Nerdkrams
War­um Win­dows 7 Murks ist

(Es folgt ein wei­te­rer Text über „Com­pu­ter und so“, ange­regt durch ein heu­ti­ges Erleb­nis. Man möge mir bei Unwil­len die Ein­sei­tig­keit der The­men­wahl nach­se­hen und sich auf fol­gen­de Bei­trä­ge freuen.)

Man soll­te mei­nen, das The­ma Win­dows 7 sei längst aus­rei­chend bespro­chen wor­den; nach­dem ich aller­dings gestern früh­mor­gens einen Dia­log mit einem Linux­nut­zer führ­te, der dar­auf bestand, Win­dows 7 sei das aller­be­ste­ste Win­dows (min­de­stens) aller Zei­ten, sehe ich mich gezwun­gen, zur spä­te­ren Refe­renz hier eini­ge Gegen­ar­gu­men­te zu sammeln.

Win­dows 7 ist gegen­über den Vor­gän­ger­ver­sio­nen, inklu­si­ve Win­dows Vista, tech­nisch gese­hen ein kla­rer Rückschritt.

Die Auf­ga­be eines Betriebs­sy­stems ist es nicht, dem Benut­zer eine voll­stän­di­ge Arbeits­um­ge­bung bereit­zu­stel­len; das Betriebs­sy­stem GNU/​Linux tut dies eben­falls nicht (und genau dar­um gibt es Dis­tri­bu­tio­nen wie Debi­an, Fedo­ra und ande­re). Was es hin­ge­gen tun soll, ist es, die Arbeit mit den selbst gewähl­ten Anwen­dun­gen und den eige­nen Datei­en best­mög­lich zu erleichtern.

Der „Win­dows Explo­rer“, der Datei­ma­na­ger, den Micro­soft seit Win­dows 95 kon­ti­nu­ier­lich in die fal­sche Rich­tung ent­wickelt, läuft dem zwei­ten Ziel zuwi­der. Hat­te der Datei­ma­na­ger von Win­dows 3.x (winfile.exe) noch eini­ge wirk­lich nütz­li­che Funk­tio­nen wie etwa den Dual­pa­nel-Modus, den man als Anwen­der heut­zu­ta­ge umständ­lich nach­rü­sten muss, indem man alter­na­ti­ve Datei­ma­na­ger wie den sicher nicht unbe­grün­det belieb­ten Total Com­man­der instal­liert, so besitzt der Explo­rer in Win­dows 7 nicht ein­mal mehr eine Schalt­flä­che, um in das über­ge­ord­ne­te Ver­zeich­nis zu wech­seln. Die weni­gen ver­blie­be­nen Schalt­flä­chen wur­den dafür grö­ßer und bun­ter gestal­tet. Func­tion fol­lows form. (Hier hilft zum Bei­spiel die quell­of­fe­ne Zusatz­an­wen­dung Clas­sic Shell, die eini­ge in Win­dows 7 ent­fern­te Funk­tio­nen wie­der bereitstellt.)

Und auch das Arbei­ten mit lau­fen­den Anwen­dun­gen hat Micro­soft in Win­dows 7 deut­lich erschwert. Nach­dem zu Beginn der Win­dows-95-Ent­wick­lung noch mit einer uni­ver­sel­len Ver­knüp­fungs­lei­ste expe­ri­men­tiert wur­de (unter ande­rem auf winhistory.de zu sehen), hielt schon nach kur­zer Zeit die bis ein­schließ­lich Win­dows Vista kon­stan­te Tas­klei­ste in das System Ein­zug, mit deren Hil­fe zwi­schen offe­nen und mini­mier­ten Fen­stern gewech­selt wer­den konn­te. Der Inter­net Explo­rer 4 rüste­te spä­ter die „Schnell­start­lei­ste“ nach, also die Mög­lich­keit, belie­bi­ge Ver­zeich­nis­se direkt in die immer sicht­ba­re Tas­klei­ste zu legen. Mit Win­dows 7 wur­de die­ses bewähr­te, sinn­vol­le Kon­zept zugun­sten der „Super­bar“ über Bord geworfen.

Die „Super­bar“ ist eine Art uni­ver­sel­le und in der Stan­dard­ein­stel­lung etwas breit gera­te­ne – man beden­ke, dass der Trend zum Breit‑, nicht zum Hoch­bild­schirm geht – Lei­ste am unte­ren Bild­schirm­rand, die lau­fen­de Anwen­dun­gen, geschlos­se­ne Anwen­dun­gen, mini­mier­te Anwen­dun­gen, Ord­ner­fen­ster und Ver­knüp­fun­gen in Form von via Menü­ein­trag „ange­hef­te­ten“ Pro­gram­men, mit lusti­gen Ani­ma­tio­nen ver­se­hen, wild durch­ein­an­der­ge­wür­felt und stan­dard­mä­ßig unbe­schrif­tet anzu­zei­gen ver­mag. Zwar ist es mit ein wenig Auf­wand mög­lich, der Lei­ste weit­ge­hend die alte Gestalt zu geben und auch eine sepa­ra­te „Schnell­start­lei­ste“ ein­zu­rich­ten, die „Anheften“-Funktion jedoch lässt sich ohne kru­de Umwe­ge eben­so­we­nig deak­ti­vie­ren wie die all­ge­gen­wär­ti­gen neu­en Vor­schau- und son­sti­gen Popups. Selbst die aus­ge­blen­de­ten Sym­bo­le im Benach­rich­ti­gungs­feld, fälsch­li­cher­wei­se oft „Tray“ genannt, wer­den nicht mehr aus­ge­fah­ren, son­dern in einem lang­wei­li­gen weiß-grau­en Popup­fen­ster ange­zeigt, das oben­drein nicht ein­mal selbst­stän­dig ver­schwin­det, wenn eine ande­re Anwen­dung im Vor­der­grund aktiv ist; eine sehr nütz­li­che Neuerung!

Nicht ver­ges­sen soll­te man auch, dass das gleich­falls seit Win­dows 95 exi­sten­te und seit Win­dows XP immer­hin noch optio­nal ver­füg­ba­re „klas­si­sche Start­me­nü“, das ein­spal­ti­ge also, in Win­dows 7 abge­schafft wur­de, so dass man nicht umhin kommt, das gro­ße, zwei­spal­ti­ge Start­me­nü zu nut­zen und sich durch das „Alle-Programme“-Menü zu klicken, wenn man aber ledig­lich eine sel­ten benutz­te Anwen­dung auf­ru­fen möch­te, deren Ver­knüp­fungs­na­men man gera­de nicht mehr parat hat, so dass die inte­grier­te Such­funk­ti­on nicht hilft. (Clas­sic Shell besei­tigt übri­gens auch die­sen Missstand.)

Zwar wur­de so der Ansatz, Alt­la­sten über Bord zu wer­fen, kon­se­quent ver­folgt, aber nicht alle Alt­la­sten waren wirk­lich als „Lasten“ anzu­se­hen. Wer ein­mal, noch nicht in die Tie­fen des Win­dows-7-Start­me­nüs vor­ge­drun­gen, sehen möch­te, was Micro­soft unter „Alt­la­sten“ ver­steht, dem emp­feh­le ich, einen Blick auf das erst­mals seit min­de­stens Win­dows 3.0 umge­stal­te­te Pro­gramm „Paint“, ehe­mals „Paint­brush“, zu wer­fen, das, eben­so wie Wor­d­Pad, mit den aus Micro­soft Office 2007 und 2010 bekann­ten Mul­ti­funk­ti­ons­lei­sten aus­ge­stat­tet wurde:

Ich neh­me an, die für die Gestal­tung ver­ant­wort­li­chen Micro­soft-Mit­ar­bei­ter hat­ten einen guten Grund dafür, die weni­gen für die­ses Pro­gramm benö­tig­ten Schalt­flä­chen auf eine absur­de Grö­ße auf­zu­bla­sen, in irgend­wel­chen obsku­ren Panee­len zu ver­stecken und an den obe­ren Fen­ster­rand zu kle­ben (wir erin­nern uns: Breit­bild­schir­me!). Aller­dings kann es durch­aus sein, dass ich in die­sem Punkt irre.

