, obwohl die unver­zerr­te Gitar­re neben Mello­tron und Kla­vier ein für den sound essen­zi­el­les Instru­ment bleibt; statt­des­sen liegt die Kon­zen­tra­ti­on voll auf tief melo­di­schem Art­rock. Kein Nor­we­gisch, son­dern Eng­lisch – ver­zeih­lich, denn es klingt trotz­dem fan­ta­stisch.

Lost Cau­ses

Das Inter­net zieht sich ab und zu Ver­glei­che mit Ste­ven Wil­son aus dem Hin­tern, was ent­we­der ihm oder ihnen gegen­über unfair ist, denn wäh­rend der ehe­ma­li­ge Por­cupi­ne-Tree-Front­mann bei allem Respekt vor sei­nen Kennt­nis­sen oft bedenk­lich seicht war, ist und bleibt, haben Oak sich ein­zig den Tief­gang sei­ner bes­se­ren Momen­te aus­ge­lie­hen. Ich mag das.

The­se are the Stars we’­re aiming for

Apro­pos: Wer Oak möge, der möge auch Big Big Train, lässt mich Band­camp wis­sen. Es irrt nicht.

In den Nachrichten
Gra­na­ten­stark: Spaß­ver­bot im Nach­bar­land

Man kann (und soll­te) der stock­kon­ser­va­ti­ven Ver­bots­par­tei „Die Grü­nen“ ja vie­les vor­wer­fen, aber wenig­stens das wol­len sie uns noch nicht weg­neh­men:

Nach dem Fund einer Gra­na­te in sei­nem Gar­ten hat ein Nie­der­län­der stun­den­lang auf dem ein­ge­gra­be­nen Spreng­satz aus­ge­harrt (…). „Es wird ent­schie­den davon abge­ra­ten, sich auf eine Gra­na­te zu legen“, sah sich die Behör­den­spre­che­rin zu erklä­ren gezwun­gen.

Frei­heit fängt bei den klei­nen Freu­den des Lebens an. :ja:

NetzfundstückeIn den NachrichtenNerdkrams
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 10. Janu­ar 2019

Limo­na­de trägt ihren Namen in Erin­ne­rung an ein fran­zö­si­sches Wort für Zitro­nen, denn es war lan­ge üblich, dass sie ein Erfri­schungs­ge­tränk, das zu einem rele­van­ten Anteil aus Zitro­nen­saft besteht, bezeich­ne­te. Heut­zu­ta­ge ist es eigent­lich egal, wor­aus sie besteht, so lan­ge genug Zucker drin ist. Irgend­wann las­se ich mir das Wort „Zuckera­de“ paten­tie­ren und ertei­le nur denen eine Lizenz, die min­de­stens sie­ben Zitro­nen pro Fla­sche abfül­len.


Unge­zähl­te NSA-Mit­ar­bei­ter koope­rie­ren angeb­lich mit einem rus­si­schen EDV-Unter­neh­men. Ver­damm­ter Putin!


Na, auch ein systemd-infi­zier­tes Linux statt Win­dows zu Hau­se? Dann emp­feh­le ich mil­de Panik.


Tina Groll, Mit­au­torin des mir völ­lig unbe­kann­ten Buches „Die Cyber-Pro­fis“ und laut ihrer Web­site „selbst Betrof­fe­ne von Iden­ti­täts­miss­brauch“, hat für „ZEIT ONLINE“ auf­ge­schrie­ben, was man tun muss, um sich gegen Hacker zu schüt­zen. Neben frag­wür­di­gen Tipps wie dem, dass man bes­ser Pass­wör­ter wäh­len soll­te, die man sich nicht gut mer­ken kann, fin­det sich auch eine groß­ar­ti­ge Poin­te:

6. Ein Goog­le-Alert für den eige­nen Namen ein­rich­ten. (…) Mit der umge­kehr­ten Goog­le-Bil­der­su­che ist es mög­lich, fest­zu­stel­len, ob die eige­nen Bil­der auf ande­ren Sei­ten ver­wen­det wer­den. Dabei lädt man sei­ne Fotos bei Goog­le hoch und die Such­ma­schi­ne prüft, ob die Bil­der auch an ande­ren Stel­len im für sie zugäng­li­chen Netz auf­tau­chen. (…)

7. Daten sind eine wich­ti­ge Wäh­rung. Daher soll­te man genau dar­auf ach­ten, bei wel­chem Dienst und für wel­chen Ser­vice man wel­che Daten hin­ter­lässt.

Hihi.


Auf „SPIEGEL ONLINE“ – möch­te nicht ver­linkt wer­den – berich­te­te heu­te früh eine „Leh­re­rin an einem Berufs­kol­leg in Nord­rhein-West­fa­len“ (ebd.), dass sie es nicht als ihre Auf­ga­be sehe, taug­li­che von untaug­li­chen Schü­lern zu tren­nen: „Ich habe das Gefühl, dass ich durch die Noten­ge­bung mei­ner Auf­ga­be, die Schü­ler beim Ler­nen zu unter­stüt­zen, nicht mehr genug nach­kom­me. (…) Seit­dem gibt es in mei­nem Unter­richt nur noch gute Noten: Jeder bekommt eine Stu­di­en­be­rech­ti­gung. Gleich­zei­tig mache ich mei­nen Lern­grup­pen die hohen Anfor­de­run­gen eines Stu­di­ums bewusst und bera­te jeden per­sön­lich.“

Schul­ab­schluss, Teil­neh­mer­ur­kun­de – ist doch alles der­sel­be Kram.


Afgha­ni­stan will sei­ne Straf­tä­ter über­ra­schen­der­wei­se nicht behal­ten und schickt sie nach Deutsch­land zurück. Da soll­te ein skan­die­ren­des Völk­chen es viel­leicht mal mit „Refu­gees Wel­co­me“ pro­bie­ren. :ja: