Nerdkrams
Warum Windows 7 Murks ist

(Es folgt ein wei­te­rer Text über „Computer und so“, ange­regt durch ein heu­ti­ges Erlebnis. Man möge mir bei Unwillen die Einseitigkeit der Themenwahl nach­se­hen und sich auf fol­gen­de Beiträge freuen.)

Man soll­te mei­nen, das Thema Windows 7 sei längst aus­rei­chend bespro­chen wor­den; nach­dem ich aller­dings gestern früh­mor­gens einen Dialog mit einem Linuxnutzer führ­te, der dar­auf bestand, Windows 7 sei das aller­be­ste­ste Windows (min­de­stens) aller Zeiten, sehe ich mich gezwun­gen, zur spä­te­ren Referenz hier eini­ge Gegenargumente zu sammeln.

Windows 7 ist gegen­über den Vorgängerversionen, inklu­si­ve Windows Vista, tech­nisch gese­hen ein kla­rer Rückschritt.

Die Aufgabe eines Betriebssystems ist es nicht, dem Benutzer eine voll­stän­di­ge Arbeitsumgebung bereit­zu­stel­len; das Betriebssystem GNU/Linux tut dies eben­falls nicht (und genau dar­um gibt es Distributionen wie Debian, Fedora und ande­re). Was es hin­ge­gen tun soll, ist es, die Arbeit mit den selbst gewähl­ten Anwendungen und den eige­nen Dateien best­mög­lich zu erleichtern.

Der „Windows Explorer“, der Dateimanager, den Microsoft seit Windows 95 kon­ti­nu­ier­lich in die fal­sche Richtung ent­wickelt, läuft dem zwei­ten Ziel zuwi­der. Hatte der Dateimanager von Windows 3.x (winfile.exe) noch eini­ge wirk­lich nütz­li­che Funktionen wie etwa den Dualpanel-Modus, den man als Anwender heut­zu­ta­ge umständ­lich nach­rü­sten muss, indem man alter­na­ti­ve Dateimanager wie den sicher nicht unbe­grün­det belieb­ten Total Commander instal­liert, so besitzt der Explorer in Windows 7 nicht ein­mal mehr eine Schaltfläche, um in das über­ge­ord­ne­te Verzeichnis zu wech­seln. Die weni­gen ver­blie­be­nen Schaltflächen wur­den dafür grö­ßer und bun­ter gestal­tet. Function fol­lows form. (Hier hilft zum Beispiel die quell­of­fe­ne Zusatzanwendung Classic Shell, die eini­ge in Windows 7 ent­fern­te Funktionen wie­der bereitstellt.)

Und auch das Arbeiten mit lau­fen­den Anwendungen hat Microsoft in Windows 7 deut­lich erschwert. Nachdem zu Beginn der Windows-95-Entwicklung noch mit einer uni­ver­sel­len Verknüpfungsleiste expe­ri­men­tiert wur­de (unter ande­rem auf winhistory.de zu sehen), hielt schon nach kur­zer Zeit die bis ein­schließ­lich Windows Vista kon­stan­te Taskleiste in das System Einzug, mit deren Hilfe zwi­schen offe­nen und mini­mier­ten Fenstern gewech­selt wer­den konn­te. Der Internet Explorer 4 rüste­te spä­ter die „Schnellstartleiste“ nach, also die Möglichkeit, belie­bi­ge Verzeichnisse direkt in die immer sicht­ba­re Taskleiste zu legen. Mit Windows 7 wur­de die­ses bewähr­te, sinn­vol­le Konzept zugun­sten der „Superbar“ über Bord geworfen.

Die „Superbar“ ist eine Art uni­ver­sel­le und in der Standardeinstellung etwas breit gera­te­ne - man beden­ke, dass der Trend zum Breit-, nicht zum Hochbildschirm geht - Leiste am unte­ren Bildschirmrand, die lau­fen­de Anwendungen, geschlos­se­ne Anwendungen, mini­mier­te Anwendungen, Ordnerfenster und Verknüpfungen in Form von via Menüeintrag „ange­hef­te­ten“ Programmen, mit lusti­gen Animationen ver­se­hen, wild durch­ein­an­der­ge­wür­felt und stan­dard­mä­ßig unbe­schrif­tet anzu­zei­gen ver­mag. Zwar ist es mit ein wenig Aufwand mög­lich, der Leiste weit­ge­hend die alte Gestalt zu geben und auch eine sepa­ra­te „Schnellstartleiste“ ein­zu­rich­ten, die „Anheften“-Funktion jedoch lässt sich ohne kru­de Umwege eben­so­we­nig deak­ti­vie­ren wie die all­ge­gen­wär­ti­gen neu­en Vorschau- und son­sti­gen Popups. Selbst die aus­ge­blen­de­ten Symbole im Benachrichtigungsfeld, fälsch­li­cher­wei­se oft „Tray“ genannt, wer­den nicht mehr aus­ge­fah­ren, son­dern in einem lang­wei­li­gen weiß-grau­en Popupfenster ange­zeigt, das oben­drein nicht ein­mal selbst­stän­dig ver­schwin­det, wenn eine ande­re Anwendung im Vordergrund aktiv ist; eine sehr nütz­li­che Neuerung!

Nicht ver­ges­sen soll­te man auch, dass das gleich­falls seit Windows 95 exi­sten­te und seit Windows XP immer­hin noch optio­nal ver­füg­ba­re „klas­si­sche Startmenü“, das ein­spal­ti­ge also, in Windows 7 abge­schafft wur­de, so dass man nicht umhin kommt, das gro­ße, zwei­spal­ti­ge Startmenü zu nut­zen und sich durch das „Alle-Programme“-Menü zu klicken, wenn man aber ledig­lich eine sel­ten benutz­te Anwendung auf­ru­fen möch­te, deren Verknüpfungsnamen man gera­de nicht mehr parat hat, so dass die inte­grier­te Suchfunktion nicht hilft. (Classic Shell besei­tigt übri­gens auch die­sen Missstand.)

Zwar wur­de so der Ansatz, Altlasten über Bord zu wer­fen, kon­se­quent ver­folgt, aber nicht alle Altlasten waren wirk­lich als „Lasten“ anzu­se­hen. Wer ein­mal, noch nicht in die Tiefen des Windows-7-Startmenüs vor­ge­drun­gen, sehen möch­te, was Microsoft unter „Altlasten“ ver­steht, dem emp­feh­le ich, einen Blick auf das erst­mals seit min­de­stens Windows 3.0 umge­stal­te­te Programm „Paint“, ehe­mals „Paintbrush“, zu wer­fen, das, eben­so wie WordPad, mit den aus Microsoft Office 2007 und 2010 bekann­ten Multifunktionsleisten aus­ge­stat­tet wurde:

Ich neh­me an, die für die Gestaltung ver­ant­wort­li­chen Microsoft-Mitarbeiter hat­ten einen guten Grund dafür, die weni­gen für die­ses Programm benö­tig­ten Schaltflächen auf eine absur­de Größe auf­zu­bla­sen, in irgend­wel­chen obsku­ren Paneelen zu ver­stecken und an den obe­ren Fensterrand zu kle­ben (wir erin­nern uns: Breitbildschirme!). Allerdings kann es durch­aus sein, dass ich in die­sem Punkt irre.

Weiters wird ins Feld geführt, Windows 7 sei das bis­her schnell­ste und sta­bil­ste Windows-Betriebssystem. Nun, das mit der Schnelligkeit lässt sich flugs wider­le­gen, man instal­lie­re nur ein­mal Windows XP auf dem­sel­ben Computer und mes­se die Zeit, die es für die­sel­ben Aufgaben benö­tigt. Auch, dass Windows 7 schnel­ler als der unmit­tel­ba­re Vorgänger Windows Vista sei, ist zumin­dest eine Pauschalisierung. Sehr unter­schei­den sich Windows 7 und Windows Vista näm­lich nicht, der Betriebssystemkern ist nahe­zu iden­tisch. Was Windows Vista vor­ran­gig „lang­sa­mer“ mach­te, waren unacht­sa­me Standardeinstellungen für Systemdienste wie etwa den Indizierungsdienst, die in Windows 7 noch immer ihren Dienst ver­rich­ten, ledig­lich mit geän­der­ten Startparametern. (Ein Windows-Vista-Nutzer, der dies hier liest, sei nun­mehr dazu ange­regt, sich ein­mal in der Computerverwaltung unter „Dienste“ umzusehen.)

Auch die Stabilität scheint Glückssache zu sein, denn Windows 7 hat sich auf mei­nem Laptop schon häu­fi­ger ver­ab­schie­det als jedes Windows vor ihm auf jedem mei­ner ande­ren Rechner; und ich nutz­te zeit­wei­se selbst Windows Me, mit dem ich aller­dings eben­falls nie Probleme jed­wel­cher Art hat­te. Letztlich steht und fällt die Systemstabilität mit Treibern, und wer unter Windows Vista jedes Gerät ein­wand­frei nut­zen könn­te, für den bringt die etwas grö­ße­re Treiberauswahl unter Windows 7 kei­nen Mehrwert.

Insgesamt ist Windows 7 mei­nes Erachtens ein Griff ins Klo. Essenzielle Systemfunktionen, etwa eine Übersicht über lau­fen­de Programme, sind nur noch nach umständ­li­cher hän­di­scher Anpassung des Systems oder der Nachinstallation von Drittanbierersoftware zugäng­lich. Dass Microsoft bereits an Windows „8“ arbei­tet, aber noch kei­ne Informationen über die Bedienoberfläche ver­füg­bar sind, gibt mir kon­se­quent man­chen Grund zur Sorge.

(Dürfte ich jemals einen ein­zi­gen Wunsch an die Windows-Entwicklerabteilung äußern, so lau­te­te er jeden­falls wie folgt: „Bitte, lie­be Windows-Entwicklerabteilung, gib uns nach 17 Jahren end­lich wie­der einen Dateimanager, der die­sen Namen ver­dient! Tabs wür­den genü­gen, es müs­sen nicht ein­mal meh­re­re Paneele sein.“ - Aber das wird wohl ein Traum bleiben.)

Senfecke:

  1. Ich kann zu Win7 nicht all­zu­viel sagen, ich hat­te es noch nicht in der Mache - und habe es auch egtl. nicht vor. Ein paar klei­ne Einwände und/ oder Anregungen aber:
    - Dein Vergleich des Explorers mit Winfile.exe ist kor­rekt, er hat nur einen klei­nen Schönheitsfehler; kein mir bekann­ter (Standard-)Dateimanager zeigt das Verhalten von Winfile.exe (bzw. von NC, mc,TC, $c).
    Das ist kein Grund das gut zu fin­den, son­dern ein Grund ALLE OSe bzw. Dateimanager schei­sse zu finden.

    - Die Ballon- und Popup-schei­sse im Tray&Co ist kei­ne Erfindung von Win7, das habe ich hier auch unter XP bei deak­ti­vier­ten (!) Ballon-tips und akti­vier­ten (!) „akti­ves Fenster liegt unter der Maus“. 

    - Schaltflächen auf­bla­sen ist eine schö­ne Geschichte, dazu muss man sich nur mal einen Apfelcomputer anschau­en, wo die­ser Dreck her­kommt. Andererseits - und da wirds wirk­lich lustig - kann man im MS-Office für Lutscher die­se - wie hiess das noch? - die­ses bescheu­er­te auf­ge­bla­se­ne Klappmenü im Gegensatz zu Win-MS-Office deak­ti­vie­ren. Ich glau­be ein BWL-Studium könn­te hel­fen, sowas zu verstehen. 

    Ansonsten: bit­te mehr zum Thema, damit ich auch wei­ter­hin weiss, war­um ich mir den Kram nicht antun werde.

    • Unter XP popp­te mein „Tray“ noch nicht auf. Hmm, ja, es gibt kein win­file-Imitat; aber dass win­file dem Explorer man­ches vor­aus hat­te, ist immer­hin ein Konsens. (n.b.: Ich bin xplorer²-Freund.)
      Mehr zum Thema ungern, sonst ver­schrecke ich noch mehr Leute und bin gebrand­markt als „der Typ mit den lang­wei­li­gen Themen“.

      Auch, wenn’s stimmt. :lol:

  2. Korrektur:
    Der Satz mit den Schaltflächen soll­te natür­lich für die Anbahnung des Literaturnobelpreises:
    - Schaltflächen auf­bla­sen ist eine schö­ne Geschichte, dazu muss man sich nur mal einen Apfelcomputer anschau­en, wo die­ser Dreck her­kommt, um zu sehen, wo die­ser Dreck herkommt.
    heissen.

  3. Die Aufgabe eines Betriebssystems ist es nicht, dem Benutzer eine voll­stän­di­ge Arbeitsumgebung bereitzustellen
    Die Aufgabe von Windows 7 ist es nicht ein Betriebssystem zu sein, son­dern eine fer­ti­ge Arbeitsumgebung auf Basis des NT Kernels und zahl­rei­cher inte­grier­ter Anwendungen zur Verfügung zu stel­len. Windows 7 ist im Prinzip eine NT Kernel Distribution

    Hatte der Dateimanager von Windows 3.x (winfile.exe) noch eini­ge wirk­lich nütz­li­che Funktionen wie etwa den Dualpanel-Modus, den man als Anwender heut­zu­ta­ge umständ­lich nach­rü­sten muss
    Win+E, Win+Cursor links, Win+E, Win+Cursor rechts, schon hat der Nutzer einen voll­wer­ti­gen 2-pane Manager. Er exi­stiert nicht mehr expli­zit, son­dern wird über File Management + Window Management erzeugt. Keep it simp­le, stu­pid, wie die Unix Philosophie sagt.

    so besitzt der Explorer in Windows 7 nicht ein­mal mehr eine Schaltfläche, um in das über­ge­ord­ne­te Verzeichnis zu wechseln
    Die Adresszeile im Windows 7 Explorer ist „heiß“, d.h. sie reagiert auf Klicks. Der Nutzer kann damit nicht nur in das direkt über­ge­ord­ne­te Verzeichnis, son­dern alle Elternverzeichnisse in der Hierarchie mit einem Klick wech­seln. DiePfeile zwi­schen den Einträgen erlau­ben den Wechsel in benach­bar­te Ordner auf glei­cher Ebene. Ein klick auf den frei­en Bereich der Adressleiste lie­fert die Adresse als kopier­ba­re und edi­tier­ba­re Zeichenkette.

    Die weni­gen ver­blie­be­nen Schaltflächen wur­den dafür grö­ßer und bun­ter gestal­tet. Function fol­lows form
    Die weni­gen ver­blei­ben­den Schaltflächen sind Kontext-abhän­gig und leich­ter zu klicken, sie­he dazu auch Fitts‘ Law

    Der Internet Explorer 4 rüste­te spä­ter die “Schnellstartleiste” nach, also die Möglichkeit, belie­bi­ge Verzeichnisse direkt in die immer sicht­ba­re Taskleiste zu legen. Mit Windows 7 wur­de die­ses bewähr­te, sinn­vol­le Konzept zugun­sten der “Superbar” über Bord geworfen.
    Die „Superbar“ agiert auch als Schnellstart. Alle Programme die in der Leiste sicht­bar sind (egal ob gepinnt oder aktiv) sind von links nach rechts durch­num­me­riert und kön­nen mit Win+Ziffer direkt ange­spro­chen wer­den. Daher ist ein Pinnen von Anwendungen bei häu­fi­ger Nutzung rat­sam. Weniger häu­fig genutz­te Programme kön­nen dank dess lern­fä­hi­gen Startmenüs mit weni­gen Tastendrucken gestar­tet wer­den. Damit ent­fällt der unmit­tel­ba­re Bedarf für eine Schnellstartleiste, die Funktion ist aus­rei­chend abgedeckt.

    Die “Superbar” ist eine Art uni­ver­sel­le und in der Standardeinstellung etwas breit gera­te­ne – man beden­ke, dass der Trend zum Breit-, nicht zum Hochbildschirm geht – Leiste am unte­ren Bildschirmrand
    Auf Grund der feh­len­den Fensterbeschriftungen und der Gruppierung ist die Windows 7 Taskleiste die erste Windows Taskleiste die ver­lust­frei senk­recht am lin­ken oder rech­ten Bildschirmrand posi­tio­niert wer­den kann.

    Ich neh­me an, die für die Gestaltung ver­ant­wort­li­chen Microsoft-Mitarbeiter hat­ten einen guten Grund dafür, die weni­gen für die­ses Programm benö­tig­ten Schaltflächen auf eine absur­de Größe aufzublasen
    Wiederum Fitts‘ Law, sowie die Intention das Funktionen als Funktionen ange­bo­ten wer­den, nicht als Menüs. Sie haben jetzt auch visu­ell eine Gruppierung.

    in irgend­wel­chen obsku­ren Paneelen zu ver­stecken und an den obe­ren Fensterrand zu kle­ben (wir erin­nern uns: Breitbildschirme!).
    ein Doppelklick auf den Titel des Bandes (z.B. Start oder Ansicht) lässt das Band voll­stän­dig ver­schwin­den, und stellt damit mehr Bildschirmfläche zur Verfügung als sei­ne Vorgänger. Das Band öff­net sich tem­po­rär wenn man auf den Titel klickt um sei­ne Funktion aus­zu­wäh­len. Weiterhin sind Alle Bänder mit Hotkeys ver­se­hen. Alt drücken um die­se erschei­nen zu las­sen (nach dem Drücken des Hotkeys eines Bandes, wer­den die Hotkeys für die Funktionen gezeigt). Diese Kombination aus Funktionsanordnung, Ausblenden und „Hot Words“ ist im täg­li­chen Betrieb deut­lich effi­zi­en­ter als Symbolleisten, ent­fernt ver­gleich­bar mit z.B. Vim im Command Mode.

    Nun, das mit der Schnelligkeit lässt sich flugs wider­le­gen, man instal­lie­re nur ein­mal Windows XP auf dem­sel­ben Computer und mes­se die Zeit, die es für die­sel­ben Aufgaben benötigt
    Die Hintergrundaktivität ist in Windows 7 zwei­fel­los höher. Nutzertasks, wie das Auffinden von Dokumenten, Starten von Software, sind in Windows 7 deut­lich schnel­ler, haupt­säch­lich auf Grund des bes­se­ren Interfaces (Suche im Startmenü, Breadcrumbs im Explorer, Hotkeys) und des bes­se­ren Festplattencachings. In Benchmarks mag Windows7 ver­lie­ren, aber in nor­ma­ler Nutzung idlet ein Computer 99% der Zeit, und das ein­zig rele­van­te für Nutzer ist Zugriffsgeschwindigkeit

    Auch die Stabilität scheint Glückssache zu sein, denn Windows 7 hat sich auf mei­nem Laptop schon häu­fi­ger ver­ab­schie­det als jedes Windows vor ihm auf jedem mei­ner ande­ren Rechner
    Auf Grund der Überarbeitung des Kernels befin­den sich zahl­rei­che Treiber (ins­be­son­de­re Video und Sound) jetzt im Userspace, nicht mehr im Kernelspace. Damit sind Kernelpanics (Blue Screens) extrem sel­ten gewor­den und redu­zier­bar auf ech­te Hardwarefehler und insta­bi­le Kerneltreiber (Laufwerke, Controller).

    Essenzielle Systemfunktionen, etwa eine Übersicht über lau­fen­de Programme, sind nur noch nach umständ­li­cher hän­di­scher Anpassung des Systems oder der Nachinstallation von Drittanbierersoftware zugänglich
    Laufende Prozesse sind für den Endnutzer nicht essen­ti­ell. Administratoren kön­nen die von MS Bereitgestellten Sysinternals, unter ande­rem auch den sehr guten Process Explorer, nut­zen.