Wei­ters wird ins Feld geführt, Win­dows 7 sei das bis­her schnell­ste und sta­bil­ste Win­dows-Betriebs­sy­stem. Nun, das mit der Schnel­lig­keit lässt sich flugs wider­le­gen, man instal­lie­re nur ein­mal Win­dows XP auf dem­sel­ben Com­pu­ter und mes­se die Zeit, die es für die­sel­ben Auf­ga­ben benö­tigt. Auch, dass Win­dows 7 schnel­ler als der unmit­tel­ba­re Vor­gän­ger Win­dows Vista sei, ist zumin­dest eine Pau­scha­li­sie­rung. Sehr unter­schei­den sich Win­dows 7 und Win­dows Vista näm­lich nicht, der Betriebs­sy­stem­kern ist nahe­zu iden­tisch. Was Win­dows Vista vor­ran­gig „lang­sa­mer“ mach­te, waren unacht­sa­me Stan­dard­ein­stel­lun­gen für System­dien­ste wie etwa den Indi­zie­rungs­dienst, die in Win­dows 7 noch immer ihren Dienst ver­rich­ten, ledig­lich mit geän­der­ten Start­pa­ra­me­tern. (Ein Win­dows-Vista-Nut­zer, der dies hier liest, sei nun­mehr dazu ange­regt, sich ein­mal in der Com­pu­ter­ver­wal­tung unter „Dien­ste“ umzusehen.)

Auch die Sta­bi­li­tät scheint Glücks­sa­che zu sein, denn Win­dows 7 hat sich auf mei­nem Lap­top schon häu­fi­ger ver­ab­schie­det als jedes Win­dows vor ihm auf jedem mei­ner ande­ren Rech­ner; und ich nutz­te zeit­wei­se selbst Win­dows Me, mit dem ich aller­dings eben­falls nie Pro­ble­me jed­wel­cher Art hat­te. Letzt­lich steht und fällt die System­sta­bi­li­tät mit Trei­bern, und wer unter Win­dows Vista jedes Gerät ein­wand­frei nut­zen könn­te, für den bringt die etwas grö­ße­re Trei­ber­aus­wahl unter Win­dows 7 kei­nen Mehrwert.

Ins­ge­samt ist Win­dows 7 mei­nes Erach­tens ein Griff ins Klo. Essen­zi­el­le System­funk­tio­nen, etwa eine Über­sicht über lau­fen­de Pro­gram­me, sind nur noch nach umständ­li­cher hän­di­scher Anpas­sung des Systems oder der Nach­in­stal­la­ti­on von Dritt­an­bie­rer­soft­ware zugäng­lich. Dass Micro­soft bereits an Win­dows „8“ arbei­tet, aber noch kei­ne Infor­ma­tio­nen über die Bedien­ober­flä­che ver­füg­bar sind, gibt mir kon­se­quent man­chen Grund zur Sorge.

(Dürf­te ich jemals einen ein­zi­gen Wunsch an die Win­dows-Ent­wick­ler­ab­tei­lung äußern, so lau­te­te er jeden­falls wie folgt: „Bit­te, lie­be Win­dows-Ent­wick­ler­ab­tei­lung, gib uns nach 17 Jah­ren end­lich wie­der einen Datei­ma­na­ger, der die­sen Namen ver­dient! Tabs wür­den genü­gen, es müs­sen nicht ein­mal meh­re­re Panee­le sein.“ – Aber das wird wohl ein Traum bleiben.)

Senfecke:

  1. Ich kann zu Win7 nicht all­zu­viel sagen, ich hat­te es noch nicht in der Mache – und habe es auch egtl. nicht vor. Ein paar klei­ne Ein­wän­de und/​ oder Anre­gun­gen aber:
    – Dein Ver­gleich des Explo­rers mit Winfile.exe ist kor­rekt, er hat nur einen klei­nen Schön­heits­feh­ler; kein mir bekann­ter (Standard-)Dateimanager zeigt das Ver­hal­ten von Winfile.exe (bzw. von NC, mc,TC, $c).
    Das ist kein Grund das gut zu fin­den, son­dern ein Grund ALLE OSe bzw. Datei­ma­na­ger schei­sse zu finden.

