Netzfundstücke
Ah, ah, ich sterbe, du Idiot!

Gestern Abend fand ich zufäl­lig die­se Samm­lung von Aus­schnit­ten aus einer der mei­ne frü­he Jugend prä­gen­den Fern­seh­se­ri­en wie­der und beöm­mel­te mich aufs Herz­lich­ste:

Die Dinos – Ah Ah ich ster­be du idi­ot!

(Aus: Die Dinos, Staf­fel 2, Epi­so­de 22.)

Soll­te sich die Gele­gen­heit erge­ben, wie­der ein­mal einer Wie­der­ho­lung die­ser die ame­ri­ka­ni­sche Gesell­schaft bei­ßen­der, als Unfug wie „Ame­ri­can Dad“ dies je könn­te, kri­ti­sie­ren­den und, wie ich mei­ne, viel zu früh abge­setz­ten Serie zu fol­gen, so emp­feh­le ich, hier­von aus­gie­big Gebrauch zu machen.

(Alter­na­tiv kommt mir „RTL Sams­tag Nacht“ in den Sinn, in deren Lauf es ein­mal einen Sketch mit Tan­ja Schu­mann als Aero­bicvor­tur­ne­rin gab, die plötz­lich einen Krampf im Bein bekommt. Sie­so: „Au, tut das weh!“ Alle­so: „Au, tut das weh!“ Sie­so: „Macht die Scheiß­mu­sik aus!“ Alle­so: „Macht die Scheiß­mu­sik aus!“

Tan­ja Schu­mann macht jetzt übri­gens Wer­be­sen­dun­gen auf Ona­ni­sten­sen­dern, womit sie, Iro­nie!, sozi­al tie­fer gesun­ken sein dürf­te als Mar­ga­re­the Schrei­ne­ma­kers, die sie einst als „Schrei­ne­ma­kers ihre Schwe­ster“ auf Gran­dio­se­ste par­odier­te.)

Persönliches⁠Projekte⁠Fotografie⁠Nerdkrams
Wellness-Tipps, Teil II: Kaltes, klares Wasser.

Ich wünsch­te, ich könn­te etwas Befrie­di­gen­des über die aktu­el­le Ent­wick­lung von Tiny­To­do berich­ten. Es ver­hält sich jedoch gera­de fol­gen­der­ma­ßen:

Als ich gera­de dabei war, einen halb­wegs akzep­ta­blen Code für das Ein- und Aus­klap­pen von Kate­go­rien zusam­men­zu­stricken, fiel mir auf: Mein AIR ist offen­bar defekt.

(Im Bild „gut“ zu sehen: Das Aus­klapp­sym­bol links neben dem Kate­go­rien­na­men.)

Hat einer von euch, um mich mal eines für mich eher unüb­li­chen Kose­wor­tes zu bedie­nen, Schnuf­fis einen Tipp parat, wie ich die­se Unschön­heit mög­lichst schmerz­los repa­rie­ren kann?

Bis dahin habe ich nach Jah­ren end­lich Teil 2 der bis­lang wegen nach­hal­ti­ger Infan­ti­lie mei­nes dama­li­gen Selbst zu Recht unbe­ach­te­ten Rei­he „Well­ness-Tipps“ parat, nicht nur gei­stig, son­dern auch an Erfah­run­gen gereift, und prä­sen­tie­re dies:

Gera­de in einer hek­ti­schen, sich qua­si pau­sen­los ändern­den Welt wie der uns­ri­gen ist es mit­un­ter nicht unwich­tig, auch ein­mal zur Ruhe zu kom­men. Vor vie­len Jah­ren hat mich mein Groß­va­ter auf die Metho­de hin­ge­wie­sen, von der ich in sol­chen Momen­ten auch heu­te noch Gebrauch mache:

An einem belie­bi­gen, gemäch­lich daher­plät­schern­den Fluss, wie er in bei­na­he allen grö­ße­ren und klei­ne­ren Sied­lun­gen zu fin­den ist, bleibt man ste­hen, schließt die Augen, atmet lang­sam ein und aus, öff­net die Augen wie­der und ver­folgt das Spiel des Win­des im Was­ser. Das sanf­te Geräusch des Was­sers legt sich wie ein war­mes Fell um die har­ten, kal­ten Gedan­ken. Man lässt sich trei­ben und ver­gisst Ort und Zeit…

…, bis ein eilen­der Mit­mensch geräusch­voll die Rea­li­tät zurück­bringt.
Für einen Moment hört man den eige­nen Puls, zählt lang­sam bis 10 und geht sei­ner Wege, den unlieb­sa­men Stö­ren­fried stumm ver­flu­chend.

Die Hek­tik die­ser Tage ist, ich erwähn­te es bereits, zum Ver­rückt­wer­den.

Musik⁠Sonstiges
Medienkritik XXXVIII: Yeah yeah yeah

Als ich mich gera­de durch die neue Aus­ga­be des Musik­ma­ga­zins eclip­sed wühl­te, stieß ich auf eine Sei­te, die befüllt war von Zei­tungs­aus­schnit­ten zur Ermor­dung John Len­nons vor bald 30 Jah­ren. In fol­gen­dem Aus­schnitt scheint irgend­et­was nicht ganz zu stim­men. Wer kann hel­fen?

(Die Rubrik „Medi­en­kri­tik“ möch­te ich ein­mal als ein­ge­klam­mert beto­nen. Ich ent­hal­te mich jeg­li­cher Kri­tik.)


Nach­trag vom 17. Okto­ber, apro­pos „Stuss in Zeit­schrif­ten“:
Eine hier her­um­lie­gen­de Fern­seh­zei­tung stellt „Drei Fra­gen an Nina Kun­zen­dorf“. Ich habe sie (die drei Fra­gen, nicht Nina Kun­zen­dorf) nun nur zum Teil gele­sen, aber wür­de man mich beauf­tra­gen, drei Fra­gen an Nina Kun­zen­dorf zu ent­wer­fen, so ent­schie­de ich mich spon­tan:

  1. Wer sind Sie?
  2. Was machen Sie hier?
  3. Möch­ten Sie jeman­den grü­ßen?

(Und kei­ner wür­de es bemer­ken, weil die lust­los hin­ge­schlu­der­ten drei Aller­welts­fra­gen von lust­lo­sen Befrag­ten eh‘ stets mit lust­lo­sen Stan­dard­ant­wor­ten ver­se­hen wer­den, die so oder so ähn­lich auch von einem Fuß­bal­ler, einem Dach­decker oder Gui­do Wester­wel­le kom­men könn­ten; „fällt es Ihnen schwer, vor der Kame­ra ein Kind zu schla­gen?“, was für eine Ant­wort wird da erwar­tet? „Aber natür­lich nicht, Herr Jour­na­list! Wie war noch mal die Fra­ge?“)

Ach herr­je.

Persönliches⁠Netzfundstücke⁠Fotografie
Partäy.

Hin und wie­der treibt es einen alten Stu­den­ten auch mal auf die Piste, wie man heut­zu­ta­ge für Betrin­kun­gen und Tan­zun­gen im nicht all­zu klei­nen Kreis sagt. Wäh­rend der ver­gan­ge­nen Nacht fand die tra­di­tio­nel­le Erst­se­me­ster­par­täy, wie man heut­zu­ta­ge für Trink- und Tanz­ver­an­stal­tun­gen sagt, des AStAs der Hoch­schu­le Ost­fa­lia statt, und man zwang mich unter Andro­hung ener­gi­schen Schul­ter­zuckens zur Anwe­sen­heit.

Foto­gra­fi­sche Ein­drücke:

Ich habe drei Din­ge gelernt:

Erstens: Man wird auch (und gera­de) von weib­li­chen Bar­da­men eher wahr­ge­nom­men, wenn man selbst Brü­ste vor­wei­sen kann.

Zwei­tens: Es ist eine eta­blier­te Form des Flir­tens, lüstern an einer Säu­le (was, übri­gens, in eini­gen Regio­nen Deutsch­lands der Dimi­nu­tiv zu „Sau“ ist; wie­der was gelernt) zu leh­nen, dem Objekt der Begier­de von hin­ten auf die Schul­ter zu tip­pen und die Augen­brau­en ent­spre­chend zu heben und zu sen­ken. Die ange­mes­se­ne und mich über­aus belu­sti­gen­de Reak­ti­on war ent­spre­chend ein Abwin­ken der so lust­voll Beflir­te­ten; wor­auf sich der Flirter abwand­te und begann, mit den her­um­ste­hen­den Her­ren zu flir­ten. Ich ver­ließ die Sze­ne­rie erschüt­tert.

Drit­tens: Ich müss­te mal zum Fri­sör.