    Insgesamt ist Windows 7 mei­nes Erachtens ein Griff ins Klo.
    Windows 7 hat zahl­rei­che Änderungen am Interface vor­ge­nom­men, die selbst ich nicht alle posi­tiv bewer­ten wür­de. Insgesamt aller­dings ist der Workflow deut­lich schnel­ler und effi­zi­en­ter gewor­den. Wichtig ist nur, dass man den neu­en Workflow als sol­chen erkennt, und nicht mit XP Methoden ver­sucht zu lösen. Ein klei­nes Beispiel hier­zu sei die neue Systemsteuerung. Die XP Systemsteuerung war „modul­ori­en­tiert“, d.h. der Nutzer wähl­te ein Modul, und führ­te dort sei­ne Aufgaben durch. Die neue Systemsteuerung ist auf­ga­ben­ori­en­tiert. Hier wird ent­we­der eine häu­fi­ge Aufgabe gewählt, oder die gewünsch­te Aufgabe in der Suche rechts oben ein­ge­tippt. Das ist am Ende deut­lich schnel­ler, und erlaubt es dem Nutzer die Aufgabe zu Erledigen, statt die Module zu Lernen, setzt aber vor­aus dass man die­sen Mechanismus als sol­chen erkennt und nutzt.

    Ein Großteil der Kritikpunkte lässt sich durch Lesen der Anleitung bzw. Beschäftigung mit dem Betriebssystem ent­kräf­ten. Gerade erste­res ist eigent­lich eine klas­si­sche Unixphilosophie (RTFM), soll­te also eigent­lich kein Problem sein

    • Ich nut­ze Windows schon ein paar Jahre und bin mir durch­aus des­sen bewusst, dass man eini­ge mei­ner Kritikpunkte „besei­ti­gen“ kann. Allein: Es blei­ben Workarounds und eben kei­ne voll­wer­ti­gen Lösungen. WinE, schon hab ich noch ein Fenster? Herrlich. Ich hät­te aber gern expli­zit nur ein ein­zi­ges. „Keep it simple“?

      Was übri­gens das „Anpinnen“ betrifft:
      Angeheftete Anwendungen las­sen sich nicht räum­lich von offe­nen Fenstern tren­nen. Auch nicht, wenn man sich ganz dol­le Mühe gibt. Klares Kontra.

  4. Die Adresszeile im Windows 7 Explorer ist “heiß”, d.h. sie reagiert auf Klicks.
    Die weni­gen ver­blei­ben­den Schaltflächen sind Kontext-abhän­gig und leich­ter zu klicken
    sowie die Intention das Funktionen als Funktionen ange­bo­ten werden
    ein­zig rele­van­te für Nutzer ist Zugriffsgeschwindigkeit
    Laufende Prozesse sind für den Endnutzer nicht essentiell. 

    Und, tada:

    Wichtig ist nur, dass man den neu­en Workflow als sol­chen erkennt, und nicht mit XP Methoden ver­sucht zu lösen.

    Warum heisst der Spass dann Windows? Das hab ich schon bei Win95 nicht ver­stan­den (ok, da war die Sucherei und Umlernerei erheb­lich schlimmer/umfangreicher). Warum kann man das nicht „Microsoft $Dingens 7“ oder so nennen?
    Wie kommt Microsoft dazu zu bestim­men, was „leich­ter zu klicken“ oder „rele­vant“ ist?