    - Die Bal­lon- und Popup-schei­sse im Tray&Co ist kei­ne Erfin­dung von Win7, das habe ich hier auch unter XP bei deak­ti­vier­ten (!) Bal­lon-tips und akti­vier­ten (!) „akti­ves Fen­ster liegt unter der Maus“. 

    - Schalt­flä­chen auf­bla­sen ist eine schö­ne Geschich­te, dazu muss man sich nur mal einen Apfel­com­pu­ter anschau­en, wo die­ser Dreck her­kommt. Ande­rer­seits – und da wirds wirk­lich lustig – kann man im MS-Office für Lut­scher die­se – wie hiess das noch? – die­ses bescheu­er­te auf­ge­bla­se­ne Klapp­me­nü im Gegen­satz zu Win-MS-Office deak­ti­vie­ren. Ich glau­be ein BWL-Stu­di­um könn­te hel­fen, sowas zu verstehen. 

    Anson­sten: bit­te mehr zum The­ma, damit ich auch wei­ter­hin weiss, war­um ich mir den Kram nicht antun werde.

    • Unter XP popp­te mein „Tray“ noch nicht auf. Hmm, ja, es gibt kein win­file-Imi­tat; aber dass win­file dem Explo­rer man­ches vor­aus hat­te, ist immer­hin ein Kon­sens. (n.b.: Ich bin xplorer²-Freund.)
      Mehr zum The­ma ungern, sonst ver­schrecke ich noch mehr Leu­te und bin gebrand­markt als „der Typ mit den lang­wei­li­gen Themen“.

      Auch, wenn’s stimmt. :lol:

  2. Kor­rek­tur:
    Der Satz mit den Schalt­flä­chen soll­te natür­lich für die Anbah­nung des Literaturnobelpreises:
    - Schalt­flä­chen auf­bla­sen ist eine schö­ne Geschich­te, dazu muss man sich nur mal einen Apfel­com­pu­ter anschau­en, wo die­ser Dreck her­kommt, um zu sehen, wo die­ser Dreck herkommt.
    heissen.

  3. Die Auf­ga­be eines Betriebs­sy­stems ist es nicht, dem Benut­zer eine voll­stän­di­ge Arbeits­um­ge­bung bereitzustellen
    Die Auf­ga­be von Win­dows 7 ist es nicht ein Betriebs­sy­stem zu sein, son­dern eine fer­ti­ge Arbeits­um­ge­bung auf Basis des NT Ker­nels und zahl­rei­cher inte­grier­ter Anwen­dun­gen zur Ver­fü­gung zu stel­len. Win­dows 7 ist im Prin­zip eine NT Ker­nel Distribution

    Hat­te der Datei­ma­na­ger von Win­dows 3.x (winfile.exe) noch eini­ge wirk­lich nütz­li­che Funk­tio­nen wie etwa den Dual­pa­nel-Modus, den man als Anwen­der heut­zu­ta­ge umständ­lich nach­rü­sten muss
    Win+E, Win+Cursor links, Win+E, Win+Cursor rechts, schon hat der Nut­zer einen voll­wer­ti­gen 2‑pane Mana­ger. Er exi­stiert nicht mehr expli­zit, son­dern wird über File Manage­ment + Win­dow Manage­ment erzeugt. Keep it simp­le, stu­pid, wie die Unix Phi­lo­so­phie sagt.

    so besitzt der Explo­rer in Win­dows 7 nicht ein­mal mehr eine Schalt­flä­che, um in das über­ge­ord­ne­te Ver­zeich­nis zu wechseln
    Die Adress­zei­le im Win­dows 7 Explo­rer ist „heiß“, d.h. sie reagiert auf Klicks. Der Nut­zer kann damit nicht nur in das direkt über­ge­ord­ne­te Ver­zeich­nis, son­dern alle Eltern­ver­zeich­nis­se in der Hier­ar­chie mit einem Klick wech­seln. Die­Pfei­le zwi­schen den Ein­trä­gen erlau­ben den Wech­sel in benach­bar­te Ord­ner auf glei­cher Ebe­ne. Ein klick auf den frei­en Bereich der Adress­lei­ste lie­fert die Adres­se als kopier­ba­re und edi­tier­ba­re Zeichenkette.