(Zitat des Tages: „Dass der Ein­druck exi­stiert, der Deut­sche Come­dy­preis wer­de im Ver­gleich zum Fern­seh­preis weni­ger ernst genom­men, kann (…) dar­an lie­gen, dass die Juro­ren nicht damit auf­hö­ren kön­nen, Cin­dy aus Mar­zahn aus­zu­zeich­nen (…).“ – fernsehlexikon.de)

Politik⁠Sonstiges⁠In den Nachrichten
Respekt!

Nicht nur frem­de Kul­tu­ren for­dern die­ser Tage Respekt ein, auch Ein­hei­mi­sche sehen ihren Sta­tus als Respekts­per­son miss­ach­tet:

  • „Respekt vor unse­rer deut­schen Spra­che ist Respekt vor unse­rer Kul­tur und unse­rem Land, den wir von allen ein­for­dern, die bei uns leben.“ (Flens­burg Online, 10.9.10)
  • „Poli­zi­sten for­dern Ach­tung und Respekt“ (law blog, 13.6.09)
  • „Wulff for­dert Respekt“ (N24.de, 15.9.10)
  • Natür­lich hät­te auch Ste­fan Map­pus gern Respekt: „Zugleich erwar­te er aber auch, dass ihm der Respekt nicht ver­sagt wer­de.“ (FTD.de, 9.10.10)

Das Selbst­ver­ständ­nis die­ser Per­so­nen ist erschreckend, denn ich mein­te bis­lang, aus 139 Jah­ren deut­scher Geschich­te habe man zwar nicht vie­les, aber doch zumin­dest eines gelernt: dass man näm­lich Leu­te, die sich unge­be­ten breit­bei­nig hin­stel­len und über den ihnen zuste­hen­den Respekt refe­rie­ren („Respek­tiert mei­ne Auto­ri­tä!“, Eric Cart­man, c/o „South Park“), geteert und gefe­dert aus dem Land jagen soll­te.

Respekts­per­son ist kein Schul­ab­schluss und kein Beruf, es ist ein Ehren­ti­tel, den es zu ver­die­nen gilt. Erschnor­ren aber oder gar abver­lan­gen lässt er sich nur von jenen, die ihn selbst nicht füh­ren.

(Und die Sil­ben „Ehren-“ sind der Grund, wie­so in den deut­schen Regie­run­gen der letz­ten 61 Jah­re außer, viel­leicht, Her­bert Weh­ner kein mir bekann­ter Poli­ti­ker auch nur ansatz­wei­se für die­sen Titel prä­de­sti­niert gewe­sen wäre.)

Kaufbefehle⁠Musikkritik
Carptree – Nymf

Mei­ne mor­gend­li­che Müdig­keit ver­flog heu­te zu den Klän­gen von Carp­tree.

Carp­tree ist ein Musik­duo aus Schwe­den, das mit­un­ter dem New Art­rock zuge­rech­net wird, mich aber mit­un­ter auch an Night­wish (ohne das jau­len­de Schwein am Spieß, ver­steht sich) erin­nert. Prä­gnan­te Key­board­tep­pi­che unter­le­gen den mal Remi­nes­zen­zen an Peter Gabri­el, inter­es­san­ter­wei­se aber auch und vor allem an Eric Fish her­vor­ru­fen­den Gesang von Nic­las Flin­ck, der neben sei­ner Stim­me kein wei­te­res Instru­ment ein­setzt.

Das muss er aber ohne­hin nicht, denn Tasten­mann Carl West­holm und die fünf Gast­mu­si­ker wis­sen, was sie tun, und das bemerkt man durch­aus. Und so sel­ten es auch ist, aus Skan­di­na­vi­en Musik­grup­pen mit unblö­dem Gesang zu hören, so gern genießt man eine Aus­nah­me wie die­se.
Die Tex­te tun ein Übri­ges:

Under what cir­cum­stances are you what you are?
What are you under cir­cum­stances extra­or­di­na­ry?
What will chan­ge you?
What will you chan­ge into?

So fragt Nic­las Flin­ck sug­ge­stiv-kla­gend im Eröff­nungs­stück „Kicking and coll­ec­ting“, und unwill­kür­lich fal­len „Wei­ter als du denkst“ und „Hey!“ von den Fan­ta­sti­schen Vier ein, so dass man sich fest vor­nimmt, künf­tig erst mal Tex­te zu lesen, bevor man ein Album hört, damit der Drang, nach dem Sinn des Lebens zu fra­gen, nicht all­zu über­ra­schend her­ein­bricht. (Und dann ver­gisst man es doch wie­der.)