  5. Ich nut­ze Win7 seit ca. 4 Monaten und bin im wesent­li­chen zufrie­den. 8)
    Als Wesentlich bezeich­ne ich hier mal die Systemstabilität, die Hardwareerkennung, das Startverhalten sowie die Energieverwaltung.
    Was mich per­sön­lich aller­dings sehr ver­wun­der, daß die Hersteller eines „Windows“ basier­tem OS seit fas zwei Jahrzehnten nicht
    in der Lage sind, „Drag and Drop“ in EINEM Fenster zu ermöglichen.
    Was ist dar­an so schwer, ein zwei­tes Fenster in den Explorer zu inte­grie­ren und optio­nal abschalt­bar zu gestalten.
    Weiterhin ist es sehr stö­rend, daß der Explorer die Namensspalte nicht auto­ma­tisch in vol­ler Breite der Namen darstellt.
    Sicher gibt es dafür wie­der eine der zahl­lo­sen Tastenkürzel oder Mausklickmöglichkeiten. Aber die rudi­men­tä­ren Funktionen
    sind funk­tio­nal ein­fach negiert…
    Die Anpassung der Ordnertypen ist ien kata­stro­phe und wider­so­richt jeder Logik.
    Es ist mir bis heu­te nicht gelun­gen, gene­rell für alle Ordner einen Ordnertyp einzustellen.
    Die Spalte „Dateityp“ ist ein­fach nicht weg­zu­be­kom­men.…. Explorerübernahmeverweigeung aus uner­find­li­chen Gründen.
    Desweiteren ist die Suchfunktion zu einer Katastrophe mutiert.
    Ich platz­ie­re eine Datei (z.B. Test.txt) in einen Ordner.
    Dann wäh­le ich im Kontexmenü für die­sen Ordner „Suchen“ *** und gebe den Begriff „test“ ein.
    Nun fängt der Rechner an, hoch­kom­pli­zier­te Aufgaben zu lösen.
    Ich weis nicht was er da macht, aber es dau­ert dann eine Ewigkeit bis er mir gesteht .…. kei­ne Suchergebnisse. 8O
    Ich woll­te es ein­fach nicht glauben.…
    *** Übrigens gibt es im Kontexmenü des Explorers KEINE Suchfunktion. Soweit ich recher­chiert habe, liegt das an einem kindischen
    Streit der nim­mer­sat­ten Kontrahenten Google und MS. Die krie­gen den Hals ein­fach nicht voll genug.….
    Ich muß­te die­se feh­len­de Funktion im Kontexmenü erst mit einem Registry Eintrag „wie­der­be­schaf­fen“.

    Also die Suchfunktion war bis XP wesent­lich effi­zi­en­ter und schneller.
    Alles in allem ist das Windows 7 bes­ser und schnel­ler, aber in vie­len Punkten ein­fach umständ­li­cher und
    nicht intui­tiv auf die Breite der Nutzer abge­stimmt. :(
    Auch ich kann nicht ohne Shellexplorer und Speedcommander.

    Trotztdem fra­ge ich mich:
    Wenn MS Neunzigtausend Beschäftigte hat und sagen wir mal 10 Leute sind für den Explorer zuständig.

    WAS HABEN DIESE MITARBEITER TAGSÜBER IN 17 JAHREN GETAN??? :!:

  6. Entschuldigt bit­te mei­ne Rechtschreibfehler. Ich habe sie erst nach dem Posten ent­deckt, ver­mis­se aber eine Editierfunktion.

    viel Grüsse

  7. Die feh­len­de Editierfunktion fehlt kei­nes­falls, son­dern trägt hof­fent­lich dazu bei, dass mei­ne Besucher beim Kommentieren mehr nach­den­ken, statt hin­ter­her alles nach­zu­rü­sten. :) (Was ist denn der Shellexplorer?)

    Die Windows-Suchfunktion ist lei­der auch wirk­lich schlecht. Ohne grep/ack wäre das Leben, sozu­sa­gen, nur halb so schön. (Selbst alter­na­ti­ve Dateimanager haben eine bes­se­re Suchfunktion inte­griert, die auch ohne Index pri­ma läuft. Der Omni-Finder vom xplor­er² ist wirk­lich klasse.)

  8. Im Grunde sind alle Windows Distributionen Dünnpfiff .Und je jün­ger je schlimmer..
    Aus dem Entwurf (Quick&Dirty) eines unter­be­zahl­ten kali­for­ni­schen Informatikers,dem Gates sein Werk für ein paar Dollar abge­kauft hat, ist auch nach der Xten Version
    nichts bes­se­res gewor­den als eine auf Uraltkernel basie­ren­de Schreibmaschine die ger­ne ein Betriebssystem wäre..aber nicht ist!

    • Du hast län­ger kein Windows mehr benutzt, stimmt’s? Die auf CP/M basie­ren­den Systeme gibt es seit bald 20 Jahren nicht mehr.

  9. Hallo, jep Win7 is ein­fach nur Scheisse ! Update Suche - Tage spä­ter dann end­lich was gefun­den. Updets Install, wenns Glück hast gehts, aber das hat lei­der nicht jeder. Die Suche in Win7, ein Horror. So und das beste kommt ja noch, Ruft mal beim Support an und sagt das ihr zwei Festplatten ( WIN7 und Vista ) habt, weil genau dann kommt die Microsoft Verarsche, das des­we­gen die Updates nicht gehen, haha :wallbash:

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