    Die weni­gen ver­blie­be­nen Schalt­flä­chen wur­den dafür grö­ßer und bun­ter gestal­tet. Func­tion fol­lows form
    Die weni­gen ver­blei­ben­den Schalt­flä­chen sind Kon­text-abhän­gig und leich­ter zu klicken, sie­he dazu auch Fitts‘ Law

    Der Inter­net Explo­rer 4 rüste­te spä­ter die “Schnell­start­lei­ste” nach, also die Mög­lich­keit, belie­bi­ge Ver­zeich­nis­se direkt in die immer sicht­ba­re Tas­klei­ste zu legen. Mit Win­dows 7 wur­de die­ses bewähr­te, sinn­vol­le Kon­zept zugun­sten der “Super­bar” über Bord geworfen.
    Die „Super­bar“ agiert auch als Schnell­start. Alle Pro­gram­me die in der Lei­ste sicht­bar sind (egal ob gepinnt oder aktiv) sind von links nach rechts durch­num­me­riert und kön­nen mit Win+Ziffer direkt ange­spro­chen wer­den. Daher ist ein Pin­nen von Anwen­dun­gen bei häu­fi­ger Nut­zung rat­sam. Weni­ger häu­fig genutz­te Pro­gram­me kön­nen dank dess lern­fä­hi­gen Start­me­nüs mit weni­gen Tasten­drucken gestar­tet wer­den. Damit ent­fällt der unmit­tel­ba­re Bedarf für eine Schnell­start­lei­ste, die Funk­ti­on ist aus­rei­chend abgedeckt.

    Die “Super­bar” ist eine Art uni­ver­sel­le und in der Stan­dard­ein­stel­lung etwas breit gera­te­ne – man beden­ke, dass der Trend zum Breit‑, nicht zum Hoch­bild­schirm geht – Lei­ste am unte­ren Bildschirmrand
    Auf Grund der feh­len­den Fen­ster­be­schrif­tun­gen und der Grup­pie­rung ist die Win­dows 7 Tas­klei­ste die erste Win­dows Tas­klei­ste die ver­lust­frei senk­recht am lin­ken oder rech­ten Bild­schirm­rand posi­tio­niert wer­den kann.

    Ich neh­me an, die für die Gestal­tung ver­ant­wort­li­chen Micro­soft-Mit­ar­bei­ter hat­ten einen guten Grund dafür, die weni­gen für die­ses Pro­gramm benö­tig­ten Schalt­flä­chen auf eine absur­de Grö­ße aufzublasen
    Wie­der­um Fitts‘ Law, sowie die Inten­ti­on das Funk­tio­nen als Funk­tio­nen ange­bo­ten wer­den, nicht als Menüs. Sie haben jetzt auch visu­ell eine Gruppierung.

    in irgend­wel­chen obsku­ren Panee­len zu ver­stecken und an den obe­ren Fen­ster­rand zu kle­ben (wir erin­nern uns: Breitbildschirme!).
    ein Dop­pel­klick auf den Titel des Ban­des (z.B. Start oder Ansicht) lässt das Band voll­stän­dig ver­schwin­den, und stellt damit mehr Bild­schirm­flä­che zur Ver­fü­gung als sei­ne Vor­gän­ger. Das Band öff­net sich tem­po­rär wenn man auf den Titel klickt um sei­ne Funk­ti­on aus­zu­wäh­len. Wei­ter­hin sind Alle Bän­der mit Hot­keys ver­se­hen. Alt drücken um die­se erschei­nen zu las­sen (nach dem Drücken des Hot­keys eines Ban­des, wer­den die Hot­keys für die Funk­tio­nen gezeigt). Die­se Kom­bi­na­ti­on aus Funk­ti­ons­an­ord­nung, Aus­blen­den und „Hot Words“ ist im täg­li­chen Betrieb deut­lich effi­zi­en­ter als Sym­bol­lei­sten, ent­fernt ver­gleich­bar mit z.B. Vim im Com­mand Mode.