Das Album stellt die logi­sche Fort­set­zung des Vor­gän­gers „Insect“ dar, auch wei­ter­hin geht es unge­ach­tet des Band­na­mens („Karp­fen­baum“) um Insek­ten, was auch das Titel­bild ver­deut­licht, auf dem eine huma­no­ide Libel­le zu sehen ist. Als Anspiel­tipp schla­ge ich, rein sub­jek­tiv, dann auch das Stück „Dra­gon­fly“ („Libel­le“ eben) vor, das musi­ka­lisch zwi­schen schwül­sti­gem Bom­bast der Mar­ke Queen und maril­lio­nes­quem Neo­prog anzu­sie­deln ist, gesang­lich eher in der Ste­ve-Hogarth- als in der Fish-Ära letz­te­rer Band.

Nicht übel. Gar nicht übel!

Sonstiges
Medienkritik XXXVII: Wertschätzung und Waldpilzsuppe

Ich muss­te eben aus­gie­big mei­nem Amu­se­ment frei­en Lauf las­sen, als mir die Fern­seh­wer­bung für die Wald­pilz­sup­pe („Wald­pilz-Creme Sup­pe“) der deut­schen Fir­ma MAGGI GmbH, pri­mär bekannt für das brau­ne Zeug, das im Volks­mund eben­falls unter dem Namen „Mag­gi“ bekannt ist („gib mir mal das Mag­gi“), ins Blick­feld geriet.

Sie geht unge­fähr so:

Die Frau (bra­ve Haus­frau) steht in der war­men Küche und schaut lächelnd zu, wie ihr ver­mut­lich Ange­trau­ter in gel­ber, schmut­zi­ger Regen­klei­dung drau­ßen unter dem Mist­wet­ter lei­det, indem er zum Bei­spiel in eine Pfüt­ze tritt oder unacht­sam fron­tal auf har­te Gegen­stän­de trifft. Wäh­rend­des­sen rührt sie eine win­zi­ge Por­ti­on grau­brau­ner Brü­he an, von der sich allen­falls erah­nen lässt, dass es sich um Mag­gi-Wald­pilz­sup­pe („Wald­pilz-Creme Sup­pe“) han­de­le, und, welch Wun­der, der Mann betritt das Haus just in dem Moment der Fer­tig­stel­lung.

Wie er sich also sei­ner gel­ben Klei­dung ent­le­digt und die Frau sicht­lich ent­kräf­tet ansieht, gießt sie ihm lüstern die Sup­pe in einen lächer­lich ungro­ßen Tel­ler, um ihm mal so rich­tig zu zei­gen, wie sehr sie sein Tun und ihn selbst schätzt, näm­lich: gar nicht.

Der Mann also speist, wirft einen wei­te­ren Blick auf die Köchin, ver­zieht das Gesicht, schaut nach drau­ßen auf das, wir erin­nern uns, Mist­wet­ter, schaut wie­der zurück und fragt sub­til: „Lust, spa­zie­ren zu gehen?“

Inwie­fern auch immer das eine vor­teil­haf­te Wer­bung für Tüten­fraß sein soll:
Bit­te zukünf­tig mehr davon!

Persönliches⁠Politik⁠Netzfundstücke⁠In den Nachrichten⁠Fotografie
Blühende Landschaften

... soooo klein! (gefunden auf SPON)Ich bin wie­der da-ha von mei­nem ereig­nis­ar­men Erho­lungs­wo­chen­en­de, das ich unter das ana­chro­ni­sti­sche Mot­to „Tux erobert die Zone“ stell­te. Lei­der gab es dies­mal mit­nef­fen mit­nich­ten Bahn­rei­sen­de zu ver­höh­nen, was ich durch­aus für nicht unge­wöhn­lich befin­de, denn wer, abge­se­hen von lang­wei­li­gen Schnarch­na­sen und mir, fährt schon allein der Unter­hal­tung wegen in die deut­schen Ost-Ter­ri­to­ri­en?; und auch sonst erfüll­te der kur­ze Auf­ent­halt mei­ne Erwar­tun­gen voll und ganz. Ich habe mir ein­mal die Frei­heit erlaubt, die blü­hen­den Land­schaf­ten zu ver­bild­li­chen:

Neben­bei arbei­te ich, wäh­rend ich dies schrei­be, erst ein­mal die unge­le­se­nen Neu­ig­kei­ten ab.