    Nun, das mit der Schnel­lig­keit lässt sich flugs wider­le­gen, man instal­lie­re nur ein­mal Win­dows XP auf dem­sel­ben Com­pu­ter und mes­se die Zeit, die es für die­sel­ben Auf­ga­ben benötigt
    Die Hin­ter­grund­ak­ti­vi­tät ist in Win­dows 7 zwei­fel­los höher. Nut­zer­tasks, wie das Auf­fin­den von Doku­men­ten, Star­ten von Soft­ware, sind in Win­dows 7 deut­lich schnel­ler, haupt­säch­lich auf Grund des bes­se­ren Inter­faces (Suche im Start­me­nü, Bre­ad­crumbs im Explo­rer, Hot­keys) und des bes­se­ren Fest­plat­ten­cachings. In Bench­marks mag Windows7 ver­lie­ren, aber in nor­ma­ler Nut­zung idlet ein Com­pu­ter 99% der Zeit, und das ein­zig rele­van­te für Nut­zer ist Zugriffsgeschwindigkeit

    Auch die Sta­bi­li­tät scheint Glücks­sa­che zu sein, denn Win­dows 7 hat sich auf mei­nem Lap­top schon häu­fi­ger ver­ab­schie­det als jedes Win­dows vor ihm auf jedem mei­ner ande­ren Rechner
    Auf Grund der Über­ar­bei­tung des Ker­nels befin­den sich zahl­rei­che Trei­ber (ins­be­son­de­re Video und Sound) jetzt im User­space, nicht mehr im Ker­nels­pace. Damit sind Ker­nel­pa­nics (Blue Screens) extrem sel­ten gewor­den und redu­zier­bar auf ech­te Hard­ware­feh­ler und insta­bi­le Ker­nel­trei­ber (Lauf­wer­ke, Controller).

    Essen­zi­el­le System­funk­tio­nen, etwa eine Über­sicht über lau­fen­de Pro­gram­me, sind nur noch nach umständ­li­cher hän­di­scher Anpas­sung des Systems oder der Nach­in­stal­la­ti­on von Dritt­an­bie­rer­soft­ware zugänglich
    Lau­fen­de Pro­zes­se sind für den End­nut­zer nicht essen­ti­ell. Admi­ni­stra­to­ren kön­nen die von MS Bereit­ge­stell­ten Sys­in­ter­nals, unter ande­rem auch den sehr guten Pro­cess Explo­rer, nut­zen.

    Ins­ge­samt ist Win­dows 7 mei­nes Erach­tens ein Griff ins Klo.
    Win­dows 7 hat zahl­rei­che Ände­run­gen am Inter­face vor­ge­nom­men, die selbst ich nicht alle posi­tiv bewer­ten wür­de. Ins­ge­samt aller­dings ist der Work­flow deut­lich schnel­ler und effi­zi­en­ter gewor­den. Wich­tig ist nur, dass man den neu­en Work­flow als sol­chen erkennt, und nicht mit XP Metho­den ver­sucht zu lösen. Ein klei­nes Bei­spiel hier­zu sei die neue System­steue­rung. Die XP System­steue­rung war „modul­ori­en­tiert“, d.h. der Nut­zer wähl­te ein Modul, und führ­te dort sei­ne Auf­ga­ben durch. Die neue System­steue­rung ist auf­ga­ben­ori­en­tiert. Hier wird ent­we­der eine häu­fi­ge Auf­ga­be gewählt, oder die gewünsch­te Auf­ga­be in der Suche rechts oben ein­ge­tippt. Das ist am Ende deut­lich schnel­ler, und erlaubt es dem Nut­zer die Auf­ga­be zu Erle­di­gen, statt die Modu­le zu Ler­nen, setzt aber vor­aus dass man die­sen Mecha­nis­mus als sol­chen erkennt und nutzt.