Dar­un­ter ist auch ein bra­vou­rö­ser Ein­trag von Peter, der nicht nur auf [cref 3147 mich] ver­weist, son­dern auch noch eine ande­re pri­ma Inter­net­sei­te gefun­den hat:

Scham­los kopiert hat FAZ.net die Idee, anhand einer Text­pro­be zu ver­su­chen, her­aus­zu­fin­den, wel­cher eini­ger­ma­ßen bekann­te Schrei­ber ähn­lich dekla­mier­te. Ich nahm, weil ich die For­mu­lie­rung „etwas treibt jeman­dem die Zor­nes­rö­te in die Fres­se“ für so über­aus gelun­gen befand, mei­nen vori­gen Bei­trag über [cref 3033 CD-Ver­packun­gen] als Bei­spiel her­an und erhielt ein uner­war­te­tes Ergeb­nis:

Imma­nu­el Kant

Es hät­te, immer­hin, auch Hit­ler sein kön­nen. (Ich habe das Ergeb­nis nun nicht mit ande­ren Tex­ten mei­ner Urhe­ber­schaft ver­gli­chen.)

Eine mei­ner Lieb­lings­sta­ti­sti­ken aus Thi­lo Sar­ra­zins „Deutsch­land schafft sich ab“ ist übri­gens der­zeit die­se:
Unter den extrem­be­gab­ten (IQ von 145 oder höher) Schü­lern beträgt der Anteil der männ­li­chen Her­an­wach­sen­den 8:1 im Ver­gleich zu dem der weib­li­chen Eben­sol­chen. Nimm dies, Frau­en­be­we­gung!

(Apro­pos Frau­en­be­we­gung: Die knuf­fi­ge Mini­ste­rin Kri­sti­na Schrö­der äußer­te sich, wie den gest­ri­gen Nach­rich­ten­sen­dun­gen und unter ande­rem auch SPIEGEL Online zu ent­neh­men war, unlängst zum The­ma Deut­schen­feind­lich­keit. Sie beklag­te, dass auf Schul­hö­fen und in U‑Bahnen deut­sche Kin­der auf­grund frag­wür­di­ger Res­sen­ti­ments als „deut­sche Kar­tof­fel“ und „deut­sche Schlam­pe“ bezeich­net wür­den, was untrag­bar sei, da somit die Kin­der unter ihrer Her­kunft lei­den müss­ten. Das ist in der Tat uner­hört. Auch ich plä­die­re dafür, Schlam­pen grund­sätz­lich ohne Nen­nung ihrer Her­kunft gene­rell als Schlam­pen zu bezeich­nen. So wird der Umgang mit­ein­an­der doch gleich viel freund­li­cher gestal­tet!)

Sonstiges
Meine Oma pflegte zu sagen: „Mal was anderes“

… sobald sie etwas nicht moch­te. Sie war aber weder in der han­no­ver­schen Men­sa noch ließ sie sich von mir beko­chen.

Ich weiß, dass Stu­den­ten ger­ne in der Haupt-Men­sa der Uni Han­no­ver essen. Nicht umsonst ist die­se schon mit den besten natio­na­len Restau­rants ver­gli­chen wor­den, konn­te mit­hal­ten und wur­de in einem wei­te­ren Ver­gleich die Nr. 1 nie­der­säch­si­scher Men­sen. Ob sie dem damal­gen Ruf heu­te noch gerecht wird, ent­zieht sich jedoch mei­ner Kennt­nis.

Des­halb mein Vor­schlag: Maro­nen (nein, ich mei­ne nicht die auch sehr lecke­ren Pil­ze; es han­delt sich viel­mehr um Ess­ka­sta­ni­en). Der eine oder ande­re kennt sie viel­leicht vom Weih­nachts­markt: Die obe­ren in der über­ge­be­nen Tüte sind mei­stens zu heiß, die unte­ren schon wie­der kalt, sobald man sich bis dahin durch­ge­fut­tert hat.

Zunächst ist Sel­ber­sam­meln ange­sagt. Wer jetzt glaubt, ich gebe hier mei­ne Fund­stät­ten preis, der hat sich schwer geschnit­ten. Nur so viel sei ver­ra­ten: Die Ess­ka­sta­nie weist wesent­lich mehr und wei­che­re Sta­cheln auf der grü­nen Scha­le auf als her­kömm­li­che und unge­nieß­ba­re Ross­ka­sta­ni­en.