    Ein Groß­teil der Kri­tik­punk­te lässt sich durch Lesen der Anlei­tung bzw. Beschäf­ti­gung mit dem Betriebs­sy­stem ent­kräf­ten. Gera­de erste­res ist eigent­lich eine klas­si­sche Unix­phi­lo­so­phie (RTFM), soll­te also eigent­lich kein Pro­blem sein

    • Ich nut­ze Win­dows schon ein paar Jah­re und bin mir durch­aus des­sen bewusst, dass man eini­ge mei­ner Kri­tik­punk­te „besei­ti­gen“ kann. Allein: Es blei­ben Work­arounds und eben kei­ne voll­wer­ti­gen Lösun­gen. WinE, schon hab ich noch ein Fen­ster? Herr­lich. Ich hät­te aber gern expli­zit nur ein ein­zi­ges. „Keep it simple“?

      Was übri­gens das „Anpin­nen“ betrifft:
      Ange­hef­te­te Anwen­dun­gen las­sen sich nicht räum­lich von offe­nen Fen­stern tren­nen. Auch nicht, wenn man sich ganz dol­le Mühe gibt. Kla­res Kontra.

  4. Die Adress­zei­le im Win­dows 7 Explo­rer ist “heiß”, d.h. sie reagiert auf Klicks.
    Die weni­gen ver­blei­ben­den Schalt­flä­chen sind Kon­text-abhän­gig und leich­ter zu klicken
    sowie die Inten­ti­on das Funk­tio­nen als Funk­tio­nen ange­bo­ten werden
    ein­zig rele­van­te für Nut­zer ist Zugriffsgeschwindigkeit
    Lau­fen­de Pro­zes­se sind für den End­nut­zer nicht essentiell. 

    Und, tada:

    Wich­tig ist nur, dass man den neu­en Work­flow als sol­chen erkennt, und nicht mit XP Metho­den ver­sucht zu lösen.

    War­um heisst der Spass dann Win­dows? Das hab ich schon bei Win95 nicht ver­stan­den (ok, da war die Suche­rei und Umler­ne­rei erheb­lich schlimmer/​umfangreicher). War­um kann man das nicht „Micro­soft $Din­gens 7“ oder so nennen?
    Wie kommt Micro­soft dazu zu bestim­men, was „leich­ter zu klicken“ oder „rele­vant“ ist?

  5. Ich nut­ze Win7 seit ca. 4 Mona­ten und bin im wesent­li­chen zufrie­den. 8)
    Als Wesent­lich bezeich­ne ich hier mal die System­sta­bi­li­tät, die Hard­ware­er­ken­nung, das Start­ver­hal­ten sowie die Energieverwaltung.
    Was mich per­sön­lich aller­dings sehr ver­wun­der, daß die Her­stel­ler eines „Win­dows“ basier­tem OS seit fas zwei Jahr­zehn­ten nicht
    in der Lage sind, „Drag and Drop“ in EINEM Fen­ster zu ermöglichen.
    Was ist dar­an so schwer, ein zwei­tes Fen­ster in den Explo­rer zu inte­grie­ren und optio­nal abschalt­bar zu gestalten.
    Wei­ter­hin ist es sehr stö­rend, daß der Explo­rer die Namens­spal­te nicht auto­ma­tisch in vol­ler Brei­te der Namen darstellt.
    Sicher gibt es dafür wie­der eine der zahl­lo­sen Tasten­kür­zel oder Maus­klick­mög­lich­kei­ten. Aber die rudi­men­tä­ren Funktionen
    sind funk­tio­nal ein­fach negiert…
    Die Anpas­sung der Ord­ner­ty­pen ist ien kata­stro­phe und wider­so­richt jeder Logik.
    Es ist mir bis heu­te nicht gelun­gen, gene­rell für alle Ord­ner einen Ord­ner­typ einzustellen.
    Die Spal­te „Datei­typ“ ist ein­fach nicht weg­zu­be­kom­men.…. Explor­er­über­nah­me­ver­wei­ge­ung aus uner­find­li­chen Gründen.
    Des­wei­te­ren ist die Such­funk­ti­on zu einer Kata­stro­phe mutiert.
    Ich platz­ie­re eine Datei (z.B. Test.txt) in einen Ordner.
    Dann wäh­le ich im Kon­tex­me­nü für die­sen Ord­ner „Suchen“ *** und gebe den Begriff „test“ ein.
    Nun fängt der Rech­ner an, hoch­kom­pli­zier­te Auf­ga­ben zu lösen.
    Ich weis nicht was er da macht, aber es dau­ert dann eine Ewig­keit bis er mir gesteht .…. kei­ne Such­ergeb­nis­se. 8O
    Ich woll­te es ein­fach nicht glauben.…
    *** Übri­gens gibt es im Kon­tex­me­nü des Explo­rers KEINE Such­funk­ti­on. Soweit ich recher­chiert habe, liegt das an einem kindischen
    Streit der nim­mer­sat­ten Kon­tra­hen­ten Goog­le und MS. Die krie­gen den Hals ein­fach nicht voll genug.….
    Ich muß­te die­se feh­len­de Funk­ti­on im Kon­tex­me­nü erst mit einem Regi­s­try Ein­trag „wie­der­be­schaf­fen“.