Zur Zube­rei­tung: Zunächst wer­den die Maro­nen unge­schält (damit mei­ne ich die brau­ne Scha­le ;) ) ganz gekocht oder in einem Was­ser­bad in der Mikro­wel­le erhitzt. Danach wer­den sie vor­sich­tig geschält (das ist der lästi­ge Teil, den ich ger­ne ande­ren über­las­sen wür­de, dort aber lei­der auf Gra­nit bei­sse) und, sofern sie noch warm sind, sofort ver­zehrt. Soll­ten sie bereits erkal­tet sein, kocht man sie noch ein­mal auf und gla­siert sie anschlie­ßend mit But­ter und Zucker.

Zuletzt noch ein Hin­weis: Ja! Das Geschirr stammt von einem unmög­li­chen Möbel­haus aus Schwe­den.

Also: Ent­decke die Mög­lich­kei­ten!


(Dies war ein Gast­bei­trag von Didi. Schaut mal bei ihm rein und kom­men­tiert flei­ßig!)

Nerdkrams
BarTab für Firefox: Lass mal anschreiben!

Ein Kom­mi­li­to­ne wies mich auf die Fire­fox-Erwei­te­rung Bar­Tab hin, die ich für aus­rei­chend essen­zi­ell hal­te, um sie hier kurz vor­zu­stel­len.

Ihr kennt das Pro­blem viel­leicht:
Fire­fox ist ohne Fra­ge ein gran­dio­ser Brow­ser, aber je mehr Tabs man in ihm öff­net, desto behä­bi­ger wird er; das macht sich beson­ders bemerk­bar, wenn man bereits beim Start von Fire­fox eini­ge Tabs lädt, etwa als Teil der vor­he­ri­gen Sit­zung. Ein RAM-Ver­brauch über 1 GB ist nicht unge­wöhn­lich, was heut­zu­ta­ge zwar in der Regel nur noch mäßig schmerzt, aber doch auf­fällt.

Für Fire­fox 2 gab es da eini­ge Tricks („trim on mini­mi­ze“, IPv6 deak­ti­vie­ren und ähn­li­che), aber nicht alle sind in aktu­el­len Ver­sio­nen noch benutz­bar, zudem war ihr Effekt oft kaum mess­bar.

Ein tritt die Erwei­te­rung Bar­Tab, und ich bin begei­stert:

Wie in einer Bar erlaubt sie es, RAM „anschrei­ben“ zu las­sen, daher stammt auch ihr Name.
Die Idee dahin­ter ist sim­pel, aber effi­zi­ent: Statt alle offe­nen Tabs per­ma­nent im Spei­cher zu hal­ten, erlaubt die Erwei­te­rung es, Tabs bei Bedarf oder auto­ma­tisch zu „ent­la­den“ und per Klick wie­der zu „laden“. „Ent­la­de­ne“ Tabs im Hin­ter­grund wer­den im Brow­ser blass dar­ge­stellt, dabei arbei­tet Bar­Tab auch mit einem gege­be­nen­falls bereits instal­lier­ten Tab Mix Plus zusam­men:

Auf der Abbil­dung sind nur die bei­den rech­ten Tabs gela­den, die ande­ren Tabs bele­gen zur­zeit kei­nen RAM. (Die rote und kur­si­ve Her­vor­he­bung „unge­le­se­ner“ Tabs stammt hier von Tab Mix Plus.)
Das klingt eigent­lich wenig auf­re­gend, macht sich aber deut­lich bemerk­bar:

Dies, wohl­ge­merkt, mit 16 offe­nen (aber teil­wei­se nicht gela­de­nen) Tabs, die unter ande­rem ein You­Tube-Video ein­bin­den. SRWa­re Iron, ein (wie etwa auch Goog­le Chro­me) auf Chro­mi­um basier­ter Brow­ser, belegt mit drei offe­nen Tabs, zwei davon mit einem flash­ba­sier­ten Brow­ser­spiel, bereits das Dop­pel­te an Arbeits­spei­cher. Nimm dies, Chro­me!

Bar­Tab funk­tio­niert unter allen Fire­fox-Ver­sio­nen ab 3.5.0 inklu­si­ve der aktu­el­len Beta­ver­si­on von Fire­fox 4.0.
Ein, wie ich mei­ne, Muss für Viel­sur­fer.

Politik⁠In den Nachrichten⁠Musik
Kurz verlinkt XXVIII: Music Television.

Zwei Mel­dun­gen belu­stig­ten mich bin­nen der ver­gan­ge­nen sie­ben Stun­den.

Die erste hat was mit UFOen zu tun und steht auf ShortNews.de, was ich daher unkom­men­tiert ver­lin­ke; ein jeder Leser mag selbst ent­schei­den, was er von ShortNews.de hält, bevor er den Ver­weis betä­tigt.

Viel bes­ser, weil von der Finan­cial Times Deutsch­land berich­tet, gefiel mir die­se Mel­dung:

Der Musik­ka­nal MTV schal­tet auf Bezahl­fern­se­hen um. Vom kom­men­den Janu­ar an wird das Pro­gramm aus­schließ­lich als Abo­sen­der auf digi­ta­len Kabel‑, Satel­li­ten- und Breit­band­platt­for­men zu emp­fan­gen sein, sag­te Dan Ligt­vo­et, Deutsch­land- und Nord­eu­ro­pa­chef von MTV Net­works, der FTD. Die Ver­brei­tung im frei emp­fang­ba­ren Fern­se­hen wird ein­ge­stellt. Im Gegen­zug wird der Schwe­ster­sen­der Viva zum zen­tra­len Musik- und Enter­tain­ment­ka­nal im Free-TV umge­baut – und soll dort künf­tig erfolg­rei­che For­ma­te aller Sen­der des Netz­werks aus­strah­len.

Sehen wir mal von dem Faux­pas ab, MTV als „Musik­ka­nal“ bezeich­net zu haben, ist das eine Auf­se­hen erre­gen­de Mel­dung; ver­schwin­det mit MTV doch auch die Klin­gel­ton­in­du­strie aus dem deut­schen „Free-TV“ bzw. hal­biert ihr Enga­ge­ment dort.

Und ein Glück kommt sel­ten allein:

Zusätz­lich star­tet MTV den rei­nen Musik­sen­der MTV brand new, eben­falls als Bezahl­an­ge­bot.

Ein (vor­erst) Musik­sen­der von MTV Net­works – end­lich!
Herz­li­chen Dank für die­se Weg wei­sen­de Inno­va­ti­on!

(Übri­gens regen sich eini­ge Leu­te gera­de ganz schreck­lich dar­über auf, dass der Inten­dant des Mit­tel­deut­schen Rund­funks es nach eini­gen wenig net­ten, aber weit­ge­hend unbe­ach­te­ten Scher­zen über bspw. Johan­nes Hee­sters‘ Alter gewagt hat, per Twit­ter Augen zwin­kernd einen mus­li­mi­schen Bun­des­prä­si­den­ten vor­her­zu­se­hen. Ich fin­de das auch wider­lich. Allein die Vor­stel­lung schon!)

Persönliches⁠Politik⁠In den Nachrichten
Ein Terminkalender wäre hilfreich.

(Zur Abwechs­lung mal wie­der ein Bericht aus dem Stu­di­um.)

Ich habe das Stu­den­ten­le­ben augen­schein­lich ver­in­ner­licht.

Von mei­nem zu Seme­ster­be­ginn fast vol­len Vor­le­sungs­plan sind nur noch eini­ge kläg­li­che Stun­den, sel­ten mehr als eine Vor­le­sung pro Tag, übrig geblie­ben. „Mache ich spä­ter“; schön, wenn man das sagen kann. „So gut wie in der Schu­le wirst du es nie wie­der haben.“

Das, was mir aber auf­grund des Lais­sez-fai­re-Stu­di­ums lei­der völ­lig fehlt, ist ein akzep­ta­bles Zeit­ge­fühl.

Ein Bei­spiel aus der letz­ten Woche:
Es soll­te ein Seme­ster­pro­jekt begin­nen. Ich hat­te auch schon eine total tol­le Idee, die das Leben vie­ler Men­schen min­de­stens revo­lu­tio­niert hät­te, brauch­te aber einen Pro­jekt­part­ner. Die­ser schließ­lich mein­te, die Abga­be des Pro­jekt­vor­schlags hät­te noch Zeit, und als ich mich also ins Wochen­en­de ver­drück­te, schrieb er mich an und mein­te, er habe sich geirrt; ob ich denn auch mit einem alber­nen Reser­ve­pro­jekt (Umge­stal­tung einer Inter­net­prä­senz) zufrie­den sei?