    Also die Such­funk­ti­on war bis XP wesent­lich effi­zi­en­ter und schneller.
    Alles in allem ist das Win­dows 7 bes­ser und schnel­ler, aber in vie­len Punk­ten ein­fach umständ­li­cher und
    nicht intui­tiv auf die Brei­te der Nut­zer abge­stimmt. :(
    Auch ich kann nicht ohne Shell­ex­plo­rer und Speedcommander.

    Trotzt­dem fra­ge ich mich:
    Wenn MS Neun­zig­tau­send Beschäf­tig­te hat und sagen wir mal 10 Leu­te sind für den Explo­rer zuständig.

    WAS HABEN DIESE MITARBEITER TAGSÜBER IN 17 JAHREN GETAN??? :!:

  6. Ent­schul­digt bit­te mei­ne Recht­schreib­feh­ler. Ich habe sie erst nach dem Posten ent­deckt, ver­mis­se aber eine Editierfunktion.

    viel Grü­sse

  7. Die feh­len­de Edi­tier­funk­ti­on fehlt kei­nes­falls, son­dern trägt hof­fent­lich dazu bei, dass mei­ne Besu­cher beim Kom­men­tie­ren mehr nach­den­ken, statt hin­ter­her alles nach­zu­rü­sten. :) (Was ist denn der Shellexplorer?)

    Die Win­dows-Such­funk­ti­on ist lei­der auch wirk­lich schlecht. Ohne grep/​ack wäre das Leben, sozu­sa­gen, nur halb so schön. (Selbst alter­na­ti­ve Datei­ma­na­ger haben eine bes­se­re Such­funk­ti­on inte­griert, die auch ohne Index pri­ma läuft. Der Omni-Fin­der vom xplor­er² ist wirk­lich klasse.)

  8. Im Grun­de sind alle Win­dows Dis­tri­bu­tio­nen Dünn­pfiff .Und je jün­ger je schlimmer..
    Aus dem Ent­wurf (Quick&Dirty) eines unter­be­zahl­ten kali­for­ni­schen Informatikers,dem Gates sein Werk für ein paar Dol­lar abge­kauft hat, ist auch nach der Xten Version
    nichts bes­se­res gewor­den als eine auf Uralt­ker­nel basie­ren­de Schreib­ma­schi­ne die ger­ne ein Betriebs­sy­stem wäre..aber nicht ist!

    • Du hast län­ger kein Win­dows mehr benutzt, stimmt’s? Die auf CP/​M basie­ren­den Syste­me gibt es seit bald 20 Jah­ren nicht mehr.

  9. Hal­lo, jep Win7 is ein­fach nur Schei­sse ! Update Suche – Tage spä­ter dann end­lich was gefun­den. Updets Install, wenns Glück hast gehts, aber das hat lei­der nicht jeder. Die Suche in Win7, ein Hor­ror. So und das beste kommt ja noch, Ruft mal beim Sup­port an und sagt das ihr zwei Fest­plat­ten ( WIN7 und Vista ) habt, weil genau dann kommt die Micro­soft Ver­ar­sche, das des­we­gen die Updates nicht gehen, haha :wallbash:

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