„Der Drang, zu mor­den, steigt wie­der.“
(Homer Simpson, c/o „Die Simpsons“)

Stu­dent sein ist klas­se. Hat mal jemand einen Ter­min­ka­len­der für mich?

(Ach, apro­pos Ter­min­ka­len­der: Heu­te ist „Tag der deut­schen Ein­heit“; und nichts demon­striert die deut­sche Ein­heit so schön wie ein Staat, der auf sei­ne Bür­ger schießt, denn genau das, dach­te ich, wur­de hier­zu­lan­de 1989 abge­schafft. Dass nun gera­de die Par­tei, die die­se Tra­di­ti­on wie­der ein­führt, sich in Ber­lin heu­te als Befrei­er die­ses Lan­des fei­ern lässt, ist besten­falls gro­tesk.)

Politik⁠Netzfundstücke⁠In den Nachrichten
Die Wege des Marxismus

Ach, apro­pos Stutt­gart 21:

Auch der Chef der Land­tags­frak­ti­on, Peter Hauk (CDU), weiß, wo der Feind steht: „Ich weh­re mich dage­gen, mich unter das Dik­tat von Alt­kom­mu­ni­sten und Alt­lin­ken zu stel­len, die in den letz­ten Wochen die Rädels­füh­rer des Pro­te­stes waren“, sagt er.

Hm?

I fol­low the Mosk­va / down to Gor­ky Park / listening to the wind of chan­ges.

Apro­pos Mar­xis­mus, eine gute Neu­ig­keit hat­te die poli­ti­sche Land­schaft in Deutsch­land heu­te dann doch zu bie­ten:
Der Thü­rin­ger Land­tag ließ die Immu­ni­tät des Lin­ken-Poli­ti­kers Bodo Rame­low, eines der Initia­to­ren der anti­de­mo­kra­ti­schen Akti­on „Dres­den nazifrei!“ – wir erin­nern uns – auf­he­ben. Rame­low fand das weni­ger schnaf­te:

Sein poli­ti­sches Enga­ge­ment wer­de dadurch „in ein straf­recht­li­ches Licht gesetzt“.

Poli­ti­sches Enga­ge­ment, das sich nicht an die Geset­ze der Poli­tik hält, die es zu schüt­zen behaup­tet, muss man nicht in irgend­ein Licht set­zen, es ist auch im Dunk­len schon schau­rig genug.

(Das ist dann auch erst mal wie­der genug Poli­tik hier; man bekommt nur unnö­tig Sod­bren­nen vom Ärgern.)

Politik⁠In den Nachrichten
Stuttgart 21 in Kurzform

Was von Stutt­gart 21 (eine Erklä­rung gibt es, falls benö­tigt, in der deutsch­spra­chi­gen Wiki­pe­dia) zu hal­ten ist, illu­striert die­ses Bild (via Fefe).
Vor­sicht, ziem­lich auf­fäl­li­ge Wun­de.

Und sowie­so, sie­he SPIEGEL Online:

Map­pus (Mini­ster­prä­si­dent, CDU) selbst hat­te am Don­ners­tag ande­re Plä­ne: Er amü­sier­te sich auf dem Bau­ern­tag in Stutt­gart und trank ent­spannt mit den Land­wir­ten Bier.

Schlä­ger­trup­pen und Gas­an­grif­fe gegen das eige­ne Volk; nich‘ übel.
In letz­ter Kon­se­quenz bedeu­tet das, dass die USA Herrn Map­pus eines Tages aus einem Erd­loch in Stutt­gart aus­gra­ben und dafür sor­gen, dass so etwas nicht mehr vor­kommt.

Aber irgend­et­was sagt mir, dass auch die­se Per­ver­si­on nicht dazu füh­ren wird, dass die CDU bei den näch­sten Wah­len ein­stel­li­ge Ergeb­nis­se davon­tra­gen wird. Höch­stens Herr Map­pus wird aus­ge­tauscht.

„Same shit, dif­fe­rent ass­ho­le“, so lau­tet ein geflü­gel­tes Wort unter Anglog­lot­ten.
Die CDU scheint sich welt­wei­te Bekannt­schaft gesi­chert zu haben.

(Das soll dann auch rei­chen.)